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Ein Feuer inmitten der Lichtung

 
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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Postkartenprosa 02/2016
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Autor Nachricht
crim
Geschlecht:männlichsex, crim & rock'n'roll


Beiträge: 1330
Wohnort: Wiesbaden/München
Die lange Johanne in Gold Lezepo 2015
Pokapro und Lezepo 2014 Pokapro VII & Lezepo V



BeitragVerfasst am: 06.03.2016 19:00    Titel: Ein Feuer inmitten der Lichtung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vor der Morgendämmerung hatte ich noch einmal sein Bellen gehört, dann diesen hohen winselnden Ton. Erst abends fand ich seinen Körper, und meine letzte Kugel galt der Krähe, die an Arkos Zunge zerrte. Der ganze Wald antwortete auf den Schuss mit Blätterrascheln, Flügelschlag und Krächzen.
Vielleicht war der knüppelgroße Ast, der seinen Schädel zertrümmert hatte, vom Sturm gelockert worden. Aber Arko – seit Tagen verrückt vor Angst – hätte genauso gut im Wahn gegen einen Baumstamm gerannt sein können. Es änderte nichts, und ich war wieder im Kreis gegangen.

Als ich den Astknorren ins Lagerfeuer warf, stoben Funken wie Sternschnuppen auf. Hundeseele, dachte ich, und einmal noch weitete sich die orangen wabernde Halbkugel aus Wärme und Leben. Sie wird zu ihrer eigenen Mitte fliehen, bis nur ein Rest Glut bleibt – und die Nacht der tausend Augen.
Ich habe nie an Schauermärchen geglaubt. Nichts versteckt sich im Dickicht. Das Monster zeigt sich ganz offen, berührt meinen Nacken mit dem kühlen Atem des Windes, meinen Rücken mit Händen wie Moos, und es starrt aus leeren weißen Skleren, die vom Himmel sinken, im Wind ihr erhabenes Spiel um mich treiben, flüstern, verlocken.
Schlaf, sagen sie. Schlaf, sagt die Nacht. Ich werde dir Decke sein, schlaf.

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ink_in_mind
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 725
NaNoWriMo: 10031
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 06.03.2016 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Unbekannt!

Ich bin nun durch alle Texte durch, habe die meisten eher überflogen, doch schon jetzt kann ich sagen, dass du meine Nr. 1 bist. Wirklich gut geschrieben! Die Umsetzung des Themas sehe ich hier voll erfüllt. Am meisten überzeugte mich die Sprache - wohlüberlegte Wörter und Satzbau, einfach gehalten, dennoch genial. Hat tadellos funktioniert.

12 Punkte!

Danke für das Lesevergnügen! Ich hoffe, dich auf Platz 1 zu sehen.
LG
AC


_________________
--
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Oktoberkatze
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 53
Beiträge: 324

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 06.03.2016 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

Gut geschrieben, aber irgendwie fehlt der letzte Kick für eine Punktvergabe, es sind einfach zu viele tolle Geschichten dabei.
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Ithanea
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 28
Beiträge: 1269

Ei 3


BeitragVerfasst am: 06.03.2016 22:38    Titel: Antworten mit Zitat

Mag ich. Mag ich sehr. Bis auf den Titel, da hätte ich Kitsch erwartet, insofern war ich sehr positiv überrascht on dieser Postkarte. Und ich glaub, ich kenn dich. Jäger, Hundeseelen... Oder? Anderes passt nicht so gut.

_________________
Verschrieben. Verzettelt.
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nothingisreal
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4222
Wohnort: unter einer Brücke


BeitragVerfasst am: 06.03.2016 22:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inka/o,

der erste Absatz gefiel mir sehr. Der arme Hund Crying or Very sad . Der zweite Absatz ließ mich fragend zurück. Was genau da passierte, weiß ich nicht so recht.
Über die Punktevergabe denke ich später nach.

