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silesio
Schreiberling

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Wohnort: Dubai


BeitragVerfasst am: 16.02.2015 16:29    Titel: 4 Stufen der Liebe eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

a) Männchen und Weibchen
   In Linksdrehung ringelt sich der Ringelwurm um die Ringelwürmin. Sie ihrerseits kringelt sich wolllüstig (wollüstig?) in Gegenrichtung um den Herren Gemahl. Das vollzieht sich in schier unmenschichem Schweigen, ist aber offensichtlich schon häufiger geübt. Was sie dazu veranlasst, bleibt offen. Hat es etwas mit Fortpflanzung zu tun, die ja schon der jetzt 200jährige Charles Darwin entdeckt und so schockierend beschrieben hat, so dass sie sich durch das, was sie gerade tun, innerhalb von 1 Million Jahren von kriechenden Ringlern zu elefantenartigen Rüsslern entwickeln?
   Der Hahn macht einen langen Hals, schreit kikeriki und steigt gravitätisch vom Misthaufen, den er für den Nabel der Welt hält. Er hat die erwünchte Aufmerksamkeit gefunden und tritt eine Henne, ohne dass der Betrachter durchschaut, nach welchen Maßstäben er sein Lustobjekt erkiest. Sie gackert. Ist es Gewohnheit, Unterwürfigkeit, unterdrückter Überdruss, sexuelle Erregung oder die Vorfreude auf ein Ei und eine eventuelle Mutterschaft? Für sie jedenfalls ist ein jahrtausendealte Frage beantwortet, über die sich Biologen und Philosophen ohne Erfolg den Kopf zerbrochen haben: War erst die Henne oder das Ei? Ganz klar: Sie war zuerst.
   Der Orang Utan trommelt respektheischend in geradezu affiger bzw. äffischer Manier auf seinen gewaltigen Brustkasten, brüllt, dass alle Urwaldriesen weit und breit erzittern. Es liegt etwas in der Luft, das die Nerven vibrieren lässt. Sein geiler Blick schweift wohlgefällig über den vollzählig versammelten Harem. Jede Orang Utänin denkt, sofern man da schon von Denken sprechen kann: Welch imposantes Mannbild! Hoffentlich bin ich heute endlich dran.
                 b) Ari und Bea
   Ari und Bea spielen zusammen im Sandkasten. Ari und Bea spielen in spielerischer Weise Doktorspiele. Ari schreit: Du blöde Kuh! Bea antwortet, ohne dass eigentlich eine Antwort erforderlich wäre: Scheißkerl. Woher sie solche Ausdrücke bei ihrem zarten Alter und gebildeten Elternhaus kennt, kann man sich fragen.
   Einige Jahre später: Ari lädt Bea trotz des viel zu geringen Taschengeldes zu einem Schokoladeneis ein. Bea lässt sich gern einladen, will aber Vanilleeis. Ari errötet, wenn er glaubt, dass Bea ihn ansieht. Ari bleibt in der Schule sitzen, weil er zu oft an Bea denkt, statt mathematische Formeln und Englischvokabeln zu pauken. Beas mädchenhafte Brüste erregen erotische Träume in Ari. Ari singt Schlager der Rockgruppe „Babas“ zur Gitarre unter Beas Schlafzimmerfenster, ohne eigentlich singen und ein a von einem b (Töne einer bestimmten Oktave) unterscheiden zu können. Die Nachbarn schütten aus den Fenstern alles, was einigermaßen flüssig ist, über seinem Haupt aus.
   Es passiert etwas ganz Entsetzliches, was über Klassensprecher, Vertrauenslehrer, Klassenlehrerin, Schulpsychologin, stellvertretenden Schulleiter, Direktor bis in die allgemeine Konferenz aller Mitarbeiter geleitet wird und bei jeder Station natürlich noch entsetzlicher wird. Ari grabtsch unter Beas Rock. Im Grunde könnte man die Geschichte auf sich beruhen lassen, denn Bea gibt Ari eine klatschende Ohrfeige. Ari beschließt deshalb, misogyn = Frauenhasser zu werden. Weil Bea außerdem auch noch mit einem Oberstufenschüler flirtet, befriedigt er sich selbst. Ari kann aber Bea nicht vergessen und bereut seine früheren Beschluss. Ari und Bea finden wieder zueinander. Ari will mit Bea ins Bett. Weil aber die jeweiligen Eltern die jeweiligen Betten bewachen, versuchen sie, was sie im Bett tun wollten, unter einem blühenden Fliederbusch. Der Mond scheint, der Flieder duftet, die Amsel flötet. Unzählige Ameisen krabbeln, spitze Steine stechen stark, von unten kommt es unangenehm kalt. Dazu die nagende Angst, erwischt zu werden. Der erhoffte Höhepunkt stellt sich nicht ein.
   Ari und Bea sind enttäuscht und sind fast bereit, ins Kloster zu gehen. Sie tun es nicht, und es ist damit zu rechnen, dass sie ihrem inneren Drang folgen und alles unter günstigeren Bedingungen wiederholen werden.
