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Die Würfel sind gefallen


 
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 09.09.2016 13:13    Titel: Die Würfel sind gefallen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Die Würfel sind gefallen
oder Eine letzte Prophezeiung


Es ist, als hätte die gesamte Menschheitsgeschichte, alle Kriege und Werke, Kämpfe und Eroberungen nur mit dem Ziel existiert, an diesen Punkt zu kommen. Als hätten unsere Vorfahren sich nur vermehrt und existiert, damit ihr Stammbaum in dieser letzten Generation entweder aufblüht oder abstirbt. Es ist ein Spiel gewesen, bei dem die Gewinner alles kriegen und die Verlierer alles verlieren. Die Würfel sind gefallen, die Gesellschaft ist endgültig gespalten, und der untere, der abgeschnittene Teil wird entsorgt. Oben, in den künstlichen Paradiesen, der Skyline der Welt, herrschen die Übermenschen, durch Gentechnik und Informationstechnologie unsterblich und perfekt, Götter, die ihren eigenen Olymp aus Glas, Silizium und Stahlbeton errichtet haben. Armeen aus Robotern, Androiden und Drohnen dienen ihnen als Sklaven, sodass sie nicht arbeiten müssen und sich vollständig dem Vergnügen, der Forschung und den Künsten widmen können, ganz wie es ihnen beliebt. Ihre Vorfahren haben richtig gehandelt, sodass sie nun alles besitzen und oben sind.
Und unten sind wir, die letzten Menschen, die in den dunklen Gassen im Schatten der zyklopischen Bauten vor uns hin modern. Unsere Eltern waren an der falschen Stelle in der Hierarchie der Welt, als die Würfel fielen. Hier unten gibt es nichts, keine Pflanze sprießt aus dem Beton, wir leben von Rationen und Narkotika, die uns von oben zugeworfen werden, kennen Jobs und Eigentum nur aus den Erzählungen unserer Großeltern. Wir vegetieren, niemand braucht uns, wir können nichts verändern, wir sind die Kakerlaken, die im Keller der Welt rumkriechen, während aus allen Fugen Insektizide dringen. Wir werden weniger, von Jahr zu Jahr, sterben langsam aus, seitdem das Programm vor fünfzehn Jahren die Zwangssterilisierung aller verbliebenen homo sapiens angeordnet hat. Die Menschheit und die Menschlichkeit werden aussterben, die Götter, die wir hervorgebracht haben, werden das Universum regieren und es nach ihrem Willen gestalten und eines Tages werden sie vergessen, dass es uns gab, und werden glauben, von Anfang an dagewesen zu sein und das Universum erschaffen zu haben.

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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 09.09.2016 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo White Rabbit Inko,

interessanter Text. Mein erster Gedanke beim Lesen des Endes: Na, dann kann ja alles von vorne losgehen. Das liest sich wie ein Zyklus, der sich immer wiederholt. Die einen "evolven" (verzeih den Anglizismus, mir fällt gerade kein anderes Wort ein) und die anderen bleiben auf der Strecke. Die Sieger schreiben Geschichte, die Besiegten haben keine Stimme mehr und werden vergessen. Recht zynische Sichtweise, aber leider durchaus realistisch. Wie viele antike Kulturen sind verschwunden, von jenen "höher zivilisierten" "Göttern" überlegener Hochkulturen vernichtet?

Ich lese das nicht als Science Fiction, sondern als Analogie auf die Menschheitsgeschichte. Wobei da die "höher zivilisierten" nicht wirklich von den "unteren" erschaffen wurden, aber das ist in deinem Text auch nicht so, denn die "unten in den Gassen dahinvegetierenden" werden auch nicht die Technologie entwickelt haben, die "jene oben" jetzt zur Unterdrückung nutzen. Sie sind nur eben aus den gleichen Vorfahren hervorgegangen, und damit ist der Bogen zur Menschheitsgeschichte wieder geschlagen.

Einige Details:
Zitat:
Als hätten unsere Vorfahren sich nur vermehrt und existiert, damit ihr Stammbaum in dieser letzten Generation entweder aufblüht oder abstirbt.
Warum letzten? Das gilt doch nur für deine Unterschicht, die anderen existieren doch weiter, oder? Warum sollten die auch die letzte Generation sein? Vermehren sie sich nicht mehr, seit sie die Unsterblichkeit erlangt haben? Dann wird es eng mit dem Regieren über das Universum, denn egal wie mächtig sie sind, ihre Zahl dürfte relativ beschränkt sein.

Zitat:
kennen Jobs und Eigentum nur aus den Erzählungen unserer Großeltern.
Ich nehme an, dass soll unsere Generation sein? Geht dann aber ein bisschen schnell mit der Evolution zu "unsterblichen Göttern". Und diese künstlichen Himmelsparadiese wurden auch so schnell erbaut? Das geht für meinen Geschmack zu fix, wie in vielen Zukunftsprognosen. Wo mir gerade einfällt, wo ist mein atomgetriebenes Flugauto? Da hängt die Atomic Energy Commission von Amerika jetzt schon weit über zehn Jahre mit ihrem Versprechen aus den 50ern hinterher. Jeder sollte kurz nach 2000 eins haben. Also, ich warte! Naja, atomgetrieben muss nicht sein, aber Flugauto nehme ich gerne.  Laughing

Was mir noch zum Text einfällt, das Setting ist durchaus interessant. Viel interessanter als es nur für diesen Text zu nehmen, der sich eher wie eine Weltenbeschreibung für ein RPG liest. Oder Setting für einen ganzen Roman, der bestimmt auch interessant wäre.

Gerne gelesen,
Veith

PS: Wenn du dich hinter Inko verstecken willst, vermeide Adjektive wie "zyklopisch" und Substantive wie "Narkotika", besonders in Kombination im gleichen Text. Zusammen mit Themenwahl und Schreibstil… Oder liege ich völlig falsch? Embarassed
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 09.09.2016 23:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank!

Ich habe meine letzten Texte immer als Inko gepostet, einfach, um auch von den neuen Mitgliedern, die mich noch nicht kennen, unvoreingenommene Kritik zu erhalten, unter anderem wegen meines Alters.
Ich werte das aber schon mal als ein positives Zeichen, dass man mich an meinem Stil erkennen kann, weil das bedeutet, dass ich langsam meine schriftstellerische Orientierungsphase verlasse.

Zitat:
Ich lese das nicht als Science Fiction, sondern als Analogie auf die Menschheitsgeschichte.

Ich habe beim Verfassen nicht so sehr über die Analogie nachgedacht, auch wenn mir die Neandertaler eingefallen sind, die wir wahrscheinlich ausgerottet haben und die Indiohochkulturen, die wir ziemlich sicher fast vollständig ausgerottet haben. Ich habe mich viel mehr von der CRISPR/Cas-Methode inspirieren lassen, dieser neuen Gentechniktechnologie, die die Kosten für Gentechnik auf einen Bruchteil reduziert und die Möglichkeiten ins Unendliche explodieren ließ. Die englische Ausgabe von National Geographic hatte das im letzten Magazin als Leitthema, hab ich mir gleich in Windhoek gekauft, als ich sie im Laden sah letzte Woche.
Ich dachte, wenn diese Technologie irgendwann zum Einsatz an Menschen kommt, und das wird sie irgendwann, dann steht im Kombination mit Nanotechnologie und der Digitalisierung nichts mehr im Weg zur Schaffung eines Übermenschen (sowohl im Sinne Nietzsches, also psychologisch, als auch physikalisch, also unsterblich und kognitiv, also allwissend). Natürlich werden nicht alle Menschen diese Technologie sich leisten können, zumindest nicht am Anfang, und sie wird wahrscheinlich zuerst nur der intellektuellen und finanziellen Elite zugänglich sein, aber das könnte genau der Punkt sein, wo die Gesellschaft auseinanderreißt.
Ob das jetzt überhaupt oder in 50 oder eher 300 Jahren geschieht, ist jetzt glaube ich irrelevant und unvorhersehbar.
Und was die Zyklen angeht: Die Enden hier. Das Rad des Schicksal dreht sich ab jetzt nur noch auf der Stelle, aber es überrollt nichts mehr.

