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James - Prolog


 

 
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Leveret Pale
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 21
Beiträge: 759
Wohnort: Jenseits der Berge des Wahnsinns


BeitragVerfasst am: 04.09.2015 16:44    Titel: James - Prolog eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Ich stell mal hier den Prolog zu einem Psychothriller rein an dem ich  schon seit einiger Zeit arbeite. Dabei würde mich auch interessieren was ihr allgemein von Prologen in Romanen haltet.
Ich habe gehört, dass viele sie überhaupt nicht lesen. Shocked
Noch kurz was zum Inhalt :
Der Prolog spielt 20 Jahre vor der Haupthandlung und in der Kindheit des Antagonisten. Ist das als Prolog geeignet, oder ist es besser so etwas mit Flashbacks oder Andeutungen zu erzählen ?
Nun genug der Vorrede. Hier ist der Text :

PROLOG
Gebannt beobachtete der Junge wie der Käfer, in seinem dunklen schillernden Panzer, mit seinen kleinen dünnen Beinen über das morsche Holz des Baumstamm krabbelte. Plötzlich kam ein zweiter Käfer, ebenso schwarz, aber größer und mit weißen Sprenkel auf dem Panzer, aus einem Loch herausgekrochen und stellte sich den dem anderen in den Weg.
Wie ein Gangster und ein Cowboy, die sich zu einem Duell trafen, standen die beiden sich einen Moment reglos gegenüber, dachte der Junge und hielt unbemerkt vor Anspannung den Atem an. Der große weiße war der Böse, der sich auf seinen Käfer, den guten Cowboy stürzte.
Einen Augenblick lang wollte er eingreifen, doch es wäre nicht fair gewesen, also beobachtete er den Kampf, während er in seinem Kopf den Cowboy anfeuerte. Dumpf hörte er im Hintergrund die Stimme seines Vaters, doch er hörte nicht hin, zu sehr packte ihn der Kampf. Es war ein Fehler, dass wusste er. Ein gleißender Schmerz explodierte, als ihn die Ohrfeige traf. Das Blut schoss in seinem Kopf und färbte ihn rot, aber er schrie nicht. Schreien hätte seinen Vater nur noch mehr verärgert.
Er drehte sich zu seinem Vater, der neben ihn in seiner Tarnkleidung hinter den Baumstamm lag und ihm wortlos das Fernglas reichte. Mit nur leicht zittrigen Händen nahm das Fernglas und sah in die Richtung, in die sein Vater nun zeigte. Es dauerte eine Weile bis er es in der im dunkleren werdenden Dämmerung gefunden hatte. Ein einsames Reh graste auf der Lichtung rund sechs dutzend Meter von ihnen entfernt. Ein anmutiges und schönes Tier, fast noch ein Rehkitz. Die dunklen schwarzen Augen waren sorglos und er glaubte zu sehen wie sich der Brustkorb auf und ab bewegte.
»Siehst du es? « fragte sein Vater in einem kaum hörbaren Flüsterton.
Der Junge nickte und senkte das das Fernglas wieder. Er konnte es nun auch ohne Fernglas ausmachen, aber nicht mehr lange. Die Sonne war bereits hinter den Baumwipfeln untergegangen. Während er das Fernglas seinen Vater zurückreichte warf er kurz einen verstohlenen Blick zu den Käfern. Sie waren verschwunden. Bevor er aber darüber betrübt werden konnte, legte sein Vater bereits das Gewehr neben ihm auf den Baumstamm. Davor hatte er sich den ganzen Tag lang schon gefürchtet, es versucht zu vergessen, versucht sich abzulenken, aber es gab kein Entkommen.
»Töte es« befahl sein Vater mit seiner immer seelenruhigen und eiskalten Stimme.
