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Für immer


 

 
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DeSäsch
Geschlecht:männlichAbc-Schütze


Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 23.09.2015 11:44    Titel: Für immer eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Ja, dann stell ich doch mal zum Einstand auch mal was rein. Die folgende Story ist eine Kurzgeschichte mit 23 A4 Seiten und spielt im frühen 23. Jahrhundert. Ursprünglich habe ich dieses Projekt als Captain Future Fanfiction für "zwischendurch" geschrieben wobei es mir ein paar Ideen für meinen zweiten CF-Roman gebracht hat. Ich habe die Kurzgeschichte nun umgeschrieben und von sämtlichen CF-Elementen befreit. Für den geneigten Leser hier im Forum mag einiges vielleicht am Anfang etwas aus dem Zusammenhang gerissen wirken, da auf ein paar Namen zu Beginn nicht näher eingegangen wird, aber ich denke, das spielt im Moment eher eine untergeordnete Rolle.

Die Story wird erzählt aus der Sicht von Captain Joanna Lindner, einer jungen Militärpolizistin und handelt von ihren zwei Ausbildungsjahren an der Polizeiakademie und ihren Schwierigkeiten, die sie dort mit ihrer Ausbilderin hatte.




Für immer


Der lange Winter hatte mir echt zu schaffen gemacht und ich war wirklich froh, dass es jetzt endlich wieder etwas wärmer wurde, immerhin hatten wir schon Anfang Mai. Das letzte Jahr war schrecklich für uns alle gewesen, die Meuterei auf diesem Schlachtkreuzer, meine Geiselnahme, die vielen unnötigen Tode guter und lieber Menschen und dann noch dieser Piratenüberfall auf das Passagierschiff, mit dem Kat und John auf Hochzeitsreise waren. Und der notorische Schwerverbrecher Victor Cullen war immer noch irgendwo auf freiem Fuß. Ich fragte mich immer und immer wieder, warum diese Galaxis nicht endlich mal zur Ruhe kommen konnte. Ich wollte auch mal zur Ruhe kommen. Und Christian hat mir noch immer keinen Antrag gemacht.

Ach ja, mein Name ist Joanna, Joanna Lindner. Ich bin Angehörige der Militärpolizei und vor kurzem wurde ich zum Captain befördert, aber das tut eigentlich nichts zur Sache. Ich wollte auf diesem Wege einfach nur mal ein paar Gedanken loswerden, vielleicht interessiert es Sie ja.
Wie gesagt, ich genoss die ersten Sonnenstrahlen bei einer kühlen Schorle in einem der kleinen Cafés im New Yorker Central Park und wartete. Ich wartete und wartete – auf meine langjährige Freundin und Kollegin Kat. Kat, sie heißt richtig Katherine Ballard und arbeitet ebenfalls bei der Militärpolizei, als Psychologin und Profilerin.

Also, ich saß dort in dem Café und wartete schon über eine halbe Stunde auf Kat. Kat hatte sicherlich die eine oder andere Unart, aber Unpünktlichkeit kannte ich nicht bei ihr, irgendetwas musste also vorgefallen sein. Ich nahm meinen Kommunikator und wollte sie gerade anrufen, als sie neben mir stand. Sie sah aus, als hätte sie kürzlich geweint, aber ihre Mimik sagte genau das Gegenteil von Trauer aus. Nein, sie strahlte über das ganze Gesicht! Und sie sah aus, als wollte sie mir etwas mitteilen. „Kat!“ rief ich, „Wo zum Teufel hast du so lange gesteckt? Ist was passiert?“

Sie zog ihre schwarze Lederjacke aus und legte sie über die Stuhllehne. In ihrer Armbeuge konnte ich ein kleines Pflaster erkennen. So langsam ahnte ich etwas.

Kat war sichtlich außer Atem und das, obwohl sie eine ausgezeichnete Sportlerin war. „Joanna, ich muss dir was sagen und du bist die erste, die es erfährt. Nicht einmal John weiß es.“

Ich musste nur eins und eins zusammenzählen, Kat und John hatten schon so oft darüber gesprochen, es konnte also nur eines sein: „Du bist schwanger“, sagte ich und stand von meinem Stuhl auf.

„Jajajajaja!!!“, rief sie und hüpfte wie ein kleines, aufgeregtes Mädchen auf der Stelle. Sie kreischte förmlich vor Freude, dass die anderen Gäste sie missbilligend ansahen. Ich konnte nicht anders, als meiner Freundin einfach nur um den Hals zu fallen. „Ich war gerade beim Arzt. Definitiv! Sechste Woche! Oh Joanna, ich freue mich so!!!“

Ich konnte Kat kaum beruhigen, aber ich freute mich so sehr mit ihr, das können Sie sich nicht vorstellen. Sie müssen wissen, dass Katherine im Juni 35 wurde und sich schon lange Kinder wünschte. Allerdings hatte Kat erst zwei Jahre zuvor den Mann ihres Lebens gefunden und Ende letzten Jahres geheiratet. Jetzt hatte sie es – verständlicherweise – eilig, ihr Glück zur Perfektion zu bringen. Die Glückliche. Wann ich heirate und endlich eine Familie gründen kann, wissen nur die Sterne. Wobei … an mir liegt es eigentlich nicht. Ich würde dafür alles hergeben …
Aber ich schweife ab. Ich sah Kat an. Sie war so wunderschön, wie sie mich anstrahlte. Ihr schulterlanges, tiefschwarzes Haar glänzte mit ihren grauen Augen um die Wette. Die Anstrengungen und Schrecken des vergangenen Jahres schienen ihr äußerlich nichts ausgemacht zu haben, aber ich wusste, dass sie im Inneren brodelte. Oft war sie nach dieser Meuterei zu mir gekommen und klagte über Schlafstörungen und Alpträume, immerhin hatte man versucht, sie zu vergewaltigen. Zum Glück ist es nur bei diesem Versuch geblieben und durch intensive Gespräche im Freundeskreis schaffte sie es schnell, über das Erlebte hinweg zu kommen. Überhaupt ist Kat eine bemerkenswerte, energiegeladene Frau mit Charme, Witz, Verve und fast schon angst einflößender Intelligenz. Allerdings, und das sollte mit ihrer kommenden Rolle als Mutter Gott sei Dank endlich vorbei sein, war sie ein schlimmes Partytier; immer die erste, die irgendwo auftauchte, wenn es was zu feiern gab und meistens eine der letzten, die ging. Aber wer Kat kannte, musste sie einfach gern haben – bei mir war das nicht immer so …
Kat und ich saßen eine Weile im Café und schwatzten und lachten und gingen mit den Themen immer weiter zurück in die Vergangenheit. Plötzlich fragte sie mich: „Sag mal, Süße. Erinnerst du dich noch, wie wir uns kennengelernt haben? Dein erster Tag an der Polizeiakademie?“

„Nur zu gut“, antwortete ich. „Das war ein Scheißtag, den ich niemals im Leben vergessen werde …“

