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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Vorwort zu einer Horror-Anthologie


 
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Leveret Pale
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 20
Beiträge: 751
Wohnort: Jenseits der Berge des Wahnsinns


BeitragVerfasst am: 04.06.2016 20:55    Titel: Vorwort zu einer Horror-Anthologie eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Ich arbeite zurzeit an einer Anthologie und habe dafür ein Vorwort verfasst. Und um ehrlich zu sein, fallen mir solche Text im Gegensatz zu Erzählungen, die förmlich aus mir herausfließen, unglaublich schwer und es hat etwas gedauert, bis ich diese xte-Fassung hier hatte, die mich zumindest etwas zufrieden stellt. Wie wirkt es auf euch? Zu viel Pathos? Zu viel Geblubber, das keinen interessiert? Zu egozentrisch? Zu krude?


Wichtig wäre wohl hierzu noch das vorläufige Cover, damit ihr die Stimmung etwas besser nachvollziehen könnt, die ich transportieren will. Wobei,  fällt das unter unlaute Werbung? Falls ja, dann bitte ich die Mods den Link einfach zu entfernen. Generell soll die Anthologie einen etwas fiebrigen Geruch haben, welcher sich auch durch die Geschichten zieht. Das Vorwort ist auch eher aus der Sicht von Leveret Pale geschrieben, nicht vom realen Autor, der dahinter steht. Für mich ist das nämlich etwas mehr als ein Pseudonym, sondern eine eigenständige Figur, die als abstraktes Sprachrohr fungiert, aber einen eigenen Charakter hat. Das ist aber auch an dieser Stelle wahrscheinlich auch nur unnötiges, langweiliges Geblubber. Also lass ich jetzt den Text für sich sprechen:

http://www.dsfo.de/fo/userpix/18315_wahnsinn_finalbuchcover_1.jpg
Cover erstellt von Marion Morgenroth

Titel: Wahnsinn

Vorwort

Warum eigentlich Wahnsinn?
Ich halte inne und überlege, wie ich auf diese Frage antworten soll. Draußen hat im Mondlicht eine dicke Nebelbank die Stadt verschlungen und ich starre mit blutunterlaufenen Augen auf das Manuskript dieses Buches. Ich habe eine Gänsehaut, nicht nur, weil es dunkel ist und meine lebhafte Vorstellungskraft die unheimlichsten Gestalten in den Schatten erschafft, die mit ihren langen spinnenartigen Fingern nach mir greifen, sondern weil ich spüre, wie mir die Realität langsam unter den Fingern zu entgleiten droht und ich mich vor der Frage und der Folgerungen aus der Antwort fürchte. Die Antwort scheint nämlich zunächst simpel: Weil die Werke in diesem Buch Wahnsinn verkörpern. Obwohl sie in verschiedenen Stilen geschrieben sind, von verschiedenen Begebenheiten handeln und auch manchmal das Genre nicht ausschließlich Horror ist, haben sie einen gemeinsamen Ursprung und ein gemeinsames Kernthema.
Die Tiefen der menschlichen Seele, die Finsternis jenseits der Pforten der Wahrnehmung, namenlose Abgründe des Schreckens, wo die archaischen Ängste und Jagdinstinkte des nackten, verängstigen Tiers und Prädators homo sapiens lauern, darauf wartend auszubrechen. Die meisten Menschen meiden bewusst oder unbewusst diese Tiefen, leugnen sie und verhindern mit aller Kraft das Ausbrechen dieser uralten Mächte. Doch wenn es trotzdem dazu kommt, wenn die Norm zerfällt, der Todestrieb sein Werk erfüllt, Unvorstellbares unsere rationalen Schutzhüllen aufknackt, dann bezeichnet man das als Wahnsinn und, wenn es ihn gibt, den Betroffenen als Wahnsinnigen.
Von diesem Wahnsinn handeln meine Geschichten, manche über das Zusammentreffen auf alte, übernatürliche Mächte, die über den menschlichen Verstand hinausgehen, wie in Lemuria oder Valentin Rosenthal. In anderen Geschichten, wie der Der Bunker oder Erimosis geht es um die Urtriebe des Menschen zu zerstören und zu töten, aber auch zu lieben und zu erschaffen, beides Eigenschaften, die oft wahnsinnige Züge annehmen. Andere Geschichten hingegen sind an sich bereits wahnsinnig, verströmen den fiebrigen Geruch einer Psychose, wie Nur ein Anruf oder die Drogenrauscherzählung Kratom. Natürlich lasse ich auch nicht den alltäglichen Wahnsinn aus, die Frage inwiefern Normalität auch Rationalität und psychischer Gesundheit entspricht, ein Thema mit denen sich meine beiden Geschichten Früher war alles besser und Die Kolonne der abgefuckten Gestalten beschäftigen. All diese Geschichten und viele mehr, habe ich aus eben jener archaischen Finsternis meines Unterbewusstseins entlockt, habe meine Albträume niedergeschrieben und die Gedankenwindungen von Mördern und Geisteskranken nachvollzogen, mich in sie hineinversetzt und mit ihren Seelen geschrieben. Ich habe lange Zeit in diesen Abgründen verbracht und über sie geschrieben, mit ihren düsteren Visionen gelebt. Doch haben diese Abgründe etwas in mir verändert, wie Nietzsche in seinem Aphorismus postuliert? Sicherlich, aber in welche Richtung und inwieweit? Wie kam ich überhaupt in diese Abgründe? Wann habe ich diese verbotene Tür aufgestoßen und bin durch sie hindurchgeschritten? Steht sie noch offen oder fiel sie hinter mir ins Schloss?
An diesem Punkt sehe ich nach draußen in die dunklen Nebelschwaben, stoße einen tiefen Seufzer aus und bevorzuge zu schweigen, denn es ist unklar, wo der Wahnsinn beginnt und wo er aufhört, wenn er das jemals tut und ich sehe mich nicht der Lage diese Fragen endgültig zu beantworten. Die Grenzen zwischen Wahn und Realität sind verwaschen und unklar, wie die Sicht in einer nebeligen Nacht. Deshalb kann ich an dieser Stelle nicht mehr tun, als mein Werk für sich sprechen und den Leser entscheiden zu lassen, inwiefern eine gesunde Seele in der Lage ist solche Schrecken zu ersinnen und aus seinem Unterbewusstsein zu ziehen. Des Weiteren wünsche ich einen guten Abstieg durch meinen Kaninchenbau in den makabren Wahn der folgenden Geschichten. Und ich hoffe inbrünstig, dass der Leser unbeschadet zurückkommt oder zumindest, dass er überhaupt zurückkommt. Wahnsinn hat nämlich etwas von geschmolzenem Teer* an sich. Er ist schwarz und bei Berührung verbrennt er das Fleisch, frisst sich hinein und lässt nicht mehr los, ist zäh und erkaltet schnell, wird zum dauerhaften, festen Bestandteil der Persönlichkeit. Man hält am besten also etwas Sicherheitsabstand.

