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Mondscheinfahrt

 
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halcyonzocalo
Geschlecht:männlichEinsamer Trancer

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BeitragVerfasst am: 11.09.2016 18:00    Titel: Mondscheinfahrt eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mondscheinfahrt



22:00

"[...] Und als der Mond die Nacht erhellt, dann der Wolf bellt. Nein! Und als der Mond die Nacht erhellt, fliegt der Uhu über das Fff....uck! Das kann doch nicht so schwer sein, verdammte Kacke!"
X trat mit seinem Fuß gegen den Fahrersitz.
"Beruhige dich, du hast noch zwei Stunden Zeit", entgegnete ihm Y und steckte sich eine Zigarette an. "Außerdem ist Camillo ohnehin meist zu spät."
"Wenn dieser dreckige Hund auch nur eine Sekunde über dem Limit aufkreuzt, dann gnade ihm Gott!", bellte es trocken zurück.
"Na, seht mal, wer da offenbar zu sich kommt", spottete der Fahrer und fand sichtlich Gefallen am Anblick des übertrieben geschminkten und in einen Müllsack eingewickelten Z, welcher zwischen Rückbank und Fußraum lag.
"Na? Auch mal wieder wach?" Der neckische Unterton von X war nicht zu überhören.
"Wie? Was? Wo bin ich?", stöhnte Z.
"Also, wenn du nach rechts schaust, dann siehst du ein Autofenster. Wie du sicherlich weißt, besitzen Fenster die Eigenschaft, durchsichtig zu sein, sprich: Du kannst durch das Fenster hindurchschauen und einen Blick auf die wunderbare Natur werfen, die draußen an uns vorbeihuscht." X legte den Arm um Z's Schulter. "Ach, ich Dummerchen. Du kannst ja gar nichts sehen, ich habe dor ka ein Tuch um die Augen gebunden. Schließlich ist es doch so viel spannender und aufregender, findest du nicht?"
"Fahren wir? Ich kann gar keinen Motor hören", keuchte Z.
"Natürlich fahren wir. Das ist ein Hybrid, du kleiner Bastard!", fuhr X ihn an und es gellte ein lauter Schlag durch das Auto. Sich vor Schmerz krümmend fasste Z sich an die linke Wange.
"Hey Boss, sei lieb zu ihm." Y schnippte die Kippe aus dem kurz geöffneten Fenster, drehte sich um und zwinkerte X zu.
"Na, wer so dumme Fragen stellt, der bekommt eine aufs Maul." Wieder knallte es. Diesmal die andere Seite. "Jetzt ist alles wieder im Gleichgewicht", stellte X nüchtern fest.
"Was willst du von mir? Was ist im Gleichgewicht?", winselte es auf der Rückbank.
"Willst du noch ein paar fangen? Weißt du, wie sich das anfühlt, wenn man deine scheiß Fresse nur mit der linken Faust poliert? Nein, natürlich nicht, weil du ein verlogener Hund bist. Aber ich sag es dir: Scheiße fühlt es sich an. Und unvollständig. Außerdem ist die Zwei eine gerade Zahl und daher ist es viel harmonischer, dir zwei Stück zu pfeffern. Und jetzt rück' endlich mit der Sprache raus: Wo hast du den Stein hin?"
"Ich... ich weiß nicht. Er war nicht da."
Flatsch! Flatsch!
"Aaaau! Aufhören!"
"Wo ist der Stein?"
"Ehrlich. Er war nicht da!"
Flatsch! Flatsch!
Hämisch beobachtete der Fahrer die Szene und leckte sich die Lippen, als er das Blut an Z's Wange herunterlaufen sah.
Plötzlich fasste Y Z an die Gurgel. "Ok, Freundchen, jetzt hör mir mal zu. Du weißt, dass man unseren Boss lieber nicht verärgert. Wegen dir ist alles beinahe in die Hose gegangen. Und Camillo will vor allem den Stein. Hörst du? Den Stein, verdammt nochmal! Also rück endlich mit der Sprache raus, wo du dieses scheiß Ding hingetan hast."