LG NIR

Dieser Kommentar spiegelt meine persönliche Meinung wider und ist aus zeitlichen Gründen kurz und direkt gehalten - wie auch alle anderen Kommentare. Er ist auf jeden Fall nicht böse gemeint.


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"Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten." - William Somerset Maugham
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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 53
Beiträge: 1760
Wohnort: im Diesseits
Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 07.03.2016 07:23    Titel: Antworten mit Zitat

Sprachlich und atmosphärisch eine überzeugende Sache, und obwohl es nicht mein "Genre" ist , dieses "Setting" (eine Art Wildnis-Abenteuergeschichte), hat diese kleine Geschichte etwas, das mich gefangen nimmt. Ich hätte gerne Punkte dafür vergeben, wären die nicht alle schon vergeben gewesen. Denn eigentlich heißt das was, dass mich ein Text, den ich normaler Weise nicht lesen würde, so in die Szene hinein zieht, dass ich diesen "Hauch im Nacken" verspüre.
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HerbertH
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 553
Wohnort: terra sol III


BeitragVerfasst am: 07.03.2016 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

neutraler kommentar, um werten zu können

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hobbes
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 2983

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 07.03.2016 22:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hä?

Komischerweise habe ich den Text beim ersten Lesen als Punktekandidat eingeordnet. Vielleicht, weil viele hübsche Wort darin vorkommen.
Jedenfalls bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher, was die Punkte betrifft. Muss ich noch mal darüber nachdenken.

edti: Gerade so in die Punkte.
Vielleicht wegen der orangen wabernden Halbkugel, die mag ich.
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KeTam
Geschlecht:weiblichUngeduld

Alter: 43
Beiträge: 6750

Das goldene Gleis Ei 1
Ei 10 Ei 8


BeitragVerfasst am: 08.03.2016 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Platzhalter, meine subjektive Begründung, warum dieser Text unter meinen Favoriten ist, folgt.

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FUCK NAZIS!

... ansich ist die Nudel ja auch eine Art Waffe.*

*Anne Mehlhorn
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nebenfluss
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 3550
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 08.03.2016 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Erster Eindruck: Boah. Das ist verdammt gut.
Das gibt Punkte, viele.
Später eventuell mehr.


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 09.03.2016 09:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

Noch ein schöner Text. Gerne gelesen, für die Top Ten hat es leider nicht gereicht.


LG,
Seraiya


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Einen Dummkopf erkennt man daran, dass er alles abtut, was er anhand eigener Erfahrungen nicht erklären kann.
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Gefühlsgier
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 25
Beiträge: 438
Wohnort: Worms


BeitragVerfasst am: 09.03.2016 12:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mag den Text, liest sich echt schaurig.

Es sind ein paar Feinheiten drin, die sich für mich nicht so schön lesen:

Zitat:
Erst abends fand ich seinen Körper, und meine letzte Kugel galt der Krähe, die an Arkos Zunge zerrte.


Da hätte ich auf das "und" verzichtet und daraus zwei Sätze gemacht, weil es so mE stimmungstechnisch besser wirkt.

Zitat:
Vielleicht war der knüppelgroße Ast, der seinen Schädel zertrümmert hatte, vom Sturm gelockert worden.
.
"Vielleicht hatte der Sturm den knüppelgroßen Ast gelockert, der seinen Schädel zertrümmerte."

Da wäre beispielsweise mehr "Schwung" in der Handlung.

Zitat:
Aber Arko – seit Tagen verrückt vor Angst – hätte genauso gut im Wahn gegen einen Baumstamm gerannt sein können
.
Hätte ich allgemein anders formuliert, insbesonders am Ende.

Zitat:
[...]und einmal noch weitete sich die orangen wabernde Halbkugel aus Wärme und Leben.

Des "n" bedarf es hier nicht. Ich bin gestolpert.

Zitat:
[...] und die Nacht der tausend Augen.

Ergibt so für mich keinen Sinn. Du meinst bestimmt, dass die Nacht hier den "tausend Augen" gehört/bleibt.

