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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Lemuria [Arbeitstitel]


 

 
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Leveret Pale
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 19
Beiträge: 746
Wohnort: Jenseits der Berge des Wahnsinns


BeitragVerfasst am: 25.03.2016 20:50    Titel: Lemuria [Arbeitstitel] eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Nachdem ich mit dem Roman ferig geworden bin und die Kritiken abwarte, habe ich mir, bevor ich mich auf die 2. Auflage und dann auf Band 2 stürze, zur Abwechslung wieder eine Novelle vorgenommen, deren erste Fassung bereits fertig ist und an der ich nun arbeite. Es ist mal wieder Horror und auch etwas aus der ersten Person, was für mich noch immer eine sehr ungewohnte Persepektive ist.

Ich stelle mal hier den Anfang rein. Wie wirkt er auf euch? Was erwartet ihr wird passieren? Habt ihr gut Ideen für einen Titel? Und natürlich zerlegt bitte den Text so gut ihr könnt. Smile

Lemuria [Arbeitstitel]

Wie eitel, wie ignorant und blind wir Menschen doch geworden sind, dem Untergang entgegen eilend und es Fortschritt nennend. Je größer die Sprünge sind, mit denen dieser voraneilt, je mehr Technologie und Wissenschaft die Natur entmystifizieren, desto mehr halten wir kahlen Landaffen mit Smartphones uns für allwissende Halbgötter, Herren der Schöpfung, die die Nahrungskette zu dominieren glauben. Das Übernatürliche haben wir erklärt mit den Naturwissenschaften und es zu der Spinnerei von zurückgebliebenen Hinterwäldlern und den Wahnvorstellungen von Drogensüchtigen und Wahnsinnigen degradiert. Wir haben die Augen verschlossen und das Angesicht unserer Schöpfer vergessen. Die Natur beuten wir achtlos aus, entwurzeln ganze Wälder und kippen Myriaden an Tonnen an Giften in die Meere und Gewässer, in dem Glauben sie wären uns untertan und machtlos, hätte keine Möglichkeit sich zu wehren, schließlich sind wir angeblich die höchstentwickelte Lebensform, der ultimative Jäger auf diesem Planeten. Doch dies könnte unser größter Irrtum sein; das Messer in unserer Niere, unsere vergessene Achillesferse. Ich selbst, der zu der Zunft jener gehörte, die am meisten zur Entmystifizierung und Pseudorationalisierung der Welt beitragen, ein Professor der Geophysik an der renommierten Usher Universität von Santa Susto, Kalifornien, habe Dinge erlebt, die meinen Glauben an die Wissenschaft und Menschheitsgeschichte zu tiefst erschüttert und mich mit der größten Furcht, die ein menschliches Wesen erleben kann, geschlagen haben. Zugern würde ich meine Erinnerungen als das Produkt einer überreizten Vorstellungskraft oder sogar einer schizophrenen Erkrankung erklären können, doch es gibt Zeugen, unwiderlegbare Indizien und Beweise; selbst die Medien, diese Maschinerie der Propaganda für unsere kurzsichtige, ignorante und konsumorientiere Lebensweise, haben von diesen Ereignissen berichtet; doch nur ein Einziger von jenen die dabei waren, Ich, ist noch in der Lage zu berichten und wer weiß wie lange noch? Meine Hände zittern während ich diese Zeilen schreibe und ich werfe immer wieder nervöse Blicke über meine Schultern, an denen kalter Schweiß hinabströmt. Aber ich habe keine andere Wahl. Die Welt muss erfahren, was sich an jenem 20. Juni 2014 wirklich ereignete, muss gewarnt und aufgeklärt werden, über die Bedrohung, die auf uns alle lauert, bevor es zu spät ist, bevor das Kriegsbeil nicht mehr begraben werden kann, bevor die kalte Flut uns alle verschlingt.
Es fing Ende Dezember 2012 an; mich würde es nicht wundern, wenn nicht haargenau auf den Tag der Sonnenwende, dem 21.12.2012, jenem Tag den die Maya als den Beginn eines neuen Zeitalters datierten. In der Region um den Punkt im Pazifik mit den Koordinaten 45° 20'9.24" südliche Breite und 134°46'20.64" westliche Länge ereigneten sich unerklärliche Anomalien bei den wenigen Frachtschiffen, die diesen Punkt im Umkreis von zehn Seemeilen passierten. Es kam zu Interferenzen beim Funk- und Satellitenverkehr und das Radar spielte verrückt. Ein sonderbares Piepen, Knacken und Abfolgen hochfrequenter, langgezogener Pfeiftöne konnten in unregelmäßigen Abständen auf allen Kanälen empfangen werden, während die Kommunikation mit der restlichen Welt blockiert war, zugleich zeigten die Radare seltsame, riesige Gebilde unter Wasser, die erschienen und wieder verschwanden. Die Mannschaft eines Containerschiffs, der MSC Edgar, die am 17. Februar 2013 den Punkt bei Nacht passierte, berichtete, davon, dass aus Tiefe des Meers ein gespenstisch grünes Leuchten drang, welches von großen dunklen Schatten unterbrochen wurde, während ein ohrenbetäubendes Heulen ertönte, als würden die Walküren persönlich vom Himmel herabsteigen. Die verängstige Mannschaft ging an die Presse damit. Sogar ein verwackeltes Handyvideo eines der Matrosen, welches das Leuchten des Meeres und die großen amorphen Schatten zeigt, während im Hintergrund die Männer aufregt schreien und ein wildes, hochfrequentes Heulen das Mikrofon des Handys überlastet und zu einem Knistern verzerrt, machte die Runden auf YouTube; doch außer einigen Mystik- und Populärwissenschaftlichenmagazinen fanden dieses Berichte und das Video keine Beachtung und verschwanden, genauso wie der Kapitän und die Mannschaft des Schiffes, schnell in der Versenkung. Man hörte nie wieder von ihnen. Erst im Mai desselben Jahres kam in der Fachwelt, zumindest in einigen Kreisen, Interessen an diesen merkwürdigen Punkt auf, als ein meeresbiologisches Forscherteam versuchte mittels Satellitenaufnahmen den Meeresboden dieser südpazifischen Region, die als eine der unberührtesten der Welt gilt, weil sie sehr nach am Point Nemo liegt, erneut zu vermessen. Die Satellitenbilder dieses Punktes jedoch waren gestört, das Bild war verschwommen und die Analyse der elektromagnetischen Felddaten war in allen Werten anomal. Doch auch diese Erkenntnisse erregten kaum Aufmerksamkeit, wurden von der Öffentlichkeit ferngehalten oder schlicht von ihr ignoriert, sodass ich erst von dem allen im August zu Beginn des neuen Studienjahres durch meinen Kollegen und vermeintlichen Freund, den Meeresbiologen und Dozenten, Dr. Harvey Whateley erfuhr, als wir uns in der Kantine der Usher Universität, wie so oft, beim Essen über die Neuigkeiten aus der Fachwelt unterhielten oder über unsere gemeinsamen Schüler austauschten. Harvey erzählte mir von diesen Anomalien und zeigte mir auf seinem Smartphone das Video des Matrosen von der MSC Edgar. Bei dem Anblick dieses Videos bekam ich eine Gänsehaut und es kribbelte in meinen Gliedern, aber ich Tor war eher aufgeregt, als beängstigt. Er fragte mich, was ich glaubte, die Ursache für diese Phänomene sein könnte und ich antwortete, ohne zu Zögern in meinem wissenschaftlichen Irrglauben, es müssten Vulkanaktivitäten sein, die aufgrund eines hohen Kupfer und Eisengehalts im Lava oder einer anderweitigen unbekannten Ursache zu elektromagnetischen Feldern führten und dabei größere Mengen Kupfer, Thallium oder Barium verbrannten, die zu dem grünen Leuchten führten, was jedoch sehr bemerkenswerte wäre, da solche großen Vorkommen wirklich etwas einzigartiges wären. Er nickte und entgegnete, dass er sich nicht ganz sicher wäre, was die Ursache für diese Anomalie wäre und eher was das Leuchten anging von fluoreszierenden Algenschwärmen ausging. (Erst vor kurzem, als hätte ich es absichtlich verdrängt, fiel mir ein, dass durch die starke Lichtabsorption eine noch so starke Lichtquelle im Wasser nur wenige hundert Fuß weit sichtbar sein könnte, während das Meer an der besagten Stelle beinahe dreieinhalb Meilen tief war. Allerdings nur wenn man von den gängigen physikalischen Gesetzen ausging) Harvey berichtete mir, dass er diese Sache genauer untersuchen wollte und an einer Expedition zu diesem Punkt teilnehmen würde. Unverwandt fragte er mich, ob ich den nicht einen U-Bootpilotenschein hätte und nicht vor einigen Jahren mal einen Tauchgang mit der Mir-2 am Nordpol begleitet hätte. Dies lag bereits neun Jahre zurück und war die letzte Expedition gewesen, an der ich teilgenommen hatte, bevor ich mich vollständig der Professur widmete. Ich bejahte, woraufhin er mich mit der Frage überrumpelte, ob ich mitkommen wollte, da das Team noch einen erfahrenen Geophysiker und einen Piloten für ihr U-Boot brauchte. Ich war vollkommen überrascht von diesem Angebot und frage mich bis heute, was Harvey dazu bewogen hat es mir zu unterbreiten, welche Mächte damals im Spiel waren oder doch nur Zufall, vielleicht aber auch nur kalte Berechnung.  Die letzten Jahre hatte ich mich in meiner Lehrstelle gemütlich gemacht und ein gutes Einkommen bezogen, doch es fehlt mir an echter, aufregender wissenschaftlicher Arbeit. Meine letzten bedeutenden wissenschaftlichen Projekte und Publikationen lagen Jahre zurück, aber sie fehlten mir nicht so sehr wie die Feldarbeit, wie jene, als ich noch jung gewesen war und für meine Doktorarbeit mehrere Monate auf einer Forschungsstation in der Antarktis verbracht hatte. Ich stimmte begeistert zu, wunderte mich aber, wie er das Direktorium hatte überzeugen können eine derartige Expedition zu finanzieren. Er antwortete knapp und senkte dabei die Stimme, dass die Expedition von einem reichen Privatmann finanziert wurde, der anonym bleiben wollte und dass auch die Expedition keine offizielle war. Es schien so, als erhoffte sich jener Unbekannte aus dieser Anomalie Erkenntnisse ziehen zu können, die man für moderne Satelliten- und Funktechnologie oder auch das Militärwesen verwenden könnte. Dieser Unbekannte wollte daher unbedingt die Expedition und ihre Ergebnisse geheim halten. Wenn ich mitkommen wollte, musste ich mich beurlauben und einer Geheimhaltungserklärung unterschreiben – beinahe belanglos zu erwähnen, dass diese Erklärung unterschreib und sie nun mit diesem Text breche, aber ich muss es tun, alles andere würde mich in den Wahnsinn treiben, alles andere führt zum Untergang, zum Tod und jene, denen ich dieses Versprechen gab sind ohnehin entweder tot oder schlimmeres.

