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ABC

 
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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Postkartenprosa 03/2015
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Dienstwerk
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 49
Beiträge: 1315
Wohnort: Gera/Markkleeberg
DSFo-Sponsor Goldene Harfe


BeitragVerfasst am: 08.03.2015 19:00    Titel: ABC eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

ABC

Er bearbeitete den Auftrag nicht der Reihe nach, obwohl er es vorhatte. Zwar begann er mit A wie Alibi, setzte seine Ausführungen mit B wie Bösartigkeit fort, hob sich C wie Cyberkriminalität jedoch für später auf. Er übersprang die Buchstaben D bis G und verweilte sehr lange beim H. Der Zeitrahmen war ziemlich eng bemessen für dieses umfangreiche Werk. Für einige Begriffe musste er unter Leute, für andere reichten Medien-Berichte und Bücher. Bei I für Inzest oder IS fand er ebensoviel inspirierendes Material wie bei L wie Lustmord.

Er wühlte sich querbeet durch die Abgründe der menschlichen Seele und hatte zunehmend Spaß dabei. Schon bald spürte er beim Schreiben einen Sog. Seine Fingerspitzen kribbelten, sein Schädel überzog sich mit Gänsehaut und sein Herz begann zu stolpern, wenn er sich an den PC setzte und seine Recherchen für den nächsten Buchstaben überflog. Er fand einen stilistischen Kniff, damit das mit Fachwörtern gespickte Lexikon für den Leser interessant bleiben würde: Zu jedem Begriff dachte er sich raffinierte Fallbeispiele aus.

Bei der ersten Zeitungsmeldung vermutete er einen Zufall, bei der zweiten auch. Mord, Totschlag und Vergewaltigungen fanden schließlich weltweit täglich hundertfach statt. Doch er wollte sichergehen, es genau wissen und konstruierte einen Banküberfall, wie ihn nur ein talentierter Schriftsteller erfinden kann. Fieberhaft wartete er am nächsten Morgen auf die aktuellen Nachrichten. Tatsächlich: Die am Vortag aus seiner Tastatur geflossene Straftat spielte sich exakt wie von ihm beschrieben im Nachbarort ab. Marke des Fluchtfahrzeugs, Höhe der erbeuteten Summe, selbst die Zahl der Geiseln war die gleiche. Er war fasziniert.

Gleiches passierte am übernächsten Tag mit einem ausgeklügelten, grausamen Szenario zum Thema Tierquälerei. Er machte weiter mit den Begriffen Anschlag (dafür opferte er den Lexikoneintrag zu Alibi), Giftgas und Terrorismus. Schnell fand er den passenden Titel für sein Lexikon, das sich längst wie sein Lebenswerk anfühlte: Spirale der Gewalt. Er schrieb auf, was passieren würde - und es passierte. Als nur noch zwei Buchstaben übrig waren, kaufte er Unmengen Lebensmittel und verrammelte seine Wohnung. Die Texte für W wie Weltkrieg und S wie Selbstmord fehlten.

Er begann mit Weltkrieg.

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Lapidar
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

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Beiträge: 2914
Wohnort: Wangen im Allgäu


BeitragVerfasst am: 08.03.2015 21:34    Titel: Antworten mit Zitat

upps.. wie gemein ist das denn?
 Laughing Der Gedanke ist ja wirklich fies, ich dachte zuerst, irgendwie ein Nachahmungstäter, aber dass er dann sozusagen seine Welt schreibt ist natürlich viel spannender.
Gern gelesen


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Every Woman needs a chainsaw for a Valentine.
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"Tod am Hexenwasser"
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nothingisreal
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4219
Wohnort: unter einer Brücke


BeitragVerfasst am: 08.03.2015 23:53    Titel: Antworten mit Zitat

sorry... wegen falscher Bewertung muss Kommentar gelöscht werden. Später kommt der echte.

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"Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten." - William Somerset Maugham
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gold
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Alter: 65
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BeitragVerfasst am: 09.03.2015 04:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

handwerklich gut. Inhalt originell. Aber der Text reißt mich nicht mit, da der Erzähler ziemlich distanziert zum Geschehen auf mich wirkt.
Leider habe ich nicht verstanden, was es mit der Zahl zum Schluss auf sich hat.

LG gold


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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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BeitragVerfasst am: 09.03.2015 06:24    Titel: Antworten mit Zitat

Oh hier ist sie also, die Spirale der Gewalt. Die hatte ich auch in meinem Brainstorm. Dann war mir dieser Ansatz zu schwierig und ich musste die Gewaltspirale anderen überlassen. Hier taucht sie also auf!

