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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Kunstsprache für Fantasyroman


 
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Leveret Pale
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 20
Beiträge: 751
Wohnort: Jenseits der Berge des Wahnsinns


BeitragVerfasst am: 19.12.2015 12:35    Titel: Kunstsprache für Fantasyroman eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

Ich bin gerade dabei eine Kunstsprache für meine Fantasysaga zu enwickeln und habe bereits einige dutzend Vokabeln und gramamtikalische Regeln aufgestellt und damit in einer Szene, die in einer Kapelle spielt, die Gebete einzuleiten.
Meine Frage wäre, wie die Sprache auf euch wirkt und ob sie sich "echt" anfühlt. Des Weiteren wäre es für mich interessant zu wissen, ob ihr selber Erfahrung mit der Erschaffung von Kunstsprachen habt und was ihr von solchen Kunstsprachen in Romanen haltet. findet ihr sie interessant? Fallen sie euch auf oder überfliegt ihr sie lediglich?

Text in der Kunstsprache:

Oh, Krahk`Eptae, Eptaenim, proyetase syyls moonk se Aldahmi`Vaenae, `Vaenyr, y proyetase syyls moonk se Graktisae y Despaytae.
Ampravetase moonyls syki Tanyaeas y `Aryae, tyga moonki `Tynmae dar, nik septatas moonk vek Myrae y vek Tanvirae.
Sy moonk lavatas, Eptaenim.
  

Wörtliche Übersetzung ins Deutsche:
Oh, Herr der Schöpfung, Schöpfender, beschützen dumögest uns vor Götter der Finsternis, der Finsterlebendig, und beschützen dumögest uns vor Furcht und Verzweiflung.
 Annehmen wirmögen dein Wille und der Tod, wenn unsere der Zeit ist, aber du stärkst uns zum Leben und zum Wachsen.
Du uns hörst, Schöpfender


Freiere Übersetzung ins Deutsche:

Oh, Herr der Schöpfung, Schöpfer, mögest du uns bewahren vor den Göttern der Finsternis, den Vaenyr, und mögest du uns bewahren vor Furcht und Verzweiflung.
Wir mögen deinen Willen annehmen und den Tod, wenn unsere Zeit gekommen ist, doch bis dahin stärke uns zum Leben und zum Gedeihen.
Erhöre uns, Schöpfer


LG Leveret

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Kolliy
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 22
Beiträge: 125
Wohnort: Region Hannover


BeitragVerfasst am: 19.12.2015 14:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hey
Ich würde es überfliegen und, solange es nicht unfassbar wichtig ist für die Geschichte ist, mich auch nicht weiter damit beschäftigen.
Allerdings muss man dazu sagen, dass ich Sprachen allgemein nicht mag. Mein Englisch ist grausig. lol2
Für Sprachenthusiasten sieht das wahrscheinlich anders aus.
LG Kolliy
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Maddalena
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 31
Wohnort: Hier und da


BeitragVerfasst am: 19.12.2015 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret,

Wow, also zunächst einmal finde ich es Großartig was du da zusammengestellt hast. Ist bestimmt nicht einfach eine Sprache einfach so zu erfunden (und dabei auch noch die Grammatik zu berücksichtigen!) Respekt! Daumen hoch²

Erfahrungen mit Kunstsprachen in Romanen habe ich nicht viele. Da kenne ich nur "Herr der Ringe" und die Elbensprache.
Aber ich denke, dass ich so etwas eher überspringen würde, vor allem wenn es sich um ganze Sätze handelt und die Wörter schwer auszusprechen sind. Kommt aber auch darauf an wie wichtig dieser Textauszug für den Roman ist und ob Teile davon öfter vorkommen. Einzelne Wörter mit einer besonderen Bedeutung würde ich schon eher aufmerksam lesen und mir vielleicht auch merken.

Grüße,
Maddalena


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Am Anfang begleiten uns fremde Märchen.
Erst später erzählen wir die eigenen.
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Leveret Pale
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 20
Beiträge: 751
Wohnort: Jenseits der Berge des Wahnsinns


BeitragVerfasst am: 19.12.2015 15:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Kolliy
Danke für deinen Beitrag. Wie ichs mir gedacht habe wird so etwas wahrscheinlich von den meisten nicht so genau betrachtet, aber ich werde es trotzdem machen. Dadurch wird die Welt wahrscheinlich glaubwürdiger.

@Maddalena
Danke für dein Lob Very Happy
Die Sprache kommt in dem Roman öfters vor, aber meist nur als einzelne Worte oder Wortkombinationen. Die Stelle in der Kapelle ist bis jetzt die einzige wo ganze Sätze vorkommen, aber vielleicht werde ich das in späteren Romanen ( hab vor mehrere in dieser Fantasywelt zu schreiben ) noch gebrauchen können. Es macht mir aber auch so unglaublich Spaß die Sprache zu erschaffen. Ist mal eine komplett andere Sache und ich kann da meine Fremdsprachenkenntnisse wunderbare einsetzen, um eine eigene Grammatik zu entwickeln.
Hier mal ein Einblick in meinen Entwurf :

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Maddalena
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 31
Wohnort: Hier und da


BeitragVerfasst am: 19.12.2015 16:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret,

oh, sehr interessant! Danke für diesen Einblick in deinen Entwurf.
Also wenn diese Sprache vor allem als Worte oder Wortkombinationen vorkommt, dann finde ich das völlig in Ordnung. Du musst immer aufpassen den Leser nicht zu überfordern!
Aber gut eingesetzt wird eine eigene Sprache die Welt, Menschen und Handlungen auf jeden Fall lebendiger gestalten.
Viel Erfolg damit! wink


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ink_in_mind
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 854
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 19.12.2015 16:28    Titel: Antworten mit Zitat

Eine sehr hartklingende Sprache. Vor meinem inneren Auge höre ich einen Hexenmeister sprechen, der gerade dabei ist, aus einem verbotenen Wälzer zu zitieren; oder auch einen Ork, der Kriegsratsitzung hält.

