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Die Gravitation ist eine Lüge

 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Dichte Weite 05/2015
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Autor Nachricht
Sue Ulmer
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 25
Beiträge: 331
Wohnort: Göttingen


BeitragVerfasst am: 27.05.2015 15:28    Titel: Die Gravitation ist eine Lüge eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Gravitation ist eine Lüge

Zeitenträume fließen den Ganges über Inder
die Götter verehren bekehrt der
Wind zur Leere
als ob der Geist der
Meere ein Flussgebet
erhört dem Sturm den
Einlass verwehrt einen
Zeittraum gewährt
Als ob

Und Raumzeiten die durch den Kosmos dringen drängt ein
Mensch in seine elementare Dose erfindet eine
 Gleichung hat die Endlichkeiten soweit
gefunden in den
  Weiten soweit nimmt
ein jeder Forscher sie errechnet  die Zeit aus
Schwerkraft und Raum als
ob das so stimmt als ob
Masse die
Raumzeit krümmt
Als ob

Und so, genauso, sagst du, Zeiträume in Lebenszeiten, die
man untergliedert und einteilt und emotional durchgeht
und verlässt und du sagst, dass ein
Punkt gesetzt in einer endlos weiten
Welt mit seinem Sinnesabschnitt
Weichen  stellt, und nach Jugend und Alter und
Hochzeit und Erben und Tod bleibe die Zeit ein Entgelt der
Ereignisse, sagst du das, als ob
uns die Vergangenheit oder die Zukunft oder der
Schnittpunkt am Leben hält und deshalb das
zeitlich korrekte Sterben
leichter fällt
Als ob!

Aber die Gravitation ist eine Lüge
Sie ist eine Lüge
Deine Gravitation lügt

Den Zeitenraum der nicht mehr atmet verlässt die
Gegenwart  wir also bleiben uns übrig denn  Zeit lebt
ohne Raum kein Raum ohne die Zeit und
wir schweigen es tot als
ob die Welle die der Felsen bricht nicht
einfach nur
zurückgeworfen wird, das Licht
den Spalt vergisst sich legt und
der Schall keinen findet der
ihn weiter trägt
Als ob Gestein den
Fluss zum Anhalten bewegt
Als ob

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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 53
Beiträge: 1754
Wohnort: im Diesseits
Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 29.05.2015 13:49    Titel: Antworten mit Zitat

Der Titel ist ja schon mal eine viel versprechende Provokation - was mich dann überrascht, ist der schnelle Wechsel hin zum Ganges.

Ich gehe also erst einmal davon aus, dass hier nicht in erster Linie ein theoretischer Diskurs in Sachen Astrophysik vollzogen werden soll, sondern die Strophen und Verse mir als Leser inhaltlich etwas bildhaft aufzeigen sollen. In meinem Falle gelingt das nicht, da mir hier zu viele Haken geschlagen werden, denen ich nicht folgen kann: was hat der Hinduistische Glaube mit Einsteins Relativitätstheorie gemein? Nichts. Oder?

Soll das eine mit dem anderen verglichen werden, oder beides für widersinnig erklärt? Ich kann dem nicht folgen.

Die Kernstrophe für mich ist eigentlich die, in der LI zum Du zu sprechen beginnt und dessen Ansichten über das Sein in der Zeit zerpflückt.

Vielleicht bin ich an dieser Stelle noch zu durcheinander vom Sprung über den Ganges in die gekrümmte Raumzeit, aber auch in dieser Strophe werde ich nicht schlau aus dem, was LI sagen will.

Letztlich erklärt es mir den ganzen Zauber vom Glauben bis zur Wissenschaft zum Humbug, oder verstehe ich das falsch?

Was mich zusätzlich ins Stolpern bringt, sind auch die vor allem zu Beginn recht eigenwillig konstruierten Verse:


Zitat:
Zeitenträume fließen den Ganges über Inder
die Götter verehren bekehrt der
Wind zur Leere


Mühsam, diesem Satzkonstrukt, das sich da andeutet, einen Sinn zu entnehmen, wenn die Verse zwar irgendwie zusammengehörig zu lesen sein sollen (zumindest erscheint das so), sich ein Sinngehalt für mich aber nur erraten lässt.

