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Arabischer Frühling


 

 
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BlueNote
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Ei 4



BeitragVerfasst am: 10.09.2016 07:48    Titel: Arabischer Frühling eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Knospen springen auf
Morgentau in Syrien
Asma bindet einen Rosenstrauß

Für ihren smarten Mann
Blitzlichtgewitter
der Fotografen

Palmyra
die Oasenstadt
verdurstet

Rote Blumen
im glühend heißen Wüstensand
sind morgen schon verwelkt

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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 58
Beiträge: 575
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo BlueNote,

In Deinem Gedicht wird von Asma, der Frau des 'Blumenhändlers' ein Rosenstrauss gebunden; der Frau jenes Herrschers der bei aller Chuzpe und Brutalität so smart rüberkommt. Ausgerechnet mit der Aura eines Vertreters für Lebensversicherungen.
Doch ganz anders: Palmyra verdurstet und die roten Blumen eines Frühlings verwelken in einer mitleidlosen Sonne und vor den TV-Schirmen der Welt.

Vor etwa 3 - 4 Jahren habe ich, in deutlicher Emphase, ein kleines Gedicht zum arabischen Frühling geschrieben. Das zentrale Bild war das der Wüstenrose, die selbst Jahrzehnte im Sand überdauern kann, um (unerhofft/unverhofft) wieder zu erblühen.

Der von Dir verdichtete Gegensatz dazu könnte kaum grösser sein; wie auch das Mass an Elend, Leid und Hoffnungslosigkeit.
Davon spricht dieses Gedicht.
Sehe gerade, daß mein eigener Leitsatz unter meinen Themen dabei wie  Zynismus rüberkommt...

Gruss - Poetnick

Edit: bemerke gerade: hier ist die Werkstatt. Für mich gibt es nichts zu werkeln, dafür fehlen mir noch die Werkzeuge. Habe, glaube ich, Eingangs einen Trochäus entdeckt - dann war er wieder weg. Und ein Jambus erschien mir. Kann schlecht mit der Schieblehre umgehen.


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Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6932
Wohnort: NBY
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BeitragVerfasst am: 14.09.2016 07:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guten Morgen poetnick,
Zitat:

Vor etwa 3 - 4 Jahren habe ich, in deutlicher Emphase, ein kleines Gedicht zum arabischen Frühling geschrieben. Das zentrale Bild war das der Wüstenrose, die selbst Jahrzehnte im Sand überdauern kann, um (unerhofft/unverhofft) wieder zu erblühen.

Der arabische Frühling war damals mit vielen (falschen) Hoffnungen (unsererseits) verbunden. Die Tatsache, welche Saat inzwischen aufgeht (und Jahrzehnte im Sand überdauert hat), lässt uns dann wohl sehr schnell ernüchtern.

Haben wir also wieder einmal unsere eigenen Träume (von "Demokratie") in die Köpfe anderer gepflanzt und uns davon die Rettung der Welt erhofft. Ich denke, beim Lesen der emphatischen Gedichte von damals werden wir unsere eigene Naivität augenblicklich erkennen.
Zitat:

Kann schlecht mit der Schieblehre umgehen.

Musst du auch nicht! Das Gedicht hat kein durchgängiges Versmaß.

Dein erster Absatz fasst meinen Text sehr gekonnt zusammen. Deine Betrachtung bzw. Interpretation hat mir sehr gefallen.

BN
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lupus
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Alter: 52
Beiträge: 4172
Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 14.09.2016 19:42    Titel: Re: Arabischer Frühling Antworten mit Zitat

Einerseits mag ich dieses Gedicht - inhaltlich, eigentlich auch die Stimmung, die es erzeugt.
Andererseits ist es mir zu "geschwätzig". (ich markier einmal rot, was ich meine)

BlueNote hat Folgendes geschrieben:
Knospen springen auf
Morgentau in Syrien
Asma bindet einen Rosenstrauß

Für ihren smarten Mann
Blitzlichtgewitter
der Fotografen

Palmyra
die Oasenstadt
verdurstet

Rote Blumen
im glühend heißen Wüstensand
sind morgen schon verwelkt


das sind Dinge, die eigentlich nicht nötig wären. Es würde sich die Form des Gedichtes verändern - klar, aber es wäre weniger "schön", weniger "rund".
Ich weiß auch nicht ... irgendwas hält mich davon ab, diese Zeilen wirklich zu mögen.

lgl


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lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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"Ich bin leicht zu verführen. Da muss nur ein fremder Mann herkommen, mir eine Eiskugel kaufen und schon liebe ich ihn, da bin ich recht naiv. " (c) by Hubi
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BlueNote
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BeitragVerfasst am: 15.09.2016 12:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo lupus!

