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eljero
Geschlecht:männlichAbc-Schütze


Beiträge: 3



BeitragVerfasst am: 08.10.2014 13:49    Titel: Ein Prolog eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

So, ich würde mich über Feedback und auch Kritik freuen (wenn sie hart ist, na dann lernt man davon). Das ist der Prolog meines angestrebten Buches.

Enjoy smile

Damals: Der Untergang

"Die Schönheit der Vögel fliegt in der Natur. Die Liebe der Bäume trägt Wachstum durch die Luft. Die Anmut des Tigers zeigt sich im schleichenden Schatten. Doch die Menschen... sie schlachten die Schönheit, verbrennen die Liebe und verzerren die Anmut der einstigen, herrschenden Welt. Auf das die zerstörerische Seele irgendwann zur Ruhe kommen wird. Auf das wir leben werden, um leben zu lassen."

Ein nachdenkliches Ende. Welch' Wahrheit.  

Alex schlägt das Buch zu und legt es beiseite. Die müden Augen verfangen sich in den Strahlen der Sonne, die durch das große Fenster scheinen. Ein Spatz hat sich auf die Fensterbank gesetzt und bewegt seinen Kopf mechanisch in jegliche Richtungen. Es wirkt so zufällig und hektisch... und doch scheint es viel schöner, viel natürlicher, als eine Maschine.

Die Natur hat es schon immer gewusst:

Leben muss nicht elegant sein. Leben muss einfach nur... lebhaft sein.

Mit einem Lächeln schüttelt er den munteren Kopf und steht aus dem Sessel auf. Hunger macht sich breit.

"Emily?"

Wo ist sie denn.

"Ich kann dir beim Essen helfen, wenn du magst." Keine Antwort. Nur das plötzliche Flügelschlagen des Spatz, das Alex zusammenzucken lässt. Nur ein Vogel, ganz ruhig.

"Emily? Bist du bei Luna? Luna? Hallo?" Wo seid ihr denn alle...

In der Küche steht eine Pfanne und ein Topf auf dem Herd, schwach kochend, aber sonst ist hier niemand. Ihre blaue Schürze, mit den kindlichen Walen darauf, die Luna in einem Geschäft für sie ausgesucht hat, hängt an der Stuhllehne. Sie flattert hin und her, da jemand die Küchentür offen gelassen hat. Bestimmt sind sie draußen und pflücken  Basilikum für die Sauce.

Erleichterung fährt über Alex' Körper und er schnaubt belustigt, da er an etwas anderes gedacht hat. Basilikum. Natürlich. Was denn sonst.

"Alex, hol deine Jacke und die Schlüssel, los!" Und dann ging alles ganz schnell. Emily kommt hereingestürmt und Luna hinterher, mit ihren kleinen Beinen und dem verängstigten Ausdruck auf dem Gesicht. Noch bevor er irgendetwas sagen kann, drückt sie ihm die Jacke auf die Brust und schaut ihm tief und ernst in die Augen. Besorgnis liegt in ihrem Blick und sie küsst ihn ganz fest auf den schmalen Mund. Er will etwas sagen, will es verstehen, aber es ist zu verrückt. Zu schnell. Schon fasst sie seine Hand und zerrt ihn mit sich, denn Luna ist längst voraus und hat die Tür geöffnet. Aus irgendeinem Grund wissen alle mehr, als er. Emily legt ihm die Schlüssel in die Hände und sagt nur in einer einzigen Tonart, fest und deutlich:"Fahr.", dann nochmal, wie ein Befehl:"Fahr! Es passiert! Faaahrrrr!"

Ohne etwas zu erwidern, steigt er ins Auto und steckt die Schlüssel in das Loch. Startet den Motor und drückt auf das Gas; fast hätte er ihn abgewürgt. Doch dann springt er an, und rauscht knurrend davon.
 
"Was passiert? Was soll passieren??", das schnell schlagende Herz in seinem Körper raubt ihm jeden klaren Gedanken.

"Die Bomben! Sie haben es im Radio gesagt." Sie wiederholt die Nachricht des Radiosprechers so gut sie kann und Luna hält sich mit ihren kleinen Händen die Ohren zu:

Die Technologie sei nicht ausgereift. Es würde nicht benutzt werden, sagten sie. Es wäre eine immense Entwicklung und die Hoffnung für ein neues Energiezeitalter, sagten sie. Aber dann wurden sie eingesetzt... und die Folgen waren verheerend... und nun... nach diesem unglaublichen Unfall... kommt die Antwort... rette sich, wer kann. Lauft, ihr Unschuldigen, lauft.