Da ich persönlich ein Freund von sehr 'harten' Sprachen bin (Russisch ist mein absoluter Favorit), sagt mir dein Textauszug sehr zu.

Mich würden natürlich die Wesenszüge/Merkmale deines Volkes interessieren. Zartbesaitet sollte es nicht sein - das würde partout nicht passen.

LG
AC


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“If you pay attention to your inner life, you will see that the emergence of choices, efforts, and intentions is a fundamentally mysterious process."
― Sam Harris

"Did you ever see a cloud that was misshapen?"
― Alan Watts
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Leveret Pale
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 20
Beiträge: 751
Wohnort: Jenseits der Berge des Wahnsinns


BeitragVerfasst am: 19.12.2015 16:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Ashcloud
Die alte Sprache ( vielleicht fällt mir noch ein kreativerer Name ein ) ist in meiner Fantasywelt so etwas ähnliches wie Latein in unserer Welt es im Mittelalter war, wenn auch nicht so sehr verbreitet. Sie ist vor allem die Sprache von Gelehrten, die sich mit verbotenen Schriften über die Magie beschäftigen, und der Priester, also ist dein Hexenmeisterbild sogar ziemlich treffend.
Statt auf ein altes Volk ( Rom in unserer Welt) geht diese Sprache aber ursprünglich auf die Götter zurück, welche unter anderem die Menschheit erschufen und versklavten, bevor sie sich gegenseitig auslöschten. Ich hab die Sprache bewusst etwas härter gestaltet, weil das zu den mächtigen und grausamen Göttern passt. Zu dieser  Mythologie hab ich schon mal eine Art Essay verfasst und in die Werkstatt gestellt. Das kannst du hier finden.

@Maddalena
Das mit dem Leser nicht überfordern behalte ich im Hinterkopf, aber ich glaube kaum, das das ein Thema wird, weil ich die Sprache nur sporadisch einsetze und meist sofort auf Deutsch erkläre. Ist eher so ein Bonus um die Atmosphäre zu stärken.
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Stefanie
Dichter und Denker


Beiträge: 1077



BeitragVerfasst am: 20.12.2015 13:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es faszinierend, dass du eine komplett neue Sprache erfindest.
allerdings gehöre ich auch zu den Drüberlesern. Ich würde mir nicht die Mühe machen, die Sprache zu erlernen.
Allein dein kurzes Sprachbeispiel laut vorzulesen, ist schon anstrengend.

Sehr gut fände ich es, wenn du die Sprache nicht nur als nette Verzierung anbringst, sondern sie für die Handlung wichtig machst. Es könnte Missverständnisse durch falsche Übersetzungen geben oder Kommunikationsprobleme, weil die Protagonisten unterschiedliche Sprachen sprechen.
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Yaouoay
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 17
Beiträge: 247
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 05.03.2017 18:10    Titel: Thread-Reanimation Antworten mit Zitat

Hallo, Leveret Pale! smile extra
Nach einem guten Jahr bekommst du noch eine Antwort auf deinen außergewöhnlichen Thread - ich hoffe, dass das Thema für dich noch aktuell ist! smile

Ich habe mich als Hobbylinguist früh mit Sprache auseinandergesetzt. Mit zirka elf habe ich bereits eine Kunstsprache konstruiert, die sich in mancher Hinsicht vom Deutschen abhebt.
Nun schöpfe ich seit ziemlich genau einem Jahr bereits eine neue Kunstsprache immenser Komplexität und habe mich in dieser Zeit auch intensivst mit Sprache auseinandergesetzt.
Ich finde es schön, einen Gleichgesinnten zu finden, und hoffe, einen angenehmen Austausch mit dir zu bekommen. smile


Ich persönlich freue mich immer, wenn in einem Roman - in welcher Form auch immer - kreativ mit einer selbst ersonnenen Sprache gehandelt wird.
Meiner dahingehenden Empfindlichkeit ist es auch verschuldet, dass ich die Artemis-Fowl-Reihe abgebrochen habe, weil ich dieses gnomische Alphabet in höchstem Grade für anstößig empfand. (Was, rückblickend zugegeben, eine recht irrationale Reaktion ist - doch hat es mir mehr oder weniger den Fowl verdorben cry).
In der Thrawn-Trilogie (Star Wars) von Timothy Zahn kommt übrigens auch eine Kunstsprache vor. Es handelt sich um die Sprache des eher primitiven Volkes der Noghri.
In "Eragon" gibt es auch eine eigene Sprache, auch wenn ich mich mit dieser nicht sehr auseinandergesetzt habe.
Die berühmtesten Kunstsprachen von Literatur und Film sind, denke ich, die Na'vi-Sprache (Avatar), Klingonisch (Star-Trek) und Elbisch (Herr der Ringe).
Kommt in einem Buch eine solche Sprache vor, schaue ich mir das schon sehr eingehend an - je nach dem, wie lang die Textpassagen sind.


Zu deiner Sprache an sich:
Ich habe selbstverständlich keine genaue Vorstellung, wie viele Gedanken du dir gemacht hast, wie komplex sie ist und wie viele selbstständige Gedanken du dir gemacht hast.
Von der naheliegendsten Aussprache deiner Sprachprobe ausgehend, sage ich - selbstverständlich rein subjektiv! - dass ich sie tatsächlich nicht übermäßig ansprechend finde.
Den Interpretationen meiner Vorredner, sie klinge hart und düster, schließe ich mich an, wobei ich hinzufüge, dass sie mir nicht allzu sehr gefällt.
Aber vielleicht kannst du mich mit einer Audio-Datei vom Gegenteil überzeugen? Wink


