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Federfarbenfee
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 42
Beiträge: 95
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 01.08.2016 00:16    Titel: Klappentextdilemma eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

Das ist mein erster Post in der Werkstatt und ich hoffe, ich bin hier richtig mit meinem Anliegen.

Der provisorische, reichlich schnarchige Klappentext zu meinem Romanprojekt "Am Anfang war Lila", das ich im Einstandsforum vorgestellt habe, liegt mir schon lange im Magen. Da ich meine Geschichte in Form eines Blogromans veröffentliche, kann ich die Kurzbeschreibung leider nicht bis zur Fertigstellung vertagen. Zudem möchte ich mit der Geschichte an einem Wettbewerb teilnehmen, der zwar in diesen Kreisen verpönt sein wird und bei dem ich sowieso keine Chance habe, der mir aber trotzdem einen zusätzlichen Motivationsschub verpasst.

Heute habe ich mir nun endlich ein Herz gefasst und mich an die Überarbeitung der bisherigen Fassung gemacht. Ich muss aber zugeben, dass mir Klappentexte brutal schwer fallen.

Ich möchte dieses Thema gerne losgelöst von dem Mammutthread im Einstandsforum behandeln.

Hier die ursprüngliche Version:

Chronische Schlaflosigkeit und nächtliche Panikattacken bringen Priska, eine neurotische Mittdreißigerin, an ihre physischen und psychischen Grenzen. Mit Hilfe eines seltsamen Besuchers aus vergangenen Tagen und ihrer vierjährigen Tochter stößt sie auf eine Spur, die sie zu den Ursprüngen ihrer Insomnie und sehr schnell an die Schwelle des Unvorstellbaren führt. Was sie in der sagen- und mythenumwobenen Bergwelt der Dolomiten, einem der Orte ihrer Kindheit, findet, ist nur der Anfang einer langen, abenteuerlichen und bisweilen verstörenden Reise.

Und hier die neue, hoffentlich nicht ganz so lahme Variante:

»Kurz, bevor sie zu sich kommt, spürt sie, dass der Druck auf ihrer Brust nachlässt. Als sie die Augen aufschlägt, sieht sie einen gekrümmten, dunklen Schatten an der Zimmerdecke. Mit spinnenartigen Bewegungen huscht er davon.«

Gegen Priskas chronische Schlaflosigkeit und nächtliche Panikattacken können auch Tabletten nicht mehr viel ausrichten. Doch erst, als ihre vierjährige Tochter plötzlich Gespenster sieht und kurz darauf in Lebensgefahr gerät, ist Priska bereit, Ursachenforschung zu betreiben. Ihr Mann Luis ist ihr dabei keine große Hilfe. Er kann oder will ihr nicht folgen in eine mystische Welt, jenseits der vertrauten Wirklichkeit. Aber dort wartet schon ein anderer: Ranieri, Priskas verstorbene Jugendliebe. Existiert er nur in ihren Träumen oder ist er real? So real, wie ein Geist es eben sein kann? Was ist echt und was Einbildung? Wo kapituliert der Verstand zugunsten des Wahnsinns? Gemeinsam mit ihrer Tochter begibt sich Priska auf eine Reise in ihre Vergangenheit. Und sie muss sich beeilen. Die Dunkelheit naht.

Ist schon ein wenig besser, hoffe ich, fetzt aber immer noch nicht so richtig.

Zu Hilfe!

Vielen Dank und LG
Mary

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Willebroer
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2673
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 01.08.2016 01:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mary,

die erste Frage zu einem Klappentext wäre: Wie viel Platz steht zur Verfügung? Bei einem Blogroman ist das wahrscheinlich unkritisch. Trotzdem spielt es eine Rolle, wie man den Text komprimiert.

Auf den ersten Blick scheint mir die erste Version etwas brauchbarer zu sein. Aber ich versuch's mal mit einem Vorschlag:

 
Selbst Tabletten helfen nicht mehr gegen Priskas Panikattacken und ihre chronische Schlaflosigkeit. Als ihre vierjährige Tochter plötzlich Gespenster sieht und auch noch in (große) Gefahr gerät, entschließt sie sich, einen ungewöhnlichen Weg zu gehen. Er führt sie nicht nur in die mythenumwobene Bergwelt der Dolomiten, sondern an die Grenzen der vertrauten Wirklichkeit. Sind es wirklich nur Träume, wenn ihr Ranieri erscheint, ihre verstorbene Jugendliebe? Oder ist er real, so real wie ein Geist? (Oder ist er so real, wie ein Geist eben sein kann?) Nur eines weiß sie genau: Sie hat nicht mehr viel Zeit.
alternativ: Nur eines ist sicher, das merkt sie bald: ...

