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unergründlich 2.0/16


 

 
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Gaukelwort
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 123
Wohnort: Hiernichtdort


BeitragVerfasst am: 09.04.2016 16:28    Titel: unergründlich 2.0/16 eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat


Sehr verehrtes Publikum,

der Mensch ist religiös und dumm und bringt sich daher gerne um, drum bleibt der Gaukelwort nicht stumm. Vielleicht wär´s längst schon an der Zeit, das Mensch sich von dem Gott befreit, der wahllos richtet und verzeiht – dem Herrn der Unergründlichkeit.




unergründlich 2.0/16

Im Mai, an einem argen Tag,
so arg, dass man´s kaum fassen mag,
geht hinterhofs, im Taubenschlag,
bei einer Taubenschlägerei,
samt Federrupf und Wutgeschrei,
ein jungtäubliches Ei entzwei;

doch Gott ist groß, ihn regt nichts auf,
er lässt dem Schicksal seinen Lauf,
und nimmt sogar den Taub in Kauf,
der dreist das Ei vom Heil´gen Geist,
auf Tauben ohne Glauben schmeißt
und sich als Tauber Gottes preist.



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lupus
Geschlecht:männlichBestseller-Autor

Alter: 50
Beiträge: 4173
Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 09.04.2016 18:46    Titel: Antworten mit Zitat

bin kein Lyriker, nur hin und wieder verschlägt es mich ja doch hier her, na, und manchmal geb ich halt auch meinen Senf dazu ab, vor allem dann, wenn ich begeistert bin.

klar, technisch brauch ich dir nix zu sagen, also belass ich es bei einem Eindruck. Das hier:

Zitat:
unergründlich 2.0/16

Im Mai, an einem argen Tag,
so arg, dass man´s kaum fassen mag,
geht hinterhofs, im Taubenschlag,
bei einer Taubenschlägerei,
samt Federrupf und Wutgeschrei,
ein jungtäubliches Ei entzwei;

doch Gott ist groß, ihn regt nichts auf,
er lässt dem Schicksal seinen Lauf,
und nimmt sogar den Taub in Kauf,
der dreist das Ei vom Heil´gen Geist,
auf Tauben ohne Glauben schmeißt
und sich als Tauber Gottes preist.


ist schlicht und ergreifend genial. Die Anspielungen, die ein bisserl mit Trinität und alten biblischen Bildern arbeiten sind wunderbar eingebaut. Der saloppe Tonfall widerspricht eigentlich dem Inhalt, der ja hier

Zitat:
Sehr verehrtes Publikum,

der Mensch ist religiös und dumm und bringt sich daher gerne um, drum bleibt der Gaukelwort nicht stumm. Vielleicht wär´s längst schon an der Zeit, das Mensch sich von dem Gott befreit, der wahllos richtet und verzeiht – dem Herrn der Unergründlichkeit.


angesprochen wird.

Ich weiß nicht warum, aber darüber stolper ich regelmäßig. Nicht inhaltlich klarerweise, sondern eher in Bezug auf Metrik:

Zitat:
drum bleibt der Gaukelwort nicht stumm.


auch wenn ich mir das anders vorstellen könnte, werd ich den Teufel tun und mich mit einem Vorschlag lächerlich machen. Smile

Fazit: ausnehmend gerne gelesen

lgl


_________________
lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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"Ich bin leicht zu verführen. Da muss nur ein fremder Mann herkommen, mir eine Eiskugel kaufen und schon liebe ich ihn, da bin ich recht naiv. " (c) by Hubi
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6708
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 10.04.2016 08:32    Titel: Antworten mit Zitat

Gott ist groß, ihn regt nichts auf

Was für eine Erkenntnis! Eigentlich die einzig wahre. In einem launigen Gedicht verarbeitet, sagt sie uns Christenmenschen doch in einfachsten Bildern, worauf es ankommt (wenn er kommt). Die Tauber Gottes, die mit (faulen?) Eiern nach den Ungläubigen schmeißen, entpuppen sich dagegen als Eierdiebe.

Die Taubenschlägerei ist voll im Gange. Ich kann's dir sagen: Es ist wahr! Ich war im Taubenschlag. Auch mich traf ein, zwei Ei! wink

Bis zum heutigen Tage!