              c) Er und sie
   Er irrt allein, frierend und frustriert durch öde Vorstadtstraßen. Sie kommt deprimiert, wie das oft so ist, aus dem Büro, um widerwillig in ihrem ungeheizten, unaufgeräumten Zimmer die Bratkartoffeln von gestern herunterzuwürgen. Er blickt stur zu Boden. Sie starrt blicklos in unerreichbare Fernen. Plötzlich an der Haltestelle der Straßenbahn 27 treffen sich ihre Blicke. Ein Ruck geht durch sie. Ihre Gesichter verändern sich, erst unmerklich, dann deutlich. Ihm scheint, dass sie lächelt. Ihr scheint, dass er lächelt. Sie bleiben automatisch stehn, um sich länger ansehen zu können, um das aus dem Nichts entstandene Gefühl von Gemeinschaft noch etwas in die Länge zu ziehen. Trotzdem gehen sie dann weiter, jeder in seine Richtung.
   Aber beide drehen sich um. Jetzt sieht er genau, dass sie lächelt. Sie spürt trotz des Halbdunkels: Er lächelt. Irgendetwas treibt sie zueinander. Sie gehen aufeinander zu. Auch ohne Worte sind sie sich einig. Sie wandern nebeneinander, schweigend. Erst mit geziemendem Abstand, dann etwas näher, dann berühren sie sich. Sie wagen einen kurzen Blick aufeinander, dann noch einen. Beide suchen den Blick des anderen. Seine rechte Hand sucht ihre linke. Sie zuckt einen Moment zurück. Ihre Hände umschließen sich. Sie lassen sich nicht mehr los. Sie gehen immer weiter, ohne zu wissen, wo sie sind, wohin sie wollen. Beide wünschen, dass dieser Gang nie enden möge. Nichts ist mehr, wie es vorher war.
   Und wenn sie nicht gestorben sind, wandern sie heute noch - so hieß es einst, als es noch Märchen gab und als Märchen noch Wirklichkeit wurden. Der coole Mensch des 3. Jahrtausends, der nicht mehr an Glück und Liebe und solche Dummheiten glaubt, weil er grundsätzlich gegen alles und jeden misstrauisch ist, weil er von vornherein mit dem Scheitern rechnet, weil er befürchtet, es könne ihn etwas treffen, das Folgen hat, kommentiert nüchtern: Na ja!
                  d) Du und ich
   Ich gehe spazieren durch eine Stadt an der Weser. Durch die Schaufensterscheibe eines Fotogeschäftes sehe ich eine Frau. Ich drücke meine Nase ans Glas, um sie genauer sehen zu können. Die Frau hat etwas Besonderes. Sie elektrisiert mich, ohne Einzelheiten unterscheiden zu können. Mir scheint, sie lächelt mir zu. Ich lächele zurück.
   Wie zufällig schlendere ich immer wieder an dem Laden vorbei, umsonst. Absichtlich rechne ich Zeitpunkte aus, wo sie da sein könnte und müsste, vergeblich. Systematisch suche ich die ganze Umgebung ab, ohne Erfolg. Wenn es mich packt, dann packt es mich, und zwar vom Scheitel bis zur Sohle.
   Jahre später spaziere ich durch die Hauptstadt Schwedens. Ich beobachte die hübschen blonden Schwedinnen, absichtslos einfach so. In einer Kirchentür sehe ich eine Frau, dunkelhaarig. Dem ersten Blick folgt ein zweiter. Ich reibe mir die Augen und denke: Das kann doch nicht wahr sein! Dann denke ich einen Moment überhaupt nichts. Alles verschwimmt vor meinen Augen. Ich möchte etwas denken und sagen, aber mir fällt nichts ein, und ich bringe nichts heraus. Und als ich wieder denken kann, denke ich: Ein Wunder! Ein freudiger Schrecken durchzuckt mich wie ein elektrischer Schlag. Ich kenne diese Frau. Es ist jene Frau von der Weser.
   Mir scheint, die Frau lächelt mir zu. Auch sie erkennt mich. Ich lächele zurück. Ich gebe mir einen Ruck, gehe auf sie zu und spreche sie an. Wir schlendern durch die Stadt. Wir müssen wieder Abschied nehmen. Wir verprechen uns zu schreiben. Wir schreiben einander, aber immer seltener. Ich denke oft an sie, aber es scheint zu Ende.
   Zu Weihnachten schicke ich einen Gruß, eine der üblichen Glückwunschkarten. Sie antwortet umgehend: Komm doch zu mir an die Weser. Ich komme, sehe, aber siege nicht. Sie sagt: Es ist alles so verfahren. Es hat doch keinen Zweck. Wir kommen nie zueinander. Das Schicksal ist gegen uns.
   Wie soll es weitergehen? Geht es weiter?
   Ich will nicht, dass das Schicksal bestimmt, jedenfalls nicht allein. Ich möchte selbst bestimmen. Ich gebe mich nicht so leicht geschlagen. Ich werde kämpfen, mit Zähnen und Klauen, mit Telefonaten und Mails, mit Gedichten und Blumen. In der Liebe sind bekanntlich alle Mittel erlaubt, sogar intelligente.
   Als wir uns trennen, verpasse ich beinahe den letzten Zug nach B.
         silesio