Vielleicht interessiert dich auch meine Kunstsprache? Wenn nicht, werde ich dich immerhin nicht übermäßig vollgetextet haben, denn ich gebe dir vorerst nur einen kleinen Einblick.
Wenn du mehr wissen möchtest, kannst du das gerne sagen. smile
(Andere selbstverständlich auch; dies ist immernoch ein offener Thread wink .)
Ich gebe vielleicht auch einfach eine Sprachprobe wie du:

ulqɑuttä͡e’gɑl̊‘ä̇ɭqë’mällára ) ɑn‘ɑ͡en̊n̊ën
tɔ̀ntɑ‘gɑl̊‘tïlmin‘d̊ɑiȸȸîntɑ ) ɑr‘tr̀ɔ̀kkɑr
kɑt̊t̊ȁl̆ţɑ‘gɑl̊‘ɑittïlläilqîntɑ
ɑ̀t̊t̊ë‘gɑl̊‘nɑrtr̀ɑ͡iȸȸint ) ɑ̇nnol’nɑrtrón’din [es gibt kein Wort für "Thron", deshalb habe ich das Wort einfach so übernommen: "trón"]
)) ɑr‘mɔ́rdɔr ) ɑrë̇nɑ’lo͡uʍȹɑ |
ɑ̀t̊‘úlqɑut – gɔr‘tr̀ɑ͝iddjënëttɑ͡uttën
-tr̀ɑ̇lqɑnëttautţúqën
-gɔ̇r‘d̊il̆ʀäijɑnëttɑ͡uttën
) ɑ͝en ( gɔ̇män‘kil̆ʀä͡ijɑ ) nɑn’lo͡ummën
)) ɑr‘mɔ́rdɔr ) ɑrë̇nɑ’lo͡uʍȹɑ

[uwauˈtɛ͡e.ga͡wˌɛlwə.mɛlˈaːɾa.anˈa͡en̪in
ˈtɔnta.ga͡w.ˌtilmin.d̪a͡iˈd̼inta.aɾ.ˈtxɔkaɾ
kat̪ˈɛ͡jt͡ça.ga͡w.aitˌilɛ͡iqˈinta
ˈat̪ə.ga͡w.naɾˈtxa͡id̼int.ˌanʊl.naɾˈtɾonin]
[Das nochmal ins IPA abzutippen, ist sehr aufwendig; deshalb nur die ersten vier Verse - ich hoffe, du kannst was mit dem IPA anfangen ...]

Ring.drei’für’Elb’Könige ) bei’Sternenhimmel
sieben’für’Zwerg’Herrscher ) in’Steinreich
neun’für’sterben.Könnende
einer’für’dunkel.Herrscher ) auf’dunkel.Thron’sein(Poss.)
)) in’Mordor ) wo.sind’Schatten |
ein’Ring – sehr’brutal.beherrschen.soll.sie(Gegenstände)
-finden.soll.sie(Gegenstände).alle
-sehr’herbringen.soll.sie(Gegenstände)
) und ( meist’fesseln ) in’Dunkeln
)) in’Mordor ) wo.sind’Schatten

Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,
Einer dem Dunklen Herrscher auf dunklem Thron
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
[J. R. R. Tolkien, Der Herr der Ringe; Die Gefährten; Seite 7, Ausgabe von 1989, Klett-Cotta-Verlag ... hoffe das reicht als Quelle? Embarassed ]

Ich habe letztens angefangen, den Herrn der Ringe in meine Kunstsprache zu übersetzen; da Tolkien mein Idol ist und ich von ihm die meiste Motivation hatte, selbst eine Sprache zu konstruieren.
Mehr Details sind, wie gesagt, vorerst noch nicht gegeben, da es erstens sehr viele sind und zweitens nicht unbedingt gesagt ist, dass es dich interessiert.
(Hoffe, ich habe mir die Mühe nicht umsonst gemacht, hier zu antworten ... Embarassed )


Ich würde mich auch freuen, noch mehr über deine Sprache zu erfahren ...
- wichtigste Merkmale
- Besonderheiten
- Aspekte, die dir besonders gelungen sind und auf die du stolz bist Wink
- historischer Hintergrund
- wie tiefgehend und komplex sie (bereits?) ist
- was dir noch so einfällt smile


Ich selber habe auch noch eine Frage an alle:
In welcher Form hättet ihr gerne Aussprache-, Bedeutungs- und sonstige Spracherläuterungen in einem Buch?
Als Fußnote?
Im Anhang?
In Klammern?
Im Text eingebaut?
...
Würde mich mal interessieren. Auch, weil ich selber Plane, Kunstsprachen in künftige Romane einfließen zu lassen.

Liebe Grüße und vielen Dank für eure Antworten im Voraus
Yaouoay


_________________
In Liebe – das Leben
(Erzählung)
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Leveret Pale
Geschlecht:männlichAutor

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Beiträge: 751
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BeitragVerfasst am: 05.03.2017 19:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zu dem Thema; kennst du schon dieses Video von TED-Ed?:
https://youtu.be/a5mZ0R3h8m0

Zitat:
In der Thrawn-Trilogie (Star Wars) von Timothy Zahn kommt übrigens auch eine Kunstsprache vor. Es handelt sich um die Sprache des eher primitiven Volkes der Noghri.
 

Die Romanreihe und die Sprache kenne ich sogar, die habe ich irgendwann vor fünf, sechs Jahren oder so gelesen Laughing



Um ehrlich zu sein, ich weiß nichtmal, wie ich deine Sprache lesen soll. rotwerd Aber vielleicht stellt sie mein Browser auch fehlerhaft dar:

Wahrscheinlich aber nicht, oder lol  Tut mir leid, ich bin leider mit der IPA nur oberflächlich vertraut. Ich muss dir Respekt zollen. Deine Sprache ist anscheinend sehr komplex und durchdacht und du hast dich mit allen wichtigen Grundlagen vertraut gemacht (im Gegensatz zu mir, der einfach eine Sprache sich zweckmäßig zusammengezimmert hat, ohne die Intention jemals eine wirklich funktionierende Sprache zu erschaffen). Allerdings wirkt das ganz doch etwas zu überambitioniert für mich. Könntest du vielleicht eine Audiodatei o.ä. zur Verfügung stellen, damit ich eine Ahnung bekomme, wie man das alles ausspricht?

