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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Skizze: Das Leben der 30 Jähriginnen --für Feedback bin ich dankbar


 

 
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jungesHuhn
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze

Alter: 34
Beiträge: 2



BeitragVerfasst am: 20.01.2016 00:50    Titel: Skizze: Das Leben der 30 Jähriginnen --für Feedback bin ich dankbar eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo liebe Forum-Mitglieder,
ich bin ganz neu hier und möchte gerne zwei Kapitel vorstellen. Ich arbeite an einer Collage: Kapitel von Frauen um die 30, die in unserer Gesellschaft leben. Über Rückmeldungen bin ich sehr dankbar.
Herzlich,
Rebekka


Vera.
ich bin so eine, die Ihre Gedanken nachts auf dem Balkon, während des Rauchens, gut findet, sie aufschreiben will und sie dann wieder vergisst. die sich beim Schreiben viel zu viel Druck machen würde und direkt nur nur noch an die Leser denkt. eingschüchtert von ihrem urteil, eingknickt. und am nächsten Tag ertwas revolutionäres tut.
so eine die drei Lieder improvisiert, nachts vor dem Diktiergerät, sie sich immer wieder anhört, den Schatz darin erkennt und dankbar ist, begeistert ist ohne stolz sondern voller Demut, im Bewusstsein darüber, dass sie lediglich offen war für die Kreativität, die ihr in dem Moment geschenkt wurde. die diese Lieder aber nicht wiederholen kann, weil sie zu viel Angst hat, es nicht wieder genauso durchlässig zu schaffen. eine, die immer wieder gläserne Momente, Zeiten, Zeiträume, Lebensräume erfährt und die Wahreit darin erkennt- dann diese aber ebenso schnell wieder vergisst, einfach so, vergessen. dann kommts wieder: ach ja, da ist doch die Wahrheit. ich hatte sie doch schon fast. eine, die nicht am Ball bleibt, im Detail. nur im Großen und Ganzen. eine , die ihr eigenes Tempo nicht versteht und respektiert, sondern gerne schneller wäre, effektiver und sich selbst vernichtend berurteilt, weil die Vorstellungen nicht erfüllt werden. eine, der klar ist, dass die Vorstellungen ganz klar Prägung sind. es trotzdem nicht ändern kann und diese Vorstellungen wie Eisenrahmen durchs Leben schleppt, bis sie Rückenschmerzen hat. eine die Yoga gut findet und dann welches ausübt, praktiziert, sagt man. sie glaubt der anleitenden Stimme, atmet tief in den unteren Rücken rein, massiert die Muskeln von innen und spürt die Vibration, die den Körper durchfährt. eine, die 30 minuten danach wieder Rückenschmerzen hat, dieses mal an anderen Stellen. sind die nun neu verspannt, überdehnt, generell gedehnt, oder jetzt erst bewusst?
Sie weiß es nicht, leidet ein bisschen vor sich hin, macht sich Vorwürfe der Yogastimme nicht exakt gefolgt zu sein und vergisst das ganze Thema wieder. vorher hat sie noch mindestens einer Person mitgeteilt, dass sie am abend Yoga gemacht hat und es wirklich gut tat.
eine, die Dinge die ihr gut tun, nicht ertragen kann. die die Bezeichnung DINGE verabscheut, weil ihr Vater diese Wort mit großer Wahrscheinlichkeit zu simpel gefunden hätte. die musikalisch ist und kaum Musik hört, die sich das Gitarrespielen selber beigebacht hat, ja- auch Bairee-Griffe, und niemandem vorspielt. nur manchmal mit viel Wein dem Besuch aus Östrreich, der dann nicht mehr locker lässt bis sie eine Singer-Songwriter-Kaierre beginnt, um seine wünsche nach Ruhm zu befriedeigen. der es im nächsten Moment direkt leid tut, so über Lob-Aussprecher zu denken  und sich diszipliniert, dakbar zu sein für das positive Feedback.
eine, die dem Wahnsinn so nah ist, wöchentlich in ihm schwimmt, sich nicht von ihm distanziert. weil sie weiß, dass die kreative Durchlässigeit als Wahnsinn abgestempelt wurde, damit die Menschen im kapitalistischem System funktionieren. die so viele Freunde hat, dass sie es nicht schafft, allen frohe Weihnachten zu wünschen, gleichzeitig den Anspruch an Authentizität hat und sich nur melden will, wenn es "sich auch richtig anühlt", sich aber durch jeden Freund, der ihr nach zwei Monaten wieder einfällt, bei dem sie sich nicht gemeldet hat, in ein tiefes Loch der Einsamkeit stürzen lassen. "Sie hätte sich ja auch melden können". Aber sie tat es nicht. zu recht.  Und dann steht sie wieder locker drüber, meldet sich wenn ihr danach ist und die Welt ist schön weil sich beide freuen und sich soo viel zu erzählen haben.
eine, die eine große, geschmackvoll eingerichtete Wohnung hat. mit Liebe zum Detail und alten Möbeln ihrer verstorbenen Oma- Oma hätte sich gefreut.
Oma ist nicht mehr da und die Frage, was sie ihrer Oma wohl bedeutet hat, steht lauter im Raum als andersherum. ihr ist es wichtiger was sie den Menschen bedeutet. leider. sie will es nicht. liest Bücher über Achtsamkeit, Selbstliebe, hört Vorträge zum Einschlafen über die neue Weltordnung oder schaut eine rtl-Kuppel-Show. beides liegt auf gleicher Stufe des Interessantheitsgrades. Abend ist sie alleine zu Hause, manchmal, ist froh darüber. ist müde, kocht vergane Brotaufstriche, friert sie ein, legt sich aufs Sofa und googelt: woher weiß ich dass mein Leben in Ordnung ist? Sie liest einige Foren-Beiträge. Landet auf mehrern Blogs. möchte auch einen Blog schreiben. doch die Welt braucht keinen weiteren Blog. Was braucht die Welt? Das ist ihr ein echtes Anliegen, sie will nicht mehr als der Welt etwas Gutes tun. "Gutmensch" ist gerade zum Unwort des Jahres gewählt worden. Und auch wenn ihr klar ist, dass Helfen häufig nur von Minderwertigkeitsgefühlen ablenken hilft, ist es ihr egal, denn unter dem Strich glaubt sie daran: der Mensch ist nicht das was er denkt, sondern was er tut. Oder: Handle, so seist du Mensch.  Vermutlich fühlt sie sich deswegen so unfertig, so mittelmäßig, weil ihr Handeln nur zu 10% ihrem aktiven Gedanken entspricht. deshalb ahnt sie, dass Byron Katies Methode  "the work" keine schlechte zu sein scheint, doch auch hier hindert sie etwas für sie Unsichtbares an der Ausführung.
der Gedanke, dass die Verhinderung der Aktion auch von einer positiven Kraft her kommen könnte, kommt ihr gerade zum ersten mal. Die beschränkte Vorstellungskraft greift auf etwas Bekanntes zu, zb. einen Schutzengel, der einem.. igitt. Nein.

