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der große Auftritt

 

 
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Pudelzucker
Schreiberassi

Alter: 31
Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 11.09.2016 18:00    Titel: der große Auftritt eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Sie hatten es buchstäblich hunderte Male durchgespielt. Jeden Fehler ausgebügelt, jede Kleinigkeit perfektioniert. Jede Note saß, jeder Anschlag, jeder Ton aus seinem Mund. Jetzt saßen Sie in diesem klapprigen Möchtegern-Band-Bus. Es hatte gerade zu schneien begonnen, die klitschnassen Flocken zogen Schlieren über die Scheiben, und durch die halb geöffneten Lider konnte er kaum sagen, ob sie in dem Verkehrschaos, das man an einem Freitag abend hätte erwarten müssen, standen oder im Schneckentempo weiterkamen. Fast wünschte er sich, sie würden hier steckenbleiben. Er schaute auf die Uhr. Zwei Stunden hatten sie noch bis zum Auftritt. Einhundertzwanzig Minuten. Der Soundcheck würde sehr schnell gemacht werden müssen. Er würde keine Möglichkeit haben, den Gesang vernünftig mit den Instrumentenspuren abzustimmen. Am liebsten hätte er wirklich abgesagt. Er könnte sagen, es geht ihm nicht gut, dass er etwas falsches gegessen hat, oder sich erkältet hat. Es kam doch eh nicht darauf an, der Typ von dem Studentenclub, der das ganze organisiert hatte, würde mit den Schultern zucken und sich noch einen anzünden. Aber wie sollte er es den Jungs erklären? Seinen Bandkollegen, die sich, nunja, nahezu so euphorisch und penibel wie er auf den Auftritt vorbereitet hatten. Die wie er eigentlich, davon träumten, "es zu schaffen" und irgendwann auf die Auftritte in joint-verräucherten Kellerclubs zurückzublicken als eine Zeit, in der sie die Fans und "Likes" ergatterten, die ihnen schließlich die größeren Aufritte, und den "Fame" einbrachten. Aber wie hätte er ihnen die Wahrheit erklären sollen? Sie hätten ihn schallend ausgelacht, und damit ihre Musikerklischees erfüllt, von Bassisten und Schlagzeugern, die Maschinen mit deren Unterstützung der Sänger und Gitarrist, der Poet, seine Kunst ausübt. Der Dichter, der seine Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringt, eben auch diesen einen Vers, in der er ihr seine Liebe gesteht. Und sie würde heute da sein. Sie hatte es ihm versprochen, ihn nach Gästelistenplätzen gefragt - dafür war er gut genug, um fünf Euro zu sparen. Und er wusste einfach, dass er es nicht schaffen würde, diese Zeile vor ihr zu singen. Jetzt ging die Fahrt zweifellos weiter, sie hatten sich freigefahren aus der nebeligen Blechkarawane und fuhren jetzt beschleunigt den Schneeflocken entgegen. Noch eine halbe Stunde bis zum Ziel, sagte das Navi, noch eineinhalb Stunden bis zum Auftritt, sagte die Uhr.
Der Ankuft folgte die obligatorische Schlepperei. Der Veranstalter stand wie erwartet grinsend und entspannt vor der Tür, alle begrüßten sich mit einem knappen Handschlag. Die Rhythmusgruppe fing an aufzubauen, während ihr Frontmann ziellos im Raum stand. Dann fasste er einen Plan. Viel zu spät fiel ihm das ein, er lief zurück zum Bus und suchte panisch nach  seinem Textebuch. Damit ging er zurück hinter die Bühne. Ruhe, Licht brauchte er jetzt. Was reimt sich auf "never"? Sein Schlagzeuger kam rein und wollte wissen, was er hier tue, während alle anderen aufbauten. "Alter, was reimt sich auf "never""? - "Was' denn los mit dir? Schreibst du jetzt etwa?" - "Nee, also, nicht wirklich. Diese eine Zeile in unserem Opener, die will ich fix umschreiben" Wie peinlich - sein Freund schaute ihn besorgt an, und drehte dann um. "Also, sag, wenns dir nicht gutgeht oder so, aber wir müssen jetzt echt Soundcheck machen, sind spät dran, kommst du?" sagte er im Herausgehen. Er klappte das Buch zu, so oder so, der Sound war wichtig. Geistesabwesend zogen sie den Check durch. Er konnte an nichts anderes denken als diesen Vers. Als sie durch waren, flüchtete er wieder hinter die Bühne, bloß nicht ihr über den Weg laufen, solange er sich noch nicht entschieden hatte. Fast fasste er den Entschluss, alles so zu lassen, wie sie es geprobt hatte, es ihr ins Gesicht zu singen sozusagen. Sie würde es merken, wissen, dass es um sie geht, der Rest des Textes war einfach zu eindeutig. Er merkte, wie ihm übel wurde. Es gab hinter der Bühne Getränke und Snacks, die er nicht anrührte. Die Nachfragen seiner Kollegen wehrte er ab. Schließlich war es soweit. Der rotäugige Veranstalter gab ihnen das Zeichen. Die Zeit war gekommen, es waren genug Leute da, es konnte losgehen. Mit wackeligen Beinen stand er auf der Bühne und hing sich umständlich sein Instrument um. Mit den Scheinwerfern die ihn anstrahlten, konnte er das Publikum kaum erkennen. Der Schlagzeuger zählte ein. Er schlug den ersten Akkord und spürte jede einzelne Frequenz seiner Bandkollegen um ihn herum. Er fühlte, wie die Musik ihn trug, er begann zu summen, zu singen, zu schreiben. Er spürte die Energie, die Gefühle, den Mut in sich, und er wusste, dass er es schaffen kann. Die Textstelle kam näher, nur noch zwei Zeilen und dann, dann sah er sie. Er sah sie, und blickte schnell zurück auf seine Finger am Griffbrett und verfehlte den Ton und fing an zu schwitzen, und vergaß den Text. Ein Holpern, ein Rumpeln, nicht schlimmes, nur der Klang eines zerplatzenden Traumes. Er schluckte, er fasste sich, er nahm einen Schluck Bier. Jetzt war es vorbei. Merkwürdig erleichtert, und wieder im Einklang mit der Musik, im Flow, spielten sie das Set zuende. Danach nahmen ihn seine Kollegen in den Arm, und er spürte in seinem Bauch erneut die nagende Versuchung einer neuen Chance. Er könnte zu ihr gehen, eigentlich musste er das sogar, wenigstens Hallo sagen. Alles weitere könnte er ja immernoch entscheiden. Er nahm sich ein Bier mit, zum festhalten, und bahnte seinen Weg durch die Herumstehenden. "Hi" - sie deutete eine Umarmung an, das war schlimmer als alles andere, eine Umarmung die so tat, als sei sie eine, aber Körperkontakt größtmöglich vermied. "Hat's dir gefallen?" - "Ja, war ein bisschen zu laut, aber sonst super" sagte sie nickend. Sie hatte glasige Augen und rote Wangen. Stand ihr gut, hieß aber auch, dass sie wahrscheinlich betrunken war. Schlechter Zeitpunkt. "Ähm, vielleicht sieht man sich ja mal wieder...?" legte er vor. "Ja, bestimmt!" rief sie aus, winkte, und war in der Menge verschwunden.

