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Abyssidias


 

 
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agu
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 44
Beiträge: 1698
Wohnort: deep down in the Brandenburger woods


BeitragVerfasst am: 09.07.2016 23:23    Titel: Abyssidias eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
ich arbeite an einem neuen Fantasy-Projekt und würde mich über Feedback zum Einstieg freuen. Funktioniert der, macht der Lust auf mehr? Oder eher nicht?

Besten Dank schon einmal!

---------------------------------------------------------------------------

AURELIUS

Der erste Herbststurm des Jahres trieb den Fremden ins Tal.
 Die Böen knickten Bäume und fegte die Wolken am Horizont zu schwarzen Gebirgen zusammen, und als der Fremde die ersten Hütten des Dorfes passierte, entlud sich die Finsternis in einem Hagelschauer, der Haselsträucher und Viehunterstände zertrümmerte.
Der Fremde ritt einen dreckverkrusteten Schimmel, und einer der Bengel, die ihn schon am Taleingang erspäht hatten, schwor, dass das kein Schlamm war, der an den Hufen der Mähre klebte. Das ist Blut, erzählte er allen im Dorf. Ich schwör’s, und dieser Gestank, wie auf dem Schlachtfeld… und dann verzog er das Gesicht, als müsste er sich übergeben. Dabei hatte er noch nie ein Schlachtfeld mit eigenen Augen gesehen. Im Dorf hörten sie nur ferne Geschichten vom Krieg, wenn ein Händler oder ein verirrter Reisender durchzog und im Wirtshaus Gräuelmärchen gegen kalten Braten und Bier tauschte.
Das Tal lag zu tief im Gebirge, um von Söldnertrupps behelligt zu werden. Die einzige Verbindung zur Außenwelt bildete ein schmaler Saumpfad, und der war im Winter unpassierbar. Im Sommer wucherte das Gras so hoch, dass man schon wissen musste, wonach man suchte. Die einzigen, die regelmäßig hier hoch ritten, waren der gräfliche Steuereintreiber und der Verrückte, der in den Bergen Pilze sammelte, für die sie in den Städten im Süden angeblich ein Vermögen zahlten.
Doch nicht mehr um diese Zeit des Jahres.
Auf den Gipfeln war längst Schnee gefallen und trieb die Wolfsrudel hinunter, während Unwetter die Bäche in reißende Strudeln verwandelten.
Aber der Fremde hatte sich weder von Wölfen noch von tosenden Furten aufhalten lassen. Er ritt ins Dorf, leicht vornüber gesunken im Sattel, als würde er dösen. Ein schwarzer Ledermantel fiel ihm zu beiden Seiten über die Stiefel, so dass man nicht sagen konnte, ob eine Waffe vom Gürtel hing. Doch wehrlos war er nicht. In der Sattelrolle steckten zwei Schwerter, die Aufsehen erregten.
Die ersten Hagelkörner prasselten auf den Boden, gerade als er seinen Gaul durch die große Pfütze zwischen dem Schweinepferch und Elias‘ Hütte trieb. Er ritt am Pferch vorbei und suchte Schutz unter den großen Blutbuchen auf der anderen Seite. Dort saß er ab und wartete mit hochgeschlagenem Kragen, während sich rings um ihn Eisbrocken in den Schlamm gruben, die so groß wie Taubeneier waren. Donner grollte über den Berggipfeln. Durch die schwarzen Wolken irrlichterten Blitze.
Elias‘ Witwe kauerte mit ihrer Base hinter dem halbblinden Fensterchen und starrte zum Fremden auf der anderen Straßenseite, wo er mit den Schatten der Baumkronen verschmolz. Später faselte sie etwas von schwarzer Magie, deren Gestank sie angeblich noch durch den Hagelsturm riechen konnte. Und dass die Quelle des Übels nur der Hexenmeister sein konnte, mit seinen zwei verfluchten Schwertern und der weißen Schindmähre, an deren Hufen das Blut Unschuldiger klebte.
Am nächsten Tag redete das ganze Dorf darüber, dass ein Warlock das Tal mit seiner unheiligen Aura berührt hatte, in seinem Kielwasser die tobenden Elemente. Der Hagel hatte zwei Ziegen erschlagen und die Apfelernte verwüstet. In der Spinnstube tratschten die jüngeren Mägde in wohligem Schauer, dass der Dämonenbeschwörer gar nicht alt und knochig gewesen war wie in den Märchen, sondern groß und breitschultrig. Mindestens sechs Fuß, behauptete eine. Und schwarze Locken, die ihm dicht auf die Schultern stießen. Die verführerische Fratze des Bösen, schimpfte die Alte, die sie beaufsichtigte. Die Mädchen kicherten hinter vorgehaltenen Händen. Dabei war keine ihm nah genug gekommen, um zu sehen, ob es stimmte, dass Warlocks ihre Gesichter mit verbotenen magischen Symbolen tätowierten, die sie bei Vollmond mit Blut nachzeichnen mussten, damit sie ihre Hexerkräfte nicht einbüßten.
Jungfrauenblut.
Die Mädchen kicherten noch mehr.
Der alte Jonas erspähte den Fremden, kurz nachdem der Sturm abgeflaut war. Er hütete die Schafe des Dorfes und hatte die Tiere rechtzeitig vorm Hagel in eine Höhle getrieben, auf deren Boden Schafsmist aus vier Generationen festgetreten war. Die Kaverne gähnte oben am Hang auf der anderen Talseite, wo Jonas den ganzen Sommer verbrachte. Von seinem Holzklotz, auf dem er die meisten Tage saß und schnitzte, konnte er den Pfad überblicken, der sich durch den Talausgang schlängelte, in einem Bach verschwand und am anderen Ufer in steilen Serpentinen zum Pass hochführte.
Gerade als er sich ins Freie wagte, um die Sturmschäden in Augenschein zu nehmen, sah er weit unten die dunkle Gestalt auf dem Apfelschimmel. Die Schultern des Reiters waren nach vorn gesunken. Jonas überlegte noch, ob er ihm zurufen sollte, dass der Gipfelweg unpassierbar war. Am Pass war eine Lawine runtergekommen, aber Schnee und Eis würden ihn schon vorher zur Umkehr zwingen. Der Weg war selbst bei gutem Wetter gefährlich, aber um diese Jahreszeit war es Selbstmord, die rutschigen Kehren hochzusteigen.  
Der Fremde verschwand zwischen zwei Felsen und tauchte kurz vor dem Bach wieder auf. Statt in die Furt zu reiten, glitt er aus dem Sattel.
Die Art, wie er sich bewegte, hielt Jonas jedoch davon ab, sich bemerkbar zu machen. Im Reflex duckte er sich hinter einen Weißdornbusch. Er musste plötzlich an die großen Raubkatzen denken, vor denen sogar die Wölfe Reißaus nahmen. Jonas kannte jeden Stein hier oben. Er hütete die Schafe, seit er ein kleiner Junge war. Die Berglöwen waren scheue Einzelgänger, aber Jonas hatte so viele Jahre auf den Abhängen verbracht, dass er mehr als einmal einen gesehen hatte. Zum Glück immer nur aus sicherer Entfernung. Normalerweise mieden sie Menschen. Doch wenn man sie in die Enge trieb, verwandelten sie sich in furchterregende Bestien.
Der Mann, der seine Füße setzte wie eine dieser schattenhaften Katzen, zog zwei lange Schwerter aus der Sattelrolle und schnallte sie sich über Kreuz auf den Rücken. Er musterte die Felshänge auf beiden Seiten, als suche er etwas. Jonas duckte sich noch tiefer.
Schließlich gab er dem Pferd einen Klaps auf die Kruppe, dass es sich hinunter zum Bachufer trollte. Er verschwand zwischen Ginsterbüschen und wilden Brombeeren. Jonas wartete noch eine Weile, aber der Mann tauchte nicht wieder auf. Nur das Pferd rupfte seelenruhig Gras am Bachufer. Da wusste Jonas, dass der Fremde gar nicht über den Pass wollte, sondern in die Klamm. Die verfluchte Klamm und die Schattenglasmine, um die sich die alten Geschichten rankten. Nur zwei Bewohner des Tals wussten, wo der Eingang sich befand, und Jonas war einer davon.  
Er hinkte zurück zu den blökenden Schafen und öffnete das Gatter, mit kalten Fingern, ohne wirklich wahrzunehmen, was er tat. Seine Brust fühlte sich an, als hätte er anstelle des Herzens einen Eisklumpen darin.
In der Ferne grollte Donner. Das Unwetter war weitergezogen, doch hatte einen schrecklichen Schatten zurückgelassen. Jonas starrte einen Moment lang hoch zu einem Raubvogel, der in den böigen Winden auf und abglitt. Er berührte seinen Talisman und verspürte zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder Angst.