Sie ist wirklich locker, wirklich. sie ist auch cool. sie wird bewundert für ihren Stil, ihre Art, ihren Weg. sie liebt es früh aufzustehen, mit dem Morgen anzukommen- doch viel lieber schläf sie solange sie kann. immer wieder weiter. egal wie grausam und stressig oder chaotisch die träume sind. schlaf. flucht. weiter-weg.
Sie ist so glücklich und dankbar, erfolgreich und gesund, ja sogar hübsch und intelligent. Nicht nur, kein Model, kein Einstein, kein Lama, keine Theresa. Aber irgendwie dann doch. und das weiß sie auch. und sie weiß, dass all das nicht zählt. sie weiß, dass ein unerwarteter Batzen Geld nur für die ersten drei Wochen den wow- Effekt hat. das dies nicht der richtige Weg, das richtige Anstrebungs-Ziel ist.
die wertvollen Ziele sieht sie im Außen, in Personen, die vor Freundlichkeit und Fröhichkeit übersprudeln, immer wieder, die sie damit so sehr anstecken und sie dies dirkekt zurück geben kann, die wiederum davon trinken und sich bedanken. Für sie geht es nur darum. Manchmal fragt sie sich dann, ob sie in den Mann verlebt ist. Oder verliebt. Und dann denkt sie wieder, dass es viel viel mehr als das ist, und das beide dies wissen. dass sie, wenn sie zusammen sind, wie zwei Götter sind. das sind sie wirklich. aber das ist nichts für den Alltag.



Sie ist von Sibylle Berg inspiriert. und von ihrer Freundin, die ihr Sibylle Berg empfohlen hat. sie entdeckt selten Menschen, aber dafür ist sie offen für Empfehlungen. und gibt diese unverzüglich und voller Begeisterung weiter. ja, das kann sie, Begeisterung teilen. viele rieten ihr, in die Werbung zu gehen, oder Moderatorin zu werden. doch ihre Zahnlücke sorgt für so viel Selbstzweifel, dass sie diesen Schritt niemals versuchen würde zu gehen. die Zahnlüke ist der Henkerststuhl. tod. tod. Weg ist tod.

