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Ein Engel nur für dich


 

 
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Plague Rat
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Alter: 30
Beiträge: 541
Wohnort: Im Asylum


BeitragVerfasst am: 23.11.2015 19:51    Titel: Ein Engel nur für dich eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hierbei handelt es sich um den Anfang einer Kurzgeschichte, an der ich gerade arbeite. Ich setze erst mal den Teil rein, weil der Umfang doch 12 Seiten beträgt.

„Glaubst du an Engel?“
Linda lies ihren Blick über das hell erleuchtete Firmament schweifen und genoss es, wie sich das weiche Gras zwischen ihren Zehen anfühlte.
Es war eine schwüle und windstille Nacht und obwohl es bereits weit nach zehn Uhr war, schwitze sie noch immer unter ihrer blauen Bluse.
Marco lag neben ihr und hielt mit sanftem Griff ihre Hand. „Wie kommst du jetzt darauf?“

Linda seufzte verträumt. „Ich sehe in den Himmel und denke mir, was wäre, wenn all die funkelnden Sterne dort oben die Scheinlichter von Engeln wären, die dort oben Leben und über die Erde wachen.“
„Stelle ich mir ziemlich langweilig vor ständig an Ort und Stelle zu bleiben.“ Marco machte sich keine Mühe seine Belustigung zu unterdrücken.
„Verspotte mich nicht, ich meine es ernst. Glaubst du an Engel?“
„Ich glaube nur daran, dass ich von dir noch nie so einen Kitsch gehört habe wie soeben. Lass das.“
„Du hast nur keine Fantasie.“ Trotzig löste Linda ihre Hand vom Griff ihres Freundes und rutsche ein wenig zur Seite, ihre Augen stetig auf das Sternenzelt gerichtet.
„Warum versuchst du nicht ein bisschen offener zu sein?“
„Was versuchst du damit jetzt zu erreichen, ich glaube einfach nicht daran.“
„Aber ich…. Und ich möchte so gerne einen Engel sehen.“
Marco lachte, dieses Mal lauter als zuvor und wischte sich dabei die verklebten Haarsträhnen aus dem Gesicht: „Du willst also einen Engel sehen, dann lass uns zur Kapelle gehen. Da haben sie paar schöne Bilder.“
„Du bist ein verdammtes Arschloch, weist du das?“, zischte Linda ihn an. „Du bist so ein Riesen…“. Sie hielt inne und sah Marco in die Augen. „Tut mir leid“, stotterte sie und ihr Zorn verflog ebenso schnell wie er eintrat.
„Ich möchte nur so gerne einen Engel haben“. Lindas Pupillen vergrößerten sich vor Erregung. Sie stürzte sich auf Marco und stieß ihn so fest zu Boden, dass er mit seinem Kopf aufschlug.
„Hey, nicht so wild“, keuchte er.
„Gib mir einen Engel“, hauchte sie in sein Ohr und streichelte dabei sein Haar.
Er schnaufte einmal tief durch, als sich ihre Zähne sachte ihn seinen Hals gruben.
„Wenn es dich glücklich machen würde, Liebling.“
„Es würde mich sehr glücklich machen.“
„Dann sollst du deinen Engel bekommen.“
„Das wäre so schön.“
Lindas Mund wanderte von Marcos Hals hinab zu seiner Brust. Er stöhnte vor Erregung, die die kreisenden Bewegungen ihrer feuchten Lippen in ihm hervor riefen.
„Ich liebe dich“, wisperte sie ihm mit vibrierender Stimme zu und sie ging weiter nach unten wo sie sich an seinem Reisverschluss zu schaffen machte.
„Ich liebe dich auch. Du sollst deinen Engel…“ begann er, bis Linda ihm einen Ausruf der Lust entlockte. Er schloss die Augen und genoss es, wie sie seine Nervenenden zu Rotieren brachte.
Was für eine verrückte Frau, dachte er sich. Aber sie weis wie es richtig geht.