Leveret Pale
Leng?
wahrscheinlich 4. Juni 2016




*Asphalt wäre hier eigentlich das richtige Wort, denn Teer ist meist selbst bei Raumtemperatur zähflüssig, aber Teer klingt besser und da weiß jeder auch, was gemeint ist. Was soll ich machen? Oder ist dieser Vergleich ohnehin für die Katz?

EDIT: Gehört das eigentlich noch in Prosa oder bereits in Sonstiges? Irgendwie ist das der Beitrag der vielen, verunsicherten Fragen.

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meerenblau
Dichter und Denker


Beiträge: 1096



BeitragVerfasst am: 04.06.2016 22:48    Titel: Antworten mit Zitat

Wieso meinst du, dass die sammlung überhaupt ein vorwort braucht?
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ink_in_mind
Geschlecht:männlichAutor


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Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 04.06.2016 22:57    Titel: Antworten mit Zitat

@meerenblau
Nötig? Das obliegt wohl dem eigenen Geschmack, meinst du nicht?

@leveret
Ich werde mich morgen zu deinem Vorwort äußern.

LG
AC


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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 08:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@meerenblau Weil ich den Leser nicht einfach so ins kalte und zusammenhanglose Nass werfen will. Vor allem in Hinsicht darauf, dass die Geschichten darin vom Stil her stark varieren. Wenn jemand jetzt eine Leseprobe bei Amazon lädt und den Anfang der ersten Geschichte liest und dieser ihm nicht gefällt, weil sie nicht seinen Geschmack trift, dann kauft er es nicht. Wenn ich jedoch ein gutes Vorwort habe, in dem ich darauf verweise, dass die Geschichten variieren und für jeden Geschmack was dabei ist, dann springt er vielleicht nicht so schnell ab. Auch soll das Vorwort die Atmosphäre transferieren und alles in einen gemeinsamen Kontext bringen. Bei einem Roman halte ich ein Vorwort für überflüssig, weil der Leser ja weiß, was kommt. Bei einer Anthologie hingegen halte ich es für notwendig.
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Rodge
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 338
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 09:47    Titel: Antworten mit Zitat

Moin, moin,

eine fiktive Figur, die vorgibt, die Texte geschrieben zu haben und im Vorwort davon berichtet. Stöhn!

Mal abgesehen, dass ich das Vorwort nicht zu Ende gelesen habe (nach den blutunterlaufenen Augen habe ich aufgehört), frage ich mich: Wozu braucht es so eine Konstruktion. Ohne die Einleitung hätte ich es gar nicht verstanden.

Grüße
Rodge
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft

Alter: 56
Beiträge: 6855
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 05.06.2016 10:03    Titel: Antworten mit Zitat

Das Vorwort ist wohl recht gut geschrieben und es erfüllt seinen Zweck. (Achtung: und ich sehe mich nicht IN der Lage (Komma) diese Fragen endgültig zu beantworten). Mich erinnert es aber auch sehr unangenehm an diese fürchterliche RTL Sendung (PSI???), in der irgendwelche übersinnlichen Phänomene "aufgeklärt" werden und man dann erraten soll, ob dieser Unsinn stimmt oder nicht. In dieser "Unterhaltungs" sendung wird mit pseudowissenschaftlichen Erklärungen versucht, der Psyche (von Mördern z.B.) auf den Grund zu gehen. All diese Wissenschaftsgerede ist allerdings nur Vorwand für ganz anderes: Die Sensationslust des Zuschauers zu befriedigen. Die Wahnsinnigen sind diejenigen, von denen man sich voller Unverständnis abwendet, um dann selber froh zu sein, so fürchterlich normal zu sein. Du warnst vor diesen Abgründen. Aber ist es nicht dieser angenehme Schauder, dieses Abenteuerprickeln, wie wenn Kinder das erste Mal eine Geisterbahn besuchen, das du versuchst, zu erzeugen? Zur Schau gestellt werden die Wahnsinnigen, die Psychos. Vielleicht gibt es ja auch jemanden in deiner Nachbarschaft. Also verschließe Nachts deine Tür 2 x damit er nicht unvermittelt kommt, wenn du gerade auf 273 deines Antologieschmökers bist. Ist das die Reaktion, die ihr hervorrufen wollt?

Oder anders gesagt: Geht ihr auch wirklich verantwortungsvoll mit dieser Thematik um, oder lehnt ihr euch doch an RTL an: Senstationen der Quoten (des Verkaufserfolgs) wegen.
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Leveret Pale
Geschlecht:männlichAutor

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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 10:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@BlueNote
Ich wollte eigentlich nicht "die Wahnsinnigen" stigmatisieren oder Angst vor ihnen zu schüren. Ich möchte niemanden zur Schau stellen oder eine Freakshow vorführen, sondern den Leser sich in seiner eigenen Haut unwohl fühlen lassen. Ich beabsichtige das Gefühl aufkommen zu lassen, dass die Grenze zwischen "Wahn" und "Normalität", wenn sie überhaupt existiert, sehr dünn ist, so dass der Leser, nachdem er das Buch gelesen hat, sich am Kopf kratzt und fragt, ob er selber eigentlich noch richtig im Kopf ist und wie überhaupt richtig im Kopf aussieht. Das Vorwort soll darauf einstimmen und eine schwarzromantische Stimmung einleiten, ähnlich wie zB.: in Edgar A. Poes Geschichten wie Ligeia oder seinem Gedicht der Rabe, wo der Wahnsinn auch ein starkes Stilmittel ist und die Geschichten selber einen sich fiebrig fühlen lassen. Wobei das vielleicht nur Stimmungstechnisch ein gutes Beispiel ist.
 In meinen Geschichten ist "der Wahnsinnige" auch fast immer der Protagonist, sodass man sein Sicht und seine Motive sieht, die dann natürlich aus dieser Perspektive meist logisch(er) erscheinen. Ich schreib nichts im Stile von "Freitag der 13te", wo ein menschliches Monster auftaucht und die Protas abschlachtet, sondern eher Dinge in Richtung "Shutter Island", um es mal mit Filmen zu vergleichen.

Aber wenn das nicht so rüberkommt, sondern es eher wie billige RTL-Effekthascherei wirkt, und ich kann RTL, BILD und Konsorten auf den Tod nicht ausstehen, dann bedeutet das, dass mein Text noch immer nicht funktioniert und die Wortwahl stellenweise nicht stimmt oder vielleicht die ganze Konstruktion. Das ist ein schwerer Balanceakt, zwischen düstere Stimmung und billige Zurschaustellung.