Dein Text ist ein Highlight. Sehr gut gemacht!

BN
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schrei.ben.
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 100



BeitragVerfasst am: 10.04.2016 09:08    Titel: Antworten mit Zitat

Gefällt mir. Besonders das Intro Exclamation
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purpur
Autor


Beiträge: 997



BeitragVerfasst am: 10.04.2016 09:19    Titel: Antworten mit Zitat

Gefällt mir Laughing und Crying or Very sad gefällt mir nicht,
Aber
 Kommt noch was? Kommt noch was?
gut gemacht!
LGppp Wink


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.fallen,aufstehen.
TagfürTag
FarbTöneWort
sammeln
nolimetangere
© auf alle Werke
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Aranka
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


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Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 10.04.2016 10:11    Titel: Antworten mit Zitat

Unergründlich - wie wahr! Der Mensch ist … was auch immer … jedenfalls recht klein … "doch Gott ist groß, ihn regt nichts auf". Gut so!

Wenn wir es denn sehen würden.

Gut auf jeden Fall der Ton, indem der Text hier auftritt. Schlagkräftig die Szene. Form und Inhalt in wirklich guter Spannung miteinander.

Gerne gelesen. Mehrmals!


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"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke)
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Fridolin
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Alter: 79
Beiträge: 151
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BeitragVerfasst am: 10.04.2016 11:15    Titel: Antworten mit Zitat

Witzig gereimt, wobei im Intro in der zweiten Zeile der Tippfehlerteufel zugeschlagen hat. Ansonsten oute ich mich als Tauber, der durch ein Wunder, nämlich der Technik, seine Hörfähigkeit wieder gewonnen hat.

LG Fridolin
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Fridolin
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 79
Beiträge: 151
Wohnort: Region Stuttgart


BeitragVerfasst am: 10.04.2016 11:18    Titel: Antworten mit Zitat

Doppelpost
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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 100
Beiträge: 1698
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 10.04.2016 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

Im Intro hieße es m. E. besser:

Zitat:
der Mensch ist religiös und dumm und bringt sich daher gerne um - drum bleibt des Gauklers Mund nicht stumm

(metrisch & versästhetisch).
In deiner Version klingt es mir ein wenig zu platt ...

Ansonsten: Superb
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Blätterklingen
Schreiberling

Alter: 32
Beiträge: 185
Wohnort: Tübingen


BeitragVerfasst am: 14.04.2016 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Mal wieder ein typischer Gaukel, ein Gedicht mit einem anderen Gedicht einzuleiten. Amüsant gedichtet und dabei bissig mit einem schrecklichen Thema umgegangen. Und leider wieder etwas, was schon längst der Vergangenheit angehören sollte. Aber stattdessen:  2.0. Jetzt noch veralteter, krasser, unhumaner!

Die Neologismen sind wie immer super, diese magische Mischung aus Schrullig und Treffend, die zustande kommt wenn man die Worte dekonstruiert und sie so wieder zusammensetzt, wie sie am besten in den Kontext passen und nicht einfach wie man es sonst halt so sagt. Gerade durch die leichte Abweichung wird man ja wesentlich hellhöriger was den Inhalt angeht. Dieses Spiel mit Tauben das am Ende zum Tauber Gottes wird finde ich total gelungen, hier wird diese Doppeldeutigkeit des Wortes im Deutschen (Gehörlos und Vogelvieh) mit einem großen Augenzwinkern mit der zweiten Ebene der kleinen Fabel/ Parabel verbunden.
Oder im Gegensatz die bekannten Worte:  „Gott ist groß“( was für mich persönlich zu einem der schrecklichsten Ausrufe des 21. Jh geworden ist. Wenn es so weiter geht, wie es aussieht, dass es weiter geht, wird es wohl hinsichtlich der Opferzahlen in ein paar Jahrzehnten mit dem „Sieg Heil“ des 20. Jh konkurrieren können.) Das fällt natürlich auch sehr viel stärker auf, wenn die Worte ungewohnt daherkommen, und sich im Gegensatz soetwas bekanntes anschließt.
Auch sehr schön das hier zwar Gott existiert, aber der sich natürlich aus Geduld oder Dessinteresse nicht um die Belange einer einzigen Welt kümmert, wo er doch ein Universum zu verwalten hat. Sehr angenehmes Gottbild. (Natürlich haut das alles hinten und vorne nicht hin und die Vorstellung bleibt am Ende eine rein menschliche, aber gerade in einem Text in den Tauben menschlich agieren, kann man auch das Bild von einem Gott verkraften)

