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Deutsche Sprache "Reim-arm"?

 
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silesio
Schreiberling

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BeitragVerfasst am: 07.02.2015 15:00    Titel: Deutsche Sprache "Reim-arm"? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Seit ca. 30 Jahren lebe ich in verschiedenen Ausländern. Dabei meine ich festgestellt zu haben, das die deutsche Sprache (anders als Englisch, Niederländisch, auch Schwedisch) besonders arm ist an Reimwörtern - abgesehen etwa von -ei, -eit, -ie, -ich, vergleiche auch Herz- Schmerz.
Welche Erfahrungen haben da die kleinen, mittleren und grossen Dichter/innen?

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Harald
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BeitragVerfasst am: 07.02.2015 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde die deutsche Sprache sogar ausgesprochen reich an Reimwörtern:

Es ist wie Edelsteine suchen – du nimmst erst alles, was in Glanz und Farbe deinen Erwartungen entspricht und sortierst die etwas weniger glänzenden aus, dann die nicht ganz so gut  geformten und schaust, was du am Ende von der Größe her brauchen kannst …

 Wink


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Abari
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BeitragVerfasst am: 08.02.2015 21:11    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich ist die deutsche Sprache eine der reimgeschmeidigsten Sprachen, die ich kenne.
Die Möglichkeiten, die sich durch Beugeformen der Worte bieten, scheinen mir schier grenzenlos.
Dieser Reichtum macht es vielleicht schwerer, reine und sinnvolle Reime zu finden, an der Sprache liegt es für mich nicht.
Gewisse Gattungen der Wörter ziehen zwar ihre eigne wieder nach (Partizipien zB.), aber das ist ja überall so, wo es das gibt.

Außerdem fragt sich, was Du unter reinem (?) Reim verstehst. "Haxen" und "knacksen" beispielsweise gelten klanglich als
reiner, schriftlich nach moderner Rechtschreibung als unreiner Reim.

Ich kann mir auch vorstellen, dass es in einem nichtdeutschsprachigen Land schwerer ist, sein passives Sprachwissen fit zu
halten. Besonders, wenn man es sich in seinen Mitmenschen so wohnlich eingerichtet hat:
Zitat:
Seit ca. 30 Jahren lebe ich in verschiedenen Ausländern
Laughing
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silesio
Schreiberling

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BeitragVerfasst am: 08.02.2015 21:28    Titel: ja und nein pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich beklage mich nicht über die deutsche Sprache, im Gegenteil, ich lebe sie wegen ihrer vielen Möglichkeiten, des Formen- und Wortreichtums. Aber es gibt wichtige Worte, darauf reimt sich nichts, z. B. Mensch (es sei denn pensch? Nicht klar? Die Mitte von Lamp-ensch-irm ((vielleicht kannst du darüber nicht lachen)) ). Wie hältst du´s denn mit i und ü, also Blick - Glück?

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Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 71
Beiträge: 5234
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BeitragVerfasst am: 08.02.2015 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Der Mensch am Ende, das ist schlecht,
man zieht ihn vor, aber gerecht …

… und handelt alles auf dem Dorf,
dann sticht am Ende einer Torf …

 Wink


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Abari
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 38
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BeitragVerfasst am: 09.02.2015 18:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo silesio,

das Lachen war nicht böse gemeint, ganz im Gegenteil.
Deine Einleitung brachte einfach ein lustiges Bild in meinen Kopf.
Das hat mich zu dem genauso wenig boshaft gemeinten Satz verleitet. Embarassed

"Reine" Reime sind ganz und gar vom Dichter abhängig.
Ich zitiere mal:
Zitat:
Der deutsche Reim verlangt ziemliche Genauigkeit, aber im Auslaut dürfen einfaches b, d, g auf einfaches p, t, k reimen. Vom Standpunkte der gewählten Hochsprache
gibt es reine und unreine Reime: unreine Reime liegen vor, wenn ungerundete Selbstlaute auf gerundete oder umgekehrt reimen: siegen: lügen; Freuden: Zeiten.
Sie werden mundartliche Reime genannt, wenn sie nach der Mundart des Dichters nicht unrein sind.