Zitat:

Ich würde mich auch freuen, noch mehr über deine Sprache zu erfahren ...
- wichtigste Merkmale
- Besonderheiten
- Aspekte, die dir besonders gelungen sind und auf die du stolz bist Wink
- historischer Hintergrund
- wie tiefgehend und komplex sie (bereits?) ist
- was dir noch so einfällt smile


- Sie wird kaum noch gesprochen, sondern hat einen ähnlichen Status wie Latein im europäischen Mittelalter. Sie war die Sprache der Götter/Gottkönige, die die Menschheit vor den Großen Kriegen unterdrückten. Abgesehen von Priestern, Gelehrten und einigen archaischen Stämmen in den Ryphyneen (Gebirge) spricht sie niemand und sie wird eher, wie alles was mit den Göttern zutun hat, vom gemeinem Volk verachtet. (Hier mal eine Karte zu meiner Fantasywelt: https://www.dropbox.com/s/8fcmvnz760uzs4u/malestur.jpg?dl=0 Auf meiner Webseite gibts noch Artworks usw. Vielleicht stelle ich mal die Sprache auch rein.)
Ich habe um ehrlich zu sein aufgehört groß an der Fantasywelt zu arbeiten, zu der ich die Sprache entwickelt habe und damit auch an der Sprache an sich. Ich habe sie nicht sehr weit entwickelt. Es gibt paar Texte, ein Grammatik, die eine primitive Vergangenheit, Präsens und Futur umfasst und entsprechende Konjugationen und Deklinationen von vielleicht dreihundert Vokabeln. Aber der zweite und wahrscheinlich letzte Band der Elirum-Saga erscheint in paar Wochen und danach werde ich voraussichtlich die Sache nicht weiter verfolgen, abgesehen von einer Novelle, die in dem Universum noch angesiedelt ist und großen Gebrauch von der Sprachen macht. Meine Faszination für Fantasy ist weitgehend erloschen und Horror, Surrealismus und Gegenwartsliteratur sind in das Zentrum meines literarischen Schaffens gerückt. Vielleicht in paar Jahren wieder. Momentan habe ich aber auch mit dem Abitur und den aktuellen Romanprojekten und Leserunden und so weiter so schon genug um die Schlappohren.
Als (Hobby-)Linguist würde ich mich selber nicht bezeichnen. Ich habe etwas herumgespielt, aber eine wirkliche Leidenschaft dafür konnte ich im Gegensatz zu dir nie entwickeln.
Ich spiele jetzt in meinen neueren Texten mit Slang, Alltagssprache, Hochsprache und Fremdsprache herum, baue mal etwas Japanisch oder Denglish / Anglizismen ein, eine zeitlang habe ich auch Arabisch gelernt usw. aber von vollwertigen Kunstsprachen habe ich mich entfernt. Echte Sprachen, genauso wie die echte Welt vs. Fantasy, faszinieren mich irgendwie mittlerweile deutlich mehr.

Zitat:
Ich selber habe auch noch eine Frage an alle:
In welcher Form hättet ihr gerne Aussprache-, Bedeutungs- und sonstige Spracherläuterungen in einem Buch?
Als Fußnote?
Im Anhang?
In Klammern?
Im Text eingebaut?
...
Würde mich mal interessieren. Auch, weil ich selber Plane, Kunstsprachen in künftige Romane einfließen zu lassen.

Meine Meinung dazu (kann auch falsch sein): Verwende die Kunstsprache sparsam und überfordere den Leser nicht damit. 99,99% der Leser haben keine Lust sich mit der Sprache intensiver auseianderzusetzen, schon gar nicht mitten im Lesefluss. Verwende sie optimalerweise so, das man sich als Leser alles aus dem Kontext erschließen kann - außer der Prota beherrscht die Sprache ebenfalls nicht. Anonsten würde ich alles in den Anhang tun. Klammern und Fußnoten in Romanen stören meist den Lesefluss, außer sie werden kreativ eingesetzt, um die Geschichte um eine metafiktive Ebene zu erweitern.

Zitat:

Mehr Details sind, wie gesagt, vorerst noch nicht gegeben, da es erstens sehr viele sind und zweitens nicht unbedingt gesagt ist, dass es dich interessiert.
(Hoffe, ich habe mir die Mühe nicht umsonst gemacht, hier zu antworten ... Embarassed )

Um ehrlich zu sein: Es interessiert mich nur so halb. Ich finde es faszinierend, was du zustande gebracht hast und ich finde die Sprache an sich sehr interessant... Ich tausche mich gern mit dir über das Thema aus, allerdings bin ich kein so passionierter Linguist wie du, als wahrscheinlich auch nicht der perfekte Ansprechpartner für soetwas. Aber umsonst war die Mühe definitiv nicht. Danke, dass du sie auf dich genommen hast.
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Corydoras
Geschlecht:weiblichAutor

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BeitragVerfasst am: 05.03.2017 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ich persönlich bin sowohl ein Fantasy- als auch ein Sprachenliebhaber, habe einige gelernt oder zumindest reingeschnuppert (meistens die nicht so ganz "alltäglichen").

Aber

Den Sinn hinter einer Kunstsprache verstehe ich nicht. Mit wem will man sich denn unterhalten? Selbst "globalere" Versuche mit Esperanto oder Volapük sind ja fehlgeschlagen, wozu also die Mühe für im Endeffekt nur sich selber?
Ich persönliche finde es auch überaus ermüdend, so etwas in Fantasybüchern zu sehen. Einzelne Wörter, ok, aber längere Passagen überspringe ich sofort. Was hab ich auch davon? Versteh ich ja nicht.
(Bevor jemand fragt - ja, natürlich auch im Herr der Ringe)

Im Endeffekt scheint es mir auch wiederum so etwas zu sein - Tolkien hat es gemacht, also müssen das jetzt alle anderen auch nachmachen. (Siehe: Fantasybücher in Trilogien unterteilen, Elben und Zwerge als Gegenspieler, polytheistische Religionssysteme, etc, etc...)