Zitat:
Das Monster zeigt sich ganz offen, berührt meinen Nacken mit dem kühlen Atem des Windes, meinen Rücken mit Händen wie Moos, und es starrt aus leeren weißen Skleren, die vom Himmel sinken, im Wind ihr erhabenes Spiel um mich treiben, flüstern, verlocken.

Den Satz würde ich auch kürzen, bzw. aufteilen, da er ungemein ablenkt.
Vorschlag von mir, sehr nah an deinem Text:

"Das Monster zeigt sich ganz offen, berührt meinen Nacken mit dem kühlen Atem des Windes und meinen Rücken mit Händen wie Moos. Es starrt aus leeren weißen Skleren, die vom Himmel sinken und im Wind treiben sie ihr erhabenes Spiel um mich. Flüstern, verlocken."

Das sind aber wieder einmal größer aussehende Kleinigkeiten.

Zitat:
Der ganze Wald antwortete auf den Schuss mit Blätterrascheln, Flügelschlag und Krächzen

Ein sehr schöner Satz....

Leider sind diesmal so viele gute Beiträge hier (das soll nicht heißen,dass deiner mMn nicht gut ist - doch! Das ist ja das Schwierige, sodass ich hier keine Punkte mehr unterbringen konnte.

Dennoch sehr gerne gelesen!


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"Exhaustion pays no mind to age or beauty. Like rain and earthquakes and hail and floods."
Haruki Murakami - "Dance Dance Dance"

~

Some people live in Hell
Many bastards succeed
But I, I've learned nothing
I can't even elegantly bleed
out the poison blood of failure
"Swans - Failure"

~

semidysfunktional
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Piratin
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 53
Beiträge: 2378
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Ei 2


BeitragVerfasst am: 09.03.2016 13:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

obwohl ich den Text mehrmals gelesen habe und mir Formulierungen wie "und es starrt aus leeren weißen Skleren" sehr gut gefallen, sehe ich das Monster nicht. Der Hund kann in der Vermutung des Prota auch vom einfach herabfallenden Ast erschlagen worden sein - wo ist da das Monster und vor allem: was macht es hier zum Monster? Also bleiben hier bei mir mehr Fragen zurück und es hat leider nicht in die Punkte gereicht, was vielleicht anders gewesen wäre, wenn mehr Wörter zur Verfügung gestanden hätten.
Viele Grüße
Piratin


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Das größte Hobby des Autors ist, neben dem Schreiben, das Lesen.
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tronde
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Beiträge: 405

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 09.03.2016 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Sehr starkes Bild von – wie ich es mir vorstelle – einem Jack London Held, der sich im eisigen Wald verlaufen hat und jetzt stirbt.
Nur die Skleren stören mich, ohne dass ich sagen könnte, warum. Mit Wolken stattdessen ist das Bild von den Augen nicht so stark.
Grüße
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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Beiträge: 1152
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 09.03.2016 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt deine Geschichte und die Atmosphäre, die du erschaffst.
Ich kann die Nacht spüren und den Wald und das Feuer.
Du bekommst Punkte von mir.
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Kopfkino
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Alter: 35
Beiträge: 268
Wohnort: zwischen Fluss und Wald


BeitragVerfasst am: 09.03.2016 21:30    Titel: Antworten mit Zitat

Der Text bringt ein paar Erinnerungen bei mir hoch. An ein Lied aus meiner Schulzeit (Wir wollen zu Land ausfahren).
Ich mag besonders den Teil über das Monster, das rundherum ist.


_________________
Lächeln!
____
...
Stop complainig said the farmer
who told you a calf to be?
...
But whoever treasures freedom
like a swallow has learned to fly.
...
(Donna Donna, Zeitlin und Secunda, Übers. Joan Baez)
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Jack Burns
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 48
Beiträge: 1559



BeitragVerfasst am: 10.03.2016 14:46    Titel: Antworten mit Zitat

Das klingt für mich wie ein Ausschnitt. Das ist kein in sich geschlossener Text. Ich bekomme kein Gefühl für die Situation oder den Protagonisten.