Hier ist es spannend und "schön" böse verarbeitet. Allerdings hatte ich eine wirkliche Gänsehaut und große Augen im Zusammenhang mit des Protagonisten Spaß bei den so locker aufgezählten Greuel-Themen. Echt gruseliger Protagonist.

Bitterböse Satire.

Folglich ist es nicht wirklich schlüssig dargestellt, wo die Spirale der Gewalt nun beginnt, aber das ist ja auch im wirklichen Leben nicht nachvollziehbar und von daher ist es durchaus stimmig, satirisch festzustellen: hier, bei diesem Lexikonschreiber, dem Auflister der Greuel.
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shatgloom
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 334
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Wohnort: ja, gelegentlich


BeitragVerfasst am: 09.03.2015 14:39    Titel: Antworten mit Zitat

Was mir gut gefallen hat: Interessante Idee, dass immer genau das passiert, was aufgeschrieben wurde. Der Text ist spannend geschrieben.

Was mir nicht so gut gefallen hat:Ich habe etwas Probleme mit der Form der Spirale in diesem Text. Klar, eine Spirale der Gewalt. Jedoch geht er/sie anfangs alphabetisch vor (auch wenn er/sie Buchstaben auslässt), dann querbeet. Das Merkmal der Spirale fehlt mir hier ein bisschen.

Ich hab den Text gern gelesen, und da ich alphabetisch vorging, war er ein guter Einstieg!


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Gruß von Karolin
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Kateli
Geschlecht:weiblichSchreiberling

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Das goldene Gleis


BeitragVerfasst am: 09.03.2015 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ich muss sagen, die Idee an sich hat was.
Auch handelt es sich hier um eine schlüssige Geschichte, die Sprache ist flüssig und Rechtschreibfehler habe ich auf die Schnelle auch keine gefunden.
Am meisten Eindruck macht auf mich allerdings der Schluss, den finde ich geradezu genial (wär mir nie eingefallen), wie ganz gezielt diese zwei Begriffe ausgewählt werden, mit denen sich die Geschichte des Protas selbst limitiert ... Interessanter Gedanke.
Ein wenig fehlt mir allerdings ein Gegenpunkt, eine zweite Ebene oder einfach etwas Tiefgreifenderes, was sicher auch an der Kürze liegt (mit der wir alle zu kämpfen hatten) ... es geht mir einfach alles irgendwie zu glatt. Ist vielleicht auch nur Geschmacksache.

Größere Probleme habe ich mit der Umsetzung der Spirale. "Spirale der Gewalt", okay, hab ich selbst auch gewählt, aber erstens empfinde ich das als Titel für dieses Lexikon als sehr konstruiert, eben nur der Themenvorgabe geschuldet, und zweitens impliziert "Spirale der Gewalt" eine Steigerung der Taten/Vorkommnisse, entweder in Ausmaß oder Grausamkeit. Klar, Weltkrieg ist ein großes Übel und darum ziemlich am Schluss, aber ob sein Selbstmord da noch als Steigerung durchgeht? Okay, aus seiner Sicht vielleicht schon. Aber wenn ich genau hinschaue, dann entwickeln sich die Taten zuvor ziemlich willkürlich und keineswegs sich steigernd: Mord, Totschlag, Vergewaltigung finde ich z.B. heftiger als die Geiselnahme, die danach erst passiert.


Fazit: Mir gefällt die Idee und vor allem auch die Pointe am Schluss, aber in Bezug auf die Umsetzung vor allem auch der Themenvorgabe hat mich der Text nicht vollständig überzeugt.
Ich werte erst, wenn ich alle Texte kommentiert und meine Gedanken dazu sortiert habe.


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Zombies just want hugs
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Ynishii
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 42
Beiträge: 360
Wohnort: Erde


BeitragVerfasst am: 09.03.2015 14:50    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn auch schon in dem ein oder anderen Bereich verwendet, finde ich die Möglichkeit durch das Schreiben die Wirklichkeit zu verändern, sehr spannend. Auch die Umsetzung in dieser düsteren Geschichte ist zwar bemerkenswert kurz aber auch bemerkenswert dicht. Es werden trotz der Kürze viele Bilder ins Gehirn gezeichnet, die dazu anregen, die Sache zu Ende zu denken. Mit allen, schlimmen Konsequenzen. Daumen hoch²

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Verehrt mich nicht an dunklen Orten. Tretet hinaus in die Welt und macht sie bunt. - Arthamos, Gott der Künste (auch »Der Bunte« genannt)

Ich kann beweisen, dass dem Schöpfungsprozess eine gewisse kreative Eigeninitiative innewohnt. - Dr. Aurora Fleming
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Rübenach
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2291



BeitragVerfasst am: 09.03.2015 15:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hm.