ihr gefiel es, dass wort TOD zu tippen. Denn der TOD spielte eine große Rolle in ihrem Leben. sofort beschließt sie wieder im Präsenz zu schreiben, da Präteritum eine alte-Leute-Zeit ist.
sie fragte ihren Freund, ob sie am Abend noch telefonieren können. stunden später antwortet er und freut sich darauf. doch sie will schon nicht mehr, sie will jetzt etwas anderes tun, hat Angst herausgerissen zu werden. muss in ihrem Job, der zeitlich und inhaltlich ziemlich Lebensfüllend, besser wäre erfüllend, ist, permanet ihren echten Flow unterbechen, dass sie in ihrer "Freiheit" kaum dazu bereit ist. Doch natütlich telefoniert sie dann noch mit ihm. und fragt ihn, wie sein Sqash-Spiel war.
sie liebt ihn, dass hat sie, als sie sich versuch hat von ihm zu trennen, ganz deutlich gespürt. ja, tatsächlich würde sie sagen "mit meinem Herzen habe ich es gespürt, dass unsere gemeinsame Zeit als Paar noch weiter gehen soll". Die Trennung hat zumindest bewei-------- da rief er an, sie war kurz genervt ob der Unterbechung, doch nach Momenten der Umgewöhnung war sie sehr dankbar und froh darüber ihn zu hören. er begleitet momentan eine Frau und ihre Familie bei ihrem Sterbeprozess,sie bewundert ihn sehr dafür. das ist in ihren Augen echet menschliche Zuwendung, echte Hilfe, echt echt echt. und auch dafür liebt sie ihn. denn sie hat er auch so sehr unterstützt in Zeiten, denen sie sichs ihres Verstandes nicht mehr sicher war.  als sich ein junger Mann, den sie auch sehr bewunderte, viel Elementares von ihm lernte, etwas verknallt in ihn war und ihn stets als großes Vorbild in sich trug, das Leben nahm. kurz vorher war ihr Vater nach, wie es heißt, langer und schwerer Krankheit verstorben. ihr Vater war der wichtigste Mensch für sie, ihr Vorbild, das nie zu erreichende Idol und viel mehr der Mensch, der ihr den größten Selbstwert entgegenbrachte, der sie sich entfalten lies und unterstützen konnte, wie kein anderer, einfach, weil er so intelligent war. und liebevoll. sie weite oft wenn sie an ihn dachte, meistens dann, wenn sie sich an seine Tiefe erinnerte.  anfangs saß der Schmerz in dem nicht-wahr-haben-wollen dass er jahrelang unter starken und permantenten Schmerzen litt. mittlierweile wenite sie wenn sie sich an seine Liebe erinnerte.
kurz davor starb der wichtigste, bis dahin neu in ihr Leben eingetrene Mensch, ihre Theater-und "Lebens"-Lehrerin. Sie brachte ihr bei die eigene Wahrnehmung einzusetzen, sie brachte ihr das Zaubern und das Schauspielern bei. sie ebnete ihre gesamte berufliche Laufbahn, prägte Interessensgebiete und baute sie zu dem wunderbaren Menschen auf, an den sie sich manchmal erinnert. sie starb ganz unvermittelt, plötzlich war sie angeblich tod und sie konnte es nicht glauben, weil sie häufig Scherze machte, die unter die Gürtellinie gingen.
sie war alles für uns.

nun hat sie Angst, jemanden wieder wirklich zu lieben, weil sie weiß, dass diese Person irgendwann gehen wird. gerade wenn er deutlich älter ist als sie. aber da sie schon lange davon ausgeht, nicht sehr alt zu werden, höchsten 42, früher war es 27, damals kannte sie den club27 nicht, schafft sie es , darüber hinweg zu sehen. ihre große Angst ist die, alt und einsam zu sterben. dann will sie lieber jetzt sofort sterben. und das ist ja auch nicht unwahrscheinlich-
Sei es ein simpler Autounfall, eine tödliche Krankheit oder ein Terrorattentat: von all dem ist sie ständig umgeben. die politischen Ereignisse, die Gewalttaten auf der Welt, auf "ihrem"Kontinet, in "ihrem" Europa, überschlagen sich, sie kommt mit der Verarbeitung , Einordnung und Abgenzung nich mehr hinterher. dafür braucht sie momentan Satiriker, die in ihrer wöchtentlichen Show trash und Medienkritik lifern, manchmal die Sendungen aus Betroffenheit und Anteilnnahme sogar ganz ausfallen- oder umtellen wollen, bzw.müssen. weil es in das Gesamtbild der wirklich Betroffenen und Ratlosen, Verärgerten und kühlen-Kopf-aber-auch-Grenzen-aufzeigenden- Leute gehört. sie identifizierte sich damit, weil sie sich so heimatlos, schutzlos und unfei wie nie zuvor fühlt. weil plötzlich an der Grenze, 3km von ihrer schönen, geschmackollen Wohnung entfert, wieder Grenzkontrollen eingeführt wurden. weil sie mit eigenen Augen sieht, dass Veränderungen einfach geschehen. weil es das erste Mal in ihrem 30jährigen Leben wirklich politische Ereignisse gibt, die ihren Alltag verändern. den teilt sie sich jetzt u.a. mit hasserfüllten, helfenden oder fremden Menschen. Auch sie hat keine Antworten und vielleicht Scheu vor einer großen Menge an fremden, ausländischen Männern. Doch sie weiß, dass einfacher Kontakt und Berührungspunte im Alltag früher oder später ein Bekannt-machen und damit eine Akzeptanz und Sicherheit, bzw. Belanglosigkeit erzeugen werden, dass sie über Angst keinen Gedanken verliert. Doch viele viele viele andere Menschen tun dies, sind voller Sorge, die die Menchen nun auf Fremde projezieren. und sie denkt sich: ihr habt doch nur Angst vor dem Fremden in euch selber. - aber was macht sie mit diesen Gedanken? Zuallererst in kleine Aktions-Hilfe umwandeln, denn da ist sie, die Tat, die zählt. Ganz gleich ob Kritiker mit Unwörtern wie Gutmenschen um sich schmeißen. Hilfe in Notsituationen muss nicht gerechtfertigt werden. Für mich ist nur sie das, was zählt. Langfristige Entwickungen können durchdacht und vorbereitet werden, gesteuert, im besten Fall- werden sie aber nicht, weil Überforderung in der aktuellen Situaton herrscht, und jeder "Gutmensch" dringend benötigt wird.
Sie betet für die Fremden, die so schnell wie möglich keine Fremden sein sollen, weder für sie noch für sie. Alle haben Angst, das ist ein elektirsches, ansteckendes Feld. Freude ist auch ein ansteckendes Feld. Wird aber mehr bekämpft.
Häufig erlebte sie die von außen agressvisten Momente kurz nach eben diesen vollkommenden Momenten der Freude.  Sie weiß nicht warum- doch sie weiß dass es so passiert, immer wieder.
