@Rodge
Weil ich mit Leveret Pale eine Art Idee transportieren will. Leveret Pale = english für blasses Kaninchen, Anspielung auf das weiße Kaninchen aus "Alice in Wunderland". Ähnlich wie dieses, bringen meine Bücher den Leser in andere Welten und (Wahrnehmungs-)wirklichkeiten, allerdings sind diese eher düster. Ist einfach etwas, was alle meine Werke verbinden soll, wie zB.: bei King die "Der Dunkle Turm"-Reihe alle seine Werke irgendwie lose verbindet.
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ink_in_mind
Geschlecht:männlichAutor


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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 10:52    Titel: Re: Vorwort zu einer Horror-Anthologie Antworten mit Zitat

Hallo Leveret,

dein Vorwort gefällt mir insgesamt gut. Man merkt, dass du dich intensiv mit dem Thema Wahnsinn beschäftigt hast.
Vom Inhalt her, habe ich wenig zu meckern - der wirkt schaurig schön, macht Lust auf die Geschichten.

Sprachlich gibt es m.E. einiges auszubessern. Ich habe versucht, deinen Stil zu wahren.

Meistes rein subjektiv:

Leveret Pale hat Folgendes geschrieben:


Titel: Wahnsinn

Vorwort

Warum eigentlich Wahnsinn?
Ich halte inne und überlege, wie ich auf diese Frage antworten soll.
Toll!Draußenhat im Mondlicht hat eine dicke Nebelbank die Stadt verschlungen und ich starre mit blutunterlaufenen Augen (hm, aüßere Erscheinung ... Autor sah sich vorher im Spiegel, nehme ich an? Erklärbar, ja, dennoch seltsam, etwas zu beschreiben, was man in diesem Moment selbst nicht sehen kann.) auf das Manuskript dieses Buches. Ich habe eine Gänsehaut, nicht nur, weil es dunkel ist und meine lebhafte Vorstellungskraft die unheimlichsten Gestalten in den Schatten erschafft, die mit ihren langen spinnenartigen Fingern nach mir greifen, sondern weil ich spüre, wie mir die Realität langsam unter den Fingern an sich schöne Formulierung, doch Finger erwähntest du schon kurz davor zu entgleiten droht und ich mich vor der Frage und der den Folgerungen aus der Antwort fürchte. Die Antwort Diese scheint nämlich zunächst simpel: Weil die Werke in diesem Buch Wahnsinn verkörpern. Obwohl sie in verschiedenenunterschiedlichen Stilen geschrieben sind, von verschiedenen Begebenheiten handeln und auch manchmal das Genre nicht ausschließlich Horror ist, haben sie einen gemeinsamen Ursprung und ein gemeinsames Kernthema gemeinsamen Kern.
Die Tiefen der menschlichen Seele, die Finsternis jenseits der Pforten der Wahrnehmung, namenlose Abgründe des Schreckens, wo die archaischen Ängste und Jagdinstinkte des nackten, verängstigen Tiers und Prädators homo sapiens lauern, darauf wartend KOMMA auszubrechen. Die meisten Menschen meiden bewusst oder unbewusst diese Tiefen Ob bewusst oder unbewusst, diese Tiefen meiden die meisten Menschen, leugnen sie und KOMMA verhindern mit aller Kraft das Ausbrechen dieser uralten Mächte. Doch wenn es trotzdem dazu kommt, wenn die Norm zerfällt, der Todestrieb sein Werk erfüllt, Unvorstellbares unsere rationalen Schutzhüllen aufknackt, dann bezeichnet man das als Wahnsinn KOMMA und, wenn es ihn gibt, den Betroffenen als Wahnsinnigen.
Von diesem Wahnsinn Davon handeln meine Geschichten, manche über das Zusammentreffen auf alte, übernatürliche Mächte, PUNKT Es sind Geschichten, die über den menschlichen Verstand hinausgehen, wie in Lemuria oder Valentin Rosenthal. SEMIKOLON in anderen Geschichten, wie der Der Bunker oder Erimosis KOMMA geht es darum (um bezieht sich auf Substantive) KOMMA die Urtriebe des Menschen zu zerstören und zu töten, aber auch zu lieben und zu erschaffen, beides Eigenschaften, die oft wahnsinnige Züge annehmen hier stolpere ich ... ich vermute, weil du die Eigenschaften in dem Zusammenhang personifizierst . Andere Geschichten hingegen KOMMA sind an sich bereits wahnsinnig, verströmen den fiebrigen Geruch einer Psychose, wie Nur ein Anruf oder die Drogenrauscherzählung Kratom. Natürlich lasse ich auch nicht den alltäglichen Wahnsinn aus, hier empfiehlt sich ein GEDANKENSTRICH die Frage inwiefern Normalität auch Rationalität und psychischer Gesundheit entspricht, ein Thema mit denen sich meine beiden Geschichten Früher war alles besser und Die Kolonne der abgefuckten Gestalten beschäftigen. All diese Geschichten und viele mehr, habe ich aus eben jener archaischen Finsternis meines Unterbewusstseins entlockt, gefällt mir ausgesprochen gut, diese Stelle habe meine Albträume niedergeschrieben und die Gedankenwindungen von Mördern und Geisteskranken nachvollzogen, mich in sie hineinversetzt und mit ihren Seelen geschrieben. Ich habe lange Zeit in diesen Abgründen verbracht und über sie geschrieben, mit ihren düsteren Visionen gelebt. Doch haben diese Abgründe etwas in mir verändert, wie Nietzsche in seinem Aphorismus postuliert? Sicherlich, aber in welche Richtung und inwieweit? Wie kam ich überhaupt in diese Abgründe? Wann habe ich diese verbotene Tür aufgestoßen und bin durch sie hindurchgeschritten? Steht sie noch offen oder fiel sie hinter mir ins Schloss?
An diesem Punkt sehe ich nach draußen in die dunklen Nebelschwaben Nebelschwaden, stoße einen tiefen Seufzer aus und bevorzuge zu schweigen, denn es ist unklar, wo der Wahnsinn beginnt und wo er aufhört, wenn er das dennjemals tut KOMMA und ich sehe mich nicht der Lage KOMMA diese Fragen endgültig zu beantworten. Die Grenzen zwischen Wahn und Realität sind so verwaschen und unklar, wie die Sicht in einer der nebeligen Nacht. Deshalb kann ich an dieser Stelle nicht mehr tun, als mein Werk für sich sprechen und den Leser entscheiden zu lassen, inwiefern eine gesunde Seele in der Lage ist KOMMA solche Schrecken zu ersinnen und aus seinem Unterbewusstsein zu ziehen. Des Weiteren wünsche ich einen guten Abstieg durch meinen Kaninchenbau in den makabren Wahn der folgenden Geschichten. Und ich hoffe inbrünstig, dass der Leser unbeschadet zurückkommt GEDANKENSTRICH oder zumindest, dass er überhaupt zurückkommt. Wahnsinn hat nämlich etwas von geschmolzenem heißem Teer* an sich. DOPPELPUNKT Er ist schwarz und bei Berührung verbrennt er das Fleisch KOMMA verbrennt bei Berührung das Fleisch, frisst sich hinein und lässt nicht mehr los, ist zäh und erkaltet schnell, wird zum dauerhaften, festen Bestandteil der Persönlichkeit. Man hält am besten also etwas Sicherheitsabstand.