Uuuungefähr so. Was ich ausgelassen habe, siehst du ja. Die Lebensgefahr für die Tochter sollte evt. konkreter benannt werden. Auch die eine oder andere Information könnte man vorsichtig wieder zufügen. Das Textzitat am Anfang würde ich weglassen oder auf den zweiten Teil reduzieren:

»Als sie die Augen aufschlägt, sieht sie einen gekrümmten, dunklen Schatten an der Zimmerdecke. Mit spinnenartigen Bewegungen huscht er davon.«   rot = weglassen

Der erste Satz ist nämlich unlogisch (etwas merken, bevor man zu sich kommt).
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Federfarbenfee
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 42
Beiträge: 95
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 01.08.2016 21:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Willebroer,

vielen Dank für Deine konstruktive Kritik! Da waren einige wertvolle Hinweise mit dabei und ich werde gleich versuchen, sie entsprechend einzuarbeiten.

Die erste Version ist wahrscheinlich weniger sperrig und auch etwas kürzer, aber trotzdem vages Gesülze.

Im neuen Klappentext habe ich versucht, klarer zu beschreiben, um was es eigentlich geht.

Laut verschiedener Quellen sollte ein Klappentext unter 200 Worten bleiben. Dieses Kriterium erfülle ich, aber vielleicht ist es trotzdem zuviel Blabla.

Luis möchte ich gerne im Klappentext mit drin haben. Er ist ein zentraler Charakter, der selbst eine überraschende Entwicklung vollziehen wird, und die Dreieckskonstellation Priska-ihr Mann - Ranieri soll zumindest angedeutet werden.

Priska geht in der Tat einen ungewöhnlichen Weg, aber sie hat keinen expliziten Plan. Es ist eher so, dass sie einer Spur aus Brotkrumen folgt - mit Zwischenstopp beim Hexenhaus. Wink
 
"Er führt sie nicht nur in die mythenumwobene Bergwelt der Dolomiten, sondern an die Grenzen der vertrauten Wirklichkeit." Diesen Satz übernehme ich sehr gerne - der ist super!

Hinsichtlich der Textstelle bin ich auch völlig bei Dir. Die lasse ich weg. Sie bietet dem Leser keinen echten Mehrwert. Der erste Satz des Zitates ist ein wenig aus dem Kontext gerissen. Aber Du hast recht: Ohne die Zusatzinfos erscheint er unlogisch.


Neuer Versuch:


Chronische Schlaflosigkeit und nächtliche Panikattacken bringen Priska an ihre physischen und psychischen Grenzen. Selbst starke Medikamente zeigen kaum noch Wirkung. Als ihre vierjährige Tochter plötzlich Gespenster sieht und kurz darauf in Gefahr gerät, beginnt sie endlich, ihren Problemen auf den Grund zu gehen. Ihr Mann Luis drängt auf eine Psychotherapie. Doch Priska lässt sich lieber von ihren Träumen und ihrer verstorbenen Jugendliebe Ranieri leiten. Existiert er nur in ihrem Kopf oder ist er real? So real, wie ein Geist es eben sein kann? Die Konflikte mit Luis häufen sich. Dennoch folgt sie weiter ihrem Weg, der sie nicht nur in die Vergangenheit und die mythenumwobene Bergwelt der Dolomiten, sondern auch an die Grenzen der vertrauten Wirklichkeit führt. Denn eines weiß sie genau: Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit.
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Leveret Pale
Geschlecht:männlichAutor

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Beiträge: 751
Wohnort: Jenseits der Berge des Wahnsinns


BeitragVerfasst am: 01.08.2016 22:01    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Chronische Schlaflosigkeit und nächtliche Panikattacken bringen Priska an ihre physischen und psychischen Grenzen. Selbst starke Medikamente zeigen kaum noch Wirkung. Als ihre vierjährige Tochter plötzlich Gespenster sieht und kurz darauf in Gefahr gerät, beginnt sie endlich, ihren Problemen auf den Grund zu gehen. Ihr Mann Luis drängt auf eine Psychotherapie. Doch Priska lässt sich lieber von ihren Träumen und ihrer verstorbenen Jugendliebe Ranieri leiten. Existiert er nur in ihrem Kopf oder ist er real? So real, wie ein Geist es eben sein kann? Die Konflikte mit Luis häufen sich. Dennoch folgt sie weiter ihrem Weg, der sie nicht nur in die Vergangenheit und die mythenumwobene Bergwelt der Dolomiten, sondern auch an die Grenzen der vertrauten Wirklichkeit führt. Denn eines weiß sie genau: Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit.


Das sind die Dinge, die ich rausstreichen würde, aber generell ist es schwer einen passenden Klapptext zu verfassen oder zu beurteilen, wenn man den Text nicht kennt. Ich hatte selber vor einiger Zeit das Problem und um ehrlich zu sein, hab ich dann zwei Seiten Werkstattthread, aber keinen brauchbaren Text. Denn musste ich am Ende alleine Finden. Geh mal für paar Wochen auf Abstand auf den Text und versuch dann die Ausgangsbasis der Handlung möglichst knapp zusammenzufassen und auf das essentielle runterzubrechen.
Die momentane Fassung wirkt aber bereits ganz gut. Daumen hoch²

Zitat:
Selbst Tabletten helfen nicht mehr gegen Priskas Panikattacken und ihre chronische Schlaflosigkeit.