Die Stimme sei hier abgebrochen und man hörte nur noch eine ohrenbetäubende Explosion, die ein schiefes und schrilles Piepen nach sich zog.

Mit großen Augen versteht Alex, was Emily ihm gerade erzählt hat. Der Krieg ist nicht mehr zu stoppen. Die Macht der neuen Waffen wird alles zerstören. Alles. Das Tempo des Wagens zieht an und er weicht einem Kind aus, dass gerade wieder zurück auf den Gehweg gesprungen ist.

"Pass auf!", schreit Luna und Emily legt ihre weiche, aber zitternde Hand auf Alex' Schulter. Sie weiß, wie es ihm geht. Sie selbst kann es nur schwer verbergen und doch sieht sie noch Hoffnung. Es ist nicht alles zu spät. Wenn sie es aus der Stadt schaffen... sie müssen es schaffen.

Alex weicht weiteren Menschen aus und nähert sich der Ausfahrt; auf die Landstraße zu. Zum Glück wohnen sie nur in einem Stadtteil und nicht im Inneren der Metropole.

"Du weißt wohin, Alex.", Emily fährt mit ihrer Hand seinen Arm hinunter bis zu seiner rechten Hand, die fest das Lenkrad umklammert und drückt sie zärtlich. Gerade so stark, dass er weiß, was sie meint. Das konnte sie schon immer, ihn beruhigen.

Es kann nur einen Platz geben, den sie meint. Nur einen.

"Die Höhlen. Die Höhlen, in denen wir als Kinder gespielt haben.", sein Blick ist plötzlich fokussiert und ernst.
"Wir müssen es versuchen.", sagt sie und dreht sich um, zu Luna, die auf dem Hintersitz immer noch die Hände auf die Ohren drückt und die Menschen und Autos draußen auf den Straßen beobachtet.

"Mama, die Menschen. Kommen sie mit zu den Höhlen? Kommen sie alle mit?"

Emily sagt nichts und lächelt sie nur an. Nimmt ihre kleinen Hände und drückt sie sanft hinunter, sodass die Ohren wieder frei sind.

"Du musst keine Angst haben, Schatz. Die Menschen haben ihre eigenen Höhlen. Alle gehen wir nun zu unseren Höhlen. Dort müssen wir irgendwann hin."

"Aber, wenn sie es nicht schaffen? Der Mann und die Frau da draußen müssen laufen!",sie zeigt mit dem Finger durch das Fenster auf ein altes, nach vorne taumelndes Paar. Ihr Körper zittert und Emily streicht ihr über den Rücken, lächelt ihr sanft zu und schafft es, Ruhe in den zierlichen Körper zu bringen.

"Alle werden es zu den Höhlen schaffen. So, wie Talis. Er schafft es auch immer, erinnerst du dich? Wenn er zu Jayla in den Höhlen stößt, um den bösen Jägern zu entkommen. Weißt du noch? Er schafft es immer. Wir schaffen es auch. Wir alle schaffen es."

Luna lächelt schwach, dann immer stärker und sagt:

"Ich hoffe, Jayla hat ein grooooßes Feuer gemacht. Damit es warm ist. Dann können wir alle ruhig schlafen. Das Feuer schützt uns."

"Ja, mein Schatz. Das Feuer schützt uns."

Boom-Boom. Ein ohrenbetäubendes Knallen schlägt hinter ihnen in der Ferne ein und die nachhallende Druckwelle erfasst das fahrende Auto. Sie werden geschüttelt, doch Alex behält die Kontrolle über den Wagen und schafft es, nach links in die kommende Ausfahrt zu lenken.

Das ist es. Das Ende. Das ist es. Fahr. Fahr, du verfluchter Hund!. Fahr um dein Leben!

Er drückt das Gaspedal ganz durch und schaut nicht zurück. Doch die Autospiegel zeigen ihm, wie im Stadtinneren eine große, blaue Feuerwolke dem Himmel entgegen steigt und sich mit leuchtenden Klauen in alle Richtungen ausbreitet. Sie greift um sich und reißt die Welt in den Tod.

Das schaffen wir nicht, die Höhlen sind noch einige Kilometer entfernt.