Schön ist schon mal ein grundsätzliches inhaltliches "Mögen". Du hast geschrieben, das Gedicht sei dir aber auch etwas zu "geschwätzig", was ich für mich jetzt in "lyrisch ausschmückend" übersetze. Der "glühend heiße" Wüstensand ist auch für mich ein Wackelkandidat, erinnert er mich doch etwas unangenehm an den 50-er Jahre Schlager von Freddy "Brennend heißer Wüstensand (fern, so fern dem Heimatland)". Diese Formulierung ist hauptsächlich dem Rhythmus geschuldet. Vielleicht lässt sich nach der Methode, die Scheinheilige gerade vorstellt (und die mich recht fasziniert), der Text schrittweise modifizieren, so dass die Dinge drin sind, die drin sein sollen und die draußen, die draußen sein sollen.

Einfach Verse oder Wörter streichen geht jedoch nicht. Sie müssten ersetzt werden und wahrscheinlich kommt dann auch in der Aussage etwas Modifiziertes heraus.

Zu den von dir bemängelten Formulierungen möchte ich folgendes anmerken:

Vor allem der smarte Mann hat es mir angetan. Der smarte Diktator in einer smarten Diktatur, der Homestories von sich machen lässt für britische Zeitungen. Hier sieht man den smarten Massenmörder im Kreise seiner Familie. Smart ist das Modewort unserer Zeit (smartphone/smartwatch etc.) und smart ist die Propaganda der Neuzeit.

Schade finde ich auch, dass du mir die "Oasenstadt" streichen willst. So macht das Verdursten gar keinen rechten Sinn mehr. Wobei die (gestrichene) Oase sowohl für die Hoffnungen (die zerstört wurden), als auch die reiche Geschichte (die zerstört wurde) stehen würde.

Aber die Hoffnung ist ja bereits (teilweise) mit "Morgentau in Syrien" angesprochen. Wenn ich auf Syrien verzichte, frage ich mich, ob die Verortung mit dem Namen "Asma" alleine deutlich genug ist. Denn das Gedicht will eindeutig sein und nicht etwa nur Lyrik, die mit viel Interpretation im Verborgenen irgend etwas möglichst vieldeutig aussagen möchte.
Zitat:

Ich weiß auch nicht ... irgendwas hält mich davon ab, diese Zeilen wirklich zu mögen.

Wobei für mich natürlich der Grund dieses nicht Mögen interessant gewesen wäre. Bislang kann ich nur Vermutungen drüber anstellen.

Trotzdem danke ich dir sehr, dass du dich mit diesen Zeilen auseinandergesetzt hast. Die Relevanz ergibt sich aus dem Inhalt. Die Form oder Ausführung ist zwar wichtig, aber letztendlich nur das Mittel, die (politische) Aussage zu transportieren.

Was mich zu der Frage bringt: Müssen politische Gedichte "schön" sein?
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lupus
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BeitragVerfasst am: 15.09.2016 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

servus,

smart

ich hab auch darüber nachgedacht, war aber z.B. zu blöd den Konnex zum smartphone herzustellen. Für mich wäre 'smart' jetzt auch kein Modewort, wenn dann ist smartphone ein Modewort. Smart wurde von meiner Großmutter gesagt, wenn sie besonders smart sein wollte. Aber heute? Ich würd niemals smart sagen (ohne das phone und die watch) und die Kids die ich kenn erst recht nicht.

Oasenstadt

was mich hier stört, ist, dass man den Namen Palmyra ohne den Anex Oasenstadt gar nie hört. Der erste Satz auf Wiki heiß: Palmyra [...] ist eine antike Oasenstadt, [...], wenn man Oasenstadt auf Google eingibt, ist der 8! Eintrag Palmyra. Weißt du was ich mein?
Wien, die Walzerstadt
Passau, die Donaustadt
Paris, die Stadt der Liebe
Salzburg, die Mozartstadt

das weiß jeder, das braucht keiner und ich als Leser will irgendwie, dass du mir vertraust, dass ich weiß, dass Palmyra eine Oasenstadt ist und deshalb das Verdursten auch ohne Erwähnung von Oasenstadt funktioniert. Das mein ich mit geschwätzig. Richtiger ist: dieses Gedicht erklärt mir Dinge, die ich weiß, die jeder weiß. Anspruchsvolle Literatur ist für anspruchsvolle Leser.