_________________
Monster.
How should I feel?
Creatures lie here, looking through the windows.
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firstoffertio
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Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 10.03.2016 22:06    Titel: Antworten mit Zitat

Das hätte Punkte bekommen, hätte ich mehr zur Verfugung gehabt.
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Tjana
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BeitragVerfasst am: 10.03.2016 23:03    Titel: Antworten mit Zitat

Was mir auffällt:
Der Text ist in den beiden Absätzen sehr unterschiedlich geschrieben.
Im ersten wird real erzählt. Im zweiten wird die Sprache schöner, es tauchen viele Vergleiche auf, mystische Gedanken.
Ich vermute Absicht dahinter und das gefällt mir. Eine Umsetzung, die sich deutlich abhebt. Das wird wohl Punkte geben.


_________________
Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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drusilla
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Beiträge: 235
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Ei 7


BeitragVerfasst am: 11.03.2016 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ich verstehe den Text leider gar nicht - ausser dass offenbar ein Hund gestorben ist. Die Bewertung finde ich dann recht schwierig....

Lg, drusilla
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Stimmgabel
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Beiträge: 4381
Wohnort: vor allem da
Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 12.03.2016 06:48    Titel: Antworten mit Zitat

-


Ein Feuer inmitten der Lichtung  ______________



Hallo  Inko,

Zeit ist ein seltsames Ding; zuweil geht sie schnelleren Schrittes ... blieb nur Zeit fürs Lesen und Bewerten  / und dann passiert’s doch.

Für mich keine real_situative Szenerie.

... vielleicht eine psychodelische Wanderung eines psychisch Kranken ??? [ oder eine psychodelische Verlustreise von Prota / in der Verarbeitungsphase ... ]; da ist Protas firguriertes Verlust_objekt Namens Arko  / nehme mal an ein visualisierter Hund. Dieser wird von einem Ast erschlagen [ welche Geister initiierten das? ];
Prota verbrennt das Tat_objekt um quasi damit die darin gefangene Seele Arkos wieder frei zu geben ...
stiebt die Feuerstelle währenddess nochmal auf

... beobachten gleichzeitig pupillenlose Augen der Himmelsmonster diesen quasi Erlöse_akt. Vielleicht jener Hinweis, hätten sie mit dem Verbrenn_akt ihre Sehkraft, ihre Einflussnahme auf Prota (zunächst) verloren.

... versuchen die Monster ihn nochmal zu locken: er könne beruhigt schlafen  / tut dies ebenfalls die Nacht ... wem wird Prota folgen, und überhaupt??


Eine andere, für mich simplifizierte Text_sicht hierzu [ lapidar zuli ]:  Ast erschlägt Hund; Totenzeremonie von Herrchen  / verbrennt Ast, währenddess bemerkt Herrrchen z.B. Wolfsaugen um sich ... spürt deren Absicht/Verweilen solange, bis Herrchen schläft um ihn oder den Kadaver ...


Gruß Stimmgabel

-


_________________
Gabel im Mund / nicht so hastig...
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Akiragirl
Geschlecht:weiblichDünnhäuterin

Alter: 28
Beiträge: 5593
Wohnort: Leipzig
Der goldene Spiegel - Prosa DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 12.03.2016 11:21    Titel: Re: Ein Feuer inmitten der Lichtung Antworten mit Zitat

Liebe/r PoKaPro-Teilnehmer/in,

Herzlichen Glückwunsch! Dieser Text ist mein Favorit beim diesjährigen Wettbewerb. Das heißt, es gibt volle 12 Punkte. Hurra!