Letztendlich ist Sprache etwas natürlich Gewachsenes, das einer Jahrtausende langen Evolution unterliegt. "Künstlich" so etwas zu erstellen ist doch immer halbgar.
(Andererseits bringt mich das grad auf eine GANZ andere Idee. Also danke Wink )


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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 05.03.2017 20:11    Titel: Antworten mit Zitat

Bei Tolkien war es ja zuerst die Sprache und dann erst die Geschichte, mit der ihre Entwicklung veranschaulicht und mit Leben erfüllt wurde. Das ist etwas anderes, als eine Geschichte zu konstruieren und die zusätzlich mit etwas Sprache, Kultur usw. aufzupeppen.

Er vertrat sogar die Ansicht, am Anfang hätten nicht die Geschichten gestanden und dann das Bedürfnis, eine Sprache zu schaffen, um diese Geschichten zu erzählen, sondern umgekehrt: Als die Sprache erfunden war, benutzte man sie auch, um nicht nur Alltägliches zu erzählen, sondern um "neue" Geschichten zu erbauen.
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Yaouoay
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Alter: 17
Beiträge: 247
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 05.03.2017 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

@Leveret Pale:
Zitat:
Um ehrlich zu sein, ich weiß nichtmal, wie ich deine Sprache lesen soll. rotwerd Aber vielleicht stellt sie mein Browser auch fehlerhaft dar

Nee, wird schon halbwegs richtig dargestellt. Laughing
Hier mal eine Version mit möglichst reduzierten Diakritika (zumeist Betonungszeichen):

ulqɑuttäe’gɑq‘äɭqë’mällara ) ɑn‘ɑennën
tɔntɑ‘gɑq‘tilmin‘dɑiȸȸintɑ ) ɑr’txɔkkɑr
kɑttäjtjɑ‘gɑq‘ɑittilläilqintɑ
ɑttë‘gɑq‘nɑrtxɑiȸȸint ) ɑnnol’nɑrtxon’din
)) ɑr‘mɔrdɔr ) ɑrënɑ’louʍȹɑ |
ɑt‘ulqɑut – gɔr‘txɑiddjënëttɑuttën
-txɑlqɑnëttauttjuqën
-gɔr‘dijʀäijɑnëttɑuttën
) ɑen ( gɔmän‘kijʀäijɑ ) nɑn’loummën
)) ɑr‘mɔrdɔr ) ɑrënɑ’louʍȹɑ

Das Wichtigste zur Aussprache: Das "q" wird wie das englische "wh" in z. B. "when" ausgesprochen. Das "r" ist ein Anschlag am Zahndamm (optional ein gerolltes R).

Zitat:
Ich muss dir Respekt zollen. Deine Sprache ist anscheinend sehr komplex und durchdacht und du hast dich mit allen wichtigen Grundlagen vertraut gemacht

Jaah … Ich habe eine angeborene Begeisterung für Sprache, Sprachgefühl und -verständnis. Da kommt sowas mal leicht zustande … wink

Zitat:
(im Gegensatz zu mir, der einfach eine Sprache sich zweckmäßig zusammengezimmert hat, ohne die Intention jemals eine wirklich funktionierende Sprache zu erschaffen)

Da die meisten Leute solche Passagen sowieso nur überfliegen, ist das in einem Buch wohl nicht so schlimm.
Aber mir als Perfektionist geht es so, dass es gar nicht die Option gibt, eine kleine Lücke zu lassen. Ist manchmal auch ein bisschen anstrengend … smile extra

Zitat:
Allerdings wirkt das ganz doch etwas zu überambitioniert für mich. Könntest du vielleicht eine Audiodatei o.ä. zur Verfügung stellen, damit ich eine Ahnung bekomme, wie man das alles ausspricht?

Hmmm … Wahrscheinlich bin ich einer der wenigen Menschen auf der Welt, die in diesem Grade eine Begeisterung für das Konstruieren komplexer bzw. komplizierter Sprachen haben.
Aber der Abschnitt wirkt wahrscheinlich auch ein wenig übertrieben, da er wirklich sehr diakritikalastig ist, was hauptsächlich von den Betonungszeichen kommt. Außerdem ist die Interpunktion auch wesentlich komplizierter als bei uns …
Mit der Audiodatei muss ich gucken: im Prinzip gerne, nur weiß ich nicht, ob ich das technisch auf die Reihe bekomme. smile

Zitat:
Ich habe um ehrlich zu sein aufgehört groß an der Fantasywelt zu arbeiten, zu der ich die Sprache entwickelt habe und damit auch an der Sprache an sich. Ich habe sie nicht sehr weit entwickelt. Es gibt paar Texte, ein Grammatik, die eine primitive Vergangenheit, Präsens und Futur umfasst und entsprechende Konjugationen und Deklinationen von vielleicht dreihundert Vokabeln.
[…]
Meine Faszination für Fantasy ist weitgehend erloschen […] Als (Hobby-)Linguist würde ich mich selber nicht bezeichnen. Ich habe etwas herumgespielt, aber eine wirkliche Leidenschaft dafür konnte ich im Gegensatz zu dir nie entwickeln.

Schade … cry
Ich hatte mich schon auf einen interessanten Austausch mit dir gefreut …
Es ist einfach leider so, dass es so wenige Menschen gibt, die sich so immens für Sprache (insbesondere für Kunstsprachen) interessieren; da ist es schwierig, jemanden zu finden, dem ich mein „Baby“ zeigen kann. sad
Aber fühl dich jetzt nicht unter Druck gesetzt; einen Lichtblick gibt es, denn meine Lateinnachhilfelehrerin (ist privater Unterricht, den sie (minderjährig) in ihrer Freizeit mir exklusiv anbietet) hat bereits reges Interesse bekundet ... Und heute sind wir beim Unterricht ein wenig in den Bereich Numeri meiner Kunstsprache abgerutscht. Laughing

Zitat:
Ich spiele jetzt in meinen neueren Texten mit Slang, Alltagssprache, Hochsprache und Fremdsprache herum, baue mal etwas Japanisch oder Denglish / Anglizismen ein, eine zeitlang habe ich auch Arabisch gelernt usw.

