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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig 72 Stunden (Kapitel 1)


 

 
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lukasbyotch
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 25
Beiträge: 4
Wohnort: Baden-Würrtemberg


BeitragVerfasst am: 03.12.2014 18:59    Titel: 72 Stunden (Kapitel 1) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Leute!
Ich bin, wie ihr vielleicht erkennt, neu hier und möchte gerne das erste Kapitel meines Romanes vorstellen! Ich würde mich wirklich sehr über Kritik freuen und vor allem über ehrliche Kritik, denn nur die kann mich weiterbringen! smile

Caroline (Mutter)

Ich werde nie vergessen, wie ich in meinem Zimmer saß, mein Stiefvater hineinkam und mir befahl meine Klamotten auszuziehen. Ich war überrascht,aber irgendwie auch geschmeichelt. Ich stand schon länger auf ihn, was meiner Mutter guten Grund gab mich zu hassen. Vergewaltigung kann man das also nicht nennen. Ich war schon 18 und noch Jungfrau und irgendwie war das der perfekte Zeitpunkt. Schlecht habe ich mich danach nicht gefühlt. Meine Mutter hatte diesen Mann sowieso nicht verdient. Sie war ständig damit beschäftigt ihn zu verbessern und aus ihm einen perfekten Mann zu machen. Ich hingegen hatte ihn verdient. Zumindest dachte ich das. Nachdem ich ihn ganz für mich alleine hatte und meine Mutter meinte sie müsste sich das Leben nehmen, betrog er auch mich mit einem noch jüngeren Kind. Das nannten die Richter dann Vergewaltigung. Verständlich. Dass andere Mädchen zeigte sich nicht so willig wie ich. Diesmal kam er dafür in den Knast. Ich hingegen habe nur wenige psychische Probleme davon getragen. Deswegen sitze ich jetzt, mit 37 Jahren, bei meinem Therapeuten und warte darauf, das dieser überaus attraktive Mann wieder die Tür hineinkommt und mich anschaut, als wäre ich ein Wrack. Ich war kein Wrack. Ich hatte nur Probleme mich an Männer zu binden. Seit meinem Stiefvater hatte ich keinen anderen Mann länger als 2 Wochen bei mir. Meiner Tochter, Sophia, habe ich noch immer nicht gesagt wer eigentlich ihr Vater ist. Naja, vielleicht weiß ich es ja selbst nicht. Als kleines Kind hatte sie mich oft nach ihrem Vater gefragt. Als Antwort auf ihre Fragen habe ich ihr damals einen größeren Bruder adoptiert. Einen, für mich, perfekten Bruder. Brian hatte nur gute Noten in der Schule und hätte sehr weit in der Berufswelt aufsteigen können. Nur hat er sich für einen anderen Weg entschieden und studiert jetzt „Sozialpädagogik“. Ich müsste stolz auf ihn sein, aber ich finde es einfach nur Schwach. Jetzt habe ich jedenfalls eine pubertierende 17-Jährige Tochter und einen so gut wie Erwachsenen Sohn, der mit 22 Jahren noch immer bei mir wohnt. Genau Punkt 12 Uhr, am Freitag den 09.05.2015 kam mein Therapeut die Tür hinein, gab mir den „was für ein Wrack“ blick und setzte sich vor mich. Er starrte mich an und wartete darauf das ich ihn begrüße oder ihn anlächle.
„Sie werden von mir erst eine Begrüßung bekommen, wenn sie mich zum Essen einladen, das wissen sie.“ Eigentlich wollte ich das nicht noch einmal wiederholen, weil es mich zu einer einsamen Frau machte, die versuchte mit ihrem Therapeuten etwas anzufangen.
„Und sie wissen, das ich das nicht darf. So attraktiv wie sie sind, und das sind sie wirklich.“ Natürlich fand er mich attraktiv. Jeder fand mich attraktiv. Und hätte ich diesen Mann in einer Bar kennengelernt, dann wäre er vermutlich der Vater meines dritten Kindes. „Danke.“