Irgendwie ist mir, als habe ich von der den Text tragenden Idee schon mal gehört. Auch will die Schlusspointe nicht wirklich zünden. S wie Selbstmord, nun gut. Aber der Protagonist könnte doch durchaus den Suizid von Herrn Mustermann beschreiben (oder von Frau Murksel, egal). Da fehlt mir die Zwangsläufigkeit.

Wenn am Ende A wie Atomkrieg übrig geblieben wäre, dann vielleicht ...

Sprachlich kommt manches sehr abgedroschen daher.

Zitat:
Er wühlte sich querbeet durch die Abgründe der menschlichen Seele und hatte zunehmend Spaß dabei. Schon bald spürte er beim Schreiben einen Sog. Seine Fingerspitzen kribbelten, sein Schädel überzog sich mit Gänsehaut und sein Herz begann zu stolpern


Dies ist mein erster Leseeindruck. Über Punktvergabe habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.


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"Von Literatur verstehen Autoren so viel wie Vögel von Ornithologie." (Marceel Reich-Ranicki)

„Ist es nicht idiotisch, sieben oder gar acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann?“ (Mark Twain)
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Gießkanne
Geschlecht:weiblichVolle Kanne ungeduldig

Alter: 16
Beiträge: 705
Wohnort: Nicht mehr in deiner Welt


BeitragVerfasst am: 09.03.2015 16:57    Titel: Antworten mit Zitat

Moin lieber Mensch hinter dem Computer, der ganz bestimmt seelig vor seinem Text sitzt und sich überlegt, welchem Text er/sie seine/ihre 12 Punkte geben soll! Very Happy

Ich finde deinen Text ganz gut, weil du tiefgründig und schön geschrieben hast und man dir anmerkt, wie viele Gedanken du dir gemacht hast. Gut!
Was ich mir noch gewünscht hätte ist, dass du mehr Handlung einbringst und vielleicht auch noch ein wenig Dialog einbaust. Nach der Hälfte des Textes war mir nämlich schon ein wenig langweilig. Sonst gefällt mir dein Text gut.
Besondere Beobachtungen: /

Kind regards
Gießkanne


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Die Schlacke einer verbrannten Liebe im Hochofen des Herzens ist ein Nebenprodukt, das man so schnell leider nicht loswird.
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 405

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 09.03.2015 22:54    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt eine Liste, aus deren Bewertungspunkten ich die wichtigen Sachen herausgreife, völlig subjektiv eingefärbt natürlich. Letztlich waren es Einzelheiten, die die bepunkteten Texte aus den guten herausragen ließen.


Keine Punkte.

Idee gefällt mir. Allerdings fehlt mir das Wie der Umsetzung der Lexikonartikel in die Realität.

Grüße
tronde
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 09.03.2015 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour!

Der Protagonist hat den Auftrag ein Lexikon zu verfassen, die Spirale der Gewalt, und die Begriffe, die er wählt/aufschreibt, treten ein, sogar mit den Details, die er ausarbeitet.
Ein Mystik-Thriller, der für mich recht unmotiviert und aus dem heiteren Himmel daher kommt, mit einem verspielt-unbekümmerten Protagonisten, den ich nicht ernst nehmen kann.

Hat der Protagonist irgendwas an sich, an seinem Arbeitsumfeld geändert oder sich aus dem Internet von einem dubiosen Händler einen "verfluchten" Laptop/Rechner gekauft, dass sich plötzlich etwas beim Schreiben deines Protagonisten ändert.
Es bleiben leider viele Fragen offen und die direkte Erwähnung der Spirale der Gewalt"-Thematik kommt mir zu platt daher.

Du bist für mich leider nicht unter den zehn Texten, die Punkte bekommen: zéro point.

Merci beaucoup!