In den folgenden Tagen brannte die Sonne genauso erbarmungslos vom Himmel herab, wie in den zwei Wochen zuvor. Jeden Tag fuhr Marco nach Arbeit in die Stadt, darüber sinnend, wie er Lindas Wunsch erfüllen konnte. Auch an diesem Tag war er wieder in der Stadt. Er saß vor einem kleinen Cafe in der Altstadt und trank einen Kaffee.
Was für ein verrücktes Weib, aber sie hatte Klasse und sah gar nicht mal so schlecht aus mit ihrem schulterlangen, brünetten Haar und ihrem schmalen Gesicht, das von ihren saphirblauen Augen gekrönt wurde.
Die beiden kannten sich jetzt seit fünf Monaten und Marco hatte schon oft erfahren, in welchen Formen sich ihre Launen zeigten. Er schmunzelte, als er sich an ihr erstes Treffen zurück erinnerte. Sie kamen vor einer billigen Eckkneipe ins Gespräch. Damals hatte er wohl nur ihre großen Titten im Blick, die sie in einem obszön freizügigen Dekoltee regelrecht anpries. Ansonsten erschien sie ihm wie eine weitere gewöhnliche Schlampe, die in der Stadt duzendfach rum liefen. Ihre wahren Qualitäten zeigte sie, als einer seiner Freunde sie versehentlich anrempelte und ihr die Zigarettenpackung aus der Hand schlug. Sieh schlug ihrerseits  daraufhin den verdutzten Mann zu Boden und trat so fest auf ihn ein, bis seine Nase nur noch ein roter Zimmerbrunnen war. Als sie mit ihm fertig war, ging sie auch Marco an und versuchte ihn mit einer Bierflasche nieder zu schlagen. Er packte sie an beiden Armen und konnte zum ersten Mal das energische Pulsieren in ihren Venen fühlen, den warmen Atem, der zwischen den Zähnen hervortrat, die sie präsentierte wie eine Wölfin, die sich für den Angriff bereit machte. Die meisten Menschen hätten die Frau daraufhin als verrückt abgestempelt. Er nicht.
Von Anfang an war er von ihrem Temperament fasziniert, das er bei keiner anderen Frau antraf. Marco wusste es selbst nicht mehr genau wie es dazu kam, aber bereits kurz darauf lies sie sich in einer Seitengasse von ihm im Schein des Vollmondes nehmen.
Seitdem führten sie diese ganz spezielle Beziehung die von so vielen Widersprüchlichkeiten begleitet wurden. So geschah es, dass sie in einem Moment dem Teufel persönlich in Gesicht schlagen konnte und im nächsten war sie schon wieder ergriffen von einer nahezu kindlich naiven Sensibilität.
Ein Engel für ein wunderbares Biest.
Tag und Tag überlegte sich Marco wie er dieser Frau diese Freude bereiten konnte und schließlich hatte er die Idee.
Oh, wie sie sich freuen wird. Ich werde mir so viel Mühe geben.
„Na, wo waren wir stehen geblieben.“
Es war die schlanke, blonde Frau, die er vor vier Tagen kennen lernte. Anna hieß sie. Sie war 24 Jahre alt und ihr glattes Gesicht makellos. Sie war perfekt. Sie trafen sich seitdem jeden Tag.
„Du wolltest mir ein bisschen von deinem Studium erzählen“, antwortete Marco ihr und nippte von seiner Tasse.
„Ja, mein Studium. Das ist so viel gerade, so viel zu machen. Prüfungen, Studienarbeiten und so. Ich muss bis nächste Woche noch meine Hausarbeit erledigen. Ich schreibe gerade über Vor- und Nachteile von Eurobonds….Entschuldigung, ich glaube, das interessiert dich nicht unbedingt, oder?“
„Nein, erzähl nur weiter.“ Marco versuchte so interessiert zu klingen, wie es möglich war. Wie sehr er von Menschen gelangweilt war, die den Tag damit verschwenden andere mit ihren völlig nichtigen Problemen zu langweilen. Er trug eine Sonnenbrille, sonst hätte sie vielleicht die Langeweile in seinem Blick erkannt und so stimmte er ihr nickend zu während die junge Dame ihren schier endlosen Monolog hielt.
Die Zeit verging im Flug, als die Glocke des Kirchturmes vier Uhr Nachmittag schlug.
„Schon so spät?“, stellte Anna fest. „Ich sollte mich vielleicht langsam auf den Weg machen.“
„Wie du meinst.“ Marco trank den Rest von seinem Kaffee. „Ich zahle. Wollen wir uns morgen wieder hier treffen?“
„Sehr gerne. Ich habe um zwei Uhr Vorlesungsende. Wir können uns vor der Universität treffen.“
„Ich werde da sein.“ Marco setzte seine Brille ab und warf ihr ein aufgesetztes Lächeln zu, das sie ihm abzukaufen schien.
„Also, bis morgen dann.“
„Bis morgen.“
Anna ging ein paar Schritte voran, blieb stehen und wandte sich erneut Marco zu. „Oder wie wäre es…“, begann sie in einem schüchternen Tonfall. „Ach, passt schon.“
„Nein, was wolltest du sagen?“
„Ich wollte fragen....naja, wenn du heute Abend nichts vor hast, vielleicht könnten wir heute Abend zum Essen gehen. Irgendwo in ein Restaurant.“
Nervös spielte die junge Dame mit ihren Händen herum.
So wenig Selbstsicherheit. Charakterlich bestimmt nicht optimal, aber darauf kommt es auch nicht an.  Nur das Fleisch zählt.
„Sehr gerne. Ich lade dich auch ein.“
Anna war sichtlich erfreut über Marcos Antwort und vor Freude entglitt ihr beinahe die Stimme.
„Gut, dann treffen wir uns wo….wo gehen wir überhaupt hin, da habe ich mir keine Gedanken gemacht.“
„Ich kenne einen guten Laden. Ich hole dich heute um 7 ab, wenn du mir deine Adresse gibst.“
„Am besten, du holst mich vom Bahnhof ab, Ich warte dort, dann hast du es nicht so weit.“
Ok, vollkommen dumm ist das Mädel immerhin nicht.
Die beiden verabschiedeten sich und das Mädchen ging mit einer letzten Handgeste hinfort. Zufrieden beobachte Marco sie, mit welcher Eleganz sie sich über den Platz bewegte. Doch, sie war eine gute Wahl. Linda wird zufrieden sein.