Eine ganze Stunde saßen wir beide uns gegenüber und schwiegen. Ab und zu versuchte er in meiner Vergangenheit herumzustochern und mich zum weinen zu bringen. Ja, das war sein Hauptziel. Ich solle doch endlich mal loslassen und mich meinen Emotionen hingeben. Das müsste nicht einmal in seiner Sitzung sein. Ich könnte ja mit einer guten Freundin über mein Trauma reden und sie voll heulen. Aber das tue ich nicht, denn das würde Schwäche zeigen. Und wenn ich eins von meiner toten Mutter gelernt habe, dann ist es, dass die Leute dich auffressen wenn du nur ein bisschen Schwäche zeigst. Und das sollte mir nicht passieren. Ich bin die angesehenste Frau in [ORT]. Jeder möchte so sein wie ich. Ich bekomme ständig Komplimente wie hübsch ich bin, mit meinen super lockigen Blonden Haaren und meinen so wunderschönen weißen Zähnen. Und das ich zwei Kinder alleine großziehe und das anscheinend so perfekt mache, könnte ich mir auf meine Stirn tätowieren lassen, so oft wie ich das höre. Deshalb sollten die Leute ruhig den Glauben bewahren, dass ich perfekt bin. Die einzige Person die von den Leuten als noch perfekter bezeichnet wird als ich, ist meine Tochter. Sie hat alles. Meine Haare sind blond gefärbt und meine Zähne werden alle 3 Monate gebleacht. Nicht einmal meine Brüste sind mehr echt. Doch das weiß natürlich keiner. Meine Tochter hingegen, hat wunderschöne blonde Haare, die nicht gefärbt sind. Und ihre Zähne sind weißer wie meine und nicht einmal gebleacht. Das ist einfach nur unfair. Wahrscheinlich hat sie die guten Gene von ihrem Vater. Von mir kann sie sie jedenfalls nicht haben. Und wieder, sollte ich eigentlich stolz sein. Aber nein, das bin ich nicht. Ich bin egoistisch. Selbst mit meinen Kindern führe ich einen Konkurrenzkampf wie früher in der Schule. Aber trotzdem liebte ich meine Kinder. Das tue ich wirklich. Ohne sie wäre ich vermutlich verloren. So Eifersüchtig wie ich auf meine Tochter war, umso mehr konnte ich nicht ohne sie leben. Es war eine Hassliebe. Zu meinem Sohn hatte ich diese nicht. Er war für andere nicht perfekt. Für mich jedoch schon. Mittlerweile war es schon 14.30 Uhr und ich hatte nur noch eine halbe Stunde Zeit etwas zu essen, bevor ich mit Kathleen „Kathy“ Stirlson zu einem Café verabredet war. In einer halben Stunde hatte ich also die Möglichkeit mir entweder einen kleinen, bereits fertigen, Salat vom Discounter zu kaufen, der direkt zwei Straßen weiter von Kathys und meinem Stammcafé entfernt war oder in eines der beliebten Fast Food Ketten zu fahren. Für letzteres brauchte ich alleine mit dem Auto 15 Minuten, doch meine Entscheidung viel darauf. Umso später ich komme, umso weniger muss ich mich mit der Schlampe unterhalten, die mir in der 7ten Klasse meinen Schwarm ausgespannt hat. Außerdem hab ich nach meinen Therapie-Stunden immer großen Hunger auf Fleisch.