Zitat:
Warum letzten?

1) Ab hier gibt es keine Weiterentwicklung mehr, der Mensch ist zu Gott geworden, also ist das die letzte Entwicklungsstufe. 2) Es ist die letzte Generation homo sapiens und 3) es ist wird keine neuen Generationen der Götter geben. Sie sind alle unsterblich und ewig jung, wo soll man da eine neue Generation definieren, wenn dein 900 Jahre alter Urgroßvater genauso jung aussieht wie du? (wobei die sich wahrscheinlich nur noch künstlich vermehren durch klonen. Wer will sich schon eine Schwangerschaft antun, wenn es dafür künstliche Tanks gibt wie in Brave New World? Da kann man die Gebärmutter und das ganze andere lästige Zeug gleich aus der DNA rausschneiden) Diese Götter ticken wahrscheinlich gar nicht mehr menschlich, haben vielleicht auch eine komplett andere Wahrnehmung, weil sie ... was weiß ich, Gravitationswellen spüren und Infrarot sehen können. Theoretisch ist allein mit unserer heutigen Technologie fast alles möglich, wenn das nicht dauernd irgendwelche Ethikräte blockieren würden, wobei die Chinesen und Japaner ja mittlerweile auch schon fröhlich Menschen klonen, wenn auch nur überlebensunfähige Embryos für Stammzellenexperimente soweit ich weiß.

Zitat:
Was mir noch zum Text einfällt, das Setting ist durchaus interessant. Viel interessanter als es nur für diesen Text zu nehmen, der sich eher wie eine Weltenbeschreibung für ein RPG liest. Oder Setting für einen ganzen Roman, der bestimmt auch interessant wäre.

Das dachte ich zuerst auch, aber dann habe ich weitergedacht. Das Setting klingt zwar interessant, aber Bücher leben von einer Handlung und die Handlung sollte spannend sein, aber wo soll ich hier Spannung aufbauen? Ich kann schlecht davon erzählen, wie ein gentechnisch modifizierter Mensch mit einem IQ von 300 denkt (denn dazu fehlen mir glatt mal mindestens noch hundert Punkte Razz) und lebt und davon zu lesen, wie die letzten Menschen krepieren... Meeh, das ist fast so langweilig, wie Gemüse bei einer Dürre beim Eintrocknen zuzusehen,  nur dass das Aussterben der Menschheit wahrscheinlich etwas unappetitlicher, abgefuckter und blutiger ist, zappelt halt ein bisschen auf dem Totenbett.
Und wenn hier jemand einwirft, man könnte über den Widerstand der letzten Menschen gegen die Übermenschen schreiben:

Ein Mensch ruft zum Krieg gegen die Götter und Roboter auf. Kurz darauf erscheint eine Polizeidrohne: Ich habe Pheromone in der Luft gemessen, die auf aggressives Verhalten schließen lassen. Was ist hier los?
"Verpiss dich, du scheiß Blechdose!"
Registriere delinquentes Verhalten eines Homo sapiens. Neutralisierung wird eingeleitet...Bz zz z
So viel zum epischen Widerstand.

(Erinnert mich jetzt an die Serie PsychoPass, bei der alle Menschen mithilfe eines Computersystems überwacht werden, das deren psychische Verfassung misst. Und wer einen zu hohen Kriminalitätskoeffizienten hat, wir entweder weggesperrt oder gleich kalt gemacht)
Ich mag zwar Dystopien und Darkfantasy, aber Cuthulhu tötet einen ja zumindest recht schnell, während das hier ist eine langsame und passive Agonie ist. Unästhetisch.

Ich bin ganz zufrieden mit meiner düsteren Prophezeiung, vielleicht baue ich sie mal zu einem zwanzigseitigen Tagebuch oder so aus, in dem einer der letzten Menschen über das Ende reflektiert, aber für einen Roman ist diese Welt viel zu ... endgültig. Meiner Meinung nach zumindest.

P.S.: Nein, du liegst nicht falsch, aber ich warte mal noch ein paar Beiträge und Verbesserungsvorschläge ab, bevor ich den Inko wegmache.
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llll
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 01:00    Titel: Antworten mit Zitat

Wahrhaft erschreckend ist, dass
- insbesondere auch über den Tellerrand blickend -
das alles schon viel mehr Realität ( = 1.Titel)
als Prophezeihung ( = 2.Titel) ist !
llll
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 01:28    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wer will sich schon eine Schwangerschaft antun, wenn es dafür künstliche Tanks gibt wie in Brave New World?
Meine Frau zum Beispiel. Andere Mütter die ich kenne auch. Als Mann kann man das wohl nicht nachvollziehen, ich jedenfalls nicht, aber meine Frau sagt, die beiden Schwangerschaften waren sehr wichtige und trotz allen Strapazen auch sehr schöne Erlebnisse für sie, die sie unter keinen Umständen missen möchte. Mir jedenfalls haben schon die Geburten gereicht, bin beide Male mindestens 10 gefühlte Jahre gealtert. Besonders beim ersten Mal, als ich die Herztöne auf dem Monitor rapide abfallen sah und der Arzt reinstürmte und irgendwas von Notfallkaiserschnitt brummelte. Ist dann zwar alles noch gut gegangen, aber trotzdem, wenn ich als Vater die Wahl hätte, immer der Tank!  

Zitat:
wenn das nicht dauernd irgendwelche Ethikräte blockieren würden
Weia! Das klingt ja jetzt so, als könne es hier jemand gar nicht erwarten, all die literarischen Dystopien live zu erleben.

Zitat:
Ein Mensch ruft zum Krieg gegen die Götter und Roboter auf. Kurz darauf erscheint eine Polizeidrohne: Ich habe Pheromone in der Luft gemessen, die auf aggressives Verhalten schließen lassen. Was ist hier los?
"Verpiss dich, du scheiß Blechdose!"
Registriere delinquentes Verhalten eines Homo sapiens. Neutralisierung wird eingeleitet...Bz zz z
So viel zum epischen Widerstand.
Naja, das ist aber ja nun auch wohl das dümmste denkbare Vorgehen. Vorstellen als Romanplot könnte ich mir zum Beispiel folgendes: Eine kreative Gruppe, die heimlich vorgeht, Sabotage betreibt, sich ins Paradies einschleicht, sich selbst immer mehr Technologie und genetische Aufwertung besorgt, um den Gegnern langsam ebenbürdig zu werden, den Krieg durch einen Anschlag auf eine Schwachstelle der "Götter" sogar gewinnt – nur um schließlich zu erkennen, auf dem Weg dahin selbst genau zu dem geworden zu sein, wovor man die Welt eigentlich bewahren wollte. Ich denke, da ließe sich schon was draus machen, wenn man wollte.

Zitat:
P.S.: Nein, du liegst nicht falsch, aber ich warte mal noch ein paar Beiträge und Verbesserungsvorschläge ab, bevor ich den Inko wegmache.
Sorry, ich hoffe, ich habe jetzt nicht zuviel verraten, auch wenn ich deinen Namen nur substituiert habe…
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LeviathanII
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 15:55    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das dachte ich zuerst auch, aber dann habe ich weitergedacht. Das Setting klingt zwar interessant, aber Bücher leben von einer Handlung und die Handlung sollte spannend sein, aber wo soll ich hier Spannung aufbauen? Ich kann schlecht davon erzählen, wie ein gentechnisch modifizierter Mensch mit einem IQ von 300 denkt (denn dazu fehlen mir glatt mal mindestens noch hundert Punkte Razz) und lebt und davon zu lesen, wie die letzten Menschen krepieren... Meeh, das ist fast so langweilig, wie Gemüse bei einer Dürre beim Eintrocknen zuzusehen,  nur dass das Aussterben der Menschheit wahrscheinlich etwas unappetitlicher, abgefuckter und blutiger ist, zappelt halt ein bisschen auf dem Totenbett.