Den Einstieg finde ich sehr gut! Besser als
Zitat:
Chronische Schlaflosigkeit und nächtliche Panikatt...
Schlafen  Langweilig!, schreit dabei irgendwo eine Stimme in meinem Kopf.
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Mara
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Beiträge: 131
Wohnort: Linz/Donau


BeitragVerfasst am: 01.08.2016 22:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ja - Klappentexte schreiben ist eine furchtbar schwierige Sache. Mein Eindruck: Die letzte Fassung ist schon deutlich besser. Ich persönlich finde allerdings ihren Ehemann und seine Rolle in der Geschichte, so wie du sie hier präsentierst, eher langweilig. Ich vermute allerdings, dass das im Roman gar nicht so ist. Vielleicht kannst du da noch mehr Spannung hineinbringen. Vielleicht hilft die Antwort auf die Frage: "Was ist wirklich der Konflikt zwischen Priska und ihrem Mann?"

Wenn der Ehemann hinein muss in den Klappentext, dann würde ich die Reihenfolge ändern: Du schreibst, dass sie sich entscheidet ihre Probleme zu lösen. Und im nächsten Satz, dass ihr Mann sie zur Psychotherapie schleppen will. Das passt für mich logisch nicht. Sie hat ja bereits mit der Lösung iher Probleme begonnen und somit offenbar einen Weg entdeckt, wie sie das machen will. Für mich wäre es schlüssiger, wenn zuerst die Info mit dem verstorbenen Jugendfreund kommt, und dann der Satz mit der Psychotherapie. Wobei die Frage ist, ob dieses Detail so wichtig ist für die Handlung, dass es in den Klappentext muss.

Zudem ist die Rolle ihres Mannes in deinen Klappentextversionen in meinen Augen ganz unterschiedlich dargestellt. In der aktuellsten Fassung wirkt es auf mich, als ob er Priska helfen will. Im Klappentext des Anfangsposts steht jedoch, dass er ihr keine große Hilfe ist.

Die von L.P. vorgeschlagenen Kürzungen hätte ich beim Lesen übrigens auch sofort vorgenommen.

Soweit mein ganz persönlicher Eindruck. Vielleicht hilft er ja ein bisschen.
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Federfarbenfee
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 42
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BeitragVerfasst am: 01.08.2016 22:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Leveret,

danke für Dein Feedback und die motivierenden Worte! Smile

Bei "endlich" schwebte mein Finger vorher auch unentschlossen über der Tastatur. Hau ich raus.

Ebenso wie die Frage "So real, wie ein Geist es eben sein kann?". Im Grunde liegt in diesem Kontext die Vermutung schon nahe, dass es sich bei dem verstorbenen Ranieri, so er denn real ist, um ein Geist oder Ähnliches handeln muss.

Das mit den Träumen ist allerdings essentiell für die Geschichte. Und ich möchte auch keinen in die Irre führen. Jemand, der mit Traumwelten nichts anfangen kann, wird mit meiner Geschichte nicht glücklich. Ich will ja die Richtigen anlocken (und die Anderen vorwarnen).

Keine Ahnung, was mich vorhin zurück zur faden Ursprungseinleitung geritten hat. Werde ich gleich abändern.

Die Textpartikel ein wenig setzen lassen, tut bestimmt gut. Allerdings finde ich Eure Anmerkungen bisher äußerst hilfreich. Ganz ehrlich!

Neueste Version also:

Selbst Tabletten helfen nicht mehr gegen Priskas Panikattacken und ihre chronische Schlaflosigkeit. Als ihre vierjährige Tochter plötzlich Gespenster sieht und kurz darauf in Gefahr gerät, beginnt sie, ihren Problemen auf den Grund zu gehen. Priskas Mann Luis drängt auf eine Psychotherapie. Doch Priska lässt sich lieber von ihren Träumen und ihrer verstorbenen Jugendliebe Ranieri leiten. Existiert er nur in ihrem Kopf oder ist er real? Die Konflikte mit Luis häufen sich. Dennoch folgt sie weiter ihrem Weg, der sie nicht nur in die Vergangenheit und die mythenumwobene Bergwelt der Dolomiten, sondern auch an die Grenzen der vertrauten Wirklichkeit führt. Denn eines weiß sie genau: Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit.
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Federfarbenfee
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BeitragVerfasst am: 01.08.2016 23:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Mara,

wow - da sind auch nochmal einige wertvolle Hinweise dabei! Danke! Smile

Du hast die verschiedenen Textversionen wirklich sehr genau gelesen und ich muss Dir in allen Punkten recht geben.

"Was ist wirklich der Konflikt zwischen Priska und ihrem Mann?"

Luis scheint der Ansicht zu sein, dass Priska unter paranoiden Wahnvorstellungen leidet und zudem ihre Tochter entsprechend beeinflusst. Sein pragmatischer Lösungsvorschlag: Psychotherapie. Priska fühlt sich von ihrem Mann, mit dem sie eine langjährige und ad dato harmonische Beziehung führt, verraten.