Weshalb stranden die Inder am Ende des ersten Verses? Und was bedeutet dann vorher das "Zeitenträume fließen den Ganges über"? Das wirkt recht sperrig und das Enjambement ergibt keinen weiteren Sinnzusammenhang, erweitert mir nicht den Bedeutungsraum. Jedenfalls erkenne ich das hier nicht. Kann an mir liegen, dass ich, einmal verwirrt, von selbst nicht mehr herausfinde.

Solche Stellen tauchen für mich in diesem Gedicht häufiger auf, obgleich sich die Verse und Strophen mit dem Fortschreiten des Textes flüssiger lesen.

Das Meiste bleibt mir so sowohl auf formaler wie inhaltlicher Ebene verschlossen.
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 405

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 30.05.2015 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Bezug zu den Zeiträumen ist da. Aber ich als Lyriklaie stolpere über die fehlende Zeichensetzung.
Die Bilder bringen bei mir nichts zum Klingen.

Grüße
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Einar Inperson
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1742
Wohnort: Auf dem Narrenschiff


BeitragVerfasst am: 31.05.2015 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo du, irgendwo in Raum und Zeit,

als ob mir das nicht gefallen könnte. Als ob da nicht Passagen enthalten wären, die allein so schön sind, dass sie mich als Zwei-, Drei-, Vierverser nicht zum erneuten Lesen veranlasst hätten.

Als ob das mit 7 Punkten hinreichend gewürdigt wäre.

Als ob das Leben eine Gleichung sein könnte. Als ob die Gravitation keine Lüge sein muss, wo doch die Entfernung von ihm zu ihr (so lese ich das: ihm zu ihr) zunimmt. Die Gravitation lügt. Es gibt keine Anziehung mehr. Der Fluß fließt unaufhaltsam.

Wie poetisch technische, wissenschaftliche Begriffe sein können.

Danke schön.


_________________
Traurige Grüße und ein Schmunzeln im Knopfloch

Zitat: "Ich habe nichts zu sagen, deshalb schreibe ich, weil ich nicht malen kann"
Einar Inperson in Anlehnung an Aris Kalaizis

si tu n'es pas là, je ne suis plus le même

"Ehrfurcht vor dem Leben" Albert Schweitzer
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Mardii
Stiefmütterle

Alter: 59
Beiträge: 1819



BeitragVerfasst am: 31.05.2015 16:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lyriker/in,

die Träume von der Zeit sehen für Inder wohl anders aus, als für Europäer. Die Wiedergeburtenlehre des Hinduismus schafft einen anderen Hintergrund. Für mich stellt sich die Frage, wie sich das mit dem Rest des Textes und dem Zitat verbindet.
Die Vorstellung von den Wiedergeburten, bringt eine andere Wahrnehmung des Zeiterlebens mit sich, nehme ich an. Vielleicht kann ein Mensch, der an eine Wiedergeburt glaubt, sich eher mit den Widrigkeiten des Lebens abfinden und Hoffnung auf ein besseres Leben werfen. Der Glaube beinhaltet auch, dass man sein Leben so gut wie möglich führen muss, um eine Verbesserung in einem kommenden Leben zu erreichen.

Zitat:
Und Raumzeiten die durch den Kosmos dringen drängt ein
Mensch in seine elementare Dose erfindet eine
Gleichung hat die Endlichkeiten soweit
gefunden in den


Ich nehme an, hiermit ist Einstein gemeint und Newton, der die Schwerkraft beschrieben hat. Der Titel des Gedichts und diese Zeilen, wie die Kommenden, zielen auf eine westliche Denkweise ab, die die Erkenntnis der Dinge in nur einem Leben voraussetzt.
Der Text stellt diese in Kontrast zur fernöstlichen in Frage und damit auch die Aussage des Zitats. Das hat vielleicht eine beruhigende Wirkung auf den Mensch, der in seiner unbefriedigenden Gegenwart nichts finden kann.
Das Denken in großen Gedankenspielen wie ein Raum-Zeit-Kontinuum, ist doch beschwerlich.
Das Zeitempfinden ist eher so, wie es Inder empfinden, man lebt in der Gegenwart und hat nicht unmittelbar Zugriff auf Vergangenheit und Zukunft.
Das Empfinden von Schwellen im Vergehen der Zeit ist wohl fraglich, man kann die Übergänge zwischen einzelnen Abschnitten auch als fließend sehen.
Der Text stellt die Aussage des Zitats in Frage und versucht seinen Gegenentwurf in der Naturphilosophie. Schall, Welle und Raum finden dort ihre Bestätigung und Die Gravitation ist eine Lüge.
Ein ansprechender Text.