Leveret Pale
Leng?
wahrscheinlich 4. Juni 2016




*Asphalt wäre hier eigentlich das richtige Wort, denn Teer ist meist selbst bei Raumtemperatur zähflüssig, aber Teer klingt besser und da weiß jeder auch, was gemeint ist. Was soll ich machen? Oder ist dieser Vergleich ohnehin für die Katz?


Hoffe, dir eine Hilfe gewesen zu sein.

Gerne gelesen!

LG
AC

Diese Editierungen machen einen kirre ... jetzt sollte alles passen. Wenn nicht, sorry, mir klebt der Schlaf noch unter den Lidern.


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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 11:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke, Ashcloud. Deine Korrektur ist mir eine große Hilfe, den Stil und die Sprache zu verbessern. Der Inhalt ist für dich auch in Ordnung, das freut mich zu hören. Mal sehen, ob ich an ihm etwas arbeite, denn zumindest bei BlueNote, habe ich das Gefühl, dass er nicht so gut rüberkommt.

Ich habe jetzt mal einiges übernommen, wenn auch nicht 1:1, und auch hier und da ein paar eigene Feinjustierungen vorgenommen.


Vorwort

Warum eigentlich Wahnsinn?
Ich halte inne und überlege, wie ich auf diese Frage antworten soll. Draußen im Mondlicht hat eine dicke Nebelbank die Stadt verschlungen und ich starre mit blutunterlaufenen Augen auf das Manuskript dieses Buches. Ich habe eine Gänsehaut, nicht nur, weil es dunkel ist und meine lebhafte Vorstellungskraft Gestalten in den Schatten erschafft, die mit langen, spinnenartigen Fingern nach mir greifen, sondern weil ich spüre, wie mir die Realität langsam unter den Pfoten zu entgleiten droht und ich mich vor der Frage und den Folgerungen aus der Antwort fürchte. Diese scheint zunächst simpel: Weil die Werke in diesem Buch Wahnsinn verkörpern. Obwohl sie in unterschiedlichen Stilen geschrieben sind, von verschiedenen Begebenheiten handeln und auch manchmal das Genre nicht ausschließlich Horror ist, haben sie einen gemeinsamen Kern und Ursprung.
Die Tiefen der menschlichen Seele, die Finsternis jenseits der Pforten der Wahrnehmung, namenlose Abgründe des Schreckens, wo die archaischen Ängste und Jagdinstinkte des Prädators homo sapiens lauern. Ob bewusst oder unbewusst, die meisten Menschen meiden oder leugnen diese Tiefen, verhindern mit aller Kraft das Ausbrechen dieser uralten Mächte. Doch wenn es trotzdem dazu kommt, wenn die Norm zerfällt, der Todestrieb sein Werk erfüllt, Unvorstellbares unsere rationalen Schutzhüllen aufknackt, dann bezeichnet man das als Wahnsinn. Und, wenn es ihn gibt, den Betroffenen als Wahnsinnigen.
Davon handeln die folgenden Geschichten. Manche erzählen von alten, übernatürlichen Mächten, die über den menschlichen Verstand hinausgehen, wie in Lemuria oder Valentin Rosenthal. In anderen, wie der Der Bunker oder Erimosis, geht es um die Urtriebe des Menschen zu zerstören und zu töten, aber auch zu lieben und zu erschaffen. Beide Seiten nehmen oft wahnsinnige Züge an. Andere Geschichten hingegen, sind an sich bereits wahnsinnig, verströmen den fiebrigen Geruch einer Psychose, wie Nur ein Anruf oder die Rauscherzählung Kratom. Natürlich lasse ich auch nicht den alltäglichen Wahnsinn aus - die Frage, inwiefern Normalität auch Rationalität und psychischer Gesundheit entspricht, ein Thema mit denen sich Früher war alles besser und Die Kolonne der abgefuckten Gestalten beschäftigen. All diese Geschichten und viele mehr, habe ich aus eben jener archaischen Finsternis meines Unterbewusstseins entlockt, habe meine Albträume niedergeschrieben und die Gedankenwindungen von Mördern und Geisteskranken nachvollzogen, mich in sie hineinversetzt und mit ihren Seelen geatmet. Ich habe lange Zeit in diesen Abgründen verbracht und über sie geschrieben, mit ihren düsteren Visionen gelebt. Doch haben diese Abgründe etwas in mir verändert, wie Nietzsche in seinem Aphorismus postuliert? Sicherlich, aber in welche Richtung und inwieweit? Wie kam ich überhaupt in diese Abgründe? Wann habe ich diese verbotene Tür aufgestoßen und bin durch sie hindurchgeschritten? Steht sie noch offen oder fiel sie hinter mir ins Schloss? Und was sagt das am Schluss über dich aus, mein Leser, wenn du mir auf diesen Pfaden folgst?
An diesem Punkt sehe ich nach draußen in die dunklen Nebelschwaden, stoße einen tiefen Seufzer aus und bevorzuge zu schweigen, denn es ist unklar, wo der Wahnsinn beginnt und wo er aufhört, wenn er denn das jemals tut und ich sehe mich nicht in der Lage, diese Fragen endgültig zu beantworten. Die Grenzen zwischen Wahn und Realität sind so verwaschen und unklar, wie die Sicht in der nebeligen Nacht. Deshalb kann ich an dieser Stelle nicht mehr tun, als mein Werk für sich sprechen und den Leser entscheiden zu lassen, inwiefern eine gesunde Seele in der Lage ist solche Schrecken zu ersinnen und aus seinem Unterbewusstsein zu ziehen. Des Weiteren wünsche ich einen guten Abstieg durch meinen Kaninchenbau in den makabren Wahn der folgenden Geschichten. Und ich hoffe inbrünstig, dass der Leser unbeschadet zurückkommt - oder zumindest, dass er überhaupt zurückkommt. Wahnsinn hat nämlich etwas von heißen Teer: Er ist schwarz, verbrennt bei Berührung das Fleisch, frisst sich hinein und lässt nicht mehr los, ist zäh und erkaltet schnell, wird zum dauerhaften Bestandteil der Persönlichkeit.

Leveret Pale
Leng?
wahrscheinlich 4. Juni 2016
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ink_in_mind
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret!