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halcyonzocalo
Geschlecht:männlichEinsamer Trancer

Alter: 29
Beiträge: 1252
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist für mich definitiv einer der stärkeren Beiträge beim diesmaligen Wettbewerb. Der Plot ist zwar eigentlich denkbar unspektakulär, aber sprachlich ist das in meinen Augen sehr gut in Szene gesetzt. "Authentisch" - das ist wohl das Wort, welches mein subjektives Leseempfinden widerspiegelt, insbesondere auch, was die sprachliche Gestaltung angeht. Ich konnte die Geschichte sehr gut bildlich mitverfolgen und ich kann mich gut mit dem Protagonisten identifizieren. Besonders der Schluss gefällt mir. Eine Situation hundertfach im Kopf durchspielen und dann kommt alles anders und von allen Plänen und Vorstellungen, die man sich gemacht hat, bleibt nichts als ein flüchtiger, sich verebbender Moment. Das kommt mir nur allzu bekannt vor. Wink. Das Thema ist prinzipiell auch gut umgesetzt. In den Vorgaben stand allerdings etwas von einer Autofahrt, während hier von einem busähnlichen Fahrzeug die Rede ist, aber als so schwerwiegend empfinde ich das nicht (Überhaupt nicht, keine Sorge). Insgesamt also ein ziemlich gelungener Beitrag. Mal sehen, wie es sich am Ende ausgeht.