Ja, für meinen aktuellen Roman konstruiere ich auch einen Dialekt. smile

Zitat:
aber von vollwertigen Kunstsprachen habe ich mich entfernt.

Naja; fragen hat ja nichts gekostet … sad

Zitat:
Echte Sprachen, genauso wie die echte Welt vs. Fantasy, faszinieren mich irgendwie mittlerweile deutlich mehr.

Und das werfe ich dir keinesfalls vor!
Keiner meiner aktuellen Romane ist im Genre Fantasy oder Science-Fiction angesiedelt. Ich beschäftige mich einfach parallel dazu mit Sprache und konzipiere einen Fantasy-Zyklus.

Zitat:
Meine Meinung dazu (kann auch falsch sein): Verwende die Kunstsprache sparsam und überfordere den Leser nicht damit. 99,99% der Leser haben keine Lust sich mit der Sprache intensiver auseianderzusetzen, schon gar nicht mitten im Lesefluss. Verwende sie optimalerweise so, das man sich als Leser alles aus dem Kontext erschließen kann - außer der Prota beherrscht die Sprache ebenfalls nicht. Anonsten würde ich alles in den Anhang tun. Klammern und Fußnoten in Romanen stören meist den Lesefluss, außer sie werden kreativ eingesetzt, um die Geschichte um eine metafiktive Ebene zu erweitern.

Ja, das habe ich mir gedacht. Ich hätte es auch nicht im Fließtext gemacht; nur, wenn es passt.
Ich hatte mal mit zehn oder so einen kleinen Star-Wars-Fanfiction-Roman begonnen, wofür ich auch sehr rudimentäre Sprachen konzipiert hatte. Übersetzungen von Textpassagen habe ich in Fußnoten geschrieben.

Zitat:
Um ehrlich zu sein: Es interessiert mich nur so halb. Ich finde es faszinierend, was du zustande gebracht hast und ich finde die Sprache an sich sehr interessant... Ich tausche mich gern mit dir über das Thema aus, allerdings bin ich kein so passionierter Linguist wie du, als wahrscheinlich auch nicht der perfekte Ansprechpartner für soetwas. Aber umsonst war die Mühe definitiv nicht. Danke, dass du sie auf dich genommen hast.

Naja; wie gesagt ist die Dichte von solchen Enthusiasten sehr gering. Es ist sehr nett, dass du dir die Zeit genommen hast, so umfangreich zu antworten und es freut mich, dass du es faszinierend findest, was ich zustande gebracht habe. smile
Ich bin ja selber schuld, wenn ich mir ausgerechnet ein solch ungewöhnliches und selten praktiziertes Hobby aussuche; aber es hat sich einfach so ergeben … sad
Aber das mit der Audiodatei versuche ich auf jeden Fall. Wenigstens …


@Corydoras:
Danke erstmal, dass du einen neuen Standpunkt eingebracht hast; auch wenn ich ihn nicht zur Gänze teile. Wink
Vielleicht geben dir meine Antworten aber eine neue Sicht auf die Dinge … smile

Zitat:
Den Sinn hinter einer Kunstsprache verstehe ich nicht. Mit wem will man sich denn unterhalten? Selbst "globalere" Versuche mit Esperanto oder Volapük sind ja fehlgeschlagen, wozu also die Mühe für im Endeffekt nur sich selber?

Meine Hauptintention ist, dass es mir einfach unheimlich viel Spaß macht und es sehr befriedigend ist, weil man sich produktiv fühlt, wenn man es zustande bringt, Sätze aus dem Herrn der Ringe zu übersetzen.
Zu Weihnachten habe ich meiner Mutter ein Gedicht geschenkt, welches ich in meine Kunstsprache übersetzt und an Weihnachten auch vorgelesen habe. Sie hat sich sehr gefreut.

Zitat:
Ich persönliche finde es auch überaus ermüdend, so etwas in Fantasybüchern zu sehen. Einzelne Wörter, ok, aber längere Passagen überspringe ich sofort. Was hab ich auch davon? Versteh ich ja nicht.
(Bevor jemand fragt - ja, natürlich auch im Herr der Ringe)

Aber wenn du sie überspringst, warum stören sie dich dann? Andere interessiert es ja vielleicht; dann ist es doch nicht schlimm, wenn auch die Uninteressierten das vorgetischt bekommen, da sie es ja einfach ignorieren können.
Viele finden, eigene Sprachen machen die Fantasywelt realistischer und tiefgründiger. Längere Textpassagen sind dann einfach kleine Verzierungen. smile

Zitat:
Im Endeffekt scheint es mir auch wiederum so etwas zu sein - Tolkien hat es gemacht, also müssen das jetzt alle anderen auch nachmachen. (Siehe: Fantasybücher in Trilogien unterteilen, Elben und Zwerge als Gegenspieler, polytheistische Religionssysteme, etc, etc...)

Ja, Tolkien hat mich durchaus inspiriert. Aber ich mache ihm nicht nach. Ich mache es, weil es mir extrem viel Spaß macht. Dass ich es später in einen Fantasy-Zyklus einbauen kann, ist ein hübscher Nebeneffekt.

Zitat:
Letztendlich ist Sprache etwas natürlich Gewachsenes, das einer Jahrtausende langen Evolution unterliegt. "Künstlich" so etwas zu erstellen ist doch immer halbgar.

Natürlich ist eine Kunstsprache nicht gänzlich mit einer natürlichen gleichzusetzen. Aber man kann ja wenigstens versuchen, so nah ranzukommen wie möglich. Einfach als Herausforderung.
Und es ist ja auch nicht schlimm, wenn die Kunstsprache nicht ganz an die natürliche heranreicht; ihrem Zweck (oder auf jedem Fall meinem) dient sie ja dennoch; Spaß zu konstruieren zu machen.