Sein Herz klopfte panisch in seiner Brust, wie jemand der lebendig begraben worden war und in einem Sarg wiedererwachte. Er schluckte und rutschte widerwillig zu dem Gewehr. Er presste den Gewehrkolben gegen seine kleine Schulter und fasste gerade noch so den Griff, wo sich der der Abzug befand. Er drückte seine Backe gegen den Gewehrkolben und spähte durch das Zielfernrohr. Hörte das feine Klicken, als sein Vater es für ihn justierte. Seine Hand glitt zum Repetierverschluss und er ließ mit einen metallischen Schnappen eine Patrone in die Kugelkammer gleiten. Unruhig suchte er mit dem Fadenkreuz die Lichtung ab. Das Reh graste weiterhin ruhig vor sich hin, als er es fand. Einen Moment zögerte er und wollte das Gewehr wegwerfen und weglaufen, so wie beim letzten Mal, aber die Bestrafung wäre dieses Mal noch fürchterlicher, als die Schläge und die zwei Tage ohne Nahrung, die er damals erleiden musste. Er seufzte kaum hörbar und atmete tief ein und wieder aus. Er konnte es schaffen. Sein großer Bruder hatte es schließlich auch geschafft. Er hielt die Luft an, damit sich das hin und her tänzelnde Fadenkreuz beruhigte und zielte auf das Schulterblatt. Sein feuchter Zeigefinger glitt auf den Aufzug hinunter. Langsam drückte er in hinab, sodass der Schuss einen überraschte, hatte ihm Vater immer wieder bei den Übungen eingebläut, sonst verzieht die Waffe. Ein lauter Knall zertrümmerte die Stille, als der Rückstoß ihm in die Schulter fuhr und der Gewehrkolben gegen den Kiefer schlug. Er kniff die Augen zusammen und atmete wieder ein. Bevor er sich wirklich bewusst werden konnte, dass er es getan hatte riss ihn eine kräftig Hand in die Höhe und stellte ihn auf die Beine, sodass ihm das Gewehr aus den Händen glitt und zu Boden fiel. Aus den Augenwinkel konnte er noch erkennen, wie das Reh zwischen den Bäumen verschwand.
» Du hast verfehlt du Nichtnutz. «, fauchte ihn sein Vater vor Wut dampfen an » Es ist verletzt. Los wir müssen den Spuren folgen, solange es noch hell genug ist «
Der Junge lief, so schnell er mit seinen dünnen, kurzen Beinen konnte, seinem Vater hinterher, welcher bereits wie ein Hund der Blutspur hinterher jagte. Keuchend und strauchelnd folgte er wie Trance durchs Dickicht seinem Vater, der sich immer weiter entfernte und gelegentlich zwischen den Bäumen verschwand. Der Vollmond ging auf und die letzten Lichtstrahlen der Sonne verschwanden. Die Angst sich in der Nacht in dem großen Wald zu verirren ließ ihn immer schneller laufen. Er konnte nicht sagen wie weit er gelaufen war, aber als er seinem Vater eingeholt hatte, kreisten schwarze Flecken in seinem Sichtfeld und er fühlte sich, als ob er sich gleich übergeben müsste. Seine kleine Lunge war wie eine zusammengeknüllt Mülltüte. Taumelnd und nach Luft schnappend kämpfte er sich weiter. Sein Vater stand über dem Reh, welches in einer Blutlache lag.
» Es lebt noch. « sagte der Vater und wandte sich zu seinen Sohn '» Weißt du was das bedeutet? « Der Sohn starrte ihn verängstig ahn und zeigte, auf dem Revolver an dem Gürtel seines Vaters, den man verwendete um verwundeten Tieren mit einen Fangschuss zu erlösen.
» Ich muss es damit erschießen? « fragte er unsicher. Sein Vater blickte zu dem Revolver hinab und griff mit der Hand danach, hielt jedoch auf Halben Weg und ein Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit. Sein Vater lächelte selten und wenn er es tat, bedeutete es selten etwas Gutes. Er fuhr mit der Hand auf die andere Seite seiner Hüfte und zog ein Messer.
» Selbst wenn du das Herz mit einer Schusswaffe verfehlst, wirst selbst du es wohl kaum mit einem Messer verfehlen. Schneide es raus und bring es mir. «
Er streckte es seinem Sohn entgegen. Mit großen Augen betrachtete der Junge die im Mondlicht glänzende Klinge. Er erinnerte sich an das Geräusch, welches er jeden Abend vor einschlafen hörte, wenn Vater seine Messer wetzte. Zing-Zing-Zing.