12Wie es weitergeht »


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Tjana
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BeitragVerfasst am: 10.07.2016 00:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko
Schön, mal wieder einen Text zu lesen, bei dem man sich auf seine Wirkung konzentrieren kann, ohne (na gut, nicht ganz ohne, aber nur an wenigen Stellen) von Verbesserungsimpulsen unterbrochen zu werden.
Mir gefällt die Sprache, der Aufbau.
Angenehm unerzählte Hinweisen lassen mich die Geschichte verorten, in zeitlicher wie in räumlicher Hinsicht.
Andeutungen, dass es sich nicht (nur) um ein historisches Setting handelt, sondern tatsächlich paranormale Phänomene eine Rolle spielen, folgen, kommen aber nicht zu spät.
Der alte Jonas ist fein gezeichnet. Ich will wissen, was er alles hinter sich und nun (wieder?) vor sich hat.
Für mein Lesen ein gelungener  Einstieg, der Lust auf mehr gemacht hat.
LGT
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agu
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 44
Beiträge: 1698
Wohnort: deep down in the Brandenburger woods


BeitragVerfasst am: 10.07.2016 03:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

... und falls wer nach dem ersten Abschnitt noch mag, geht es hier direkt weiter:


Aurelius legte den Kopf in den Nacken und lauschte auf die Schreie des Falken. Der Hagelsturm war das dritte schwere Unwetter in vier Tagen, und er hatte es satt zu frieren. Eine Nacht am Feuer reichte nicht, um das schwere Leder des Mantels zu trocknen, und selbst wenn, wäre es kurze Zeit später doch wieder eingeweicht.
Daheim in Graubergen hatten sie geteerte Kapuzen, die Ross und Reiter vorm Regen beschirmten. Aber in der restlichen Welt schien diese einfache Technik unbekannt zu sein. Sogar die Legionäre des Kaisers schleppten sich tropfnass von Lager zu Lager und litten an Unterkühlung und Fieber, weil sie sich gegen die Elemente des Nordens nicht zu schützen wussten. Er war nahe daran, kehrt zu machen und einem Bauern unten im Tal eine Decke und einen Topf Harz abzukaufen.
Falls sie nicht Türen und Fenster von innen vernagelten, wenn er erneut im Dorf auftauchte. Zu Anfang hatte ihn das verstört, doch allmählich gewöhnte er sich daran. In Graubergen hatten die Leute ihn und seine Männer mit Wärme empfangen. Dort war er allerdings auch ein Leutnant der Grenzgarde gewesen; und die Bergbauern wussten, dass nur die Grenzer zwischen ihnen und den mordlustigen Wilden von der anderen Seite der Mauer standen.
Hier dagegen schraken die Leute vor ihm zurück, wie vor einer unsichtbaren Gefahr. Dabei unterschied er sich äußerlich durch nichts von einem gewöhnlichen Söldner. Aber sie schienen instinktiv zu spüren, dass da mehr war, als man mit den Augen sehen konnte.
Schwer vorstellbar, dass ausgerechnet dieses Land die Glasformer hervorgebracht hatte, die die Wunder von An-Tian erschufen. Aber das war, lange bevor der Tempel begonnen hatte, Magie als Blumen des Bösen zu brandmarken. Ob die Dörfler ahnten, auf was für einem Schatz sie saßen? Aurelius bezweifelte es. Der Pfad zur alten Dunkelglasmine war so zugewachsen, dass er sein Schwert brauchte, um sich durchs Unterholz zu hacken. In diese Schlucht hatte seit Jahren niemand einen Fuß hineingesetzt. Beim Schatten, er wäre am Durchschlupf einfach vorbeigeritten, hätte Druss Rothklinge ihm nicht präzise beschrieben, wonach er suchen musste. Obwohl es noch früh am Tag war, herrschte hier drinnen Dämmerung. Die Felsen ragten so hoch auf, dass er den dünnen Streifen Himmel nur erahnen konnte. Mit jedem Schritt rückten sie weiter zusammen. Nebelschwaden wogten um seine Füße, Brombeerranken ließen ihn stolpern. Er war froh, dass der Mantel ihn vor den Dornen schützte. Ab und an hörte er Donnergrollen, aber zu seiner Erleichterung entfernte sich das Gewitter. Er hatte keine Lust, hier drin von einem weiteren Wolkenbruch überrascht zu werden.
Schließlich wurde die Klamm so eng, dass er sich seitlich zwischen den schrundigen Wänden hindurchquetschen musste. Er nahm die beiden Schwertgehänge ab und hielt sie am ausgestreckten Arm, weil er sich nicht am scharfen Stahl verletzen wollte, wenn er sie zwischen sich und dem Fels einklemmte. Kaltes Wasser tropfte ihm in den Kragen. Er fluchte und schob sich weiter. Unmöglich, dass das der einzige Zugang war. Es musste noch einen anderen Weg geben. Wie sonst hatten sie Männer und Material hin und her transportiert, als die Mine noch in Betrieb gewesen war?
Der Falke schrie wieder.
Aurelius schwitzte inzwischen, trotz der Kälte. Auf den Rückweg freute er sich nicht.
Als er schon glaubte, umkehren zu müssen, weitete sich die Klamm plötzlich wieder. Er stand in einem fast kreisrunden Kessel mit unnatürlich glatten Wänden. Der Boden bestand aus Kieseln und Schutt. Vielleicht der Grund eines lange versiegten Wasserfalls. Die Nebelschwaden gingen ihm jetzt bis zu den Knien. Es roch nach Moos und Feuchtigkeit und … überreifen Birnen.
Er erstarrte mitten in der Bewegung. Seine Sinne spannten sich mit einem Ruck. Plötzlich erschienen alle Konturen schärfer, alle Geräusche lauter. Er hörte Tropfen, die am Gestein herunterliefen und zu Boden platschten. Das leise Knirschen von Steinchen, die sich unter einem unsichtbaren Gewicht verschoben. Der süßliche Gestank fauliger Birnen überlagerte alles andere. Wie war es möglich, dass ihm das zuvor nicht aufgefallen war?