"Und als der Mond die Nacht erhellt, deine Fresse an meiner Faust zerschellt", summte X genüsslich vor sich hin, blickte demonstrativ nach draußen und hielt seine geballte Hand unter Z's Nase.  "Ich frage dich jetzt also noch einmal in aller Ruhe: Wir sind also gemeinsam in die Villa gestürmt, haben uns genüsslich die Wänste vollgeschlagen mit all diesen schlaraffenlandgleichen Leckereien, die wir dort gefunden haben und haben uns dann daran gemacht, Platz für neue Stücke in der Schmucksammlung der reizenden Frau Baronin zu schaffen. Der Kollege vorne rechts hat noch gesehen, wie du seelenruhig in ihr Schlafzimmer geschlendert bist und obwohl wir ganz genau die ganzen Lichtschranken und Schaltpläne studiert haben, ist just in dem Moment der Alarm losgegangen, als du hinter der Schlafzimmertür verschwunden bist. Das ist ja schon irgendwie ein seltsamer Zufall, findest du nicht?" X streichelte Z sanft den Nacken und flüsterte ihm zu: "Du bist ganz schön gerissen, uns so zum Narren zu halten, weißt du das?"
"Aber ich..."
"Schweig, du Wurm! Du hast uns verraten und wolltest den Stein wohl für dich selbst, was? Und wenn der Mond die Nacht erhellt, dir der rote Stein zu gut gefällt, was?"
"Ich habe deine krankhafte Reimerei satt", entgegnete Z ihm mit ungewohnt fester Stimme.
"Ach, mein Guter. Du weißt, wie das Spiel läuft. Jeder Coup ist was Besonderes für mich und verdient es, lyrisch festgehalten zu werden. Und du weißt, dass jede unserer Aktionen so erregend und inspirierend ist wie ein Musenkuss. Aber irgendwas war dieses Mal, was diesen Kuss hat ausbleiben lassen. Was könnte das nur gewesen sein?" X zwinkerte. Z sah ihn fragend an, sichtlich um die passende Gestik ringend.
"Na gut, dann will ich mal nicht so sein und dir ein bisschen auf die Sprünge helfen. Ich mag es, wenn man einen Plan hat und diesen Plan dann gründlich, akribisch und Schritt für Schritt abarbeitet. Und wenn man so einen Plan dann ordentlich durchzieht, dann ist das pure Poesie. So ein Raubzug ist also wie ein Gedicht. Aber wenn aus irgendwelchen Gründen irgendetwas schiefgeht, dann bringt einen das irgendwie aus dem Konzept. Und ich mag es leider gar nicht, wenn man mich aus dem Konzept bringt und am Ende eines harten Tages wie heute kein fertiges Gedicht zustande kommt. Kannst du das verstehen?".
Der Fahrer lachte sich heimlich ins Fäustchen, wohl ahnend, was gleich geschehen wird.
"Du bist so krank und neurotisch und irre! Hörst du dich eigentlich manchmal selbst reden?", schluchzte Z.
"Ach was, ich bin doch nicht irre. Jeder hat doch so seine kleinen Macken, hm? Und soll ich dir noch was verraten? Ich stehe unheimlich darauf, mir beim Reden zuzuhören. Mal eine kurze Frage an euch zwei Täubchen da vorne: Wie lange haben wir noch?"
"103 Minuten und 34 Sekunden", entgegnete Y.
"Nun, das sollte genügen." X rieb sich die Hände. Dann blickte er wieder zu Z, dem der Schweiß auf der Stirn stand.
"Was hast du vor, Boss?", jammerte dieser voller Verzweiflung.
"Ach, mein Lieber. Du weißt doch genau, wo der Stein ist. Und du willst es mir nicht sagen. Dafür hast du meinen vollsten Respekt. Es braucht Mut, sich mir entgegenzustellen. Und dafür sollst du belohnt werden."
"Wie... wie meinst du das?"
"Also, es gibt doch da diese Geschichte von den Bienchen und Blümchen." X ließ die linke Hand in seine Hose gleiten. "Kennst du schon meinen kleinen Freund? Das heißt, so klein ist er gar nicht mehr, er ist vorhin irgendwie gewachsen, hihi."
"Was? Du kannst doch nicht..."
"Halt dein Maul, du dreckiger Bastard. Jetzt will ich dich für deinen Mut belohnen und du schlägst mein Angebot aus?"
"Nein, ich will das -"
Flatsch! Flatsch! X griff zur Hutablage und knebelte Z.  "Musik bitte", fügte er an.
"Ich nehme an, es soll was romantisches sein?", fragte Y neckisch.
"Du hast es erfasst."
Y griff zielstrebig nach einer CD im Handschuhfach. X zog sich die Hose herunter, packte Z an und hauchte ihm ins Ohr: "Ich will dich!" Z schloss tränenüberströmt seine Augen und keuchte: "Hmmmmmmmpf". Und die Stille der Nacht wurde unterbrochen von einem obskuren Klangteppich.