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Nina
Bestseller-Autor


Beiträge: 4122



BeitragVerfasst am: 23.09.2015 13:56    Titel: Re: Für immer Antworten mit Zitat

Hi DeSäsch,

ich habe Deinen Text gelesen. Du magst das Wort "also" ist mir aufgefallen. Die direkte Ansprache an den Leser/in finde ich schwierig. Wofür ist das gut? Ich habe den Eindruck, dass es aus der Geschichte wegführt. Du schreibst bestimmte Szenen und man ist als Leser/im Geschehen, dann wird man angequatscht und ist herausgeworfen. Ich würde das weitgehend weglassen, vielleicht sogar ganz. Oder reduzieren. Kannst ja mal schauen, ich habe einige Streichungen vorgenommen, nicht immer mit Erklärungen, weil ich manches selbsterklärend finde. Solltest Du Fragen haben, melde Dich.
Was mir nicht gefällt ist, wie Du die Hauptfigur gezeichnet hast. Sie wirkt durch die Passage, in der sie sagt, sie wäre ja auch so gerne verheiratet und an ihr läge es nicht, in meinen Augen wie eine Klischeefigur. Ich habe auch dort einiges gestrichen, schau einfach mal.
Ansonsten wirkt die Geschichte, bzw. dieser Abriß nachvollziehbar. Es ist eher eine ruhige Erzählweise, die Du hier hast. Das wird sicher den Ereignissen entsprechend an einigen [folgenden] Kapiteln anders sein. Ansonsten wäre es mir persönlich zu gleichförmig.

LG
Nina

DeSäsch hat Folgendes geschrieben:
Für immer

Der lange Winter hatte mir echt zu schaffen gemacht und ich war wirklich froh, dass es jetzt endlich wieder etwas wärmer wurde, immerhin hatten wir schon Anfang Mai. Das letzte Jahr war schrecklich für uns alle gewesen, die Meuterei auf diesem Schlachtkreuzer, meine Geiselnahme, die vielen unnötigen Tode guter und lieber Menschen und dann noch [außerdem] dieser Piratenüberfall auf das Passagierschiff, mit dem Kat und John auf Hochzeitsreise waren. Und der notorische Schwerverbrecher Victor Cullen war immer noch irgendwo [nach wie vor] auf freiem Fuß. Ich fragte mich immer und immer wieder, warum diese Galaxis nicht endlich mal zur Ruhe kommen konnte. Ich wollte auch [s]mal zur Ruhe kommen.[/s] [Das galt auch für mich]. Und Christian hat mir noch immer keinen Antrag gemacht.

Ach ja, mein Name ist Joanna, Joanna Lindner. Ich bin Angehörige der Militärpolizei und vor kurzem wurde ich zum Captain befördert, aber das tut eigentlich nichts zur Sache. Ich wollte auf diesem Wege einfach nur mal ein paar Gedanken loswerden, vielleicht interessiert es Sie ja.
Wie gesagt, [Es wurde ja noch nichts darüber gesagt - insofern kann das weg] ich genoss die ersten Sonnenstrahlen bei einer kühlen Schorle in einem der kleinen Cafés im New Yorker Central Park [in einem der Cafés im New Yorker Central Park] und wartete. Ich wartete und wartete – auf meine langjährige Freundin und Kollegin Kat. Kat, sie heißt richtig [eigentlich] Katherine Ballard und arbeitet ebenfalls [tätig] bei der Militärpolizei, als Psychologin und Profilerin.

Also, ich saß dort in dem Café und wartete schon über eine halbe Stunde auf Kat. Kat hatte sicherlich die eine oder andere Unart, aber Unpünktlichkeit kannte ich nicht bei ihr [gehörte nicht dazu], irgendetwas musste also vorgefallen sein. Ich nahm meinen Kommunikator und wollte sie gerade anrufen, als sie [plötzlich] neben mir stand. Sie sah aus, als hätte sie kürzlich geweint, aber ihre Mimik sagte genau das Gegenteil von Trauer aus. Nein, sie strahlte über das ganze Gesicht! [über was sonst?] Und sie sah aus, als wollte sie mir etwas mitteilen. „Kat!“ rief ich, „Wo zum Teufel hast du so lange gesteckt? Ist was [Was ist] passiert?“

[X]
Sie zog ihre schwarze Lederjacke aus und legte sie über die Stuhllehne. In ihrer Armbeuge konnte ich ein kleines Pflaster erkennen. So langsam ahnte ich etwas.

[Y] Kat war sichtlich außer Atem und das, obwohl sie eine ausgezeichnete Sportlerin war. „Joanna, ich muss dir was sagen und du bist die erste, die es erfährt. Nicht einmal John weiß es.“

[X] und [Y] tauschen!

Ich musste nur eins und eins zusammenzählen, Kat und John hatten schon so oft darüber gesprochen, es konnte also nur eines sein: „Du bist schwanger“, sagte ich und stand von meinem Stuhl auf.

„Jajajajaja!!!“, rief sie und hüpfte wie ein kleines, aufgeregtes Mädchen auf der Stelle. Sie kreischte förmlich vor Freude, dass die anderen Gäste sie missbilligend ansahen. Ich konnte nicht anders, als meiner Freundin einfach nur um den Hals zu fallen. „Ich war gerade beim Arzt. Definitiv! Sechste Woche! Oh Joanna, ich freue mich so!!!“

Ich konnte Kat kaum beruhigen, aber ich freute mich so sehr mit ihr, das können Sie sich nicht vorstellen Sie müssen wissen, dass Katherine [hatte im Juni ihren 35. Geburtstag gefeiert] im Juni 35 wurde und sich schon lange Kinder wünschte [gewünscht]. Allerdings hatte Kat [hatte] erst zwei Jahre zuvor den Mann ihres Lebens gefunden und [ihn / oder: sie hatten] Ende letzten Jahres geheiratet. Jetzt hatte sie es – verständlicherweise – eilig, ihr Glück zur Perfektion zu bringen. Die Glückliche. Wann ich heirate und endlich eine Familie gründen kann, wissen nur die Sterne. Wobei … an mir liegt es eigentlich nicht. Ich würde dafür alles hergeben … [? Seltsam. Wenn sie alles dafür hergibt, dann hat sie doch nichts mehr. Aber sie will "es" ja haben. Ist für mich ein Widerspruch. Ich würde den Satz streichen. Beide.].