lg Mardii


_________________
`bin ein herzen´s gutes stück blech was halt gerne ein edelmetall wäre´
Ridickully
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6692
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 31.05.2015 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde das genial, dass das ganze Gedicht um dieses anzweifelnde "als ob" zu spinnen, als ob das so stimmen würde, was uns Forscher über die Gravitation erzählen, über den Raum und die Zeit. Herrlich diese verunwissenschaftlichte Wissenschaft, als ob es sich bei den Thesen um wirkliche Erkenntnisse handeln würde. wink
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Rainer Zufall
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 64
Beiträge: 803

Pokapro und Lezepo 2014


BeitragVerfasst am: 02.06.2015 08:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab mich schwer getan, reinzukommen. Doch es hat was, dein Gedicht. Später fand ich es immer besser.  Ich muss mal dazu sagen, dass ich diese ESC-Bewertung nervig finde. In einer anderen Wertung hättest du von mir mehr Punkte erhalten.
Aus Zeitgründen leider kein weiterer Kommentar.
Viele Grüße
Zufall
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.06.2015 01:19    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour!

Nach mehrmaligen Versuchen in deinen Beitrag zu steigen, muss ich dir leider sagen, dass meine Lesegewohnheit hier an ihre Grenzen stößt. Worum es genau in deinem Gedicht geht, ist mir leider nicht ersichtlich, wenn ich mir die "Sätze" selbst zusammensetzen muss, damit sie Sinn ergeben.
Teilweise sind mir manche Bezüge unklar:
Zitat:
Zeitenträume fließen den Ganges über Inder <-- Dein Einstieg erschwert mir ungemein, in dein Gedicht reinzufinden. Was möchtest du hier sagen?
die Götter verehren <-- wozu diese Info? Im Gesamtkontext deines Gedichts betrachtet, hat die Gläubigkeit von Indern keine Relevanz für den restlichen Text. Wozu ist das hier wichtig? bekehrt der <-- worauf bezieht sich "bekehrt"(Singular)? Auf die Zeitenträume, die Inder oder die Götter (jeweils im Plural)? Warum aber im Singular formuliert?
Wind zur Leere
als ob der Geist der
Meere ein Flussgebet
erhört dem Sturm den
Einlass verwehrt einen
Zeittraum gewährt
Als ob

Und Raumzeiten die durch den Kosmos dringen drängt ein <-- Bezieht sich das nicht nach dem "Nebensatz" (grün) auf die Raumzeiten und müsste nicht der Plural verwendet werden?
Mensch in seine elementare Dose erfindet eine
 Gleichung hat die Endlichkeiten soweit
gefunden in den
  Weiten soweit nimmt
ein jeder Forscher sie errechnet  die Zeit aus
Schwerkraft und Raum als
ob das so stimmt als ob
Masse die
Raumzeit krümmt
Als ob
<-- Auffällig ist neben dem Ineinanderfließen von "Sätzen" das völlige Fehlen von Satzzeichen. Das ändert sich in den folgenden Strophen.

Zitat:
Und so, genauso, sagst du, Zeiträume in Lebenszeiten, die
man untergliedert und einteilt und emotional durchgeht
und verlässt und du sagst, dass ein
Punkt gesetzt in einer endlos weiten
Welt mit seinem Sinnesabschnitt
Weichen  stellt, und nach Jugend und Alter und
Hochzeit und Erben und Tod bleibe die Zeit ein Entgelt der
Ereignisse, sagst du das, als ob
uns die Vergangenheit oder die Zukunft oder der
Schnittpunkt am Leben hält und deshalb das
zeitlich korrekte Sterben
leichter fällt
Als ob!

In der dritten Strophe wird ein LDu eingeführt und adressiert. LI fasst zusammen, was LDu gesagt hat. Es entsteht aber kein Dialog, kein richtiger Gedankenaustausch zwischen LI und LDu, sondern LI "belehrt" LDu. Diese Belehrung bzw. ihre Motivation erreicht mich als Leser leider nicht, weil ich bei den als Thesen formulierten Gedankengängen zu sehr außen vor bin. Für mich das eigentliche Problem deines Gedichts. Du formulierst und springst in Thesen, sowohl vom LDu als auch vom LI geäußert, aber zu einer Argumentation kommt es nicht. Es kommt zu keiner Tiefe, zu keinem (Be-)Greifen. Ich bleibe als Leser außen vor und du erzeugst bei mir Desinteresse.