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Magnus Soter
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BeitragVerfasst am: 16.02.2015 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ja ne ... is klar ...

Ich kann mit dem Text nichts anfangen, aber auch gar nichts.

Was willst du denn zum Ausdruck bringen? Soll das die vier Stufen der Liebe beschreiben – die vier möglichen Stufen womöglich gar? Der Ringelwurm als Inbegriff der wahren Liebe, von da an absteigend? Falls ja, sei dir gewiss, du irrst. Ich habe mich in keiner der vier Stufen gefunden.

Was für eine Art von Text ist das überhaupt? Ein Roman ist es nicht, ein Sachbuch auch nicht. Mit Lyrik kenn ich mich nicht so aus, aber das ist es, glaube ich, auch nicht. Ich weiß hier nicht weiter ...

Lieben Gruß


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silesio
Schreiberling

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BeitragVerfasst am: 16.02.2015 22:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Du bist der Klaus - ich bin der Christoph, und wir beiden sehen Dinge wohl sehr verschieden, und das ist gut so. Du kannst mit meinem Text, den du nicht in eine bestimmte Sparte einordnen kanst, nichts anfangen. OK.
silesio

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Nicki
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Ei 10


BeitragVerfasst am: 16.02.2015 23:02    Titel: Antworten mit Zitat

Und ich bin die Nicki. Aber ich kann damit, ehrlich gesagt, auch nichts anfangen. Ich habe die einzelnen Szenen jetzt sogar zwei Mal gelesen - es gibt zu viele Fragezeichen. Vielleicht etwas Hilfestellung dazu?

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MfG
Nicki

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Mogmeier
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BeitragVerfasst am: 17.02.2015 03:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde, dem Text ist eine gewisse Genialität nicht abzustreiten. Fein, fein!
Wie könnte man das in einem Satz beschreiben? Das Ad Absurdum mal andersherum? Ich weiß es grad nicht, denke aber, darin manch gut gesetzten Zirkelschluss erkannt zu haben. Gut gesetzt deshalb, weil ja der Zirkelschluss an sich vom Sinne der Logik her betrachtet zwar eine Fehlinterpretation beschreibt, aber so als rhetorisches Stilmittel einer meiner Ad-Absurdum-Favoriten ist.

Morgen melde ich mich bei Bedarf gerne etwas ausführlicher dazu. Jetzt bin ich grad zu müde, um den Text dahingehend auseinanderzupflücken.

EDIT: Silesio, du musst nicht bei jedem deiner Beiträge ein Häkchen bei der Funktion ›Fortsetzung‹ setzen. Beiträge werden hier automatisch der Reihe nach zeitlich gestaffelt. Die Option ›Fortsetzung‹ ist nur für Texte mit Fortsetzung gedacht. Beispiel: Du stellst die erste Szene einer Geschichte ein. Darauf antworten dann andere Nutzer und/oder auch du mit diversen Beiträgen. Dann stellst du nach einiger Zeit im selben Thread die zweite Szene dazu ein. Dabei kannst du dann das Häkchen setzen.


