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Frank D. Badenius
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 59
Beiträge: 27
Wohnort: Lindau (Bodensee)


BeitragVerfasst am: 02.03.2016 16:56    Titel: Das Fenster eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das Fenster

Die Scharniere: alt und rostig
Viel zu lange nicht bewegt
Selbst wenn der Wind sich in den Nächten
Über dieses Fenster legt

Die Farbe nicht mehr zu erkennen 
Zuviel Zeit hat an ihr gezerrt
Die Läden fest verschlossen 
Dies Fenster ist so lange schon versperrt

Der Raum ist dunkel
Ich kann kaum sehen
Was hat mich nur dazu gebracht 
In dieses Zimmer rein zu gehen?

Und unter meinen Schuhen
Knirscht noch ein Rest Erinnerung
Das letzte mal, als ich hier rein sah
War ich ein anderer: so jung.

In den Regalen alte Bücher
Die Seiten lose, voller Staub
Die alten Platten, alte Lieder
Lang nicht gehört. Jetzt bin ich taub

Und da der Stuhl
Mit den drei Beinen
Er gab mir Ruhe
Ich könnte weinen

All diese Zettel, Gedichte und Geschichten
Ein anderes Leben, soviel ist klar
Auch wenn es damals höchstwahrscheinlich
Noch das wahre Leben war

Was hab ich damals wohl gesehen
Wenn ich den Kopf zum Fenster hin gedreht?
Wahrscheinlich hat das Licht mich nur geblendet 
Ist auch egal,
es ist zu spät

Weitere Werke von Frank D. Badenius:


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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5942
Wohnort: Irland
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BeitragVerfasst am: 03.03.2016 00:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mag Gedichte, die sich an Dingen orientieren.

Auch deines, aber es holpert ein wenig, und manche Wörter braucht es nicht, was meinst du? Hier mal ein Vorschlag, nicht mehr:

Das Fenster

 Die Scharniere: alt und rostig
 Viel zu lange nicht bewegt
 Selbst wenn der Wind sich in den Nächten
 Über dieses Fenster legt

 Die Farbe nicht mehr zu erkennen  
 Zuviel Zeit hat an ihr gezerrt
Die Läden fest verschlossen  
 DiesES Fenster: ist so lange schon versperrt

 Der Raum ist dunkel
 Ich kann kaum sehen
 Was hat mich nur dazu gebracht  
 In dieses Zimmer rein zu gehen?

 Und unter meinen Schuhen
 Knirscht noch ein Rest Erinnerung
 Das letzte mMal, als ich hier rein sah
 War ich ein anderer: so jung.

 In den Regalen alte Bücher
 Die Seiten lose, voller Staub
 Die alten Platten, alte Lieder
 Lang nicht gehört. Jetzt bin ich taub

 Und da der Stuhl
 Mit den drei Beinen
 Er gab mir Ruhe
 Ich könnte weinen

 All diese Zettel, Gedichte, und Geschichten
 Ein anderes Leben, soviel ist klar
 Auch wenn es damals höchstwahrscheinlich
 Noch das wahres Leben war

 Was habE ich damals wohl gesehen
 Wenn ich den Kopf zum Fenster hin gedrehtdrehte?
 Wahrscheinlich hatblendete das Licht mich nur geblendet  
 Ist auch egal,
 es ist zu spät
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Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 71
Beiträge: 5234
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 03.03.2016 02:27    Titel: Antworten mit Zitat

Falscher Titel,

Das Gedicht widmet sich nur in 2 Strophen dem Fenster, der Rest dreht sich und  (den) Raum - und Zeit.


"Die Rumpelkammer" würde sich anbieten,


aber die Aufarbeitung der Vergangenheit lässt ein Wortspiel zu ►

»Die Ruhm-Pell-Kammer«

 Wink


_________________
Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

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Frank D. Badenius
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 59
Beiträge: 27
Wohnort: Lindau (Bodensee)


BeitragVerfasst am: 03.03.2016 10:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi zusammen,

vielen Dank für die Anmerkungen. Die Kürzungen kann man wahrscheinlich machen, auch wenn ich nicht bei allen einen positiven Effekt bemerken würde. Ich habe den Text auch als Lied vertont und manchmal würde damit der Rhythmus etwas leiden. Aber okay.

Das Fenster ist der Blick von außen nach innen und Anlass für den Blick zurück, rahmt die Erinnerung sozusagen ein. Von daher ist der Titel für mich durchaus stimmig. Eine Umbenennung in "Rumpelkammer" oder gar das vorgeschlagene Wortspiel würde für mich den Inhalt bagatellisieren.

Trotzdem nochmals vielen Dank und viele Grüße,
Frank


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Frank D. Badenius
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 59
Beiträge: 27
Wohnort: Lindau (Bodensee)


BeitragVerfasst am: 09.03.2016 15:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nur zur Info: Habe mal eine Audio-Aufnahme mit ein wenig Atmo ans Gedicht angehängt. Viel Spaß damit. ;o)

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sorgenlos
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 38
Beiträge: 31
Wohnort: Niederbayern


BeitragVerfasst am: 26.04.2016 21:34    Titel: Antworten mit Zitat

Frank Deine Audioaufnahme ist große klasse. Wirklich. Wenn das Gedicht an sich mich nicht hatte, mit der Aufnahme hast Du mich gefangen. Große klasse das Gedicht!