Es ist ein sehr abstraktes, unwahrscheinliches Szenario (Alleine die Transformation des Geldadels zur diktatorisch herrschenden Klasse -Bedenkt man alleine, dass der Kriegsadel der früheren Jahrtausende zu einem Großteil den Sprung nicht gemacht hat zum Geldadel-, die Wandlung der Demokratie gegen den Willen der Masse, ja die erforderliche Untätigkeit der Menschheit allgemein, den Unwillen der lebenden Menschen sich selbst zu verbessern - also das stille Aussterben der lebenden oberen Schichten, sowie die Wandlung einer ganzen Gesellschaftsschicht zu einer aktiv, direkt Bösartigkeit handelnden, sowie das Bestien-werden der Übermenschen, bei denen man scheinbar alle Empathie ausgeräumt hat: All dies erscheint etwas zu radikal, als das es wahrscheinlich wäre.)

Was ich aber eigentlich schreiben wollte: Das Szenario ist, wenn man in ihm eine Geschichte schreiben wollen würde, insofern genial, dass es die letzten Menschen sind. Es müsste ja kein Roman sein über die 'Götter', oder über die Menschheit - Würde ich eine Geschichte darin schreiben, dann wäre es die Erzählung von einem einzelnem Menschen, der nichts hat, nicht aufsteigen kann und nichts hinterlassen wird. Warum denn eine Geschichte vom Widerstand, warum ein Happy End, wenn es einfach eine Erzählung von Jemandem sein kann, dem Vieles fehlt was uns tröstet? Überdies: Wo die Menschheit ausdünnt und viel (alle?) soziale Festigkeit verliert, da ist viel Raum für abstruse Charaktere: Ein Krähenkönig, beispielsweise, der in geheimen Experimenten versucht, das Wissen der Welt an die klugen Vögel weiterzugeben: Ein Katerfänger in seinen Diensten (aus offensichtlichen Gründen), ein Großstadtjäger also, der die Katzen und Kater anschließend über dem Lagerfeuer schmort. Es könnte also sogar ganz heiter werden - Unter der Bedingung, dass eben nicht überall Polizeidrohnen herumschwirren und alle sterbende Menschheit sinnlos ihre Ordnung behalten muss.
 Zuletzt könnte es aber auch eine Kritik am Übermenschen sein, indem man ihm den Nihilisten vorhält, vielleicht gar als Hauptfigur. Einen Menschen also, der weiß, dass am Ende Stern um Stern erlischt und das alles Tun, auch das der Übermenschen, zu scheitern bedeutet und darum Dinge sagt, wie dass die letzten Götter sich am Ende auch um die letzten Ressourcen totschlagen würden, ehe auch der letzte Verstand im Universum aufgrund der Energie-Entwertung langsam vergeht. Ein geradezu hoffnungsvolles Werk könnte es also werden, welches sich über die albtraumhaften Träume der Elite lustig macht und alles Hoffen der Menschheit Twisted Evil
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 16:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mein Text ist wahrscheinlich zu kurz, um die Endgültigkeit meiner Vision direkt zu transportieren.

Zitat:
Zuletzt könnte es aber auch eine Kritik am Übermenschen sein, indem man ihm den Nihilisten vorhält, vielleicht gar als Hauptfigur.

Ist der Übermensch nicht, zumindest wie er bei Nietzsche definiert wird, ein aktiver Nihilist (bzw. eine Art Existentialist)? Ein Individuum, dass erkennt, dass nichts von Bedeutung ist, es kein Gut und Böse gibt, keinen Gott, kein Schicksal und sich daraufhin selber zum Gott erhebt, die Notwendigkeiten akzeptiert und seine eigene, wandelbare Moral erschafft, die automatisch mehr oder weniger von der Dunklen Triaden bestimmt wird, insbesondere, wenn sie mit hoher Intelligenz und Macht zusammenfällt?
Ich schreibe auf jeden Fall ein Tagebuch, dass in dieser Welt spielt und von einem der letzten Menschen verfasst wird. Vielleicht mache ich ihn zu einem passiven Nihilisten, der zu einem aktiven wird, also einen psychologischen Übermenschen... Mal sehen, mir schwirren da schon ein paar Ideen im Kopf. Würde ich nicht bereits mitten in einer Romanreihe drinstecken, würde ich mich sofort draufstürzen.

Auch wenn man vielleicht im ersten Moment das so annimmt, vor allem durch den Pathos meines Textes, so leben die letzten Menschen ja nicht in einem realen Elend ala Ghetto. Sie haben höhere Lebensstandards als wir, bekommen kostenloses Essen, Unterhaltung und Drogen vom Staat, leben aber halt mehr oder weniger in einem riesigen Altersheim aus Beton und Stahl und haben absolut nichts zu tun, nichts zu sagen und gehen langsam ein wie Blumen. Und selbst heutzutage sind die Großstädte, vor allem London, mit Überwachungskameras zugepflastert und Satelliten können mit hochaufgelösten Kameras aus dem All sogar Zeitungen, die am Boden liegen, lesen. Dadurch, dass viele ein Smartphone haben, sind sich auch die ganze Zeit überwachbar. Ich habe erst vor kurzem Googles Datenbank über mich gecheckt. Die hatten gespeichert, wo ich überall in den letzten 5 Jahren gewesen bin. Wenn in ein paar Generationen dann alle Googleglass und Implantate haben oder was auch immer, gibt es gar kein Entrinnen mehr. Da ist nicht mehr viel platz für exentrische Krähenkönige. Vielleicht ist es nicht ganz realistisch, aber in der Vision, die ich hier niedergeschrieben habe, ist alles komplett Durchdigitalisiert, überwacht und die Gesellschaft halt vor allem durch die Gentechnik gespalten.
Das vergetieren und modern ist eher metaphorisch gemeint.

Ob das jetzt alles realistisch ist, weiß ich nicht, werde ich wahrscheinlich auch nie rausfinden.

Zitat:

Naja, das ist aber ja nun auch wohl das dümmste denkbare Vorgehen. Vorstellen als Romanplot könnte ich mir zum Beispiel folgendes: Eine kreative Gruppe, die heimlich vorgeht, Sabotage betreibt, sich ins Paradies einschleicht, sich selbst immer mehr Technologie und genetische Aufwertung besorgt, um den Gegnern langsam ebenbürdig zu werden, den Krieg durch einen Anschlag auf eine Schwachstelle der "Götter" sogar gewinnt – nur um schließlich zu erkennen, auf dem Weg dahin selbst genau zu dem geworden zu sein, wovor man die Welt eigentlich bewahren wollte. Ich denke, da ließe sich schon was draus machen, wenn man wollte.

Das ist eine gute Idee, aber dann würde ich sie chronologisch vor dem Text hier einordnen. Meine Intention war schon, eine Welt zu beschreiben, die von einer durch Technologie ermöglichten totalitären Endgültigkeit beherrscht und der (letzte) Mensch auf seine reine Existenz reduziert wird. Ein abstraktes Szenario, ich weiß.

Zitat:

das der Übermenschen, zu scheitern bedeutet und darum Dinge sagt, wie dass die letzten Götter sich am Ende auch um die letzten Ressourcen totschlagen würden, ehe auch der letzte Verstand im Universum aufgrund der Energie-Entwertung langsam vergeht.

Wer weiß, was für Technologien bis dahin existieren? Und es sind glaub ich noch 30 Milliarden Jahre oder so hin, wenn ich das richtig im Kopf habe, bis der letzte Stern erlischt und die ewige Nacht anbricht, die nur noch von Schwarzen Löchern bevölkert wird. Genug Zeit für die Götter eine Lösung zu finden und wenn man sich ansieht, was allein in den letzten zweitausend Jahren an Technologien erfunden wurde...
Vielleicht findet man eine Methode Schwarze Löcher wieder zu demontieren oder so ähnlich... Oder durch Vakuumfluktuation dauerhaft neue Energie zu erschaffen?
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Und es sind glaub ich noch 30 Milliarden Jahre oder so hin, wenn ich das richtig im Kopf habe, bis der letzte Stern erlischt und die ewige Nacht anbricht
Das ist viel zu kurz. Entropie kann noch mindestens 10¹⁰⁰ Jahre produziert werden, bevor das Universum in seinen "Dunklen Zustand" übergeht.