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Rheinsberg
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Bronzenes Messer


BeitragVerfasst am: 17.02.2015 06:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ich musste doch mal gucken, was du so schreibst.
Kann es sein, dass der Text manche ein wenig irritiert, weil er vordergründig so gar nichts zu wollen scheint?
Mir gefällt er, vor allem der Anfang mit Regenwurm und Regenwürmin (meine Biologieerinnerungen fragen nach: gibt es überhaupt unterschiedliche Geschlechter beim Regenwurm?).
Bei b) ist der Anfang auch niedlich, aber das driftet mir zu sehr ab, ich finde nicht, dass der Text das nötig hätte.
Unter c) würde ich den letzten Absatz streichen, der ließ mich völlig aus der Stimmung kippen, und das war schade.
d) nun wieder scheint mir der Grund des Textes zu sein. Schön.

Im Detail könnte man sicher auch noch feilen, aber ich denke, ich werde von dir gerne noch mehr lesen.


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silesio
Schreiberling

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BeitragVerfasst am: 17.02.2015 09:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dank [b]allen[/b] bisherigen Einsendern.
Mit pauschalen Aussagen "ich kann mit dem Text nichts anfangen" ist mir wenig gedient. Irgendetwas Positives ist doch wohl immer enthalten. Es geht doch hier in diesem Forum wohl auch nicht um eine Zustimmung im Sinne von Facebook "Gefällt mir".
Wer sich äussert - und das ist ja beabsichtigt und erwünscht - der könnte und sollte sich vielleicht auch etwas Mühe machen, wie ja bei einigen Schreibern geschehen: Dies Bild scheint mir schief, dieser Gedanke ist unlogisch an dieser Stelle, das gehört nicht zum Thema... usw. usf.
In diesem Sinne: Bleibt locker, Leute!
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Magnus Soter
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BeitragVerfasst am: 17.02.2015 09:58    Titel: Antworten mit Zitat

silesio hat Folgendes geschrieben:
Mit pauschalen Aussagen "ich kann mit dem Text nichts anfangen" ist mir wenig gedient.
...
Bleibt locker, Leute!

Vielleicht fühlst du dich angegriffen, aber das liegt mir fern. Ich habe ein paar Fragen gestellt, mit deren Beantwortung du zum Verständnis deines Textes betragen könntest. Es ist doch erst einmal deine Aufgabe, sich ein bisschen Mühe zu geben, ehe du das von den Kritikern forderst.

In diesen Sinne, bleib du selbst locker und gib dir mal Mühe, deinen Text zu erklären.

Gruß, Klaus


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silesio
Schreiberling

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BeitragVerfasst am: 17.02.2015 11:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mein 1. Schritt: Ich einen Text ein - ohne jeden Kommentar. Texte sollen und können normalerweise für sich sprechen. 2. Schritt: Ich warte Reaktionen ab, möglichst natürlich konkrete, spezifizierte. 3) Schritt: ich setze mich mit den Kritikern auseinander, wobei ich mir die Freiheit nehme, dabei einzelne Stimmen auszuwählen.
Zu dir: Der erste Teil in a) trägt vielleicht nicht so viel bei, könnte also entfallen.
Zu den 4  Stufen in Kürze folgendes: So wie in jedem Individuum und in der Menschheit insgesamt sich frühere Entwicklungsstufen, teils kurzfristig und ohne bleibende Folgen noch einmal in Kurzform abspielen, teils sich aber in Ansätzen verfestigen, so ist es auch in der Liebe. Bekannt ist dabei besonders: Sexus, Eros, Caritas. Alles kann in dem, was wir Liebe nennen, enthalten sein, oft unbewusst. Und mein Text läuft auf den letzten Teil hinaus.
Soweit ich - jetzt vielleicht erst wieder einmal andere
silesio


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Catalano
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Alter: 36
Beiträge: 140



BeitragVerfasst am: 17.02.2015 11:10    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist auch immer eine Geschmacksfrage, bei solchen Dingen. Ich selbst konnte bei der Geschichte auch nicht durchblicken, sie ist irgendwie sehr in Rätseln gehalten und vielleicht lyrisch (?). Das ist nicht mein Ding.
Für andere Leute hingegen ist genau sowas das Richtige, einige mögen sowas.