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Fortune
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Beiträge: 142



BeitragVerfasst am: 26.03.2016 15:10    Titel: Antworten mit Zitat

Gegen Ende ließ meine Konzentration nach, muss ich zugeben.

Wieso sind viele Sätze so lang? Laughing Wobei mich nicht unbedingt die langen Sätze stören, es sich aber irgendwie falsch anfühlt. Habe nicht das Gefühl, ein Geoprof würde sich so ausdrücken. Es bricht sich. Erzähltechnisch ist der der Stil schön (wenn auch ein ganz klein wenig schwafelig), aber es passt nicht zum Charakter (imho!). Und er ist so endzeitlich gestimmt. Der macht mich ganz depressiv, der Mann. Bisschen pathetisch kommt er mir auch vor, auch wenn ich ihm gern glaube, dass die Ereignisse nervenaufreibend waren. Aber wäre er so nervös, wie du erwähnst, würde er seinen Bericht anders verfassen.
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 26.03.2016 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ich ahne hier eine starke Beschäftigung des Autors mit der Literatur des (ca.) 19. Jahrhunderts heraus. Der Prota versucht sich gleich als gebildeter, aufrichtiger Wissenschaftler vorzustellen, der nun dem geneigten Leser die ungeheuerlichen Erkenntnisse, derer er gewahr geworden, aus Gewissensgründen mitteilen muss. Allerdings hat sich seitdem einiges getan, in Sachen Aufklärung und nicht zuletzt auch "grünem Bewusstsein".
Die moralische Abrechnung am Anfang ist mir zu pathetisch - als moderner Leser frage ich mich gleich, ob hier eine Vermischung von (vermeintlichem) Sachbuch und fiktionaler Prosa passieren soll, und gehe auf eine gewisse kritische Distanz, was wahrscheinlich nicht im Sinne des Autors ist - je nachdem, wie es weitergeht.
Stilisitsch ermüdet mich das recht schnell - die Spannung, die entstehen könnte, wird durch das erzwungnermaßen langsame Lesen (Bandwurmsätze bei gleichzeitiger Häufung von Fachbegriffen) ausgebremst. Die Sätze sind insgesamt zwar gut gebaut (und weisen eine erfreulich geringe Fehlerquote auf), mehr Abwechslung in Satzlänge und Darstellung täte allerdings not. Noch lange so weiter gehen sollte das jedenfalls nicht - oder besser schon deutlich früher aufhören.
Die Ereignisse bei den Frachtschiffen (die mich ziemlich stark an Schätzings "Schwarm" erinnert hat) sowie das nachfolgende Expertengespräch darüber würde ich hier nur andeuten, und dann dem Leser in zwei erlebbaren Szenen näher bringen, mit Emotionen, Dialogen etc.
 