Dunkelglasmagie. Und zwar jede Menge.
Aber wo?
Er blickte sich hektisch um. Versuchte herauszufinden, wo die Falle zuschnappen würde. Ob er womöglich schon hineingetappt war.
Sehr langsam zog er erst das eine, dann das andere Schwert blank. Er ließ die Scheiden zu Boden fallen. Der Nebel verschluckte sie. Ein Funkeln im Augenwinkel. Er fuhr herum. Nichts. Nur der Wind, der mit tausend Stimmen flüsterte. Ein Kichern, oder bildete er sich das ein?
Er machte einen Schritt zur Seite und noch einen, darauf bedacht, dass er mit dem Rücken zum Fels stand.
Auf der anderen Seite des Kessels gähnte ein Schlund, eine schwarze Öffnung, die vage Ähnlichkeit mit einem Torbogen hatte. Oder einem gezähnten Maul.
Der Birnengeruch machte ihn schwindlig.
Ein ganzes Gebirge aus Dunkelglas – wäre kein Wunder, wenn sie Wachen installiert hätten. Uralte Zauber, von den Schritten eines Fremden aus ihrem Schlaf geweckt. Und jetzt wisperten sie und kicherten und vibrierten voller Vorfreude.
Aurelius war kein Glasmagier, aber er hörte das Glaslied lauter als gewöhnliche Menschen. Und gerade jetzt schrillte es so misstönend in seinem Kopf, dass er unwillkürlich die Augen zusammenkniff. Die Schwerter lagen ihm vertraut in den Händen, aber ihr Gewicht beruhigte ihn nicht. Noch immer konnte er nichts sehen. Da war nur das Gefühl drohenden Unheils, das mit jeder Sekunde stärker wurde. Der Nebel schwappte um seine Knie wie ein lebendiges Wesen.
Noch ein Schritt.
Unter seinen Stiefelsohlen ein Knistern, das er zuvor nicht bemerkt hatte.
Plötzlich verstand er. Er stürzte los, auf den gähnenden Eingang zu. Unter seinen Füßen splitterte Glas. Er spürte die Scherben, das Kriechen und Winden, geschliffen scharf, das Leder der Stiefel eine schwache Barriere. Vor seinen Augen tanzten schwarze Punkte. Alles drehte sich. Er musste aus dem verfluchten Nebel heraus und der einzige Weg führte in den schwarzen Rachen des Berges.
Den er früher oder später ohnehin betreten musste.
Also konnte er es ebenso gut gleich tun, mit verflucht-wer-weiß-welchen Glaskreaturen auf den Fersen. Etwas verhakte sich in seinen Mantelschößen, umschlang seine Stiefel, schnitt durch das Leder und ließ ihn vor Schmerz aufkeuchen. Blind stieß er die Veldenklinge nach unten, die Druss ihm wiederbeschafft hatte. Was einem Wunder gleichkam – und ihn daran erinnerte, den Greis nicht zu unterschätzen. Er hielt keinen Moment inne, nicht einmal, um sich umzusehen. Schnelligkeit war seine einzige Chance und er wusste ohnehin, was hinter ihm durch den Nebel jagte. Die Klinge traf auf Widerstand. Glas explodierte in einem hellen Piiing. Sein Fuß war wieder frei, aber etwas landete auf seinem Rücken. Er fuhr hinter sich und streifte es ab. Das Funkeln war nun überall. Zu schnell, um etwas zu erkennen, aber es reichte zu wissen, dass sie Krallen und Zähne hatten. Der süßliche Birnengestank war überwältigend.
Sie klebten nun überall, verbissen sich in seinen Ärmeln, auf den Schultern, schnappten nach ungeschützter Haut. Er tauchte in die Finsternis, raus aus dem Nebel. Sobald er festen Grund unter den Füßen spürte, blieb er stehen. Er riss sich eine der winzigen, geflügelten Kreaturen aus den Haaren und schleuderte sie auf den Boden, wo er sie zertrat. Mehr krochen an ihm hoch, gruben sich durchs Leder, fanden Blut. Ein blendend weißer Schmerz explodierte in seiner Schulter und ließ ihn für einen Augenblick taumeln. Er fing sich wieder, ließ die nutzlose Stahlklinge fallen, fuhr mit bloßer Hand zwischen die Bestien und fetzte sie herunter, schlug sie im Fall mit der Veldenklinge entzwei. Es war ein wütendes, verzweifeltes Gemetzel und er schrie Flüche in die Schwärze, um seine eigene Stimme zu hören. Das süßlich stinkende Flüstern der Glasscherben brandete unentwegt gegen seinen Geist und er musste es übertönen, um nicht den Verstand zu verlieren.
„Stirb endlich!“, keuchte er. „Stirb – “, und rammte das Schwert durch eine Kreatur, die größer war als alle anderen und sich aus den Glasscherben aufs Neue formte. Er ahnte sie im Dunkel mehr, als dass er sie sah. Der Hieb ließ sie explodieren. Sein Mantelkragen fing den Großteil der Splitter auf, aber ein paar trafen ihn im Gesicht.
Und dann fiel Stille auf ihn herab wie ein schweres Tuch. Das Flüstern und Kichern war verstummt, alle Magie aus dem Glas gewichen. Schwer atmend ließ er sich zu Boden sinken. Der Birnengestank hatte sich so plötzlich verflüchtigt, wie er gekommen war.
Alles, was vom Alptraum zurückblieb, waren Myriaden feiner Glasstückchen auf dem Boden, die immer noch knirschten, wenn er sich bewegte. Aber ihre Kraft war verbraucht. Die Veldenklinge hatte sie zerschmettert, und Aurelius wollte nicht darüber nachdenken, wie das möglich war.
Er konnte im Dunkeln nichts sehen, aber spürte, dass seine Hand aus vielen kleinen Schnitten blutete. Im Gesicht war ebenfalls Blut, es rann ihm als warmes Rinnsal über die Wange. Aber er hatte nicht das Gefühl, dass die Verletzungen tief waren. Er musste zurück zum Pferd, ein Lager aufschlagen, die Wunden versorgen. Auch die an der Schulter und den Beinen, wo die Kreaturen sich durchs Leder gefetzt hatten. Bleierne Erschöpfung sickerte ihm in die Knochen, wie immer, wenn nach einem Kampf die Anspannung verflog. Wolle und Leder klebten ihm nasskalt auf der Haut. Er sehnte sich heftig nach einer warmen Unterkunft und einem trockenen Bett, aber wusste, dass er beides auf absehbare Zeit nicht kriegen konnte.