Erschwerend kommt hinzu, dass Luis sich im Zuge von Priskas "Fantastereien" nun auch noch mit ihrem toten Exfreund "herumschlagen" muss.

Für Priska wirkt es tatsächlich so, als ob Luis, bisher ihr Fels in der Brandung, sich gegen sie stellt.

Doch Luis ist der Charakter, der am wenigsten dem entspricht, was er zu sein scheint.

Allerdings weiß ich nicht, ob ich das wirklich schon im Klappentext mit einfließen lassen soll. Eventuell den Hauch einer Andeutung.

Du hast mir auf jeden Fall Stoff zum Nachdenken gegeben.

Und ich hoffe, dass ich in den kommenden Tagen mit einer Version aufwarten kann, welche Deine Aspekte berücksichtigt. Smile

Viele Grüße
Mary
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Willebroer
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2673
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 02.08.2016 01:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mary,

du kannst natürlich alles benutzen, wenn du möchtest. Nur um das klarzustellen.

Mir fiel noch auf, daß du schnell in Versuchung gerätst, Infos reinzubringen, die dir selber wichtig sind, die dem Leser aber nichts sagen.

Priskas Mann Luis drängt auf eine Psychotherapie. Das zum Beispiel. Es ist einfach zu naheliegend. Und über Luis sagt das gar nichts. Wenn du mit ihm Besonderes planst, solltest du dir das als Überraschung für den eigentlichen Text aufsparen - wenn Luis als Person plastischer geworden ist.

Außerdem: Lieber einen zentralen Konflikt herausstellen und sich darauf konzentrieren als mehrere.  

Es ist ein großer Unterschied, ob das Verhalten von Luis und ihr Verhältnis zu ihm die Geschichte tragen soll oder ob es die Frage der anderen Realität ist - Traum oder Wirklichkeit bzw. Traum oder "echter" Geist (wonach es bisher noch am ehesten aussieht). Oder vielleicht die Reise in die Vergangenheit und die geheimnisvollen Dolomiten mit irgendwelchen mystischen Einflüssen.

Jedes dieser Motive kann das tragende Element sein. Die anderen Themen würden dann keinesfalls entfallen, sondern etwas zurückstehen und quasi als "supporting actors" das Hauptmotiv mittragen. Natürlich auch für mehr Spannung sorgen (aber bitte NICHT für Verwirrung - außer für Prisca selbst).

Eine solche Prioritätensetzung sollte sich dann auch im Klappentext widerspiegeln. Nimm also die wichtigste Aussage und gebe sie in ein oder zwei Sätzen wieder. An diese kannst du dann weitere Informationen anhängen, die die Geschichte anschaulicher machen. Zum Beispiel die Dolomiten, selbst wenn sie keine so zentrale Rolle spielen und sogar austauschbar sind. Aber sie erzeugen ein Bild, in dem der Leser sich eher niederlassen kann als in eher abstrakten Begriffen wie "Angst", "Gefahr", "Traum oder Realität".

Im Idealfall enthält dann der Klappentext je einen Repräsentanten für jeden erzählerischen Aspekt: Person, Ort, Konflikt, Ausweg.

Beispiele:
Person: Prisca
Ort: Dolomiten
Konflikt: Traum oder "echter" Geist
Ausweg (natürlich nur als Andeutung): Reise in die Vergangenheit, Jugendliebe als Schutzengel, vielleicht doch eine Psychotherapie, neues Verhältnis zu Luis usw. usf.

Das war jetzt etwas abstrakt, aber es soll sich erst mal setzen.
Gruß
Wil.
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Diamond
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 287



BeitragVerfasst am: 02.08.2016 02:20    Titel: Antworten mit Zitat

Federfarbenfee hat Folgendes geschrieben:


1. Selbst Tabletten helfen nicht mehr gegen Priskas Panikattacken und ihre chronische Schlaflosigkeit.
2. Als ihre vierjährige Tochter plötzlich Gespenster sieht und kurz darauf in Gefahr gerät, beginnt sie, ihren Problemen auf den Grund zu gehen.
3. Priskas Mann Luis drängt auf eine Psychotherapie.
4. Doch Priska lässt sich lieber von ihren Träumen und ihrer verstorbenen Jugendliebe Ranieri leiten.
5. Existiert er nur in ihrem Kopf oder ist er real?
6. Die Konflikte mit Luis häufen sich.
7. Dennoch folgt sie weiter ihrem Weg, der sie nicht nur in die Vergangenheit und die mythenumwobene Bergwelt der Dolomiten, sondern auch an die Grenzen der vertrauten Wirklichkeit führt.
7. Denn eines weiß sie genau: Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit.


Hallo,

Ich habe Deine Sätze mal einzeln aufgestellt für den besseren Überblick.