Aber ich schweife ab. Ich sah Kat an. Sie war so wunderschön, wie sie mich anstrahlte. Ihr schulterlanges, tiefschwarzes Haar glänzte mit ihren grauen Augen um die Wette. Die Anstrengungen und Schrecken des vergangenen Jahres schienen ihr äußerlich nichts ausgemacht zu haben, aber ich wusste, dass sie im Inneren brodelte. [Verstehe ich nicht. Warum brodelte sie? Ist sie ein Schnellkochtopf?] Oft war sie nach dieser Meuterei zu mir gekommen und klagte über Schlafstörungen und Alpträume, immerhin hatte man versucht, sie zu vergewaltigen. Zum Glück ist es nur bei diesem Versuch geblieben und durch intensive Gespräche im Freundeskreis schaffte sie es schnell, über das Erlebte hinweg zu kommen. [eben schriebst Du doch, dass sie brodelte?] Überhaupt ist Kat [ist] eine bemerkenswerte, energiegeladene Frau mit Charme, Witz, Verve und fast schon angst einflößender Intelligenz. Allerdings, und das sollte mit ihrer kommenden Rolle als Mutter Gott sei Dank endlich vorbei sein, [Früher / Vor ihrer Hochzeit / Heirat] war sie ein schlimmes Partytier [gewesen]; immer die erste, die irgendwo auftauchte, wenn es was zu feiern gab und meistens eine der letzten, die ging. Aber wer Kat kannte, musste sie einfach gern haben – bei mir war das nicht immer so … [Das klingt, als sei es schwer, jemanden zu mögen, der gern feiert. Ich würde die Tatsache, dass sie Kat nicht immer mochte schlicht formulieren als Tatsache. á la: Ich mochte Kat, aber das war nicht immer so.]
Kat und ich [Wir] saßen eine Weile im Café und schwatzten und lachten und gingen mit den Themen [thematisch] immer weiter zurück in die Vergangenheit. Plötzlich fragte sie mich: „Sag mal, Süße. Erinnerst du dich noch, wie wir uns kennengelernt haben? [an unser Kennenlernen] Dein erster [an deinem ersten] Tag an der Polizeiakademie?“

„Nur zu gut“, antwortete ich. „Das war ein Scheißtag, den ich niemals im Leben vergessen werde …“
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DeSäsch
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Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 24.09.2015 09:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Nina!

Vielen Dank für deine Kommentare. Einiges, was du angemerkt hast, erscheint mir plausibel. Ich habe diesen Text schon so oft gelesen und korrigiert, irgendwann wird man betriebsblind - kennst du ja sicher.

Was die direkte Anrede  angeht, hatte ich an eine Off-Stimme (wie z.B. in der Serie Desperate Housewives) gedacht, die aus einer Art "Vogelperspektive mit Sinkflug" den Leser in die Situation einführt. Im weiteren Verlauf kommt es dann auch so nicht mehr vor. Aber je länger ich darüber nachdenke, würde ich die direkte Anrede wirklich entfernen, weil ich es nicht konsequent bis zum Ende durchziehe.

Das Klischee"weibchen"... ja trifft zu. Ich weiß nicht, in wie weit du Edmond Hamiltons Figuren aus Captain Future kennst, aber CF ist in den 1940er Jahren entstanden und man hatte damals ein durchaus anders Frauenbild als heute. Bei der CF-Umsetzung in die Anime TV-Serie durch Toei Doga hat sich das Bild der originalen Joan Landor als ebensolches Klischeeweibchen noch verstärkt, das war in den späten 70ern und frühen 80ern. Was ich gemacht habe, ist einfach nur den Charakter Joan/Joanna aufzunehmen und weiter zu führen. Allerdings erscheint meine Joanna durch ihre persönliche Entwicklung dann doch etwas tougher und resoluter als jetzt. Joanna ist nicht dumm, sie ist physisch und psychisch wirklich stark, aber leider etwas naiv. Ihr Aussehen als waschechte Blondine trägt (Achtung: Klischee!) auch noch dazu bei. Aber im großen und ganzen mag ich Joanna, sie ist einfach ein sympatischer Charakter.

Zitat:
Ansonsten wirkt die Geschichte, bzw. dieser Abriß nachvollziehbar. Es ist eher eine ruhige Erzählweise, die Du hier hast. Das wird sicher den Ereignissen entsprechend an einigen [folgenden] Kapiteln anders sein. Ansonsten wäre es mir persönlich zu gleichförmig.


Es wird keinen Mord und Totschlag im weiteren Verlauf geben (obwohl Joanna an einer Stelle auch darüber nachdenkt ...), der Spannungsbogen verläuft eher flach. Das ist auch so gewollt, ich wollte hier eigentlich mal an einem Text arbeiten, in dem es "menschelt", nur um auszuprobieren, was ich hin bekomme. Deswegen freue ich mich ja auch so über diese erste Resonanz von dir.




LG

Sascha
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DeSäsch
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BeitragVerfasst am: 24.09.2015 13:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Okay, ich habe mal den ersten Abschnitt überarbeitet. Einige Stellen habe ich nach Ninas Vorschlägen übernommen, andere komplett neu geschrieben, wie z.B. den letzten Dialog am Ende. Joannas rhetorische Gegenfrage in ihrer Antwort passt m.E. noch besser.

Allerdings bleibe ich bei dem "Überhaupt" am Satzanfang von Kats Beschreibung aus Joannas Sicht. Das Wort bekräftigt nach meiner Ansicht ihre Eigenschaften.

Wo ich mich etwas schwer tue sind bestimmte Formulierungen in der wörtlichen Rede. Dialoge, die umgangssprachlicher formuliert sind, wirken auf mich authentischer, lebensnaher.

Zitat:
„Sag mal, Süße. Erinnerst du dich noch, wie wir uns kennengelernt haben? [an unser Kennenlernen] Dein erster [an deinem ersten] Tag an der Polizeiakademie?“
"An unser Kennenlernen" würde ich im Gespräch so nie sagen, klingt irgendwie hölzern Wink


Insgesamt gefällt es mir jetzt auch besser, danke dafür! Very Happy




Der lange Winter hatte mir zu schaffen gemacht und ich war froh, dass es jetzt wärmer wurde, immerhin hatten wir schon Anfang Mai. Das letzte Jahr war schrecklich für uns gewesen, die Meuterei auf diesem Schlachtkreuzer, meine Geiselnahme, die vielen unnötigen Tode guter und lieber Menschen und außerdem der Piratenüberfall auf das Passagierschiff, mit dem Kat und John auf Hochzeitsreise waren. Der Schwerverbrecher Victor Cullen war nach wie vor auf freiem Fuß. Ich fragte mich immer wieder, warum diese Galaxis nicht zur Ruhe kommen konnte. Das galt auch für mich. Und Christian hat mir noch immer keinen Antrag gemacht.
 
Mein Name ist Joanna, Joanna Lindner. Ich bin Angehörige der Militärpolizei und vor kurzem wurde ich zum Captain befördert, aber das tut nichts zur Sache. Ich genoss die ersten Sonnenstrahlen bei einer Schorle in einem der Cafés im New Yorker Central Park und wartete. Ich wartete auf meine langjährige Freundin und Kollegin Kat. Kat, sie heißt eigentlich Katherine Ballard und arbeitet bei der Militärpolizei als Psychologin und Profilerin.

Ich wartete schon über eine halbe Stunde auf meine Freundin. Kat hatte sicherlich die eine oder andere Unart, aber Unpünktlichkeit gehörte nicht dazu, irgendetwas musste vorgefallen sein. Ich nahm meinen Kommunikator und wollte sie gerade anrufen, als sie unvermittelt neben mir stand. Sie sah aus, als hätte sie geweint, aber ihre Mimik sagte genau das Gegenteil. Nein, sie strahlte! „Kat!“ rief ich, „Wo zum Teufel hast du so lange gesteckt? Was ist passiert?“

Kat war sichtlich außer Atem und das, obwohl sie eine ausgezeichnete Sportlerin war. „Joanna, ich muss dir was sagen und du bist die erste, die es erfährt. Nicht einmal John weiß es.“ Sie zog ihre schwarze Lederjacke aus und legte sie über die Stuhllehne. In ihrer Armbeuge konnte ich ein kleines Pflaster erkennen. So langsam ahnte ich etwas.