Edit: Letztendlich macht dein Text mein persönliches Treppchen komplett und erhält von mir dicke 8 Punkte. smile


_________________
Die minimaldeterministische Metaphernstruktur mit ihrer mytophoben Phrasierung spiegelt den ideeimmanent abwesenden Bedeutungsraum.
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Uwe Helmut Grave
Geschlecht:männlichOpa Schlumpf

Alter: 64
Beiträge: 1029
Wohnort: Wolfenbüttel


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 14:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Bandmitglied, das einen Fan anhimmelt statt umgekehrt ... originell und gut in Szene gesetzt. Kein Happyend, aber wer braucht das schon?
Nur eins habe ich schmerzlich vermisst: MEHR ABSÄTZE


_________________
U.H.G. - Freude am Lesen
"Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich!" - "Aber er hat ja gar nichts an!" (Hans Christian Andersen) - Die Welt ist anders(en) als sie es dir erzählen.
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Municat
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 51
Beiträge: 360
Wohnort: Zwischen München und Ingolstadt


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 15:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hey unbekannter Autor smile

Ein Konzert ... dem Setup nach rockig - genau meine Welt smile

Du hast definitiv Ahnung davon, was vor und hinter den Bühnen passiert, das merkt man Deinem Text an.  Allerdings ist die Geschichte nicht einfach zu lesen, was zum Großteil an den fehlenden Absätzen liegt. Die Szene im Stau wirkt ein bisschen konstruiert ... aber die musste wegen der Vorgabe sein, schon klar.

Zitat:
während ihr Frontmann ziellos im Raum stand.
hmm ... für mich hat ziellos immer etwas mit Bewegung zu tun. Ich veerstehe, was Du sagen willst ... aber ziellos herumstehen ist irgendwie komisch, finde ich.

EIn bisschen schade finde ich, dass wir nicht erfahren, ob er denn nun vorhatte, seiner Angebeteten wie geplant die Liebe entgegenzusingen, oder ob ihm noch eine Alternative eingefallen ist, die sich auch "never" reimt. Wir erfahren es nicht, weil er das, wozu er sich eigentlich entschlossen hat, einfach vergisst.

Seine Angebetete bleibt ziemlich blass. Wir erfahren nicht, ob sie sich, wenn er sich denn trauen würde, umgarnen lassen würde oder nicht. Klar, die angedeutete Umarmung ist ein Hinweis darauf, dass sie nicht besonders viel für ihn empfindet, aber die glasigen Augen und die roten Wangen könnte man auch dahingehend interpretieren, dass sie eine glühende Verehrerin von ihm ist (hey ... er ist immerhin der bandleader!) und nur zu schüchtern, um sich ihm direkt an den Hals zu werfen.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 38
Beiträge: 273
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 21:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
der große Auftritt

Vorgaben:
Thema »Der fehlende Vers«
Der letzte Vers in einem Lied, mit dem er seine Liebe gestehen würde.
Jemand steht an einer Kreuzung und kann sich nicht auf den Beinen halten / während einer Autofahrt kann einer der Insassen nicht sagen, ob der Wagen sich bewegt, oder nicht.
Er weiß nicht, ob sich das Fahrzeug überhaupt bewegt, oder nur im Schneckentempo vorwärtskommt.
Jemand wartet auf ein Ereignis, dessen Eintreffen in zwei Stunden erwartet wird.
Es sind noch zwei Stunden bis zu dem Auftritt.

Der ganze Text ist ein ziemlicher Block, der das Lesen erschwert. Ein paar Fehler haben sich eingeschlichen, auch in der Kommasetzung (z.B. nach direkter Rede).

Ich bewundere die Masse an Text in den zwei Stunden, denke aber auch, weniger ist manchmal mehr. Durch das Herunterschreiben, wirkt der Text an mancher Stelle zähflüssig und einige Kürzungen täten ihm gut. Die Geschichte ist nachvollziehbar.
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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 46
Beiträge: 1642
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

Zitat:
und durch die halb geöffneten Lider konnte er kaum sagen, ob sie in dem Verkehrschaos, das man an einem Freitag abend hätte erwarten müssen, standen oder im Schneckentempo weiterkamen.
Das ist dein Umsetzen von einer Vorgabe? Bisschen sehr mager, oder?