Love me tender,
Love me sweet,
Never let me go.
You have made my life complete,
And I love you so.

"Na, sieh mal einer an. Was haben wir denn da?". X's Augen begannen zu leuchten.
"Was ist denn, Boss?", tönte es von vorne im Chor.
"Ich frage mich die ganze Zeit, warum mein Pillemann so wenig Platz im Popöchen hat."
Lachend zog er den Stein aus Z's Hintern. "Du bist mir vielleicht einer", zwinkerte er ihm zu. "Jungs, sagt Camillo, wir haben alles. Und er soll pünktlich sein."
"Ist Recht, Boss."  
"Und du, mein Süßer, bekommst jetzt noch eine ordentliche Belohnung für deine Gerissenheit."

Love me tender,
Love me true,
...

23:55

Der Fahrer brachte den Wagen zum Stehen. Y und er stiegen aus und ließen X mit Z alleine.
"Das hast du ganz fein gemacht, mein Süßer." Er küsste Z's Hand und nahm ihm den Knebel aus dem Mund. "Aber du solltest dir für das nächste Mal trotzdem merken, dass man mit mir lieber keine Spiele spielt."
"Was hast du jetzt mit mir vor?"
"Psst. Sei leise. Hörst du das? Es gibt nichts inspirierenderes als das Rauschen des Meeres in einer klaren Vollmondnacht. Es ist wirklich zu schade, dass wir uns jetzt voneinander verabschieden müssen."
"W-was..?", stotterte es zurück.
"Ich will dir das Gefühl von Schwerelosigkeit geben. Dir zeigen, wie lyrisch unsere Welt ist. Vertraue mir, es wird ein unvergessliches Erlebnis."
X lächelte und Z sah ihn ungläubig an. Dann warf X einen Blick in den Rückspiegel.
"Da kommt Camillo. Pünktlich wie die Eisenbahn, so mag ich das."
"Ich..."
"Ruhig, mein Freund. Danke für den Stein und dieses unvergessliche Erlebnis. Küsschen links, Küsschen rechts, du weißt ja: Ansonsten ist das irgendwie nicht im Gleichgewicht."
"Bitte, lass mich gehen."
"Das ist doch nur halb so schön wie fliegen, meinst du nicht auch?", entgegnete X. "Mach's gut, mein Süßer".
Er steckte Z den Knebel wieder in den Mund, griff nach vorne und löste die Handbremse. Dann stieg er aus und sah mit den beiden Anderen dabei zu, wie sich der Wagen langsam in Bewegung setzte. Gebannt blickte X auf seine Armbanduhr.
"Vierzehn Sekunden vor Mitternacht."
In diesem Moment erreichte das Auto den Rand des Abhangs, an dem der Fahrer geparkt hatte und gebannt sahen die Drei zu, wie die roten Rücklichter in den Nachthimmel aufstiegen und schlossen genüsslich die Augen, als sie den Aufprall hörten, der im Einklang stand mit dem Zuschlagen von Camillos Autotür.
"Und als der Mond die Nacht erhellt,
der Wagen von der Klippe fällt."
Und ein glückseliges Lächeln überzog X's Gesicht.

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V.K.B.
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 09:08    Titel: Antworten mit Zitat

Doch recht brutal, aber hat auch was mit dem durchgeknallten vor sich hinreimenden Boss. Erinnert mich irgendwie an einen Tarantino Film, so von der Atmosphäre her. Punkte? Mal sehen, ich habe noch nicht viel gelesen.

Edit: 6 Punkte von mir.

LG,
Veith


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»Sticks & stones may break your bones – but words … they will define you!«
(Phil Orani)
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MoL
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Beiträge: 960
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

Irre. Dieser Text ist völlig Gaga, ebenso wie die Geschichte. Gefällt mir! Smile
Und ich habe auch schon einen Autor unter Verdacht
Kleine Punktabzüge gibt es für die Vergewaltigungsszene, die ich unrealistisch und unnötig fand (es hätte gereicht, Z gründlich zu durchsuchen; außerdem: wie soll man denn in einem Auto auf der Rückbank einen gefesselten Mann ...? Ist mir zu holperig) und für das Verhältnis zwischen X und Y zu Z als ihrem "eben noch Kollegen".

Die Sache mit dem Vers ist grandios umgesetzt; der irre, reimende Killer hat Kultpotential. Das Ende ist witzig und fies zugleich. Gefällt mir! Smile
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halcyonzocalo
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BeitragVerfasst am: 12.09.2016 13:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also zunächst einmal bin ich froh, dass es mein Text bis hierhin geschafft hat, denn es wird ja schon (halb) explizit ein "Tabuthema" angesprochen, sodass ich mich beim späteren Durchlesen gefragt habe, ob das überhaupt jugendfrei ist. Beim Schreiben habe ich da ehrlich gesagt überhaupt nicht drüber nachgedacht und ich denke auch nicht, dass der Text allzu anstößig ist. Mein Ziel war es eher, alles etwas bizarr und grotesk darzustellen. Ob mir das gelungen ist, weiß ich nicht. Aber ohne überheblich zu wirken, muss ich doch sagen, dass ich mir durchaus eine Mittelfeldplatzierung zutrauen würde. Das ist auch der erste Text seit dem letztjährigen FFF, den ich überhaupt geschrieben habe (Und dieser war der erste seit dem FFF ein Jahr zuvor) und dafür ist er nicht allzu schlecht, wie ich finde. Das Thema hat mir sehr gefallen, ich war sofort in der Geschichte drin und habe die filmische Inszenierung bildlich vor Augen gehabt, was mir sehr geholfen hat.  Außerdem sind die Vorgaben in meinen Augen weit deutlicher umgesetzt als in vielen anderen Texten. Persönlich bin ich also durchaus zufrieden. Naja, dass Z X einmal ansieht trotz Augenbinde ist wohl eher unrealistisch und dass er sich an die Wange fasst (Na, das könnte er immerhin noch mit der Schulter gemacht haben. Razz). Einige Wortwiederholungen sind auch noch drin, die man natürlich auch beim Korrekturlesen übersieht.  Aber genug der Selbstbeweihräucherung. Razz Bin sehr gespannt, was ihr hierzu zu sagen habt. Wink

Edit: Je öfter ich mir den Text durchlese, desto schlechter finde ich ihn. Laughing


_________________
Die minimaldeterministische Metaphernstruktur mit ihrer mytophoben Phrasierung spiegelt den ideeimmanent abwesenden Bedeutungsraum.
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Uwe Helmut Grave
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Alter: 63
Beiträge: 1029
Wohnort: Wolfenbüttel


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 15:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ehrlich gesagt: Diese Geschichte gefällt mir bisher am wenigsten, ist wohl eher was für Fans von skurrilen Thrillern. Andererseits finde ich den Gag mit dem Steinfund im A...llerwertesten gelungen, deshalb vergebe ich ein einziges Pünktchen.