Gerne doch! smile

Anmerkungen zu Version 2:

Leveret Pale hat Folgendes geschrieben:


Vorwort

Warum eigentlich Wahnsinn?
Ich halte inne und überlege, wie ich auf diese Frage antworten soll. Draußen im Mondlicht hat eine dicke Nebelbank die Stadt verschlungen und ich starre mit blutunterlaufenen Augen auf das Manuskript dieses Buches. Ich habe eine Gänsehaut, nicht nur, weil es dunkel ist und meine lebhafte Vorstellungskraft Gestalten in den Schatten erschafft, die mit langen, spinnenartigen Fingern nach mir greifen, sondern weil ich spüre, wie mir die Realität langsam unter den Pfoten zu entgleiten droht und ich mich vor der Frage und den Folgerungen aus der Antwort fürchte. Diese scheint zunächst simpel: Weil die Werke in diesem Buch Wahnsinn verkörpern. Obwohl sie in unterschiedlichen Stilen geschrieben sind, von verschiedenen Begebenheiten handeln und auch manchmal das Genre nicht ausschließlich Horror ist, haben sie einen gemeinsamen Kern und Ursprung.
Die Tiefen der menschlichen Seele, die Finsternis jenseits der Pforten der Wahrnehmung, namenlose Abgründe des Schreckens, wo die archaischen Ängste und Jagdinstinkte des Prädators homo sapiens lauern. Ob bewusst oder unbewusst, die meisten Menschen meiden oder leugnen diese Tiefen, verhindern mit aller Kraft das Ausbrechen dieser uralten Mächte. Doch wenn es trotzdem dazu kommt, wenn die Norm zerfällt, der Todestrieb sein Werk erfüllt, Unvorstellbares unsere rationalen Schutzhüllen aufknackt, dann bezeichnet man das als Wahnsinn. Und, wenn es ihn gibt, den Betroffenen als Wahnsinnigen.
Davon handeln die folgenden Geschichten. Manche erzählen von alten, übernatürlichen Mächten, die über den menschlichen Verstand hinausgehen, wie in Lemuria oder Valentin Rosenthal. In anderen, wie der Der Bunker oder Erimosis, geht es um die Urtriebe des Menschen zu zerstören und zu töten, aber auch zu lieben und zu erschaffen. Viel besser!  Beide Seiten nehmen oft wahnsinnige Züge an. Andere Geschichten hingegen, sind an sich bereits wahnsinnig, verströmen den fiebrigen Geruch einer Psychose, wie Nur ein Anruf oder die Rauscherzählung Kratom. Natürlich lasse ich auch nicht den alltäglichen Wahnsinn aus - die Frage, inwiefern Normalität auch Rationalität und psychischer Gesundheit entspricht, ein Thema mit denen sich Früher war alles besser und Die Kolonne der abgefuckten Gestalten beschäftigen.  Jetzt weiß ich, was genau mich vorhin schon so gestört hat. Es hört sich so an, als ob da noch etwas kommen müsste: 'Die Frage, inwiefern A auch B und C entspricht' ---> Einschub à la: übrigens etwas, mit dem sich dieses und jenes beschäftigt ----> Nichts mehr ... Des Problems Lösung ist das vergessene Wörtchen "ist" vor "ein Thema". ALso: "... , ist ein Thema, ..."   All diese Geschichten und viele mehr, habe ich aus eben jener archaischen Finsternis meines Unterbewusstseins entlockt, habe meine Albträume niedergeschrieben und die Gedankenwindungen von Mördern und Geisteskranken nachvollzogen, mich in sie hineinversetzt und mit ihren Seelen geatmet. Ich habe lange Zeit in diesen Abgründen verbracht und über sie geschrieben, mit ihren düsteren Visionen gelebt. Doch haben diese Abgründe etwas in mir verändert, wie Nietzsche in seinem Aphorismus postuliert? Sicherlich, aber in welche Richtung und inwieweit? Wie kam ich überhaupt in diese Abgründe? Wann habe ich diese verbotene Tür aufgestoßen und bin durch sie hindurchgeschritten? Steht sie noch offen oder fiel sie hinter mir ins Schloss? Und was sagt das am Schluss über dich aus, mein Leser, wenn du mir auf diesen Pfaden folgst?
An diesem Punkt sehe ich nach draußen in die dunklen Nebelschwaden, stoße einen tiefen Seufzer aus und bevorzuge zu schweigen, denn es ist unklar, wo der Wahnsinn beginnt und wo er aufhört, wenn er denn das das denn jemals tut KOMMA und ich sehe mich nicht in der Lage, diese Fragen endgültig zu beantworten. Die Grenzen zwischen Wahn und Realität sind so verwaschen und unklar, wie die Sicht in der nebeligen Nacht. Deshalb kann ich an dieser Stelle nicht mehr tun, als mein Werk für sich sprechen und den Leser entscheiden zu lassen, inwiefern eine gesunde Seele in der Lage ist KOMMA solche Schrecken zu ersinnen und aus seinem Unterbewusstsein zu ziehen. Des Weiteren wünsche ich einen guten Abstieg durch meinen Kaninchenbau in den makabren Wahn der folgenden Geschichten. Und ich hoffe inbrünstig, dass der Leser unbeschadet zurückkommt - oder zumindest, dass er überhaupt zurückkommt. Wahnsinn hat nämlich etwas von heißen Endung "m", heißeM Teer Teer: Er ist schwarz, verbrennt bei Berührung das Fleisch, frisst sich hinein und lässt nicht mehr los, ist zäh und erkaltet schnell, wird zum dauerhaften Bestandteil der Persönlichkeit.

Leveret Pale
Leng?
wahrscheinlich 4. Juni 2016


Gefällt wesentlich besser als V1! Daumen hoch²


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meerenblau
Dichter und Denker


Beiträge: 1096



BeitragVerfasst am: 05.06.2016 12:10    Titel: Antworten mit Zitat

Gut, ich verstehe jetzt, wieso Du ein Vorwort haben möchtest. Es soll quasi der Türöffner sein, es soll dem Leser das Buch schmackhaft machen.

Bloß, ich fürchte, das funktioniert so nicht!

Ich kann zwar nur für mich selber sprechen, aber mir erging es folgendermaßen: Ich hab mir das Cover und die Rückseite Deines Buches angesehen und spontan gedacht, cool, das würde ich mir vielleicht kaufen. Ich mag solche Anthologien.

Jetzt stelle ich mir vor, wie ich bei Amazon darauf stoße und mir denke, schau ich ins Buch doch mal rein. Und dann werde ich von diesem Vorwort erschlagen. Viele Worte, viel Text, und mir wird breit erklärt, warum ich mir dieses Buch kaufen sollte. Und damit erreichst Du genau das Gegenteil. Denn ich denke mir - der Inhalt kann ja nicht so doll sein, wenn der Autor mit einem extra langen Vorwort dafür sorgen muss, dass möglichst wenig von den eigentlichen Texten in der Leseprobe auftaucht.

