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Geburtstag unter Strom

 
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nebenfluss
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 3542
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 11.09.2016 18:00    Titel: Geburtstag unter Strom eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Geburtstag unter Strom

Langsam wurde Claudia die Binde wirklich lästig. Es war eine Sache, am frühen Samstagvormittag von der besten Freundin und ihrem Mann mit verbundenen Augen im Auto entführt zu werden, aber eine ganz andere, stundenlang ohne nennenswerte Aussicht über die Autobahn zu gurken, während die Mitfahrer jeden noch so geschickten Versuch, das Zeil der Reise zu erfahren, vereitelten. Selbst während der Pause an der Raststätte hatte sie sich wie eine Blinde zum Picknicktisch führen und beim Essen und Trinken helfen lassen müssen.
Nun war auch noch die Stimmung im Eimer, weil sie trotz Markus' Stau-App in eine unerwartete Baustelle geraten waren. Radio hören kam natürlich nicht in Frage, denn dann hätte sie sich an der Senderauswahl ja ein grobes Bild von der Richtung machen können, in die sie fuhren. Inzwischen war der Verkehr komplett zum Erliegen gekommen oder stand kurz davor. Das Geräusch heftigen Regens übertönte jedes Motorengeräusch.
„Fahren wir überhaupt noch?“
„Ganz langsam. Ab und zu lasse ich die Bremse ein wenig los.“
„Äh … ach so“, fiel Claudia das Automatik-Getriebe des BMWs wieder ein, von dem Petra so begeistert war.
Es musste jetzt früher Abend sein, vielleicht war die Sonne sogar schon untergegangen. Vor einiger Zeit – einer Stunde, zwei? - hatte Claudia vor den diffusen graue Flecken von Windschutzscheibe und Beifahrerfenster noch eine schemenhafte Bewegung erkennen können, wenn sie sich die Hand direkt vor das Gesicht hielt und die Finger spreizte, doch nun ließ der dunkle, mehrfach gefaltete Stoff endgültig kein Licht mehr hindurch.
„Wie spät ist es?“
„Zu spät“, versetzte Markus von der Rückbank, „wenn es hier nicht bald vorwärts geht.“
„Ich meine es ernst. Ich habe mir meinen Geburtstag eigentlich nicht so vorgestellt, dass ich ihn fast komplett im Dunkeln verbringe.“
„Warte … drei, zwei, eins … in genau zwei Stunden wirst du den Fetzen los.“
„Waaas? Zwei Stunden noch. Leute, das könnt ihr nicht machen ...“
Ein deutlicher Ruck ging durch das Fahrzeug und ihren Körper.
„Oh, die Baustelle ist zu Ende“, freute sich Markus.
„Endlich.“
Claudia wurde gegen die Aufhängung des Sicherheitsgurtes gepresst, als ihre Freundin beschleunigte auf die linke Spur wechselte, um verlorene Zeit gutzumachen.
„Pass auf, bei dem Regen!“, mahnte Markus.

„Tata!“
Als Claudia zwei Stunden später wieder sehen durfte, starrte sie auf eine graffiti-besprühte Rigips-Platte, die ihr seltsam vertraut vorkam. Doch erst beim Blick nach rechts, zum ebenfalls äußerst heimgewerkt wirkenden Verschlag für den Typen, der den Eintritt kassierte, ging ihr ein Licht auf. Verdammt, das hier war der Popkarton in Magdeburg, der Dreh- und Angelpunkt ihrer Jugend! Und der Typ, war das Ralfie? Mit Halbglatze statt schulterlangen Haaren?
„Komm, Claudi, wir stellen uns an“, drängte Petra, „heute ist der letzte Abend. Die reißen den Schuppen ab. Und rate mal, wer zur Abrissparty spielt.“
„Das ist jetzt nicht wahr.“ Claudia kam nicht hinterher, „Wie hießen die noch, unsere local heroes? Die … Abräumer?“
„Bingo.“