Wie verabredet fuhr Marco um 19 Uhr am Bahnhof vor. Er hatte sich nicht mehr die Mühe gemacht  nach Hause zu fahren und erledigte in der Stadt noch ein paar Einkäufe. Sicherlich war er für ein feines Essen nicht passend gekleidet, doch heute Abend sollte das nichts ausmachen. Seine Verabredung kam zu seiner Verärgerung ganze 15 Minuten zu spät. Verspätungen konnte Marco nicht leiden und vor allem dann nicht, wenn es wie heute etwas Wichtiges zu erledigen gab.
„Tut mir Leid für die Verspätung“, sagte Anna, als sie die Autotür öffnete mit einem schuldbewussten Blick, wie ein Hund, der Essen  vom Tisch gestohlen hatte.
„Die werden unseren Tisch ja nicht sofort her geben.“
„Wo gehen wir eigentlich hin?“
„Lass dich überraschen. Ich habe etwas Besonderes geplant. Es wird dir gefallen.“
„Ich bin ja so aufgeregt. Ich hatte sein einem halben Jahr kein Date mehr.“
Oh großer Gott. Halt doch einfach dein Maul, hätte Marco ihr am liebsten mit Wonne ins Gesicht geschrien. Stattdessen nickte er ihr nur zu.
„Na, dann hoffe ich mal, dass dir der Abend auch gut gefallen wird.“
Die Fahrt verlief schweigsam. Ab und an versuchte Anna eine Art der Konversation in Gang zu bringen, die Marco sofort abwehrte.
„Lass uns später reden, muss mich beim Fahren konzentrieren.“
„Ok. Kannst du wenigstens sagen, wo wir hinfahren? Wir fahren doch aus der Stadt raus in dieser Richtung.“
„Ist außerhalb.“
„Außerhalb ist doch nichts.“
„Lass dich überraschen.“
Sie passierten das Ortschild und fuhren auf die Bundesstraße. Marco registrierte zufrieden, dass diese an dem Abend besonders leer war und tätschelte seine Hosentasche. Ein bisschen musste er noch warten, bis er weit genug von der Stadt entfernt war. Das durfte auf keine Fall schief gehen.
„Bitte, jetzt sag mir endlich wo wir hinfahren“, fragte Anna erneut. Nervosität schwängerte ihre Stimme.
Jetzt konnte Marco nicht mehr an sich halten. „Verdammt nochmal“, fuhr er sie an, „halt endlich deine Schnauze.“
Mit geweiteten Augen wich seine Beifahrerin von ihm zurück ob der des plötzlichen wütenden Ausrufes. Es brauchte einen kurzen Moment bis sie sich wieder fing. „Fahr mich sofort zurück.“ Sie sagte dies im Versuch einen bestimmten Tonfall an den Tag zu legen, jedoch gelang es ihr nicht ihre Angst zu verbergen.
Sie bemerke nicht, dass Marco mittlerweile eine kleine Spritze hervorgezogen und die Kapsel bereits gelöst hatte.
„Fahr mich…“, begann Anna, als ein stechender Schmerz ihren Hals von innen anschwellen lies. Sie stieß einen schrillen Schrei aus und zappelte mit einer Hysterie im Auto herum, wie ein Fisch auf dem Trockenen.
„Beruhig dich“, sprach Marco ihr zu. „Ich habe dir versprochen, dass diese Nacht nett wird.“
Mit Sicherheit wollte die junge Frau ihm Beschimpfungen an den Kopf werfen, doch jedes Mal, wenn sie zum Sprechen ansetzte, brachte sie nur ein Keuchen hervor. Ihr Kopf wurde schwer. Sie windete sie noch eine Zeit lang, wobei sie mit ihren kraftlosen Armen versuchte das Lenkrad herum zu reißen. Langsam erschlafften die Glieder und ihre Augen schlossen sich. Letztendlich verlor sie den Kampf gegen die Bewusstlosigkeit.
Marco fuhr ihr mit der Hand durch das glatte Haar. „So ist es gut. Ruhe dich aus, wir haben noch viel vor uns, mein kleiner Engel.“