_________________
U.H.G. - Freude am Lesen
"Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich!" - "Aber er hat ja gar nichts an!" (Hans Christian Andersen) - Die Welt ist anders(en) als sie es dir erzählen.
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Municat
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BeitragVerfasst am: 13.09.2016 12:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hey, unbekannter Autor smile

Der psychopathische Schurke hat keinen Namen, aber dafür den zwanghaften Drang, Timing, Dichtung und Schläge ins Gleichgewicht zu bringen. Er ist in seiner kompletten Brutalität ziemlich trashig dargestellt, was auch zum Aufbau der Geschichte passt. Eine Stelle fällt sprachlich ein bisschen aus der Rolle, kommt mir an der Stelle zu kindlich vor:
Zitat:
Das heißt, so klein ist er gar nicht mehr, er ist vorhin irgendwie gewachsen, hihi."


Ich frage mich, ob X vorher schon wusste, wo Z den Stein verteckt hat und deshalb genau diese Belohnung für ihn ausgesucht hat, oder ob die Art der Belohnung wie die Dichterei zu seinem After-Coup-Ritual gehört. Der Fahrer und Y scheinen jedenfalls nicht überrascht von seiner Aktion ... wenn doch, ist es nicht beschrieben.

Überhaupt bleiben Y und der Fahrer recht blass. Ich gehe aber mal davon aus, dass das Absicht ist, weil die beiden ja nur Statisten sind.

Gibt es eigentlich einen Grund, dass der Fahrer nicht über einen Buchstaben, sondern über seinen Job definiert wird?

Das Ende kommt nicht gerade unerwartet - einschließlich der letzten Vers-Zeile, die X so glücklich macht.


_________________
Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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Oktoberkatze
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 53
Beiträge: 324

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 13.09.2016 15:03    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr gelungen, hab mich köstlich amüsiert Daumen hoch

_________________
Die meisten Denkmäler sind innen hohl
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Heidi
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Alter: 37
Beiträge: 1152
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 14.09.2016 09:45    Titel: Re: Mondscheinfahrt Antworten mit Zitat

Ich fing an diesen Text zu lesen und dachte: Ja, das ist eine gute Geschichte smile extra Authentische Dialoge, super Schreibstil, unsympathische Figuren, denen man aber trotzdem gerne folgt (ich hatte sofort "Mafia" im Kopf), ein Verbrechen, das den Spannungsbogen hebt und ein nicht ganz ernst zu nehmender Ton, der in der Geschichte mitschwingt. Ich erwartete also eine Geschichte, mit viel Witz und einem originellen Ende.

Dann aber kam diese Stelle und vermieste mir das Lesevergnügen:

Guy Incognito hat Folgendes geschrieben:

"Also, es gibt doch da diese Geschichte von den Bienchen und Blümchen." X ließ die linke Hand in seine Hose gleiten. "Kennst du schon meinen kleinen Freund? Das heißt, so klein ist er gar nicht mehr, er ist vorhin irgendwie gewachsen, hihi."
"Was? Du kannst doch nicht..."
"Halt dein Maul, du dreckiger Bastard. Jetzt will ich dich für deinen Mut belohnen und du schlägst mein Angebot aus?"
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Flatsch! Flatsch! X griff zur Hutablage und knebelte Z.  "Musik bitte", fügte er an.
"Ich nehme an, es soll was romantisches sein?", fragte Y neckisch.
"Du hast es erfasst."
Y griff zielstrebig nach einer CD im Handschuhfach. X zog sich die Hose herunter, packte Z an und hauchte ihm ins Ohr: "Ich will dich!" Z schloss tränenüberströmt seine Augen und keuchte: "Hmmmmmmmpf". Und die Stille der Nacht wurde unterbrochen von einem obskuren Klangteppich.

Love me tender,
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"Na, sieh mal einer an. Was haben wir denn da?". X's Augen begannen zu leuchten.
"Was ist denn, Boss?", tönte es von vorne im Chor.
"Ich frage mich die ganze Zeit, warum mein Pillemann so wenig Platz im Popöchen hat."
Lachend zog er den Stein aus Z's Hintern. "Du bist mir vielleicht einer", zwinkerte er ihm zu. "Jungs, sagt Camillo, wir haben alles. Und er soll pünktlich sein."