Nur in der dritten und der fünften Strophe verwendest du Kommata und in der dritten Strophe ein Ausrufezeichen. Warum?

Die Strophen 1 und 2 unterscheiden sich in ihren Satzstrukturen (fließende Übergänge und Überschneidungen von "Sätzen") von den übrigen Strophen, die konventioneller gehalten sind und lesbarer sind. Warum dieser Wechsel?

Insgesamt lässt mich dein Gedicht kalt, lässt mich außen vor. Ich bin nicht reingekommen und durchgestiegen durch die Behauptungen und kann mit dem Titel und der Erkenntnis
Zitat:
Aber die Gravitation ist eine Lüge
Sie ist eine Lüge
Deine Gravitation lügt

, mit der LI das Gesagte von LDu widerlegt, nichts anfangen. Es tut mir leid.

Im Vergleich zu den anderen Beiträgen, hast du es leider nicht in meine Top 10 geschafft: zéro points.

Merci beaucoup.

LG,
Constantine
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keinort.nirgends
Schreiberassi


Beiträge: 69

Die lange Johanne in Silber


BeitragVerfasst am: 04.06.2015 02:42    Titel: Antworten mit Zitat

Auch mir kam nach Themenbekanntgabe spontan die Idee, den Zeit [] Raum in Raumzeit umzudrehen, auf das Raum-Zeit-Kontinuum der Physik. Hier wird sozusagen der Dreidimensionalität des Raumes im gleichen Koordinatensystem neben der x-,y-,z-Achse noch eine vierte t-Achse hinzugefügt, die die Zeit angibt. Ich finde solche Ideen zunächst einmal ziemlich interessant, weil sie eine zweite textliche Ebene bereithalten; also nicht das allernaheliegendste aus dem Zitat gemacht wird.

Nur kriege ich deinen Text irgendwie nicht zu fassen. Ich weiß noch nicht genau, warum. Was ich weiß, ist, dass mir gleich der Einstieg schon schwer fällt:

"Zeitenträume fließen den Ganges über Inder
die Götter verehren bekehrt der
Wind zur Leere"

Hier kommt ein wenig greifbares Bild bei mir an, was vielleicht auch mehr noch an den Begriffen liegt als an der Bildidee. Mit dem Hintergrundwissen, dass es sich hier um einen Wettbewerb mit dem Thema "zeit [] räume" handelt, habe ich automatisch "ZeitenTräume" auch als "ZeitEndRäume" gelesen - ohne zu wissen, was das genau sein soll. Klar, so steht es nicht da, aber zumindest sind es Homophone und hier hat mich mein Hintergrundwissen im Lesen gelenkt. In beiden Lesarten finde ich es ein unpassendes Wort für einen Einstieg. Weil: Es bleibt für mich ein Abstraktum, unter dem ich mir wenig vorstellen kann. Mir fehlt hier die textliche Aufladung des Wortes mit einem individuellen Sinn bzw. eine Zuschreibung. Wenn es später im Text kommen würde, vielleicht würde es dann eine stärke textliche Aufladung erfahren; durch das Voranstehende.

Danach geht es schon weiter mit meiner Irritation. Ich habe mir diese ersten drei Zeilen sehr oft durchgelesen, kriege sie syntaktisch aber immer noch nicht zusammen - obwohl ich selber auch mit kaum/wenig Interpunktion schreibe und gerne Satzstücke auseinanderreiße. Als stakkatohaftes Satzfragmente finde ich's nicht besonders gelungen, als zusammenhängendes Konstrukt entzieht sich mir ein Sinn/ein Bild. "Inder" lese ich durch den voranstehenden "Ganges" automatisch tatsächlich als "Inder", also als das Volk; gleichzeitig weiß ich nicht wirklich, was sie da zu suchen hätten. Habe das Wort "Inder" sogar gegoogelt, um zu schauen, ob es irgendeine Bedeutung des Wortes "Inder" gibt, die ich nicht kenne - ein Flussname oder was auch immer - bin da aber nicht fündig geworden. So, an diesem Punkt hat sich mir tatsächlich die Satzstruktur dieser drei Verse erschlossen: "die" ist wohl als Relativpronomen zu lesen und nicht als Artikel. Zwecks Authentizität lasse ich das oben allerdings stehen, vielleicht hat sich diese Irritation ja auch bei anderen gebildet. Ich persönlich würde dir sehr empfehlen, das am Anfang klarer zu halten, weil meiner Meinung nach der Text nicht durch die Enjambements dazugewinnt - sondern ganz im Gegenteil das Bild hier eher untergeht. Vor allem über das drangehängte "Inder" in der ersten Zeile würde ich nachdenken.