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Tjana
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BeitragVerfasst am: 10.07.2016 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Agu, du bist es also? Und warum so schnell das Inkognito gelüftet?

Ich habe auch den zweiten Teil gern gelesen, doch kommt er mir weniger sorgfältig vor.
Textarbeit gehört hier nicht hin, deshalb lege ich den Finger mal nur auf Logikfehler im Plot:

Zuerst:
Zitat:
Er ließ die Scheiden zu Boden fallen. Der Nebel verschluckte sie.

Dann:
Zitat:
Die Schwerter lagen ihm vertraut in den Händen,

geht nicht.

und später nochmals bei einer anderen Waffe:
Zitat:
... ließ die nutzlose Stahlklinge fallen,

Zitat:
... und fetzte sie herunter, schlug sie im Fall mit der Veldenklinge entzwei.

Zitat:
... und rammte das Schwert durch eine Kreatur

auch da scheint im Kampfgetümmel etwas übersehen worden zu sein. wink


Trotzdem bleibe ich gespannt, wie es weitergeht – wenn du ihm denn wenigstens eine der Waffen lässt Mr. Green
LGT


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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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agu
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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Wohnort: deep down in the Brandenburger woods


BeitragVerfasst am: 10.07.2016 18:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Tjana,
lieben Dank für die Rückmeldung! den Inkognito habe ich eher zufällig aufgelöst Wink ... ist mein erster Inkognito-Post überhaupt, und ich schätze, ich habe überlesen, dass man es nicht rückgängig machen kann, wenn man draufklickt ... was nicht daran liegt, dass es nicht groß und breit drunterstehen würde.

Das mit den Schwertern passt (er hat zwei, trägt sie schon beim Betreten des Vorhofs (mit Scheide) in der Hand, zieht sie raus, lässt das Lederzeug fallen (aber behält die Waffen). Später wirft er auch noch die Stahlklinge weg, behält aber die andere (die Veldenklinge), weil nur die was gegen die Glasmagie ausrichtet (was später noch mal ausführlicher behandelt wird).
Allerdings kam ich durch Deine Anmerkung drauf, dass das Ganze etwas unübersichtlich ist, deshalb habe ich es schon dahingehend umgeschrieben, dass er sich die Lederharnische nach Passieren der Engstelle wieder umhängt - damit muss er sie nach Ziehen der Waffen gar nicht fallen lassen und das beseitigt eine potentielle Verwirrung smile