LG,
Constantine
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Dienstwerk
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 49
Beiträge: 1315
Wohnort: Gera/Markkleeberg
DSFo-Sponsor Goldene Harfe


BeitragVerfasst am: 10.03.2015 00:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Autorin/lieber Autor,

Deine Geschichte hat es leider nicht in meine persönlichen Top10 geschafft, ich sage Dir auch warum. Offenbar hast Du Dir überhaupt keine Mühe gegeben und zum Beispiel im vorletzten Absatz zweimal "das gleiche" geschrieben, statt das Wörtchen "identisch" zu benutzen. Im vorletzten Satz wäre es stilistisch besser gewesen, S vor W zu platzieren. Die Wörter hast Du auch falsch gezählt und sowieso wäre Präsenz viel knackiger gewesen.

Aber das weißt Du ja selbst. wink
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Rainer Zufall
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 64
Beiträge: 803

Pokapro und Lezepo 2014


BeitragVerfasst am: 10.03.2015 07:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
dein Text gefällt mir gut. Er ist böse, gleichzeitig deckt er die Bösartigkeit nicht sofort auf. Sondern du lässt sich das entwickeln,
Es ist zwar keine neue Idee, die du deiner Geschichte zugrundegelegt hast, doch durch die dem ABC angepassten Gräuel wirkt es originell.
(Kann natürlich auch sein, dass ich einfach gerade meine bösartige Ader loswerden muss Twisted Evil )
Dein Text geht direkt rein ins Geschehen, für eine klassische Kruzgeschichte fehlt ein wenig der Konflikt. Dein Protagonist überlegt ja keinen einzigen Moment, ob das, was er da tut, richtig ist. Klar, erst mal muss er wissen, ob er mit seiner Vermutung richtig liegt. Dann aber passiert in ihm nichts weiter. Er ist einfach nur fasziniert und setzt fort mit seinem Tun. Aber ich muss mal sagen, das gefällt mir hier auch gerade, denn durch dieses Fortsetzen, weiterspinnen, als wäre nichts gewesen, vollziehst du auf so sein wunderschön selbstverständliche Weise die Eigendynamik solch einer Spirale nach.
Also von daher gefällt mir der Bruch mit der Erzähltradition einer klassischen KG hier sogar recht gut. Passt halt nun mal zum Inhalt.

Die Sprache empfinde ich als angenehm, sie treibt nach vorne, verzockt sich nicht.
Wenn du dann die Spirale benennst, könnte man auch überlegen, ob man das muss. Ich fand das ein wenig schade, dass du sie Spirale der Gewalt so einfach hinklotzt. Ich empfand es als redundant, denn das Geschehen spricht ja schon für sich. Aber das gleichst du am besten mit den Komms der anderen ab.
Auf jeden Fall gerne gelesen, gut gefunden und zu meinen persönlichen Topten gezählt.

Viele Grüße
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holg
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1406
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 11.03.2015 09:16    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee, dass Geschriebenes Wirkung auf die Welt hat, ist so originell und immer wieder frisch, wie leider auch häufig genutzt.
In der Kürze der Vorgaben ist das nicht schlecht umgesetzt.
Sehe ich nicht als klassische KG im Sinne der Vorgabe.


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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Lionne
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Ei 8


BeitragVerfasst am: 11.03.2015 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schreib überall erst mal nur was hin, damit ich Punkte verteilen kann. Wenn ich Zeit finde, werde ich später kommentieren.
Spirale der Gewalt Wink  Gute Idee, das mit den Lexikoneinträgen! Gefällt mir gar nicht mal so schlecht.


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MShadow
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Alter: 17
Beiträge: 322



BeitragVerfasst am: 11.03.2015 13:53    Titel: 6 von mir Antworten mit Zitat

Der Anfang hat mir nicht so gefallen, das Ende jedoch holt es noch mal raus. Jetzt bin ich natürlich gespannt.
Er war ein wenig langweilig am Anfang, und es gab mir etwas zu viele Bandwurmsätze. Beinahe wäre ich rausgegangen. Jetzt bin ich froh, es nicht getan zu haben und gebe dir frohen Herzens 6 Punkte.
Entschachtele die Sätze bitte beim nächsten Mal mehr.