Dann kommt in der dritten Versgruppe auf einmal Interpunktion. Das könnte zum inhaltlich Verhandelten passen: Auch hier ist ja von Einschnitten, von gesetzten Punkten die Rede. Hier wird dann gleichzeitig das Zitat ziemlich eindeutig verarbeitet.

Hierbei belasse ich es mal vorerst, damit ich den Kommentar abschicke. Wenn ich zügig mit dem Kommentieren voran komme, melde ich mich vielleicht nochmal genauer.

Insgesamt finde ich den Text unrund und die einzelnen Ideen nicht genau genug ausgearbeitet.

Schöne Grüße,
Kein Ort. Nirgends
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MrPink
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Der Bronzene Wegweiser


BeitragVerfasst am: 05.06.2015 09:44    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry,
hab es leider sehr eilig, bin spät dran und überhaupt.. Embarassed

Es gefällt mir, wie die Reime das Gerüst bilden und dem Textwust eine nötige Struktur vermitteln, ohne das es gezwungen wirkt.
Auch vom Inhalt her vermag der Text zu gefallen.

MrPink:
eight points


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(Buk)
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Stimmgabel
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Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 05.06.2015 10:14    Titel: Antworten mit Zitat

-



zu   Die Gravitation ist eine Lüge

ehrlich gesagt verstehe ich hier keinerlei Text_zusammenhang bzgl der einfach so Behauptung [ ohne textale Unterlegung ]: die Gravitation sei eine Lüge, sowie den hier gemachten, locker flockigen pseudo_wissenschaftlichgen Gedankengängen zur Zeit,
versatzstückend reingestreut,
[z.B. dieser bindungslose, einfach so dahingesetzte Gedanke:

  Zeit lebt ohne Raum kein Raum ohne die Zeit ...

und nun? ... oder und weiter? ]. selbst wenn Gravitation, oder nicht, was will mir der Text sagen?  Zeit umfasst uns zwar permanent [ als fühlten wir zwar eine Zeit_gravitation? ], aber letztlich ist Zeit doch nur eine Illusion, und das wirkliche Leben findet anders, ohne sie statt? ... will das der Text irgendwie andeuten ... ???

wofür hier stundenlang diese angedeuteten pro/kontra Zeiten_dips ... nur, damit es ein langes Gedicht wird?

und, wie schon gesagt, dieser einsame Titel ... mMn nur ein Hasch_effekt.

zudem ist dieser Text mMn einzig eine Umbruck_Prosa ... aber kein Langgedicht ... ok, das hier ist ein langes vers-libre Gebilde - doch das ist etwas anderes Wink !!!




Gruß Stimmgabel


-


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crim
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BeitragVerfasst am: 05.06.2015 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt sehr die Wahl des Als ob!, als wiederkehrender Vers. Schöner Titel. Sonst find ichs eher so mittel, obwohl das Ende schon stark ist. (1) Punkt!
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finis
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Die lange Johanne in Bronze


BeitragVerfasst am: 06.06.2015 14:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo.

Der Einstieg in Dein Gedicht fällt schwer. Das liegt vor allem an der etwas seltsamen Setzung, durch die die Bezüge verwischt werden. Aber ich mag den Zeittraum. Sehr. Mir wird nur nicht klar, welche Funktion diese ersten beiden Strophen erfüllen sollen: sie setzen sich stark von den folgenden ab und mir fällt es schwer, sie miteinander in Verbindung zu bringen.

Sobald das lyrische Du dann auftaucht, gewinnt das Gedicht an Strukur und der Tonfall wird sicherer, klarer.
Da bin ich mir dann nur noch unsicher, ob Du die Wiederholung als Stilmittel nicht überreizt oder die Synonymenhäufung. Ob es sich wirklich lohnt ein Wortfeld bis aufs letzte durchzugehen.
Das gipfelt dann hierin:
Zitat:
Aber die Gravitation ist eine Lüge
Sie ist eine Lüge
Deine Gravitation lügt
- Drei Verse, die exakt das gleiche sagen, na gut, im letzten wird die Gravitation dem lyrischen Du zugeordnet. Kurz: das hätte sich in einem Vers sagen lassen und wäre dann nicht derart redundant gewesen.