Was mich dazu bringen würde, Dein Buch zu kaufen, sind keine Erklärungen, sondern die Aufmachung (die ich sehr gelungen finde) und Deine Geschichten. Von denen will ich ein Beispiel haben. Ich glaube, Stephen King hat mal gesagt: Nicht der Erzähler zählt, sondern die Erzählung. Nach dem Lesen Deines Vorwortes habe ich irgendwie das Gefühl, dass es bei Dir genau umgekehrt ist. Aber das Buch kaufe ich ja nicht wegen Dir, sondern wegen des Inhaltes.

Wie gesagt, meine Meinung. Andere mögen das anders sehen.
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Jack Burns
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 12:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret Pale,
Die zweite Version ist schon ganz gut. Etwas unangenehm wirkt auf mich die starke Betonung der Ich-Perspektive. Da es sich um eine Einladung an die Leser und die Vorstellung der Geschichten handelt, sollte der Erzähler sich mehr zurücknehmen.
Bei Anthologien schreibt das Vorwort oft ein außenstehender Autor oder der Herausgeber. Das wirkt dann wie ein Moderator, der den Leser auf das Programm einstimmt. In deinem Buch ist es der Autor selbst und dadurch entsteht eine leicht egozentrische Wirkung, die nicht bei jedem Leser gut ankommt.

So weit mein ganz persönlicher Eindruck.

Schönen Gruß
Jack


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Jack Burns
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 49
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 12:46    Titel: Antworten mit Zitat

Neuer Versuch:
Nicht die Ich-Perspektive an sich ist es, was den Eindruck stört, sondern generell die Betonung der Motivation und Gedanken des Autors. In einem Nachwort oder einer Biographie würde ich gerne etwas darüber erfahren, aber im Vorwort geht es mir erst mal um die Geschichten. So, ich denke, jetzt hab ich's.

Jack


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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 13:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also wäre es vielleicht die beste Idee das Vorwort einfach zu streichen oder es als Nachwort zu formulieren? Wobei, nein, als Nachwort macht es wenig Sinn.

Ich kann offensichtlich keine Vor- und Nachwörter schreiben, zumindest nicht so gut, wie ich es will und nicht so gut, wie ich Geschichten schreiben kann. Vielleicht sollte ich mich wirklich einfach von dieser Idee lösen, denn sie wirkt jetzt ziemlich destruktiv, und einfach die Geschichten für sich selber sprechen lassen. Der Leser ist ja auch kein Kind, das unbedingt an die Hand genommen werden muss, auch wenn Autoren gern dazu tendieren genau das zu tun.
Zitat:

Nicht die Ich-Perspektive an sich ist es, was den Eindruck stört, sondern generell die Betonung der Motivation und Gedanken des Autors. In einem Nachwort oder einer Biographie würde ich gerne etwas darüber erfahren, aber im Vorwort geht es mir erst mal um die Geschichten. So, ich denke, jetzt hab ich's.


Der mittlere Teil des Vorwort dreht sich ja auch um die Geschichten. Das Geschwafel davor und danach dient vor allem dem ganzen einen Kontext zu geben. Schließlich kann ich nicht schreiben: "Jetzt kommen auf 440 Seiten 13 düstere Geschichten, die x und y sind im Lovecraftstyle, die q und t sind  Psychothriller und v ist surreal, und Geschichten vom Typ a und c sind schwarze Satire auf Gesellschaft und Religion."
Da schläft der Leser ja ein.

Ich glaube ich streiche es. Zu viel könnte da missverstanden werden und das Risiko ist auch zu groß, dass es die meisten Leser eher langweilt und in der Buchvorschau stört. Aber ich lass mir das auf jeden Fall noch ein paar Mal durch den Kopf gehen.

Danke Ashcloud  für deine Korrekturen, danke Jack, BlueNoteund meerenblau für eure Einschätzung.
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BlueNote
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret,

ich finde schon, dass du Vorwörter schreiben kannst. Mir ist es lieber, wenn ein Vorwort da ist, als wenn kein Vorwort da wäre. Vielleicht überlegst du dir mal, wofür du ein Vorwort in der Anthologie haben willst. Um Leser zu gewinnen (bei der Kaufentscheidung)? Dann ist das Vorwort bloße Werbung (Marketing), aber keine Literatur. Oder möchtest du einen Leser einstimmen auf die Thematik? Dann wärst du nach meinem Empfinden schon auf einem recht guten Wege zu einem Vorwort, das ich ansprechend fände.

Meiner Meinung nach würde ein Vorwort die Anthologie aufwerten.
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 13:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Meiner Meinung nach würde ein Vorwort die Anthologie aufwerten.

Der Meinung bin ich auch, aber ich befürchte, dass ich es nicht gut genug hinbekomme, sodass es die Anthologie eher entwertet, als aufwertet.
Es soll auf die Thematik einstimmen und dem Leser ein bisschen sagen was kommt, denn fürs Marketing hab ich ja das Cover und den Klapptext.
Naja, ich hab noch 5 Wochen Zeit um das Vorwort zu schreiben oder es wegzulassen. Bis dahin kann ich es noch x-Mal verwerfen und rumprobieren, bis ich mich endgültig entscheide.
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Jack Burns
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 13:57    Titel: Antworten mit Zitat

Nicht so schnell!
Ich finde es schön, gerade bei einer Sammlung, durch ein Vorwort eingestimmt zu werden. Und Du triffst auch schon einen guten Ton.


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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 14:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Keine Sorge. Ich bin zwar manchmal etwas wankelmütig, aber ich gebe nicht so schnell auf. Ich habe jetzt den Text noch einmal korrigiert und  anhand von Ashclouds Vorschlägen verberssert, falls noch jemand dazu etwas sagen will. Ansonsten denke ich ein bisschen nach, wie ich das etwas besser strukturieren kann und es weniger egozentrisch mache. Vorschläge sind herzlich willkommen.

Hier ist noch einmal der Link zum Umschlag.
http://www.dsfo.de/fo/userpix/18315_wahnsinn_finalbuchcover_1.jpg