Trotzdem muss man sagen, dass es stellenweise gut geschrieben ist. Mir gefiel die Situation, wo dieser Ari eine geklatscht bekam und sich dann selbst einen runtergeholt hat (wenn ich das richtig verstanden habe).

Vielleicht kannst du folgendes als Tipp verwenden (vielleicht auch nicht): ich mag es, wenn man schreibt, wie man spricht (auch wenn das in Büchern nicht immer der Fall sein kann). Schnörkellos, nicht zu geschickt formuliert, nicht in Rätseln gesprochen und direkt.

Eine Frage noch: durch welche Stadt an der Weser gehst du da spazieren?
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Merlinor
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BeitragVerfasst am: 17.02.2015 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo silesio

Eigentlich ist das ja eine ganz einfache Sequenz.
Aber sie ist leider so undurchsichtig ausgeführt, dass es beim Leser sehr leicht zu Verständnisschwierigkeiten kommen kann.
Das jedenfalls ist mein erster Eindruck.

In den einzelnen Episoden kann man durchaus eine grobe Abfolge "sexuelle Anziehung" -> "erotische Anziehung, Begehren" -> "reife Liebe, hohe Wertschätzung" sehen, also, wie Du schreibst: "Sexus, Eros, Caritas."
Das wird schon deutlich.
Eine tendenzielle Steigerung im moralischen wie kulturellen Anspruch der dargestellten Varianten von dem, was man landläufig "Liebe" nennen kann, zeigen die Szenen schon auf.
Dennoch stellt mich der Text nicht zufrieden.

Das erste Problem: Es sind eigentlich nur drei Stufen, die er abdeckt.
Die Aufteilung in vier Stufen ist meiner Meinung nach nicht sauber genug herausgearbeitet und abgegrenzt.
Es sollten aber schon vier klar zu unterscheidende Stufen identifizierbar sein, wenn der Text unter einem so eindeutigen Titel firmiert.

Die Übergänge zwischen den beschriebenen Stufen sind zwar szenisch als fließend beschrieben, was meiner Meinung nach durchaus sinnvoll ist, weil es den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht, aber der Titel verspricht eben besagte vier klar abzugrenzende Stufen.
Dabei meint er sicher auch eine klare, aufsteigende Hierarchie dessen, was man im moralischen, soziologischen und kulturellen Wertegefüge der menschlichen Gesellschaft unter dem Begriff „Liebe“ verstehen kann.

Die ist zwar tendenziell ausgeführt, aber wird für den Leser nicht deutlich genug sichtbar proklamiert.
Wie gesagt: Ein Text mit so eindeutigem Titel verspricht auch eine eindeutige Botschaft und die vermittelt er in der jetzigen Form zu wenig.
Der Text verschleiert diese Botschaft sogar eher, als dass er sie unterstreicht.
Es fehlt ihm an Prägnanz und Klarheit, die Szenen sind für mein Gefühl zu schwammig ausgeführt, haben keine erkennbare Dramaturgie und sind nicht wirklich auf dem Punkt gebracht.

Außerdem beschreibt der erste Abschnitt ein angebliches Wissen über tierische Befindlichkeiten, das uns Menschen tatsächlich nicht zur Verfügung steht, und macht den ganzen Text dadurch fast schon zur Fabel.

Was mich zu der Frage zurückbringt, was der Text eigentlich (sein) will.
Auf erzählende Weise belehrend soll er wohl sein, aber weder sprachlich noch didaktisch erreicht er in meinen Augen dieses Ziel wirklich gut.
Mein Vorschlag deshalb: Den Titel anpassen, den Text insgesamt straffen und inhaltlich wie sprachlich präziser fassen und ihn auch formal in eine klar einzuordnende Fabel oder Parabel umwandeln.
So ist er weder Fisch noch Fleisch.

Sprachlich hast Du dafür ganz sicher die nötigen Mittel: Du kannst flüssig erzählen, hast ein abwechslungsreiches Vokabular und einen sauberen Erzählstil.
Es fehlt dem Text also nicht an der nötigen sprachlichen Reife, sondern an einer sauber durchdachten Konzeption.
Auch eine ruhige, belehrende Parabel muss einer klaren Dramaturgie folgen, wenn sie gut geschrieben sein soll.
Es ist also noch viel zu tun, um den Text wirklich zum Leben zu erwecken.