Um 15.10 stand ich nun vor Kathys und meinem Stammcafé „Café“ und wusste nicht ob ich heute die glückliche eingebildete Frau spiele oder die gestresste Mutter. Ich entdeckte Kathy durch die Fenster im vorderen Bereich des Raucherraumes. Sie hatte knallrote kurze Haare, welche sie frisch und lebendig wirken ließen. Doch ihr Gesicht verriet, dass es ihr nicht gut ging. Sie schien irgendein Problem zu haben, weshalb ich mich entschied die glückliche Caroline zu spielen. Nicht, wie man jetzt denken könnte, um ihr eine gute Freundin zu sein. Sondern um zu leuchten, während sie sich fühlt wie Dreck. Als ich den Raucherraum betrat, beachtete sie mich erst gar nicht, da sie viel zu sehr auf ihr neues Smartphone fixiert war.
„Hey Baby, wenn ich mich mit dir verabrede, dann ist die Aufmerksamkeit gefälligst auf mich gerichtet“, zickte ich sie ironisch an. Als sie zu mir hoch sah erstrahlte sie nicht wie sie es sonst tat, sondern fing an zu weinen. Na Super, jetzt muss ich die Schlampe auch noch trösten.
„Was ist den passiert Kathy? Hat Bob dir was angetan?“ „Ja...das hat er...Caroline ich muss dir was beichten.“ Oh nein, ein Geständnis. „Ich war Schwanger und vor zwei Wochen habe ich Bob mit einer anderen erwischt. Ich bin nervlich total zusammengebrochen und habe das Kind verloren. Innerhalb von einem Tag ist mein komplettes Leben zusammengebrochen. Das war das schlimmste Osterfest meines Lebens.“ Karma. Karma. Karma. Gott, fühlte ich mich gut. „Oh nein, warum hast du denn nichts gesagt? Wieso hast du das für dich behalten? Ich und die Mädels hätten dir doch beistehen können“, sagte ich zu ihr, in der Hoffnung sie würde sich mit dieser Standart-Tröstung zufrieden geben. „Das weiß ich doch, nur wollte ich lieber alleine sein. Nur mal ein bisschen nachdenken. Du kennst mich doch.“ Alleine sein. Wer ist gerne Freiwillig alleine? Mit seinen quälenden Gedanken in einem Raum. Ohne jemanden, der deine Gedanken unterbricht. Ohne etwas, das dich ablenkt. Alleine sein. Ich hasste das Gefühl. Wenn ich alleine war, dann nur weil die Bar voller Typen war, mit denen ich bereits etwas hatte. Hoffentlich würde das dieses Wochenende nicht der Fall sein, denn Sonntags war Muttertag und ich hatte nicht vor über meine tote Mutter nachzudenken. Die Kellnerin kam und ich war froh darüber, denn so hatte ich die Möglichkeit das Thema zu wechseln. „Zwei Latte und zwei Stückchen Erdbeerkuchen wie immer?“ fragte sie mit einem besorgten Blick, der auf Kathys verheultes Gesicht fiel.
„Hört mal ihr beiden, genießt die Zeit in unserem Raucherraum noch, denn der ist bald weg. Unser neuer Chef ist ziemlich...Jung. Der versteht die Raucher heutzutage nicht mehr. Ich habe ihm zwar versucht zu erklären, das unser Café mehr Vintage als Modern ist, aber das möchte er anscheinend ändern.“
„Oh mein Gott, das ist nicht dein ernst? Verdammte scheiße, was soll das? Ich liebe es hier, das ist Carolines und mein Stammcafé. Wir sollten eigentlich darüber mitbestimmen dürfen!“ Die Kellnerin hatte es also geschafft in nur einem Atemzug Kathy abzulenken.
„Schätzchen, wenn ich du wäre, dann würde ich endlich mal mit dem Rauchen aufhören. Das ist schlecht für dich.“ beteuerte ich, während ich mich auf meine nächste Zigarette freute.
„Aber Caroline. Du weißt doch wie schwer das ist. Du hast damals auch lange gebraucht, bis du es geschafft hast. Und glaub mir, gerade habe ich wohl anderes im Kopf! Immerhin habe ich ein Kind verloren und nicht jeder kann so perfekt sein wie du!“ schrie sie mich fast an und fing wieder bitterlich an zu heulen. Verdammt, ich musste hier weg. Eine noch nie genutzte Lüge musste her.
„Hör mal, Sophia hat mir gerade geschrieben, dass sie Probleme mit ihrem Freund hat. Ich glaube, ich sollte mal nach ihr sehen. Ich trommle die anderen Mädels zusammen und dann machen wir uns einen schönen Abend bei mir zuhause. In Ordnung?“
„Das würde mich freuen...es tut mir leid, ich wollte dich nicht anschreien.“
„Ist okay.“
Ich stornierte meine Bestellung beim hinausgehen und warf dem Chef des Cafés einen heißen Blick zu, der an unsere damalige Nacht erinnern sollte. Als ich im Auto saß und mir sicher war, dass niemand mich sehen konnte, zündete ich mir eine Zigarette an. Nach diesem stressigen Zusammentreffen mit Kathy war diese mehr als nötig.
Auf dem Heimweg versuchte ich meinen Kopf frei zu bekommen und telefonierte mit Betty, Margot, Christina und Kathy, um alles für den perfekten Ablenkungs-Abend zu planen. Mir ging immer wieder meine Tochter durch den Kopf. Noch nie hatte Sophia irgendwelche Probleme, weshalb ich früher von irgendwo gehen musste. Ich empfand für einen kurzen Moment großen Stolz und genau deshalb war es ein riesen Schock für mich, als ich zu Hause ankam und den Zettel meiner Tochter in der Hand hielt, den sie auf den Küchentisch gelegt hatte.