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eg42
Sonntagsschreiber

Alter: 28
Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 24.11.2015 01:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Plague Rat,
dein Text liest sich flüssig, und ich fand es gut, wie du die Szene in der Kneipe beschrieben hast, denn ich habe gar nicht mehr gemerkt, dass ich lese - was bei einem guten Schreibstil immer der Fall sein sollte. Das war ziemlich bildhaft geschildert!

Dies ist meine erste Kritik hier auf dem Forum, also bin ich mir gerade nicht sicher, wie ich das angehen soll. Hoffe du findest das hier hilfreich!

Also als erstes: du solltest dich für eine Erzählperspektive entscheiden und lange genug bei dieser Perspektive bleiben (und eine Veränderung/einen Sprung irgendwie deutlich machen, beispielsweise durch ein neues Kapitel). Der erste Absatz mit dem Gras klingt sehr danach, als wären wir im Kopf von Linda. Danach sind wir im Kopf von Marco. Das kann sehr schnell repariert werden, indem wir nur in Marcos Blickpunkt bleiben, und er dann beschreibt, wie Linda sich jetzt wohl fühlen könnte (z.B. nicht "Linda [...] genoss es, wie sich das weiche Gras zwischen ihren Zehen anfühlte" sondern eher so etwas wie "Lina [...] schien das Gras unter ihren Zehen zu genießen, so wie sie damit rumspielte." Keine Lust gerade, einen schönen Satz dazu zu überlegen, aber du verstehst hoffentlich, was ich meine!)

Ich denke, die jetzige Geschichte läuft auf den Gedanken hinaus, dass Marco etwas psychopatisches tut, und Anna zu einem Engel machen will? Es wäre toll, wenn dieser wahnsinnige Teil von ihm irgendwie schon am Anfang durchscheinen würde, sodass man als Leser langsam das Gefühl bekommt, etwas könne mit ihm nicht stimmen, um dann gegen Ende zu bemerken: Jap, das ist ein Psycho.

Und letztlich dürfte es etwas schwierig sein, die Geschichte aus dem Blickwinkel eines durchgehend gestörten Menschen zu erzählen, wenn dieser nicht interessant genug ist. Durch seine Beleidigungen wie "Schlampe" etc. wird er schon unsympathisch, bevor du gezeigt hast, dass er etwas böses mit Anna vorhat. Kann daran liegen, dass ich nicht oft Krimis lese, aber ohne sympathischen Charakter wird es schwer, die Geschichte weiterlesen zu wollen. Dabei muss der Charakter auch nicht unbedingt gutherzig sein, er kann auch böse sein, muss aber trotzdem irgendwie das Interesse an seinem Charakter aufrecht erhalten können (gibt ja genug interessante/coole Bösewichte in Filmen, von denen man immer mehr sehen will!).

