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Gast







BeitragVerfasst am: 16.03.2015 01:20    Titel: Spaziergang am Abend eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Silber steigt auf, Himmelsbrand, Feuer lodert, rot glühend. Gelbe Töne; flache Melodien, Hügel. Schwarze Welt, nur gelb und rot. Gemischte Farben trennen sich auf, orange, Duft. Gänsehaut.

Wind pfeift Geruch von Kaminrauch durch deine Haare, Wind fährt rau kühl ins Gesicht. Schritt für Blick, Blick für Schritt schaust du voran.

Oben zerbricht, blutende Wolken weinen, Lichtpunkte. Rauschen und Meer und mehr und mehr laut. Sind alte Geschichten, kennst du. Farben im goldroten Zelt: Über dir oben schau hoch.

Erwartung und egal ist dir alles, wo? Wie? Wann spät? Leuchtender Kreis verschwindet, taucht auf, beide gleich verschieden und doch anders identisch. Kennst du schon, alles alte Geschichten Orte Zeiten Bilder.

Silber übertönt bunt, lila blau schwarz fühlt die Luft; tief einatmen frisch kühl entspannt. Neu.

Schwarze Erde wächst. Stammbaum alte Geschichten wiegen sich im Wind. Dunkeläste vor Himmel. Augenlicht lodert, flaut ab, wird leiser, schwarz. Und doch Licht und weiße blaue gelbe Punkte, dunkelblaues Band von Ost nach links und dort noch rot. Kies, Sand, steiniger Weg und ohne Schuhe: Rascheln. Knack und Schhuuuhuuu fliegt die Weisheit unsichtbar laut. Allein du siehst, alte Bilder, jeder kennt’s. Bach pfeift silbern durch die Äste. Augen zu, Ohren auf. Kalte Nase, Waldduft und Luft und Schornstein.

Weiter, weiter, alles dreht, keine Mauer rast gerade durch und kommt immer neu, Wieder, wieder, flugs schon vorbei und nur noch dunkelschwarz mit Bildern Geschichten schau auf. Siehe, dir sei es was soll das Alter? In silhouettenfarben Geformte. Hier und nun und vorbei. Nicht allein, nur Einbildung und Sternschnuppe! Schweif dahinter und abgeschweift wo war ich Genuss… Ruhe… Mal gehen, raus, nur so, Spaß haben, trinken, wie bitte?

Doch allein. Bist immer allein, hast nur alle anderen gehen komplett anders und weg und nein warum was soll das hör auf nein? Nein! Nur du und du, ihr zwei, gemeinsam denken und sein.

Und Bilder, silber fließt und wächst und höher, höher, bis ganz weg und weit oben. Blick hinterher, schau hinterher, nach oben und Philosophen ausgestorben, Komet ausgelöscht, wie vor 65 Jahrmillionen und alles dreht sich kommt wieder weg und geht erneut. Neue Philosophen. Warum wie lang und wozu aber warum denke ich überhaupt was kostet ein Gedanke im Sonderangebot gekauft verkauft verraten und denken nein! Nein? Nein warum ihr Denker und Dichter und nein ich will nicht daran denken was wäre wenn oh mein Gott ist tot. Und wir haben ihn auf dem Gewissen.

Erster richtiger Satz was will der überhaupt und nur Gefasel und alte Geschichten warum lese ich kann man das nicht günstiger oder nein ich will nicht denken, zu teuer.

Und nein Kumpel komm raus saufen labern und okay okay ich komm ja oh ist das kalt. Und die Bäume zum Gruseln Mondlicht und silbern plätschert  Autos in der Ferne Straße morgen wieder Arbeit Schule Job Stress Geld Geld Geld Geld Geld Geld Geld geld geld geld geld gelb gelb gelb Sonnenstrahlen und jetzt Wolken.

Weg und tief Einsamkeit riecht nach Rauch und kühl Jacke zu machen will nicht krank weil Ausfall kein Geld Geld nein nein ich will nicht: Schau nach oben und oh man sieht sogar und Leute fragt ihr euch manchmal ob da draußen Alter lass den Scheiß sag lieber wie viele Frauen hast du schon anal und stumm geschalten. Ja ja sehe ich auch so nach außen; innen aber wie einfach und leer und flach. Hügel fallen nach unten, vorbei an Scheibe mit kaltem weißen Licht und silbermünzen Geld nein lass das du kannst hier – günstig…

Denken und wieder bevölkern mit Dinos und Gedanken und: Viel zu selten denken die Menschen, alle oberflächlich und ich bin anders und schon so spät wenn ich doch nur.

Nein. Nein. Nein.
Ich bin hier. Ich denke. Ich mache meine eigenen Gedanken, auch wenn die anderen und sowieso sind sie viel moment da oben ein Stern ganz blauweiß und heller als was wäre wenn ich hier und auf ewig – Ey, kommst du langsam mal und starrst nicht wie bekloppt da hoch und gute Nacht.