„Mama, ich kann dir nicht beschreiben, wie leid es mir tut. Aber ich haue ab. Von allem. Ich kann mich nicht mehr mit dir streiten und ich kann mich nicht mehr mit Jason streiten. Ich will das alles nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Bitte rufe nicht die Polizei. Bitte hänge das nicht an die große Glocke. Ich bin Siebzehn. Ich weiß was ich tue. Und ich will einfach nur Weg von hier. Gib dir nicht die Schuld. Ich liebe dich Mama.“


Mittlerweile war es 19.00 Uhr und in einer Stunde sollten meine „besten“ Freundinnen vorbeikommen.

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Jack Burns
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 49
Beiträge: 1554



BeitragVerfasst am: 04.12.2014 05:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lukas,
Zuerst mal: Willkommen im Forum.
Zu deinem Text kann und will ich nicht viel sagen. Ich hoffe nur, du hast noch nicht den ganzen Roman geschrieben.
Ich glaube du solltest erst mal von ganz vorn anfangen und mit kleinen Szenen üben; Dialoge, Charakterbeschreibungen und dich dann zu konkreten Situationen vorarbeiten.
Es gibt im Forum einige Übungen, an denen du dich ausprobieren kannst. Und nebenbei wird dir das feedback helfen, deine Rechtschreibung und Grammatik zu verbessern.
Erhalte dir deine Lust am Schreiben und arbeite an der Technik!
Und such dir auch ehrliche Probeleser in deinem Umfeld.

Grüße, Martin
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Lotta
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 53
Beiträge: 263
Wohnort: Wunderland


BeitragVerfasst am: 04.12.2014 09:47    Titel: Re: 72 Stunden (Kapitel 1) Antworten mit Zitat

Hallo lukasbyotch,

der Text hat mich überfordert. Die Sprünge, die Aneinanderreihung von Fakten, sprachliche Unsauberkeiten, der Wechsel der Zeitformen, umständliche Formulierungen, die Oberflächlichkeit der Handlungen.

Auch wenn gewiss provozierend gemeint - der Text erreicht mich nicht.

Mal zu Kathy - warum sucht sie den Kontakt zu ihrer besten Freundin, die ihr so oft in den Allerwertesten tritt? Ist Kathy tatsächlich so dumm, dass sie die Kälte nicht wahrnimmt?

Die Prota hat seelisches Probleme, das ist nicht zu übersehen. Warum aber sieht Kathy das nicht?

Ansonsten, inhaltlich sehe ich Potential. Die Überarbeitung erfordert viel Arbeit.

Rechtschreibung, Grammatik wurde bereits angesprochen.

Ich versuch mich mal am Text, so weit, wie ich komme.

lukasbyotch hat Folgendes geschrieben:


Caroline (Mutter)


Ich werde nie vergessen, wie ich in meinem Zimmer saß, mein Stiefvater hineinkam und mir befahl meine Klamotten auszuziehen.

"Nie"würde ich an den Satzanfang stellen, weil es mich aufhorchen lässt. Vorschlag: "Nie werde ich vergessen können...damals, in meinem Zimmer, als der Stiefvater erschien und mir befahl, die Klamotten auszuziehen. Nie."

Ich war überrascht,aber irgendwie auch geschmeichelt. Ich stand schon länger auf ihn, was meiner Mutter guten Grund gab mich zu hassen.
 
Hier wird nur oberflächlich die Mutter erwähnt. Das zieht mich nicht in den Text.
Was war los? Wusste sie von der Schwärmerei oder vom Sex?