Vorwort zu Wahnsinn

Warum eigentlich Wahnsinn?
Ich halte inne und überlege, wie ich auf diese Frage antworten soll. Draußen im Mondlicht hat eine dicke Nebelbank die Stadt verschlungen und ich starre mit blutunterlaufenen Augen auf das Manuskript dieses Buches. Ich habe eine Gänsehaut, nicht nur, weil es dunkel ist und meine lebhafte Vorstellungskraft Gestalten in den Schatten erschafft, die mit langen, spinnenartigen Fingern nach mir greifen, sondern weil ich spüre, wie mir die Realität langsam unter den Pfoten zu entgleiten droht und ich mich vor der Frage und den Folgerungen aus der Antwort fürchte. Diese scheint zunächst simpel: Weil die Werke in diesem Buch Wahnsinn verkörpern. Obwohl sie in unterschiedlichen Stilen geschrieben sind, von verschiedenen Begebenheiten handeln und auch manchmal das Genre nicht ausschließlich Horror ist, haben sie einen gemeinsamen Kern und Ursprung:
Die Tiefen der menschlichen Seele, die Finsternis jenseits der Pforten der Wahrnehmung, namenlose Abgründe des Schreckens, wo die archaischen Ängste und Jagdinstinkte des Prädators homo sapiens lauern. Ob bewusst oder unbewusst, die meisten Menschen meiden oder leugnen diese Tiefen, verhindern mit aller Kraft das Ausbrechen dieser uralten Mächte. Doch wenn es trotzdem dazu kommt, wenn die Norm zerfällt, der Todestrieb sein Werk erfüllt, Unvorstellbares unsere rationalen Schutzhüllen aufknackt, dann bezeichnet man das als Wahnsinn. Und, wenn es ihn gibt, den Betroffenen als Wahnsinnigen.
Davon handeln die folgenden Geschichten. Manche erzählen von alten, übernatürlichen Mächten, die über den menschlichen Verstand hinausgehen, wie in Lemuria oder Valentin Rosenthal. In anderen, wie der Der Bunker oder Erimosis, geht es um die Urtriebe des Menschen zu zerstören und zu töten, aber auch zu lieben und zu erschaffen. Beide Seiten nehmen oft wahnsinnige Züge an. Andere Geschichten hingegen, sind an sich bereits wahnsinnig, verströmen den fiebrigen Geruch einer Psychose, wie Nur ein Anruf oder die Rauscherzählung Kratom. Natürlich lasse ich auch nicht den alltäglichen Wahnsinn aus - die Frage, inwiefern Normalität auch Rationalität und psychischer Gesundheit entspricht, ist ein Thema mit denen sich Früher war alles besser und Die Kolonne der abgefuckten Gestalten beschäftigen. All diese Geschichten und viele mehr, habe ich aus eben jener archaischen Finsternis meines Unterbewusstseins entlockt, habe meine Albträume niedergeschrieben und die Gedankenwindungen von Mördern und Geisteskranken nachvollzogen, mich in sie hineinversetzt und mit ihren Seelen geatmet. Ich habe lange Zeit in diesen Abgründen verbracht und über sie geschrieben, mit ihren düsteren Visionen gelebt. Doch haben diese Abgründe etwas in mir verändert, wie Nietzsche in seinem Aphorismus postuliert? Sicherlich, aber in welche Richtung und inwieweit? Wie kam ich überhaupt in diese Abgründe? Wann habe ich diese verbotene Tür aufgestoßen und bin durch sie hindurchgeschritten? Steht sie noch offen oder fiel sie hinter mir ins Schloss? Und was sagt das am Schluss über dich aus, mein Leser, wenn du mir auf diesen Pfaden folgst?
An diesem Punkt sehe ich nach draußen in die dunklen Nebelschwaden, stoße einen tiefen Seufzer aus und bevorzuge zu schweigen, denn es ist unklar, wo der Wahnsinn beginnt und wo er aufhört, wenn er das denn jemals tut. Daher sehe ich mich nicht in der Lage, diese Fragen endgültig zu beantworten. Die Grenzen zwischen Wahn und Realität sind so verwaschen und unklar, wie die Sicht in der nebeligen Nacht. Deshalb kann ich an dieser Stelle nicht mehr tun, als mein Werk für sich sprechen und den Leser entscheiden zu lassen, inwiefern eine gesunde Seele in der Lage ist, solche Schrecken zu ersinnen und aus seinem Unterbewusstsein zu ziehen. Des Weiteren wünsche ich einen guten Abstieg durch meinen Kaninchenbau in den makabren Wahn der folgenden Geschichten. Und ich hoffe inbrünstig, dass der Leser unbeschadet zurückkommt - oder zumindest, dass er überhaupt zurückkommt. Wahnsinn hat nämlich etwas von heißem Teer: Er ist schwarz, verbrennt bei Berührung das Fleisch, frisst sich hinein und lässt nicht mehr los, ist zäh und erkaltet schnell, wird zum dauerhaften Bestandteil der Persönlichkeit.

Leveret Pale
Leng?
wahrscheinlich 5. Juni 2016
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BirgitJ
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 21:11    Titel: Antworten mit Zitat

meerenblau hat Folgendes geschrieben:
Gut, ich verstehe jetzt, wieso Du ein Vorwort haben möchtest. Es soll quasi der Türöffner sein, es soll dem Leser das Buch schmackhaft machen.

Bloß, ich fürchte, das funktioniert so nicht!

Ich kann zwar nur für mich selber sprechen, aber mir erging es folgendermaßen: Ich hab mir das Cover und die Rückseite Deines Buches angesehen und spontan gedacht, cool, das würde ich mir vielleicht kaufen. Ich mag solche Anthologien.

Jetzt stelle ich mir vor, wie ich bei Amazon darauf stoße und mir denke, schau ich ins Buch doch mal rein. Und dann werde ich von diesem Vorwort erschlagen. Viele Worte, viel Text, und mir wird breit erklärt, warum ich mir dieses Buch kaufen sollte. Und damit erreichst Du genau das Gegenteil. Denn ich denke mir - der Inhalt kann ja nicht so doll sein, wenn der Autor mit einem extra langen Vorwort dafür sorgen muss, dass möglichst wenig von den eigentlichen Texten in der Leseprobe auftaucht.

Was mich dazu bringen würde, Dein Buch zu kaufen, sind keine Erklärungen, sondern die Aufmachung (die ich sehr gelungen finde) und Deine Geschichten. Von denen will ich ein Beispiel haben. Ich glaube, Stephen King hat mal gesagt: Nicht der Erzähler zählt, sondern die Erzählung. Nach dem Lesen Deines Vorwortes habe ich irgendwie das Gefühl, dass es bei Dir genau umgekehrt ist. Aber das Buch kaufe ich ja nicht wegen Dir, sondern wegen des Inhaltes.

Wie gesagt, meine Meinung. Andere mögen das anders sehen.

Das kann ich zu 100% unterschreiben, da brauche ich nicht viele eigene Worte. Das Vorwort macht keine Lust auf die dahinterstehenden Geschichten - eher das Gegenteil.

Besten Gruß von BirgitJ


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"Das Erbe der Porzellanmalerin" Aufbau Taschenbuch Juni 2019
"Das Geheimnis der Zuckerbäckerin" Aufbau Taschenbuch Oktober 2018
"Das Geheimnis der Porzellanmlerin" Aufbau Taschenbuch Dezember 2017
"Der Duft des Teufels" Aufbau Taschenbuch Juli 2017
"Luther und der Pesttote" Aufbau Taschenbuch April 2016
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Jack Burns
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

BirgitJ hat Folgendes geschrieben:
meerenblau hat Folgendes geschrieben:
Gut, ich verstehe jetzt, wieso Du ein Vorwort haben möchtest. Es soll quasi der Türöffner sein, es soll dem Leser das Buch schmackhaft machen.

