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Vor dem Schlaf

 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Lesezeichenpoesie 02/2016
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Babella
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 55
Beiträge: 600

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 06.03.2016 19:00    Titel: Vor dem Schlaf eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vor dem Schlaf

Voll war dein Tag. Schlag die Nachtseite auf, sie ist weiß, doch beschreibe sie nicht.
Leicht ist die Leere, so frei wie dein Träumen. Und nun lösch das Licht.

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Eulenbaum
Autor


Beiträge: 848



BeitragVerfasst am: 07.03.2016 07:57    Titel: Re: Vor dem Schlaf Antworten mit Zitat

Postkartenprosa hat Folgendes geschrieben:
Vor dem Schlaf

Voll war dein Tag. Schlag die Nachtseite auf, sie ist weiß, doch beschreibe sie nicht.
Leicht ist die Leere, so frei wie dein Träumen. Und nun lösch das Licht.


Diesen Text wünsche ich mir dichter, er hat seinen Reiz, aber er ... "redet" mir zu viel. Aber er macht gleichzeitig viel aus jedem einzelnen Sprachteil, was mir gefällt!

Ein sehr liebevoller Text.
Die weiße Nachtseite, die nicht ausgesprochene Bettdecke.
Dann wird diese Nachtseite auch noch mit Papier assoziiert. Klasse!
Leicht ist die Leere, frei. Papier, Nacht, Bettdecke, ja, kann alles frei gedacht werden, dieser Zusammenhang paßt gut und läßt Raum um zu denken: Ist denn jede Nacht frei? Der Text behauptet nicht, auch das gefällt mir. Er spricht!

Das mit dem Träumen, ja, das ist die Stelle, die mir weniger gefällt, freies Träumen, auf der einen Seite stimmt das in gewisser Weise, auch dadurch, daß dieses "frei" in den Zusammenhang mit dem ganzen Text steht wird das abgemildert, aber Träume werden so oft mit "frei" assoziiert meiner Erfahrung nach, daß es abgedroschen klingt und dadurch einen Mißklang mit reinbringt.

Lösch das Licht ... ist dann noch einmal eine interessante Wendung: Es ist ein Abschluß da, aber auch ein Anfang, nämlich jetzt beginnt die wirkliche Nachtseite, die ja weiß und unbeschrieben und (erstmal) leer ist.

Offen gehalten, viele Verknüpfungen und Assoziationen.

Gruß,
Eulenbaum
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HerbertH
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 553
Wohnort: terra sol III


BeitragVerfasst am: 07.03.2016 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

neutraler kommentar, um werten zu können

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Stimmgabel
Geschlecht:männlichBestseller-Autor


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Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 08.03.2016 14:07    Titel: Re: Vor dem Schlaf Antworten mit Zitat

-

Vor dem Schlaf

Voll war dein Tag. Schlag die Nachtseite auf, sie ist weiß, doch beschreibe sie nicht.
Leicht ist die Leere, so frei wie dein Träumen. Und nun lösch das Licht.

-------------------------------------

Hallo  Inko,

Zeit ist ein seltsames Ding; zuweil geht sie schnelleren Schrittes ... blieb nur Zeit fürs Lesen und Bewerten.


Gruß Stimmgabel

-


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Gabel im Mund / nicht so hastig...
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crim
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Die lange Johanne in Gold Lezepo 2015
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BeitragVerfasst am: 08.03.2016 19:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hier mag ich den Rhythmus und die klare Sprache, die sich leider ein paar zu allgemeiner Begriffe bedient, um mich wirklich vollends überzeugen zu können: Es bietet nichts wirklich persönliches, keinen wesentlichen Gefühlstransport. Eine Art Sinnsprüchlein, das ganz nett ist, aber auch schnell in seiner Allgemeinheit wieder an mir vorbeirauscht. So oft ich es gelesen habe, da fügt sich nichts mehr hinzu. Eher nimmt es ab, und wird zu einer relativ banalen altklugen Anleitung. Und am Ende bleibt dann doch noch 1 Punkt, kurz bevor ich komplett eingelullt bin.
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HerbertH
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 553
Wohnort: terra sol III