Aber all das ist natürlich nur meine ganz persönliche Ansicht.
Ich weiß, dass die sehr kritisch daherkommt, aber das ist sicher nicht böse gemeint.
Ich hoffe dennoch, dass Du damit etwas anfangen kannst.

LG Merlinor


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„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
Es gibt keine Materie an sich, Geist ist der Urgrund der Materie.“

MAX PLANCK (1858-1947), Mailand, 1942
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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 17.02.2015 17:07    Titel: Antworten mit Zitat

Als Teil einer längeren Autobiografie könnte ich mir den Text vorstellen. Dann wäre er in einen anderen Zusammenhang eingebettet. Und natürlich lassen sich dann auch kleine philosophische Exkurse oder Anekdoten im Plauderton unterbringen. Was noch nichts über die Schwächen und Stärken im einzelnen aussagt.
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ZatMel
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BeitragVerfasst am: 17.02.2015 17:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Der Text lässt sich schon sehr gut lesen, aber an manchen Stellen hängt er mich ab. Wegen seiner aufzählenden Art und Weise. An und für sich erinnert mich das irgendwie an Handke und Co.

Bleiben denn die Erklärungen in den Klammern? Denn das finde ich etwas, ja, befremdlich. Ich gehe davon aus, dass ein Mensch, der diesen Text liest, weißt was a und b im musikalischen Zusammenhang bedeuten, oder was frauenfeinlich heißt.

Generell, erklärt er sehr. Und das hat mich gestört. Weil ich als Leser gerne selber lerne, aber nicht so gerne "gelehrt" werde. Dass der letzte Teil ne Zusammensetzung aus allen vorhergegangenen Teilen sein soll, finde ich gut, aber dann müsste es noch genauer ausgearbeitet sein. So bin ich mir unsicher, wo du damit hin willst.

Aber das ist ja meine persönliche Meinung.
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silesio
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BeitragVerfasst am: 17.02.2015 20:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zunächst eine vorerst kuzre Bemerkung zu[b] Merlinor[/b]: Deine ungklaublich sorgsame und ausführliche Analyse muss ich bei mir erst noch etwas setzen. Dann werde ich versuchen, dir zu antworten.

Zu Willebroer: Mein Text "die 4 Stufen" stammt tatsächlich aus meinem Tagebuch, das ich regelmässig, mehr oder weniger ausführlich führe. Weil es privat ist, brauche ich mich ja weder irgendwelchen logischen oder literarischen Regeln unterzuordnen.
Vielleicht war meine Veröffentlichung voreilig, dumm, überflüssig, aber sie ist nun einmal geschehen.
Danke für deine zurückhaltende Stellungnahme
silesio[u][/u]


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silesio
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BeitragVerfasst am: 17.02.2015 20:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Antwort an Zatmel: Zunächst einmal gilt auch zu deinem Beitrag, was ich im vorigen an Willebroer schrieb. Zusätzlich folgendes zur Erklärung: Mein ganzes Berufsleben praktisch habe ich als Lehrer Unterricht erteilt (Griechischm, Latein und Religion, überwiegend in der Oberstufe). Man sagt gerade diesem Berufsstand nach: Einmal Lehrer - immer Lehrer. Ich neige wohl dazu, immer mit erhobenem Zeigefinger herumzulaufen und, passend oder nicht, eine Erklärung nachzuschieben. Meist fällt es mir gar nicht auf. Aber anderen.
Und es stimmt sicher: Am Ende einer Stunde versuche ich den Stoff noch einmal pädagogisch zusammenzu fassen und zu sichern.
silesio


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silesio
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BeitragVerfasst am: 17.02.2015 21:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lieber Merlinor, zunächst einmal ett stort tack = ein großes Dankeschön für die Zeit, die du dir genommen hast und die vielen konkreten Fragen und Hinweise.

Kritik, wozu ich mein langes Berufsleben als Oberstudienrat (mit Erfahrung an 3 dt. Auslandsschulen) und als Pfarrer in Gottesdiensten, Veranstaltungen und Konfirmandenunterricht mein Schäfchen und Schüler – meist der Oberstufe – aufgefordert habe, Kritik kann ich durchaus vertragen. Wenn ich nicht mehr bereit und nicht mehr fähig bin, Kritik zu akzeptieren und eventuell in meinem Leben umzusetzen, dann würde ich nicht nur gegen meine allerheiligsten Grundsätze verstoßen, sondern wäre wirklich alt und in der Weise verkehrt im DSFo.