Ansonsten sind die Vorgaben erfüllt. Der Text würde sich besser lesen, wenn es Absätze gäbe. Die Story selbst finde ich gut und glaubwürdig. Jemand will seine Liebe jemandem offenbaren, traut sich aber nicht. Sie kennen sich flüchtig, er ist verknallt und hat Angst vor Zurückweisung, deshalb sagt er es lieber nicht. Oder schafft es beim Auftritt nicht, wie er es sich vorgenommen hatte. Einziger kleiner Logikfehler: Kann man davon ausgehen, dass jemand bei einem lauten Rockkonzert auf den Text achtet? Und ihn auch versteht, wenn es nichtmal die Muttersprache ist? Ich bin mir da nicht sicher.

Ansonsten: Solide geschrieben und gut zu lesen (außer den fehlenden Absätzen) aber mangelnde Originalität. Wie oft ist die Geschichte des geplanten aber nicht getrauten Liebesgeständnisses schon durchlebt worden, hat nicht jeder in seiner Jugend schon sowas durchgemacht? Und wie oft wurde diese Geschichte schon erzählt? Hier zuletzt übrigens von Stimmgabel beim letzten Postkartenprosawettbewerb, auf eine sehr originelle Art. Deine Version fügt dem Thema leider nichts neues hinzu. Trotzdem gerne gelesen, mal sehen, ob ich vielleicht noch ein paar Punkte übrig habe am Ende.

Edit: Nach Lesen der anderen Texte fällt mein Urteil bezüglich der vagen Umsetzung einer Vorgabe viel gnädiger aus. 7 Punkte für dich.

LG,
Veith


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Warning: Cthulhu may occasionally scare people …
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Oktoberkatze
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 53
Beiträge: 324

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 13.09.2016 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

Die Zeit ist knapp, die Anspannung ist groß, ein kleiner Fehler, aber gut improvisiert und Mut gefasst. Prima Spannungsbogen in der kurzen Zeit Daumen hoch

_________________
Die meisten Denkmäler sind innen hohl
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Heidi
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Alter: 37
Beiträge: 1225
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 14.09.2016 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

Erst dachte ich ja: Die Geschichte bekommt schon allein wegen dem Setting Punkte. Beim genauen Durchlesen stolperte ich dann aber doch über zu viele stilistische Mängel, wie etwa ähnliche Satzanfänge, die für wenig Abwechslung sorgen, Wortwiederholungen, Füllwörter, mangelnde Spannung und ein Ende, wo ich mich frage, ob der Autor selbst wusste, wohin die Geschichte führen soll. Die Gefühle des Protagonisten werden zwar dargestellt, gehen aber aufgrund des unausgereiften Stils unter.

Bei dieser Geschichte habe ich das Gefühl, dass der Autor Zeit gebraucht hätte, um in mehreren Überarbeitungsgängen das Beste herauszuholen.
Leider keine Punkte.


_________________
unsichtbare gesichter in bewegung
sehen dasselbe vieraugen

dann eins
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Eredor
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Moderator
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Das silberne Stundenglas DSFx
Goldene Harfe Pokapro III & Lezepo I


Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 14.09.2016 10:54    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Inko,

mit dem Titel hast du es dir ziemlich verkackt. Laughing Das klingt wie die Geschichte eines Drittklässlers. Was schade ist, weil die Geschichte selbst mir recht gut gefällt.

Zitat:
Ein Holpern, ein Rumpeln, nicht schlimmes, nur der Klang eines zerplatzenden Traumes.


Damit hattest du mich. Nicht viele Punkte (auch wegen des Titels), aber Punkte.

LG Dennis


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"vielleicht ist der mensch das was man in den/ ersten sekunden in ihm sieht/ die umwege könnte man sich sparen/ auch bei sich selbst"
- Lütfiye Güzel
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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 14.09.2016 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ein junger Sänger will bei einem Auftritt seinem Schwarm seine Liebe gestehen und schafft es nicht. Und es ist gut so.

Was mir gefällt:
Hinter ein paar oberflächlichen Fehlerchen und mMn Patzerchen, die bei ausreichender Zeit durch eine gute Textarbeit schnell behoben wären findet sich eine wunderbare kleine Geschichte über großes im Kleinen, über Erwartung und Scheitern, und dass auch das in Ordnung ist.