Das ist für meine zarte Seele dann doch eine Nummer zu hart Shocked Unsympathische (Haupt-) Figuren bleiben (für mich) nur dann interessant, wenn wenigstens ein kleiner Teil in ihnen unverdorben ist. Bei einer Nebenfigur ist es okay, aber auch nur dann, wenn die Geschichte einen dramatischen Unterton hat, wie etwa beim Film 12 Years a Slave, wo ich die Figur Edwin Epps nur zu gerne hasste (das Buch hab ich (noch) nicht gelesen). Und selbst der hatte eine Seite an sich, die ihn verletzlich werden ließ: Die Liebe zu Patsey, die er sich vor lauter Rassismus nicht eingestehen konnte.  

Ich finde es unerhört, dass dein Hauptakteur ein so unverzeihliches Verbrechen begeht und er und seine Kumpanen das auch noch genießen. Mir ist klar, dass du das alles nicht als "ernsthafte Literatur" geschrieben hast, aber gerade schwarzer Humor muss sitzen, sonst wirds nur noch derb und unschön. Schade, schade ... wenn du diese Stelle anders umgesetzt hättest, dann hättest du von mir eine hohe Punktzahl kassiert. So gibts keine.


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Meer
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bewegen sich Blätter fliegen

zerstäuben im Wind
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hobbes
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Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 15.09.2016 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Bei dieser Geschichte komme ich schwer in Versuchung, den BN zu machen und so etwas zu schreiben, wie: "Ich will Geschichten, die die Welt besser machen! Ich will einen anderen Inhalt!"
Ich könnte natürlich auch einfach schreiben, dass ich nicht deine Zielgruppe bin.

Davon abgesehen, haben mich X, Y und Z fürchterlich genervt. Was soll das denn, wozu diese Abkürzerei?

edit: Ja sowas. Das ist also der Text, der sich im direkten Vergleich dann seltsamerweise auf Rang 6 wiederfindet. Seltsam, weil ich Tage zuvor der festen Meinung gewesen war, ihn von sämtlichen Punkterängen fernzuhalten.

Vermutlich liegt das unter anderem daran, dass ich nach diesen Tagen keine Lust mehr auf Herz-Schmerz hatte. Und an der Reimerei. Und daran, dass X, Y und Z komischweise weniger austauschbar waren, als manch andere Figur mit "echtem" Namen.
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Tjana
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BeitragVerfasst am: 16.09.2016 18:18    Titel: Antworten mit Zitat

Amüsant, gerne gelesen.
Amüsant, die Personen nur XYZ zu nennen, vielleicht aus Stress entstanden, aber hat was in der konsequenten Durchführung.
Amüsant auch, sich den eigentlich voll böse daherkommenden Killer als Dichter vorzustellen.
Könnte zu Punkten führen


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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 17.09.2016 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

abgefahrene Hardboiled-Story mit skurrilen Gangstern, ein bisschen Ekelfaktor, und einer Dichtermacke.
Ich habe ein wenig den Verdacht X, Y, und Z sind ab und zu ein wenig durcheinander geraten,bin mir aber nicht sicher.

Die Reime sind doof. Aber was erwartet man. Die Vorgaben sind umgesetzt.


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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BeitragVerfasst am: 17.09.2016 21:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ohne Kommentar, um werten zu können.

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Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Ithanea
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Beiträge: 1269

Ei 3


BeitragVerfasst am: 18.09.2016 10:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hach. Eine Geschichte mit viel hoch und runter für mich. Zuerst hab ich gar nicht begriffen, wer wo sitzt, im Auto (Stichwort "zwischen Rückbank und Fußraum"), aber man beiß sich durch, weil, ist ja auch nicht so wichtig. Es gibt vieles, was ich gut finde an deinem Text:
- hundertprozentige Einhaltung der Vorgaben z.B., nicht so ein Drumrumgebiege wie ich
- coole Idee mit dem durchgeknallten Reim-Gangster
- Spaß beim Dialogeschreiben, die man dir anmerkt
Anderes sagt mir nicht so zu, das ist zum einen das überzeichnet "haudraufige" Gangstergehabe, das die Szene in Zusammenwirkung mit einigen "Auuu"s und "Hmmmmpf"s und "Flatsch"s dann bisschen zu comichaft werden lässt, und zum anderen eine wenig ausgearbeitete, halt schnell runter geschriebene Sprache, aber ich meine, das ist ja der FFF, und irgendwo muss man sich entscheiden zwischen Ausarbeitung einer Idee, der Sprache oder Textlänge usw., von daher soll das keine große Rolle in der Bewertung spielen.
Bisschen schade fand ich, dass die Protagonisten keine Namen bekommen haben, darf man fragen, warum?