Liebe Grüße,
Andrea


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Meine Bücher:
Engelsbrut (2009 Sieben, 2011 LYX) | Engelsjagd (2010 Sieben) | Engelsdämmerung (2012 Sieben)
Die dunklen Farben des Lichts (2012, SP)
Purpurdämmern (2013, Ueberreuter)
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Choice / als Chris Portman (2014, Rowohlt)
Wie man ein Löwenmäulchen zähmt / als Eva Lindbergh (2016, Droemer Knaur)
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Piratin
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BeitragVerfasst am: 12.07.2016 14:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andrea,

ein Einstieg, der mir inhaltlich sehr gefällt - insbesondere der zweite Teil. Beim direkten Anfang empfinde ich es als ein wenig zu berichtend, da würde mir eine klare Perspektive besser gefallen. Im zweiten Teil hat er die Schwerter schon rausgezogen, um durch den engen Durchgang zu gehen, ohne sich an der scharfen Schneide zu verletzen, also kann er sie danach nicht erst aus der Scheide ziehen.
Was mich ein wenig wundert: Hat er nicht an diesem verlassenen Ort mit einem Dunkelglasangriff förmlich rechnen müssen? Also darauf vorbereitet sein müssen? Den Birnenduft finde ich großartig Smile
Liebe Grüße
Piratin


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Michel
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BeitragVerfasst am: 12.07.2016 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Okay, jetzt verstehe ich, warum das so routiniert klang.
Habe insbesondere Teil 1 genussvoll verschlungen. Der Beginn setzt sich von den meisten Anfängen deutlich ab, liest sich nicht nach Kochbuch, sondern, hm, literarischer. Gab es da nicht vor einiger Zeit einen Alpenwestern im Kino? Der Text ist eine spannende und ungewöhnliche Melange, ein wenig "Mann im Salz", ein wenig "High Noon". Gefällt mir sehr.

Deshalb war ich am Anfang von Teil 2 etwas enttäuscht, als der geheimnisvolle Fremde mir auf einmal viel persönlicher vorgestellt wurde. Natürlich brauche ich irgendwann (irgendwann bald) den Zugang zum Protagonisten, aber der Schnitt kam mir etwas plötzlich.

In der Kessel-Szene verirre ich mich optisch noch ein wenig. Den gähnenden Schlund habe ich erst beim zweiten Lesen wahrgenommen. Gegen Glas zu kämpfen - großartig, genau wie der Birnengeruch.
Bitte weiter. Bitte mehr.
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nothingisreal
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BeitragVerfasst am: 14.07.2016 23:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Agu,

ich habe jetzt nur den ersten Teil gelesen.

Drei Sachen ... nein, vier habe ich zu sagen:


Zitat:
Ich schwör’s


Das erinnert mich an die coolen Kids von heutzutage: Ey, Alter, ich schwör’s, ey.

Das riss mich total raus.

Zitat:
Statt in die Furt zu reiten, glitt er aus dem Sattel.


Da er die ganze Zeit nach vorne gebeugt saß, so als ob er döste, glaubte ich, er würde tot aus dem Sattel fallen. Was dann sofort mit seiner Eleganz kollidierte.

Insgesamt: Ich stehe - meine persönliche Meinung - nicht auf solche Einstiege. Für mich muss am Anfang gleich etwas passieren, sonst werde ich ungeduldig. Später im Buch können solche Passagen dagegen durchaus vorkommen. Aber wenn mich die Story nicht gleich packt ... Hier habe ich weiter gelesen, weil du es bist - wärst du noch Inko hätte ich weg geklickt. Erst als ein Beobachter hinzukam, wurde es für mich interessant. Davor fiel es mir auch schwer, Bilder vorzustellen, weil ich einfach endlich richtige Handlung haben wollte. Was da die Mädchen zu kichern haben, was die Alte Witwe zu sagen hat, wird vielleicht mal bedeutend sein, mich hat es in dem Moment überhaupt nicht interessiert. Wie gesagt, meine persönliche Meinung.

Und der letzte Punkt: Ist natürlich absolut schön und routiniert geschrieben. Hab da nicht viel zu meckern.

LG NIR


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"Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten." - William Somerset Maugham
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BlueNote
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BeitragVerfasst am: 15.07.2016 06:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hi agu!

Macht der Ausschnitt Lust auf mehr, fragst du? Mir nicht! Was aber nicht viel heißt ...

Bin ich doch überhaupt keine Anhänger des Genres.

Ich erkläre dir mal andeutungsweise, warum es mir so schwer fiel, den Einstieg zu lesen. Im ersten Satz bereits ein Genreklischee: der Femde. OK! Das Übliche: Ich soll neugierig gemacht werden. Wer ist der Fremde (die Machart ist im ersten Satz schon erkennbar)? Den zweiten Satz musste ich mehrfach lesen, immer wieder ansetzen, um den Sinn und die Zusammenhänge überhaupt zu verstehen, was hauptsächlich an der Häufung des Plurals lag. Dann natürlich: Der Fremde, der Fremde, der Fremde. Die Sprache ist ... genremäßig (?) überhöht. In mir wehrt sich alles, weiterzulesen. Die "aufgedonnerte" Szenerie, die Geheimniskrämerei, die künstliche Sprache, die (vorhersehbare) Machart.

Mir gefällt's also (grundsätzlich) nicht, obwohl ich weiß, dass du gut schreiben kannst. Mein Wunsch wäre deswegen, du würdest etwas anderes schreiben und dich nicht mit so einer verqueren Fantasiewelt abgeben und nicht im Stile einer Auftragsarbeit mechanisch alle erdenklichen Genrenotwendigkeiten erfüllen und somit Referenzen oder Vorbilder lediglich zu kopieren. Für mich ist so eine Schreibe seelenlos, beinhaltet sie doch nichts eigenes und bedient lediglich berechnend und zielgerichtet einen Massengeschmack zur Erzielung eines größtmöglichen finanziellen Gewinns.
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Stefanie
Dichter und Denker


Beiträge: 1063



BeitragVerfasst am: 15.07.2016 11:03    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmal grundsätzlich: Gefällt mir, ich möchte mehr davon lesen.

Was mich am Anfang sehr irritiert, ist, dass man ständig als Leser nah rangeholt und wieder auf Distanz gebracht wird.
Wetterbeschreibung - Distanz, dann der Fremde, eine Figur, der man folgen kann, dann wieder etwas mehr Distanz (Beschreibung durch Dritten, nicht direkt), dann Hintergrundinfo über das Dorf, die einen von dem Moment noch weiter wegführt.
Dann kommt ein zeitlicher Sprung - später, am nächsten Tag, es geht auf einmal um die Dorfbewohner, die man aber nicht näher kennenlernt.
Zurück zu dem Tag, wo der Fremde vorbeireitet. Hintergrundinfo über das Leben des alten Jonas und so weiter.