Kalt lief es ihm das Rückenmark runter als er langsam seine Hand ausstreckte und um den Griff schloss. Das Messer lag schwer in seiner Faust. Einen Moment lang hielt er inne, um zu verschnaufen, jedoch nicht zu lange, als das er darüber nachdenken könnte, was er gerade tat. Er wandte sich ab und schritt, mit dem Blick seines Vaters im Nacken, auf das sterbende Tier zu. Das Reh röhrte leise und der Brustkorb hob und senkte sich nur noch schwach. Blut strömte aus einer klaffenden Wunde am Bauch. Er kniete sich davor. Es strampelte nur kurz mit den Beinen und versuchte mit letzter Kraft sich aufzurichten. Vergeblich. Das Messer durchtrennte die Luftröhre des Tieres. Es blutete innerhalb von Sekunden vollständig aus und heißes dampfendes Blut strömt über seinen Arm und bildete eine dunkle Pfütze um ihn herum und wurde von seiner Kleidung aufgesaugt. Das Blut glänzte schwarz im Mondlicht, wie Obsidian. Der Junge fühlte sich leer, ja hohl, sämtliche Gefühle waren irgendwo tief unten in den finsteren Verliesen seiner Seele eingesperrt. Er ließ sie nicht raus und in sein Bewusstsein vordringen. Wie eine Maschine führte er seinen Auftrag aus. Ohne Leidenschaft und ohne Furcht. Er rammte mit aller Kraft die er aufbringen konnte die scharfe Klinge in den Brustkorb und sie glitt durch das Fleisch und Sehnen wie durch warme Butter. Bloß das selbst die wärmste und ranzigste Butter nicht so bestialisch nach Blut, Erde und Eingeweiden stank, wenn man sie zerschnitt. Er arbeitete sich mühsam zu mit der Klinge durch das Fleisch und aus allen seinen Poren strömte Schweiß und vermischte sich mit dem Blut. Es war fast zu dunkel um die Einzelheiten zu erkennen, doch er hatte eine ungefähre Ahnung wo er hin musste, schließlich hatte man ihn oft genug gezwungen zuzusehen, wenn sein Vater in ihrem Schlachthaus die Tiere ausnahm, um sie später auszustopfen oder anderweitig zu präparieren. Er erreichte das Herz und zerriss mit dem Messer das Gewebe drum herum und zerrte daran. Das Herz war glitschig und rutschte ihn dauernd aus seiner viel zu kleinen Hand. Er legte das Messer ab und packte mit aller Kraft das Herz, krallte sich mit beiden Händen fest, sodass er das Fleisch unter seinen Fingernägeln spürte, und zog daran. Muskelfasern spannten sich und zerrissen mit einem ekelhaften ratschenden Geräusch. Mit einem Aufschrei der Erleichterung und der Wut, die aus ihm herausquoll riss er das Herz heraus und hob es für einen Augenblick hinauf zum Himmel, als ob er es heidnischen Göttern opfern wollte. Blut tropfte hinab auf sein ausdrucksloses Gesicht. Das Herz war schwer und viel größer als seine beiden Hände zusammen und seine Muskel zittern, als er es hinab nahm und sich umdrehte um es seinem Vater zu überreichen. Stattdessen wurde er von einer Umarmung überrascht. Sein Vater drückte ihn an seine Brust, sodass das Herz zwischen ihnen beiden zu Boden fiel.
» Ich bin stolz auf dich, James. « sagte sein Vater. Es war das erste und letzte Mal, in seinem Leben, dass sein Vater so etwas zu ihm gesagt hatte, oder gar Zuneigung gegenüber ihn zeigte. Das erste und letzte Mal wo ihn sein Vater umarmte. Vielleicht hätte er vor Freude weinen sollen, vielleicht hätte er irgendetwas fühlen oder sagen sollen. Aber er war leer. Seine Seele war ein riesiges, leeres schwarzes Loch in dem das einzige Licht ein kleines glühendes Stück Hass war.
Genauso plötzlich wie sein Vater ihn umarmt hatte, löste er sich wieder von ihm. Ein Faustschlag traf James ins Gesicht und er schwankte kurz, wie ein junger Baum im Wind, blieb jedoch stehen. Der Schlag war schwach und leidenschaftslos gewesen, dacht er.
» Wenn du irgendjemanden davon erzählst, töte ich dich « bellte sein Vater.
An dem Tag beschloss James seinen Vater zu töten, nicht sofort, vielleicht in ein paar Jahren, vielleicht in ein paar Jahrzehnten. Ein Jahrzehnt würde sicherlich noch vergehen bis er ansatzweise so stark war wie sein Vater. Schließlich ging er ja noch nicht einmal zur Schule. Er war noch zu klein und zu schwach. Aber er konnte warten. Seine Zeit würde kommen. Er grinste in der Finsternis, während er seinem Vater durchs Dickicht nach Hause folgte. Hinter ihnen heulten die Wölfe um sich bald auf den zurückgelassenen Kadaver zu stürzen.