Sonnenuntergang, Mondaufgang, Milchstraße Sterne Dämmerung rote Wolken und Licht Farben bunt und was sehen die anderen Streber Schleimer Schwuchtel Langweiler, starrt in die Sterne.

Jetzt liege ich im Bett. Stolz, ich zu sein, froh über meine Gedanken, die keiner kennt.
Und alles für mich behalten keiner mag reden über sowas philosophieren Fremdwort nimmt der häufig was denke ich über diesen Text so schwer oder nur sinnlose Worte oder was will er sagen bist du einer von denen oder denkst du über diese Zeilen nach und nach werden weniger Menschen denkend über so etwas mit keinem reden außer aber warum nichr das kann doch nicht nein so spät morgen Schule schnell hochladen und halt ein Blick noch aus dem Fenster und dunkel Lichter Nacht letzte Worte schreiben fertig warten.


ACHTUNG: Ja, dieser Text ist sehr abstrakt. Nein, ich habe keine Kommata vergessen. Ja, die Sätze sollen so sein. Das muss so.
Was mich interessiert, ist Dein Eindruck: Woran denkst Du, kennst Du solche Situationen? Und was interpretierst Du überhaupt in diese Zeilen hinein?

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suntime
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 439



BeitragVerfasst am: 16.03.2015 01:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo FloriF!

Ich versuche mal, nicht zu sehr ins Detail zu gehen und dir einfach nur meinen ersten Eindruck zu vermitteln.

Experimentelles soll es sein, das schreibst du ja. So auch mein Eindruck. Du willst mit Worten spielen, dagegen kann man nichts haben, eher im Gegenteil. Aber ich habe den Eindruck, du würfelst sie nur durcheinander, nimmst sie auf und fügst sie so hintereinandern, wie es sich gerade so ergibt. Philosophisches soll dabei sein. Der Eindruck bestätigt sich, allerdings erscheint mir die Anzahl der philosophischen Botschaften doch arg viel, oder ebenso vermischt, wie deine Wörter.

Irgendwie muss man dem als Leser ja folgen können und da hapert es bei mir. Hast du evtl. etwas übertrieben mit der Wortspielerei?
Zitat:
Gelbe Töne; flache Melodien, Hügel. Schwarze Welt, nur gelb und rot. Gemischte Farben trennen sich auf, orange, Duft. Gänsehaut.

Wortspielereien mögen ja eine tolle Sache sein. Vielleicht steckt ja eine verschlüsselte Botschaft darin? Vielleicht sollte es ursprünglich so etwas wie ein Gedicht werden? Aber gib mir als Leser eine Chance, die Botschaft zu erkennen, wenigstens zu erahnen.

Das geht dann Absatz für Absatz so weiter. Nach jedem dieser Absätze habe ich Fragezeichen in den Augen. Wenigstens am Ende, so hoffe ich, löst sich der Knoten. Bei mir leider nicht.

Wahrscheinlich ist es nicht das, was du dir erhofft hast? Aber ich bin ja auch nur einer von vielen Anderen.
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Paula Grimm
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 53
Beiträge: 13
Wohnort: Kerken (NRW)


BeitragVerfasst am: 16.03.2015 16:29    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Tag Florif,

ich habe mir Deinen Text zweimal mit meiner Sprachausgabe angehört. Aber auch, als ich die Stimme, über die ich Texte am Computer höre, langsamer gestellt habe, konnte ich die Gedankensprünge, die durch Dein Gedankenspiel entstehen, mit dem Titel nicht zusammenbringen. Mir kam der Text nicht wie ein Spaziergang am Abend sondern wie eine Flucht am Abend vor, obwohl am Ende ja doch Ruhe einkehrt, die sich durch die "Selbstzufriedenheit" und Deinen Einklang mit Dir selbst herstellt. Auch ich habe überhaupt nichts gegen Gedankenspiele, Gedankenströme und Experimente. Aber auch ich komme nicht so recht mit und finde wie gesagt, den Titel unpassend bezogen auf die Geschwindigkeit des Textes.  

LG

Paula Grimm
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Papa Schlumpf
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 59
Beiträge: 364
Wohnort: Friedersdorf