Zitat:
Vielleicht findet man eine Methode Schwarze Löcher wieder zu demontieren oder so ähnlich... Oder durch Vakuumfluktuation dauerhaft neue Energie zu erschaffen?
Eher nicht, wenn mich meine Physikkenntnisse nicht im Stich lassen. Nach dem Wärmetod des Universums (absolute Entropie, komplettes Equilibrium) könnte ein neues Universum entstehen, aber hier sprechen wir zeitlich von einem Potenzturm mit 10^10^10^56 Jahren, wenn ich mich richtig erinnere. Sehr unwahrscheinlich, dass diese Übermenschen so lange durchhalten.
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 18:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für die Berichtigung.

Ja, nach unseren jetzigen Physikkenntnissen, aber wer weiß, was die Menschheit (oder SkyNet oder die Übermenschen oder die Typen von Andromeda) sich eines Tages noch alles einfallen lassen. Als Alan Turing oder Konrad Zuse anfingen an den ersten Computer zu arbeiten, hat auch niemand geglaubt, dass soetwas eines Tages Alltag sein würde und in die Hosentasche passt. Und wenn jemand den antiken Römern von Atombomben erzählt hätte, wäre er ausgelacht worden bzw. die hätten sich das wahrscheinlich nicht einmal vorstellen können... Aber das alles, was sein könnte, führt für meinen Geschmack viel zu weit ins spekulative... Ich wollte noch an dem Text arbeiten, den ich eher als SciFi sehe, als echte Prophezeiung.
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 18:57    Titel: Re: Die Würfel sind gefallen Antworten mit Zitat

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Die Würfel sind gefallen
oder Eine letzte Prophezeiung


Es ist, als hätte die gesamte Menschheitsgeschichte, alle Kriege und Werke, Kämpfe und Eroberungen kommt hier kein Komma? nur mit dem Ziel existiert, an diesen Punkt zu kommen. Als hätten unsere Vorfahren sich nur vermehrt und existiert, damit ihr Stammbaum in dieser letzten Generation entweder aufblüht oder abstirbt.

Ich finde es hier schwierig, zu sagen, der Stammbaum blüht auf oder stirbt ab. Denn im Grunde macht er beides.
Zitat:
Es ist ein Spiel gewesen, bei dem die Gewinner alles kriegen
warum nicht gewinnen? wenn schon denn schon ...
Zitat:
und die Verlierer alles verlieren. Die Würfel sind gefallen, die Gesellschaft ist endgültig gespalten, und der untere, der abgeschnittene Teil wird entsorgt.

Kann noch von einer Gesellschaft gesprochen werden? Nicht eher von Menschheit?
Hier würde ich einen Absatz setzen.
Zitat:
Oben, in den künstlichen Paradiesen, der Skyline der Welt, herrschen die Übermenschen, durch Gentechnik und Informationstechnologie unsterblich und perfekt, Götter, die ihren eigenen Olymp aus Glas, Silizium und Stahlbeton errichtet haben.
wer? die Übermenschen haben es gebaut oder ihre Sklavenarmee?
Zitat:
Armeen aus Robotern, Androiden und Drohnen dienen ihnen als Sklaven, sodass sie nicht arbeiten müssen
das ist klar
Zitat:
und sich vollständig dem Vergnügen, der Forschung und den Künsten widmen können, ganz wie es ihnen beliebt. Ihre Vorfahren haben richtig gehandelt, sodass sie nun alles besitzen und oben sind.
Und unten sind wir, die letzten Menschen, die in den dunklen Gassen im Schatten der zyklopischen Bauten vor uns hin modern. Unsere Eltern

Wann ist die Teilung passiert? Am Anfang sprichst du "von unseren Vorfahren", hier noch noch von "unseren Eltern".
Zitat:
waren an der falschen Stelle in der Hierarchie der Welt, als die Würfel fielen. Hier unten gibt es nichts, keine Pflanze sprießt aus dem Beton, wir leben von Rationen und Narkotika, die uns von oben zugeworfen werden, kennen Jobs und Eigentum nur aus den Erzählungen unserer Großeltern.

Das finde ich in dystopischen Welten immer wieder witzig: Warum haben die denn keinen Job? Gibt es denn niemanden mehr, der das zugeworfene Essen austeilt oder stürzen sie sich darauf wie die wilden Tiere? Gibt es niemanden, der die Häuser abdichtet, der Kleidung näht, der Werkzeuge herstellt etc. So Leid es mir tut, zu tun gibt es immer irgendwas, egal, ob bezahlt oder nicht.
Zitat:
Wir vegetieren, niemand braucht uns, wir können nichts verändern, wir sind die Kakerlaken, die im Keller der Welt rumkriechen, während aus allen Fugen Insektizide dringen. Wir werden weniger, von Jahr zu Jahr, sterben langsam aus, seitdem das Programm vor fünfzehn Jahren die Zwangssterilisierung aller verbliebenen homo sapiens angeordnet hat.

Welches Programm? Von den von oben? Wozu machen sie sich überhaupt soviel Mühe? Wenn sie aufhören, ihnen essen zu geben, werden die Menschen unten doch einfach abkratzen. Wozu Zeit, Geld, "Arbeitskräfte" für das zusammenbringen von Menschen  verschwenden, um sie zu sterilisieren? Allein die Logistik dahinter, auch wirklich jeden einzelnen zu fangen. Wozu das ganze?  
Zitat:
Die Menschheit und die Menschlichkeit werden aussterben,

Welche Menschlichkeit? Die von den von oben ist schon längst tot und die unten scheinen sich kaum von Tieren zu unterscheiden.
Zitat:
die Götter, die wir hervorgebracht haben,

wenn dann die Vorfahren
Zitat:
werden das Universum regieren und es nach ihrem Willen gestalten und eines Tages werden sie vergessen, dass es uns gab, und werden glauben, von Anfang an dagewesen zu sein und das Universum erschaffen zu haben.


Erinnert mich sehr stark an Elysium. Ich finde es schön geschrieben, trotz der, aus meiner Sicht, Logikfehler.

LG NIR


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"Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten." - William Somerset Maugham
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 19:35    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank NIR für deine Demontage. Danach habe ich gesucht. Ich werde versuchen, die Wortwahl etwas anzupassen. Stelle ich dann die Tage wahrscheinlich ein. Danke auf die Hinweise auf Absätze und Kommata.


Zitat:
Welches Programm? Von den von oben? Wozu machen sie sich überhaupt soviel Mühe? Wenn sie aufhören, ihnen essen zu geben, werden die Menschen unten doch einfach abkratzen. Wozu Zeit, Geld, "Arbeitskräfte" für das zusammenbringen von Menschen verschwenden, um sie zu sterilisieren? Allein die Logistik dahinter, auch wirklich jeden einzelnen zu fangen. Wozu das ganze?

Programm = irgendein Algorithmus, der das regieren übernimmt und alles andere
Sterilisierung kann sehr einfach über Nahrung und Medikamente oder Viren erfolgen, das kostet dann nicht sehr viel. Zurzeit arbeiten die Amis daran, Mosiktos so genetisch zu modifizieren, dass sie unfruchtbar werden, sobald sie mit Malaria, Dengu, Zika und Co. infiziert sind. Diese genetisch Modifikation wird an einer Stelle bei der DNA angebracht, die bei der Vererbung präferiert wird d.h. normalerweise ist die Chance für die Vererbung einer gewissen Eigenschaft 50%, weil es ja Vater und Mutter gibt, allerdings gibt es einige Gene die zu 80% oder sogar 90% veerbt werden, selbst wenn nur ein Elternteil es trägt. Diesen Gensequenzen hängt man das Selbsterilisationsgen an. Die planen ganz viele dieser Mosktios zu klonen und dann freizulassen. Innerhalb weniger Generationen, sprich bei Mosktios sind das paar Wochen, sollte dann die gesamte Mosktiopopulation der Welt das Gen tragen, das dafür sorgt, dass sich mit Malaria und Co. infizierte Mosktios nicht mehr vermehren können. Das ist eigentlich bereits alles mehr oder weniger fertig, die haben nur ethische Bedenken und Sorgen darüber, was möglicherweise schiefgehen könnte. Das ist die Gegenwart,
zurück zur Zukunft:
Ein Algorithmus könnte feststellen, dass normale homo sapiens keine Existenzberechtigung mehr haben. In der Zukunft könnte es Maschienen geben, die innerhalb von Minuten ein Virus produzieren, dass infizierte Menschen unfruchtbar macht und dieses Virus dann einfach ins Grundwasser einbringen. Man hat ja alle Zeit der Welt, den Aufwand die Menschen abzuschlachten oder einzufangen macht man sich nicht, man sterilisiert sie einfach viral - human und günstig.