Wenn man es als Allegorie lesen will kommt man schnell an den Punkt, dass das einzige was dem Menschen heilig sein sollte, seine Kinder(Ei vom heil`gen Geist), für den geheiligten Zeck geopfert werden – oder in die Pfanne gehauen werden, wie das ja mit Eiern gerne mal passiert. Die Parteien schlagen auch aufeinander ein, wenn etwas gesagt wird, dann nur als wütendes Geschrei und vermutlich nur mit Totschlagargumente, die gerne auch mal die rein Rhetorische Ebene verlassen können. Dabei wird nicht einmal gesagt, wessen Kinder da sterben, weil alle Kinder heilig sind und absolut kein Argument, schon gar nicht so etwas antiquiertes wie Glauben dafür herhalten darf, dass Kinder dafür zuschaden kommen dürfen.

Ich überlege noch etwas wegen dem „Mai“ in der ersten Zeile. Abgesehen davon natürlich das es den Haufenreim am Ende der ersten Strophe stützt, könnte ich mir vorstellen das du direkt auf Christi-Himmelfahrt(das ja im Mai stattfindet) referieren willst, hast du dir sowas in die Richtung gedacht?

Zum Klangbetonten

Super betont, mitreißend und total angenehm. Zwischen Zeile 4 und 5 in der ersten Strophe würde ich ein paar hunderstel Sekunden mehr Pause lassen, das würde diesen sehr angenehmen Nebensatzstil etwas besser zur Geltung bringen. Die Pausensetzuung und Betonung von „Gott ist Groß“ hat mir besonders gut gefallen. Amüsant und Ehrfürchtig.

Zum Klangtechnischen
Etwas mehr Fülle wäre nicht schlecht(Die einfachste Variante ist die Sprachspur zu verdoppeln, das gibt meistens schon genug „tiefe“), ich weiß nicht was du für ein Mikrophon hast, es klingt auf jedenfalls etwas kälter als deine sehr markante Stimme im Originalen klingt.

Es gibt Programme die diese Klack-Geräusche herausfiltern können, welche die Stimme normalerweise produziert, die aber vor allem im aufgenommenen Zustand auffallen. Hast du einen Plopschutzt? Ich brauche gewöhnlich zwei übereinander, damit das dreiste Plop sich nicht mehr auf die Tonspuren mogelt. Da das Knacken naturgemäß meistens am Ende oder am Anfang einer Phrase auftaucht, kann man die Tonspur in den meisten Fällen auch aufschlüsseln und das jeweilige Knacken manuell herausschneiden oder zumindest stark minimieren.


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Stimmgabel
Geschlecht:männlichBestseller-Autor


Beiträge: 4401
Wohnort: vor allem da
Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 14.04.2016 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

-


Hallo Blätterklingen,


nur ganz kurz erwähnt: die folgende Passage deines Beitrags finde ich literarisch analytisch sehr gelungen.

Blätterklingen hat Folgendes geschrieben:

Die Neologismen sind wie immer super, diese magische Mischung aus Schrullig und Treffend, die zustande kommt wenn man die Worte dekonstruiert und sie so wieder zusammensetzt, wie sie am besten in den Kontext passen und nicht einfach wie man es sonst halt so sagt. Gerade durch die leichte Abweichung wird man ja wesentlich hellhöriger was den Inhalt angeht. Dieses Spiel mit Tauben das am Ende zum Tauber Gottes wird finde ich total gelungen, hier wird diese Doppeldeutigkeit des Wortes im Deutschen (Gehörlos und Vogelvieh) mit einem großen Augenzwinkern mit der zweiten Ebene der kleinen Fabel/ Parabel verbunden.
.



Gruß Stimmgabel ...