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sohndeslupus
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BeitragVerfasst am: 04.09.2015 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret Pale,
ich habe nicht mehr viel Zeit, aber gerade deinen Geschichte gelesen und möchte ein kurzes Feedback dar lassen:

Zu deiner Frage zum Prolog: Ich mag Prologe, habe aber auch schon öfter gehört, das das nicht mehr oft gemacht wird. Ein Blick in die Vergangenheit finde ich persönlich als Prolog gut.

Insgesamt mochte ich deinen Text, was sich schon daran zeigt, das ich ihn zu Ende gelesen habe. Ich würde jetzt auch gerne wissen, was aus dem kleinem James wird. Du hast mich also erreicht Wink

Ein paar kleine Anmerkungen habe ich aber:
1. Ich finde die Geschichte, brutaler Vater zwingt kleinen Jungen zum töten, ein bisschen abgegriffen und vorhersehbar.

2. Ein paar mal habe ich mich gefragt ob ein so kleines Kind tatsächlich so denken würde. Vor allem bei dem Vergleich mit dem Sarg und der Mülltüte.  Den Vergleich Cowboy und Gangster fand ich dagegen gut und aus der Sicht eines Kindes durchaus passend.

3. Auch ein paar andere Wörter fand ich zu hochgestochen für eine Kind. z.B:  "rund sechs dutzend Meter" "Bevor er aber darüber betrübt werden konnte" "Ohne Leidenschaft"

So das war es erstmal von mir. Ich hoffe es ist etwas nützliches für dich dabei.

lg
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 04.09.2015 17:37    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke sohndeslupus.

Es freut mich, dass dir der Text gefallen hat Very Happy
Konstruktive Kritik ist immer nützlich.
Vorallem die beiden letzten Punkte werde ich  möglicherweise noch etwas bearbeiten müssen damit es realistischer klingt.

LG Leveret
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Tape Dispenser
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BeitragVerfasst am: 05.09.2015 00:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,


Ja, die Geschichte des pöhsen Vaters, der seine Kinder zwingt, zu töten, damit später mal anständige Psychopathen aus ihnen werden, ist tatsächlich schon ein bisschen abgenutzt.
Ein paar Sachen sind mir aufgefallen:

Der Vater ohrfeigt ihn am Anfang. Unlogisch: das Klatschen würde ja das Reh verjagen.

Der Vater stellt ihm auch die Zieloptik ein. Ich kenne mich da zwar nicht aus, aber ich denke, dass muss jeder für sich selber einstellen.

Die Umarmung am Schluss passt nicht zu dem Bild, das du vom Vater gezeigt hast. Das er stolz ist, ja, aber die Umarmung kommt mir für ihn unpassend vor. Vielleicht sehen das aber die anderen anders.
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sohndeslupus
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BeitragVerfasst am: 05.09.2015 00:31    Titel: Antworten mit Zitat

Dann klinke ich mich nochmal ein Razz

Zitat:
Der Vater ohrfeigt ihn am Anfang. Unlogisch: das Klatschen würde ja das Reh verjagen.

Stimmt, da würde ich Tape Dispenser Recht geben!

Zitat:
Der Vater stellt ihm auch die Zieloptik ein. Ich kenne mich da zwar nicht aus, aber ich denke, dass muss jeder für sich selber einstellen.

Ich bin auch kein Waffenexperte, glaube aber auch, dass das nicht klappt. Stelle mir das wie bei einem Fernglas vor, da weiß auch nur ich, wann es scharf ist...

Zitat:
Die Umarmung am Schluss passt nicht zu dem Bild, das du vom Vater gezeigt hast. Das er stolz ist, ja, aber die Umarmung kommt mir für ihn unpassend vor.

Hier würde ich widersprechen. Gerade der abrupte Wechsel zwischen Zuneigung und Ablehnung ist es, was Kinder häufig an ihre misshandelnden Eltern bindet. Das Verhalten des Vaters, erst Schläge dann umarmen, halte ich also für durchaus realistisch und passend.

lg und gute Nacht
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Violet_Pixie
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BeitragVerfasst am: 05.09.2015 00:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret,

Ich finde den Prolog durchaus lesenswert. Allerdings könntest du meines Erachtens mehr Spannung erzeugen, wenn du ihn streichst und stattdessen Rückblenden einbaust. So hat der Leser die Chance noch darüber zu grübeln, warum James sich so entwickelt hat oder wieso etwas passiert. (Was auch immer das in deiner Geschichte sein mag)

Was du unbedingt überprüfen solltest, ist die Zeichensetzung. Zum Beispiel brauchst du keine Leerzeichen nach oder vor Anführungszeichen setzen. Und das Komma darfst du auch nicht vergessen.

»Siehst du es?«, fragte sein Vater in einem kaum hörbaren Flüsterton.

Auch nach Wortwiederholungen und Füllwörtern solltest du Ausschau halten.