Man hüpft irgendwie ständig hin und her, es gibt keinen klaren Faden, dem man folgen kann.
Als die Geschichte ins Laufen kommt und man den Fremden näher kennenlernt, wird es besser.
Ich würde die Geschichte und vor allem die Informationsvermittlung anders strukturieren  bzw teils weglassen. Mus man zB wirklich in dem Moment wissen, dass der alte Jonas die Schafe schon von kleinauf hütet?
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KanKan
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Beiträge: 12
Wohnort: Frankfurt


BeitragVerfasst am: 20.07.2016 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Du kannst auf jeden Fall toll schreiben, mir sind beim ersten Lesen keine großen Schnitzer aufgefallen und der Text liest sich sehr - ja, professionell. Ich bin ja selbst noch Anfänger, aber ich lese viel und man merkt, dass du weißt, was du tust.
Was mich jetzt nicht so anhebt ist der auktoriale Einstieg. Das hat was Filmisches, was ansich gut ist, aber es zieht mich nicht so richtig rein. Mir würd's glaube ich besser gefallen, wenn der Anfang aus der Sicht eines speziellen Dorfbewohners oder einer Familie erzählt wäre, die eben diesen Fremden sehen und du nicht so viel hin und her springen würdest zwischen den Eindrücken verschiedener Personen und dann wieder "Nahaufnahmen" des Reiters.
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Municat
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Alter: 51
Beiträge: 360
Wohnort: Zwischen München und Ingolstadt


BeitragVerfasst am: 22.07.2016 12:31    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich habe definitiv Lust auf mehr!

Ich mag das Genre generell und ich mag Deine Art zu erzählen. Aurelius und die Art und Weise, wie er mit seinen beiden Schwerten umgeht und von den Dörflern betrachtet wird, erinnert mich ein wenig an Geralt - was absolut nicht abwertend gemeint ist. Ich liebe die Geschichten von Andrzej Sapkowski. Die Gegener, mit denen es Aurelius in der Klamm zu tun bekommt, heben sich auch sehr deutlich von den Wesen ab, mit denen sich Geralt herumschlagen muss.

Die beiden Abschnitte erzeugen Spannung, formen Bilder in meinem Kopf und erklären, was erklärt werden muss ohne dabei aufegesetzt zu wirken.

Ich bin neugierig auf den Rest.


_________________
Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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Friling
Schreiberassi


Beiträge: 45



BeitragVerfasst am: 27.07.2016 10:01    Titel: Antworten mit Zitat

Die Szene mit Aurelius finde ich stark. Verwirrend und spannend zugleich. Ich kann mir gut den Geruch der Birnen vorstellen und vermute, es hat was mit Glasmagie zu tun und nicht mit vergorenen Früchten. Der Geruch ist in mir auch lebendig, weil ich gestern abend hier selbst vergorenen Apfelsaft rumstehen hatte. Smile  Die Splitter sind unangenehm und das Leid des Protagonisten wird zu meinem.

Beim ersten Teil hatte ich Schwierigkeiten. Zuerst war ich unangenehm verwirrt von der Situation. Hatte keinen roten Faden. Ich lese es ja als normale Geschichte und nicht als experimentelle Literatur. Die Figuren und die Dortsituation gefallen mir. Einiges kam mir dann wieder wie ein Prolog oder Bericht vor, was mein Spannung lähmte.

Zitat:
Die Böen knickten Bäume und fegte die Wolken am Horizont zu schwarzen Gebirgen zusammen, und als der Fremde die ersten Hütten des Dorfes passierte, entlud sich die Finsternis in einem Hagelschauer, der Haselsträucher und Viehunterstände zertrümmerte.


Hätte ich diesen langen Satz zu Beginn meines Textes geschrieben, hätte definitiv viele hier gesagt, dass ich ihn kürzen solle. Außerdem hätte man mir gesagt, dass ich doch bitte auf die Grammatik achten solle. "fegte" muss Plural.
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agu
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BeitragVerfasst am: 30.07.2016 13:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen lieben Dank euch allen für die Eindrücke und Rückmeldungen, die ich superinteressant finde. Die beiden Abschnitte sind tatsächlich sehr unterschiedlich, der erste literarischer (wenn auch manchen noch nicht literarisch genug), der zweite im Duktus moderner Unterhaltungslektüre geschrieben. Ich persönlich mag die Mischung ganz gern, bevorzuge es aber, dass der literarisch-erzählerische Anteil klein bleibt bei solchen Büchern. Also sich z.B. auf einen Prolog oder kleine Abschnitte zwischen den Kapiteln beschränkt, die das persönliche Erleben der Figuren dann z.B. in einen größeren Bezug rücken. Sapkowski, (@Municat - ja, den lese ich schon lange) den ich als Autor sehr bewundere, macht das z.B. meisterlich.

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Engelsbrut (2009 Sieben, 2011 LYX) | Engelsjagd (2010 Sieben) | Engelsdämmerung (2012 Sieben)
Die dunklen Farben des Lichts (2012, SP)
Purpurdämmern (2013, Ueberreuter)
Sonnenfänger (2013, Weltbild)
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agu
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BeitragVerfasst am: 30.07.2016 19:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Piratin - die Schwerterverwirrung habe ich mittlerweile umfassend überarbeitet, ihr habt mich alle überzeugt, dass das nötig war Wink

@Michel - Den Übergang zwischen einem - nennen wir es literarischerem Einstieg und dann der Perspektive im Protagonisten finde ich, ist immer schwierig. Ich persönlich mag diese etwas weiter ausgezoomten, ruhigen Anfänge (auch wenn das viele anders sehen) und freue mich, mal einen Gesinnungsgenossen zu finden.