Ich musste nur eins und eins zusammenzählen, Kat und John hatten schon so oft darüber gesprochen, es konnte nur eines sein. „Du bist schwanger“, sagte ich und stand von meinem Stuhl auf.

„Ja!!!“, rief sie und hüpfte auf der Stelle. Ich konnte nicht anders, als meiner Freundin einfach um den Hals zu fallen. „Ich war gerade beim Arzt. Definitiv! Sechste Woche! Oh Joanna, ich freue mich so!!!“

Ich konnte Kat kaum beruhigen, ich freute mich so sehr mit ihr über diese tollen Neuigkeiten. Katherine war mit knapp 35 auch nicht mehr die allerjüngste und wünschte sich schon seit langem Kinder. Allerdings hatte sie erst zwei Jahre zuvor den Mann ihres Lebens gefunden und ihn Ende letzten Jahres geheiratet. Die Glückliche. Wann ich heirate und endlich eine Familie gründen kann, wissen nur die Sterne.

Ich sah Kat an. Ihr schulterlanges, tiefschwarzes Haar glänzte mit ihren grauen Augen um die Wette. Die Anstrengungen und Schrecken des vergangenen Jahres schienen ihr äußerlich nichts ausgemacht zu haben, aber ich wusste, dass es ihr lange Zeit nicht gut gegangen war. Oft hatte sie nach dieser Meuterei mit mir gesprochen und klagte über Schlafstörungen und Alpträume, immerhin hatte man versucht, sie zu vergewaltigen. Zum Glück ist es nur bei dem Versuch geblieben und durch intensive Gespräche im Freundeskreis schaffte sie es schnell, über das Erlebte hinweg zu kommen. Überhaupt ist Kat eine bemerkenswerte, energiegeladene Frau mit Charme, Witz, Verve und fast schon angsteinflößender Intelligenz. Früher war sie ein Partytier; immer die erste, die irgendwo auftauchte und meistens eine der letzten, die ging. Wer Kat einmal kennengelernt hatte und sich von ihrem Frohsinn und ihrer Herzlichkeit anstecken ließ, musste sie einfach gern haben – bei mir war das anfangs nicht so.

Kat und ich saßen eine Weile im Café und schwatzten und lachten und kramten in den Erinnerungen der letzten zehn Jahre. Plötzlich fragte sie mich: „Sag mal, Süße, weißt du noch, wie wir uns kennengelernt haben?“

„Mein erster Tag an der Polizeiakademie? Nur zu gut“, antwortete ich. „Das war ein Scheißtag, den ich niemals im Leben vergessen werde …“
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Jack Burns
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Alter: 48
Beiträge: 1559



BeitragVerfasst am: 26.09.2015 15:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sascha,
da lese ich SF als Kategorie und denke so: Fein! Das ist ja mein Ding, so am Samstag Nachmittag.
Aber dann ...
Zitat:
Ich fragte mich immer wieder, warum diese Galaxis nicht zur Ruhe kommen konnte.

Das ist der einzige Satz, der auf ein SF-Setting hinweist. Das erkenne ich aber nur sicher, wegen der Kategorisierung.
Ansonsten handelt der Einstieg in einem schwer zu definierenden Millieu, Militärpolizei, Piraten, New York Central Park.

Na gut. Letztendlich führt es dahin, wo mittlerweile fast jede Story hinführt, wenn Liebe drüber steht:

Zitat:
Wann ich heirate und endlich eine Familie gründen kann, wissen nur die Sterne. Wobei … an mir liegt es eigentlich nicht. Ich würde dafür alles hergeben …


Muss mir nicht gefallen, findet sicher seine Leserinnen. Ich verstehe nur nicht, warum der Rosa-Mädchen-Schmalz auch noch die Science Fiction verkleben muss.

Zu Deinen Ausführungen:
Zitat:
Joanna ist nicht dumm, sie ist physisch und psychisch wirklich stark, aber leider etwas naiv.

Das ist nicht Dein Ernst. Oder?

Zitat:
aber CF ist in den 1940er Jahren entstanden und man hatte damals ein durchaus anders Frauenbild als heute.

Und warum muss dieses Frauenbild in die Zukunft transportiert werden? In den vierziger Jahren hatte man so einige befremdliche Vorstellungen, die ich in einem modernen Buch nicht unbedingt sehen möchte.

Schönen Gruß
Martin


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DeSäsch
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BeitragVerfasst am: 28.09.2015 09:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lieber Martin,

ich habe bereits weiter oben erklärt, dass diese Kurzgeschichte zwischen zwei Romanen von mir entstanden ist und ich mit der Gefühlswelt der einen Protagonistin herumspielen wollte. Ich versuche es nochmal zu erklären. Joanna und Katherine sind seit zehn Jahren beste Freundinnen, fast schon Schwestern. Die Story zeigt auf, wann und unter welchen Umständen sie zusammen gekommen sind und dass die beiden jungen Frauen einen recht schweren Start miteinander hatten, erheblich aus Joannas Sicht.

Du verwechselst Naivität mit echter fehlender Intelligenz - was in der Bedeutung des Begriffes Naivität überhaupt nicht zutrifft.

Zitat:
Ansonsten handelt der Einstieg in einem schwer zu definierenden Millieu


Das verstehe ich jetzt wiederum nicht. Joanna sitzt im Café im Central Park und ihre Gedanken kreisen um ein paar Erlebnisse aus ihrer jüngeren Vergangenheit. Was ist daran schwer definierbar?

Zitat:
Und warum muss dieses Frauenbild in die Zukunft transportiert werden? In den vierziger Jahren hatte man so einige befremdliche Vorstellungen, die ich in einem modernen Buch nicht unbedingt sehen möchte.
Weil manche Frauen (und Männer!) eben so sind, wie sie sind - das meine ich völlig wertneutral. Im weiteren Verlauf dieser Geschichte würdest du erkennen, dass Joannas Freundin Katherine vom Wesen her ganz das Gegenteil darstellt. Sie ist nämlich genau das, was eine "moderne" Frau ausmacht und Joanna, die jünger ist als Katherine, wird sich das eine oder andere von ihr abgucken.

Was ist denn daran verkehrt, zu beschreiben, dass eine Frau den Mann heiraten will, den sie liebt? Dürfen Menschen in einem Setting im 23. Jahrhundert keine Emotionen mehr zeigen? Irgendwie muss ich doch dem Leser aufzeigen, wie meine Protagonistin tickt.

Zugegeben, die Kategorie SF für diese Kurzgeschichte ist vielleicht etwas zu dick aufgetragen, Zukunftsroman eventuell auch. Hier sitzen zwei ganz normale Menschen beisammen, die halt irgendwann nach uns leben. Wie soll ich es einordnen?

Besteht denn Interesse an der Fortsetzung?