Was mir nicht gefällt:
Mehr Abschnitte, bitte, oder überhaupt welche.
Und Namen. Oder wenigstens unterscheidbare Eigenschaften (wie beim Clubbesitzer). Da ist - auch wegen der Erzählperspektive - eine ganz schöne Er-Wüste.
Die Gewissheit in: "Und er wusste einfach, dass er es nicht schaffen würde…".
Wenn da z.B. stünde "Er wusste nicht, ob er es schaffen würde…" (oder der Satz nicht da wäre) wäre da in meinen Augen weniger Vorentscheidung getroffen.

Aber hey, für zwei Stunden Zeit - nicht schlecht.


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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poetnick
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BeitragVerfasst am: 14.09.2016 15:52    Titel: Antworten mit Zitat

Stark im beschleunigten Zeitfluss eingewobene Geschichte. Gefällt mir auch in der kenntnisreichen Beschreibung des Musikgenres.
Setze hier 7 Punkte in die Wertung.

LG - Poetnick


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Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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hobbes
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Beiträge: 3106

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 15.09.2016 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist leider ein gutes Beispiel für einen "tell, don't show"-Text und seine schlimmsten Auswirkungen, die da wären: es kommt nichts bei mir an. Höchstens ein bisschen Mitleid mit dem Prota, allerdings nicht wegen seiner Leiden, sondern mehr so "du armseliger Wicht."
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Tjana
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Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 15.09.2016 20:11    Titel: Antworten mit Zitat

Fein. Gefällt mir. Der fehlende Vers auf einen Song bezogen, statt auf ein Gedicht.
Die zwei Stunden auch prima in den Spannungsbogen eingeflochten.
Auch das Ende gefällt mir, die Doppeldeutigkeit mit dem Titel. Gibt Punkte


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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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Kopfkino
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BeitragVerfasst am: 17.09.2016 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Nicht sehr konsequent, dieser Mensch. Mir war lange nicht klar, was der Prota der Person im Publikum sagen will. Und das, weil er den Reim auf "Never" sucht. Am Ende strebt er eher nach ever. Die Stimmung kann ich jedenfalls gut aufnehmen.

_________________
Lächeln!
____
...
Stop complainig said the farmer
who told you a calf to be?
...
But whoever treasures freedom
like a swallow has learned to fly.
...
(Donna Donna, Zeitlin und Secunda, Übers. Joan Baez)
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Ithanea
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 28
Beiträge: 1271

Ei 3


BeitragVerfasst am: 18.09.2016 11:44    Titel: Antworten mit Zitat

Cool. Bringt so viel jugendliche Verlorenheit und Unsicherheit mit, über die ich selbst gern schreibe in meinen Texten. Verdammte Friendzones.
Sprachlich ist es okay, wenn auch nicht sauber mit fehlenden Konjunktiven an Stellen, wo sie hingehörten. Ich mag Stellen wie diese
Zitat:
spürte jede einzelne Frequenz seiner Bandkollegen

Zitat:
Ein Holpern, ein Rumpeln, nicht schlimmes, nur der Klang eines zerplatzenden Traumes.

Wenn der Text sich sprachlich insgesamt ein bisschen mehr getraut hätte, hätte vielleicht zu den Favoriten gehört.
Fehlende Absätze machen ihn schwer lesbar.


_________________
Verschrieben. Verzettelt.
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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 19.09.2016 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Eine verpasste Chance. Das Groupie als Objekt der Verehrung.
Der Ton des Textes ist noch etwas rauh, paar Tempusfehler, paar überflüssige Füllwörter, mittendrin der Protag, der nach der letzten Chance sucht, der Angebeteten eine musikalische Botschaft zu übermitteln. Es geht schief, natürlich, das ist erwartbar in dieser Art Geschichten.
Irgendwie bleibe ich draußen, ein bisschen wie beim Fernsehen ohne Ton. Ich sehe die Schneeflocken, die Typen im Kleinbus, aber ich bleibe draußen und das Leiden der Hauptfigur erreicht mich nicht. Sind Konflikt und Lösung zu vorhersehbar? Nee, eher ist es die ungewollt distanzierende Schreibweise (Er spürte", "er wusste") - mir wird vom Erzähler ein Gefühl untergeschoben, das der Text (noch) nicht allein trägt. Dagegen kann der lapidare Schluss die subjektive Dramatik viel besser transportieren.  
Fazit: Näher dran, mehr drauf, weniger behaupten. Dann bin ich dabei.
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 19.09.2016 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Aus Zeitmangel beschränke ich mich auf das Nötigste und schreibe einen mehr oder weniger neutralen Kommentar, um bewerten zu können.
Hier hab ich mich gefragt, ob man nicht trotz Zeitmangel auf Zeiten achten und Absätze einfügen kann. Gefallen hats mir auch nicht.
0 Punkte