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Verschrieben. Verzettelt.
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Pudelzucker
Schreiberassi

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Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 18.09.2016 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

Schöne, klassische Räubergeschichte! Was mein Leseerlebnis etwas getrübt hat, waren nur die Namen X, Y und Z, das wirkt leider wie ein "füg ich später ein" - Platzhalter.
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 19.09.2016 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

Aufgrund von Zeitmangel muss ich mich auf das Nötigste beschränken.
Wenn der Verfasser sich ein paar Namen hätte einfallen lassen, hätte mir der Text sicher besser gefallen. Ansonsten beachtliche Leistung für das Zeitlimit.
0 Punkte


LG,
Seraiya


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Einen Dummkopf erkennt man daran, dass er alles abtut, was er anhand eigener Erfahrungen nicht erklären kann.
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Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 38
Beiträge: 275
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 19.09.2016 21:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

Vorgaben:
Thema »Der fehlende Vers«
Ich bin mir nicht ganz sicher, der fehlende Vers, damit der Coup vollendet ist? Der Einbruch als Gedicht, der daneben gegangen ist, weil Z den Stein geklaut hat?
Jemand steht an einer Kreuzung und kann sich nicht auf den Beinen halten / während einer Autofahrt kann einer der Insassen nicht sagen, ob der Wagen sich bewegt, oder nicht.
Z fragt, ob sich der Wagen bewegt, weil er ihn nicht hört.
Jemand wartet auf ein Ereignis, dessen Eintreffen in zwei Stunden erwartet wird.
Zwei Stunden bis zu dem Treffen mit Camillo.


Auch wieder ein langer Text für zwei Stunden. Einige Fehler sind drin. Irgendwie kann ich dem fehlenden Vers hier nicht ganz so gut folgen, es scheint mir doch etwas zu weit hergeholt. Das Agieren der Figuren ist für mich nicht nachvollziehbar, ebenso wenig die Dialoge. Zum Einen X, der für mich in seinen ellenlangen Reden nicht glaubwürdig ist. Z’s Reaktionen sind nicht nachvollziehbar, würde jemand, der gefesselt ist, dem die Augen verbunden wurden, sich wundern, dass er kein Motorengeräusch hört, bzw. danach fragen?
Eine Geschichte darf für mich auch schon mal abschreckend sein, hier ist es mir persönlich, in Verbindung mit den Figuren, zu viel.
Das Fehlen von Namen hat es mir zusätzlich erschwert, die Figuren einzuordnen, wer jetzt wo im Auto sitzt, und welchen Rolle er spielt. Insgesamt scheinen vier Personen im Wagen zu sitzen, aber nur drei werden benannt.
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 972



BeitragVerfasst am: 19.09.2016 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Den Anfang hatte ich gelesen. Dabei störte mich das Fehlen von richtigen Namen gewaltig. Hat es einen Grund, die Jungs XYZ zu nennen?
Dann hörte ich auf zu lesen. Das Geschriebene gefiel mir inhaltlich, sprachlich und vom Stil her nicht, wurde mir mühsam, langatmig, zu wenig subtil, ich geriet nicht hinein ins Geschehen. Diese Art Text gehört wohl nicht zu meinen Vorlieben. Spätestens nach ein paar Sätzen habe ich weite Teile übersprungen, daher weiß ich nicht, ob die Vorgaben zum Thema erfüllt sind.
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Amaryllis
Geschlecht:weiblichForenschmetterling

Alter: 33
Beiträge: 2001

Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 21.09.2016 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Inko,

irgendwie mag ich deinen Text. Weil er so schön skurril ist. Ganz klar ist mir zwar nicht, wozu man unbedingt eine Benennung mit X, Y und Z braucht, vor allem, wenn ein anderer Charakter schon schon benannt wird, aber gut, wahrscheinlich ist das irgendeine Anspielung, die ich nicht verstehe.

Die Einflechtung des Vers-Themas empfand ich jedenfalls als sehr gelungen.

An der "Sex-Szene" hab ich mich ein bisschen gestoßen, aber ich kann auch nicht den Finger drauf legen, warum jetzt.

Ich denke aber, dass es für Punkte schon reicht (ich vergebe sie erst, wenn ich alle Texte kommentiert habe).

LG, Ama


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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 22.09.2016 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwie ist das abstoßend, irgendwie aber auch nicht. Und für meinen Teil einer der kreativeren Beiträge. Von mir gibt das Punkte!

LG Dennis


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- Lütfiye Güzel
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Flush
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Beiträge: 80



BeitragVerfasst am: 23.09.2016 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Teilnehmer,
die Wettbewerbsbedingungen wurden erfüllt, wenn auch nur teilweise, in meinen Augen, wegen des fehlenden Verses.
Objektiv ist dies keine schlechte Geschicht, es geht hauptsächlich um X, der ein Psychopath ist.
Subjektiv finde ich deine Geschichte widerlich und langsam ist das Maß erfüllt, dass Homosexuelle immer noch als Psychopathen herhalten müssen,
auch wenn X vielleicht nur genüsslich eine homosexuelle Handlung vollzog...
Real dürfte er den Stein kaum gefunden haben, so etwas verschwindet an dieser Stelle leicht und kann sicherlich nur noch operativ entfernt werden...
Real fehlen mir tiefgreifendere Reaktionen von Z, der unmittelbar nach dem rohen Akt fast froh sein musste, sterben zu dürfen..
Aber, ich finde es toll, wieviel man in zwei Stunden an Wortzahl schaffen kann...
Grüße
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MoL
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Beiträge: 960
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 24.09.2016 11:52    Titel: Antworten mit Zitat