Dasselbe gilt für Asma. Vor 5 Jahren? ok. Aber jetzt?

ich glaub genau das ist es, was mich vom Mögen abhält: die nicht konsequent durchgezogene Reduktion aufs Wesentliche.

lgl

edit:
BN hat Folgendes geschrieben:
Was mich zu der Frage bringt: Müssen politische Gedichte "schön" sein?


eben nicht


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BeitragVerfasst am: 15.09.2016 18:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo lupus,
Zitat:

ich hab auch darüber nachgedacht, war aber z.B. zu blöd den Konnex zum smartphone herzustellen. Für mich wäre 'smart' jetzt auch kein Modewort, wenn dann ist smartphone ein Modewort. Smart wurde von meiner Großmutter gesagt, wenn sie besonders smart sein wollte. Aber heute? Ich würd niemals smart sagen (ohne das phone und die watch) und die Kids die ich kenn erst recht nicht.

"smart" ist (meiner Meinung nach) in der Computerbranche inzwischen ein Modewort. Smart devices, Smart PLC , Smart-TV, Smart Objects (Informatik), Smart Client Architektur etc. pp. In diesem Kontext sehe ich (neben der Optik) die "Smartheit" (die Modernität) des jovialen Diktators.

Du schriebst:
Zitat:

Anspruchsvolle Literatur ist für anspruchsvolle Leser.

Ich verstehe durchaus, was du meinst. Was ich aber vermeiden möchte ist, lediglich um "anspruchsvoll" zu sein, hermetisch in der Ausdrucksweise zu werden. Nicht bei einem politischen Gedicht!
Zitat:

Dasselbe gilt für Asma.

Es wäre interessant zu erfragen, wer auf Anhieb gewusst hätte (ohne zu googeln), wer "Asma" ist. Leider kann man keine Umfrage mehr an diesem thread anfügen (oder ich weiß nicht, wie's geht).

Wo ich übrigens mehr Widerspruch erwartet hätte, ist bei der Verwendung des "Rosenbildes" (Klischee?). Ich habe überlegt, ob die Rose durch irgend etwas anderes ersetzt werden könnte und glaube doch, dass genau die Rose all das aussagt, was ausgesagt werden soll und das außerhalb ihres Klischees (Rose = Liebe).

Aber das nur am Rande.

Servus!
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lupus
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BeitragVerfasst am: 15.09.2016 19:02    Titel: Antworten mit Zitat

nur noch ein paar Anmerkungen, will da gar nicht zu sehr herumeiern:

ich kann dir jedenfalls sagen, dass 'Syrien' mir mit Sicherheit geholfen hat 'Asma' sofort einzuordnen. Dieses sofort aber ist vlt auch was mich stört.

allerdings erkenne ich schon die eigenen Schwachstellen:

Die Tatsache etwa, dass ich nicht weiß, dass - offensichtlich - smart mittlerweile (wieder) ein Modewort zumindest unter Technikaffinen geworden ist, führt nämlich meine affektierte Selbstdarstellung als anspruchsvollen Leser, der nix erklärt haben will, was er eh schon weiß ad absurdum. Vielleicht solltest du einmal ein Gedicht nur für mich schreiben lol


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BeitragVerfasst am: 16.09.2016 10:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dazu fiele mir nur "Hurz!" ein. Vielleicht könnte dir ja sowas gefallen. wink

Allerdings möchte ich es mir auch nicht zur Gewohnheit werden lassen, "Gedichte" zu schreiben, weil ich es immer noch - und das selbst nach Jahrzehnten - schlichtweg als seltsame Freizeitbeschäftigung einstufe und mich nie mit einem Gedichteschreiber/Poeten vollends indentifizieren konnte (und das immer auch ein bisschen peinlich fand), werde ich doch öfters mal gefragt:

Irgendwer: Du schreibst Gedichte (*kicher kicher*)?
Ich: Nein, Prosa!
Irgendwer: Was ist Prosa?
Ich: Keine Gedichte.
Irgendwer: Was schreibst du dann?
Ich: Prosa!

Wobei dieser "irgendwer" spätestens nach 2 Wochen erneut wissen will:

Irgendwer: Du schreibst Gedichte?
usw.