LG,
Seraiya


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Einen Dummkopf erkennt man daran, dass er alles abtut, was er anhand eigener Erfahrungen nicht erklären kann.
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 976



BeitragVerfasst am: 19.09.2016 21:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo unbekannter Dichter. Erst einmal – Respekt, Respekt. Einen brauchbaren Text in zwei Stunden aus dem Nichts zu fertigen ist in meinen Augen eine tolle Leistung.
Bei der Punktevergabe war ich stark zerrissen zwischen meinen Vorlieben und dem Versuch, die Aufgabenstellung korrekt zu beachten. Das wirst du kennen.

Jetzt zum Inhalt:  
Der Text hat etliche Fehler und ist mir ein wenig zu viel Text um den Kern der Aussage, was aber der begrenzten Zeit geschuldet ist und deshalb nicht in meine Bewertung einfließt. Mit mehr Zeit würdest du vermutlich den Text entschlacken. Er ist flüssig mitnehmend geschrieben.

Ja, es gibt viel Text um den Kern der Aussage = ein Verliebter möchte seiner Flamme DAS Wesentliche sagen, sie damit einfangen, findet oder trifft aber den schlagkräftigen VERS nicht. Damit ist dieser Teil der Vorgabe erfüllt.
Vor lauter Aufregung und Angst ist ihm schlecht, er kann sich kaum auf den Beinen halten, zumindest kann er seine Haltung nicht bewahren. Er muss noch zwei Stunden auf den entscheidenden Moment warten. Auch erfüllt.
Die Kreuzung: sie bleibt mir schwammig. Er will es ihr heute sagen. Aber steht er denn an einer Kreuzung, einem Scheideweg? Hat er nun keine Gelegenheit mehr, sich ihr zu nähern? Warum kommt es auf diesen Moment an? Warum ist dieser Moment eine Kreuzung?
Nun, sie spielt sich wohl doch in ihm ab, letztlich ist er zerrissen und weiß selbst nicht so recht, wo er hin will, ob rechts, links oder geradeaus. Also auch das erfüllt. Wenn auch ein wenig wackelig.
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Amaryllis
Geschlecht:weiblichForenschmetterling

Alter: 33
Beiträge: 2000

Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 21.09.2016 15:09    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Inko,

dein Text konnte mich leider nicht überzeugen. Du hast die Themenvorgaben zwar umgesetzt, aber ich finde, man merkt deinem Text an, dass er in sehr kurzer Zeit geschrieben wurde. Die Zeitenfolge stimmt meiner Meinung nach nicht immer, du hast Tipper drinnen. Absätze hätten dem Text auch gut getan. Deinen Protagonisten empfinde ich als ein bisschen lasch und nachdem ich aber nicht weiß, was vorher schon zwischen den beiden passiert ist, kann ich das alles nicht so gut nachvollziehen.

Daher ist der Text für mich wahrscheinlich nicht in den Punkterängen (ich vergebe die Punkte erst, wenn ich alle Texte kommentiert habe.)

LG, Ama


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Mein Leben ist ein Scherbenhaufen...
Aber ich bin der Fakir.
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Flush
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

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Beiträge: 80



BeitragVerfasst am: 23.09.2016 13:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Teilnehmer,
die Geschichte ist nicht schlecht, das Ende ist offen...
Oder auch nicht.
Wie aus dem Leben gegriffen...
Die Wettbewerbsbedingungen sind auch erfüllt.
Grüße
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Pudelzucker
Schreiberassi

Alter: 31
Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 24.09.2016 21:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Bewerter,

ein großes Dankeschön für eure ehrliche Meinung, die vielen konstruktiven Hinweise und auch das Lob an der ein oder anderen Stelle. Ich freue mich da wirklich sehr drüber und nehme viel daraus mit!

Bitte entschuldigt die erschwerten Bedingungen, ich gehe jetzt meine Enter-Taste leuchtend rot anmalen...

Viele Grüße
Anja
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