LG

Sascha
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DeSäsch
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Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 29.09.2015 10:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich wage es einfach mal. Nehmt mich auseinander! Wink


                                           


… denn dieser Tag fing schon furchtbar an. Es war ein grauer, nasskalter Tag im Oktober, ein paar Wochen nach Ende der großen Ferien. Ich war gerade neunzehn geworden und hatte mich zwei Jahre zuvor bei der Militärpolizei für eine Ausbildung beworben. Die Aussichten waren vielversprechend, Grund- und Fachausbildung, Studium mit vollem Sold, Pensionsansprüche ab dem fünften Dienstjahr, regelmäßige Solderhöhungen und man kam rum. Reisen hatte mir schon immer Spaß gemacht und ich hatte, schon seitdem ich ein kleines Kind war, einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Jura zu studieren und Anwältin oder Richterin zu werden, war mir aber zu trocken und wäre mir vielleicht auf Dauer zu langweilig gewesen. Ich wollte was erleben, so blieb nur die Militärpolizei oder die Raumflotte. Ich hatte sehr gute Noten und wurde zu diversen Tests eingeladen. Lange Zeit hatte ich dann nichts mehr von meiner Bewerbung gehört und die Hoffnung schon fast aufgegeben. In der letzten Schulwoche bekam ich dann den ersehnten Brief aus New York City, meine Einberufung zur Ausbildung in Westpoint, der ehemaligen Offiziersakademie der Army und seit mehr als fünfzig Jahren Ausbildungsstätte der Militärpolizei. Unterschrieben war der Brief von einem gewissen Colonel Beauregard James, Chef des Stabes. Zu meinem Erstaunen lag neben dem offiziellen Schreiben noch eine handschriftliche Note des Colonels.

„Ich habe Ihre Bewerberakte gelesen. Wenn Sie sich in der Ausbildung gut anstellen, habe ich einen interessanten Posten für Sie, Miss Lindner. Ich werde Sie in der Hälfte Ihrer Ausbildung besuchen. Viel Erfolg! B. James“

Da stand ich nun vor dem großen Kasernentor in einer langen Schlange neuer Kadetten. Ich hielt den Einberufungsbescheid und Colonel James‘ Schreiben in den Händen und las es immer und immer wieder. Ich konnte einfach nicht glauben, ein persönliches Begrüßungsschreiben des zweithöchsten Polizeioffiziers in den Händen zu halten. Plötzlich wurde ich durch einen rüden Schubser von hinten aus meinen Gedanken gerissen und ließ meine Papiere fallen. Schnell sammelte ich sie auf und drehte mich um. Ein grobschlächtiger, leicht übergewichtiger blonder Junge mit schlechten Zähnen grinste mich debil an. „Los, mach hin Träumelinchen!“, rief er und lachte wie ein gackerndes Huhn. Die Kerle hinter ihm fielen in sein dämliches Lachen ein. Ich zeigte ihm mit einer recht vulgären Geste, was ich von ihm hielt und drehte mich wortlos wieder um.

 „Schöner erster Tag“, dachte ich mir und „Kann nur noch besser werden.“ Die „Träumelinchen“-Rufe hinter mir fingen nach ein paar Minuten an zu nerven, doch bevor ich mich noch einmal umdrehen und diesem dummen Bauernrüpel die Meinung geigen konnte, war ich auch schon an der Reihe. Brav legte ich dem Unteroffizier in dem Wachlokal meinen Einberufungsbescheid vor und stellte zu meinem Entsetzen fest, dass das Schreiben von Colonel James fehlte! Erschrocken sah ich mich um, es war nirgendwo zu sehen. Der Wind hatte es wohl fortgeweht.

„Scheiße“, flüsterte ich zu mir.

„Haben Sie etwas gesagt, Kadett?“, herrschte mich der Sergeant an und schaute böse drein.

„Nein, hab ich nicht“, nuschelte ich verlegen.

„Nein, Sergeant!“, brüllte mein Gegenüber und die Jungs hinter mir kicherten wieder albern. Ich wollte nur noch im Boden versinken.

„Folgen Sie den roten Schildern“, wurde ich von dem Sergeant angepflaumt. „Nächster!“

Ich schulterte meine Reisetasche, nahm meine Papiere an mich und folgte dem Tross von neuen Rekruten, mit denen ich die nächsten zwei Jahre Tisch und Stube teilen würde. Noch einmal sah ich mich zum Kasernentor um, die Schlange dort wurde nicht kürzer. Als ich wieder nach vorne schaute, blieb mein Blick kurz an einer Gruppe jüngerer Offiziere hängen, die breitbeinig und mit den Händen auf dem Rücken die Ankunft der Neuen beobachteten. Einer der Offiziere, eine junge Frau mit schwarzen langen Haaren, sah mich neugierig und musternd an. Sie hielt den kleinen Zettel in der Hand, den ich ein paar Minuten zuvor verloren hatte. Sie war nach meiner Ansicht sehr hübsch, aber sie hatte so kalte graue Augen, die mich förmlich durchbohrten.

Um die Frau nicht zu provozieren, sah ich schnell wieder nach vorne und folgte dem Weg in eine der Unterkünfte, wo wir unseren Quartieren zugewiesen wurden. Die Gebäude, in denen wir wohnen sollten, waren allesamt die originalen Bauwerke der Westpointkaserne aus dem 19. Jahrhundert, gepflegt von außen und hochmodern im Inneren. Ich teilte meine Stube mit zwei anderen Mädchen in meinem Alter. Ein Bett blieb leer, höchstwahrscheinlich hatte diejenige kurz vorher kalte Füße bekommen oder etwas anderes gefunden. Man hat es uns nie gesagt.

Man gab uns einen kurzen Moment Gelegenheit, sich gegenseitig zu beschnuppern, dann wurden wir nach draußen auf den Flur befohlen. Nachdem sich der allgemeine Tumult gelegt hatte, ging ein gutaussehender, großer Latino von Mitte dreißig über den Flur, er sah verdammt heiß aus in seiner dunkelblauen Polizeiuniform. Er schaute sich jeden Kadetten eine Sekunde lang an, um sich die Gesichter einzuprägen. Es war eine gespannte Stimmung auf dem Flur, keiner von uns Rekruten wagte es, zu husten, laut zu atmen oder sonst welche Geräusche von sich zu geben. Aus dem Augenwinkel erkannte ich einige der jüngeren Offiziere, die ich schon am Kasernentor gesehen hatte, unter ihnen war auch diese schwarzhaarige Frau. Wieder trafen sich unsere Blicke kurz, aber sie verzog keine Miene. Ich fühlte mich einfach nur unwohl. Ich hatte mit ihr noch nicht ein einziges Wort gewechselt, aber ich spürte, dass sie mich auf dem Kieker haben musste und, obwohl sie nur die paar Zeilen von Colonel James‘ Zettel gelesen haben mochte, glaubte ich, dass sie alles über mich wusste, was es über mich zu wissen gab. Der Latinooffizier kam zu mir und sah mir eine lange Sekunde tief in die Augen. Mann, war das ein hübscher Kerl! Auf seinem Namenschild stand „Cpt. R.E. Sanchez“. Er zwinkerte mir einmal zu, nickte kurz und lächelte mich aufmunternd an. Höchstwahrscheinlich spürte er, dass ich ziemlich angespannt war. Zum Glück war ich eine der letzten in der Reihe und Captain Sanchez‘ Musterung war schnell vorbei. Er bewegte sich mit einem zackigen Schritt in die Mitte des Flurs und baute sich vor uns auf.