Er schüttelt den Gedanken ab und fährt, so schnell er kann. Luna beginnt, zu schreien und hält sich die Ohren zu. Emily krallt ihre Finger in den Sitz und schaut schnell atmend nach vorne, auch sie kann ihre Angst und Panik nicht mehr verbergen. Ein Lauf gegen die Zeit. Ein Lauf gegen die blau leuchtenden Feuerpfoten, die ihre Krallen nach ihnen allen ausstrecken.

"Da vorne sind sie! Ich kann sie sehen!" Er zwingt den Wagen an seine Grenzen, aber er hält Stand. Brummend und Krachend, aber fahrend.

"Hört mir zu! Ihr steigt sofort aus und rennt zu den Höhlen, rennt hinein und steigt hinab, so gut ihr könnt. Schaut nicht zurück und nehmt unbedingt die Taschenlampe mit! Wartet nicht und bleibt nicht stehen." Alex schaut sie beide ernst an und fasst plötzlich eine Welle an Hoffnung, an der er sich entlang zieht.

Beim Öffnen der Türen braust ihnen ein sandiger, stürmischer Wind entgegen, der nicht aufhören will. Luna greift nach der Taschenlampe und sie rennen zum Eingang der Höhlen. Doch Alex schaut noch einmal zurück zur Stadt und sieht, wie die feurige Welle auf sie zu tanzt. Wie ein flammendes Gelächter, dass statt Krallen, nun Zähne zeigt.
Er nimmt das Taschenmesser aus dem Handschuhfach und stürmt den beiden nach, doch er verliert das Gleichgewicht und der machtvolle Wind wirft in zu Boden. Emily und Luna haben den Eingang schon erreicht und während Luna die steinigen Tiefen hinuntersteigt, schaut Emily zu ihm zurück. Ihr Blick verrät, dass sie nicht ohne ihn geht, dass sie zu ihm rennt und mit sich schleift, wenn es sein muss.

Steh gefälligst auf und kämpfe!

Er drückt sich vom sandigen Boden ab und läuft geduckt zur Höhle, versucht, nicht die Balance zu verlieren; im Kampf gegen den immer stärker werdenden Wind. Beim Eingang hilft sie ihm, hinabzusteigen, bemerkt jedoch, dass er sich verletzt hat. Sein Arm blutet und mehrere Wunden zieren seine Schienbeine. Er selbst spürt erst jetzt den stechenden Schmerz und kämpft mit den rutschigen Steinen, um nicht hinzufallen. Als er es geschafft hat, will Emily gerade den ersten Fuß auf den Abstieg in die tiefere Ebene setzten, da wird sie plötzlich von den Beinen gerissen. Ihr ganzer Körper fällt nach hinten und sie schlägt mit dem Kopf auf den Boden auf.

"NEEEEEEEIIIIN! EMILYYY!!!" Alex hebt seinen Arm, um sich wieder durch den Spalt nach oben zu hieven, aber er ist zu schwach. Luna zerrt an seinem T-Shirt und schreit:"Komm zurück! Komm zurück!"

Aber es ist sinnlos. Das Einzige, was er noch sieht, ist ihr Gesicht, das leblos an der Wand gelehnt nach unten gerichtet ist. Die leeren Augen stehen offen und starren auf einen Punkt, den er nicht sehen kann. Dann spürt er die warme Luft, die der neue Wind mit sich bringt und er versteht. Mit dem gesunden Arm tastet er nach Lunas Hand und beide laufen tiefer in die Höhle hinein, dem wackelnden Lichtkegel der Taschenlampe hinterher, die Luna kaum gerade halten kann. Das schwelende Feuer zischt über sie hinweg und quellende Wärme macht sich breit. Aber die blauen Flammenzähne schaffen es nicht, sie zu verbrennen. Sie erreichen sie nicht mehr. Sie sind zu weit gekommen, zu tief. Der quälende Tod rauscht nur über ihnen hinweg, und auf ihn folgt die unbefriedigte Finsternis.