Prosa ist eigentlich nicht mein Interesse, obwohl ich in meinen Predigten mehr denn ja darauf achte, dass sie sprachlich, logisch und rhetorisch eindeutig aufgebaut sind, eindeutige Aussagen enthalten, lebensnah sind, auch immer etwas zum Lachen enthalten und nicht nur zur Selbstbestätigung frommer Gläubiger dienen.

Lies bitte zu den „4 Stufen“, was ich den andern beiden andern vor dir dazu geschrieben habe.  Und daraus wiederhole ich: mein ursprünglicher Tagebucheintrag war nicht für die Augen einer kritischen Öffentlichkeit bestimmt. Die Gesetze eine Tagebuches sind anders, wenn es da überhaupt darum geht, sich an Gesetze zu halten.

Danke noch einmal für deine Ausführungen, die zu wertvoll sind, als dass ich sie ignorieren könnte.
silesio


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Muskat
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Beiträge: 341



BeitragVerfasst am: 18.02.2015 11:49    Titel: vier Stufen der Liebe Antworten mit Zitat

Hallo Silesio,

ich habe deinen Text mehrfach gelesen und auch, dass es sich um einen Tagebucheintrag handelt, den du für dich so erstellt hast.

Dennoch steht er ja nun hier und ich will dir meinen Gedanken dazu schreiben. Falls du noch an ihm arbeiten magst, könntest du alles Bewertende, Belehrende und alle Behauptungen herausnehmen. Lass den Erzähler von außen beobachten, vielleicht auch seine Fragen dazu denken, und mehr nicht. Solche Sätze könntest du streichen:

Zitat:

  Und wenn sie nicht gestorben sind, wandern sie heute noch - so hieß es einst, als es noch Märchen gab und als Märchen noch Wirklichkeit wurden. Der coole Mensch des 3. Jahrtausends, der nicht mehr an Glück und Liebe und solche Dummheiten glaubt, weil er grundsätzlich gegen alles und jeden misstrauisch ist, weil er von vornherein mit dem Scheitern rechnet, weil er befürchtet, es könne ihn etwas treffen, das Folgen hat, kommentiert nüchtern: Na ja!



Bewertungen/ Behauptungen, in der Art, ich habe sie nur aus Punkt a) herausgegriffen:


Zitat:
wolllüstig (wollüstig?)

den er für den Nabel der Welt hält


 Für sie jedenfalls ist ein jahrtausendealte Frage beantwortet, über die sich Biologen und Philosophen ohne Erfolg den Kopf zerbrochen haben: War erst die Henne oder das Ei? Ganz klar: Sie war zuerst.


Jede Orang Utänin denkt, sofern man da schon von Denken sprechen kann: Welch imposantes Mannbild! Hoffentlich bin ich heute endlich dran.


Betrachte, stelle Fragen und lass den Leser selbst daraus seine Schlüsse ziehen. Aber hebe nicht den Zeigefinger oder gib ihm alles vor. Er soll ja selbst zum denken angeregt werden.

Das sind jetzt meine Vorschläge und Gedanken. Natürlich bleibt es dir überlassen, wie du mit den Eintragungen vorgehen willst.

Liebe Grüße

Muskat
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Merlinor
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Alter: 67
Beiträge: 7987
Wohnort: Bayern
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 18.02.2015 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

Merlinor hat Folgendes geschrieben:
... Was mich zu der Frage zurückbringt, was der Text eigentlich (sein) will …
silesio hat Folgendes geschrieben:
... Zu Willebroer: Mein Text "die 4 Stufen" stammt tatsächlich aus meinem Tagebuch, das ich regelmässig, mehr oder weniger ausführlich führe ...

silesio hat Folgendes geschrieben:
... Lieber Merlinor … daraus wiederhole ich: mein ursprünglicher Tagebucheintrag war nicht für die Augen einer kritischen Öffentlichkeit bestimmt. Die Gesetze eine Tagebuches sind anders, wenn es da überhaupt darum geht, sich an Gesetze zu halten ...


Hallo silesio

Diese Aussage klärt für mich einiges, denn zuvor konnte ich Deinen Text in keine sauber abzugrenzende Kategorie einordnen.
Er war für mich, wie ich schrieb, „weder Fisch noch Fleisch“.