@halcyonzocalo

Ha, Verdacht bestätigt! Das hatte ich mir schon gedacht, dass du es bist! Ich bin ja Fan von dir, seit ich "Monika "gelesen habe. Würde mich sehr freuen, beizeiten wieder was von "X" zu hören. smile
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halcyonzocalo
Geschlecht:männlichEinsamer Trancer

Alter: 28
Beiträge: 1252
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo


BeitragVerfasst am: 24.09.2016 14:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ihr Lieben,


ich danke euch ganz herzlich für eure wirklich tollen und interessant zu lesenden Kommentare. Je öfter ich mir den Text selbst durchgelesen habe, desto mehr dachte ich: "Mist! Du hast es doch wieder nicht geschafft, mal einen normalen Text zu schreiben, obwohl du es dir fest vorgenommen hast, sondern es ist wieder irgendwas Seltsames entstanden, was die Leute spalten wird." Ich weiß nicht, vielleicht kann ich auch nicht anders. Laughing Denn nach dem ersten Satz war mir dann klar, dass ich wieder etwas "Bizarres" schaffen werde.

Ich kann sehr gut verstehen, dass sich manche Leute an der Szene gestört haben, als X sich an Z vergreift. Während des Schreibens habe ich da ehrlich gar nicht drüber nachgedacht. Im Nachhinein hätte ich es vielleicht auch anders geschrieben und darauf verzichtet, ich weiß es nicht... Während des Schreibens hatte ich das alles so bildlich vor Augen, dass ich mir wie gesagt gar keine Gedanken darüber gemacht habe, wie das bei euch ankommt.

Sehr viele haben ja auch die fehlenden Namen der Protagonisten angesprochen: Ja, zunächst wollte ich einfach einen schnellen Einstieg finden und habe die Gangster dann kurzerhand X, Y und Z genannt. Im weiteren Verlauf hab ich mir aber gedacht, dass es irgendwie ganz witzig wäre und zu dem Stil der Geschichte passt, die Personen unbenannt zu lassen.

Jetzt möchte ich aber noch kurz auf eure einzelnen Kommentare eingehen:

@ V.K.B.: Vielen Dank für deine Punkte. smile Freut mich sehr, dass dir der Text etwas gegeben hat. Und umso mehr freue ich mich, dass du dich ein bisschen an Tarantino erinnert gefühlt hast, da ich vielleicht wirklich ein bisschen nach ihm klingen wollte. Außerdem hatte ich beim Schreiben die ganze Zeit Pulp Fiction im Hinterkopf, insbesondere die Szene mit Jules, Vincent und Marvin im Auto, die ja dann etwas "unschön" endet.

@ MoL: Auch dir herzlichen Dank für die vielen Punkte. smile Ja, wie schon gesagt, beim "nochmaligen" Schreiben würde ich diese Szene vielleicht auch etwas anders angehen. Und witzig, dass du mich auch hinter der Geschichte vermutet hast. Very Happy Und auch, dass du meinen kleinen Text "Monika" kennst. Ach, was ist das schon so lange her... Aber genau das ist es ja auch, was ich schreiben wollte: Einen irren Text mit einem irren Gangster. Wink

@ Uwe Helmut Grave: Witzig zu sehen, dass du hingegen die Szene als gelungen empfindest. Vielen Dank für dein Pünktchen. smile

@ Municat: Ja, "trashig" - das war ein bisschen meine Absicht: Ich wollte die ganze Szenerie etwas "anstößig", "brutal" und gleichzeitig aber auch stark überzeichnet darstellen. Und wie du vermutest, sind Y und der Fahrer eher "schmückendes Beiwerk". Wie gesagt, das mit XYZ hat sich dann so ergeben und für den Fahrer blieb schlichtweg kein Buchstabe mehr übrig. Da bin ich vielleicht ein bisschen wie X. Mit den drei Buchstaben hört das Alphabet auf und ich kann den Fahrer dann ja wohl unmöglich W nennen. Ich meine: Wie klingt denn das? Laughing

@ Oktoberkatze: Vielen Dank für dein Lob. smile Freut mich riesig, dass ich es bei dir aufs Treppchen geschafft habe und dich unterhalten konnte!

@ Heidi: Auch dir vielen Dank für einen Kommentar und deine ehrliche Meinung, die ich voll und ganz nachvollziehen kann. Wie ich schon gesagt habe, ist mir das ganze "Ausmaß" meiner Schreiberei erst im Nachhinein klar geworden. Aber es freut mich auch zu hören, dass dir bis auf die Szene die Atmosphäre und der Schreibstil gefallen hat. Da ich ja außer bei den Wettbewerben leider gar nicht mehr schreibe, freut mich das Lob über den Stil und die Dialoge umso mehr. smile

@ hobbes: Danke für die Punkte deinerseits. Das höre ich gerne, dass die Protagonisten trotz ihrer Anonymität ein Stück weit bei dir hängen geblieben sind. smile Dass diese Art Geschichte nicht so deins ist, ist völlig in Ordnung und auch mehr als verständlich. Wie gesagt, vielleicht bekomme ich eines Tages ja doch mal was Anderes hin. wink

@ Tjana: Vielen Dank für deine netten Worte und dein Pünktchen. smile Freut mich, wenn du dich unterhalten gefühlt hast.