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Magpie
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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BeitragVerfasst am: 08.10.2014 16:22    Titel: Re: Ein Prolog Antworten mit Zitat

Hallo Elijero.
Ich finde den Prolog gut und spannend! Ich würde wirklich gerne wissen, wie es weitergeht! Ein paar Dinge sind mir aufgefallen, ich wage mal ganz dreist eine Kritik, auch wenn es hier bedeutend fähigere Korrekteure gibt... wink

eljero hat Folgendes geschrieben:


"Die Schönheit der Vögel fliegt in der Natur.
Hier würde ich eher formulieren, dass die Schönheit der Vögel sich in der Natur wiederspiegelt. Schönheit, die fliegt, empfinde ich als seltsam beim Lesen.
Die Liebe der Bäume trägt Wachstum durch die Luft. Die Anmut des Tigers zeigt sich im schleichenden Schatten. Doch die Menschen... sie schlachten die Schönheit, verbrennen die Liebe und verzerren die Anmut der einstigen, herrschenden Welt. Auf das die zerstörerische Seele irgendwann zur Ruhe kommen wird. Auf das wir leben werden, um leben zu lassen."

Ein nachdenkliches Ende. Welch' Wahrheit.  

Alex schlägt das Buch zu und legt es beiseite. Die müden Augen verfangen sich in den Strahlen der Sonne, die durch das große Fenster scheinen. Ein Spatz hat sich auf die Fensterbank gesetzt und bewegt seinen Kopf mechanisch in jegliche Richtungen. da denke ich jetzt eher an eine Aufziehfigur, vielleicht statt mechanisch besser zuckend oder ruckartig? Es wirkt so zufällig und hektisch... und doch scheint es viel schöner, viel natürlicher, als eine Maschine.

Die Natur hat es schon immer gewusst:

Leben muss nicht elegant sein. Leben muss einfach nur... lebhaft sein.

Mit einem Lächeln schüttelt er den munteren Kopf (ich dachte müde?)und steht aus dem Sessel auf. Hunger macht sich breit.


In der Küche steht eine Pfanne und ein Topf auf dem Herd, schwach kochend (der Topf kocht? Wohl eher etwas darinnen), aber sonst ist hier niemand. Ihre blaue Schürze, mit den kindlichen Walen darauf, die Luna in einem Geschäft für sie ausgesucht hat, hängt an der Stuhllehne. Sie flattert hin und her, da jemand die Küchentür offen gelassen hat. Bestimmt sind sie draußen und pflücken  Basilikum für die Sauce.

Erleichterung fährt über Alex' Körper und er schnaubt belustigt, da er an etwas anderes gedacht hat. Basilikum. Natürlich. Was denn sonst.

"Alex, hol deine Jacke und die Schlüssel, los!" Und dann ging alles ganz schnell. Emily kommt hereingestürmt und Luna hinterher, mit ihren kleinen Beinen und dem verängstigten Ausdruck auf dem Gesicht. Noch bevor er irgendetwas sagen kann, drückt sie ihm die Jacke auf die Brust und schaut ihm tief und ernst in die Augen. Besorgnis liegt in ihrem Blick und sie küsst ihn ganz fest auf den schmalen Mund. (das kommt mir beim Lesen jetzt etwas zu langsam vor, wenn man bedenkt, dass alles andere hektisch sein sollte) Er will etwas sagen, will es verstehen, aber es ist zu verrückt. Zu schnell. Schon fasst sie seine Hand und zerrt ihn mit sich, denn Luna ist längst voraus und hat die Tür geöffnet. Aus irgendeinem Grund wissen alle mehr, als er. Emily legt ihm die Schlüssel in die Hände und sagt nur in einer einzigen Tonart, fest und deutlich:"Fahr.", dann nochmal, wie ein Befehl:"Fahr! Es passiert! Faaahrrrr!"

Ohne etwas zu erwidern, steigt er ins Auto und steckt die Schlüssel in das Loch. Startet den Motor und drückt auf das Gas; fast hätte er ihn abgewürgt. Doch dann springt er an, und rauscht knurrend davon. (wenn es in der Zukunft spielt, würde ich vielleicht keine Autos mit fossilen Brennstoffen benennen, bzw. kein Schlüsselloch mehr zum starten... aber das ist nur so eine Idee)
 
"Was passiert? Was soll passieren??", das schnell schlagende Herz in seinem Körper raubt ihm jeden klaren Gedanken.