-


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Blätterklingen
Schreiberling

Alter: 32
Beiträge: 185
Wohnort: Tübingen


BeitragVerfasst am: 14.04.2016 15:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stimmgabel

Zitat:
nur ganz kurz erwähnt: die folgende Passage deines Beitrags finde ich literarisch analytisch sehr gelungen.

... im Gegensatz zum Rest *lach*
Nein, Spaß beiseite. Danke, das ist wirklich eine sehr angenehme rückmeldung: vor allem auch zu sehen das es für mehr Leute als nur den Autor interessant ist. Ich versuche auch weiter in diese Richtung zu gehen und den Inhalt, Stil udn Form weiter zusammenzuschmieden, da zuindest letzteres doch irgendwie fast gewohnheitsmäßig etwas unterschlagen wird.

Liebe Grüße und einen angenehmen Abend wünscht,

Matthias


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Gaukelwort
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 123
Wohnort: Hiernichtdort


BeitragVerfasst am: 17.04.2016 19:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@ all,

hey, ich freue mich riesig über diese Resonanz. Und es ist längst höchste Zeit, dass ich mich step by step mal zurückmelde.


Hi lupus,

es freut mich sehr, dass es dich zu mir verschlagen hat. Noch mehr freut es mich, dass du nicht stumm geblieben bist. (Zumal du ja verraten hast, dass was dich dazu veranlasst.) Das Schöne beim Lob im Internet ist, dass man ganz entspannt und unbeobachtet rot werden und anschließend wieder verblassen kann.

Um Ostern herum bin ich Ohrenzeuge einiger wunderlicher Gespräche geworden, die letztendlich zusammengenommen Auslöser und Nährboden für dieses Gedicht wurden. Es waren intensive Gespräche die diesen Menschen viel bedeutet haben. Ich war deshalb sehr aufmerksam. Und doch blieb mir die Glaubensgewissheit dieser Menschen samt ihrer Interpretation des göttlichen Willens ebenso unergründlich, wie die Handlungsmotive ihrer Götter. (Es müssen viele Götter sein, die sich den gleichen Namen teilen, so unterschiedlich war das Gesagte.)

Ja, mein saloppe Tonfall beim Dichten gehört irgendwie zu meinem Stallgeruch. Ich glaube wenn es noch etwas langweiligeres als Lyrik geben sollte, so ist es elitäre Lyrik.

Das „Intro“ hat sich beim flotten Herunterschreiben quasi selbst zusammengereimt. Es war ursprünglich nur meinem Quasselbedürfnis geschuldet. Ich bringe es irgendwie nicht fertig meine Gedichte ohne Ambiente aufzutragen. Will heißen, bevor das Gedicht serviert wird stelle ich noch schnell eine zündendes Gedankenkerzchen mit auf den Tisch oder auch einen Durchdieblumenstrauß. Ich bin überrascht welches Gewicht und welche Eigendynamik dieses Intro entwickelt hat. Ich sah es nicht als Teil des Gedichts. Und doch… Aus unerfindlichen Gründen… Hat es ein gewisses Eigenleben entwickelt.

Vielen Dank fürs Lesen, Loben und Kommentieren.


Hi BlueNote,

vielen Dank für dein hoch erhellendes Feedback. Es hat mich sehr gefreut und mir zudem einmal mehr offenbart, wie sehr das Geäußerte und das Verstandene von Blickwinkel der Kommunizierenden abhängt. Es ist für mich sehr tröstlich, dass neue Orte und neue Begegnungen und Meinungen das Sehen, Fühlen und Denken bereichern.

Vielleicht hast du ja schon gelesen was ich gelesen lupus geantwortet habe? Daraus ist, so denke ich, zu erahnen, dass ich kein Christ bin. Ich glaube weder an einen Schöpfergott noch an ein göttliches Wirken. Religion spielt in meinem Leben nur in soweit eine Rolle, als dass sie ihre Realität in den Köpfen vieler Menschen hat die mich umgeben. Und diese Menschen gehören, mit ihrem zum Teil durch Religion beeinflussten Verhalten wiederum zu meiner Realität. Was immer mir daraus erwächst, ob Terror oder auch Hilfe, von Menschen, die aus einem im Glauben verwurzelten Kriegsgebot bzw. einem Gebot der Nächstenliebe handeln, (be)trifft mich also nur kollateral. Gleiches gilt mir für Buddhas Lächeln.