Fast zwanzig Jahre war Claudia nicht mehr in dem alternativen Kulturzentrum gewesen, doch die Zeit schien hier stehengeblieben zu sein. Die Vermeidung jeder Modernisierung hatte den Popkarton dermaßen zu Grunde gerichtet, dass die Bausubstanz nicht mehr zu retten war. Claudia störte das nicht im Geringsten. Sie würde tatsächlich de Abräumer noch einmal sehen! Bis sie die Bühne betreten sollten, war noch eine halbe Stunde Zeit, derweil sie mit Petra noch einmal alle Songtexte durchträälerte. Es war erstaunlich, wie viel einem nach zwei Jahrzehnten noch einfiel. Doch ausgerechnet bei der Hymne der Band fehlte ihnen ein Vers.
„Was reimt sich denn auf Mensch?“
„Bensch, Censch, Densch ...“, versuchte Markus erfolglos.
„Tja, da müssen wir beim Konzert gleich nochmal besonders gut zuhören! Letzte Chance!“ Petra war schon richtig im Party-Modus.
Doch dazu kam es nicht. Denn schon wenige Minuten, nachdem die mittlerweile bierbäuchigen Abräumer in Originalbesetzung die Bühne betraten, löste sich die Decke über der Bühne in Wohlgefallen auf und ließ einen Wassserfall auf den Gitarristen und seinen vintage Verstärker hinabpladdern, die einen Kurzschluss mit anschließendem Feueralarm auslöste.

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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 45
Beiträge: 1440
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 00:03    Titel: Antworten mit Zitat

Netter Text, Vorgaben gut umgesetzt. Ich kann nur leider keinen roten Faden oder richtigen Plot darin entdecken.

Edit: Leider nicht in meine Top Ten geschafft, und daher keine Punkte. Sorry.

LG,
Veith


_________________
»Sticks & stones may break your bones – but words … they will define you!«
(Phil Orani)
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halcyonzocalo
Geschlecht:männlichEinsamer Trancer

Alter: 28
Beiträge: 1252
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 13:01    Titel: Antworten mit Zitat

Diese kleine Geschichte leidet für mich vor allem an der relativen Belanglosigkeit des Plots. Sicherlich ist das Ganze recht solide geschrieben, aber inhatlich ist es für meinen Geschmack doch etwas dünn. Außerdem ist meiner Meinung nach das Thema etwas unzureichend umgesetzt. "Der fehlende Vers" taucht erst am Ende der Geschichte auf und hat auch keine große Bedeutung für die Geschichte. Die zwei Stunden wirken auch etwas alibimäßig eingebaut. Das Ende brachte mich ein wenig zum Schmunzeln, das hat mir gefallen. Insgesamt ist das jedoch ein Text, der bei mir leider nicht hängenbleibt, dafür fehlt ihm irgendwie die Seele.

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Die minimaldeterministische Metaphernstruktur mit ihrer mytophoben Phrasierung spiegelt den ideeimmanent abwesenden Bedeutungsraum.
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Uwe Helmut Grave
Geschlecht:männlichOpa Schlumpf

Alter: 63
Beiträge: 1029
Wohnort: Wolfenbüttel


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiß nicht, was ich gemeiner finde: die Bierbäuche, den Wasserschwall oder die Tatsache, dass man jemandem mehr als zwei Stunden lang die Augen verbindet. Leicht verständliche Sprache, auf "Verkünstelung" wurde gänzlich verzichtet.

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U.H.G. - Freude am Lesen
"Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich!" - "Aber er hat ja gar nichts an!" (Hans Christian Andersen) - Die Welt ist anders(en) als sie es dir erzählen.
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Municat
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 51
Beiträge: 288
Wohnort: Zwischen München und Ingolstadt


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hey unbekannter Autor smile

Das nenne ich mal ein aufwändiges Geburtstagsgeschenk! Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass mich irgendjemand mehrere Stunden lang davon abhalten könnte, mir die Augenbinde vom Kopf zu reißen smile

Die Geschichte ist flüssig geschrieben und lässt sich wirklich gut lesen.