"Die Bomben! Sie haben es im Radio gesagt." Sie wiederholt die Nachricht des Radiosprechers so gut sie kann und Luna hält sich mit ihren kleinen Händen die Ohren zu: (so als Leser würde ich gerne langsam da Alter erfahren, aber vielleicht ist das beabsichtigt, es noch nicht zu nennen wink )

Die Technologie sei nicht ausgereift. Es würde nicht benutzt werden, sagten sie. Es wäre eine immense Entwicklung und die Hoffnung für ein neues Energiezeitalter, sagten sie. Aber dann wurden sie eingesetzt... und die Folgen waren verheerend... und nun... nach diesem unglaublichen Unfall... kommt die Antwort... rette sich, wer kann. Lauft, ihr Unschuldigen, lauft.
Hier würde ich entweder jemanden reden lassen oder es weniger abgehackt erzählen.

Die Stimme sei hier abgebrochen und man hörte nur noch eine ohrenbetäubende Explosion, die ein schiefes und schrilles Piepen nach sich zog.

Mit großen Augen versteht Alex, was Emily ihm gerade erzählt hat. Der Krieg ist nicht mehr zu stoppen. Die Macht der neuen Waffen wird alles zerstören. Alles. Das Tempo des Wagens zieht an und er weicht einem Kind aus, dass gerade wieder zurück auf den Gehweg gesprungen ist. (wieder zurück bedeutet, er hat es kurz vorher auf der Strasse gesehen, dann gibt man aber trotz allem nicht Gas. Ich würde das Zurück weglassen.)



"Die Höhlen. Die Höhlen, in denen wir als Kinder gespielt haben.", sein Blick ist plötzlich fokussiert und ernst.
"Wir müssen es versuchen.", sagt sie und dreht sich um, zu Luna, die auf dem Hintersitz immer noch die Hände auf die Ohren drückt und die Menschen und Autos draußen auf den Straßen beobachtet.

"Mama, die Menschen. Kommen sie mit zu den Höhlen? Kommen sie alle mit?" (hat sie das trotz Hand auf Ohren gehört?)

Emily sagt nichts und lächelt sie nur an. Nimmt ihre kleinen Hände und drückt sie sanft hinunter, sodass die Ohren wieder frei sind.

"Du musst keine Angst haben, Schatz. Die Menschen haben ihre eigenen Höhlen. Alle gehen wir nun zu unseren Höhlen. Dort müssen wir irgendwann hin."

"Aber, wenn sie es nicht schaffen? Der Mann und die Frau da draußen müssen laufen!",sie zeigt mit dem Finger durch das Fenster auf ein altes, nach vorne taumelndes Paar. Ihr Körper zittert und Emily streicht ihr über den Rücken, lächelt ihr sanft zu und schafft es, Ruhe in den zierlichen Körper zu bringen.

"Alle werden es zu den Höhlen schaffen. So, wie Talis. Er schafft es auch immer, erinnerst du dich? Wenn er zu Jayla in den Höhlen stößt, um den bösen Jägern zu entkommen. Weißt du noch? Er schafft es immer. Wir schaffen es auch. Wir alle schaffen es."

Luna lächelt schwach, dann immer stärker und sagt:

"Ich hoffe, Jayla hat ein grooooßes Feuer gemacht. Damit es warm ist. Dann können wir alle ruhig schlafen. Das Feuer schützt uns."

"Ja, mein Schatz. Das Feuer schützt uns."

Boom-Boom. Ein ohrenbetäubendes Knallen schlägt hinter ihnen in der Ferne ein und die nachhallende Druckwelle erfasst das fahrende Auto. Sie werden geschüttelt (hier würde ich ihn eher kurz die Kontrolle über das Auto verlieren lassen. Schütteln wirkt seltsam, oder "sie wurden durch das Vibrieren durchgeschüttelt" o.ä.), doch Alex behält die Kontrolle über den Wagen und schafft es, nach links in die kommende Ausfahrt zu lenken.

Das ist es. Das Ende. Das ist es. Fahr. Fahr, du verfluchter Hund!. Fahr um dein Leben!

Er drückt das Gaspedal ganz durch und schaut nicht zurück. (ist die Strasse wirklich so frei bei dem Chaos??)Doch die Autospiegel zeigen ihm, wie im Stadtinneren eine große, blaue Feuerwolke dem Himmel entgegen steigt und sich mit leuchtenden Klauen in alle Richtungen ausbreitet. Sie greift um sich und reißt die Welt in den Tod.

Das schaffen wir nicht, die Höhlen sind noch einige Kilometer entfernt.