Bloß, ich fürchte, das funktioniert so nicht!

Ich kann zwar nur für mich selber sprechen, aber mir erging es folgendermaßen: Ich hab mir das Cover und die Rückseite Deines Buches angesehen und spontan gedacht, cool, das würde ich mir vielleicht kaufen. Ich mag solche Anthologien.

Jetzt stelle ich mir vor, wie ich bei Amazon darauf stoße und mir denke, schau ich ins Buch doch mal rein. Und dann werde ich von diesem Vorwort erschlagen. Viele Worte, viel Text, und mir wird breit erklärt, warum ich mir dieses Buch kaufen sollte. Und damit erreichst Du genau das Gegenteil. Denn ich denke mir - der Inhalt kann ja nicht so doll sein, wenn der Autor mit einem extra langen Vorwort dafür sorgen muss, dass möglichst wenig von den eigentlichen Texten in der Leseprobe auftaucht.

Was mich dazu bringen würde, Dein Buch zu kaufen, sind keine Erklärungen, sondern die Aufmachung (die ich sehr gelungen finde) und Deine Geschichten. Von denen will ich ein Beispiel haben. Ich glaube, Stephen King hat mal gesagt: Nicht der Erzähler zählt, sondern die Erzählung. Nach dem Lesen Deines Vorwortes habe ich irgendwie das Gefühl, dass es bei Dir genau umgekehrt ist. Aber das Buch kaufe ich ja nicht wegen Dir, sondern wegen des Inhaltes.

Wie gesagt, meine Meinung. Andere mögen das anders sehen.

Das kann ich zu 100% unterschreiben, da brauche ich nicht viele eigene Worte. Das Vorwort macht keine Lust auf die dahinterstehenden Geschichten - eher das Gegenteil.

Besten Gruß von BirgitJ


Es gibt einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Vorwort und Klappentext.
Das Vorwort wird in der Regel nicht von der Marketing-Abteilung diktiert, sondern entspringt einem, wie auch immer gearteten, Bedürfnis des Autors oder Herausgebers.

Und so:
Zitat:
[...] Viele Worte, viel Text, [...]der Inhalt kann ja nicht so doll sein, wenn der Autor mit einem extra langen Vorwort dafür sorgen muss, dass möglichst wenig von den eigentlichen Texten in der Leseprobe auftaucht.Was mich dazu bringen würde, Dein Buch zu kaufen, sind keine Erklärungen, sondern die Aufmachung

geht man wohl an Literatur, wenn man nur noch auf Amazon herum hängt.


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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 22:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Jack, nicht gleich so harrsch.
Natürlich ist der Klapptext bzw. der Buckrücken für das Marketing verantwortlich, aber man sollte beim Vorwort bedenken, dass es unter Umständen der zweite Eindruck vom Buch ist, wenn der Leser bei Amazon oder in der Buchhandlung hineinguckt. Und der erste Eindruck kann sehr schnell entwertet werden, wenn der zweite schlecht ist.
Wobei das aktuelle Vorwort im gedruckten Buch nur drei Seiten Umfang entspricht, als wäre da bestimmt selbst bei Amazon noch ein Blick auf die erste Geschichte drin, bei 436 Seiten Gesamtumfang. Oder?

Abseits davon würde mich interessieren, wie du, BirgitJ, ein Vorwort verfassen würdest bzw. wie du es anders machen würdest. Vielleicht hilft mir das mehr weiter. Das Vorwort ist jetzt auch nicht übermäßig lang, wie gesagt, 3 Seiten. Selbst Stephen King lässt sich gern mal über 10 Seiten lang über das folgende Buch aus und ich hab schon Wälzer gesehen mit 30 Seiten Vorwort bzw. zwei Vorwörtern.
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016 23:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret,

ich möchte mal zwei Punkte rausgreifen, die mir auffallen, teils durch den Text selbst, teils durch die Bemerkungen der Vorredner:

1. Die Länge
Gemessen am Inhalt ist das Vorwort viel zu lang. Es gibt Dopplungen, Überschneidungen, Wiederholungen. Für Geschichten sind die Geschichten da und nicht das Vorwort (es sei denn, du hättest eine ganz besondere), schon gar nicht solche Klischees wie die nebelverhangene Wolkenbank, die Gänsehaut oder die Spinnenfinger. Daran denkt man sowieso.

Auch der beschauliche Anfang ("Warum...?" "Ich halte inne und überlege.") könnte bei einer Sammlung kulinarischer Reisegeschichten funktionieren, aber nicht bei einer Horror-Sammlung.

Nach meiner Zählung kommen die Worte Wahnsinn/Wahn/wahnsinnig gleich zwölfmal vor, das ist viel zuviel.

Ein anderes Beispiel für Doppelung:
Zitat:

Denn es ist unklar, wo der Wahnsinn beginnt und wo er aufhört, wenn er das denn jemals tut. Daher sehe ich mich nicht in der Lage, diese Fragen endgültig zu beantworten. Die Grenzen zwischen Wahn und Realität sind so verwaschen und unklar, wie die Sicht in der nebeligen Nacht

(zweimal "unklar", einmal "verwaschen")

2. Die Reihenfolge
Ein wichtiger Faktor gerade für Sachtexte wie Vorworte oder Erörterungen. Nach der Stoffsammlung und der Einteilung in Kapitel/Themen/Kategorien ist die richtige Sortierung wichtig, weil sie hilft, Dopplungen zu erkennen und zu vermeiden. Sie ist aber auch wichtig, um einen Spannungsbogen und auch logische Zusammenhänge aufzubauen, selbst bei sehr kurzen Texten.

Ein markanter Einstieg kann hier hilfreich sein. Einen Vorschlag dafür lieferst du selbst - ironischerweise ganz am Ende. Wenn ich das Bild aufgreife, könnte ich mir den Einstieg in das Vorwort etwa so vorstellen:

Zitat:
Wahnsinn hat etwas von heißem Teer: Er ist schwarz, verbrennt bei Berührung das Fleisch, frisst sich hinein und lässt nicht mehr los. Davon handeln die folgenden Geschichten. Manche erzählen von alten, übernatürlichen Mächten, die über den menschlichen Verstand hinausgehen, wie in Lemuria oder Valentin Rosenthal. In anderen, wie Der Bunker oder Erimosis, geht es um die Urtriebe des Menschen zu zerstören und zu töten, aber auch zu lieben und zu erschaffen. ...


Dann könnten ein paar mehr Beispiele kommen, vielleicht ein Hinweis auf deine eigene Erfahrungen. Aber bitte kurz!

Hoffe, das hilft dir etwas. Du schreibst nicht ständig Vorworte, also kannst du die Gelegenheit nutzen und das mal richtig üben. Nicht nur an den Inhalt denken!
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