Hier fälltst du m. E. aus der Sprache:
Zitat:
aber ich Tor war eher aufgeregt

Tor, das spricht/denkt heute bestimmt keiner mehr ...


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Wolfin
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BeitragVerfasst am: 26.03.2016 16:36    Titel: Antworten mit Zitat

Sätze kürzen, abwechslungsreicher gestalten und dann: weiter, weiter, weiter...

Ich bin gespannt.


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Mir reicht, dass ich weiß, dass ich könnte, wenn ich möchte.
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 26.03.2016 17:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich ahne hier eine starke Beschäftigung des Autors mit der Literatur des (ca.) 19. Jahrhunderts heraus.

 Laughing Du hast mich erwischt. Ich muss zugeben, in letzter Zeit haben Chambers, De Quincey, Lovecraft und Poe einen beachtlichen Teil meiner Lektüre ausgemacht. Ich mag diesen pseudowissenschaftlichen, angestaubten Erzählstil irgendwie und wollte es mal modern umsetzen. Ist mir noch nicht ganz gelungen.

Zitat:
Die Ereignisse bei den Frachtschiffen (die mich ziemlich stark an Schätzings "Schwarm" erinnert hat) sowie das nachfolgende Expertengespräch darüber würde ich hier nur andeuten, und dann dem Leser in zwei erlebbaren Szenen näher bringen, mit Emotionen, Dialogen etc.

Ich werde versuchen das mal umzusetzen. Später kommen einige Dialoge vor, aber nur spärlich und eher einseiseitig, da es schon wie ein Bericht anmuten soll, sodass der Leser am Ende mit dem unsicheren Gefühl zurückbleibt, ob das alles, egal wie verrückt es klingen mag, nicht wahr sein könnte. Dafür wird die Handlung vor allem am Schluss durch viele Bezügen mit der realen Geschichte und Wissenschaft verflochten. Dafür ist der Anfang aber wohl etwas zu pathetisch geraten.

Schätzings Schwarm hab ich nicht gelesen (um ehrlich zu sein hab ich bisher noch nie etwas von Schätzing gelesen), aber eine Überprüfung der Zusammenfassung auf Wikipedia hat mir bestätigt, dass meine Handlung und auch das Sujet sich komplett von der Schwarm unterscheiden (abgesehen davon, dass das Meer eine große Rolle spielt als Handlungsort).



Zitat:
Hier fälltst du m. E. aus der Sprache:

Zitat:
aber ich Tor war eher aufgeregt


Tor, das spricht/denkt heute bestimmt keiner mehr ...

Wirklich? Ich dachte, dass wäre noch halbwegs schreibtauglich. Ich muss mal wieder raus und mich mit ein paar meiner Gleichaltrigen unterhalten, bevor ich komplett verstaube. hmm
Zitat:
mehr Abwechslung in Satzlänge und Darstellung täte allerdings not. Noch lange so weiter gehen sollte das jedenfalls nicht - oder besser schon deutlich früher aufhören.

Zitat:
Gegen Ende ließ meine Konzentration nach, muss ich zugeben.

Wieso sind viele Sätze so lang?

Zitat:
Sätze kürzen, abwechslungsreicher gestalten und dann: weiter, weiter, weiter...


Gut, die Meinungen sind hier sehr einhellig. Ich muss mehr straffen und kürzen. Werde ich versuchen. Danke für eure Meinungen!
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 27.03.2016 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
ich finde deinen Text interessant und würde ihn auch weiterlesen, aber es gibt etwas, das mich stört: Du bist nicht HP Lovecraft. Dennoch versuchst du so ziemlich, seinen Stil 1 zu 1 zu kopieren und ins deutsche zu übertragen. Hier liegt für mich das Hauptproblem: deutsche Übersetzungen des Altmeisters funktionieren nicht mehr. Jedenfalls nicht so gut wie das Original. Diese gestelzte, hochgestochene Sprache, die möglichst sublime und foreboding wirken soll (nichtmal diese Adjektive lassen sich vernünftig rüberbringen) wirkt im Deutschen angestaubt und manchmal gar unfreiwillig komisch.

Auch dein Einstieg und deine Themen (etwas Bedrohliches im Pazifik; der innere Kampf mit dem Wahnsinn ob dessen, was man sehen musste; das Bedürfnis, der Welt etwas mitzuteilen, was sie gar nicht wissen will (und auch nicht wissen sollte), sind 100 Prozent Lovecraft. Und da gibt es mittlerweile genug Epigonen, aber auch Schriftsteller wie Thomas Ligotti, die Lovecraft weiterentwickelt und modernisiert haben. Versuch dich doch auch in diese Richtung, behalte deinen eigenen Stil bei und versuche nur, die Atmosphäre von Lovecraft einzufangen (was zum Beispiel Stephen King sehr schön bei "From a Buick 8" geschafft hat), ohne dass es sich wie eine Kopie liest. Lovecraft ist schließlich fast schon 100 Jahre her.

Aber irgendwie hab ich's trotzdem gerne und in einem Rutsch gelesen. Auch wenn es sich für mich wie eine Lovecraft-Kopie liest, es ist wenigstens eine gute. Nur halt irgendwie nicht mehr zeitgemäß.

LG,
VKB


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Eliane
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Beiträge: 525



BeitragVerfasst am: 27.03.2016 23:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hm. Ich find's schwierig zu lesen, die Sätze sind wirklich zu lang und auch zu umständlich. Sehr trocken. Und trotzdem zu eingefärbt, um wirklich ein wissenschaftlicher Bericht sein zu können, aus dem muss nämlich jegliche persönliche Meinung zunächst ferngehalten werden.