Ja, ein Tagebuch muss sich an keine schriftstellerischen Regeln halten, denn es dient in erster Linie dem inneren Dialog des Verfassers.
Sein Ziel ist also nicht, einem Anliegen des Verfassers Ausdruck zu verleihen, das dieser an außenstehende Leser vermitteln will.
Was aber, wenn dieses Tagebuch zumindest auszugsweise seinen Weg in die Öffentlichkeit finden soll?

Es gibt dann im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:

Erstens: Historiker würden die Einträge als Beleg für die authentische Lebenswirklichkeit und Gedankenwelt des Verfassers dem Publikum in der Regel eher unverändert vorlegen.
Das wäre schon deshalb die besondere Aufgabe des Historikers, weil dessen hauptsächliches Subjekt ja zuerst einmal der Verfasser selbst ist.

Zweitens: Der Verfasser selbst wäre aber möglicherweise besser beraten, dem Publikum eine redigierte Fassung einzelner Abschnitte vorzulegen, zumindest dann, wenn ihm nicht vordringlich daran gelegen ist, sich selbst als Person in den Mittelpunkt zu rücken, sondern er anhand dieser Einträge seine Gedanken zu bestimmten Themenkreisen vorstellen möchte.

Du schreibst:

silesio hat Folgendes geschrieben:
... Prosa ist eigentlich nicht mein Interesse, obwohl ich in meinen Predigten mehr denn ja darauf achte, dass sie sprachlich, logisch und rhetorisch eindeutig aufgebaut sind, eindeutige Aussagen enthalten, lebensnah sind, auch immer etwas zum Lachen enthalten und nicht nur zur Selbstbestätigung frommer Gläubiger dienen  ...


Und ich frage dann: Ist Dein Interesse beim Veröffentlichen von Auszügen aus Deinem Tagebuch nicht ein ähnliches, wie beim Verfassen einer Predigt?
Und um eine Veröffentlichung handelt es sich hier: Du stellst den Text im Forum einer – wenn auch kleinen – Öffentlichkeit vor ...
Hast Du da nicht auch ein didaktisches Ziel, willst Du den Inhalt dieses Auszuges aus Deinem Tagebuch nicht doch möglichst verständlich und nachvollziehbar an den Leser bringen?
Oder was soll der Zweck einer derartigen Vorstellung durch Dich selbst sonst sein?

Wie auch immer: Ich vermute ja ein bisschen, dass Du mit diesem Versuchsballon erst einmal testen wolltest, wo Du beim Publikum stehst, wenn Du Teile Deines Tagebuches unredigiert veröffentlichst.
Du hast nun allerdings gesehen, dass Du damit teilweise auf Rezeptionsschwierigkeiten stößt.
Dein innerer Verständnis-Code ist offenbar nicht einfach eins zu eins an die Außenwelt zu vermitteln.

Da könnte es sich also doch lohnen, darüber nachzudenken, in welcher Form Du diese Inhalte besser vermitteln kannst.
Inhaltlich stecken ja noch viele Farben und Feinheiten drin, die bisher gar nicht zur Sprache gekommen sind.
Eine Überarbeitung nach "sprachlichen, logischen und rhetorischen" Kriterien, wie bei einer Predigt, würde die Rezeption des Textes beim Publikum sicher erleichtern.

Das könnte jetzt und hier geschehen: Die Textarbeit, das Überarbeiten von Texten unter schriftstellerischen Gesichtspunkten, wäre ja nicht zuletzt eines der ersten Anliegen unseres Forums hier.

Dann sollte die Prosa allerdings schon ein wenig in den Fokus Deines Interesses rücken und Du müsstest Dir die Mühe machen, den Text unter handwerklichen, schriftstellerischen Gesichtspunkten zu überarbeiten.
Als erfahrenem Prediger dürfte das aber keine ernsthafte Schwierigkeit für Dich darstellen.

Aber das sind natürlich nur meine ganz persönlichen Gedanken, die mir bei dieser Angelegenheit in den Sinn kommen.
Vielleicht ist ja etwas dabei, was Dich bei Deinen weiteren Überlegungen anregen könnte, Dich doch näher auf die Prosa einzulassen.
Als alter Prosaist werbe ich natürlich dafür … smile


LG Merlinor


_________________
„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
Es gibt keine Materie an sich, Geist ist der Urgrund der Materie.“

MAX PLANCK (1858-1947), Mailand, 1942
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