Da sind immer wieder kleine Juwelen: "wir also bleiben uns übrig"; "das zeitlich korrekte sterben"; "Als ob Gestein den Fluss zum Anhalten bewegt" . Die bergen viel und bringen mich dazu das Gedicht aufrichtig zu mögen. An diesen Stellen habe ich den Eindruck wirklich ertasten zu können, worum es dem lyrischen Ich geht.

Ich bleibe bis zum Schluss etwas ratlos. Wie soll ich die unterschiedlichen Elemente verknüpfen? In meiner Vorstellung gelingt kein stimmiges Ganzes. Das finde ich ausgesprochen schade.

Gern gelesen. LG.
finis


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Zinna
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BeitragVerfasst am: 06.06.2015 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

.
Hallo Inko,

die Zeit war knapp zum schreiben und kommentieren, passt ja zum Thema. Irgendwie.
Ich bitte um Verzeihung, dass  meine Kommentare diesmal besonders kurz ausfallen.

Klasse Titel.
Ein Berggedicht, es steigert sich ab der Mitte. Der Beginn sagt mir nicht  so zu.
Die integrierten Reime empfinde ich als angenehm.
Eine Lieblingsstelle habe ich:

als
ob die Welle die der Felsen bricht nicht
einfach nur
zurückgeworfen wird,


Dieses Gedicht gewinnt mich während des Kommentierens und erreicht doch meine Punkteränge.

LG
Zinna


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lilli.vostry
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BeitragVerfasst am: 07.06.2015 02:14    Titel: aw:DieGravitationisteineLüge Antworten mit Zitat

Hallo,

 dieser Text liest sich ziemlich kompliziert und Gedanken- und Zeilenfall wirken auf mich unausgegoren bzw. greifen nicht ineinander.

Das wiederholende "Als ob" steht allein und zusammenhanglos da.
Vers 3 find ich sehr prosaisch und gibt sehr direkt das Zitat wieder, zu wenig Auseinandersetzung damit.
In Inhalt, Form und Sprache wenig ausdrucksstark.

Der letzte Vers, besonders die ersten drei Zeilen, gefällt mir gut.

Daher wenigstens 1 Punkt von mir.

Viele Grüße,
Lilli


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Lionne
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Ei 8


BeitragVerfasst am: 07.06.2015 09:30    Titel: Re: Die Gravitation ist eine Lüge Antworten mit Zitat

Dieser Text fasziniert mich und doch knack ich ihn nicht. Wink
Hier spielt jemand ziemlich gekonnt mit grossen, bedeutungsvollen Worten und bricht die Zeilen so, dass es dem Rhythmus dient (vermute ich).
Für mich ist dieser Text ein prächtiges Mosaik. Ein Bernsteinfarbenes, und ich entdecke immer wieder neue Details darin.

Zeitenträume und atmende Zeitenräume. Einfach schön.  

Ich würde sehr gerne mehr verstehen.
Bei der Kommasetzung hast du dir bestimmt was überlegt. Aber ich frage mich, weshalb ab und zu Kommas und dann wieder nicht?
Die ersten drei Zeilen der letzten Strophe bereiten mir am meisten Mühe. Möglicherweise würden da ein paar Kommas zur Verständlichkeit beitragen. "Wir also bleiben uns übrig" steht da so leicht ausgegrenzt, diesen Teil stelle ich mir in Klammern vor. Und trotzdem steh ich rätselnd davor.
Der Schluss gefällt mir wieder ausgezeichnet. smile


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anderswolf
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 336



BeitragVerfasst am: 07.06.2015 14:03    Titel: Antworten mit Zitat

Einerseits ein Gedicht, das so kryptisch ist, dass es nach Interpretation schreit, nach einer Bedeutung, die ihm aber wohl nur der Verfasser wirklich geben kann. Sollte ein Gedicht genau das sein, nämlich ein Rätsel dem Leser, gäbe es wohl Punkte. Hier andererseits wird dem Leser eine künstlich verstellte Tatsache geboten, die obschon sie zwar nicht unwahr ist, sich dennoch hinter so verwirrenden Konstruktionen verbirgt, dass der Anwurf von Verkünstelung als Kunst sich stellt.

Null Punkte.
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