Der geforderte Autobahn-Part ist hier sehr ausführlich beschrieben, aber auch mit genug Leben gefüllt, um nicht konstruiert zu wirken. Allerdings frage ich mich, wie jemand so sicher sein kann, in genau 2 Stunden anzukommen, wenn er noch nicht mal genau weiß, wie lang der Stau noch ist. Ich denke mal, da kommen auch die besten Apps an ihre Grenzen.

Die Abriss-Party im Jugendtreff ist natürlich ein gutes Argument - alte Freunde wieder treffen auch. An dieser Stelle ist die Geschichte sehr lebendig.

Genau dieses Leben fehlt mir dann ein bisschen am Schluss. Der Decken-Einsturz in der vollbesetzen Halle ist sehr distanziert beschrieben ... fast wie ein Zeitungsbericht. Wenn hinter dieser Distanz eine Absicht steckt, hast Du das Ziel erreicht, wenn nicht, finde ich den emotionslosen Schluss schade.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1152
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 13.09.2016 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Deine Protagonistin wird also von ihrem Mann und ihrer besten Freundin an ihrem Geburtstag "entführt" - im wahrsten Sinne des Wortes. Am Zielort - Abrissparty wird ihr die Augenbinde abgenommen und dann gibt´s einen Kurzschluss mit Feueralarm.

Tja, du hast alle Vorgaben erfüllt, aber warm werde ich mit dieser Geschichte nicht, was bestimmt auch am Genre liegt (erinnert an überdrehte, betont lustige Frauenromane), aber auch am Spannungsbogen (die einzige (sehr leichte) Spannung besteht in der Frage, was passiert, wenn Claudia am Zielort ankommt) und am Schluss, der so gesehen gestrichen werden könnte, weil es für die Handlung völlig belanglos ist, ob es zu einem Feuerwehreinsatz kommt oder nicht.

Keine Punkte.


_________________
Meer
ein Rauschen unter den Füßen
bewegen sich Blätter fliegen

zerstäuben im Wind
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Oktoberkatze
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 53
Beiträge: 324

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 13.09.2016 15:38    Titel: Antworten mit Zitat

Schöne Idee, reißt mich jetzt aber nicht unbedingt vom Hocker. Mit etwas mehr Zeit bestimmt noch ausbaufähig.

_________________
Die meisten Denkmäler sind innen hohl
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hobbes
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 2981

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 15.09.2016 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Tja. Das ist so eine Geschichte, zu der man "ganz nett" schreiben könnte. Oder eben auch: "Hm. Ein bisschen lahm?"
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Tjana
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 58
Beiträge: 1863
Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 15.09.2016 20:22    Titel: Antworten mit Zitat

Eigentlich eine amüsante Geschichte. Leider verdirbt die abrupte End-Wende sie etwas. War die Zeit zu knapp?

_________________
Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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holg
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1406
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 16.09.2016 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

Claudia wird zu ihrem Geburtstag quer durch die Republik an die Wirkungsstätte ihrer Jugend verbracht. Es endet mit einem Wassersturz.

Was mir gefällt:
Sätze wie "Die Vermeidung jeder Modernisierung hatte den Popkarton dermaßen zu Grunde gerichtet, dass die Bausubstanz nicht mehr zu retten war."
Die Grundidee der Geschichte, ein paar Nebeneinfälle, wie die Vorgaben eingebaut wurden.

Was mir nicht gefällt:
Es zieht sich. Am Anfang. Im Mittelteil.
Das eigentliche Thema ist wie eine der Vorgaben nebenbei in die Geschichte geflickt.

Fazit:
unschlüssig.