Aber ich wollte eigentlich noch etwas zu Wien sagen. Nur als Beispiel:
 
Wien, die Walzerstadt, trägt Trauer
oder
Wien, die Walzerstadt, hat eine der höchsten Selbstmordraten auf diesem Kontinent

Mit solchen Ergänzungen würde man das Klischee (Walzerstadt, Operettenmilleu), einer anderen Realität gegenüberstellen. Das, was eine Selbstverständlichkeit ist (Wien==Walzerstadt) wird mit dem Gegenteil in Verbindung gebracht (die Abgründe Wiens).

So fungiert in meinem Text Palmyra ja nicht als "Oase", oder sie ist nicht lediglich faktisches Beiwerk (Palmyra ist ja gar keine "Oasenstadt" mehr), sondern die Wirkung soll sich wiederum aus dem Sprachgebrauch (Palmyra, die Oasenstadt), der uns so selbstverständlich über die Lippen geht, zur Realität ergeben (Zerstörung von Weltkulturerbe und Zerstörung eines zarten Pflänzchen von was auch immer (Demokratie?) ).

So weit der Plan!

BN
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BeitragVerfasst am: 17.09.2016 22:49    Titel: Antworten mit Zitat

"Knospen springen auf
 Morgentau in Syrien
 Asma bindet einen Rosenstrauß

 Für ihren smarten Mann
 Blitzlichtgewitter
 der Fotografen

 Palmyra
 die Oasenstadt
 verdurstet

 Rote Blumen
 im glühend heißen Wüstensand
 sind morgen schon verwelkt "

Ich musste Asma googeln.

Die Bezeichnung "arabischer Frühling" kam mir damals schon spanisch vor.

Die Oasenstadt würde ich auch weglassen.

Ein paar überlegende Änderungen, über die ich mir aber auch nicht sicher bin:

 Knospen springen auf
 im Morgentau in Syrien
 bindet Asma einen Rosenstrauß

 Für ihren smarten Mann
 schießen Fotografen
 Blitzlichtgewitter

 Palmyra  
 verdurstet

 Rote Blumen sind
 im heißen Wüstensand
 morgen schon verwelkt
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BeitragVerfasst am: 18.09.2016 10:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guten Morgen firstoffertio,
Zitat:

Die Bezeichnung "arabischer Frühling" kam mir damals schon spanisch vor.

Nicht nur die Bezeichnung ...
Manchmal mutieren (westliche) Wunschträume zu Alpträumen. Skeptiker habe es natürlich immer schon besser gewusst (wie Skeptiker ja immer alles vorher wissen, zumindest wenn's bös ausgeht).
Zitat:

Die Oasenstadt würde ich auch weglassen.

Für mich geht (wie gesagt) dadurch der Kontext verloren. Palmyra verdurstet sagt mir so viel wie Wuppertal verdurstet. Das Verdursten ist ja bereits eine Methapher. Sich den Zusammenhang über eine nicht genannte Methapher zu erschließen (Oase) halte ich für zu kryptisch.

Zitat:
Knospen springen auf
Morgentau in Syrien
Asma bindet einen Rosenstrauß

contra
Zitat:
Knospen springen auf
im Morgentau in Syrien
bindet Asma einen Rosenstrauß


Ich hatte meine Verszeilen wie Schlagzeilen gestaltet (auch um einen Zusammenhang zu dem Blitzlichtgewitter herzustellen oder einen Hinweis darauf zu geben, wie die "Welt" auf die Ereignisse blickt - durch Medien z.B.). Die Kombination im/in finde ich ein bisschen sperrig.

Zitat:

Für ihren smarten Mann
schießen Fotografen
Blitzlichtgewitter

Wie schießt man ein Gewitter. Diese Abwandlung würde wohl eher Richtung Verfremdung gehen, wobei es mir ja eher um Klarheit ging.

Die Variante in der dritten Strophe lasse ich mir noch durch den Kopf gehen. Bei meiner Version schwingt ja eher (unausgesprochen) das "Wenn" ein bisschen mit: Wenn rote Blumen im glühend heißen Wüstensand liegen,
sind sie morgen schon verwelkt.

Vielen Dank für die Betrachtung.

BN
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 18.09.2016 23:22    Titel: Antworten mit Zitat

Mit dem Blitzlichtgewitter schießen komme ich sicher vom Englischen her, wo ja jedes Photo ein shot ist.
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