Satz 1: Das "Selbst" am Anfang würde ich streichen und direkt mit der Protagonistin beginnen. Frage: Warum hat sie nur einen Vornamen? Ich würde das Leid formulieren, zB Priska leidet... Fertig ist der Konflikt.
Satz 2: Zu schnell umgeschwenkt. Sinnfrage: beginnt sie? Wer denn sie? Die Tochter? - ich nehme an, dass Du Priska meinst, aber dann gib ihr auch die Subjektstellung am Anfang des Satzes.
Satz 3: Wieder zu schnell umgeschwenkt. - Wenn Priska die Protagonistin der Geschichte ist, sollte ihr mehr als nur ein Satz gehören. Und viel zu kurz.
Satz 4: Wendung, damit die Protagonistin wieder im Vordergrund steht, bräuchtest Du nicht, wenn Du aus ihrem Mund sprechen würdest. Und warum gehört die Jugendliebe dahin? Da frage ich mich sofort, ob ihre Familie ihr unwichtig ist.
Satz 5: Warum eine rhetorische Frage in einem Inhaltsblitzlicht? Der Satz ist wieder zu kurz.
Satz 6: Konflikte- darunter kann ich mir als Leser nichts vorstellen.
Satz 7: Wieder Wendung: Dennoch folgt sie...
Satz 8: Denn... Wozu auch noch begründen?

Ich würde den Klappentext überdenken, für mich zeichnet er das Bild einer Protagonistin, der alles egal zu sein scheint, solange sie sich durch ihre Welt träumen kann. Da würde ich als Leser das Buch sofort zurücklegen.

VG Diamond
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Die Drahthexe
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Beiträge: 19



BeitragVerfasst am: 02.08.2016 03:19    Titel: Antworten mit Zitat

Darf ich auch mal einen Klecks Senf dazugeben?
In Deinem Text steht alles Wichtige drin, aber es ist noch nicht "sexy" genug verpackt.
"Schlappe" Stellen sind für mich:
- chronische Schlaflosigkeit (chronisch ist langweilig)
- in Gefahr gerät (ungenau)
- ihren Problemen auf den Grund zu gehen (alltäglich)
- drängt auf eine Psychotherapie (nicht dramatisch genug)
- die Konflikte mit Luis häufen sich (alltäglich)
- Denn eines weiß sie genau: Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit (OK, aber: wieso?)

Freundlich grinsend grüßt
Die Drahthexe


_________________
"The light works. The gravity works. Anything else we have to take our chances with." (Douglas Adams)
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jon
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Alter: 53
Beiträge: 250
Wohnort: Leipzig


BeitragVerfasst am: 02.08.2016 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

Mich verwirrt das Ganze eher. Ein Teil ist zu allgemein und irgendwie erscheint alles nicht logisch. Ich argwöhne da einen genauso wirren Text dahinter.

Ich bediene mich mal Diamonds Vorarbeit:

Zitat:
1. Selbst Tabletten helfen nicht mehr gegen Priskas Panikattacken und ihre chronische Schlaflosigkeit.
2. Als ihre vierjährige Tochter plötzlich Gespenster sieht und kurz darauf in Gefahr gerät, beginnt sie, ihren Problemen auf den Grund zu gehen.
3. Priskas Mann Luis drängt auf eine Psychotherapie.
4. Doch Priska lässt sich lieber von ihren Träumen und ihrer verstorbenen Jugendliebe Ranieri leiten.
5. Existiert er nur in ihrem Kopf oder ist er real?
6. Die Konflikte mit Luis häufen sich.
7. Dennoch folgt sie weiter ihrem Weg, der sie nicht nur in die Vergangenheit und die mythenumwobene Bergwelt der Dolomiten, sondern auch an die Grenzen der vertrauten Wirklichkeit führt.
8. Denn eines weiß sie genau: Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit.


1: Im Resttext gibt es keinen Hinweis, warum die Tabletten wichtig sind. Also wie vorgeschlagen: „Priska leidet unter …"
2: Wo ist da der Zusammenhang? Ist Priska schuld an der Gefahr? Dann das erwähnen! Führt ihr das Ereignis vor Augen, dass sie eine Fehler gemacht hat? Wenn ja, welchen? Wenn es keinen Zusammenhang gibt, das Ganze quasi nur Anlass ist, dann weglassen!
3: Warum? Weil sie ihren Problemen auf den Grund geht? Er hätte darauf drängen sollen, bevor sie das von selbst begann, oder?
4: Warum? Weil sie nie macht, was Luis sagt, weil sie damit schon erste Erfolge hat, weil es sich richtig anfühlt? / Das klingt nicht nach "Problemen auf den Grund gehen", sondern wie "das ist das/ein Problem" (Weltfremdheit, Traumtänzerei, Halluzinationen u. ä.)
5: Wenn er tot ist, kann er - bzw. sein Ratgeben - nicht real sein. / Wer fragt das? Sie sich nicht, denn sie lässt sich ja von ihm leiten, zweifelt sein Realsein also nicht an.
6: Welche?
7: Warum? Erfolge? Innerer Zwang? Oder doch nur Anti-Luis-Haltung?
8: Was droht? Irgendein Unheil für die Tochter, für Priska selbst oder für die ganze Welt?