_________________
Froh zu sein bedarf es wenig.
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Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 37
Beiträge: 275
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 16.09.2016 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

Vorgaben:
Thema »Der fehlende Vers«
Der fehlende Vers in der Hymne.
Jemand steht an einer Kreuzung und kann sich nicht auf den Beinen halten / während einer Autofahrt kann einer der Insassen nicht sagen, ob der Wagen sich bewegt, oder nicht.
Während der Autofahrt kann sie nicht ausmachen, ob sie fahren oder stehen.
Jemand wartet auf ein Ereignis, dessen Eintreffen in zwei Stunden erwartet wird.
In zwei Stunden wird ihr die Augenbinde abgenommen.


Ein paar Fehler sind drin. Ein Text, dem man seine Rohheit anmerkt.
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Kopfkino
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 35
Beiträge: 268
Wohnort: zwischen Fluss und Wald


BeitragVerfasst am: 17.09.2016 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

So ein bisschen Murphys law. Alles geht schief, aber nicht auf eine schreckliche Weise. Hmm.

_________________
Lächeln!
____
...
Stop complainig said the farmer
who told you a calf to be?
...
But whoever treasures freedom
like a swallow has learned to fly.
...
(Donna Donna, Zeitlin und Secunda, Übers. Joan Baez)
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poetnick
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 56
Beiträge: 402
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 17.09.2016 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ohne Kommentar, um Wertung abgeben zu können.

_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Ithanea
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 28
Beiträge: 1269

Ei 3


BeitragVerfasst am: 18.09.2016 12:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo.
Alles okay mit diesem Text, Vorgaben finde ich ohne zu suchen, routiniert geschrieben, nette Geschichte mit dem Auferstehen der Jugend im Club von Damals. Bei mir will leider der Funke nicht so richtig überspringen, habe einfach keine Connection zum Thema, sorry.  
Ganz schon grausam von dir, dass der letzte Auftritt jetzt ins Wasser fallen muss, btw Twisted Evil


_________________
Verschrieben. Verzettelt.
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Pudelzucker
Schreiberassi

Alter: 30
Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 18.09.2016 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

Mir fehlt hier ein bisschen der Clou - nach dem langen Spannungsaufbau hätte meiner Meinung nach noch eine interessantere Auflösung der Geburtstagsüberraschung kommen können. Auch das dann doch recht drastische Ende des Abends in Form des Zusammensturzes kommt aus meiner Sicht erzählerisch deutlich zu kurz - da wäre noch mehr drin gewesen, denke ich.
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Michel
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1564
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 19.09.2016 11:05    Titel: Antworten mit Zitat

Geburtstagsüberraschung: Stundenlang blind im Auto. Zur Jugend-Lieblingsband ins jetzt schon ziemlich abgerissene Kulturzentrum. Das sich dann auch noch selbst abreißt.
Die Binde in Zeile eins hat mich fehlgeleitet, ich stellte mich schon auf eine Geschichte über Monatsblutungen ein. Der Stau und die Fahrt waren mir zu lang, die Auflösung fühlte sich nach der per Binde geschürten Neugier relativ banal an. Die Handlung steuert für mich nicht auf einen Punkt zu, sondern steht ein wenig im Stau. Der anschließende Hallendeckeneinbruch wird hastig hingeschrieben (2 Stunden sind knapp, ich weiß) und etwas bezugslos.
Läuft noch unrund. Sorry, leider nicht so meins.
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 19.09.2016 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Wegen Zeitmangel beschränke ich mich auf das Nötigste bzw. einen neutralen Kommentar, um bewerten zu können.
0 Punkte


LG,
Seraiya


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Einen Dummkopf erkennt man daran, dass er alles abtut, was er anhand eigener Erfahrungen nicht erklären kann.
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 972



BeitragVerfasst am: 19.09.2016 21:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo unbekannter Dichter. Erst einmal – Respekt, Respekt. Einen brauchbaren Text in zwei Stunden aus dem Nichts zu fertigen ist in meinen Augen eine tolle Leistung.
Bei der Punktevergabe war ich stark zerrissen zwischen meinen Vorlieben und dem Versuch, die Aufgabenstellung korrekt zu beachten. Das wirst du kennen.