Ich habe mal die ersten paar Zeilen gekennzeichnet, vielleicht hilft es dir ja Cool

LG
Violet

Gebannt beobachtete der Junge, wie der Käfer in seinem dunkelen schillernden Panzer, mit seinen kleinen dünnen Beinen über das morsche Holz des Baumstamms krabbelte. Plötzlich kam ein zweiter Käfer, ebenso schwarz, aber größer und mit weißen Sprenkel auf dem Panzer, aus einem Loch herausgekrochen und stellte sich den dem Anderen in den Weg.
Wie ein Gangster und ein Cowboy, die sich zu einem Duell aufeinander trafen treffen, standen die beiden sich einen Moment reglos gegenüber, dachte der Junge und hielt unbemerkt vor AnSpannung den Atem an. Der große weiße gesprenkelte war der Böse, der sich auf seinen Käfer, den guten Cowboy stürzte.
Einen Augenblick lang wollte der Junge  eingreifen, doch es wäre nicht fair gewesen. Also beobachtete er den Kampf, während er in seinem Kopf den Cowboy anfeuerte. Dumpf hörte er im Hintergrund die Stimme seines Vaters, doch er hörte nicht hin, beachtete sie nicht. Zu sehr packte ihn der Kampf. Es war ein Fehler, seinen Vater zu ignorieren, dass wusste er.
Ein gleißender Schmerz explodierte, als ihn die Ohrfeige traf. Das Blut schoss in seinem Kopf Gesicht. und färbte ihn rot das kann er nicht wissen, aber er schrie nicht. Schreien hätte seinen Vater nur noch mehr verärgert.
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 05.09.2015 07:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Okay. da hat sich ja über Nacht einiges angesammelt an Fragen und an Kritik :

Zitat:
Der Vater ohrfeigt ihn am Anfang. Unlogisch: das Klatschen würde ja das Reh verjagen.

Das habe ich gar nicht bedacht. Wobei so ein klatschen relativ leise ist, wenn es nur das weiche Ohr trifft.
Zitat:
Der Vater stellt ihm auch die Zieloptik ein. Ich kenne mich da zwar nicht aus, aber ich denke, dass muss jeder für sich selber einstellen.

Es geht darum, dass je nach wie weit entfernt das Ziel entfernt ist, man die Höhe mithilfe eines kleines Rädchens an der Seite einstellen muss. Bei größeren Entfernungen auch noch das Visier nach links oder rechts verstellen, je nach woher der Wind dreht. Das ist recht universell, sofern die Zieloptik richtig montiert und kalibriert ist, und es gibt dafür sogar Tabellen. So etwas stelle ich mir jedoch etwas zu kompliziert für ein Kind vor, da man dabei auch die Entfernung richtig einschätzen muss, weshalb der Vater das einfach übernimmt.
Was man für sich selber einstellen muss ist gegebenenfalls die Schärfe, genauso wie bei einem normalen Fernrohr.
Zitat:

Die Umarmung am Schluss passt nicht zu dem Bild, das du vom Vater gezeigt hast. Das er stolz ist, ja, aber die Umarmung kommt mir für ihn unpassend vor. Vielleicht sehen das aber die anderen anders.

Es ist auch eher unpassend zu ihn, aber für einen kurzen Moment lässt er sich von seinem Stolz übermannen, wofür er sich aber fast noch im selben Moment schämt. Er ist nicht einfach daraus seinen Sohn zu Quälen, er will ihm im Gegenteil zu einen abgehärteten Kerl erziehen, auch wenn er eine etwas verstörende Vorstellung davon hat. Hinzu kommt, dass er ein Mann ist, der versucht nie Gefühle zu zeigen, weil diese als eine  Schwäche sieht. Vielleicht muss ich, dass noch ausbauen.
Zitat:

1. Ich finde die Geschichte, brutaler Vater zwingt kleinen Jungen zum töten, ein bisschen abgegriffen und vorhersehbar.

Ist ja nur die Hintergrundgeschichte zum Hauptplot.
Wobei du irgendwie Recht hast.

@Violet :
Danke für die Korrektur das Anfangs Very Happy
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Uibui
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BeitragVerfasst am: 05.09.2015 13:38    Titel: Antworten mit Zitat

Servus Leveret Pale!

Nur ein paar Sachen, die mir aufgefallen sind:

Zitat:
in seinem dunklen schillernden Panzer, mit seinen kleinen dünnen Beinen


Klingt nicht so schön, finde ich.

Zitat:
Sein feuchter Zeigefinger glitt auf den Aufzug hinunter


Muss das nicht "Abzug" heißen?

Zitat:
Mit nur leicht zittrigen Händen nahm er das Fernglas


Viele Grüße

Uibui


_________________
It had flaws, but what does that matter when it comes to matters of the heart? We love what we love. Reason does not enter into it. In many ways, unwise love is the truest love. Anyone can love a thing because. That's as easy as putting a penny in your pocket. But to love something despite. To know the flaws and love them too. That is rare and pure and perfect.