Um ehrlich zu sein: Ich kann mit den vorherigen Versionen bedeutend mehr anfangen.


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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt. (Klaus Klages)
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 02.08.2016 14:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
1: Im Resttext gibt es keinen Hinweis, warum die Tabletten wichtig sind. Also wie vorgeschlagen: „Priska leidet unter …"


Priska leidet unter... ist aber imho ziemlich trocken und langweilig Schlafen und lässt mich auch instinktiv die Augen verdrehen "Ah sie leidet. Meeh", während Selbst Tabletten helfen nicht mehr.. ausdrückt: "Oh, das ist etwas ernstes." und für mich persönlich mehr Interesse am Weiterlesen aufkeimen lässt.
Show don´t tell.
Der Klapptext muss nicht unbedingt inhaltlich und sprachlich 100% richtig sein, sondern vor allem den Leser neugierig machen.

Wobei hier die Frage noch wichtig ist, ob das hier wirklich der Klapptext ist oder der Text für die Buchrückseite. Sind beides verschiedene Texte, was man nicht vergessen sollte. Der Buckrückseitentext muss Neugier wecken, während der eigentlich Klapptext im Buchinneren ausführlichere Informationen liefert.
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Diamond
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BeitragVerfasst am: 02.08.2016 16:05    Titel: Antworten mit Zitat

@leveret
Wenn ich es ganz ernsthaft betrachten möchte und nicht als Kunst, dann sage ich ganz kritisch: es gibt immer Tabletten, die helfen. Jeder Arzt kennt sie und Schlaflosigkeit ist Schlaflosigkeit, aber sie selbst kann meiner Meinung nach nicht chronisch sein, weil sie das Produkt einer oder mehrerer Ursachen ist und diese wiederum können einen chronischen Verlauf nehmen. Demnach wäre schon die erste Aussage des Klappentextes eine Theorie, die der Realität nicht standhält. Aber wie gesagt... Künstlerische Freiheit. Und es ist auch tatsächlich so, dass Menschen ernsthaft an Schlaflosigkeit leiden können. Die Frage ist doch aber: ist diese Schlaflosigkeit der rote Faden des Romans? Und so wie der Klappentext geschrieben ist, scheinen die Tabletten im Vordergrund zu stehen, im ersten Satz das zweite Wort, sehr stark betont. Wenn es richtig knallen soll, würde ich statt Tabletten Tavor schreiben, ich bezweifele aber, dass die Protagonistin dann noch in der Lage ist, zu handeln. Und wenn Tavor auch nicht mehr hilft gibt es Valium, und dann könnte die Tochter Recht haben, wenn sie plötzlich ein Gespenst sieht, das nur noch fern an ihre Mütter erinnert.
VG Diamond
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Federfarbenfee
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BeitragVerfasst am: 02.08.2016 17:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zunächst vielen Dank an Euch alle für die größtenteils konstruktive Kritik, auf die ich später noch näher eingehen werde.

Da im letzten Diskussionsbeitrag von Diamond jedoch so einige Halbwahrheiten salopp und wenig zielführend aus der Hüfte geschossen wurden, ziehe ich die Beantwortung dieses Kommentars vor:

Gleich vorweg schicken möchte ich, dass ich selbst an primärer, chronischer Insomnie leide - eine Diagnose, die ich schwarz auf weiß habe - und das schon seit über 10 Jahren.

Hier passt im Übrigen die sachliche Feststellung "Ich leide an...". Im "Werbetext" für meinen Mysteryroman weniger, denke ich. Viel zu dröge, um den Leser neugierig zu machen.

Jedenfalls habe ich selbst unzählige Tabletten durch. Von den bekannten Z-Drugs, über schlafanstoßende Antidepressiva, Melatonin und Neuroleptika.

Tavor wird Dir kein Arzt gegen eine chronische, ja, noch nicht einmal gegen eine akute Schlafstörung verschreiben, egal, wie kaputt Du bist. Ich weiß, wovon ich spreche. Tatsächlich habe ich die mich behandelnde Schlafmedizinerin einmal angefleht, es mir zu rezeptieren. So am Ende war ich. Doch ich bin froh, dass sie es nicht getan hat. Tavor macht im höchsten Maße abhängig und hat auch noch einige weitere unschöne Nebenwirkungen im Schlepptau.

Valium ist kein Schlafmedikament, sondern ein Beruhigungsmittel. Hat mir nie ernsthaft etwas gebracht.

Was kurzzeitig hilft, sind die sogenannten Z-Drugs. Beispielsweise Zopiclon. Allerdings lässt die Wirkung im Laufe der Zeit nach. Dafür steigt das Suchtpotential.

Für eine chronische Insomnie daher auch keine Lösung. Gegebenenfalls lässt sich das Zopiclon mit gewissen Intervallen zwischen den einzelnen Einnahmen längere Zeit nutzen. Natürlich nur in Rücksprache mit dem Arzt. Doch dann steigt trotzdem die Gefahr, dass das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt wird. Was bei mir übrigens schon mal der Fall war.