Zitat:
Kann noch von einer Gesellschaft gesprochen werden? Nicht eher von Menschheit?

Man kann eher von einer Gesellschaft reden, als von einer Menschheit.
Zitat:

Warum haben die denn keinen Job? Gibt es denn niemanden mehr, der das zugeworfene Essen austeilt oder stürzen sie sich darauf wie die wilden Tiere? Gibt es niemanden, der die Häuser abdichtet, der Kleidung näht, der Werkzeuge herstellt etc. So Leid es mir tut, zu tun gibt es immer irgendwas, egal, ob bezahlt oder nicht.

Machen alles Algorithmen oder Roboter und sogar die Prostitution wird von Androiden und Gynoiden übernommen. Ne, absolut keine Jobs, höchstens als Wissenschaftler, aber nur wenn du gentechnisch verbessertes Cyborghirn mit einem IQ von 400 hast, nicht als letzter Mensch. Na gut, Schriftsteller kann man noch werden, aber das ist kein richtiger Job... Laughing Ich meine mit einer endgültig technologisch entwickelten Welt noch immer eine endgültig technologisch entwickelte Welt, nicht 2040, sondern eher 2800... und selbst dann bleibt es ein abstraktes Gedankenspiel. Ich seh schon, dass ich mehr schreiben muss, vielleicht doch einen Roman, um den Terror und die Endgültigkeit richtig zum Leser zu transportieren. Ja, sobald ich mit dem aktuellen Manuskript fertig bin, setze ich mich dran. Also wehe, einer klaut mir jetzt die Idee...
Zitat:

Elysium

Den Film, oder? Das Mythologische hätte mich jetzt gewundert.. Ich hab den Film leider nicht gesehen.
Zitat:

Ich finde es schön geschrieben, trotz der, aus meiner Sicht, Logikfehler.

Danke. Freut mich, dass es zumindest sprachlich überzeugen konnte.
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Leveret Pale hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Welches Programm? Von den von oben? Wozu machen sie sich überhaupt soviel Mühe? Wenn sie aufhören, ihnen essen zu geben, werden die Menschen unten doch einfach abkratzen. Wozu Zeit, Geld, "Arbeitskräfte" für das zusammenbringen von Menschen verschwenden, um sie zu sterilisieren? Allein die Logistik dahinter, auch wirklich jeden einzelnen zu fangen. Wozu das ganze?

Programm = irgendein Algorithmus, der das regieren übernimmt und alles andere
Sterilisierung kann sehr einfach über Nahrung und Medikamente oder Viren erfolgen, das kostet dann nicht sehr viel. Zurzeit arbeiten die Amis daran, Mosiktos so genetisch zu modifizieren, dass sie unfruchtbar werden, sobald sie mit Malaria, Dengu, Zika und Co. infiziert sind. Diese genetisch Modifikation wird an einer Stelle bei der DNA angebracht, die bei der Vererbung präferiert wird d.h. normalerweise ist die Chance für die Vererbung einer gewissen Eigenschaft 50%, weil es ja Vater und Mutter gibt, allerdings gibt es einige Gene die zu 80% oder sogar 90% veerbt werden, selbst wenn nur ein Elternteil es trägt. Diesen Gensequenzen hängt man das Selbsterilisationsgen an. Die planen ganz viele dieser Mosktios zu klonen und dann freizulassen. Innerhalb weniger Generationen, sprich bei Mosktios sind das paar Wochen, sollte dann die gesamte Mosktiopopulation der Welt das Gen tragen, das dafür sorgt, dass sich mit Malaria und Co. infizierte Mosktios nicht mehr vermehren können. Das ist eigentlich bereits alles mehr oder weniger fertig, die haben nur ethische Bedenken und Sorgen darüber, was möglicherweise schiefgehen könnte. Das ist die Gegenwart,
zurück zur Zukunft:
Ein Algorithmus könnte feststellen, dass normale homo sapiens keine Existenzberechtigung mehr haben. In der Zukunft könnte es Maschienen geben, die innerhalb von Minuten ein Virus produzieren, dass infizierte Menschen unfruchtbar macht und dieses Virus dann einfach ins Grundwasser einbringen. Man hat ja alle Zeit der Welt, den Aufwand die Menschen abzuschlachten oder einzufangen macht man sich nicht, man sterilisiert sie einfach viral - human und günstig.

Aber wozu? Wozu sich sogar diese Mühe machen? Warum denken die Übermenschen überhaupt noch an die da unten? Wozu ihnen Nahrung bereit stellen? Egal, wer für  für die Übermenschen erledigt.
Zitat:

Zitat:

Warum haben die denn keinen Job? Gibt es denn niemanden mehr, der das zugeworfene Essen austeilt oder stürzen sie sich darauf wie die wilden Tiere? Gibt es niemanden, der die Häuser abdichtet, der Kleidung näht, der Werkzeuge herstellt etc. So Leid es mir tut, zu tun gibt es immer irgendwas, egal, ob bezahlt oder nicht.

Machen alles Algorithmen oder Roboter und sogar die Prostitution wird von Androiden und Gynoiden übernommen. Ne, absolut keine Jobs,

Ähm ... also entweder habe ich einen Denkfehler oder du, warte ... ne, du, wenn mich nichts irrt.
Zitat:
kennen Jobs und Eigentum nur aus den Erzählungen unserer Großeltern.

Das sagen du über die, die unten leben. Und die haben hundert Pro einen "Job", egal ob bezahlt oder nicht.

Zitat:

 höchstens als Wissenschaftler, aber nur wenn du gentechnisch verbessertes Cyborghirn mit einem IQ von 400 hast, nicht als letzter Mensch. Na gut, Schriftsteller kann man noch werden, aber das ist kein richtiger Job... Laughing Ich meine mit einer endgültig technologisch entwickelten Welt noch immer eine endgültig technologisch entwickelte Welt, nicht 2040, sondern eher 2800... und selbst dann bleibt es ein abstraktes Gedankenspiel. Ich seh schon, dass ich mehr schreiben muss, vielleicht doch einen Roman, um den Terror und die Endgültigkeit richtig zum Leser zu transportieren. Ja, sobald ich mit dem aktuellen Manuskript fertig bin, setze ich mich dran. Also wehe, einer klaut mir jetzt die Idee...

Nö, die gibt es schon, von daher Razz Siehe Elysium.
Zitat:

Zitat:

Elysium

Den Film, oder? Das Mythologische hätte mich jetzt gewundert.. Ich hab den Film leider nicht gesehen.

Nein, der Film. Google mal. Beinah exakt deine Story.

Übrigens zu deiner Frage, welche Frau gerne ein Kind gebären würde, wenn es diese Tanks gebe: Ich zum Beispiel. Ich hätte unglaublich gerne eine Methode, das Kind absolut schmerzfrei aus mich rauszubekommen, aber austragen will ich mein süßes Ding selber, das würde ich keiner Maschine überlassen, solange meine Gesundheit es zuließe.


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scura
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Also der Text spricht mich an, deswegen antworte ich auch hier. Da er in der Werkstatt stehe, nehme ich an Kritikpunkte sind OK.

Zuerst - die Spaltung der Gesellschaft finde ich spannend, teilweise ist das auch heutzutage schon in Ansätzen zu beobachten. Obwohl es natürlich eine absolute Überspitzung und Überzeichnung ist.  Ich mag düstere Geschichten.

"Arbeiten"... ich sehe Menschen die im Bereich der Forschung oder Künste tätig sind durchaus als arbeitend an. Mir ist schon klar das du entgeltliche Arbeit meinst und dass sie nicht mehr darauf angewiesen wären.
Gleichzeitig würde ich gerne mehr wissen wie die Gesellschaft dieser Götter deiner Vorstellung strukturiert wird. Gibt es innerhalb dieser Götter welche mit sozialen höheren Status als andere? Gibt es eine Regierung oder einen Rat? Wie sieht es mit der Umwelt aus? Etc...

