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Lichtfrau
Sonntagsschreiber


Beiträge: 24
Wohnort: Rheinland


BeitragVerfasst am: 12.06.2015 06:29    Titel: Du eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wenn ich dich sehe,
geht in meinem Herzen die Sonne auf.
Diese Sonne besteht aus Stolz
und aus Freude.
Stolz darüber, was aus dir geworden ist.
Freude, weil du mich Anteil haben lässt an deinem Leben.
Dankbarkeit für den Teil, den wir bisher gegangen sind
und für den Satz, der immer in mir klingt:
"Ich liebe dich, darfste nie vergessen.."



_________________
Ich probiers mal mit Schreiben. Ideen hatte ich immer viele, aber umgesetzt hab ich bisher keine, jetzt geht es los!!
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nebenfluss
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 3815
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
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BeitragVerfasst am: 13.06.2015 13:47    Titel: Re: Du Antworten mit Zitat

Hallo Lichtfrau,

der Hang zum kompletten Satz inklusive korrekt-konventioneller Interpunktion sowie die wörtliche Rede lassen mir das als lupenreine Umbruchsprosa erscheinen. Eine bestimmte Metrik erkenne ich nicht, und auch auf der Sinnebene sorgen die Zeilensprünge m. E. nicht für Mehrwert.
Warum also soll dies als Lyrik daherkommen? Was ginge den Text verloren, schübe man ihn zu reiner Prosa zusammen:

Wenn ich dich sehe, geht in meinem Herzen die Sonne auf. Diese Sonne besteht aus Stolz und aus Freude. Stolz darüber, was aus dir geworden ist. Freude, weil du mich Anteil haben lässt an deinem Leben. Dankbarkeit für den Teil, den wir bisher gegangen sind und für den Satz, der immer in mir klingt: "Ich liebe dich, darfste nie vergessen.."
?

Was Wortwahl -> Inhalt-> Aussage angeht, sind diese Zeilen sicherlich Grund zur Freude für jeden persönlich angesprochenen, der weiß, womit er sie sich verdient hat und worauf sie sich beziehen. Mich als deinen anonymer Leser erreichst du damit nicht, denn selbst, wenn ich der Täuschung aufsäße, es würde hier ein mir vertrauter Mensch, einer meiner Elternteile z. B., zu mir sprechen, würde mich die wörtliche Rede im letzten Satz durch ihre Konkretheit doch der Illusion berauben.

Ich distanziere mich also von diesem LD und suche stattdessen das Literarische, also das Besondere in diesen Worten, und damit auch das Besondere dieser Beziehung zwischen LI und LD. Und finde nichts.
Die beschriebenen Emotionen (Stolz, Freude, Dankbarkeit) sind überaus abgenutzt, "in meinem Herzen geht die Sonne auf" und "ich liebe dich" ... so wahrhaftig solche Empfindungen sein mögen, sind sie doch sprachliche Floskeln, die in einem literarischen Text nichts zu suchen haben.

Ein einziger konstruktiver Tipp, den ich dir im Moment geben kann, ist in konkreteren und möglichst auch originelleren Bildern zu denkdichten und abstrakte Begriffe zu vermeiden, siehe:
Zitat:
Dankbarkeit für den Teil, den wir bisher gegangen sind

Man geht ja keinen Teil bzw. doch, aber einen Teil wovon?  Von einem Weg, einem durchs Gebüsch getrampelten Pfad oder einer Straße, die möglicherweise bereits in der Römerzeit gepflastert wurde und auf der man hätte stolpern können wegen der vielen vom Gestrüpp der Jahrtausende hochgedrückten und aufgebrochenen Steine ...

Tut mir Leid, dass ich dir keine positivere Rückmeldung geben kann - lass dich bitte nicht entmutigen davon.

LG


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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keinort.nirgends
Schreiberassi


Beiträge: 69

Die lange Johanne in Silber


BeitragVerfasst am: 13.06.2015 16:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lichtfrau,

bei diesem Text kommt es aus Bewertersicht wohl sehr darauf an, mit welcher Motivation und für wen du ihn geschrieben hast. Ich meine zu merken, dass das hier ein sehr persönlicher Text sein könnte; also für eine bestimmte (nahestehende) Person geschrieben sein könnte. In diesem Rahmen bzw. für diese Person funktioniert der Text mit Sicherheit: Ich kann mir vorstellen, dass sich derjenige/diejenige über ihn freut und auch mit den einzelnen Passagen etwas anfangen kann, weil er/sie sie auf vielleicht gemeinsam erlebte Momente beziehen kann.