Vergewaltigung kann man das also nicht nennen. Ich war schon 18 und noch Jungfrau und irgendwie war das der perfekte Zeitpunkt. Schlecht habe ich mich danach nicht gefühlt. Meine Mutter hatte diesen Mann sowieso nicht verdient. Sie war ständig damit beschäftigt ihn zu verbessern und aus ihm einen perfekten Mann zu machen. Ich hingegen hatte ihn verdient. Zumindest dachte ich das. Nachdem ich ihn ganz für mich alleine hatte und meine Mutter meinte sie müsste sich das Leben nehmen, betrog er auch mich mit einem noch jüngeren Kind. Das nannten die Richter dann Vergewaltigung. Verständlich. Dass andere Mädchen zeigte sich nicht so willig wie ich. Diesmal kam er dafür in den Knast. Ich hingegen habe nur wenige psychische Probleme davon getragen. Deswegen sitze ich jetzt, mit 37 Jahren, bei meinem Therapeuten und warte darauf, das dieser überaus attraktive Mann wieder die Tür hineinkommt und mich anschaut, als wäre ich ein Wrack. Ich war kein Wrack. Ich hatte nur Probleme mich an Männer zu binden.

Viele aneinandergereihte Informationen, vollkommen emotionslos. Habe ich direkt im obigen Absatz markiert. Ich würde mich für ein, zwei Sachen entscheiden, in die Tiefe gehen, und damit dem Leser ermöglichen, Bilder und Emotionen zu entwickeln. Den Leser in den Text ziehen.

Seit meinem Stiefvater hatte ich keinen anderen Mann länger als 2 Wochen bei mir. Meiner Tochter, Sophia, habe ich noch immer nicht gesagt wer eigentlich ihr Vater ist. Naja, vielleicht weiß ich es ja selbst nicht.

Die Prota zeigt sich, wie im gesamten Text, emotionslos. Für mich ein Widerspruch zum Ende des Textes - warum liebt die Tochter eine solche Mutter? Es sei denn, sie hat Schaden davon getragen. Was hat sie denn zu diesem Handeln bewogen? Mich lässt der Text vermuten, dass die Tochter ein schreckliches Leben an der Seite ihrer Mutter geführt hat. Wo sehe und fühle ich etwas davon?

Als kleines Kind hatte sie mich oft nach ihrem Vater gefragt. Als Antwort auf ihre Fragen habe ich ihr damals einen größeren Bruder adoptiert. Einen, für mich, perfekten Bruder.

Warum für die Mutter perfekt? Er ist doch der Bruder der Tochter. Und welches Amt lässt eine solche Mutter ein Kind adoptieren?

Brian hatte nur gute Noten in der Schule und hätte sehr weit in der Berufswelt aufsteigen können. Nur hat er sich für einen anderen Weg entschieden und studiert jetzt „Sozialpädagogik“. Ich müsste stolz auf ihn sein, aber ich finde es einfach nur Schwach.

Der perfekte Bruder ist plötzlich schwach? Ein Versager weil er Sozialpädagogik studiert? Könnte es mit der Kälte der Mutter zu tun haben? Mit ihrer Eiseskälte? Warum das alles? Edit: Bezogen auf das Studium, ob es sich auf diesen Kontext bezieht?

Hier erst mal Schluss.

LG., Lotta

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Papa Schlumpf
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 59
Beiträge: 364
Wohnort: Friedersdorf


BeitragVerfasst am: 04.12.2014 15:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Lukas,
ich wollte mir den Weg zum "Roten Teppich" sparen, deshalb hier ein herzliches Willkommen!
Dein Text erschwert einen Kommentar. Er dreht. Dem Papier gegenüber ist selbst solches Luder ehrlich, setzt es sich hin und beichtet, was nie gesagt werden durfte, als Geheimnis bewahrt blieb. Doch Deine Protagonistin ist nicht ehrlich, vom ersten bis zum letzten Satz, und windet sich in den Erlebnissen und ihren Gedanken, immer bestrebt, dem Leser etwas vorzumachen. Und das ist durchschaubar, nur, wer sie wirklich ist blitzt nicht durch, was sie antreibt, weshalb sie sich mit einer verhassten Ex-Schulfreundin trifft, den Sohn und seine Studienrichtung missachtet und, und, und die berechtigte Feststellung, sie sei ein psychisches und vor allem emotionales Wrack, negiert. So, wie sie dargestellt ist, müsste der Therapeut die Behandlung abbrechen, bräuchte er aber gar nicht, sie wäre nie dorthin gegangen. In diesem Kapitel wird ein Kosmos voller Fragen eröffnet, in dem der Leser sich nicht zurecht findet, weil die Gefühlswelt dieser Frau wie ein Hase durch die Zeilen hoppelt und nicht zu fassen ist.
Mir sind auch einige stilistische Feinheiten aufgefallen. Die bevorzugte Verwendung von Perfekt und Plusquamperfekt bedingt regelrechte Exzesse mit den Formen der Verben "haben" und "Sein", die besonders am Anfang stören. Ich will nur an ein paar Zeilen zeigen, worum es mir geht, und wählte dort aus, wo Lotta aufhörte.
 