Schlafanstossende Antidepressiva hatten bei mir nicht mal einen Placeboeffekt, was daran liegt, dass meiner Insomnie KEINE Depression oder anderweitige psychische Erkrankung zugrunde liegt. (Ja, mit Therapien, Schlaflabor etc. pp. habe ich auch Erfahrung.)

Zu meinen persönlichen Hintergründen möchte ich mich jetzt aber nicht weiter äußern. Hier geht es um eine fiktive Geschichte mit reichlich übersinnlichen und phantastischen Elementen und nicht um eine pseudowissenschaftlich Psychoanalyse. Priska ist auch nicht mein Alter Ego. Trotzdem fließen meine Erfahrungen rund um die Schlaflosigkeit in ihre Figur und den Roman mit ein.

Auch für diesen letzten Kommentar bin ich dankbar, denn er zeigt mir, dass das Wörtchen "chronisch" doch unverzichtbar ist. Kurzfristige Schlafstörungen sind gut behandelbar, langfristige weniger. Und ja, da steckt meist mehr dahinter.

Mit dem ersten Satz möchte ich zum Ausdruck bringen, dass Priska massive Probleme hat, die sie angehen muss. Solange die Symptome einer Schlafstörung noch mit Tabletten in den Griff zu bekommen sind, mag der Leidensdruck noch nicht so gewaltig sein. Verdrängungsmechanismen tun ihr Übriges und so lässt sich für eine gewisse Zeit ganz gut über die Runden kommen. Sobald jedoch auch Medikamente nicht mehr helfen, sollten wirklich die Alarmglocken schrillen und das Problem endlich an der Wurzel gepackt werden. Für Priska braucht es aber noch den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Und das sind die Geschehnisse rund um ihre Tochter.


Bis später.

Mary
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Federfarbenfee
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BeitragVerfasst am: 02.08.2016 18:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

PS: Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein unvoreingenommener Leser aus meinem Klappentext schließt, dass es sich bei der Geschichte selbst um einen Diskurs in Sachen Medikamente und Tablettenmissbrauch handelt. Das ist doch sehr an den Haarspitzen herbeigezogen, mit Verlaub gesagt.
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 02.08.2016 18:17    Titel: Antworten mit Zitat

Da stimme ich Federfarbenfee in allen Punkten zu.

Naja, bis auf einen Punkt:

Benzos (und Barbiurate) werden heutzutage tatsächlich von keinem verantwortungsbewussten Arzt mehr gegen Insomnie verschrieben. Allerdings sind die von dir erwähnten Z-Drugs genauso GABA-ereg und haben ein genauso hohes Abhängigkeitspotential wie die alten Benzodiazepine. Der einzige Vorteil gegenüber ihnen ist, dass die Z-Drugs erstens nicht ganz so angenehm von der Wirkung sind, dass sie zum Missbrauch verführen wie die Benzos und dass sie den Schlaf an sich nicht so sehr stören dh. man bekommt noch genug REM-Phasen und ist am nächsten Tag wirklich erholt wohingegen bei Benzos der Tag darauf etwas foggy sein kann...
Und Valium ist wie Tavor ein Benzo, sogar ein noch stärkerer..
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Diamond
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BeitragVerfasst am: 02.08.2016 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

@ Federfarbenfee
Ich wollte mit meinem Kommentar weniger erreichen, dass Du deine Krankenakte öffnest und daraus vorträgst. Tavor ist kein Schlafmittel, das ist richtig, Valium auch nicht, und ja, abhängig machen sie beide, genau wie Benzos, wie zB zopiclon. Am Anfang dämmern sie und später putschen sie auf. Ich kenne Fälle, die man mit diesen Mitteln ruhig gestellt hat und die dann auch zum Schlafen kamen, aber da jeder Arzt anders behandelt, ist das nicht zu pauschalisieren. Ich habe mir das ja nicht ausgedacht, sondern es sind reelle Fälle, von denen ich weiß. Im selben Atemzug habe ich auch geschrieben, dass auch Schlafstörungen einem Ursache- und Wirkungsprinzip folgen. Manchmal sind die Ursachen schwer zu finden, ich wollte ja auch nicht in Abrede stellen, dass Schlafstörungen nicht chronisch sein können, deshalb schrieb ich "meiner Meinung nach", andernfalls hätte ich es steif und fest behauptet. Und was das mit dem Klappentext zu tun hat, habe ich auch geschrieben: Es ist der Fokus, die Betonung im ersten Satz. Was der Leser interpretiert, kann ich natürlich nicht vorhersagen, ich habe nur mitgeteilt, wie es auf mich wirkt. Das muss ja nicht für alle gelten. Und ich glaube auch, dass Du mich komplett falsch verstanden hast. Mit dem Wort Tabletten ist an der Oberfläche gekratzt, es könnten auch Hustenbonbons sein, mit denen man versuchen kann, Schlafstörungen einzudämmen. In dem Klappentext also würde die Art der Tabletten den Konflikt verstärken, der Text wird präziser. Aber da ich denke, dass der personelle Bezug, den Du zu dieser Geschichte hast, stark ausgeprägt ist, macht es für mich keinen Sinn, hier auf sachlicher Ebene den Klappentext zu kritisieren. Ich möchte schließlich niemandem auf den Schlips treten.
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 02.08.2016 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