Jetzt zum Inhalt:
Du hast es geschafft, eine ganze Weile lang Spannung in mir zu erzeugen und mich im Unklaren zu lassen, ob Prota einem guten oder einem bösen Geheimnis entgegenfährt. Das spricht für deinen mitnehmenden Schreibstil. Es kommt eine erleichternde, nette und auch putzige Auflösung, weit weniger spannend, aber keineswegs enttäuschend. Die große Überraschung fällt ins Wasser.
Stellenweise empfand ich die Situation in ihrer Ausmalung etwas grotesk. Mit etwas mehr Bearbeitungszeit hättest du die Story sicher entschlackt.
Mit der Logik hapert es auch stellenweise, aber - flinke Feder halt.
Jetzt zu den Vorgaben.
Die Kreuzung, ich  kann sie nicht finden. Auch bricht Prota nicht zusammen, ihr ist heiß und es wird ihr zu viel. Das WARTEN gelingt.
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Amaryllis
Geschlecht:weiblichForenschmetterling

Alter: 33
Beiträge: 2001

Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 21.09.2016 15:18    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Inko,

für mich hast du die Themenvorgabe nicht so gut umgesetzt wie andere Texte in diesem Wettbewerb. Gerade das Motiv "ich weiß nicht, ob das Auto fährt oder nicht" kommt für mich nicht deutlich raus, ich finde aber auch keine Stelle, wo sie sich nicht auf den Beinen halten kann. Gerade, wenn die Augen verbunden sind, nimmt man doch die Bewegungen viel mehr wahr, als wie wenn man das nur anhand des aus dem Fenster sehens überlegen muss (ich denke da an das Phänomen mit den Zügen). Und ich nehme an, die Zeitangabe bezog sich auf den Konzertbeginn - die Fahrtzeit wird man so ja eher schwer abschätzen können.

Zwei Fehler sind mir auch noch aufgefallen, das Geträllere und der Verstärker, der dann irgendwie weiblich wird.

Das wär jetzt aber alles nicht so dramatisch, aber leider konnte mich die Geschichte auch nicht mitreisen. Ich war auch einfach genervt von der langen Fahrt und gar nicht neugierig darauf, wo es jetzt hingehen soll. Tut mir echt leid.

LG, Ama


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Eredor
Geschlecht:männlichDichter und dichter

Moderator
Alter: 26
Beiträge: 4569
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 22.09.2016 11:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallohallo,

von mir leider keine Punkte. Die Geschichte hat für mich keinen nennenswerten Bogen, auch wenn sie stabil geschrieben ist. Das Ende klingt so, als hättest du am Ende der Zeit noch schnell einen Schluss gesucht. Halb so wild, nächstes Mal!

LG Dennis


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"vielleicht ist der mensch das was man in den/ ersten sekunden in ihm sieht/ die umwege könnte man sich sparen/ auch bei sich selbst"
- Lütfiye Güzel
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Flush
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 44
Beiträge: 80



BeitragVerfasst am: 23.09.2016 11:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Teilnehmer,
die Idee ist witzig, die Umsetzung der Wettbewerbsbedingungen ist gelungen.
Die Geschichte ist gut geschrieben und das Ende spektakulär -
fast zu schade wegen der langen Anfahrt...
Grüße
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fabian
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 85



BeitragVerfasst am: 23.09.2016 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

1 Punkt, weil:
Eine Heldenreise ohne Helden, ohne Widerstände, ohne Konflikte, ohne Entwicklung,
Eher ein „Bericht“ als eine Erzählung.
Die Vorgaben sind formal erfüllt, spielen aber für die Handlung und die Figuren eigentlich keine Rolle.
Der fehlende Vers ist nichts weiter als das: ein fehlender Vers, eine Erinnerungslücke.
Das sich hier nichts mehr (im Sinne von Dramatik) entwickeln kann, sieht die Autorin wohl selber und lässt das Ganze folgerichtig mit einem kleinen Weltuntergang zu Ende gehen.
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