Was mich massiv gestört hat, ist Deine Darstellung eines Universitätsprofessors. Meines Wissens (zugegebenermaßen nur aus zweiter Hand) sind gerade in den USA Forschung und Lehre sehr eng verzahnt, d.h. Lehre passiert durch die Forschung und die Beteiligung der Studenten daran. Außerdem herrscht der Druck, Drittmittelförderung zu bekommen (daran hängt z.T. auch die Vertragsverlängerung), und die gibt es nur für Forschungsprojekte. Ich weiß jetzt nicht genau, wie das in den USA ist, aber hier in D ist zumindest in meinem Fachgebiet die Geldbeschaffung im Prinzip eine zentrale Aufgabe des Profs, der selber nicht mehr im Labor steht, sondern "nur noch" seine Leute koordiniert und thematisch auf Linie bringt. Dafür steht er dann auf den Veröffentlichungen als senior author als letztes in der Autorenliste (und das ist überraschenderweise der Platz mit dem meisten Prestige).

Außerdem stören mich noch ein paar Kleinigkeiten, kann einfach am Ausdruck liegen: Eine "Lehrstelle" hat für mich nichts mit universitärer Lehre zu tun, auch wenn es auf englisch "lecturer" heißt. Und: Wenn Feldarbeit kein wissenschaftliches Projekt ist, was dann? Feldarbeit kann eine Ausgrabung sein, oder die Kartierung eines Biotops, oder auch Experimente, die "im Feld" statt im Labor durchgeführt werden. Aber in allen Fällen sind das wissenschaftliche Projekte.

Zusammengefasst: Für mich ist die Darstellung Deines Protagonisten nicht stimmig. Sorry!
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Drakenheim
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BeitragVerfasst am: 28.03.2016 08:51    Titel: Antworten mit Zitat

Lies mal den Schwarm. Ich habe ihn kürzlich zum zweiten Mal gelesen und es nimmt mich immer noch mit auf die Reise.

Ansonsten geht es mir wie den Vorrednern: Lange Sätze, zu pathetisch, um wissenschaftlich zu sein, vom Stil her zu altmodisch für einen Prof der heutigen Zeit. Es sei denn, er ist ein großer Fan von Chambers, De Quincey, Lovecraft, Poe etc, dann dürfte sein Schreibstil zwischen Doktorarbeit und 19. Jahrhundert schwanken.
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 28.03.2016 17:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Versuch dich doch auch in diese Richtung, behalte deinen eigenen Stil bei und versuche nur, die Atmosphäre von Lovecraft einzufangen (was zum Beispiel Stephen King sehr schön bei "From a Buick 8" geschafft hat), ohne dass es sich wie eine Kopie liest. Lovecraft ist schließlich fast schon 100 Jahre her.

Ich habe einen eigenen Stil, der sich aber eigentlich fundamental von dem Lovecrafts unterscheidet. Ich hatte diesmal einfach mal Lust etwas zu schreiben, was sehr nah an den Originalen liegt, aber eine eigene, moderne Handlung und Welt hat. Ich werde nie so gut darin sein wie der alte Meister noch habe ich vor Geschichten dieser Art und Atmosphäre öfters zu schreiben, aber diese hier war einfach mal zum Spaß geschrieben. Mir gefällt sie, auch wenn sie noch nicht fertig ist (muss noch feingeschliffen werden) und da sie ohnehin eine fast unveröffentlichbare Länge von ca. 50 Seiten hat (zu lang für eine Anthologie, zu kurz um mehr als ein 0,99€ eBook zu werden), interessiert es mich um ehrlich zu sein auch nicht wirklich, dass sie nicht zeitgemäß ist, solange sie mir selbst gefällt. Natürlich hab ich trotzdem Ambitionen sie so gut wie möglich hinzukriegen, weshalb ich über jedes Feedback dankbar bin.
Zitat:

Du bist nicht HP Lovecraft. Dennoch versuchst du so ziemlich, seinen Stil 1 zu 1 zu kopieren und ins deutsche zu übertragen. Hier liegt für mich das Hauptproblem: deutsche Übersetzungen des Altmeisters funktionieren nicht mehr. Jedenfalls nicht so gut wie das Original. Diese gestelzte, hochgestochene Sprache, die möglichst sublime und foreboding wirken soll (nichtmal diese Adjektive lassen sich vernünftig rüberbringen) wirkt im Deutschen angestaubt und manchmal gar unfreiwillig komisch.


Wirklich bewusst habe ich jetzt nicht versucht seinen Stil nachzuahmen, eher habe ich einfach versucht Ich-Perspektive und Professorenprotagonisten umzusetzen und eben diese lovecraftische Atmosphäre einzufangen, aber die Neigung komplizierte oder seltene Wörter zu verwenden, habe ich selber. Bei meinem Roman wurde in der Leserunde von einigen Lesern kritisiert, dass sie nicht alle Wörter verstanden haben, die benutzte, wobei ich nicht absichtlich irgendwie versuchte habe den Text fein oder gebildet klingen zu lassen, sondern einfach die Wörter verwendet habe, die mir eingefallen sind. Vielleicht bin ich aber auch irgendwie durch die viele altmodische Lektüre dauerhaft geschädigt... hmm

Imho finde ich die deutschen Übersetzungen von Lovecraft durchaus noch lesbar und interessant, nicht alle natürlich - hängt sicher vom Übersetzer ab und in welcher Lebensphase Lovecraft sie verfasst hat - aber die aus der Post-New-York-Phase wie  Der Fall Charles Dexter Ward oder Berge des Wahnsinns sind auf Deutsch wirklich gut lesbar, während andere wie Cthulhus Ruf oder noch ältere, deren Namen ich mittlerweile vergessen habe, wirklich mehr komisch und langweilig wirken, als gruselig und spannend. Wobei ich bis jetzt kaum etwas von Lovecraft auf English gelesen habe, da das dann selbst für jemanden der ganz gut in English ist, aber kein Muttersprachler, ohne Wörterbuch manchmal schwierig wird.

Zitat:

Lies mal den Schwarm. Ich habe ihn kürzlich zum zweiten Mal gelesen und es nimmt mich immer noch mit auf die Reise.

Ansonsten geht es mir wie den Vorrednern: Lange Sätze, zu pathetisch, um wissenschaftlich zu sein, vom Stil her zu altmodisch für einen Prof der heutigen Zeit. Es sei denn, er ist ein großer Fan von Chambers, De Quincey, Lovecraft, Poe etc, dann dürfte sein Schreibstil zwischen Doktorarbeit und 19. Jahrhundert schwanken.
.