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Wer nichts weiß, aber weiß, dass er nichts weiß, der weiß mehr als der, der nichts weiß und nicht weiß, dass er nichts weiß.
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Michel
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1564
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 11.03.2015 14:44    Titel: Antworten mit Zitat

Böse Idee, konsequent umgesetzt. Die lakonisch beschriebene Weltkriegs-Entscheidung sitzt. Sprachlich hat der Text für mich noch Unebenheiten. ein Beispiel:
Zitat:
Seine Fingerspitzen kribbelten, sein Schädel überzog sich mit Gänsehaut und sein Herz begann zu stolpern, wenn er sich an den PC setzte und seine Recherchen für den nächsten Buchstaben überflog.
Hm. "Überzog sich" klingt wie ein Schimmelpilz. Herzstolpern finde ich zu stark. So etwas gibt es, aber wenn man's merkt, ist es doch sehr unangenehm. Ein paar Dinge könnte man streichen, wie z.B. im ersten Satz "obwohl er es vorhatte" - das bringt die Geschichte nicht weiter. Die auktoriale Perspektive halte ich für gut brauchbar.  Was für mich die Geschichte nicht richtig einschlagen lässt (trotz des leichten Grusels am Ende): Sie läuft noch nicht organisch, noch nicht wirklich glaubwürdig. Es klingt, ohne dass ich das an etwas festmachen könnte, noch zu konstruiert, man sieht beim Lesen noch die Fäden, an denen gezogen wird.
Fazit: Böse, aber noch nicht flüssig.
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 11.03.2015 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fange mal an zu kommentieren in der Prosa. Werde sicher nicht alle Texte hinbekommen, geschweige den zum Bewerten.

Hier fällt mir ein: In Anbetracht der Aufgabe (keine Einleitung, in medias res) wäre es vielleicht ein unmittelbarerer Einstieg gewesen,  wenn Absatz 2 vor 1 gekommen wäre?
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fancy
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Beiträge: 3441
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BeitragVerfasst am: 12.03.2015 12:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

der Gedanke ist nicht neu, wurde aber ganz bestimmt noch nie in einen so kurzen Text gepackt. Dafür ist dir ist die Entwicklung gut gelungen.

Deine Story gehört für mich in die obere Hälfte.

5 Punkte von mir.

Liebe Grüße

fancy


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Don't start doing things, just do them. Fang nicht an, Dinge zu tun, tu sie einfach! (Me)
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Jenni
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3727

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 12.03.2015 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Schriftsteller bemerkt, dass seine grausigen Taten auf dem Papier sich in der Wirklichkeit manifestieren. Das ist keine neue Idee, es gab sogar mal einen (gar nicht unwitzigen) Tatort mit einer ähnlichen Geschichte - während bei dir der Zusammenhang mystisch bleibt, war das natürlich ein Kriminalfall mit einer logischen Erklärung. Ich schweife ab.
Dein Protagonist also ist überhaupt nicht beängstigt oder schockiert durch die Wirkung, die sein Tun zu haben scheint, sondern steigert sich in immer heftigere Gewalttaten hinein und entwickelt Vergnügen daran:
Zitat:
Er war fasziniert.

Dann nimmt er sich das Leben, aber warum überhaupt, er scheint ja kein Unrechtsempfinden oder Skrupel zu haben.

Den Aspekt, den ich daran interessant gefunden hätte (nach Ungläubigkeit und Zweifel die Frage nach der "Schuld"), sparst du aus. Dir geht es um etwas anderes, ich weiß nicht recht um was.
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Einar Inperson
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1742
Wohnort: Auf dem Narrenschiff


BeitragVerfasst am: 12.03.2015 20:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo SpiralSchreibfeder,

diese Geschichte hast du ja geschickt spiral eingefedert. Die alte Gruselei von der Verselbstständigung der Gedanken, Worte, Geschichten. Ein toller Ansatz zu der Vorgabe. Und trotz des bekannten Grundmusters in diesem Textumfeld sehr originell.

Leider erschöpft sich der Text in meinem Lesen in Aufzählungen. Ein Begriff zu diesem Buchstaben, einer zu jenem. Wie beiläufig die Erwähnung des Sogs. Dann die Entdeckung, dass das Geschriebene real wird.

Zum Schluss noch einmal der Versuch mit Begriffen Spannung zu erzeugen.

Für mich scheitert deine Geschichte daran, mit den wenigen verfügbaren Worten, viele Ideen umsetzen zu wollen.

Da ist der Getriebene (das Brüder Grimm Motiv) der ein Lexikon erstellen will, da ist das Phantastische und das Endzeitliche und noch sehr umfangreich, die Auswahl der Begriffe.

Vielleicht wäre die Konzentration auf einen Aspekt hilfreich gewesen.


_________________
Traurige Grüße und ein Schmunzeln im Knopfloch

Zitat: "Ich habe nichts zu sagen, deshalb schreibe ich, weil ich nicht malen kann"
Einar Inperson in Anlehnung an Aris Kalaizis

si tu n'es pas là, je ne suis plus le même

"Ehrfurcht vor dem Leben" Albert Schweitzer
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