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viele Grüße Petra
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Eredor
Geschlecht:männlichDichter und dichter

Moderator
Alter: 27
Beiträge: 4668
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 26.04.2016 23:14    Titel: Antworten mit Zitat

Muss sorgenlos zustimmen, die Vertonung ist klasse. Du hast eine angenehme Stimme und setzt sie gut ein.

Zum Gedicht selbst stehe ich etwas zwiegespalten: Mir gefällt die Thematik sehr, und an einigen Stellen war ich sehr begeistert. Dazu gehören Zeilen wie:

    Was hat mich nur dazu gebracht  
    In dieses Zimmer rein zu gehen?


Was den Rest des Textes angeht, fällt er manchmal der Reimstruktur zum Opfer. Beispielsweise finde ich die Zeile "ich könnte weinen" sehr schädlich für das Gedicht. Ich könnte weinen, das ist eine abgegriffene Alltagsformulierung, die nicht mehr berührt. Ich könnte weinen, das verwandelt die bisherige Melancholie in Pathos.

Die Stärke dieses Gedichts ist eindeutig die klare, unverschnörkelte Sprache, aber an so Stellen wie dem obigen Weinen und einigen weiteren (zum Beispiel: Zuviel Zeit hat an ihr gezerrt) wird diese Stärke auch zur Schwäche. Eine klare Sprache ist gar nicht zu kritisieren, aber gerade da ist es wichtig, um alltägliche Formulierungen herumzugehen, da sie dem Gedicht meiner Meinung nach seine Magie und Stärke nehmen.

Für die letzte Strophe könnte ich dem Text allerdings fast alles verzeihen. Die ist ziemlich großartig.

Schön, dich hier zu haben!

LG Dennis


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"vielleicht ist der mensch das was man in den/ ersten sekunden in ihm sieht/ die umwege könnte man sich sparen/ auch bei sich selbst"
- Lütfiye Güzel
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Frank D. Badenius
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 59
Beiträge: 27
Wohnort: Lindau (Bodensee)


BeitragVerfasst am: 27.04.2016 09:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank, das tut gut.

;o)


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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 99
Beiträge: 1787
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 01.05.2016 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ja,
du hast die perfekte Stimme, um ein Gedicht vorzutragen: in tieferer Tonlage, mit leicht heiserem Touch.
Nur der Vers
Zitat:
Ich könnte weinen

stößt mir sauer auf. In dieser Hinsicht geht es mir wie den Vorkommentatoren. Auch was manche Streichungen betrifft.
Mit deinem gelungenen Finale versöhnst du aber die kritischen Rufer  in meiner Gedankenwelt. Wink
Anerkennende Grüße
M.
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Quadratschädel
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 65
Beiträge: 159
Wohnort: Berlin-Ost


BeitragVerfasst am: 02.05.2016 14:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Frank D. Badenius

verlass dich nicht auf deine Stimme. Mit einer gelungenen Interpretation kann man noch den schlechtesten Text aufmotzen. Sieh dir den Text genau an, finde erst mal heraus, worum es dir wirklich geht, konzentriere dich darauf und schreib auf dieses Ziel zu. Ich finde den Text gedanklich ziemlich zerfleddert, als müsstest du alles unterbringen, was in deiner "Rumpelkammer" rumliegt. Streich rigoros raus, was rausfliegen kann. Diesen Rat kann ich dir nur geben.

Quadratschädel
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Frank D. Badenius
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 59
Beiträge: 27
Wohnort: Lindau (Bodensee)


BeitragVerfasst am: 03.05.2016 15:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bester Quadratschädel,
auf eine vertrackte Art, etwas verklausiert, ziehe ich aus Deiner Bemerkung, dass Dir meine Aufnahme gefällt. Auch wenn Dir das nicht gefällt.

Das gefällt mir.

Beste Grüße,
Frank


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Frank D. Badenius
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 59
Beiträge: 27
Wohnort: Lindau (Bodensee)


BeitragVerfasst am: 03.05.2016 15:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Und ansonsten: Ich verstehe schon, dass mancher Probleme mit der Formulierung "Ich könnte weinen" hat. Allein, ich mag sie dann doch nicht streichen. Oder ändern. Da bitte ich um Verständnis. Ich lerne ja noch. ;o)

Beste Grüße,
Frank


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Quadratschädel
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 65
Beiträge: 159
Wohnort: Berlin-Ost


BeitragVerfasst am: 05.05.2016 08:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Frank Badenius,

ich übersetze mal meinen Kommentar: Zuerst muss der Text stehen, und der steht hier ziemlich wacklig. Dann erst die Interpretation. Mit der Interpretation kann man eine Menge Ungeschicklichkeiten überspielen, was du gemacht hast, deshalb wird der Text aber nicht besser. Alles okay?

Quadratschädel
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6793
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 03.07.2016 10:17    Titel: Antworten mit Zitat

Kurze Rückmeldung: Deine Gedichtvertonung hat mich sehr angesprochen. Die kann man immer wieder (und gerne) anhören. Die Liedvertonung hätte mich auch interessiert.
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