Sanchez räusperte sich und begann mit einem sympathischen Lächeln zu sprechen. „Meine Damen und Herren, ich bin Captain Ricardo Sanchez und heiße Sie hier in Westpoint herzlich willkommen! Ich bin Ihr Zugführer und Ausbilder für Recht und Gesetzeswesen. Zu meiner Rechten sehen Sie Ihre anderen Ausbilder, Lieutenant Dr. Jim Buffon, Naturwissenschaften und allgemeine militärische Ausbildung, Lieutenant Katherine Ballard, Psychologie und Sport, Master-Sergeant Emma Ball, Waffen und Kommunikationstechnik und Corporal Frank Hofmeister, Sanitätsdienst.“

Katherine Ballard hieß die Frau mit den Eisaugen. Jetzt hatte das Grauen einen Namen. Und dann noch Sport und Psychologie! Sie würde mich fertig machen, das konnte ich in ihrem Gesicht lesen. Ich selbst war nicht unsportlich, aber ich konnte diesem Lieutenant durch die Uniform ansehen, dass sie mir gnadenlos davonlaufen würde oder mich jederzeit einfangen konnte, um mich dann psychisch fertig zu machen. Ja, ich war überzeugt, dass die Kleine das bringen würde.

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BirgitJ
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BeitragVerfasst am: 29.09.2015 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

dann will ich mal ein bisschen was sagen zu deinem Text:

DeSäsch hat Folgendes geschrieben:
Ich wage es einfach mal. Nehmt mich auseinander! Wink
… denn dieser Tag fing schon furchtbar an. Es war ein grauer, nasskalter Tag im Oktober, ein paar Wochen nach Ende der großen Ferien. Ich war gerade neunzehn geworden und hatte mich zwei Jahre zuvor bei der Militärpolizei für eine Ausbildung beworben. Die Aussichten waren vielversprechend, Grund- und Fachausbildung, Studium mit vollem Sold, Pensionsansprüche ab dem fünften Dienstjahr, regelmäßige Solderhöhungen und man kam rum. Reisen hatte mir schon immer Spaß gemacht und ich hatte, schon seitdem ich ein kleines Kind war, einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Jura zu studieren und Anwältin oder Richterin zu werden, war mir aber zu trocken und wäre mir vielleicht auf Dauer zu langweilig gewesen. Ich wollte was erleben, so blieb nur die Militärpolizei oder die Raumflotte. Ich hatte sehr gute Noten und wurde zu diversen Tests eingeladen. Lange Zeit hatte ich dann nichts mehr von meiner Bewerbung gehört und die Hoffnung schon fast aufgegeben. In der letzten Schulwoche bekam ich dann den ersehnten Brief aus New York City, meine Einberufung zur Ausbildung in Westpoint, der ehemaligen Offiziersakademie der Army und seit mehr als fünfzig Jahren Ausbildungsstätte der Militärpolizei. Unterschrieben war der Brief von einem gewissen Colonel Beauregard James, Chef des Stabes. Zu meinem Erstaunen lag neben dem offiziellen Schreiben noch eine handschriftliche Note des Colonels.


Du beginnst mit dem schrecklichen Beginn eines Tages. Es ist nasskalt und mehr Schreckliches erfährt der Leser nicht darüber, denn danach beginnt es mit Dingen, die 2 Jahre zuvor geschehen sind. Interessanter wäre es zu lesen, was an dem Tag alles so passiert ist und den Leser selbst entscheiden zu lassen, welchen Grad von Schrecklichkeit er dembeimessen will (show don´t tell als eine der goldenen Regeln des Schreibens). Du stellst außerdem eine Behauptung auf, die du absätzelang nicht unterfütterst, das zieht den Leser nicht in den Text.
Eine zweite Sache ist die, dass die Geschichte im 23. Jahrhundert spielen soll. Das atmet der text aber nicht aus. Es liest sich so, als könnte es auch in der heutigen Zeit spielen. Schule, Ausbildung, Beruf, Dienstzeit, Pensionsansprüche, alles scheint genauso zu sein wie in der heutigen Zeit. Bei einem Text der 2 Jahrhunderte in der Zukunft spielt, erwarte ich schon, dass sich etwas verhändert hat, im Leben und im Denken der Menchen, in der Gesellschaft.

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar erste Impulse geben, um den Anfang spannender zu gestalten.

Mit den besten Grüßen von
BirgitJ


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"Das Geheimnis der Zuckerbäckerin, Aufbau Taschenbuch Oktober 2018
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Jack Burns
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BeitragVerfasst am: 29.09.2015 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sascha, hier ein paar Kommentare von mir
DeSäsch hat Folgendes geschrieben:
Lieber Martin,

ich habe bereits weiter oben erklärt, dass diese Kurzgeschichte zwischen zwei Romanen von mir entstanden ist und ich mit der Gefühlswelt der einen Protagonistin herumspielen wollte. Ich versuche es nochmal zu erklären. Joanna und Katherine sind seit zehn Jahren beste Freundinnen, fast schon Schwestern. Die Story zeigt auf, wann und unter welchen Umständen sie zusammen gekommen sind und dass die beiden jungen Frauen einen recht schweren Start miteinander hatten, erheblich aus Joannas Sicht.

Du verwechselst Naivität mit echter fehlender Intelligenz - was in der Bedeutung des Begriffes Naivität überhaupt nicht zutrifft.
Danke, dass Du mir das erklärst.  Die Wirkung auf die Leser ist die Gleiche: Ob es sich um ein dummes oder naives Blondchen handelt ist vollkommen Wurst. Du präsentierst mit der Heldin ein chauvinistisches Frauenbild. "Sie ist nicht doof, nur ein bischen naiv", ist ein typischer Dummspruch an Stammtischen "lustiger" Herrenrunden.

Zitat:
Ansonsten handelt der Einstieg in einem schwer zu definierenden Millieu


Das verstehe ich jetzt wiederum nicht. Joanna sitzt im Café im Central Park und ihre Gedanken kreisen um ein paar Erlebnisse aus ihrer jüngeren Vergangenheit. Was ist daran schwer definierbar?

Bereits zum Einstieg verirrt man sich im Setting. Einerseits handelt es in der Zukunft, dann geht es um eine Polizeiausbildung,, schwupps sitzt man im Central Park und liest etwas über Kinder kriegen und heiraten.
Der Anfang macht es schwer, sich zu orientieren. Und mit SF hat es gar nichts zu tun.


Zitat:
Und warum muss dieses Frauenbild in die Zukunft transportiert werden? In den vierziger Jahren hatte man so einige befremdliche Vorstellungen, die ich in einem modernen Buch nicht unbedingt sehen möchte.
Weil manche Frauen (und Männer!) eben so sind, wie sie sind - das meine ich völlig wertneutral. Im weiteren Verlauf dieser Geschichte würdest du erkennen, dass Joannas Freundin Katherine vom Wesen her ganz das Gegenteil darstellt. Sie ist nämlich genau das, was eine "moderne" Frau ausmacht und Joanna, die jünger ist als Katherine, wird sich das eine oder andere von ihr abgucken.