BeitragVerfasst am: 08.03.2016 20:37    Titel: Re: Vor dem Schlaf Antworten mit Zitat

Postkartenprosa hat Folgendes geschrieben:
Vor dem Schlaf

Voll war dein Tag. Schlag die Nachtseite auf, sie ist weiß, doch beschreibe sie nicht.
Leicht ist die Leere, so frei wie dein Träumen. Und nun lösch das Licht.


Dieses Gedicht spielt mit Gegensätzen: "Voll" vs. "Leere", der "Tag", der "war" vs. der Nacht, die "weiß ist". Die Leere ist "leicht" und "frei", man assoziert, dass der Tag nicht nur voll war, sondern auch schwierig und unfrei. Die Träume aber sind die Nachtseite der Freiheit. Diese Seite soll weiß bleiben, nicht beschrieben werden. Denn sonst verliert sie die Leichtigkeit der Leere. Am Schluss steht dieses entspannte Schweben ins Träumen, das das Löschen des Lichtes zur Freiheit  werden lässt.


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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5661
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Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 08.03.2016 20:48    Titel: Antworten mit Zitat

Erst dachte ich beim Lesen nur an Bettlektüre. Dann, nach dem vollen Tag, wurde mir die weiße, unbeschriebene Seite bewusst.

Interessant, dass gerade die Nachtseite so genannt wird. Was auf ihr beim Träumen  geschrieben wird, wissen wir nicht vorher, Können wir auch nicht beeinflussen. Träume sind frei. So lese ich das, und mag es so.

Metrisch und sprachlich wunderbar passend gemacht. Fast einschläfernd. (Das meine ich positiv).
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 405

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 08.03.2016 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Schönes Bild, kann ich mitgehen.
Grüße
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holg
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1406
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 09.03.2016 12:00    Titel: Antworten mit Zitat

Neutraler Kommentar. Ich will nur Punkte vergeben.

_________________
Froh zu sein bedarf es wenig.
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Abari
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 37
Beiträge: 717
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 09.03.2016 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

Dein Text gefällt mir sehr gut, u. a. weil das Spiel mit der Nachtseite in so schlichten Worten mich berührt hat. Auch metrisch sehr stimmig. Einer meiner Favoriten.
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hypnobader
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 58
Beiträge: 427
Wohnort: Voralpen
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 10.03.2016 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

Vor dem Schlaf: Das kommt etwas unbedarft daher. Eine Mutter bringt ihr Kind zu Bett? Ich finde das Bild einer vom Alltag freien Nacht ganz nett.
Punkte im mittleren Bereich.


_________________
Es gilt das gebrochene Wort
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Mardii
Stiefmütterle

Alter: 59
Beiträge: 1819



BeitragVerfasst am: 10.03.2016 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lezepo,

das ist ein guter Rat, die weißen Seiten der Nacht nicht mit beschwerlichen Worten des Tags zu beschreiben. So bleibt die Leichtigkeit des Ungesagten erhalten, die Erholung von der Schwere des Tages bieten kann.

LG Mardii


_________________
`bin ein herzen´s gutes stück blech was halt gerne ein edelmetall wäre´
Ridickully
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Oktoberkatze
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 53
Beiträge: 324

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 11.03.2016 19:56    Titel: Antworten mit Zitat

Schöner Gedanke, klar geschrieben, hat mir gut gefallen
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lunapinki
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 31



BeitragVerfasst am: 12.03.2016 01:28    Titel: Antworten mit Zitat

Neutrale Bewertung zur Punktevergabe
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Lorraine
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 696
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 13.03.2016 08:27    Titel: Re: Vor dem Schlaf Antworten mit Zitat

Lesezeichen hat Folgendes geschrieben:
Vor dem Schlaf

Voll war dein Tag. Schlag die Nachtseite auf, sie ist weiß, doch beschreibe sie nicht.
Leicht ist die Leere, so frei wie dein Träumen. Und nun lösch das Licht.