Wieso werfen die Götter den Menschen Rationen und Narkotika zu? Welches Ziel bzw. Zweck verfolgen sie damit?
Oder willst du damit verdeutlichen das die Beziehung zwischen den Menschen und Göttern ähnlich ist wie heutzutage bei Menschen und tierischen Straßenstreunern?
Haben alle Menschen im unteren Bereich resigniert? Oder gibt es noch Kämpfer? Gibt es Kriminalität?

Wieso suchen sich die Menschen nicht auch eine Beschäftigung? Wenn sie ohnehin mit dem nötigsten versorgt werden, also wieso fängt dann niemand an künstlerisch Tätig zu werden, Spiele zu spielen etc...

Du siehst den Text beschäftigt mich und wirft fragen auf.



Ach ja und wegen Tank und Schwangerschaften - ich habe ja zwei hinter mir. Ich fand sie wahrlich nicht so vergnüglich. Jedoch würde ich eine natürliche Schwangerschaft immer tausendmal vorziehen. Es gibt da so einige innige Momente, ich werde nie dieses kribbeln vergessen, wie Schmetterlingsflügeln im Bauch, als ich zum ersten mal spürte das sich mein Baby bewegt. Und die kleinen Föten nehmen durchaus schon einiges von ihren Umfeld war. Sie können schon ab der 19. Woche hören, etc... also wird wohl das Gehirn als solches auch schon durch die Reize die es im Mutterleib erfährt gebildet.


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scopie
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret,

ich werde mit diesem Text nicht so richtig warm.

Er ist zu vage, um mich zu berühren. In deinen Ausführungen wirst du zwar präziser, und gerade das wäre meines Erachtens im Text notwendig, um die Vision greifbarer zu machen; ganz konkret ist deine Vorstellung aber wiederum auch (noch) nicht, wie deine Kommentare vermuten lassen. Das eigentlich Dramatische kann sich wegen der Allgemeinplätze im Text kaum entfalten; Bilder wie das der künstlich-sterilen (Zukunfts)Welt oder das des hilflosen Unterschicht-Zombies sind so abgegriffen, dass sie auf mich in Kontexten wie diesen nicht mehr kraftvoll wirken. Der Pathos scheint die Unentschlossenheit überspielen zu sollen.

Ein paar kleine Anmerkungen zum Inhalt: Wenn die gesamte Unterschicht dermaßen in Schach gehalten wird, scheint mir so ein rebellischer Erzähler - selbst wenn er sich nur gedanklich sträubt - nicht realistisch. Und gäbe es ihn doch tatsächlich, würde er die Übermenschen nicht als "perfekt" bezeichnen, wenn er geistesgegenwärtig genug ist, die Situation auf der Welt einzuschätzen, und das Aussterben der Menschlichkeit kritisiert.
Auch allgemein stellt sich die Frage, was genau die Übermenschen sind, um welches Wertesystem es hier geht, dass sie darin als "perfekt" gelten (Welche Eigenschaften sind es wert, kultiviert zu werden?). Widersprüchlich scheint mir beispielsweise, dass diese Menschen zwar einerseits den Drang zur Überlegenheit haben, andererseits aber gerade das Unten auslöschen, durch das ihr Oben erst existieren kann. Wie verhalten sie sich, wenn es keine Konkurrenz mehr gibt, ihnen der Konkurrenzkampf aber quasi noch innewohnt; sind sie dann immer noch "perfekt"?

Wesentlich spannender als den Text finde ich die Fragen, die sich daraus ergeben. Deshalb spare ich mir an dieser Stelle erstmal weitere Gedanken und warte auf deine Tagebucheinträge oder andere Herangehensweisen an diese Form der Dystopie. Grundsätzlich sehe ich da schon Potential für ein interessantes Gedankenspiel, gerade im Hinblick auf ethische Fragen.

Liebe Grüße
scopie
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 21:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Da er in der Werkstatt stehe, nehme ich an Kritikpunkte sind OK.

Sie sind nicht OK, sie sind explizit erwünscht.

Zitat:
Er ist zu vage, um mich zu berühren. In deinen Ausführungen wirst du zwar präziser, und gerade das wäre meines Erachtens im Text notwendig, um die Vision greifbarer zu machen; ganz konkret ist deine Vorstellung aber wiederum auch (noch) nicht, wie deine Kommentare vermuten lassen. Das eigentlich Dramatische kann sich wegen der Allgemeinplätze im Text kaum entfalten; Bilder wie das der künstlich-sterilen (Zukunfts)Welt oder das des hilflosen Unterschicht-Zombies sind so abgegriffen, dass sie auf mich in Kontexten wie diesen nicht mehr kraftvoll wirken. Der Pathos scheint die Unentschlossenheit überspielen zu sollen.

Danke.
Der Text hier ist bis jetzt auch nur ein Entwurf und soll ein Gedankenspiel anregen. Ich hab die Vision noch nicht vollständig ausgearbeitet, hatte ich eigentlich auch nicht vor, weil ich kein Science-Ficition oder Zukunftsliteratur-Fan bin, und wollte dem Leser das Gedankenspielen für sich selbst überlassen, aber da die Ideen und alles hier so platt diskutiert werden, habe ich angefangen mir weitere und genauere Gedanken zu machen.

Zitat:
Wieso werfen die Götter den Menschen Rationen und Narkotika zu? Welches Ziel bzw. Zweck verfolgen sie damit?
Oder willst du damit verdeutlichen das die Beziehung zwischen den Menschen und Göttern ähnlich ist wie heutzutage bei Menschen und tierischen Straßenstreunern?

Zitat:

Aber wozu? Wozu sich sogar diese Mühe machen? Warum denken die Übermenschen überhaupt noch an die da unten? Wozu ihnen Nahrung bereit stellen? Egal, wer für für die Übermenschen erledigt.


So eine Spaltung vollzieht sich ja nicht auf einen Tag zum nächsten und Gesetze und Co. werden auch nicht auf einen Tag zum nächsten über den Haufen geworfen, die Entfremdung der Übermenschen von den letzten Menschen verläuft langsam, vielleicht sind sie rechtlich sogar anfangs noch gleichgestellt, weshalb der (Sozial)Staat sich um die Armen kümmert. Manche der Götter haben menschliche Cousins und Großväter, denen will man auch nicht unbedingt den Luxus der schönen, neuen Welt vorenthalten. Jobs verschwinden auch nur langsam und schrittweise. Anfangs gibt es noch Jobs und es wird noch dies und jenes von Menschen gemacht, aber irgendwann sind die Androiden zuverlässiger und billiger. (Ich glaube in Japan gibt es sogar bereits jetzt schon eine McDonaldsfiliale, wo Roboter bedienen.) Die Menschrechte verkümmern langsam und werden wohl erst zusammen mit den Menschen verschwinden, deren Verschwinden aber durch die Sterilisation vorangetrieben wird, denn warum sollte es noch normale Menschen in der Menschheit geben? Sie (wir) sind für die Götter, wie für den jetzigen Menschen ein Insekt und ein peinliches Relikt der Vergangenheit (um einen Vergleich aus dem Zarathustra herbeizuziehen: Was ist der Affe für en Menschen? Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham. Und ebendas soll der Mensch für den Übermenschen sein: ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham. Nicht das ich alles, was Nietzsche geschrieben hat oder die Idee vom Übermenschen unterstütze, aber irgendwo im Unterbewusstsein hat seine Lektüre, die aber auch schon drei Jahre zurückliegt, zusammen mit der der letzten National Geographic über Gentechnik diese Geschichte erzeugt. Als mir die Idee kam, saß ich übrigens gerade auf dem Klo... Obs eine Korrelation gibt, weiß ich nicht)

Zitat:
Jedoch würde ich eine natürliche Schwangerschaft immer tausendmal vorziehen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ein Wesen mit der mehrfachen Intelligenz eines heutigen Menschen, sich von solchen emotionalen und instinktgesteuerten Beweggründen dazu verleiten lassen würde, solche Strapazen auf sich zunehmen.