BeitragVerfasst am: 16.03.2015 17:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Flori,
ich habe einen etwas anderen Hintergrund, als viele hier, ich spielte Kabarett. Und Kabarettisten benutzen die Vieldeutigkeit von Worten mit sehr viel Akribie, um eine Aussage pointiert ans Publikum zu bringen. Solcherart Wortspiel fand ich bei Dir nicht. Eher impressionistische Gedankenfetzen, bunt durchquirlt. Nicht im Sinne von farbig. Mehr die Gefahr bergend, dass von den vielen wunderschönen Beobachtungen und Empfindungen nichts hängenbleibt beim Leser, weil es im Wust untergeht. Weil die Unordnung keine Orientierung erlaubt. Der Mensch, zumal der männliche, ist in seiner Wahrnehmung beschränkt, deshalb nimmt er in der Regel Dinge nacheinander wahr und nicht die eine Hälfte eines Gedanken von der anderen durch einen ganz anderen getrennt. Doch selbst Solches ist bei Gebrauch der deutschen Sprache dem Rezipienten nahe zu bringen, nur braucht es dazu vollständiger Sätze, auf die Du in furioser Weise verzichtest. Was mir übrigens sehr gefällt, eine grandiose Art, die Zerrissenheit des Erzählers widerzuspiegeln.
Lassen wir die Schwierigkeiten, die Du dem Leser mit dem Chaos, mit dem Du ihn überschüttest, bereitest, beiseite, bleiben noch zwei Dinge (einen solchen Satz solltest Du nie verwenden, aber ich hab grad keine Lust zum Auseinanderfummeln):
Die Vokabel "Schwuchtel" vermiede ich und
Zitat:
aber warum nichr das kann doch nicht

da ist doch ein Schreibfehler?
Was Deine Fragen angeht, natürlich kenne ich das, ich kann nur nichts hineininterpretieren (s. o.), es erinnerte mich an einen Spruch von Miss Piggi, die Kermit an den Kopf warf, dass Wirrnis darinnen zu herrschen scheint. Und ich musste an die Zeit eigener Verwirrung der Gefühle denken, die noch nicht lange zurückliegt. Alter schützt nicht.
Dein vorliegender Text ist leider schwer verdaulich, aber Du offenbarst unheimliches Potential. Ich bin auf Dein nächstes Opus gespannt.
P. S.


_________________
Nicht alles, was wir bewirken, haben wir auch gewollt.
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suntime
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 439



BeitragVerfasst am: 16.03.2015 17:45    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, Papa Schlumpf für diese Erkenntnis.
Zitat:
Der Mensch, zumal der männliche, ist in seiner Wahrnehmung beschränkt, ...

An alle Mods! Können ihr dieses Wissen einrahmen lassen und deutlich sichtbar irgendwo im Eingangsbereich aufhängen?
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Gast







BeitragVerfasst am: 20.03.2015 19:21    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@suntime Vielen Dank für diese Einschätzung! Es stimmt, die Worte und Sätze sind sehr durcheinander, und ich hoffte, dadurch eine Art Zerissenheit, Zerstreutheit oder einfach die Gedankensprünge des Spaziergängers zu verdeutlichen... Scheint wohl etwas zu viel des Guten gewesen zu sein.
Du bist der Meinung, da sind zu viele philosophische Botschaften enthalten? Ich habe eigentlich nur eine per Intention dort eingebaut, der Rest hat sich von selbst ergeben, und das fällt mir erst jetzt auf.
Ich will verwirren, das ist offensichtlich. Deshalb habe ich nicht vor, den Knoten zu lösen; dann würde ja das Nachdenken des Lesers, welches ich bezwecke, entfallen.

@Paula Grimm Ja, der Titel steht im Widerspruch mit dem Inhalt. Ich möchte hier vor allem eins verdeutlichen: Es geht um einen Spaziergang, relativ gemütlich, mit Freunden; das "Ich" separiert sich jedoch selbst, schweift mit den Gedanken ab; es gibt, wie ich oben bereits erwähnt habe, viele Gedankensprünge, je nachdem, worauf gerade die Aufmerksamkeit des "Ich"s fällt.

@Papa Schlumpf Dankesehr! Als erstes der Schreibfehler: Den habe ich nicht gesehen, tut mir Leid Shocked Ich schreibe grundsätzlich auf Papier und digitalisiere dann das fertige Stück, anscheinend habe ich hier zu enthusiastisch in die Tasten gehauen;)
Ich finde, "impressionistische Gedankenfetzen, bunt durchquirlt" beschreibt das Ganze am Besten, ich habe bewusst auf komplette Sätze verzichtet.
Du hast ebenfalls Recht, dass der Mensch Dinge nur nacheinander wahrnehmen kann. Ich wollte hier jedoch zeigen, dass (wie sicher auch bei Dir) Menschen Gedanken nie komplett beenden, solang sie nicht bewusst darauf abzielen. Wie oft sitzt man in Bus oder Bahn und denkt plötzlich über etwas vollkommen anderes nach? Wo kommen diese Gedanken her, und was habe ich vorher gedacht?
Ich denke, ich sollte hier tatsächlich das Chaos etwas mindern, um meine Gedanken deutlicher zu machen.


Wie man den Text lesen sollte:
Am besten ist der Text verständlich, wenn man tatsächlich nur liest; nicht bei einer Ungereimtheit innehält und nur die Worte auf sich wirken lässt. Vielleicht ist dadurch ein besseres Verständnis möglich, denn dann machen tatsächlich nur die Worte Sinn, die für dich, den Leser, auch eine Bedeutung haben.
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