Das sind aber alles Dinge, die man einfach reparieren kann. Also, mach weiter so!
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nebenfluss
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 3984
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
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BeitragVerfasst am: 24.11.2015 02:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schone dich jetzt mal nicht. Du bist ja nicht neu hier und weißt, wie's läuft.

Einen halbwegs guten Satz habe ich gefunden:
Zitat:
Nur das Fleisch zählt.

Der sitzt in seiner Abgründigkeit und hat mich zum Lachen gebracht.
Der Rest ist kaum als literarisch zu bezeichnen. Lieblose Umgangssprache (nicht nur in den Dialogen, wo es verzeihlich wäre), Klischees und schräge Bilder wie das hier:
Zitat:
Nervosität schwängerte ihre Stimme.

Wie soll sich das denn anhören Laughing

Na gut, die Figuren sind weniger Klischee als viel mehr unglaubwürdig. Eine attraktive Studentin, die sich nur für ihr Fach interessiert und da jede Menge zu tun hat, aber sich täglich die Zeit nimmt, sich stundenlang mit einem sonnenbebrillten Idioten zu treffen und ihn um einen gemeinsamen Restaurantbesuch anbettelt. Eine Gemeingefährliche, die jemanden wegen eines Missgeschicks die Nase zertrümmert, sich aber in romantischen Momenten wie ein Kleinkind einen Engel wünscht. Was ist denn da los? Borderlinerin? Multiple Persönlichkeit? Liest sich nicht so, als wolltest du es noch erklären wollen. Du biegst dir dein Personal so hin, wie's dir gerade in die Story passt.

Aber immerhin will ich trotzdem wissen, wie es weitergeht. Vielleicht wird ja wenigstens der Horror gut.


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Plague Rat
Autor

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BeitragVerfasst am: 24.11.2015 10:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erst mal Danke für beide Feedbacks.

Erst mal zu eg42:

Schön, dass dir der Text bislang gefällt.  Das mit der Erzählperspektive werde ich mal nochmal überarbeiten, ich weis aber was du meinst.

Mein Anliegen war es nicht, da irgendjemanden sympathisch erscheinen zu lassen. Aber der Einwand, den Charakter schrittweise heranzuführen ist berechtigt.

Ich werde in der Hinsicht auf jeden Fall nochmal daran feilen. Danke nochmals.

Zu nebenfluss:

Blos kein Schonen. Ich bin nicht aus Spaß hier. Nur wegen der Anmerkung mit der Umgangssprache. Da sehe ich in den Dialogen wirklich kein Problem. Aber außerhalb der Dialoge, kannst du mal einen Satz anführen, was du da genau meinst, ich kann mir das gerade jetzt nicht so ganz vorstellen.


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Lee Ares
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BeitragVerfasst am: 24.11.2015 20:10    Titel: Re: Ein Engel nur für dich Antworten mit Zitat

Heey

Ohh, dein Text hat mir überrascht. Ich habe schon fast mit einer kitschigen Schnulze gerechent Laughing

Ich habe mich mal dem ersten Teil deines Textes gewidmet, weil da so viele Dialoge drin waren. Für meinen Geschmack sehr nüchtern. Es war zwar klar, wer was sagt, allerdings fehlt mir das "zwischendrin". Habe meine Anmerkungen in Rot rein geschrieben.

Plague Rat hat Folgendes geschrieben:

„Glaubst du an Engel?“
Linda lies ihren Blick über das hell erleuchtete Firmament schweifen und genoss es, wie sich das weiche Gras zwischen ihren Zehen anfühlte.
Es war eine schwüle und windstille Nacht und obwohl es bereits weit nach zehn Uhr war, schwitze sie noch immer unter ihrer blauen Bluse.
Marco lag neben ihr und hielt mit sanftem Griff ihre Hand. Verblüfft drehte er den Kopf in ihre Richtung. „Wie kommst du jetzt darauf?“