@Nothingisreal - falls Du noch Zeit und Lust hast, kannst Du ja doch noch mal einen Blick in den zweiten Teil werfen ... das ist die Antithese zum ruhigen Einstieg. Eventuell wird der Anfang dann doch eher der Actionteil aus strikt personaler Perspektive, wenn ich der Meinung der Mehrheit folge ...

@Bluenote - ist okay, dass Du das Genre nicht magst. Ich weiß, Du vertrittst eher das entgegengesetzte Ende vom Spektrum.
An einer Stelle muss ich allerdings einhaken: Mit Auftragsarbeit hat das nichts zu tun. Im Gegenteil, ich habe (leider) eher das Problem, dass meine Bücher, obwohl in Unterhaltungs-Genres angesiedelt, nur sehr bedingt bis gar nicht den Massengeschmack treffen, denn sie verkaufen sich nicht. Oder wenn, dann nur in homöopathischen Dosen.
Gerade so etwas wie Fantasy schreibe ich aus purem persönlichem Lustgewinn heraus, da ich inzwischen weiß, dass es nahezu unmöglich ist, das bei einem Verlag unterzubringen.

@Stefanie und KanKan - ich sehe, Ihr fügt der Waagschale zugunsten des direkten personalen Einstiegs aus Prota-Sicht noch zwei weitere Gewichte hinzu Wink

@Municat - nun ja, an Geralt kommt man praktisch nicht vorbei, wenn man Fantasy liest. Und wie ich vorhin schon schrieb, ich mag Sapkowski sehr. Nicht nur wegen seines charismatischen Helden, sondern auch weil seine Bücher erfrischend anders sind, aufgrund des slawischen Kulturhintergrunds (aka der vom typisch angelsächsischen Repertoire deutlich abweichenden Sagen- und Märchenwelt, die in seinen Weltenbau reinspielt) und wegen seiner direkten und handfesten Erzählweise. Es liest sich so ... kernig. Irgendwie lebensnah.
Also ja, ich müsste lügen, wenn nicht auch ein Stückchen Geralt in dem Helden steckt; aber nicht nur. Das Setting ist in der Tat ein ganz anderes.

@Friling - der erste Satz... ich weiß smile


Liebe Grüße und danke für eure Mühe und das Lesen,
Andrea


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Michel
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BeitragVerfasst am: 30.07.2016 19:34    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
@Municat - nun ja, an Geralt kommt man praktisch nicht vorbei, wenn man Fantasy liest.
Ich schon, nach einem ersten Versuch. Aber ich find' ja auch Sanderson prima. lol
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agu
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BeitragVerfasst am: 30.07.2016 21:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
@Municat - nun ja, an Geralt kommt man praktisch nicht vorbei, wenn man Fantasy liest.
Ich schon, nach einem ersten Versuch. Aber ich find' ja auch Sanderson prima. lol

Hehe, ja ... klarer Fall von *Geschmäcker sind verschieden* Very Happy


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BeitragVerfasst am: 31.07.2016 18:31    Titel: Antworten mit Zitat

Ein paar Ausdrücke gefallen mir nicht:
Zitat:

... hervorgebracht hatte, die die Wunder...


Zitat:
Schließlich wurde die Klamm so eng ...


Zitat:
weitete sich die Klamm plötzlich wieder.


etc.

Zitat:
Er musste aus dem verfluchten Nebel heraus und der einzige Weg führte in den schwarzen Rachen des Berges.
Den er früher oder später ohnehin betreten musste.

Das "müssen" magst du (7 mal). Genauso wie "aber" (14 mal), "dass" (16 mal) und "war" (17 mal). Außerdem passiert zu oft irgendwas "plötzlich", nämlich vier Mal.  


Zitat:
Wie sonst hatten sie Männer und Material hin und her transportiert

Wirklich Männer?

Zitat:
Magie als Blumen des Bösen zu brandmarken


Das finde ich komisch. Blumen verbinde ich immer mit etwas Positiven.

Zitat:
Er war froh, dass der Mantel ihn vor den Dornen schützte.

Das geht aus der Sicht etwas raus, finde ich. Warum schreibst du nicht einfach, wie es ist? Zum Beispiel: Der Mantel schützte ihn glücklicherweise vor den Dornen. etc.

Die Mauer mit ihren Grenzern erinnerte mich sofort an Das Lied von Eis und Feuer.
Zitat:

Der Boden bestand aus Kieseln und Schutt. Vielleicht der Grund eines lange versiegten Wasserfalls. Die Nebelschwaden gingen ihm jetzt bis zu den Knien.

Das heißt, er sieht den Grund nicht, richtig? Er spürt ihn nur? Das ist dann seltsam geschrieben, den zuerst tauchen vor meinem geistigen Auge Kiesel und Schutt unter seinen Füßen auf und dann muss ich mich dazu zwingen, Nebel über das Bild zu legen.
Zitat:

Wie war es möglich, dass ihm das zuvor nicht aufgefallen war?

Er ist vielleicht Söldner etc. Aber es ist immer noch eine Paniksituation. Er bildet stattdessen hier lange Sätze. Warum nicht einfach: Warum war es ihm nicht zuvor aufgefallen?

Zitat:
gezähnten Maul.

Darüber bin ich gestolpertert. Ich habe zuerst gähnenden Maul gelesen, dann erst verstanden, dass du eigentlich was anderes meinst und musste es noch einmal lesen.

Zitat:
Aurelius war kein Glasmagier, aber er hörte das Glaslied lauter als gewöhnliche Menschen.

Ist das nicht ein Perspektivbruch?
Zitat:
Und gerade jetzt schrillte es so misstönend in seinem Kopf, dass er unwillkürlich die Augen zusammenkniff.

Das ist ein bisschen blöd von ihm.
Zitat:
Noch immer konnte er nichts sehen.

Ja, weil er die Augen zu hat Laughing Sorry. Embarassed

Zitat:
das Leder der Stiefel eine schwache Barriere

Verstehe ich nicht.

Zitat:
die Druss ihm wiederbeschafft hatte

Ist diese Info von irgendeiner Bedeutung für diese Szene?
Zitat:
Was einem Wunder gleichkam – und ihn daran erinnerte, den Greis nicht zu unterschätzen.