Patrick Rothfuss
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 02.01.2016 20:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Text ist eigentlich gefühlt schon uralt, aber ich hab ihn ja in der Zwischenzeit mehrmals überarbeitet. Ich möchte ihn hier nur einmal der Vollständigkeit halber auf den neusten Stand bringen, auch wenn das Buch, in dem er drinsteht, mittlerweile veröffentlicht wurde. Also ich erwarte jetzt keine Kritik / Kommentare mehr, will bloß den Text einfach nur nicht so schlecht da stehen lassen. ( Wobei die verbesserte Version auch nîcht das gelbe vom Ei ist, aber das waren schließlich meine ersten Gehversuche im Schreibhandwerk).

Prolog zu Der Bunker

Der Junge beobachtete gebannt, wie ein dunkel schillernder Käfer mit kleinen, dünnen Beinen über den morschen Baumstamm krabbelte. Ein zweiter Käfer, ebenso schwarz, aber größer und mit weißen Sprenkeln auf dem Panzer, kam aus einem Loch herausgekrochen und versperrte dem schwarzen Käfer den Weg. Beide hielten inne und schienen sich gegenseitig abzuschätzen. Dann stürzten sie aufeinander.
Wie zwei Revolverhelden aus einem Western, die zu einem Duell aufeinandertraffen, dachte der Junge und hielt vor Spannung den Atem an. Der große Weiße war der böse Gangster, der sich auf den guten Cowboy stürzte.
Einen Augenblick lang wollte der Junge eingreifen, doch er hielt sich zurück, denn es wäre nicht fair gewesen, und so beobachtete er den Kampf, während er gedanklich den Cowboy anfeuerte. Die beiden Käfer rissen auseinander, umkreisten sich, um dann einen Moment später wiederaufeinanderzutreffen und sich mit ihren Kiefern und Füßen ineinander zu verhaken.
Dumpf hörte er im Hintergrund die Stimme seines Vaters. Er beachtete sie nicht, zu sehr fesselte ihn der Kampf. Es war ein Fehler, dass wusste er.
Ein gleißender Schmerz explodierte, als ihn die Ohrfeige traf. Das Blut schoss in sein Ohr, aber er schrie nicht. Schreien hätte seinen Vater nur noch mehr verärgert.
Sein Vater, der neben ihm in seiner Tarnkleidung hinter den Baumstamm lag, reichte ihm wortlos das Fernglas.
Mit zittrigen Händen nahm der Junge das Fernglas und sah in die Richtung, in die sein Vater zeigte. Es dauerte eine Weile, bis er es in der dunkler werdenden Dämmerung gefunden hatte.
Ein einsames Reh graste auf der Lichtung vor ihnen. Ein anmutiges und schönes Tier, fast noch ein Rehkitz. Die dunklen schwarzen Augen waren sorglos und er glaubte zu erkennen, wie sich der Brustkorb auf und ab bewegte.
»Siehst du es?«, fragte sein Vater in einem kaum hörbaren Flüsterton.
Der Junge nickte und senkte das Fernglas wieder. Nun konnte er es auch ohne Fernglas ausmachen, aber nicht mehr lange. Die Sonne war bereits hinter den Baumwipfeln untergegangen. Während er das Fernglas seinem Vater zurückreichte, warf er kurz einen verstohlenen Blick zu den Käfern. Sie waren verschwunden. Bevor er aber darüber betrübt werden konnte, legte sein Vater bereits das Gewehr neben ihm auf den Baumstamm. Davor hatte der Junge sich den ganzen Tag lang schon gefürchtet, es versucht zu vergessen, versucht sich abzulenken, aber es gab kein Entkommen.
»Töte es«, befahl sein Vater mit seiner wie immer seelenruhigen und eiskalten Stimme.
Das Herz des Jungen klopfte panisch in seiner Brust, wie jemand der lebendig begraben worden war und in einem Sarg wiedererwachte.
Der Junge schluckte und rutschte widerwillig zum Gewehr. Er presste den Gewehrkolben gegen seine kleine Schulter und fasste gerade noch so den Griff, wo sich der Abzug befand. Er drückte seine Backe gegen den Gewehrkolben und spähte durch das Zielfernrohr. Hörte das feine Klicken, als sein Vater es für ihn justierte.
Die Hand glitt zum Repetierverschluss und ließ mit einem metallischen Schnappen eine Patrone in die Kugelkammer gleiten. Unruhig suchte das Fadenkreuz die Lichtung ab.