@Willebroer:
Zitat:
Bei Tolkien war es ja zuerst die Sprache und dann erst die Geschichte, mit der ihre Entwicklung veranschaulicht und mit Leben erfüllt wurde. Das ist etwas anderes, als eine Geschichte zu konstruieren und die zusätzlich mit etwas Sprache, Kultur usw. aufzupeppen.

Ich mache es ebenfalls so, dass ich erstmal die Sprache konstruiere und dann den Roman schreibe und das Außenrum erfinde. Wobei es unausweichlich ist, sich wenigstens grundlegend eine Kultur, Umgebung und Geschichte zurechtzulegen, wenn man es ernst mit der Sprache meint. smile


Liebe Grüße und vielen Dank für eure Antworten
Yaouoay


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Corydoras
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BeitragVerfasst am: 05.03.2017 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

Yaouoay hat Folgendes geschrieben:
weil man sich produktiv fühlt, wenn man es zustande bringt, Sätze aus dem Herrn der Ringe zu übersetzen.


Das klingt für mich nicht produktiv, sondern nach verschwendeter Zeit für etwas, das objektiv betrachtet völlig irrelevant ist. (jaja, ich weiß, für dich nicht, aber für den Rest der Welt)

Zitat:
Aber wenn du sie überspringst, warum stören sie dich dann?


Es stört den Lesefluss massiv.

Zitat:
Viele finden, eigene Sprachen machen die Fantasywelt realistischer und tiefgründiger.


Mit welcher Begründung denn? Shocked

Zitat:

Zitat:
Bei Tolkien war es ja zuerst die Sprache und dann erst die Geschichte, mit der ihre Entwicklung veranschaulicht und mit Leben erfüllt wurde. Das ist etwas anderes, als eine Geschichte zu konstruieren und die zusätzlich mit etwas Sprache, Kultur usw. aufzupeppen.

Ich mache es ebenfalls so,


Also kopierst du Tolkien.

Nein, tut mir leid, du kannst es mir nicht verständlich machen. Macht aber auch nix. Gibt ja eh für alles im Leben verschiedene Herangehensweisen.


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Yaouoay
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BeitragVerfasst am: 05.03.2017 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das klingt für mich nicht produktiv, sondern nach verschwendeter Zeit für etwas, das objektiv betrachtet völlig irrelevant ist. (jaja, ich weiß, für dich nicht, aber für den Rest der Welt)


Es ist m. E. keine verschwendete Zeit, wenn man etwas macht, was einem Spaß macht; auch, wenn man dabei nicht übermäßig produktiv ist (was ich auch anders sehe).
Außerdem lerne ich dabei unheimlich viel über Sprache, Sprachentwicklung, Menschen und vieles mehr, was damit zusammenhängt. Lernen ist nun wirklich keine Zeitverschwendung! Confused


Zitat:
Zitat:
Viele finden, eigene Sprachen machen die Fantasywelt realistischer und tiefgründiger.

Mit welcher Begründung denn?


Muss es denn unbedingt eine Begründung geben? Es gibt einfach so ein Feeling ... Und man merkt dass der Autor sich (wahrscheinlich) viel Mühe gemacht hat und viel durchdacht hat.

Zitat:
Also kopierst du Tolkien.


Wie kommst du denn auf kopieren!?
Das klingt ja beinahe so wie ein Kleinkind (verzeih), das ruft: "ÄE! Du machst mich nach!" Wobei der andere nur auch ein solch schönes Bild malen wollte ...
Wenn man ein Vorbild hat und sich von ihm inspirieren lässt, kopiert man ihn doch nicht! Jeder muss sein Wissen doch aus einer Quelle schöpfen?
Kopiert man einen anderen, wenn er einem eine neue Weltanschauung gezeigt hat, die man plausibler findet? Und diese dann behält?
Kopiert man, wenn man Fantasy schreibt, weil es vor Tolkien kein solch ausgeprägtes Fantasy-Genre gegeben hat?
Kopiert man, wenn man klassische Musik präferiert und praktiziert, weil man sie schöner findet und Mozart- und Beethoven-Fan ist?

Zitat:
Nein, tut mir leid, du kannst es mir nicht verständlich machen.

Habe ich es dir ein wenig verständlicher gemacht? smile

LG~Y


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Yaouoay
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BeitragVerfasst am: 05.03.2017 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

Noch eine Ergänzung @Corydoras:
Wie verhält es sich denn für dich mit anderen Arten von Kunst?
Ist es mit ihnen nicht das Gleiche wie mit Kunstsprachen: Der Kreierende erfreut sich daran und mach anderer findet vielleicht auch gefallen daran. Aber wirklich objektiv produktiv ist es eigentlich nicht ...
Würde mich freuen, wenn du mir deinen Standpunkt noch einmal explizieren könntest, da ich ihn bisher für doch sehr oberflächlich und undurchdacht sehe (wobei ich eben nicht glaube, dass er dies ist ...).

LG~Y


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DarKro
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BeitragVerfasst am: 14.03.2017 00:58    Titel: ganz ehrlich Antworten mit Zitat

Ich zieh jedes mal meinen nicht-vorhandenen Hut vor Menschen wie dir die andere Sprachen in Büchern verwenden oder dieses ggf sogar selber entwerfen. Respekt.

Aber ich bin ein Lese-Mensch, wenn irgendwo was steht was für mich eh nicht von belang ist bzw es nichts ausschlaggebendes zur Story beiträgt, wird es nichtmal angesehen sondern gleich übersehen. Ich hab meist einfach keine Lust gefühlte Stunden damit zuzubringen mir zu überlegen wie der Autor wo die Betonung legen wollte...

Hoff ich konnts gut rüberbringen. Grüßle
DarKro


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Yaouoay
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BeitragVerfasst am: 14.03.2017 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

DarKro hat Folgendes geschrieben:
Ich zieh jedes mal meinen nicht-vorhandenen Hut vor Menschen wie dir die andere Sprachen in Büchern verwenden oder dieses ggf sogar selber entwerfen. Respekt.