Ich habe zwar gemischte Sachen über das Buch gehört und war eher der Meinung, dass es nicht so mein Fall ist, aber ich werde es mal demnächst anlesen, wenn ich mit meiner momentanen Lektüre fertig bin. Danke für den Tipp.
Zitat:
Was mich massiv gestört hat, ist Deine Darstellung eines Universitätsprofessors. Meines Wissens (zugegebenermaßen nur aus zweiter Hand) sind gerade in den USA Forschung und Lehre sehr eng verzahnt, d.h. Lehre passiert durch die Forschung und die Beteiligung der Studenten daran. Außerdem herrscht der Druck, Drittmittelförderung zu bekommen (daran hängt z.T. auch die Vertragsverlängerung), und die gibt es nur für Forschungsprojekte. Ich weiß jetzt nicht genau, wie das in den USA ist, aber hier in D ist zumindest in meinem Fachgebiet die Geldbeschaffung im Prinzip eine zentrale Aufgabe des Profs, der selber nicht mehr im Labor steht, sondern "nur noch" seine Leute koordiniert und thematisch auf Linie bringt. Dafür steht er dann auf den Veröffentlichungen als senior author als letztes in der Autorenliste (und das ist überraschenderweise der Platz mit dem meisten Prestige).

Außerdem stören mich noch ein paar Kleinigkeiten, kann einfach am Ausdruck liegen: Eine "Lehrstelle" hat für mich nichts mit universitärer Lehre zu tun, auch wenn es auf englisch "lecturer" heißt. Und: Wenn Feldarbeit kein wissenschaftliches Projekt ist, was dann? Feldarbeit kann eine Ausgrabung sein, oder die Kartierung eines Biotops, oder auch Experimente, die "im Feld" statt im Labor durchgeführt werden. Aber in allen Fällen sind das wissenschaftliche Projekte.

Zusammengefasst: Für mich ist die Darstellung Deines Protagonisten nicht stimmig. Sorry!


Vielen Dank für deine ausführlichen Hinweise und die Informationen, die ich übersehen habe. Die Differenzierung zwischen Feldarbeit und wissenschaftlichen Projekt war nicht beabsichtigt bzw. ich hab mich nicht klar genug ausgedrückt. Ich wollte eigentlich verdeutlichen, dass die wirklich interessanten Projekte, die Feldarbeit einschließen, noch länger her waren als die anderen Projekte, die eher langweilig waren dh. das Verlangen wieder mal etwas zu unternehmen dadurch größer war.
An der Authentizität des Protagonisten werde ich arbeiten und den Anfang etwas abschleifen. Mal sehen wie gut ich es hinkriege. Heute oder morgen Abend stelle ich eine neue Version rein, die auch noch etwas länger ist.
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BeitragVerfasst am: 28.03.2016 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
…während andere wie Cthulhus Ruf oder noch ältere, deren Namen ich mittlerweile vergessen habe, wirklich mehr komisch und langweilig wirken, als gruselig und spannend.

Mit Chambers verhält sich das übrigens genauso, ist ja auch noch wesentlich älter als Lovecraft. Die brillante Anti-Story "The Repairer of Reputations" aus "The King in Yellow" wirkt im Deutschen irgendwie nur noch lachhaft, was sehr schade ist.


Zitat:
Wobei ich bis jetzt kaum etwas von Lovecraft auf English gelesen habe, da das dann selbst für jemanden der ganz gut in English ist, aber kein Muttersprachler, ohne Wörterbuch manchmal schwierig wird.


Auch die meisten Muttersprachler sind mit Lovecrafts Vokabular nicht unbedingt vertraut und müssen öfter mal zum Wörterbuch greifen. Das ist aber lange nicht so abschreckend, wie es auf den ersten Blick scheint. Sein Vokabular ist zwar besonders, aber auch  beschränkt, und wenn man die typischen Lovecraft-Adjektive erstmal draufhat, dann liest sich das nicht mehr schwieriger als zum Beispiel Fitzgeralds "Great Gatsby", der ja Schulstoff ist, zumindest am Gymnasium. Und ich nehme mal stark an, dass ein 17jähriger (Herzlichen Glückwunsch nachträglich übrigens, als ich beim letzten Mal einen Post von dir sah war's noch 16) , der wie du schreiben kann, aufs Gymnasium geht.

Also, wenn du Lovecraft gerne magst, versuch mal das Original, lohnt sich wirklich. Keine Übersetzung erreicht diese Intensität und Atmosphäre, wie zum Beispiel "The Whisperer in Darkness"  (von 1930) im Original bei Kerzenlicht gelesen. Die Nacht machst du das Licht bestimmt nicht wieder aus …


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BeitragVerfasst am: 09.04.2016 12:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo. Sorry, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe Embarassed , aber die Schule hatte mich leider wieder in ihrem Griff und hat mir ziemlich viel Zeit geraubt.

Zitat:
Und ich nehme mal stark an, dass ein 17jähriger (Herzlichen Glückwunsch nachträglich übrigens, als ich beim letzten Mal einen Post von dir sah war's noch 16) , der wie du schreiben kann, aufs Gymnasium geht.

Vielen Dank. Very Happy Und du hast Recht mit deiner Annahme.
Ich bin leider noch nicht dazu gekommen Lovecraft noch einmal auf Englisch bei Kerzenlicht zu lesen, aber ich versuche das mal demnächst irgendwo unterzubringen. Von den Vokabular sollte das eigentlich wirklich nicht so schwer sein, vor allem wenn ich daran denke, dass ich eine 1 in Englisch habe und die ganzen verstaubten Wörter wahrscheinlich schon kenne, da ich Michel Houellebecq`s biographisches Essay "Against the World, Against Life" über Lovecraft vor einiger Zeit auf English gelesen habe, weil die deutsche Ausgabe nur noch gebraucht und zu Horrorpreisen Laughing  erhältlich ist.

Chambers werde ich auf jeden Fall auch noch einmal auf Englisch lesen, weil ich mich bei dem gelben König teilweise etwas durchgequält habe, aber ich wollte halt wissen, woher Lovecraft seine Inspiration für Hastur hatte. Am Ende hat mich Chambers dann auch bei einigen Elementen meiner Elirium-Saga inspiriert.