(F. A. Brockhaus (Hrsg.): Der Sprach-Brockhaus. Deutsches Bildwörterbuch für jedermann. 4. verb. Aufl., Leipzig 1940. S. 517.

Selbst bei den Klassikern kommen solche mundartlichen Reime vor, wenn man von J. H. Voss mal absieht.

Das heißt auch, dass Du Dich nicht zwingend an die Rechtschreibung zu halten brauchst.
Mich würde interessieren, wieviele vorher auch schriftlich reine Reime durch den Duden unrein geworden sind.
Was spricht gegen so eine "wilde" Trennung wie Lampensch-
irm? Man versteht es und kein Mensch verbietet es Dir.
Manche Dichter haben sich auch über die Rechtschreibung erst beklagt, um sie dann bewusst auszuhebeln.
Dazu würde ich sowas auch zählen, wenn es sich nicht um bloße Effekthascherei handelt. Vermutlich hat das als Stilmittel sogar einen griechischen Namen.
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PraetoriusCC
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Alter: 47
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BeitragVerfasst am: 09.02.2015 20:32    Titel: Antworten mit Zitat

Wäre die deutsche Sprache reimärmer als andere, gäbe es in ihr auch deutlich weniger Gereimtes. Davon konnte ich bisher nichts feststellen. smile
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 10.02.2015 00:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiß nicht, ob die deutsche Sprache reimarm ist. Durch die Konjunktionen und Deklinationen werden Reime vielleicht schon eingeschränkt.

Fürs Englische kann ich sagen, dass mir gefallt, dass da Reime möglich sind, die ganz verschieden geschrieben werden.

Beispiel:

bear
aware
fair

Das macht die Reime abwechslungsreicher aussehend,und gleichzeitig nicht so auffällig.
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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 10.02.2015 02:41    Titel: Antworten mit Zitat

PraetoriusCC hat Folgendes geschrieben:
Wäre die deutsche Sprache reimärmer als andere, gäbe es in ihr auch deutlich weniger Gereimtes. Davon konnte ich bisher nichts feststellen. smile


Oh, ich hab schon viel Ungereimtes gelesen. wink

Aber gerade in anderen Traditionen, z. B. der nordischen, ist der Stabreim von großer Bedeutung, so weit ich mich erinnere. Und bei Spachen mit immer denselben Endungen (Lat., Griech.) wäre ein Endreim zu einfach, die haben den Jambus und seine Brüder.
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silesio
Schreiberling

Alter: 84
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BeitragVerfasst am: 10.02.2015 10:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ungereimtes habe ich tatsächlich auch schon oft gelesen, und oft ist es mir beim besten Willen nicht gelungen, mir einen Reim darauf zu machen.
Man kann ja den Reim vielleicht auch als Fessel verstehen, um sich dann in der Kunst zu üben: Freiheit in Fesseln. Im Vergleich zu R. M. Rilke sind wir ohnehin nur Waisenkinder. Andrerseits wäre W. Busch ohne seine Holzhackerreime nur halb so vergnüglich.

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Abari
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BeitragVerfasst am: 10.02.2015 12:51    Titel: Antworten mit Zitat

Letzten Endes zählt für mich, was der Text inhaltlich transportiert und ob der Reim der Form angemessen ist.
Ein komplex gebautes Gedicht mit diffizilem Metrum verträgt sich weniger mit einem unreinen Reim (dann besser gar keinen, siehe klassische/klassizistische Oden) als ein Volks- oder Kirchenlied oder ein Popsong. Die erfolgreichsten Texte dieser Genre strotzen davon.