@ holg: Auch dir danke für deinen Kommentar und deine wirklich gelungene Kurzzusammenfassung: Genau so wollte ich es nämlich haben. Die Sache mit den Reimen hat sich irgendwie so ergeben. Ich hatte direkt einen Irren vor Augen und da hat das mit der Dichtermacke irgendwie gepasst. Bin mir selbst übrigens recht sicher, dass mit den Namen alles passt. Vielen Dank für dein Pünktchen. smile

@ poetnick: Vielen Dank für deine Punkte. smile

@ Ithanea: Danke für deinen schönen Kommentar. Ja, ich habe hier schon bei einigen Wettbewerben gesehen, dass mit den Vorgaben oft etwas "salopp" umgegangen wird (Und ich hatte selbst auch schon Beiträge, wo diese Vorgaben nur grenzwertig erfüllt wurden), deswegen wollte ich hier mal auf Nummer sicher gehen. Wie schon an anderer Stelle gesagt, wollte ich es ja auch etwas trashig haben, aber vielleicht war es manchmal etwas zu "billig". Besonders freut mich dein Kommentar bezüglich der Dialoge. smile Wie gesagt, ich hatte die Szene direkt vor mir und war "in X drin". (So ein kleines bisschen irre bin ich ja schließlich auch Razz )

@ Pudelzucker: Auch dir vielen Dank für deine Punkte und dein Lob. smile Und wie schon gesagt: Am Anfang wirklich ein Platzhalter, im weiteren Verlauf empfand ich es als passend. Aber dass du dich daran gestört hast, ist auch verständlich. Wink

@ Seraiya: Schade, dass du dich so sehr an den fehlenden Namen gestört hast, aber das sei dir natürlich auch erlaubt. Wink Danke für deinen Kommentar. smile

@ Lilly_Winter: Vielen Dank auch dir für deinen Kommentar. Dass dich die Geschichte nicht so angesprochen hat und es dir zu viel wurde, ist natürlich schade, aber kann ich sehr gut nachvollziehen. Wie gesagt, nach dem Schreiben ist mir erst richtig bewusst geworden, dass es hier wohl auf "Lieben oder Hassen" hinausläuft. X selbst sollte natürlich keine relaistische Person sein, sondern ein völlig überzeichneter Irrer. Aber du hast Recht, was Z angeht, da sind mir im Nachhinein auch ein paar Ungereimtheiten aufgefallen.

@ rieka: Schade, dass dir der Text nichts gegeben hat, aber ich kann es verstehen. So was ist eben nicht jedermanns Sache. Danke natürlich trotzdem für deinen Kommentar. Wink

@ Amaryllis: Danke schön für deine lieben Worte. Schön zu hören, wenn der Text so ankommt, wie ich mir das auch gedacht habe. smile Zum Thema XYZ siehe meine Vorbemerkung. Eine direkte Anspielung ist es nicht (zumindest nicht bewusst, aber vielleicht komme ich noch drauf, ob nicht doch ein tieferer Sinn dahinter steckt Laughing ). Und wie gesagt, die besagte Szene hätte ich vielleicht beim nächsten Mal anders gestaltet. Vielen lieben Dank dir für deine Punkte. smile

@ Zwillingsbruder: Vielen Dank für deine Punkte. "Irgendwie ist das abstoßend, irgendwie aber auch nicht" - über diesen Satz habe ich mich sehr gefreut, wirklich. So wollte ich es haben. Und Danke auch, dass du mir Kreativität bescheinigst. smile Wenn ich mir deinen Text so anschaue, ist das doch eher Standardkost, aber wirklich, auch danke dafür!

@ Flush: Auch dir ein herzliches Danke schön für deinen Kommentar. Dass dir die Geschichte nicht zugesagt hat, ist völlig in Ordnung. Wie gesagt, beim Schreiben habe ich mir gar keine Gedanken gemacht, was ich da eigentlich gerade schreibe oder wie das bei Anderen wirkt. Ich hatte in jedem Fall nicht die Absicht, irgendwelche Klischees bedienen zu wollen (Und ist das Homosexuell <-> Psychopath ehrlich so? Das ist wirklich eine ernst gemeinte Frage). Aber danke für deine Ehrlichkeit. smile

So, uff, keuch. Geschafft! Ehrlich, eure Kommentare waren sehr inspirierend und es freut mich riesig, dass ich einige von euch unterhalten und amüsieren konnte und dass es mir scheinbar (unabhängig davon, ob es nun gefällt oder nicht) ganz gut gelungen ist, das zu transportieren, was ich mit der Geschichte vorhatte.

Vielleicht schaffe ich es ja irgendwann wirklich mal, etwas zustande zu bringen, was leichter verdaulich ist. Laughing

Ein dickes Danke und ein dicker Schmatzer für euch. smile


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Die minimaldeterministische Metaphernstruktur mit ihrer mytophoben Phrasierung spiegelt den ideeimmanent abwesenden Bedeutungsraum.
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