Er schüttelt den Gedanken ab und fährt, so schnell er kann. Luna beginnt, zu schreien und hält sich die Ohren zu. Emily krallt ihre Finger in den Sitz und schaut schnell atmend nach vorne, auch sie kann ihre Angst und Panik nicht mehr verbergen. Ein Lauf gegen die Zeit. Ein Lauf gegen die blau leuchtenden Feuerpfoten (Pranken würde gefährlicher klingen, Pfoten ist zu niedlich), die ihre Krallen nach ihnen allen ausstrecken.

"Da vorne sind sie! Ich kann sie sehen!" Er zwingt den Wagen an seine Grenzen, aber er hält Stand. Brummend und Krachend, aber fahrend.

"Hört mir zu! Ihr steigt sofort aus und rennt zu den Höhlen, rennt hinein und steigt hinab, so gut ihr könnt. Schaut nicht zurück und nehmt unbedingt die Taschenlampe mit! Wartet nicht und bleibt nicht stehen." Alex schaut sie beide ernst an und fasst plötzlich eine Welle an Hoffnung, an der er sich entlang zieht.

Beim Öffnen der Türen braust ihnen ein sandiger, stürmischer Wind entgegen, der nicht aufhören will. Luna greift nach der Taschenlampe und sie rennen zum Eingang der Höhlen. Doch Alex schaut noch einmal zurück zur Stadt und sieht, wie die feurige Welle auf sie zu tanzt. Wie ein flammendes Gelächter, dass statt Krallen, nun Zähne zeigt.
Er nimmt das Taschenmesser aus dem Handschuhfach und stürmt den beiden nach, doch er verliert das Gleichgewicht und der machtvolle Wind wirft in zu Boden. Emily und Luna haben den Eingang schon erreicht und während Luna die steinigen Tiefen hinuntersteigt, schaut Emily zu ihm zurück. Ihr Blick verrät, dass sie nicht ohne ihn geht, dass sie zu ihm rennt und mit sich schleift, wenn es sein muss.

Steh gefälligst auf und kämpfe!

Er drückt sich vom sandigen Boden ab und läuft geduckt zur Höhle, versucht, nicht die Balance zu verlieren; im Kampf gegen den immer stärker werdenden Wind. Beim Eingang hilft sie ihm, hinabzusteigen, bemerkt jedoch, dass er sich verletzt hat. Sein Arm blutet und mehrere Wunden zieren seine Schienbeine. Er selbst spürt erst jetzt den stechenden Schmerz und kämpft mit den rutschigen Steinen, um nicht hinzufallen. Als er es geschafft hat, will Emily gerade den ersten Fuß auf den Abstieg in die tiefere Ebene setzten, da wird sie plötzlich von den Beinen gerissen. Ihr ganzer Körper fällt nach hinten und sie schlägt mit dem Kopf auf den Boden auf. (das fand ich persönlich jetzt etwas unwahrscheinlich, ganz ohne Abwehrreaktion?)

"NEEEEEEEIIIIN! EMILYYY!!!" Alex hebt seinen Arm, um sich wieder durch den Spalt nach oben zu hieven, aber er ist zu schwach. Luna zerrt an seinem T-Shirt und schreit:"Komm zurück! Komm zurück!"

Aber es ist sinnlos. Das Einzige, was er noch sieht, ist ihr Gesicht, das leblos an der Wand gelehnt nach unten gerichtet ist. (jetzt habe ich mir vorgestellt, sie liegt auf dem Rücken, wieso ist das Gesicht nach unten? Leblos würde ich jetzt auch nur auf die Augen beziehen, nicht auf das Gesicht, und trotz allem könnte man eine Wiederbelebung versuchen, sie also mitzerren... ich kann mir schwer vorstellen, dass jemand in der Situation den Tod so schnell einfach akzeptieren könnte) Die leeren Augen stehen offen und starren auf einen Punkt, den er nicht sehen kann. Dann spürt er die warme Luft, die der neue Wind mit sich bringt und er versteht. Mit dem gesunden Arm tastet er nach Lunas Hand und beide laufen tiefer in die Höhle hinein, dem wackelnden Lichtkegel der Taschenlampe hinterher, die Luna kaum gerade halten kann. Das schwelende Feuer zischt über sie hinweg und quellende Wärme macht sich breit. Aber die blauen Flammenzähne schaffen es nicht, sie zu verbrennen. Sie erreichen sie nicht mehr. Sie sind zu weit gekommen, zu tief. Der quälende Tod rauscht nur über ihnen sie hinweg, und auf ihn folgt die unbefriedigte Finsternis.
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Lese Lina
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

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BeitragVerfasst am: 08.10.2014 16:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elijero und hallo Magpie!