Zitat:
Gibt es Kriminalität?

Nein, also zumindest keine, die auffällt. Wenn die Überwachung sich immer weiterentwickelt, dann ist es irgendwann mal ja unmöglich etwas zu tun, ohne dass es von einem Computer registriert und ausgwertet wird.
Es gibt sogar bereits seit mehreren Jahren Programme, die Verbrechen vorhersagen. Die Technologie dafür reift noch, ist aber schon längst im Einsatz. Der Artikel ist bereits 2 Jahre alt: http://www.sueddeutsche.de/digital/ermitteln-mit-predictive-policing-algorithmen-polizei-software-soll-die-zukunft-voraussagen-1.2121942
Was auch möglich ist, ist ein ähnliches Szenario, wie in der Welt der Serie PsychoPass. Da tragen alle Menschen einen implantierten Chip als Personalausweis, der unter anderem auch ihren psychischen Zustand misst. Bei wem die Labilität oder der Kriminalitätskoeffizienz zu hoch sind, der wird auf Medikamente gesetzt, weggesperrt oder gleich erschossen. Das ist aber dann schon ziemlich Science-Fiction...


Zitat:
Widersprüchlich scheint mir beispielsweise, dass diese Menschen zwar einerseits den Drang zur Überlegenheit haben, andererseits aber gerade das Unten auslöschen, durch das ihr Oben erst existieren kann

Sollten sie sich ansonsten etwa einfach nur so Menschen wie Schafe halten, um ihre eigenen Egos aufzubauen? Das ist eine derat menschliche und emotionale Handlung, dass ich sie einem Gott nicht zutrauen würde, vielleicht habe ich aber auch zu viel Lovecraft und zu wenig in der Bibel gelesen.
Zitat:

Auch allgemein stellt sich die Frage, was genau die Übermenschen sind, um welches Wertesystem es hier geht, dass sie darin als "perfekt" gelten (Welche Eigenschaften sind es wert, kultiviert zu werden?)

Kann das ein Mensch überhaupt erfassen und sich vorstellen, der sich nicht auf dem kognitiven Level eines Gottes befindet?

Zitat:
Wenn die gesamte Unterschicht dermaßen in Schach gehalten wird, scheint mir so ein rebellischer Erzähler - selbst wenn er sich nur gedanklich sträubt - nicht realistisch. Und gäbe es ihn doch tatsächlich, würde er die Übermenschen nicht als "perfekt" bezeichnen, wenn er geistesgegenwärtig genug ist, die Situation auf der Welt einzuschätzen, und das Aussterben der Menschlichkeit kritisiert.

Er beweint die Tragödie des Untergangs der Menschheit, durchlebt eine pathetische Melancholie, sieht aber im gleichen Augenblick die objektive Wertlosigkeit und Unvermeidbarkeit. Das macht ihn zu einem passiven Nihilisten dh. er lebt im nihilistischen Abgrund, während die Übermenschen über ihm einen aktiven Nihilismus praktizieren und sich aus dem Abgrund erhoben haben. Damit passt diese Symbolik zusammen mit den zyklopischen Bauten und der Ober- und Unterschicht. Damit sind die Übermenschen, physikalisch, gesellschaftlich und psychologisch über dem Menschen.

Für diejenigen, die nicht mit Nietzsches Werk vertraut sind, hier einige (englische) Crashcourse:
https://www.youtube.com/watch?v=3EqorjVSdUI
https://www.youtube.com/watch?v=mWnmC4PaHHs

Unterschied zwischen aktivem und passiven Nihilismus auf Deutsch:
https://uebermensch.wordpress.com/2008/07/22/nihilismus-passiv-und-aktiv/

Wobei das jetzt auch nicht 1:1 auf meinen Text übertragbar ist. Nietzsches Ansichten und die dystopischen Visionen hier sind nicht das gleiche, nur einige Begriffe und Ideen überlappen sich. Der Begriff "letzten Menschen" hat bei Nietzsche auch eine etwas andere Bedeutung.


Zitat:
Wieso suchen sich die Menschen nicht auch eine Beschäftigung? Wenn sie ohnehin mit dem nötigsten versorgt werden, also wieso fängt dann niemand an künstlerisch Tätig zu werden, Spiele zu spielen etc...

Alles, was sie künstlerisch erschaffen können, wird von den Werken der Götter in den Schatten gestellt. Und sie spiele ja, betreiben Hedonismus (Narkotika) und leben vor sich hin, bis sie aussterben, aber entwicklungstechnisch treten sie auf der Stelle, es kann nur noch nach unten gehen. Das vegetieren und modern ist kulturell gemeint. Hmm.. muss ich vielleicht etwas genauer beschreiben. Die Menschen sind wie die Trägerraketen eines Spaceshuttels, die abgeworfen werden, wenn es den Orbit verlässt. Sie waren notwendig um nach oben zu kommen, aber dort sind sie wertlos.

Zitat:
Gleichzeitig würde ich gerne mehr wissen wie die Gesellschaft dieser Götter deiner Vorstellung strukturiert wird. Gibt es innerhalb dieser Götter welche mit sozialen höheren Status als andere? Gibt es eine Regierung oder einen Rat? Wie sieht es mit der Umwelt aus? Etc...

Ich glaube, man kann das kaum als Gesellschaft bezeichnen, eher eine Ansammlung von Inuviduuen, die alle auf Augenhöhe sind. Regieren kann ein Algorithmus übernehmen. Die Umwelt (jede Umwelt, Planeten, Sterne, Dysonsphären, Tiere alles) wird nach den eigenen Bedürfnissen geformt.
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 23:25    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab nicht alles in diesem Thread gelesen (ihr schreibt viel zu viel! Shocked ), aber hier ein paar Gedanken zum eigentlichen Text (und der obersten Postings):

Haben die Übermenschen keinen Sex? Es wundert mich, dass davon nix erzählt wird.

Wirst du erklären, wie du die Unsterblichkeit bewerkstelligst? Besonders bezüglich der Gentechnik würde mich da die Antwort interessieren. Im Prinzip sind ja "unsterbliche" Zellen gleichwertig mit Krebs. Wie funktioniert das im Zusammenhang mit dieser gottgleichen Vorstellung? Wie umgehts du das Problem mit den Telomeren?

Sterilisation (nicht -ung)... hm.... Greybeard hatte ein ähnliches Szenario, Children of Men auch (das gerne als Plagiat von Greybeard bezeichnet wird). Das vorgeschlagene Szenario des letzten Menschen gibt es schon in I am Legend. Setzt du dich von diesen ab?

Homo sapiens - Die Gattung wird immer groß geschrieben, die Art klein. Wenn du biologisch korrekt sein willst, solltest du einen solchen lateinischen Artnamen im gedruckten Text kursiv setzen.

Die Neandertaler wurden mit ziemlicher Sicherheit NICHT vom Homo sapiens ausgerottet. Die Arten lebten miteinander und paarten sich sogar fruchtbar. Bis heute sind Gene der Neandertaler in Spuren im Genom des modernen Menschen zu finden.

Es spricht mich insofern an, als dass ich Dystopien mag. Aber ich kenne einfach schon zu viele davon, sodass mir Parallelen sofort auffallen. Auch lässt es mich als Biologin stellenweise mit viel zu vielen Fragen zurück.


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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 10.09.2016 23:59    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wir schreiben nicht zuviel, du liest zuwenig...

Zitat:
Haben die Übermenschen keinen Sex? Es wundert mich, dass davon nix erzählt wird.

Sorry, dass ich keine Enzyklopädie über eine theoretische, aber trotzdem fiktive Welt verfasst habe. Die Frage ist, ob es, wenn man die genetische Modifizierung auf die Spitze treibt, soetwas wie Geschlechter überhaupt noch gibt? Und wozu Sex, man kann ein Organ oder ein Implantat erschaffen, dass auf Wunsch den Körper einfach mit Endorphinen flutet, wem man Wert auf Vergnügen legt. Die Fortpflanzung übernehmen Tanks und Maschienen für einen. Spart Zeit und Anstrengungen, man kann sich anderen Dinge widmen, wie Planeten umgestalten oder Sonnen in Dysonspähren stecken und Kunst, tranzendente Experimente und Erfahrungen, was auch immer so einen Gott zu beschäftigen vermag. Oder scheiße, man bastelt eine Matrix und steckt ein paar Menschen rein und spielt mit deren Psychen rum... Stell ich mir unterhaltsam vor.