So aber nun genug über Lovecraft und Co. palavert. Ich bin nicht mehr so viel dazu gekommen an Lemuria zu arbeiten. Hab es nur 2 Mal überarbeitet, wobei ich nicht viel an dem pathetischen Ton und der Zeitraffung getan habe. Ich arbeite zurzeit bereits an einem Roman und habe Lemuria nur als Novelle eingeplant, also werde ich sie jetzt nicht auch zu einem Roman aufblasen. (Entsprechend habe ich die vergangene Woche meine freie Zeit auf den Roman konzentriert und dabei auch etwas Distanz zu Lemuria gewonnen, weshalb die Überarbeitung glaube ich ziemlich gut geworden ist) Des Weiteren braucht die Geschichte meiner Meinung nach, wenn man sie als Gesamtwerk betrachtet, diese starke Kürzung und Pathetik, um am Ende ihre Wirkung voll entfalten zu können. Als langer Roman, mit ausgebauten Dialogen und Szenen, wäre es einfach zu trocken und es würde die essenzielle, fiebrige Stimmung zerstören, die ich aufzubauen versuche.

Der Protagonist ist jetzt aber kein Professor mehr und ich habe hier und da an der Sprache gefeilt. Ich stell den Text gleich rein, habe aber noch irgendwie Probleme mit dem rüberkopieren. Irgendwie zerlegt es den Text, wenn ich ihn hier einfach reinkopiere.
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 09.04.2016 13:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lemuria - Das Geheimnis der Tiefsee

Wie eitel, wie ignorant und blind wir Menschen doch geworden sind, dem Untergang entgegen eilend und es Fortschritt nennend. Je größer die Sprünge sind, mit denen dieser voraneilt, je mehr wir mit Technologie und Wissenschaft die Natur entmystifizieren und zähmen, desto mehr halten wir kahlen Landaffen mit Smartphones uns für allwissende Halbgötter, Herren der Schöpfung. Das Übernatürliche haben wir verklärt mit den Naturwissenschaften und es zu der Spinnerei von zurückgebliebenen Hinterwäldlern und den Wahnvorstellungen von Drogensüchtigen und Wahnsinnigen degradiert. Wir haben die Augen verschlossen und das Angesicht unserer Schöpfer vergessen. Die Natur beuten wir achtlos aus, entwurzeln ganze Wälder und kippen Myriaden Tonnen an Giften in die Meere und Gewässer, in dem Glauben sie wären uns untertan und machtlos, hätte keine Möglichkeit sich zu wehren, schließlich glauben wir daran die höchstentwickelte Lebensform, der ultimative Prädator auf diesem Planeten zu sein. Doch dies könnte unser größter Irrtum sein, unsere vergessene Achillesferse. Ich selbst, Dr. Allan Derby, der der Zunft jener angehörte, die am meisten zur Entmystifizierung und Pseudorationalisierung der Welt beitragen, ein Dozent für Geophysik an der renommierten Usher Universität von Santa Susto, Kalifornien, habe Dinge erlebt, die meinen Glauben an die Wissenschaft und Menschheitsgeschichte zu tiefst erschüttert und mich mit der größten Furcht, die ein menschliches Wesen erleben kann, geschlagen haben. Nur zum Wahnsinn hat es nicht ganz gereicht, weshalb ich noch in der jämmerlichen Verfassung bin, diesen letzten Text hier zu verfassen. Zugern würde ich meine Erinnerungen als das Produkt einer überreizten Vorstellungskraft oder sogar einer schizophrenen Erkrankung erklären können, doch es gibt Zeugen, unwiderlegbare Indizien und Beweise. Selbst die Medien, diese Maschinerie der Propaganda für unsere kurzsichtige, ignorante und konsumorientiere Lebensweise, haben von diesen Ereignissen berichtet. Doch nur ein Einziger von jenen, die dabei waren, Ich, ist noch in der Lage zu berichten und wer weiß wie lange noch? Meine Hände zittern, während ich diese Zeilen tippe und ich werfe immer wieder nervöse Blicke über meine Schultern, an denen kalter Schweiß hinabströmt. Ich habe keine andere Wahl. Die Welt muss erfahren, was sich an jenem 20. Juni 2014 wirklich ereignete, muss gewarnt und aufgeklärt werden, über die Bedrohung, die auf uns alle lauert, bevor es zu spät ist, bevor das Kriegsbeil nicht mehr begraben werden kann, bevor die kalte Flut uns alle verschlingt.