Also, wenn ich das richtig verstehe: Deine Vorstellung vom 23. Jh. ist, dass Frauen ihr Wahlrecht wieder abgeben, weil sie sowieso zu doof naiv sind um zu wählen, eine Ladung Kinder in die Welt werfen und verzweifelt nach einem Ehemann suchen, der die Versorgung übernimmt.
Warum schreibst Du nicht History?


Was ist denn daran verkehrt, zu beschreiben, dass eine Frau den Mann heiraten will, den sie liebt? Dürfen Menschen in einem Setting im 23. Jahrhundert keine Emotionen mehr zeigen? Irgendwie muss ich doch dem Leser aufzeigen, wie meine Protagonistin tickt.

Die Protagonistin würde "alles dafür hergeben" zu heiraten. Ich lese nichts über Liebe oder andere Gefühle.
Zugegeben, die Kategorie SF für diese Kurzgeschichte ist vielleicht etwas zu dick aufgetragen, Zukunftsroman eventuell auch. Hier sitzen zwei ganz normale Menschen beisammen, die halt irgendwann nach uns leben. Wie soll ich es einordnen?

History-Romance


Besteht denn Interesse an der Fortsetzung?


LG

Sascha


Schönen Gruß
Martin


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Exergia
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BeitragVerfasst am: 15.10.2015 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Da lieg ich krank im Bett und freu mich über die Kostprobe eines Sci-Fi-Kollegen. Grundsätzlich spiegeln meine Anmerkungen natürlich meine persönliche Meinung und du musst dir raus suchen, was dir passt und was nicht smile. Ich habe die anderen Kritiken nicht gelesen. Sollte ich etwas anmerken, was meine Vorschreiber schon geschrieben haben, dann ist das meiner Meinung nach ein guter Hinweis, dass etwas hakt.

Dann mal los:

DeSäsch hat Folgendes geschrieben:

(...)
Insgesamt habe ich den Eindruck, du solltest dir mehr Mühe mit deiner Wortwahl machen. Du benutzt viele umständliche Konstruktionen, die durch das "richtige" Wort meiner Meinung nach weg fallen. Ich habe mir mal erlaubt, deine ersten Sätze genauer unter die Lupe zu nehmen. Was dir besser gefällt, musst du natürlich selbst entscheiden.


Der lange Winter hatte mir zu schaffen gemacht (das ist eine Infinitivkonstruktion gepaart, mit einer hatte Konstruktion und das schon im ersten Abschnitt des ersten Satzes. Diese Art zu schreiben wirkt auf mich sehr passiv und aktivere Formulierungen fände ich schöner.) und ich war froh, (wie fühlt es sich an, froh zu sein?) dass es jetzt wärmer wurde, (woran merkt die Erzählerin das? Kann sie das Haus endlich ohne Mütze verlassen? Spürt sie das erste Mal seit Monaten die Sonne auf der Haut? Ist ihr plötzlich zu warm mit ihrer dicken Winterjacke?) immerhin hatten wir schon Anfang Mai. (Wieder eine hatte Konstruktion. Das ist die zweite in einem Satz... Um ehrlich zu sein würde ich in der Buchhandlung jetzt schon zum nächsten Titel greifen. Und das willst du nicht, ich gehöre nämlich zu deiner Zielgruppe wink.)

Zusammengefasst:
Der erste Satz erzählt mir zu viel und zu langatmig. Der Winter war lang und macht der Erzählerin zu schaffen? Ist ja schön und gut. Interessanter ist es aber zu zeigen, wie furchtbar der Winter war. Gibt es vielleicht Auswirkungen des langen Winters, die deine Erzählerin jetzt gerade sehen kann? (erfrorene Pflanzen z.B.) Damit wärst du dann direkt in der Geschichte. Das fände ich schöner. Lass den Leser deine Welt erleben und erzähl ihm nicht wie doof alles ist.


Das letzte Jahr war schrecklich für uns gewesen, die Meuterei auf diesem Schlachtkreuzer, meine Geiselnahme, die vielen unnötigen Tode guter und lieber Menschen und außerdem der Piratenüberfall auf das Passagierschiff, mit dem Kat und John auf Hochzeitsreise waren. Der Schwerverbrecher Victor Cullen war nach wie vor auf freiem Fuß. Ich fragte mich immer wieder, warum diese Galaxis nicht zur Ruhe kommen konnte. Das galt auch für mich. Und Christian hat mir noch immer keinen Antrag gemacht.

Das klingt interessant. Als Sci-Fi-Anhängerin hast du mich jetzt schon eher am Haken, als mit dem ersten Satz, der so in fast jedem Buch, das ich kenne auftauchen könnte. Darüber würde ich persönlich gerne mehr hören. Schlachtkreuzer, Meuterei, Piraten,... Oha! Aber insgesamt hat die Stelle meiner Meinung nach drei Probleme.
1. Handelt es sich um eine Rückblende. Nach dem ersten Satz direkt eine Rückblende zu bringen finde ich schwierig. Gerade in den ersten Sätzen willst du deine Leser in die Geschichte ziehen. Das ist schwierig, wenn irgendwelche Sachen aus der Vergangenheit erzählt werden. Du könntest dir überlegen, ob die Info hier wirklich hin gehört. (Später kannst du das ja immer noch schreiben.) Oder du könntest um auch Sci-Fi-Fans, die ja vermutlich deine Zielgruppe sind, anzusprechen die Gegebenheiten schildern. In einem Prolog, oder vielleicht im Stil eines Zeitungsartikels.
2. Erzählst du wieder. In fünf Sätzen bringst du nicht nur eine Meuterei auf einem Schlachtkreuzer, eine Entführung, den Überfall durch Piraten und viele Tote unter. Nein du erzählst außerdem, dass die Erzählerin gerne einen Antrag erhalten würde und lässt sie über die Galaxie philosophieren. Puh. Ganz schön viel für die armen fünf Sätzchen. wink Lass die Erzählerin doch auf ihren blanken Ringfinger sehen. (Oder lass sie über andere Ehesymbole deiner Zukunft nachdenken.)
3. Kann ich (auch als Frau) die Gedankengänge deiner Protagonistin nicht nachvollziehen. Sie denkt über Raumschlachten, Piraten und Entführungen nach und plötzlich ist sie bei einem Antrag, den sie gerne hätte? Die Informationen werden in der Sprache nach ihrer Wichtigkeit sortiert. Das bedeutet, die ersten und die letzten Informationen, die in Sätzen oder Abschnitten übermittelt werden, erhalten automatisch mehr Gewicht. Dieser Absatz sieht für mich aus, als sei der fehlende Antrag wichtiger, als die ganzen Katastrophen, die du beschreibst. Hoppla. Entweder sollte deine Protagonistin ihre Prioritäten überdenken oder du solltest mir als Leser vermitteln, was so unheimlich wichtig an der Hochzeit ist. Haben Hochzeiten in deiner Zukunft eine andere Bedeutung als heutzutage?