mathilda...
ihr war vollkommen klar, dass ihre schlechte laune lediglich ihre schuld am pms trägt. im nachhinein. vorher nicht, denn ihr zyklus schwankt jeden monat so stark, dass sie ihn nicht ausrechnen kann. hach... sie tut sich selber leid. wie schön wäre doch ihr leben, wenn sie nur ihren zyklus berechnen könnte. dann könnte sie die ersten zwei, drei tage, an denen es kritisch liegt mit ihrer stimmung, ihrem körper- ja ihr körper, der neuerdings in ein wachkoma fällt, symptome von erkältung, magen darm und lateinischer mundfäule mit sich bringt- sie könnte all das berechnen und in ihren engen termin kalender eintragen. könnte besser takten. würde sich weniger termine legen, sich hin legen, flach liegen. früher hatte sie keine starken beschwerden, und darauf war sie auch stolz. denn sie hatte mal gelesen, dass menstruationsbeschwerden ihren psychosomatischen usprung in der abwehr der eigenen weiblichkeit tragen, oder auch in der trauer, ein kind zu gebären. wenn sie nur daran dachte, ein kind zu gebären, zog sich alles zusammen.  ja kalr, sie ist jetzt 30 jahre alt, ihre freundinnen haben bereits ein bis zwei kinder, sind dauergestresst aber uuunheimlich glücklich. ihre whatsapp gruppen , bzw. die babyfotos, die dort gesendet werden, sprengen ihren handyspeicher regelmäßig, aber sie hebt die fotos auf falls es mal einen geburtstags-collagen-anlass gibt. sie könnte sich auch eine neue speicherkarte besorgen, aber dies vergisst sie regelmäßig. technische neuanschaffungen machen ihr keinen spaß.
wenn ihre freundin erzählt, dass sie angst vor dem 30. geburtstag hat, angst vor der zahl, dann findet mathilda das albern.  Da muss man eben durch. und frau auch.  doch mathilda hatte selber, überraschenderweise, an dem neuen alter, und dem damit verbunden status in der gesellschaft der brd, zu knabbern. die typischen fragen kamen hoch: habe ich alles erreicht, was ich mit 30 erreichen wollte ? wollte ich überhaupt jemals etwas mit 30 erreichen? wird es langsam zeit mir ziele zu setzen? vorrauschauen zu leben?
ja das war sie wohl, die große veränderung. sie stellte sich vor, dass sie nun vorrausschauend leben müsste. quasi das gegenteil ihres bisherigen lebenstils der letzten 29 jahre.  bis 29,7 dachte sie nur an gestern und morgen, oder an die ganz welt. dachte phantasievoll, hatte große, sehr große pläne, träume, ziele. interessierte sich für üersinnliches, energien, seelenpläne, für das hier und jetzt.
mit 30 hörte das auf. mit 30 beginnt die mitte der gesellschaft. mit 30 muss man überall voll bezahlen (sie zumindest, weil sie eine feste stelle hatte), man hatte eine feste stelle (sie zumindest, obwohl nie jemand daran gegelaubt hatte, außer sie selber), mit 30 hat man einen festen freund (hat sie auch, aber der ist verheiratet und niemand weiß davon), mit 30 bekommt man kinder (sie hat sich mit 29 einen hund angeschafft). Den Hund hat sie sich angeschafft, weil es dran war. sie wollte ihr ganzes leben lang einen hund an ihrer seite haben, versuchte als kind alles mögliche. Einmal hatte sie im großen buch der hunde einen schwarzen welpen dick mit orangenem filzstift umkreist. dann legte sie sich auf sofa, das aufgeschlagene buch auf ihrem bauch. als ihre eltern wieder nach hause kamen stellte sie sich schlafend. sie erhoffte sich, dass ihre eltern bei dem anblick dahin schmolzen und ihr unverzüglich einen welpen nach hause brachten. Der plan ging nicht auf. Also entschied sie sich, 24 jahre später, selber dazu einen hund in ihr leben zu lassen. Sie fühlte sich ohnehin etwas einsam, wollte mehr bewegung, und vorallem den beweis dafür, dass sie nun reif genug war, um verantwortung zu übernhemen.
mathilda tut in ihrer freizeit vorallem eines: sie flieht. sie schaut das dschungelcamp, trinkt wein, isst chips, trauert alten verflossen nach, starrt an die decke, senkt traurig den kopf nach unten.  nicht viele, die mathilda am tage erleben, würden sie so einschätzen. sie ist eine macherin, eine lockere, leicht reizbare und engagierte, junge, hübsche frau. sie hat idealgewicht, pflegt sich und interessiert sich für mode. sie ist gläubig, glaubt sie, ist sie aber glaubt es manchmal nicht dass sie es ist, und versucht ein guter mensch zu sein. sie versucht auch gut zu sich selber zu sein, denn das ist es, was sie häufig liest. das ist jetzt in. und sie liebt tends. superfoods, smoothies oder fair trade kleidung: sie ist dabei. wenn sie einen yoghurt drink, der ihr gut schmeckt, trinkt, spricht sie so genüßlich über ihn, dass ihr umfeld amüsiert einstimmtig bekennt: du musst in die werbung.
aber das talent spart sie sich auf für etwas besserers als werbung. sie reibt sich auf für ihren job, der moralisch vollkommen ihren wertvorstellungen entspricht, sie darf sich verwirklichen und hat ein riesen budget zur verfügung. in wahrheit reibt sie sich einfach auf und rennt blinden zwängen und vorstelungen anderer nach. sie glaubt nicht mehr daran, dass es eine job gibt, der spaß macht. sie arbeitet auch mit vielen ihrer fruende zusammen, das war stets ihr traum. doch jetzt merkte sie, dass arbeit arbeit ist. und freundschaft freundschaft. gut zu wissen, bevor sie einen hof mit theater und hängebauchschweinen mit all ihren freunden gründet. doch, leider, bringt sie das auch zu der überzeugung, dass sie auch besser niemals mit ihrem freund zusammen ziehen sollte, denn nähe bedeutet in ihrem leben zerstörung. ihre besten fruende wohnten weit weg. bis auf zwei ausnahmen, aber die gibt es immer.  und von dem verlust ihrer freunde vor ort hat sie sich nach ihrem umzug auch nach 2,5 jahren noch nicht erholt.
sie lebt ein so gutes leben, und macht sich doch den halben tag lang vorwürfe. wenn sie es merkt lässt sie es, doch so weit kommt es selten. sie ist traurig.