Es fing Ende Dezember 2012 an; mich würde es nicht wundern, wenn nicht haargenau auf den Tag der Sonnenwende, dem 21.12.2012, jenem Tag den die Maya als den Beginn eines neuen Zeitalters datierten. In der Region um den Punkt im Pazifik mit den Koordinaten 45°20'9.24" südliche Breite und 134°46'20.64" westliche Länge ereigneten sich unerklärliche Anomalien bei den wenigen Frachtschiffen, die ihn im Umkreis von zehn Seemeilen passierten. Es kam zu Interferenzen beim Funk- und Satellitenverkehr. Ein sonderbares Piepen, Knacken und Abfolgen hochfrequenter, langgezogener Pfeiftöne konnten in unregelmäßigen Abständen auf allen Kanälen empfangen werden, während die Kommunikation mit der restlichen Welt blockiert war; zugleich zeigten die Radare seltsame, riesige Gebilde unter Wasser, die erschienen und wieder verschwanden. Die Mannschaft eines Containerschiffs, der MSC Edgar, die am 17. Februar 2013 den Punkt bei Nacht passierte, berichtete davon, dass aus der Tiefe des Meers ein gespenstisch grünes Leuchten drang, welches von großen dunklen Schatten unterbrochen wurde, während ein ohrenbetäubendes Heulen ertönte, als würden die Walküren persönlich vom Himmel herabsteigen. Die verängstige Mannschaft ging an die Presse damit. Sogar ein verwackeltes Handyvideo eines der Matrosen, welches das Leuchten des Meeres und die großen amorphen Schatten zeigt, während im Hintergrund die Männer aufregt schreien und ein wildes, hochfrequentes Heulen das Mikrofon des Handys überlastet und zu einem Knistern verzerrt, machte die Runden auf YouTube; doch außer einigen Mystik und populärwissenschaftlichen Magazinen und Blogs, fanden dieses Berichte und das Video keine Beachtung und verschwanden, genauso wie der Kapitän und die Mannschaft des Schiffes, schnell in der Versenkung. Man hörte nie wieder von ihnen. Erst im Mai desselben Jahres kam in der Fachwelt, zumindest in einigen Kreisen, Interessen an diesen merkwürdigen Punkt auf, als ein meeresbiologisches Forscherteam versuchte mittels Satellitenaufnahmen den Meeresboden dieser südpazifischen Region, die als eine der unberührtesten der Welt gilt, weil sie sehr nahe am Point Nemo liegt, erneut zu vermessen. Die Satellitenbilder dieses Punktes jedoch waren gestört, das Bild war verschwommen und die Analyse der elektromagnetischen Felddaten war in allen Werten anomal. Doch auch diese Erkenntnisse erregten kaum Aufmerksamkeit, wurden von der Öffentlichkeit ferngehalten oder schlicht von ihr ignoriert, sodass ich selbst erst von dem allen im August zu Beginn des neuen Studienjahres durch meinen Kollegen und vermeintlichen Freund, den Meeresbiologen Dr. Harvey Whateley erfuhr. Wir trafen uns, wie so oft, zum Essen in der Kantine der Usher Universität und tauschten uns über die Neuigkeiten aus der Fachwelt und unsere gemeinsamen Studenten aus. Harvey erzählte mir von diesen Anomalien und zeigte mir auf seinem Smartphone das Video des Matrosen von der MSC Edgar. Bei dem Anblick dieses Videos bekam ich eine Gänsehaut und es kribbelte in meinen Gliedern, aber ich naiver Idiot war eher aufgeregt, als beängstigt. Er fragte mich, was ich glaubte, die Ursache für diese Phänomene sein könnte. Ich antwortete, ohne zu Zögern in meinem wissenschaftlichen Irrglauben, es müssten Vulkanaktivitäten sein, die aufgrund eines hohen Kupfer und Eisengehalts im Lava oder einer anderweitigen unbekannten Ursache zu elektromagnetischen Feldern führten und dabei größere Mengen Kupfer, Thallium oder Barium verbrannten, die zu dem grünen Leuchten führten, was jedoch sehr bemerkenswert wäre, da solche großen Vorkommen wirklich etwas Einzigartiges wären. (Erst vor kurzem, als hätte ich es absichtlich verdrängt, fiel mir ein, dass durch die starke Lichtabsorption eine noch so starke Lichtquelle im Wasser nur wenige hundert Fuß weit sichtbar sein könnte, während das Meer an der besagten Stelle beinahe dreieinhalb Meilen tief war. Allerdings nur wenn man von den gängigen physikalischen Gesetzen ausging) Er nickte und entgegnete, dass er sich zwar nicht ganz sicher wäre, was die Ursachen für diese Anomalien wären, aber er eher was das Leuchten anging von fluoreszierenden Algenschwärmen ausging oder anderen Mikroorganismen, wie man es von dem Phänomen des Milky Sea kennt. Harvey berichtete mir, dass er diese Sache genauer untersuchen wollte und an einer Expedition zu diesem Punkt teilnehmen würde. Unverwandt fragte er mich dann, ob ich den nicht einen U-Bootpilotenschein hätte und nicht vor einigen Jahren mal einen Tauchgang mit der Mir-2 am Nordpol begleitet hätte. Dies lag bereits neun Jahre zurück und war die letzte Expedition gewesen, an der ich teilgenommen hatte, bevor ich mich vollständig dem Unterrichten widmete. Ich bejahte, woraufhin er mich mit der Frage überrumpelte, ob ich mitkommen wollte, da das Team noch einen erfahrenen Geophysiker und einen Piloten für ihr U-Boot brauchte. Ich war vollkommen überrascht von diesem Angebot und frage mich bis heute, was Harvey dazu bewogen hat es mir zu unterbreiten, welche Mächte damals ihre Finger im Spiel hatten oder es doch nur Zufall war, vielleicht aber auch kalte Berechnung. Die letzten Jahre hatte ich es mir in meiner Lehrstelle gemütlich gemacht und ein gutes Einkommen bezogen, doch es fehlt mir an echter, aufregender wissenschaftlicher Arbeit. Meine letzten Publikationen lagen Jahre zurück, aber sie fehlten mir nicht so sehr wie die Feldarbeit, wie jene, als ich noch jung gewesen war und für meine Doktorarbeit mehrere Monate auf einer Forschungsstation in der Antarktis verbracht hatte. Ich stimmte begeistert zu, wunderte mich aber, wie er das Direktorium hatte überzeugen können eine derartige Expedition zu finanzieren. Er antwortete knapp und senkte dabei die Stimme, dass die Expedition von einer kleinen Firma organisiert wurde, die wohl von einem reichen Privatmann finanziert wurde, der anonym bleiben wollte und dass auch die Expedition keine offizielle war. Es schien so, als erhoffte sich jener Unbekannte aus dieser Anomalie Erkenntnisse ziehen zu können, die man für moderne Satelliten- und Funktechnologie oder auch das Militärwesen verwenden könnte. Dieser Unbekannte wollte daher unbedingt die Expedition und ihre Ergebnisse geheim halten. Wenn ich mitkommen wollte, musste ich mich beurlauben und einer Geheimhaltungserklärung zustimmen – beinahe belanglos zu erwähnen, dass ich diese Erklärung unterschrieb und sie nun mit diesem Text breche, aber ich muss es tun, alles andere würde mich weiter in den Wahnsinn treiben, alles andere führt zum Untergang, zum Tod, und jene, denen ich dieses Versprechen gab sind ohnehin entweder tot oder schlimmeres. Vielleicht hätte ich damals misstrauisch werden sollen, aber ich war aufgeregt und sah die Chance auf ein Abenteuer, das ich mir nach all den Jahren, in denen das Leben mit Routinen und Stundenplänen an mir vorbeigezogen war, nicht entgehen lassen wollte. Es war ein Fehler; tausend Jahre Langweile wären erträglicher gewesen, als die Albträume, die mich nun nachts heimsuchen und am Schlafen hindern, besser als der Tremor, der meine Hände zittern lässt und den ich nur mit immer höheren Dosen Oxycodon und Oxapezam unterdrücken kann, um diese Zeilen tippen zu können, besser als die Angst, die wie eine kalte Säure jede einzelne Ader meines Körpers und Geistes vergiftet und zerfrisst.