Das Reh graste weiterhin ruhig vor sich hin, als er es fand. Einen Moment zögerte der Junge und wollte das Gewehr wegwerfen und weglaufen, so wie beim letzten Mal, aber die Bestrafung wäre dieses Mal noch fürchterlicher, als die Schläge und die zwei Tage ohne Nahrung, die er damals erleiden musste. Er seufzte kaum hörbar und atmete tief ein und wieder aus. Er konnte es schaffen. Sein großer Bruder hatte es schließlich auch geschafft. Er hielt die Luft an, damit sich das hin und her tänzelnde Fadenkreuz beruhigte und zielte auf das Schulterblatt.
Der feuchte Zeigefinger glitt auf den Abzug hinab.
Langsam drückte er durch, sodass der Schuss einen überraschte, wie ihm sein Vater immer wieder bei den Übungen eingebläut hatte, sonst verzog die Waffe.
Ein lauter Knall zertrümmerte die Stille, als der Rückstoß dem Jungen in die Schulter fuhr und der Gewehrkolben gegen den Kiefer schlug. Er kniff die Augen zusammen und atmete wieder ein. Bevor er sich wirklich bewusst werden konnte, dass er es getan hatte, riss ihn eine kräftige Hand in die Höhe und stellte ihn auf die Beine. Das Gewehr glitt ihm aus der Händen glitt und fiel zu Boden. Aus den Augenwinkel konnte er noch erkennen, wie das Reh zwischen den Bäumen verschwand.
»Du hast verfehlt, du Nichtnutz«, fauchte ihn sein Vater vor Wut dampfend an »Es ist verletzt. Los wir müssen den Spuren folgen, solange es noch hell genug ist«
Der Junge lief, so schnell er mit seinen dünnen, kurzen Beinen konnte, seinem Vater hinterher, welcher bereits wie ein Hund der Blutspur hinterher jagte.
Keuchend und strauchelnd folgte er, wie in Trance, durchs Dickicht, seinem Vater, der sich immer weiter entfernte und gelegentlich zwischen den Bäumen verschwand. Der Vollmond ging auf und die letzten Lichtstrahlen des Tages verschwanden. Die Angst sich in der Nacht in dem großen Wald zu verirren ließ ihn immer schneller laufen. Er konnte nicht sagen, wie weit er gelaufen war, aber als er seinem Vater eingeholt hatte, kreisten schwarze Flecken in seinem Sichtfeld und er fühlte sich, als ob er sich gleich übergeben müsste.
Seine kleine Lunge war wie eine zusammengeknüllte Mülltüte. Taumelnd und nach Luft schnappend kämpfte er sich weiter. Sein Vater stand über dem Reh, welches in einer Blutlache lag.
»Es lebt noch«, sagte der Vater und wandte sich zu seinem Sohn. »Weißt du, was das bedeutet?«
Der Sohn starrte ihn verängstigt an und zeigte auf dem Revolver an dem Gürtel seines Vaters, den man verwendete um verwundeten Tieren mit einem Fangschuss zu erlösen.
»Ich muss es damit erschießen? «, fragte er unsicher. Sein Vater blickte zu dem Revolver hinab und griff mit der Hand danach, hielt jedoch auf halben Weg inne. Ein Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit. Vater lächelte selten - und wenn er es doch tat, bedeutete es selten etwas Gutes. Er fuhr mit der Hand auf die andere Seite seiner Hüfte und zog ein Messer.
»Selbst wenn du das Herz mit einer Schusswaffe verfehlst, wirst selbst du es wohl kaum mit einem Messer verfehlen. Schneide es raus und bring es mir.«
Er streckte es seinem Sohn entgegen. Mit großen Augen betrachtete der Junge die, im Mondlicht glänzende, Klinge. Sie erinnerte ihn an das Geräusch, welches er jeden Abend vorm Einschlafen hörte, wenn Vater seine Messer wetzte. Zing. Zing. Zing.
Kalt lief es ihm das Rückenmark runter, als er langsam seine Hand ausstreckte und um den Griff schloss. Das Messer lag schwer in seiner Faust. Einen Moment lang hielt er inne, um zu verschnaufen, jedoch nicht zu lange, als dass er darüber nachdenken könnte, was er gerade tat. Er wandte sich ab und schritt, mit dem Blick seines Vaters im Nacken, auf das sterbende Tier zu. Das Reh röhrte leise und der Brustkorb hob und senkte sich nur noch schwach. Blut strömte aus einer klaffenden Wunde am Bauch. Er kniete sich davor hin. Es strampelte nur kurz mit den Beinen und versuchte mit letzter Kraft sich aufzurichten. Vergeblich. Das Messer durchtrennte die Luftröhre des Tieres. Es blutete innerhalb von Sekunden vollständig