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cindysherman
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BeitragVerfasst am: 20.01.2016 02:14    Titel: Antworten mit Zitat

liebes junges Huhn. So jung scheinst du ja gar nicht zu sein, wenn es um die Frauen um die 30 geht, oder? Naja. Ich bin 38 und fühle mit dir.

Soo lange bin ich hier auch nicht, aber eines kann ich dir sagen: du musst den Text wirklich korrektur lesen, bevor du ihn reinstellst! Solche Fehler werden einem hier nicht verziehen. Sollte man auch schaffen, denke ich, einmal Groß und Kleinschreibung checken, einmal Buchstabendreher raus? Das wäre das Minimum und reine Höflichkeit. Sonst etwas so, als würdest du Gäste in dein Wohnzimmer lassen wo benutzte Taschentücher, Strumpfhosen und glibberige Gummiteile rumliegen. Peinlich.

Zum Inhaltlichen: ich kann dem ersten Textabschnitt über Vera sehr gut folgen, finde ihn schonungslos und vergnüglich beschrieben und erkenne vieles wieder. Das hört auf ab "Sybille Berg". Alles, was danach kommt ist einfach zuviel für mich. Zuviel Beschreibung. Wenn du die Geschichte der Protagonistin erzählen willst, dann wäre der Vater vielleicht ein Einfluss, den sie noch abschütteln muss, und die Beziehung überhaupt nur erwähnenswert, wenn sie es endlich schafft, sich da loszureißen. Also potential für eine Geschichte: aber aktiv. Mit Handlung. Mit Dialogen.

Der Rest mit dem politischen Tagesgeschehen: entweder ganz raus lassen oder echt noch mal gut nachdenken, was du damit willst. Als Charakterisierung der Figur Vera eher untauglich, weil sie da so ganz passiv ist.

Die nächste Figur les ich später, aber ich weiß schon: das bist nicht du. Aber Vera ist nah dran... Gute nacht erstmal!

cindysherman
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jungesHuhn
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BeitragVerfasst am: 20.01.2016 13:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe cindysherman,
ich danke dir sehr sehr dafür, dass Du Dir die Zeit genommen hast, den Text zu lesen und mir deine Gedanken dazu mitteilst.  Die Anregung, aktiver zu schreiben, nehme ich sehr gerne auf.
Die Groß-und Kleinschreibung soll bei jedem Charakter ein wenig anders sein.  also z.B. bei Vera: Satzbeginn immer klein. Nomen groß
bei Mathilda: alles klein.
Bei einer anderen vollkommen korrekt.

Buchstabendreher tun mir leid, da muss ich auf jeden Fall noch gründlicher Korrektur lesen.

Herzlichen Dank!!
Rebekka
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 20.01.2016 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

jungesHuhn hat Folgendes geschrieben:

Die Groß-und Kleinschreibung soll bei jedem Charakter ein wenig anders sein.  also z.B. bei Vera: Satzbeginn immer klein. Nomen groß
bei Mathilda: alles klein.
Bei einer anderen vollkommen korrekt.