Ein „uns“ ist jedoch trotzdem leicht möglich. Es muss ja nicht ein „...uns Christen...“ sein, denn dann muss ich leider draußen bleiben… Aber wie wäre es mit einem „...uns Friedfertigen...“ da wäre ich gerne mit dabei. Und es ließe auch ausreichend Platz für andere friedfertige Mono- Ploy- Athe und sonstige -isten, Agnostiker und und und.

Und wenn ER wirklich kommt, vielleicht auch wiederkommt, als Baby, als Ei, als Philosophischer Ansatz oder als Gedicht, so darf er mich gerne auch in meinem Sein bereichern. Bisher ist er mir (Gott weiß warum) jedoch nicht erschienen. Und denen, die in seinem Namen Kreuzzüge und Heilige Kriege führen ganz offensichtlich auch nicht. Zumindest nicht, um ihnen Einhalt zu gebieten.

Ja, die Taubenschlägerei ist wahr! Von deinen Erlebnissen im Taubenschlag würde ich gerne mehr hören. Wie gehst du damit um, wenn Menschen ihren Gott als Waffe benutzen und dich gezielte oder auch ungezielte Eier treffen?

Danke fürs Lesen und Kommentieren. Und für deinen Blickwinkel auf mein Buchstabenbild.


Hi schrei.ben,

nachdem ich einige Tage immer wieder um dieses Gedicht herumgeschlichen bin… Hier ein Wort wechselte, dort eine Zeile umschrieb, gar plötzlich feststellen musste, dass ich reimwortbedingt mitten im Satz die Zeit gewechselt hatte… Nun, als das alles hinter mir lag und ichs endlich zufrieden war... Das Gedicht zig mal gelesen und schließlich mehrfach mit unterschiedlichster Stimme und Stimmung vertont hatte… Da war ich befreit und leicht und froh, und so vernarrt im Metrikflow, dass dieses Intro – einfach so, ganz plötzlich von allein geschoh.

Wie gesagt, es war mir spontan herausgesprudelt und als Scherz gedacht. Im Gegensatz zum Gedicht ist es grob behauen und nicht nachgeschnitzt oder gar geschliffen. Vielleicht liegt ja der Charme des Intros gerade darin begründet?

Auch dir Danke für deinen Kommentar.


Hi Purpur,

liebe Wiederholungsgästin, viele mögen die Smileys nicht so sehr. Mahnen gar mit erhobenen Zeigefinger an, es solle stets textbezogen und sprachlich ausgefeilt gepostet werden. Alles Bullkacka! Du platzt herein, schnappst die meine Zeilen, liest sie, lächelst, schickst mir ein paar spontane Worte und malst mir dazu eine Hand voll Emoticons auf die Backe. Und so gerne ich mit den ausgefeilten Wortmeldungen und Gedanken die mir Lyriker/innen und Literaten/innen zuspielen jongliere, so gerne lasse ich mich mir einem leichten, freundliche Lächeln schenken.

Ich mag es wenn du so herein schneist. Dein Erscheinen vermittelt mir pure Spontanität – äh, nein es ist sogar purpure Spontanität.

Danke für Deinen Besuch


"Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder - keine Frage!"
Zitat: Paulchen Panther

Leider leider leider reicht meine Zeit gerade nicht für weitere Rückmeldungen. Aber ich bleibe dran und melde mich zu den weiteren Kommentaren. Und ich muss es hier einfach nochmal sagen - ich freue mich sehr über eure Antworten.

Es grinst und grüßt ins Restwochenende...

...der Gaukel


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BlueNote
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Ei 4



BeitragVerfasst am: 18.04.2016 06:49    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Wie gehst du damit um, wenn Menschen ihren Gott als Waffe benutzen und dich gezielte oder auch ungezielte Eier treffen?

Es regt mich wahnsinnig auf, aber ich sage, dass es mich nicht aufregt.