Linda seufzte verträumt. „Ich sehe in den Himmel und denke mir, was wäre, wenn all die funkelnden Sterne dort oben die Scheinlichter von Engeln wären, die dort oben Leben und über die Erde wachen.“ Linda seuzfte verträumt und deutete in den sternenklaren Himmel: "Was wäre, wenn all die funkelnden Steren dortoben die Scheinlichter von Engerln wären, die über die Erde wachen?"
„Stelle ich mir ziemlich langweilig vor ständig an Ort und Stelle zu bleiben.“ Marco machte sich keine Mühe seine Belustigung zu unterdrücken.
„Verspotte mich nicht, ich meine es ernst. Glaubst du an Engel?“ Verärgert zog Linda die Augenbrauen zusammen. "Du hast meine Frage nicht beantwortet. Glaubst du an Engel?"
„Ich glaube nur daran, dass ich von dir noch nie so einen Kitsch gehört habe wie soeben. Lass das.“ Der Satz klingt für mich zu nüchtern.. vielleicht sagt Marco etwas wie: "Seit wann bist du denn so tiefsinnig?", fragte Marco spöttisch.
„Du hast nur keine Fantasie.“ Trotzig löste Linda ihre Hand vom Griff ihres Freundes und rutsche ein wenig zur Seite, ihre Augen stetig auf das Sternenzelt gerichtet.
„Warum versuchst du nicht ein bisschen offener zu sein?“
 Marco schüttelte seufzend den Kopf:„Was versuchst du damit jetzt zu erreichen, ich glaube einfach nicht daran.“
„Aber ich…. Und ich möchte so gerne einen Engel sehen.“
Marco lachte, dieses Mal lauter als zuvor und wischte sich dabei die verklebten Haarsträhnen aus dem Gesicht: „Du willst also einen Engel sehen, dann lass uns zur Kapelle gehen. Da haben sie paar schöne Bilder.“
„Du bist ein verdammtes Arschloch, weist du das?“, zischte Linda ihn an. „Du bist so ein Riesen…“. Sie hielt inne und sah Marco in die Augen. „Tut mir leid“, stotterte sie und ihr Zorn verflog ebenso schnell wie er eintrat.Warum stottert sie hier eigentlich? Für mich klingt das nicht nach der Linda, die wir weiter unten kennen lernen.
„Ich möchte nur so gerne einen Engel haben“. Lindas Pupillen vergrößerten sich vor Erregung. Sie stürzte sich auf Marco und stieß ihn so fest zu Boden, dass er mit seinem Kopf aufschlug. Hier kam der Umschwung für mich zu etwas zu schnell. Ich als Leser bin da nicht wirklich "mitgekommen"
„Hey, nicht so wild“, keuchte er.
„Gib mir einen Engel“, hauchte sie in sein Ohr und streichelte dabei sein Haar.
Er schnaufte einmal tief durch, als sich ihre Zähne sachte ihn seinen Hals gruben.
„Wenn es dich glücklich machen würde, Liebling.“
„Es würde mich sehr glücklich machen.“
„Dann sollst du deinen Engel bekommen", keuchte Marco
„Das wäre so schön.“
Lindas Mund wanderte von Marcos Hals hinab zu seiner Brust. Er stöhnte vor Erregung, die die kreisenden Bewegungen ihrer feuchten Lippen in ihm hervor riefen.
„Ich liebe dich“, wisperte sie ihm mit vibrierender Stimme zu und sie ging weiter nach unten wo sie sich an seinem Reisverschluss zu schaffen machte.
„Ich liebe dich auch. Du sollst deinen Engel…“ begann er, bis Linda ihm einen Ausruf der Lust entlockte. Er schloss die Augen und genoss es, wie sie seine Nervenenden zu Rotieren brachte.
Was für eine verrückte Frau, dachte er sich. Aber sie weis wie es richtig geht.


Ich würde hier aber sehr gerne weiter lesen - du hast mich neugierig gemacht.

Liebe Grüße
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Plague Rat
Autor

Alter: 30
Beiträge: 541
Wohnort: Im Asylum


BeitragVerfasst am: 26.11.2015 23:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey, auch vielen Dank für deine Anmerkung. Ich werde den Teil überarbeiten und auch den folgenden Text nochmal bezüglich der bisherigen Vorschläge bearbeiten. Kann nur etwas dauern, weil ich als frischer Absolvent mich gerade durch den Arbeitsmarkt kämpfen muss und meine Prioritäten gerade da liegen. Aber ich schau, dass es am Wochenende weiter geht und ich eine überarbeitete Version reinstelle.

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