Wozu das denn?
Ich glaube, wir müssen zunächst über Perspektive reden. Warum wechselt die bei Vera z. B. von Ich nach auktorial, mit Abstechern ins personale?
Bei konsequenten Ich-Erzählerinnen könnte ich die unterschiedliche Recht- bzw. Falschschreibung ja noch irgendwie nachvollziehen (ist aber egal, wenn du in einem Verlag veröffentlichen willst - Verlage veröffentlichen eben ihre Bücher in korrekter Rechtschreibung. Da müssten dir schon sehr überzeugende Argumente einfallen, wie die jeweilige Eigenheit zur individuellen Charakterisierung beiträgt).
Möglicherweise ist dir nicht klar, wie sehr z. B. durchgängige Kleinschreibung den Lesefluss erschwert. Das kann man bei Kurznachrichten oder Lyrik machen, aber nicht in solch langen Fließtexten.
Abgesehen davon hst du deine eigenen Regeln nicht im Griff.
Auch ansonsten sind massig RS-Fehler drin, z. B. "Wahreit" statt Wahrheit, Leerzeichen vor Kommata, es heißt auch "Barré-Griffe", nicht Bairee-Griffe. Aber das siehst du ja beim Korrekturlesen.

Aktiver schreiben, ist schon ein guter Vorsatz, aber ich denke, cindysherman meinte noch etwas anderes:
Zitat:
Mit Handlung. Mit Dialogen.

Wobei ich nicht den Eindruck habe, dass du hier klassische, handlungsgetriebe Kurzgeschichten schreiben möchtest und auch Dialoge nicht für unabdingbar halte.

Was deinen Protagonistinnen aber auf jeden Fall nutzen könnte, wäre ein Setting, also ein Schauplatz, eine Umgebung, in der sie sich spiegeln und mit der sie interagieren können.
Versuche, eine Kernstimmung/Situation bei jeder deiner Frauen auszumachen und ein passendes Setting zu finden.
Ist die zentrale Stimmung "Einsamkeit", setz die Prota alleine in ihre (chaotische? blitzblank geputzte?) Wohnung und lass sie in einer (Tee-) Kaffeetasse rühren. An einem bestimmten Punkt der Erzählung fängt es vorm Fenster an zu (stürmen, schneien) regnen.
Fühlt sich eine Prota von der Gesellschaft beschnitten oder in eine Schublade gedrängt, stopf sie in eine überfüllte Straßenbahn. usw.*

So schaffst du den Kapiteln einen Rahmen, in denen die Psychogramme deiner Protas Halt finden.

Lies Bücher, die dem, das du schreiben willst, ähneln. Mir fällt ganz spontan nur "Ruhm" von Daniel Kehlmann ein - weiß nicht, ob das wirklich für dich passt. Einen Blick wert sind z. B. auch die Titelreportagen des SPIEGEL-Magazins. Wenn die Journalisten jemanden nach seiner Einschätzung zum Thema befragen, führen sie fast immer erst das Setting der Gesprächssituation und einen ersten äußerlichen Eindruck des Gesprächspartners ein. Da kann man sich einiges abschauen.

* das sind selbstverständlich nur Schnellschüsse, dir fällt da Originelleres ein.

LG


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Babella
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Beiträge: 615

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 20.01.2016 20:35    Titel: Antworten mit Zitat

jungesHuhn hat Folgendes geschrieben:
Die Groß-und Kleinschreibung soll bei jedem Charakter ein wenig anders sein.  also z.B. bei Vera: Satzbeginn immer klein. Nomen groß
bei Mathilda: alles klein.
Bei einer anderen vollkommen korrekt.


Ganz schlimm. Da fühle ich mich als Leserin veralbert. Dass die Charaktere verschieden sind, soll man an allem Möglichen merken, aber an der Groß- und Kleinschreibung bestimmt nicht.

Ehrlich gesagt, ich frage mich, warum ich mich mit einer Figur beschäftigen soll, die abends auf dem Sofa liegt und Dschungelcamp guckt, oder Bücher über Achtsamkeit liest. Und warum ich mir durchlesen soll, dass jemand Sibylle Berg gut findet. Das liest sich alles recht belanglos, was daran liegt, dass du einfach nur beschreibst und in keinem Moment der Leserin ein Urteil überlässt und ich auch keine Ansatzpunkte finde, diese Leute zu mögen.

Viel lesen und schauen, warum man mit einigen Figuren mitgeht und mit anderen eher nicht. Das könnte helfen. Und dann die Frauen durch den Tag begleiten, sie etwas tun lassen. Und dann immer: Konkret sein, nicht allgemein. Nicht "Bücher über Achtsamkeit" sondern etwa "Sie las Bücher mit Titeln wie 'Achtsamkeit für Eilige', in denen empfohlen wurde, morgens zehn Minuten in Umkehrhaltung auf die Tagesgeräusche zu lauschen, und wenn sie dann in der Kerze auf dem staubigen Teppich lag, kam meist die Müllabfuhr und ließ sie erzittern". So dass man anfängt zu sehen und zu hören.
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cindysherman
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BeitragVerfasst am: 25.01.2016 13:37    Titel: Antworten mit Zitat

jungesHuhn hat Folgendes geschrieben:

mathilda...
ihr war vollkommen klar, dass ihre schlechte laune lediglich ihre schuld am pms trägt. im nachhinein. vorher nicht, denn ihr zyklus schwankt jeden monat so stark, dass sie ihn nicht ausrechnen kann. hach... sie tut sich selber leid. das macht leider die Autorin unsympatischer als die Figur. wie schön wäre doch ihr leben, wenn sie nur ihren zyklus berechnen könnte. dann könnte sie die ersten zwei, drei tage, an denen es kritisch liegt mit ihrer stimmung, ihrem körper- ja ihr körper, der neuerdings in ein wachkoma fällt, symptome von erkältung, magen darm und lateinischer mundfäule mit sich bringt- sie könnte all das berechnen und in ihren engen termin kalender eintragen. könnte besser takten. würde sich weniger termine legen, sich hin legen, flach liegen. früher hatte sie keine starken beschwerden, und darauf war sie auch stolz. denn sie hatte mal gelesen, dass menstruationsbeschwerden ihren psychosomatischen usprung in der abwehr der eigenen weiblichkeit tragen, oder auch in der trauer, ein kind zu gebären. meinst du hier KEIN Kind? sonst macht der Satz wenig Sinn wenn sie nur daran dachte, ein kind zu gebären, zog sich alles zusammen. das ist ein schönes Bild ja kalr klar- aber die Rechtschreibkorrektur ist in diesem Stadium echt undankbar, sie ist jetzt 30 jahre alt, ihre freundinnen haben bereits ein bis zwei kinder, sind dauergestresst aber uuunheimlich glücklich. ihre whatsapp gruppen , bzw. die babyfotos, die dort gesendet werden, sprengen ihren handyspeicher regelmäßig, aber sie hebt die fotos auf falls es mal einen geburtstags-collagen-anlass gibt. Ab hier nicht mehr interessant, es sei denn mehr steckt dahinter. sie könnte sich auch eine neue speicherkarte besorgen, aber dies vergisst sie regelmäßig. technische neuanschaffungen machen ihr keinen spaß.
wenn ihre freundin erzählt, dass sie angst vor dem 30. geburtstag hat, angst vor der zahl, dann findet mathilda das albern.  Da muss man eben durch. und frau auch.  doch mathilda hatte selber, überraschenderweise, an dem neuen alter, und dem damit verbunden status in der gesellschaft der brd dieses Wort macht den Erzählgestus noch überheblicher, noch überlegener. Mich würde eine Sichtweise auf Augenhöhe mehr interessieren , zu knabbern. die typischen fragen kamen hoch: habe ich alles erreicht, was ich mit 30 erreichen wollte ? wollte ich überhaupt jemals etwas mit 30 erreichen? wird es langsam zeit mir ziele zu setzen? vorrauschauen zu leben?
ja das war sie wohl, die große veränderung. sie stellte sich vor, dass sie nun vorrausschauend leben müsste. quasi das gegenteil ihres bisherigen lebenstils der letzten 29 jahre.  bis 29,7 dachte sie nur an gestern und morgen, oder an die ganz welt. dachte phantasievoll, hatte große, sehr große pläne, träume, ziele. interessierte sich für üersinnliches, energien, seelenpläne, für das hier und jetzt.
Es klingt so, als wäre Mathilda schon lange über dreißig. Mindestens 35. Oder ihr großer Umschwung kam schon mit zwanzig. Oder es ist etwas vorgefallen. Kein Mensch ändert sich grundlegend, weil er eine abstrakte Zahl passiert.
mit 30 hörte das auf. mit 30 beginnt die mitte der gesellschaft. mit 30 muss man überall voll bezahlen (sie zumindest, weil sie eine feste stelle hatte), man hatte eine feste stelle (sie zumindest, obwohl nie jemand daran gegelaubt hatte, außer sie selber) Das halte ich für eine entscheidende Eigenschaft der Figur. Eine Entschlossenheit, die an Verbissenheit grenzt. Willenskraft. Auch wenn sie mit dem Kopf gegen die Wand rennt. Das ist als Anlage sehr interessant zu erzählen, wenn es konsequent durchgezogen wird.. , mit 30 hat man einen festen freund (hat sie auch, aber der ist verheiratet und niemand weiß davon)ein zweites Ding, das ihr Freundeskreis nicht weiß und damit ein weiterer Hinweis auf ihre Eigensinnigkeit, der mir gefäll, mit 30 bekommt man kinder (sie hat sich mit 29 einen hund angeschafft). Den Hund hat sie sich angeschafft, weil es dran war. sie wollte ihr ganzes leben lang einen hund an ihrer seite haben, versuchte als kind alles mögliche. Einmal hatte sie im großen buch der hunde einen schwarzen welpen dick mit orangenem filzstift umkreist. dann legte sie sich auf sofa, das aufgeschlagene buch auf ihrem bauch. als ihre eltern wieder nach hause kamen stellte sie sich schlafend. sie erhoffte sich, dass ihre eltern bei dem anblick dahin schmolzen und ihr unverzüglich einen welpen nach hause brachten. Der plan ging nicht auf. Also entschied sie sich, 24 jahre später, selber dazu einen hund in ihr leben zu lassen. Sie fühlte sich ohnehin etwas einsam, wollte mehr bewegung, und vorallem den beweis dafür, dass sie nun reif genug war, um verantwortung zu übernhemen.
der Teil mit dem Hund gefällt mir. Es macht diese Figur verletzlich, bockig und zeigt ihre Sehnsucht.
mathilda tut in ihrer freizeit vorallem eines: sie flieht. siehe unten sie schaut das dschungelcamp, trinkt wein, isst chips, trauert alten verflossen nach, starrt an die decke, senkt traurig den kopf nach unten. anscheinend flieht sie nicht vor der Traurigkeit, sondern vor der Fröhlichkeit. eigentlich appart.  nicht viele, die mathilda am tage erleben, würden sie so einschätzen. sie ist eine macherin, eine lockere, leicht reizbare und engagierte, junge, hübsche frau. sie hat idealgewicht, pflegt sich und interessiert sich für mode. sie ist gläubig, glaubt sie, ist sie aber glaubt es manchmal nicht dass sie es ist alles hier durcheinander , und versucht ein guter mensch zu sein. sie versucht auch gut zu sich selber zu sein, denn das ist es, was sie häufig liest. das ist jetzt in. erneut eine abfällige Erzählhaltung: "das leuchtet ihr ein" wäre wertungsfreier und sie liebt tends. superfoods, smoothies oder fair trade kleidung: sie ist dabei. wenn sie einen yoghurt drink, der ihr gut schmeckt, trinkt, spricht sie so genüßlich über ihn, dass ihr umfeld amüsiert einstimmtig bekennt: du musst in die werbung.
aber das talent spart sie sich auf für etwas besserers als werbung anscheinend ist es also ein ganz ethischer Joghurt drink, nicht nur ein genußprodukt? . sie reibt sich auf für ihren job, der moralisch vollkommen ihren wertvorstellungen entspricht, sie darf sich verwirklichen und hat ein riesen budget zur verfügung. in wahrheit reibt sie sich einfach auf und rennt blinden zwängen und vorstelungen anderer nach siehe unten . sie glaubt nicht mehr daran, dass es eine job gibt, der spaß macht. das könnte sie als Erwachsene auszeichnen... sie arbeitet auch mit vielen ihrer fruende zusammen, das war stets ihr traum. doch jetzt merkte sie, dass arbeit arbeit ist. und freundschaft freundschaft. gut zu wissen, bevor sie einen hof mit theater und hängebauchschweinen mit all ihren freunden gründet. sowas würde ich als Handlung, zb als Episode einer Serie ausarbeiten. Es ist ein konkretes Ziel and dem die unsichtbaren inneren Zustände gut zutage treten könnten.
doch, leider, bringt sie das auch zu der überzeugung, dass sie auch besser niemals mit ihrem freund zusammen ziehen sollte der ja verheiratet ist. Widersprüchlich. , denn nähe bedeutet in ihrem leben zerstörung das passt überhaupt nicht zu den nachfolgenden Sätzen. Hier würde ich eine Entscheidung treffen.. ihre besten fruende wohnten weit weg. bis auf zwei ausnahmen, aber die gibt es immer.  und von dem verlust ihrer freunde vor ort hat sie sich nach ihrem umzug auch nach 2,5 jahren noch nicht erholt. heißt dass, sie ist vor 2,5 jahren von ihrem Heimatort weggezogen??
sie lebt ein so gutes leben, und macht sich doch den halben tag lang vorwürfe. das ist tatsächlich ein interessantes Merkmal und relativ universell. Es passt zu ihrem Ehrgeizwenn sie es merkt lässt sie es, doch so weit kommt es selten. dieser Satz ist gut. Ich persönlich würde das gerne dargestellt sehen. sie ist traurig.