Man kann heutzutage auf "Sarah" "klarer" und "unsagbar" (na huch, eigentlich müsste es doch "unsäglich" heißen) reimen. So ein Text stellt sich dann aufs Gehörtwerden ab. Aufgeschrieben, wird der Leser dann kurz über sowas stutzen. Das kann der Zweck sein.

Unterbewusst bindet der Reim die Worte, die sich reimen, immer zusammen. Wer das nicht will oder mag, lässt es einfach...
Handwerklich gesehen kommt wahrscheinlich niemand um ihn herum, weil es doch irgendwie zum Bild des Dichters gehört, dass er mal was reimen kann.

So, jetzt ist's genug gebabelt,
drum für die Arbeit abgekabelt!
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Rübenach
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Beiträge: 2370



BeitragVerfasst am: 10.02.2015 13:22    Titel: Re: ja und nein Antworten mit Zitat

silesio hat Folgendes geschrieben:
Ich beklage mich nicht über die deutsche Sprache, im Gegenteil, ich lebe sie wegen ihrer vielen Möglichkeiten, des Formen- und Wortreichtums. Aber es gibt wichtige Worte, darauf reimt sich nichts, z. B. Mensch (es sei denn pensch? Nicht klar? Die Mitte von Lamp-ensch-irm ((vielleicht kannst du darüber nicht lachen)) ). Wie hältst du´s denn mit i und ü, also Blick - Glück?


Mensch ist zweifelsohne schwierig. Rühmkorf schlägt (in seiner Frankfurter Poetikvorlesung) nicht ganz ernst

Mensch - Du stehst im Trensch

vor und verweist auf Heines Wintermärchen

Heinrich Heine hat Folgendes geschrieben:
Fehlt etwa einer im Triumvirat,
So nehmt einen anderen Menschen.
Ersetzt den König des Morgenlands
Durch einen abendländschen.


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Harald
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BeitragVerfasst am: 10.02.2015 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hier wurde etwas mit dem Vorschlaghammer in "Reimform" gebracht ►

http://www.reimix.de/reim-auf-mensch/

Das Produkt ►

Mensch, Mönch!

Es lebte einst ein alter Mönch
allein auf einer kleinen Ranch
und sucht‘ nach einem Reim auf Mensch.

Zum Sinnieren trank er Fench-
el-Tee aus einem kleinen Kännch-
en sitzend unter einem Lampensch-

irm. Plötzlich nähert sich ein Mensch.
Der alte Mönch dachte: „Den kenn’ ch!
Wie hieß er noch? Ach, ja, der Jentzsch!“

Der Jentzsch trug einen langen Trench-
Coat aus Paris und sprach nur French.
Müde sank er auf die Bench.

Der Mönch goss ihm mit ruhigem Händch-
en von dem Fencheltee eine Quäntch-
en ein und sprach: „Gut‘ Nacht. Jetzt penn‘ ch.“


***

Nun ja Rolling Eyes

 Wink


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silesio
Schreiberling

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BeitragVerfasst am: 10.02.2015 15:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mein lieber Freund und Kupferstecher, dieses Forum ist nicht dazu da, um empfindsame, sozusagen sensible, sozusagen gutwillige und unschuldige Zeitgenossen zu quälen.
Andrerseits verrät dieser Versuch ohne Zweifel eine Menge Phantasie.
Herzlichsten Dank

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Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

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BeitragVerfasst am: 10.02.2015 15:59    Titel: Antworten mit Zitat

silesio hat Folgendes geschrieben:

Andrerseits verrät dieser Versuch ohne Zweifel eine Menge Phantasie.