Dankesehr, DarKro. smile
Es ist, glaube ich, auch tatsächlich komplizierte als es klingt,
macht aber auch mehr Spaß, als manche Leute glauben.
Würde natürlich nicht jedem Spaß machen ... Wink

@Corydoras:
Ich will ja nicht drängen oder so, aber von deinem Standpunkt bin ich immer noch nicht ganz überzeugt.
Es klingt für mich so, als würdest du Kunst, die keinen allgemeinen Nutzen erfüllt, generell für Zeitverschwendung halten ...
Und ich bezweifle dass das stimmt. Confused

LG~Y


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Corydoras
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BeitragVerfasst am: 14.03.2017 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Yaouoay hat Folgendes geschrieben:

Ich will ja nicht drängen oder so, aber von deinem Standpunkt bin ich immer noch nicht ganz überzeugt.


Musst du ja auch nicht.


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Betze
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BeitragVerfasst am: 14.03.2017 15:47    Titel: Antworten mit Zitat

Yaouoay hat Folgendes geschrieben:
Noch eine Ergänzung @Corydoras:
Wie verhält es sich denn für dich mit anderen Arten von Kunst?
Ist es mit ihnen nicht das Gleiche wie mit Kunstsprachen: Der Kreierende erfreut sich daran und mach anderer findet vielleicht auch gefallen daran. Aber wirklich objektiv produktiv ist es eigentlich nicht ...
Würde mich freuen, wenn du mir deinen Standpunkt noch einmal explizieren könntest, da ich ihn bisher für doch sehr oberflächlich und undurchdacht sehe (wobei ich eben nicht glaube, dass er dies ist ...).

LG~Y

Ich klinke mich da einfach mal ein Rolling Eyes

Ich verstehe das so: Die Kunstsprachen werden hier im Kontext von Romanen etc. besprochen. Dabei ist eine eingebundene Kunstsprache nun erst mal - objektiv - nicht "hilfreich", denn ich kann den Text (und um den geht es in erster Linie) nicht verstehen.
Also kann man dies schon als hinderlich ansehen.

Natürlich kann man darin eine Art "Verzierung" sehen im Buch. Das Schaffen von Atmosphäre. Das muss aber nicht jeder so sehen. Ich persönlich mag es stellenweise - wobei: Für mich würde es dann genügen, wenn da irgendein Quatsch stehen würde, ohne Sinn dahinter. Eben halt nur als "Verzierung".

Eine Kunstsprache an sich - alleine betrachtet - mag für manche Leute etwas tolles sein, wie auch Ölgemälde für manch andere. Das ist augenscheinlich wahr. Wobei ich eine ausgedachte Sprache nun nicht als Kunstform wie Malerei und Musik betrachten würde. Es hat eher was mit "Arbeit", Logik und eben Sprachwissenschaft zu tun.

Ein Bild und ein Lied ist für jedermann direkt zugänglich, somit ist das Schaffen schon eher produktiv, da viele einen "Nutzen" draus ziehen. Mit einer Kunstsprache kann in erster Linie nur der Erschaffer etwas anfangen und ich denke - mit Ausnahme auf Tolkiens Beispiel - wird sonst niemand sich bemühen, diese zu verstehen. Ergo, objektiv ohne wirklichen Nutzen.
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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 14.03.2017 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin auch jemand, der Kunstsprachen in Büchern eher ungern sieht.
Nicht weil ich mich vor Innovationen scheue, oder die Arbeit des Autors dahinter nicht würdigen will. Vielmehr, weil ich damit nichts anfangen kann.

Ich liebe Sprachen, vor allem die Deutsche, ich liebe sprachliche Besonderheiten und Tücken und ich war selbst mal bei der Erschaffung einer Kunstsprache für ein RP-Projekt dabei - lesen will ichs trotzdem nicht ausführlich. Einfach weil ich weiß, dass ich keine Zeit habe, diese Sprache auch noch zu lernen, wo es doch auch etwas "Nützliches" wie Italienisch oder Isländisch sein könnte.

Hingegen mag ich es, wenn Begriffe einer Sprache fallen. Prägnante Worte, die Bedeutung transportieren. Dinge, die Leute sich tätowieren lassen. Ich kenne genau zwei elbische Begriffe, um beim "Gründer" der Kunstsprachen in Büchern zu bleiben: Zum einen "Freund", zum anderen "Abendstern". Da geht mir das kleine Herzchen auf, wenn ich solch sanften Flair bekomme, der sich vor allem durch das ganze Buch zieht.
Auch mein aktuelles MS besitzt eine "alte Sprache", allerdings zur Zierde. Und genau ein Wort davon wird wichtig sein; Shikhu - "Geist"

Ist eben persönliche Vorliebe. Klar gibts Leute, die elbisch lernen, aber die können meist nur mit sich selbst reden, oder zu Tolkien beten, auf elbisch. Ich erachte es einfach für wenig sinnvoll, zumindest für mich. Der Spaß, so etwas zu entwickeln, ist eine ganz andere Sache. Vielleicht Lieder in einer solchen Sprache zu bringen, auch.
Aber wenn mich jemand die ganze Zeit mit spanischen Dörfern belästigt (im übertragenen Sinne), bin ich raus, oder, wenn die Story packt, blätter ich solange weiter, bis der Plot zurückkehrt.

LG
Katze


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BeitragVerfasst am: 14.03.2017 18:39    Titel: Antworten mit Zitat

Jeder, wie er gerne mag, aber ich finde solche Kunstsprachen überflüssig. Kommt so etwas in einem Roman vor, überspringe ich den Teil einfach, weil ich nichts verstehe und das damit für mich nur leeres Geplapper ist. Kommt es öfters vor, ist das nervig, weil man jedes Mal aus dem Lesefluss gerissen wird. In einem Film mag es noch eine gewisse Atmosphäre aufbauen (oder auch nicht), in einem Buch - nö.
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