Mir fällt es unglücklicherweise immer recht schwer, zu erklären oder zu begründen, warum ein Text mir herausragend gut gefällt. Aber ich versuche es mal:

Die 200-Wörter-Begrenzung hat dem Wettbewerb eine (für mich) sehr neue "Note" gegeben, besonders dahingehend, wie jeder einzelne Text auf mich wirken konnte oder auch nicht. Es ist überaus schwer, innerhalb von nur so wenigen Worten überhaupt eine Beziehung zum Leser aufzubauen und ihn emotional irgendwo "abzuholen". Daher gab es in diesem Wettbewerb eine Fülle von Texten, die nicht in dem Sinne schlecht waren, aber einfach spurlos an mir vorübergerauscht sind; die nichts in mir hinterlassen haben.

Nun ist dieses "hinterlassen" etwas zutiefst Subjektives. Ich nehme mir aber dennoch heraus, mich darauf zu berufen: Dieser Text hat mich berührt. Auf eine Weise, die ich schwer erklären kann. Ich hatte das Gefühl, einer Figur zu begegnen, die auch außerhalb dieses kurzen Fragments existiert, die eine eigene Geschichte hat, eine Vergangenheit, sehr viel Ballast. Ich hatte den Eindruck, eine Sequenz aus einem langen Werk zu lesen, aber wusste gleichzeitig, dass es nicht so ist. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine. Also die Figur wirkte so lebendig, auch die Gedanken und Eindrücke zum Geschehen, dass sofort meine Fantasie ansprang und ganz viel dazudichtete, ganz viele Leerstellen ausfüllte. Aber wenn man tatsächlich einen Abschnitt aus einem Roman heraustrennen würde, dann wäre der niemals so dicht erzählt und könnte so stark für sich stehen.

Ich nehme mal einige meiner Lieblingsstellen und sage was dazu:

Postkartenprosa hat Folgendes geschrieben:
Der ganze Wald antwortete auf den Schuss mit Blätterrascheln, Flügelschlag und Krächzen.

Ein wahnsinnig starkes Bild. Man weiß genau was du meinst, aber es als "Antwort" des Waldes zu verpacken ist großartig.

Postkartenprosa hat Folgendes geschrieben:
Aber Arko – seit Tagen verrückt vor Angst – hätte genauso gut im Wahn gegen einen Baumstamm gerannt sein können.

Hier beginnt das, was ich oben ansprach. Die Hauptfigur findet den toten Hund, das ist die vordergründige Handlung. Aber mir wird auch mitgeteilt, dass Arko seit Tagen "verrückt vor Angst" war. Weshalb? Ich spüre eine Bedrohung, eine (für mein Empfinden) surreale Komponente. Sofort habe ich Assoziationen: Ängstliche Hunde, die verrückt spielen - Naturkatastrophen? Übernatürliches?
Postkartenprosa hat Folgendes geschrieben:

Es änderte nichts, und ich war wieder im Kreis gegangen.

"wieder" ist er im Kreis gegangen. Das verweist auf eine Vergangenheit der Hauptfigur. Und das "im Kreis gegangen" kann sowohl wörtlich als auch metaphorisch verstanden werden. Ist er im Wald gefangen (ich habe Assoziationen zu Blair Witch)? Oder in seinen eigenen Lebensumständen?

Postkartenprosa hat Folgendes geschrieben:

Ich habe nie an Schauermärchen geglaubt. Nichts versteckt sich im Dickicht. Das Monster zeigt sich ganz offen, berührt meinen Nacken mit dem kühlen Atem des Windes, meinen Rücken mit Händen wie Moos, und es starrt aus leeren weißen Skleren, die vom Himmel sinken, im Wind ihr erhabenes Spiel um mich treiben, flüstern, verlocken.
Schlaf, sagen sie. Schlaf, sagt die Nacht. Ich werde dir Decke sein, schlaf.

Und hier hast du mich dann - Gänsehaut inklusive. So viel in so wenigen Worten, und für mich so schwer zu erklären.

Die große Deutungsfreiheit ohne je beliebig zu wirken, die extrem dichte Atmosphäre und herausragende sprachliche Umsetzung heben diesen Text auf die Spitze meines Treppchens.


Liebe Grüße
Anne


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"Man bereut nicht, was man getan hat, sondern das, was man nicht getan hat." (Mark Aurel)
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