Keine Ursache, ich empfinde den Ersteller dieser Zeilen als einen Menschen, der Kinder spielerisch zum Reimgedicht führen will, und in meinen Augen ist er auf dem rechten Wege …


Zum reinen Endreim bezüglich Mensch ►

Es strebt den Hausbau an der Mensch,
der schlaue nimmt ein Haus von Rensch …


http://www.rensch-haus.com/


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Mardii
Stiefmütterle

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BeitragVerfasst am: 10.02.2015 19:03    Titel: Antworten mit Zitat

Reimmensch

War ein Mensch
ärgert sich tier´sch
überm Reim.
Deutschen Leim

gingen viel Leutchen
drauf, alles Menschen,
die den Keim
der Kunst erkannt. Very Happy


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Ridickully
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silesio
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BeitragVerfasst am: 11.02.2015 09:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bist du dir sicher, dass du diesen Beitrag wirklich in diesen Thread setzen wolltest? Dann bin ich wohl zu doof, um das zu kapieren. Ich finde - und jeder darf ja finden, was er will - das passt zusammen wie der Kamm zur Butter.

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Mardii
Stiefmütterle

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BeitragVerfasst am: 11.02.2015 16:58    Titel: Antworten mit Zitat

Silesio, pardonnez-moi für den Erguss. Embarassed Er gründet in dem Gedanken, wie schwer manche Reime miteinander gepaart zusammen passen. Eben wie der Kamm zur Margarine. Reimen ist eine tiefer gründende Kunstform.

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silesio
Schreiberling

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BeitragVerfasst am: 11.02.2015 17:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Haben Reime nicht etwas Paradoxes an und in sich. Der Dichter schafft Zwänge, bzw. ordnet sich ihnen freiwillig unter, um sie dann wieder auszuweiten und sie verschieden zu füllen. Das ist natürlich in Malerei, Musik, Archtektur ganz ähnlich. Ich wundere mich nur, dass sich so viele freiwillig diesem Zwang unterwerfen.

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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 11.02.2015 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

silesio hat Folgendes geschrieben:
Haben Reime nicht etwas Paradoxes an und in sich. Der Dichter schafft Zwänge, bzw. ordnet sich ihnen freiwillig unter, um sie dann wieder auszuweiten und sie verschieden zu füllen. Das ist natürlich in Malerei, Musik, Archtektur ganz ähnlich. Ich wundere mich nur, dass sich so viele freiwillig diesem Zwang unterwerfen.


Der Reim spielt ja auch eine wichtige Rolle (zusammen mit dem Versmaß) als Merkhilfe für einen Text. Vielleicht hat das dazu beigetragen, daß sich Gereimtes in der mündlichen Überlieferung besser erhalten hat als freie Texte.

Das betrifft dann weniger Gedichte, sondern vor allem Lernstoff, z. B. in unserem Metier: "Wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich" oder  "Wer brauchen ohne zu gebraucht, braucht brauchen gar nicht zu gebrauchen".
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 981



BeitragVerfasst am: 13.02.2015 13:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ich könnte mir vorstellen, dass es daran liegt, dass Reime Rhythmus haben, bzw. Rhythmus sind, sogar im Klang der Töne.
Die Rechts-Links-Feuerung der Synapsen im Gehirn wird angeregt, unterstützt. Rhythmik ist eine Urerfahrung unseres Lebens. Der Herzschlag, den wir im Mutterleib hören ist rhythmisch, das Gehen, unsere ursprüngliche und uralte Fortbewegungsform ist rhythmisch, das Baby wird  rhythmisch beruhigt, mit gleichmäßigen Bewegungen lernt es sich leichter, wir suchen den Rhythmus im Singen usw.
 smile Wir scheinen einfach aus Rhythmus zu bestehen.
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silesio
Schreiberling

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BeitragVerfasst am: 13.02.2015 13:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Da ist sicher viel Wahres dran. Zwar hatten die alten Griechen mit ihrem Homer (falls es den gegeben hat, was umstritten ist, obwohl 8 Städte sich rühmten. seinen Schädel als Reliquie zu besitzen) den Hexameter ohne Reim verwandt. Der wiederum ist dem schnellen Walzer vergleichbar. Wer in mehrere Male hintereinander getanzt hat aud vielleicht ausserdem noch verliebt ist, tanzt ihn womöglich noch auf dem Nachhauseweg und dann in seinen Träumen.

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