aus und heißes, dampfendes Blut strömt über den Arm des Jungen. Seine Kleidung saugte sich damit voll. Das Blut glänzte schwarz im Mondlicht, wie Obsidian. Der Junge fühlte sich leer, ja hohl, sämtliche Gefühle waren irgendwo tief unten in den finsteren Verliesen seiner Seele eingesperrt. Er ließ sie nicht raus und in sein Bewusstsein vordringen. Wie eine Maschine führte er seinen Auftrag aus. Ohne Leidenschaft und ohne Furcht. Er rammte mit aller Kraft, die er aufbringen konnte, die scharfe Klinge in den Brustkorb. Sie glitt durch das Fleisch und Sehnen wie durch warme Butter; bloß dass selbst die wärmste und ranzigste Butter nicht so bestialisch nach Blut, Erde und Eingeweiden stank, wenn man sie zerschnitt. Er arbeitete sich mühsam mit der Klinge durch das Fleisch und aus allen seinen Poren strömte Schweiß und vermischte sich mit dem Blut auf seinen Armen.
Es war fast zu dunkel um die Einzelheiten zu erkennen, doch er hatte eine ungefähre Ahnung, wo er hin musste. Schließlich hatte man ihn oft genug gezwungen zuzusehen, wenn sein Vater in seinem Schlachthaus die Tiere ausnahm, um sie später auszustopfen oder anderweitig zu präparieren.  
Die Klinge erreichte das Herz und zerriss das Gewebe drum herum, zerrte daran.
Das Herz war glitschig, rutschte dem Jungen dauernd aus seiner viel zu kleinen Hand. Er legte das Messer ab und packte mit aller Kraft zu. Er krallte sich mit beiden Händen fest, sodass er das Fleisch unter seinen Fingernägeln spürte, und zog daran.
Muskelfasern spannten sich und zerrissen mit einem ekelhaften ratschenden Geräusch. Mit einem Aufschrei der Erleichterung und der Wut, die aus ihm herausquoll, riss er das Herz heraus und hob es für einen Augenblick hinauf zum Sternenhimmel, als ob er es heidnischen Göttern opfern wollte.
Blut tropfte hinab auf das ausdruckslose Gesicht.
Das Herz war schwer und viel größer als seine beiden Hände zusammen. Die Arme des Jungen zitterten, als er es hinab nahm und sich umdrehte, um es seinem Vater zu überreichen. Stattdessen überraschte ihn eine Umarmung. Sein Vater drückte ihn an seine Brust, sodass das Herz zwischen ihnen zusammengedrückt wurde. Warmes Blut floss an seinem Bauch hinab.
»Ich bin stolz auf dich, James«, sagte sein Vater.
Er klang glücklich. Für einen Moment schien er nicht mehr der eiskalte und gewaltbesessene Geschäftsmann zu sein, der er sonst war. Es war das erste und letzte Mal, in James Leben, dass sein Vater so etwas zu ihm gesagt hatte, oder gar Zuneigung zeigte. Das erste und letzte Mal, dass ihn sein Vater umarmte. Vielleicht hätte James vor Freude weinen sollen, vielleicht hätte er irgendetwas fühlen oder sagen sollen. Aber er war leer. Seine Seele war ein riesiges, leeres schwarzes Loch, in dem in dem das einzige Licht ein kleines, glühendes Stück Hass war.
Genauso plötzlich, wie sein Vater ihn umarmt hatte, löste er sich wieder von ihm. Ein Faustschlag traf James ins Gesicht und er schwankte kurz, wie ein junger Baum im Wind, blieb jedoch stehen. Der Schlag war schwach gewesen, stellte er fest.
»Wenn du irgendjemanden davon erzählst, töte ich dich«, bellte sein Vater, das Gesicht rot vor Scham und Wut.
An dem Tag beschloss James seinen Vater zu töten, nicht sofort, Nein, vielleicht erst in ein paar Jahren, vielleicht in ein paar Jahrzehnten. Ein Jahrzehnt würde sicherlich noch vergehen, bis er ansatzweise so stark war wie sein Vater.
Schließlich ging der kleine James ja noch nicht einmal zur Schule. Er war noch zu klein und zu schwach. Aber er konnte warten. Seine Zeit würde kommen. Er grinste in der Finsternis, während er seinem Vater durchs Dickicht nach Hause folgte. Das Herz hielt er noch immer in seiner Hand umklammert. »Wir legen es in Ethanol ein«, sagte Vater. »Zur Erinnerung an diesen großartigen Tag«
Hinter ihnen heulten die Wölfe, die sich bald auf den zurückgelassenen Kadaver stürzen würden.
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