Im übrigen darf man sich nicht zu sehr in den Sumpf dieser Waffenlobby ziehen lassen, weil du sonst irgendwann ihre (intriganten) Spielchen mitspielst.
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Gaukelwort
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 123
Wohnort: Hiernichtdort


BeitragVerfasst am: 24.04.2016 08:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Aranka,
 
„Gott ist groß!“ ist der Kriegsruf derer, die in SEINEM Namen das (Richt)schwert ziehen, um SEINEN Geboten mit Gewalt zu Respekt zu verhelfen; und zugleich aber auch das Argument derer, die Gottes Schweigen SEINEM unerschütterlichen Glauben an das „Gute“ im Menschen zuschreiben – SEIN Schweigen offenbart quasi die Gewissheit Gottes, dass der Mensch es schaffen wird ohne Zwang und aus freien Stücken den Weg zu Demut, zur Erlösung und somit zu Ihm zu finden.
 
Auch wenn mir die zweite Sichtweise unendlich viel sympathischer als die erste erscheint, sind mir beide logisch und emotional gleichermaßen unergründlich.
 
Ich brauche glücklicherweise in all meiner Kleinheit keinen Gott. Kleinheit ist nichts Schlimmes für mich. Zumal mir ohne einen großen Gott neben mir sowieso der Maßstab für derlei Spekulationen fehlt.
 
Aber die, die einen Gott brauchen, die brauchen IHN jedoch zumeist ähnlich wie einen Vater. Was nun wenn er sich aber nicht muckst, der Vater? Der eine mag den Wunsch?, die Illusion?, das Vertrauen?, den Glauben? in sich finden, dass Gottvater ihn – hinter seiner wichtigen Wolkenzeitung verborgen mit Wohlwollen wahrnimmt - und ist´s zufrieden. Der andere hingegen tut alles nur Erdenkliche, um IHM eine Regung abzutrotzen. Frei nach dem Motto: „Schau her Vater – ich habe den bösen Nachbar verprügelt der dich immer so nervt!“
 
..Und dann gibt es da dann noch überall die alten, reichen, mächtigen Männer hinter den Kulissen, die die jungen Männer aus allen möglichen Gründen generationsweise in den Tod schicken, damit die jungen Menschen nicht auf die Idee kommen sich gegen den morbiden Altersschwachsinn zu wenden, der aus purem Egoismus, oder Gier, oder Verlustangst heraus dem Wandel zum Guten im Wege steht…
 
Hmmm, ja, ich habe gehofft mit einer nicht niedlichen Fabel eine Form zu wählen, einen Ton zu treffen, die/der geeignet ist, die Thematik angemessen zu transportieren.
 
Ich hoffe du liest jetzt gerne, dass ich gerne von dir gelesen habe, dass du gerne bei mir gelesen hast…
 
LG Gaukel


Hi Fridolin,

der Witz bei der (meiner) Reimerei ist hoffentlich der, dass der Selbe nicht auf der Strecke - oder gar im Hals stecken bleibt. Die Dichterei soll schließlich Spaß machen. Dem der sie schreibt. Dem der Sie liest. Und dem, der sich inhaltlich Angesprochen fühlt auch.

Das kann nicht immer und überall gelingen… Ich erinnere mich an unsere Begegnung – damals auf der Herrentoilette der Dicherspelunke – als du mir erzählt hast, dass die Dichterei für dich ein Fachübergreifender Schulsport gewesen sei, an dem der starre Lehrkörper damals wenig Erheiterndes finden konnte. Mich hat diese Episode sehr amüsiert. So sehr, dass ich den damaligen Fridolin sofort als neue Rolle in meine Kopfkinoerinnerung an die Rühmannverfilmung der Feuerzangenbowle mit aufgenommen habe. Der Film hat - dank dir - in meiner Phantasieversion nun eine Menge humorvolle Szenen hinzugewonnen.

Hey, und wenn ein Tauber wie du - dank der Technik - wieder hören kann, dann ist letztlich auch Hoffnung auf eine positive Veränderung für viele der anderen Tauben. Möglicherweise sollten sie mit ihrem Morbus Massenmassaker lieber zum Mentalmediziner als zur Meuchelmesse.

LG

Gaukelwort


Hi Blätterklingen,

das nächste Mal bist du an der Reihe. Es braucht Zeit der Vielzahl deiner Gedanken gebührend zu folgen und sie entsprechend zu würdigen. Für dieses Vergnügen will ich mir ausreichten Zeit lassen.


@ Blue

und danach kommst dann du.


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