Die Expedition sollte am 20. Januar 2014 von der Osterinsel aus starten. Mit einem großen Forschungsschiff, samt U-Boot, würden wir zu diesen mysteriösen Punkt im Südpazifik aufbrechen. Ich erhielt von meinem Kollegen Unterlagen über die Expedition, die knappgehalten waren, ohne genaue Angaben zum Verfasser oder Organisator, dafür aber mit einer ausführlichen Auskunft über die sehr hohen Spesen und Entlohnungen, die ich für meine Mitarbeit an dieser Expedition erhalten würde. Blind vor Aufregung und Neugier, wie verzaubert, beflügelte mich die Aussicht auf die fürstliche Entlohnung so sehr, dass ich der Dubiosität der restlichen Unterlagen tragischer Weise keine Beachtung mehr schenkte.
Bereits am Tag darauf beantragte ich im Direktorium meine Beurlaubung nach dem Herbstsemester, ab Heilig Abend, für mindestens ein Jahr; solange sollte die Expedition dauern. Das Direktorium willigte ein und gewährte mir diesen, für sie unerklärlichen, einjährigen unbezahlten Urlaub. Die folgenden Monate war ich so aufgeregt und nervös, wie ein zum ersten Mal verliebter Jüngling. Die Vorträge und Lesungen erschienen mir trist und langweilig, die tausendsten Wiederholungen der gleichen Themen, des gleichen Wissens, welche ich bereits seit Jahren im Schlaf rezitieren konnte. Ich fieberte der Abreise entgegen, traf mich beinahe jeden Tag mit Dr. Harvey Whateley und besprach mit ihm Neuigkeiten zu der Anomalie und zu der Expedition, zu der wir immer mehr Informationen erhielten, wobei der Organisator uns nur unter dem Namen einer Briefkastenfirma – OceanExpAr – kontaktierte. Am 21. November 2013 gingen wir beide zu einem Notar, wo wir uns mit einem Angestellten dieser Firma trafen. Es war ein hagerer, junger Mann in einem schwarzen Anzug mit zurückgegeelten schwarzen Haar und blassem Gesicht aus dem zwei glasige, ghulische Augen ragten, was ihn wie einen Untoten wirken ließ. Er stellte sich als Howard Pallards vor. Er war der rechtliche Stellvertreter des Finanziers unserer Expedition und Leiter eben dieser. Sein Handschlag war kalt und steif und irgendwie glitschig, wie der eines toten Tintenfisches, aber er hatte eine freundliche und diskrete Höflichkeit an sich, die ihn wie einen Gentleman aus dem 19. Jahrhundert wirken ließ. Bei ein oder zwei Gelegenheiten machte er anständige Witze und war sehr entgegenkommend, was ihn trotz seiner toten Aura sehr sympathisch wirken ließ. Nachdem wir beide unter seiner Aufsicht und in der Anwesenheit des Notars die Geheimhaltungserklärungen und Gehaltsvereinbarungen unterschrieben hatten, gingen wir zu dritt in ein Café unweit des Stadtzentrums von Santa Suto, wo wir in einer stillen Ecke weitere Details besprachen. Pallards gab uns Briefumschläge mit Flugtickets von San Francisco über Mexico City nach Santiago zu der Osterinsel, wo wir am 18. Januar landen würden, um zwei Tage später mit der Expedition aufzubrechen. Rund 150 Tage würden wir mit einem hochmodernen Forschungsschiff brauchen, um den Punkt der Anomalie im Juni, kurz vor der Sommersonnenwende, zu erreichen. Wie lange wir dort blieben, würde von unseren Fortschritten abhängen. Der Finanzier war sehr großzügig und schien keine Kosten und Mühen zu sparen, was mich zum ersten Mal etwas stutzig machte. Ich fragte Pallards nach der Identität des Mannes hinter OceanExpAr, aber er lächelte nur und sagte, dass es eine Person wäre, die sich keine Sorgen um Geld machen müsste, aber eben um unerwünschte Aufmerksamkeit und darum könne er uns Nichts Näheres über die Identität sagen. Ich begnügte mich mit dieser Erklärung, auch wenn sie mich nur noch neugieriger machte. So manche Nacht scrollte ich durchs Internet und die Forbesliste, auf der Suche nach einer Person, die Interesse an Geheimhaltung und dieser Anomalie haben könnte. Ich fand nichts, selbst als ich eine Detektei dafür bezahlte Nachforschungen anzustellen. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, ob wirklich eine reale Person hinter OceanExpAr stand.
Die Zeit verging und die vereinzelten Meldungen über die Anomalie wurden seltener, da wohl immer mehr Kapitäne diese Stelle umfuhren, aus Angst vor dem Übernatürlichen. Zugleich mussten sämtliche anderen Forschungsteams, die sich eine Zeit lang mit der Störung des Satellitenbilds befasst hatten, ihre Forschungen aufgrund von Geld- und Ressourcenmangel einstellen. Weihnachten 2013 räumte ich mein Büro in der Usher Universität und verbrachte Heilig Abend mit Harvey und seiner Frau Susannah, statt wie die Jahre zuvor alleine in meinem Apartment in der 7th Chambers Street, wenn ich auch nicht den obligatorischen Anruf bei meinem Bruder und seiner Familie in London ausließ. Die Vorfreude auf die Expedition, die nur noch wenige Wochen entfernt lag, ließ Harvey und mich uns Jahrzehnte jünger fühlen. Susan rollte mit den Augen, als wir das ganze Festessen lang über unsere Theorien so leidenschaftlich diskutierten, wie 13-jährige über ihre Lieblingsvideospiele. Ich packte mehrere unbeschriebene Notizbücher, mein Notebook und einiges an Lektüre und Nachschlagwerken, sowie ausreichend Kleidung in meine Koffer und in der Früh des 16. Januars 2014 hoben Harvey und ich vom Flughafen San Francisco ab, voller Vorfreude auf das Abenteuer, das wir uns erhofften. Wenn ich nur gewusst hätte, in was wir da hineingeraten waren. Die Reise war, trotz unserer Businessclasstickets, alles andere als angenehm; 55 Stunden, die wir zum Großteil sitzend in stickigen Flugzeugen verbrachten, umgeben von schnarchenden Menschen. Zumindest konnten wir uns in Mexico City und Santiago für ein paar Stunden die Beine vertreten, während wir hofften, dass uns die Augen nicht vor Müdigkeit herausfielen. Am 18. Januar, um 12 Uhr mittags, landete unsere LAN Chile Maschine auf dem kleinen Mataveri Flughafen der Osterinsel. Müde, aber doch gestärkt von Kaffee und einigen Stunden Schlaf, schlurften wir beiden Gelehrten, deren Haare langsam ergrauten, die Treppen der Maschine hinab.
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