Im zeitgenössischen Lyrikdiskurs würde der Text leider nicht bestehen. Weil: Einerseits gewinnt der Text gar nicht durch die Zeilenumbrüche, was ja ein Gedicht prinzipiell versucht, sich zunutze zu machen. Eigentlich könnte jeder der Zeilenbrüche hier auch an einer anderen Stelle im Vers gesetzt sein, ohne dass der Text dadurch etwas an Sinngehalt verlöre. Der Text würde genau so wahrscheinlich auch als kurzes Stück Prosa wirken. Andererseits ist ein Gedicht auch immer eine Gratwanderung zwischen konkret und geheim. Und nur wenn diese Waage in Balance ist, eröffnen sich dem Rezipienten viele eigene Leseräume, meine ich zumindest.
Ich will dir, was ich meine, an ein paar Stellen aufzeigen:

(1) "Stolz darüber, was aus dir geworden ist." - das ist nicht besonders konkret - "was aus dir geworden ist" - das könnte alles bedeuten. Ist hier jemand gut in der Schule geworden? Hat hier jemand seine Lehre zum Mechaniker abgeschlossen? Kriegt hier jemand sein Leben jetzt besser auf die Reihe? Aus dieser Vieldeutigkeit heraus könnte man versucht sein zu sagen, das spräche doch für Geheimnis, für viele Möglichkeitenräume. "Geheim" im lyrischen Sinne ist es aber auch nicht, weil hier bei mir kein Bild entsteht - "was aus dir geworden" bleibt als Allgemeinplatz zurück. Es eröffnet hier also weder konkret eine lyrische Situation, noch erzeugt es ein Bild - und ist deshalb meiner Meinung nach nicht besonders geeignet dafür, auf diese Weise im Text zu stehen.

(2) "den Teil, den wir bisher gegangen sind" - hier gilt eigentlich das Gleiche wie oben.

(3) "geht in meinem Herzen die Sonne auf" - das ist zwar schon erst einmal ein Bild. Aber leider haben das nicht nur Leute, die viele Gedichte lesen, sondern eigentlich jedermann schon unzählige Male gelesen. Auf diese Weise verkommen derartige Bilder dann zu Floskeln, die in sich eigentlich keinen lyrischen Mehrwert mehr tragen.

Zu (1) und (2) hätte ich eine Idee: Vielleicht könnte es lohnend sein, einmal diese beiden ziemlich generellen Aussagen auf etwas Greifbares abzuleiten. Also für beide Aussagen eine ganz konkrete Situation, ein "prototypisches" Beispiel gewissermaßen, zu suchen und dann damit weiter zu arbeiten.

So wie der Text jetzt dasteht, kommt bei mir persönlich leider wenig an, was mich gedanklich beschäftigen würde oder was mir einen persönlichen Lesespielraum eröffnen könnte.

Vielleicht gibt mein Kommentar ja Anregungen.

Liebe Grüße,
Kein Ort

PS (Edit): Hatte nicht gesehen, dass Nebenfluss in der Zwischenzeit etwas geschrieben hatte. Unsere Kommentare gehen ja in eine ähnliche Richtung. Vielleicht kannst du daraus für dich selbst und den Text mitnehmen?
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Lichtfrau
Sonntagsschreiber


Beiträge: 24
Wohnort: Rheinland


BeitragVerfasst am: 14.06.2015 13:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hallo, Nebenfluss
vielen Dank für deine Rückmeldung!
ich bin nicht ent- sondern ermutigt, weiter zu machen.

Jaa, das Gedicht, äh, Geschreibsel, habe ich meinem Sohn zu Weihnachten geschenkt, nach einer schweren Zeit, die die ganze Familie durchmachen musste.
Ich habe lange gezögert, es hier einzustellen, dachte mir dann aber, " So what? Irgendwie muss ich ja mal anfangen, warum nicht damit?"
Ich kenn mich hier noch nicht so aus, habe wenig Ahnung davon, wie hier miteinander umgegangen wird, deshalb dieser Testballon.

In dem Gedicht geht es in der letzten, von dir kritiserten, wörtlichen Rede um eine SMS, die mein Sohn mir in einer für mich sehr entscheidenden Situation gesendet hat. ER hat mir damit sehr viel Hoffnung gegeben und gerade der flapsige Ton (darfste) hat mich tief berührt und getragen.

Du hast genau das beschrieben, was ich befürchtet habe. " Hey, schreib mal erst mal was "Vernünftiges", das kannst du hier nicht einstellen, das ist viel zu persönlich und nur ihr zwei versteht den tieferen Sinn dahinter.

Das leise Danke und die Umarmung, nachdem er meine Zeilen gelesen hatte, das war mein schönstes Geschenk Weihnachten 2014

Er hat sein Geschenk, vielleicht sollte ich es noch einmal umschreiben??

Eins verstehe ich an deinem Beitrag aber nicht, die Kritik an dem gemeinsam gegangenen Weg. Ich dachte, dass zumindest der Teil klar wäre. Damit ist unser gemeinsamer Lebensweg gemeint.
Ahh, wieso hab ich denn Teil und nicht Weg geschrieben??
Danke


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Lichtfrau
Sonntagsschreiber


Beiträge: 24
Wohnort: Rheinland


BeitragVerfasst am: 14.06.2015 13:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hallo keinort. nirgens

auch für deinen Kommentar möchte ich mich bedanken. Du hast direkt erkannt, für wen ich das geschrieben und welche Intention ich verfolgt habe.

Wie ich schon an meiner Antwort zu Nebenfluß geschrieben habe, ist das Gedicht sehr persönlich und für meinen Sohn war wohl ganz klar, was ich damit gemeint habe.

Ihr beide meint, ich soll es umschreiben.
Ich habe beim Einstellen nicht viel nachgedacht. Als keine Kommentare kamen, dachte ich, keiner macht sich die Mühe, weil es überhaupt nicht gefällt.

Ihr zwei habt euch die Mühe gemacht, das finde ich großartig  und ich werde über deine Anregugen nachdenken, allerdings wird es dann sehr autobiografisch. Ich weiß noch nicht, ob ich dafür bereit bin.


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