 


Mein Name ist Joanna, Joanna Lindner. Ich bin Angehörige der Militärpolizei und vor kurzem wurde ich zum Captain befördert, aber das tut nichts zur Sache. Die Geschichte scheint jetzt erst zu beginnen. Du könntest darüber nachdenken, alles vorherige zu streichen und später unterzubringen. Immerhin erfahren wir jetzt etwas über die Erzählerin, das finde ich gut. Aber wenn du beim zweiten Satz schon schreibst, das etwas unwichtig ist. Warum erzählst du es mir dann? (Du merkst, ich habe schon wieder das Wort erzählen benutzt wink.) Vielleicht beginnst du besser mit dem nächsten Satz. Da erfahre ich nämlich wo er ist und was die Erzählerin tut. Das ist erst einmal interessanter für mich, weil jetzt endlich ein Bild in meinem Kopf entsteht. Ich genoss die ersten Sonnenstrahlen bei einer Schorle in einem der Cafés im New Yorker Central Park und wartete. Ich wartete auf meine langjährige Freundin und Kollegin Kat. Kat, sie heißt eigentlich Katherine Ballard und arbeitet bei der Militärpolizei als Psychologin und Profilerin.

Ja, diese Sätze finde ich besser.

Ich wartete das sagtest du bereits schon über eine halbe Stunde auf meine Freundin. Kat hatte sicherlich die eine oder andere Unart, aber Unpünktlichkeit gehörte nicht dazu, irgendetwas musste vorgefallen sein. hatte... Ich nahm meinen Kommunikator und wollte sie gerade anrufen, als sie unvermittelt neben mir stand. Sie sah aus, als hätte sie geweint, aber ihre Mimik sagte genau das Gegenteil. Wie genau sagt die Mimik das? Nein, sie strahlte! „Kat!“ rief ich, „Wo zum Teufel hast du so lange gesteckt? Was ist passiert?“

Kat war sichtlich außer Atem und das, obwohl sie eine ausgezeichnete Sportlerin war. (Du erzählst mir also, sie ist gut im Sport? Muss ich das jetzt wissen? Und wenn ich es wissen muss, soll ich dir das jetzt einfach glauben?) „Joanna, ich muss dir was sagen und du bist die erste, die es erfährt. Nicht einmal John weiß es.“ Sie zog ihre schwarze Lederjacke aus und legte sie über die Stuhllehne. In ihrer Armbeuge konnte ich ein kleines Pflaster erkennen. So langsam ahnte ich etwas. (Das finde ich gut. Immerhin wird jetzt klar, das eventuell etwas im Busch ist. Das ist immer gut wink.)

Ich musste nur eins und eins zusammenzählen, (das brauchst du nicht zu wiederholen. Wir wissen doch schon, dass die Erzählerin etwas ahnt.) Kat und John hatten (hatten...) schon so oft darüber gesprochen, es konnte nur eines sein. (Du brauchst mir nicht wieder sagen, dass irgendwas ist. Dass etwas im Busch ist weiß ich schon seit einigen Sätzen.) „Du bist schwanger“, sagte ich und stand von meinem Stuhl auf.

„Ja!!!“, rief sie und hüpfte auf der Stelle. Ich konnte nicht anders, als meiner Freundin einfach um den Hals zu fallen. „Ich war gerade beim Arzt. Definitiv! Sechste Woche! Oh Joanna, ich freue mich so!!!“

Ich konnte Kat kaum beruhigen, ich freute mich so sehr mit ihr über diese tollen Neuigkeiten. Katherine war mit knapp 35 auch nicht mehr die allerjüngste und wünschte sich schon seit langem Kinder. (Ich dachte sie sind in der Zukunft? Werden die Leute genauso alt wie heute? 35 ist ja heutzutage schon kein so ungewöhnliches Alter für das erste Kind.) Allerdings hatte sie erst zwei Jahre zuvor den Mann ihres Lebens gefunden und ihn Ende letzten Jahres geheiratet. Die Glückliche. Wann ich heirate und endlich eine Familie gründen kann, wissen nur die Sterne.

So langsam habe ich das Gefühl, in dieser Welt sind Hochzeiten wirklich unheimlich wichtig. Es ist zwar ein Kind im Anmarsch aber die Hochzeit wird schon wieder betont.

Ich sah Kat an. Ihr schulterlanges, tiefschwarzes Haar glänzte mit ihren grauen Augen um die Wette. Die Anstrengungen und Schrecken des vergangenen Jahres schienen ihr äußerlich nichts ausgemacht zu haben, aber ich wusste, dass es ihr lange Zeit nicht gut gegangen war. Oft hatte sie nach dieser Meuterei mit mir gesprochen und klagte über Schlafstörungen und Alpträume, immerhin hatte man versucht, sie zu vergewaltigen. Zum Glück ist es nur bei dem Versuch geblieben und durch intensive Gespräche im Freundeskreis schaffte sie es schnell, über das Erlebte hinweg zu kommen. Kurze Frage: Gibt es Psychologen in deiner Zukunft? Ansonsten erzählst du mir wieder ziemlich viel. Überhaupt ist Kat eine bemerkenswerte, energiegeladene Frau mit Charme, Witz, Verve und fast schon angsteinflößender Intelligenz. Früher war sie ein Partytier; immer die erste, die irgendwo auftauchte und meistens eine der letzten, die ging. Wer Kat einmal kennengelernt hatte und sich von ihrem Frohsinn und ihrer Herzlichkeit anstecken ließ, musste sie einfach gern haben – bei mir war das anfangs nicht so. Ok, diese Kat ist ja ganz fantastisch. Zumindest sagst du mir das. Wie wäre es, wenn du es mir zeigst? Hat sie irgendwas Tolles erreicht in ihrem Leben? Dann ist sie ja vermutlich viel beschäftigt und hat kaum Zeit. Hat sie sich deshalb verspätet? Ich fände es schön, wenn sie mit ihrem ganzen Witz und Charme etwas Intelligentes sagen würde, das mich als Leserin zu dem Schluss kommen lässt, es mit einer witzigen und intelligenten Person zu tun zu haben. Zeig mir, was diese Kat für ein Mensch ist. Lass mich selber den Schluss ziehen, dass sie clever und toll ist. Witz, Charm und Intelligenz sieht man den Leuten nämlich nicht unbedingt an. Oder würdest du jemandem einfach glauben, wenn er/sie dir sagt, dass er/sie witzig, charmant, intelligent und überhaupt ganz toll ist?

Kat und ich saßen eine Weile im Café und schwatzten und lachten und kramten in den Erinnerungen der letzten zehn Jahre. Plötzlich fragte sie mich: „Sag mal, Süße, weißt du noch, wie wir uns kennengelernt haben?“

„Mein erster Tag an der Polizeiakademie? Nur zu gut“, antwortete ich. „Das war ein Scheißtag, den ich niemals im Leben vergessen werde …“


Ich hoffe, du kannst die eine oder andere Anmerkung gebrauchen. Den Rest vergiss ganz schnell wieder und nimm es dir nicht zu sehr zu Herzen. Den eigenen Text kritisieren zu lassen erfordert viel Mut und das bewundere ich sehr. Außerdem macht dich allein dein Wunsch nach Kritik schon zu einem besseren Schreiber.
Es gibt einige Dinge in dem Text, die ich gut finde und die Potenzial haben. Die Piraten und Schlachtkreuzer machen Lust auf die Welt.

Alles Gute
smile
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