Genauso wie das hier. Da ist in dem Moment absolut irrelevant.

Zitat:
Etwas verhakte sich in seinen Mantelschößen, umschlang seine Stiefel, schnitt durch das Leder und ließ ihn vor Schmerz aufkeuchen. Blind stieß er die Veldenklinge nach unten, die Druss ihm wiederbeschafft hatte. Was einem Wunder gleichkam – und ihn daran erinnerte, den Greis nicht zu unterschätzen. Er hielt keinen Moment inne, nicht einmal, um sich umzusehen. Schnelligkeit war seine einzige Chance und er wusste ohnehin, was hinter ihm durch den Nebel jagte. Die Klinge traf auf Widerstand. Glas explodierte in einem hellen Piiing. Sein Fuß war wieder frei

Das ist irgendwie von der Reihenfolge falsch. Also: Etwas verhackt sich in seinen Mantelschößen, dann denkt er über Druss nach, dann läuft er weiter und erst dann jagt er die Klinge nach unten. Und als sein Fuß wieder frei ist, frage ich mich, war der jemals unfrei, weil die Info einfach zu lange her ist. Außerdem stelle ich mir dann die Frage: Wie konnte er dann laufen?

Zitat:
Sein Fuß war wieder frei, aber etwas landete auf seinem Rücken.

Wie hat der Rücken mit dem Fuß zu tun? Also wozu hier das "aber"?

Zitat:
eine der winzigen, geflügelten Kreaturen aus den Haaren

Erst jetzt im letzten Viertel, weiß ich, wie die Kreaturen aussehen. Das ist eindeutig zu spät. Daher sah es vor meinem inneren Auge so aus: Typ läuft im wabernden Nebel, große schwarze Flecken attakieren ihn. Das sorgte unwillkürlich für einen witzigen Effekt, denn du glaube ich nicht haben wolltest. Es sei denn, ich habe irgendwas überlesen. Bin gerade sehr müde, es kann also sein.

Bis zu den Birnen langweilte ich mich, weil nicht wirklich etwas passierte. Da wird es enger, da wieder breiter. Aber keine echte Gefahr.
Dann kommen die Kreaturen, allerdings wusste ich zu früh, dass es irgendwas mit dem Nebel zu tun hatte. Nicht unbedingt schlimm. Schlimm fand ich, dass du mir als Leserin lange Zeit vorenthalten hast, was genau ihn da angreift. Dann besiegt er sie. Warum der Nebel sich nicht auch unter dem schwarzen, großen Maul ausbreitet, bleibt unklar.

Die Szene weist einen klaren Aufbau auf, ist auch spannend und gut geschrieben. Allerdings verfehlt für mich die Spannung ihre Wirkung, weil ich mich mit dem Typen noch überhaupt nicht identifiziere. Er bleibt für mich absolut blass. Ich kenne weder seine Beweggründe, noch wirklich seine Gedanken. Er hat eine ganz starre Ausrichtung: Muss da rein. Punkt. Gefahr, egal. Mehr noch, er achtet nicht einmal auf Zeichen, obwohl er weiß, dass da Glasmagie im Spiel ist.

Hm ... jetzt ist es irgendwie mehr Kritik geworden als Lob. Ich setzte mal einen nach: Es liest sich absolut flüßig. Und vielleicht bin ich wirklich zu müde, um alles dahinter mitzukriegen.

Nimm, was du brauchst.

LG NIR


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Bunt Speck
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BeitragVerfasst am: 23.08.2016 16:27    Titel: Geralt von Riva ... Antworten mit Zitat

Hallo,

es ist zwar einige Tage her, dass Dein Text hier diskutiert wurde, aber ich habe zumindest den ersten Teil gelesen und würde auch noch gerne etwas beitragen.

Nach dem erstne Teil hätte ich auch Lust, mehr zu lesen (Teil 2 steht ja zur Verfügung), allerdings vor allem sprachlich. Mir gefällt der Stil. Inhaltlich hat mich alles sehr stark an den Hexer erinnert. Dein Charakter wirkt wie Geralt von Riva, irgendiwe. Ich weiß nicht ob, aber ich denke, dass Du das Buch kennst. Ich mag es persönlich sehr, wie es einfach das Märchengerne nett beäugt, sozusagen ein wenig auf die Schippe nimmt und damiit auch Fantasy ein Augenzwinkern abgewinnt. Und bei Deinem Einstig kann ich mich hier Bluenote anschließen, dass der Anfang im Grund sehr bekannt ist, wahrscheinlich sogar klischeehaft. Ich selbst bin ein Fantasy-Fan, frage mich aber seit der Verfilmung des Herren der Ringe, warum Fantasy mittlerwile so gleichförmig ablaufen muss. Elfen und Zwerge werden diskutiert, als wären es reale Kulturgruppen mit einem lang entwickelten Habitus, der in einem Buch nicht mehr gebrochen werden kann. Und so scheint es mir hier mit dem Warlock auch. Ich würde mir - ganz generell - wünschen, dass man mal nicht immer mit einem rätselhaften Fremden konfrontiert wird, der in stürmischer Nacht durch seine hartgesottene, fast leidende Erscheinung den armen Bauern, die hinter verschlossenen Läden hervorspähen, Furcht über den Buckel peitscht.

Ich lese jetzt Teil 2

Gruß,
Bunt
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Bunt Speck
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BeitragVerfasst am: 23.08.2016 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

Spannend, ich konnte an mir selbst beobachten, dass ich (genauso wie Bluenote) jetzt mehr rein kam, weil (wahrscheinlich) mehr Handlung und wiel ich die klassische Fantasy jetzt annehme ...
und immer noch Prolog des Hexers, für mich sehr nah: der hartgesottene, unheimliche Fremde dringt allein in die verbotenen Bereiche des Schlosses vor, um das Scheusal zu erlegen.

Sprachlich super (Du hast offenbar viel Erfahrung, wenn ich die Anderen Kommentatoren richtig deute). Vor allem die "Blumen des Bösen" haben mir gefallen - einfach grandios.

Und ich würde auch immer noch weiterlesen ...

Gruß,
Bunt
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