Warum sollte man spezifizieren? Ich glaube, wenn man schreibt, dass selbst Tabletten nicht mehr helfen, kann sich der Leser darunter vorstellen, dass der Betroffene alles Mögliche bereits ausgetestet hat. Wenn er liest, dass selbst Tavor nicht mehr hilft, dann wird er sich am Kopf kratzen und sich entweder fragen, warum sie dann nicht etwas anderes ausprobiert oder was zur Hölle Tavor ist. Mein Gott, dass ist ein Roman, kein Sachbuch.
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Diamond
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Beiträge: 287



BeitragVerfasst am: 02.08.2016 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist doch jedem Autor selbst überlassen, wie er seinen Konflikt darstellt und beschreibt oder gestaltet. Deshalb steht auch nirgends: Du musst das jetzt so machen. Und es muss ja nicht Tavor sein, das war ein Beispiel, weil Tavor so aggressiv wirkt wie Schlafstörungen selbst.
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Federfarbenfee
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BeitragVerfasst am: 02.08.2016 20:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Diamond hat Folgendes geschrieben:

"... Tavor ist kein Schlafmittel, das ist richtig, Valium auch nicht, und ja, abhängig machen sie beide, genau wie Benzos, wie zB zopiclon. Am Anfang dämmern sie und später putschen sie auf. Ich kenne Fälle, die man mit diesen Mitteln ruhig gestellt hat und die dann auch zum Schlafen kamen, aber da jeder Arzt anders behandelt, ist das nicht zu pauschalisieren. Ich habe mir das ja nicht ausgedacht, sondern es sind reelle Fälle, von denen ich weiß. Im selben Atemzug habe ich auch geschrieben, dass auch Schlafstörungen einem Ursache- und Wirkungsprinzip folgen.


Sich ruhig stellen zu lassen, um schlafen zu können, ist für Priska keine adäquate Lösung. Langfristig schon gar nicht. Natürlich folgen Schlafstörungen einem Ursache-Wirkungsprinzip. Um die Ursachenfindung geht es hier ja gerade. Auch wenn die Hintergründe bei Priska eher ungewöhnlicher Natur sind, um es vorsichtig zu formulieren. Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmal dezent darauf hinweisen, dass es sich um einen phantastischen Roman handelt.

Was die Spezifikation der Tabletten in der Kurzbeschreibung angeht, schließe ich mich Leveret Pale an.

Ansonsten denke ich, dass wir das Tablettenthema ausreichend erörtert haben. Wink

LG
Mary
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Diamond
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Beiträge: 287



BeitragVerfasst am: 02.08.2016 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Federfarbenfee hat Folgendes geschrieben:
Um die Ursachenfindung geht es hier ja gerade. Auch wenn die Hintergründe bei Priska eher ungewöhnlicher Natur sind, um es vorsichtig zu formulieren.


Warum steht das nicht so im Klappentext? Das wäre die Lösung. Konflikt und Ziel in einem Satz. Andeuten wie der Konflikt gelöst wird im nächsten. Schon ist Spannung erzeugt.
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Federfarbenfee
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Beiträge: 95
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 02.08.2016 20:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Willebroer,

vielen Dank für Deine hilfreichen Anregungen!

Das zentrale Leitmotiv ist die Suche nach den Ursachen für die Panikattacken, die Insomnie und einer noch nicht wirklich greifbaren, übernatürlichen Bedrohung, mit der sich nun auch Priskas Tochter konfrontiert sieht.

Die Dolomiten sind tatsächlich ein, wenn nicht sogar DER zentrale Schauplatz.

Mein allererster Klappentext konzentriert sich auf diese Grundidee. Allerdings erscheint er mir zu vage und nicht dynamisch genug. Ich werde versuchen, Deine Tipps zur Veranschaulichung zu beherzigen.

Inzwischen tendiere ich auch dazu, die "Nebenkonflikte" wieder aus der Kurzbeschreibung zu entfernen.

Trotzdem überlege ich, wie ich Luis zumindest kurz erwähne. Mein erster Klappentext erweckt scheinbar bei manchen Lesern den Eindruck, dass Priska alleinerziehend ist. Das möchte ich vermeiden. Zudem bieten "Dreiecks-Konstellationen" für viele Leser(innen) offensichtlich einen besonderen Reiz. So zumindest der Tenor meiner bisherigen Leserschaft. Und da mein Klappentext ja vor allem darauf abzielen soll, Leser zu gewinnen, bin ich halt versucht, dieses Spannungsverhältnis kurz zu erwähnen.

Ich werde in mich gehen... Smile

Viele Grüße
Mary
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