Zitat:
Wirst du erklären, wie du die Unsterblichkeit bewerkstelligst? Besonders bezüglich der Gentechnik würde mich da die Antwort interessieren. Im Prinzip sind ja "unsterbliche" Zellen gleichwertig mit Krebs. Wie funktioniert das im Zusammenhang mit dieser gottgleichen Vorstellung? Wie umgehts du das Problem mit den Telomeren?

Sobald ich das weiß rufe ich dich sofort an und danach das Nobelpreiskomitee. Dieses Jahr sahne ich bei denen alle Preise in allen Kategorien ab, wenn ich mich mit dem Buch ranhalte.... Deswegen, weil man keine Antwort auf solche Fragen liefern kann, wollte ich mich mit den Übermenschen nicht in einem Roman auseinandersetzten, sondern höchstens mit den letzten Menschen. Die Intention war eher ein Gedankspiel anzuregen, als die Zukunft vorherusagen, okay, wobei, jetzt widerspreche ich mir selber, denn die Zukunft vorherzusagen, ist ja Teil des Gedankenspiels. Trotzdem Danke, dass du man mir zutraut, auf alles eine Antwort zu haben...

Zitat:

I am Legend

Der Film ist scheiße, das Buch genial und komplett anders, wollte ich nur mal am Rande erwähnen. Da errichten nämlich die Vampire eine neue, dem Menschen überlegene Zivilisation und der Hauptcharakter, der aussieht wie ein Feuchttraum Goebbels und auch noch Deutscher ist - im Gegensatz zu Will Smith - , wird am Ende in deren Hauptstadt gebracht... viel besser, als dieser plumpe, heroische und hoffnungsvolle Plot aus dem Film. Wie konnten sie es wagen, ihn gleich zu benennen...
Nein, die Bezeichnung "letzte Menschen" habe ich mir von Nietzsche geliehen, er bezeichnet mehr oder weniger die Schafe der Gesellschaft, also die angepassten, die den einfachen Triebenbefriedigungen fröhnen, die nicht selber denken und von den Übermenschen dominiert werden.
Wikipedia dazu:
Zitat:
Der letzte Mensch ist ein Ausdruck des Philosophen Friedrich Nietzsche in Also sprach Zarathustra. Er steht für den „christlich-demokratisch-sozialistischen“ Menschen, d. h. das schwächliche Bestreben nach Angleichung der Menschen untereinander, nach einem möglichst risikolosen, langen und „glücklichen“ Leben ohne Härten und Konflikte. Weil er aber kein Chaos mehr in sich trägt, kann er auch „keinen Stern mehr gebären“, das heißt, seine Kreativität ist erlahmt und er kann kein Ziel mehr fassen, das größer wäre als er selbst. Er wird daher als negatives Gegenstück zum Übermenschen vorgestellt. Im Nachlass sagt Nietzsche: „Der Gegensatz des Übermenschen ist der letzte Mensch; ich schuf ihn zugleich mit jenem.


Zitat:
Die Neandertaler wurden mit ziemlicher Sicherheit NICHT vom Homo sapiens ausgerottet.
Sorry, mein Fehler.
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BeitragVerfasst am: 11.09.2016 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

Leider weiß ich nicht, warum du dich gerade von meinen Anregungen und Hilfestellungen zu einer bissig-sarkastischen Antwort hinreißen lässt. Ich nahm fälschlicherweise an es ging in der Werkstatt um das gegenseitige Aufzeigen von eventuellen Fehlern oder Problemen. Confused

Verzeih, es kommt nicht mehr vor.


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BeitragVerfasst am: 11.09.2016 10:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret!

Ich denke, Corydoras spricht einige wichtige Dinge an. Dein Text wirkt eben (noch!) nicht wie ein "Gedankenspiel", sondern wie eine mehr oder weniger gedankenlos zusammengestellte Sammlung von mal hier, mal da aufgeschnappten Einzelheiten; die noch dazu ziemlich klischeehaft wirken. Das heißt nicht, du hättest dir keine Gedanken gemacht; das beschreibt die Wirkung des Textes auf mich als Leser.

Was nötig wäre, meiner Meinung nach: Weniger holzschnittartige Schlagworte ("Übermensch", "Olymp", Stahlbeton"), mehr Genauigkeit im Ausdruck  ("Gassen" und "zyklopische Bauten" im selben Atemzug?!) und vor allem der Mut, aus dem Vorgefundenen auf etwas eigenständiges hinzudenken. Denn das gelingt dir hier gar nicht, du bleibst dabei stehen, eine Auswahl aus dem zu treffen, was dir Filme, Bücher, Artikel etc. an Einzelheiten zur Verfügung stellen.

Gruß,

Soleatus
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BeitragVerfasst am: 14.09.2016 18:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Corydoras
Entschuldigung. Der Sarkasmus war nicht persönlich gemeint und ich schätz deine Beiträge sehr, bitte nicht beleidigt sein.

@Soleatus
Du hast Recht. Ich werde mich mit dem Text noch intensiver auseinandersetzten und ihn neu verfassen, sobald ich meine Ideen fertig ausgearbeitet habe.
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BeitragVerfasst am: 14.09.2016 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

Näh, ich bin nicht so schnell beleidigt, ich hab mich nur gefragt, was da passiert ist... Die Frage nach dem Sex stellte ich zB rein interessehalber, das war nicht einmal als Kritik gesehen. Und zwar deswegen, weil einfach viel Handeln von Menschen und Tieren im weitesten Sinne der Befriedigung des Sexualtriebs gilt. Das muss bei weitem nicht immer mit Fortpflanzung zusammenhängen!
Daher die Frage.

Der Rest waren eigentlich nur Anregungen bzw. Hilfestellungen (wie die richtige Schreibweise z.B.)

Mir ist schon klar, dass sich das Telomer-Problem nicht so einfach beheben lässt, erwartet auch niemand von einem Schriftsteller. Aber wenn du sagst "mit Magie", frage ich nach: "wie genau?". Wenn du sogar sagst "mit Gentechnik", dann will ichs erst recht exakt wissen! Denk dir doch einfach eine Prozedur aus. Die muss nicht zwangsläufig in der Realität umsetzbar sein. Du musst sie auch nicht im Detail erwähnen. Aber ein kurzer Wink, der über "mit Gentechnik" hinausgeht, zeigt, dass du dich mit dem Weltenbau auseinandergesetzt hast und ist für den technisch/naturwissenschaftlich interessierten Leser (und die hast du in dem Genre zuhauf) zu begrüßen.


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BeitragVerfasst am: 14.09.2016 21:40    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wenn du sogar sagst "mit Gentechnik", dann will ichs erst recht exakt wissen! Denk dir doch einfach eine Prozedur aus.
Ich weiß nicht, ob das wirklich notwendig ist. Star Trek zum Beispiel hat auch nie erklärt, was ein Warp-Antrieb sein soll und wie er im Detail funktioniert. Oder ein Transporter, und von den damit einhergehenden ontologischen Fragen zum Menschenbild mal ganz zu schweigen. Hat dem Mythos auch keinen Abbruch getan. Herr der Ringe erklärt auch nicht, wie Magie funktioniert, Harry Potter auch nicht, und Star Wars… was zur Hölle soll eigentlich ein LightSaber sein? Stehendes Licht, festes Plasma?

Nein, das passt schon, wenn man sowas offenlässt, meiner Meinung nach jedenfalls. "Richtig" erklären kann man es sowieso nicht, denn sonst würde man es auch erfinden können. Mir ist ein schlichter "mit Genetechnik" Hinweis jedensfalls lieber, als seitenlange pseudowissenschaftliche Erklärungsmodelle, wo sich jeder halbwegs wissenschaftlich interessierte Leser die Haare rauft.


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