Hallo,
Ein endgereimter Zweizeiler, rhythmisch so gestaltet, dass eine einschläfernde "Leier" entsteht, das passt durchaus. Sieben, bzw. sechs Hebungen, kein Hebungsprall festzustellen.

Vordergründig sieht das Ganze nach einer wohlwollenden Aufforderung aus, sich doch auszuruhen. Drei mal Imperativ, "schlag auf", "beschreibe nicht", "lösch das Licht", da wird insistiert. Die Verlockung, den Tag hinter sich zu lassen, sich von einem (zu?) vollen Tag in eine Leere zu begeben, die mit Leichtigkeit, der Freiheit zu träumen positiv besetzt wird - diese Verlockung soll, so scheint mir, auf das Du übertragen werden.

So ganz wohl ist mir nicht dabei, wie der Tag zum Schweigen gebracht, mit einem (leeren) Versprechen in den Schlaf gewiegt werden wird. Die mit Hebungen besetzten Silben ergeben Folgendes:

voll tag. nacht auf weiß. schrei nicht
leicht leer frei träum nun licht

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der volle Tag nicht in die Träume schwappt, dieses nicht zu beschreibende Weiss der Nachtseite ... mir würde widerstreben, einen solchen Rat anzunehmen, aber manchmal muss das wohl sein: den Kopf leer bekommen.
Soweit von mir. Grüsse,
Lorraine
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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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Beiträge: 1754
Wohnort: im Diesseits
Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
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BeitragVerfasst am: 14.03.2016 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Das hat Rhythmus und ist irgendwie sogar poetisch. Ein kleiner Nachtspruch für das Kind / den oder die Liebste, hübsch gemacht und federleicht. Für Punkte reicht es bei mir leider nicht. Dafür ist es mir ein bisschen zu "idyllisch", zu "ungetrübt" von irgendetwas.
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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1627
Wohnort: zwischen Hügeln und Aue...
Das Silberne Pfand Lezepo 2015
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 15.03.2016 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

.

Hallo Inko,

dein Beitrag hat einen schönen, poetischen Klang, wirkt weich wie eine Daunendecke.

Gruß
Zinna


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Wenn alle Stricke reißen, bleibt der Galgen eben leer...
(c) Zinna
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Rübenach
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2291



BeitragVerfasst am: 15.03.2016 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

drei punkte

knapp wars, zwischen den plätzen sieben und zwölf. mag sein, dass da nicht die qualität der lyrik, sondern die psychische konstitution der kritikers maßgebend war.


_________________
"Von Literatur verstehen Autoren so viel wie Vögel von Ornithologie." (Marceel Reich-Ranicki)

„Ist es nicht idiotisch, sieben oder gar acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann?“ (Mark Twain)
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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 100
Beiträge: 1657
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 15.03.2016 13:31    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Voll war dein Tag. Schlag die Nachtseite auf, sie ist weiß, doch beschreibe sie nicht.
Leicht ist die Leere, so frei wie dein Träumen. Und nun lösch das Licht.


Das Oxymoron mundet mir sehr. Den Schlussvers hingegen finde ich nicht ganz optimal. - Schöner wäre hier m. E. eine weitere L-Alitteration gewesen. Etwas wie:

Zitat:
... dein Träumen. Lösch leise das Licht!


Aber auch deine Version zeigt Reize.
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Bananenfischin
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor

Moderatorin

Beiträge: 4482
Wohnort: NRW
Goldene Feder Prosa Pokapro IV & Lezepo II
Silberne Harfe



BeitragVerfasst am: 18.03.2016 10:14    Titel: Antworten mit Zitat

Die Zeit lief fort, darum leider nur Punkte: 4.

_________________
»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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