Zitat:
Jetzt habe ich jedenfalls eine pubertierende 17-Jährige Tochter und einen so gut wie Erwachsenen Sohn, der mit 22 Jahren noch immer bei mir wohnt. Genau Punkt 12 Uhr, am Freitag den 09.05.2015 kam mein Therapeut die Tür hinein, gab mir den „was für ein Wrack“ blick und setzte sich vor mich. Er starrte mich an und wartete darauf das ich ihn begrüße oder ihn anlächle.

Erster Satz: mich stören das "haben" und die Schreibfehler, 17-jährig und erwachsen sind Adjektive. Übrigens zeigen Söhne sehr oft die Eigenheit, bis zur Heirat bei Mama zu wohnen. Da sind sie dann auch mal 35 Jahre alt.
Zweiter Satz: "Genau Punkt" ist etwas zuviel des Guten, die Hälfte reicht vollkommen. 12 Uhr, gut. Freitag, auch gut. Aber zu welchem Zweck das genaue Datum? Zumindest in diesem Kapitel findet sich dazu keine Funktion. Die Tür hineinkommen empfinde ich als Jargon der Straße. Da die erzählende Protagonistin schon im Raum sitzt, kommt der Therapeut nicht hin, sondern her. Zivilisierte Menschen kommen zur Tür herein. Was-für-ein-Wrack-Blick verbände ich mit Gedankenstrichen, Blick stünde auch dann groß da. "vor mich" steht etwas funktionsarm am Satzende und beißt sich mit dem Anfang des darauffolgenden Satzes, ich ließe es weg. Überdies sitzt der Therapeut nur selten in Front des Patienten.
Letzter Satz: Nach "darauf" steht ein Komma, dass mit 2 "s", weil "ß" aus der Mode kam, das zweite "ihn" striche ich, da "ihn anlächeln" kein geschlossener Begriff ist und der Verweis auf "ihn" gerade gegeben wurde.
Meine Variante der drei Sätze schaut also so aus:
Zu meinem Haushalt gehören jetzt jedenfalls eine pubertierende 17-jährige Tochter und ein so gut wie erwachsener Sohn, der mit 22 Jahren noch immer bei mir wohnt.
Freitag, Punkt 12 Uhr, kam mein Therapeut zur Tür herein, gab mir den „Was-für-ein-Wrack“-Blick und setzte sich.
Er starrte mich an und wartete darauf, dass ich ihn begrüße oder anlächle.
Sicher wirst Du jetzt über den alten Korinthenkacker fluchen. Lass es setzen. Ich gab mir mit den drei  Sätzen nur deshalb Mühe, um Dir mögliche Schwächen zu zeigen. Die Betonung liegt auf "möglich", weil das alles sehr subjektiv ist, meine Meinung. Andere werden Dir anderes sagen. Du kannst die Anregung annehmen oder in die Tonne drücken, Hauptsache, Du kannst mit dem Ergebnis glücklich werden. Denn es ist Dein Roman, die Anderen sind nur Staffage.
Also, nochmals, Herzlich Willkommen im Forum!
Ein glückliches Händchen, eine heiße Tastatur, ausreichend Netz und für den Notfall jede Menge Papier und Stifte.
 Papa Schlumpf[/quote]


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lukasbyotch
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 25
Beiträge: 4
Wohnort: Baden-Würrtemberg


BeitragVerfasst am: 06.12.2014 22:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dankeschön für das Feedback smile
Werde in den nächsten Tagen mal genauer drüber lesen und mir eure Kritik genauer anschauen smile
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