Liebes junges Huhn. Ich komme jetzt erst dazu, die zweite Hälfte genauer zu lesen. Auf den ersten Blick fand ich den Text über die Mathilda viel unreifer und oberflächlicher. Ich glaube aber, er trägt eigendlich mehr Potential für eine Figurenentwicklung für einen Roman/Stück/Drehbuch. Die erste Figur, Vera, (beide sind wirklich erst Ideensammlungen) ist im Grunde viel Glücksbegabter. Irgendwie muss man sich um sie keine Sorgen machen. Aber Mathildas Traurigkeit scheint mir sehr viel schwerer zu einzukreisen, dadurch schwerer zu beheben und deshalb interessanter.

Wichtig für Leser wäre, dass du die Ergebnisse der Beschreibung nicht vorweg nimmst, zb:
jungesHuhn hat Folgendes geschrieben:

hach... sie tut sich selber leid.
mathilda tut in ihrer freizeit vorallem eines: sie flieht
in wahrheit reibt sie sich einfach auf und rennt blinden zwängen und vorstelungen anderer nach.


Ich sehe in den beiden Figuren Potential für eine Geschichte. Ich würde dazu zweierlei raten:
1. Herausfinden, welche Erzählform dir am meisten liegt. Film? Web-serie? Roman? Daraus leiten sich unterschiedliche Notwendigkeiten ab, die auch helfen, sich innerhalb eines Rahmens zu bewegen. Und an die Rezipienten zu denken.
2. das hervorstechenste Merkmal jeder Figur jeweils klarer heraus schälen. Auch wenn beide ambivalent sind, hilft es wenn es so was wie eine thematische Skala gibt, auf der sie sich bewegen. Mathilda zb. von Macherin zu Trauerkloß. Vera eher von Egomanin zu Mitläuferin...? Nur so geraten.

und 3. fehlt natürlich noch eine Figur. Aber die hast du ja vielleicht schon parat?

Bin gespannt!
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