Zunächst hat mich dein Text, Elijero, mitgenommen, so dass ich mehr lesen möchte.

Magpie: einige Textpassagen sind mir auch aufgefallen. Deinen Ausführungen kann ich nichts hinzufügen.

Liebe Grüße
Lese Lina
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eljero
Geschlecht:männlichAbc-Schütze


Beiträge: 3



BeitragVerfasst am: 08.10.2014 17:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich danke für die konstruktive Kritik smile

Das sind einige Stellen, die ich nun verbessern kann und mir schon einen Einblick in meine eigenen typischen Fehler geben, auch danke dafür.

Zur Zeit des Settings der Story: Das ist die Gegenwart. Oder das Ende der Gegenwart (deswegen Untergang) und alles, was im Buch nach diesem Ereignis kommt spielt erst in der Zukunft. Trotz allem is es weniger Science-Fiction und ich versuche es so gut es geht, realistisch wirken zu lassen (also keine Raumschiffe, Laserpistoeln und ähnliches Futuristisches)

PS: Eine weitere Szene wird in den nächsten Tagen auf jeden Fall folgen, denn ich merke, wie viel ich noch zu lernen habe.


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Cephalopode
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 25
Beiträge: 15
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 09.10.2014 14:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo eljero

Das schnelle Tempo nach dem doch etwas gemächlichen Einstieg, hat mich schnell in die Geschichte hineingezogen. Und bei so einem hektischen Prolog kommt dir die Gegenwartsform zu gute, da ich finde, das man mit ihr mehr Spannung aufbauen kann. Sie fühlt sich beim Lesen für mich so an, als würde ich ein Live-Übertragenes Event verfolgen. Auch die personale Erzählperspektive fand ich klar.
Das wird in Sätzen wie diesem,
 
Zitat:
Aus irgendeinem Grund wissen alle mehr, als er.

, deutlich herausgestellt.

Allerdings gab es auch Stellen, die wirklich verbesserungswürdig sind.
Vor Allem die Beschreibungen von Ereignissen, die wirklich das Geschehen verdeutlichn sollen, wirken oft ein bisschen unpräzise.

Zitat:
Die Stimme sei hier abgebrochen und man hörte nur noch eine ohrenbetäubende Explosion, die ein schiefes und schrilles Piepen nach sich zog.

Zitat:
Boom-Boom. Ein ohrenbetäubendes Knallen schlägt hinter ihnen in der Ferne ein und die nachhallende Druckwelle erfasst das fahrende Auto. Sie werden geschüttelt, doch Alex behält die Kontrolle über den Wagen und schafft es, nach links in die kommende Ausfahrt zu lenken.


In beiden Beispielen werden die Geräusche, die Explosionen machen beschrieben. Für beide verwendest du leider nur das Wort "ohrenbetäubend" um sie zu beschreiben.
Du könntest vielleicht versuchen, zu mindest bei der Zweiten Explosion ein Synonym (lärmend, döhnend, markerschütternd...) zu verwenden.
Wie Magpie das schon Kommentiert hat, fehlt dem "im Auto durchgeschüttelt werden" ein bisschen an Aussagekraft. Du könntest Beispielsweise beschreiben, wo das Auto getroffen wird (seitlich oder zentral am Heck?) oder was das Schütteln auslöst (Lässt die Druckwelle das Heck ausbrechen, bebt die Karosserie...)


Zitat:
"Alex, hol deine Jacke und die Schlüssel, los!" Und dann ging alles ganz schnell.

Da hast du plötzlich die Zeitform geändert. Aber bis auf diesen, ist mir kein weiterer Zeitfehler aufgefallen.

Du hast Teilweise doch recht interessante Ideen.

Beispielsweise die Stelle, in der Emily die Radiodurchsage nachspricht macht die Situation etwas plausibler, aber es würde vielleicht etwas besser Klingen, wenn es wirklich eine Radiodurchsage wäre. (wenn die Staatlichen Sender durch den Nationalen Notfall eine Dauerschleife mit der Botschaft senden z.b.)

Auch die Beschreibung des Vogels am Anfang, dessen Bewegung als mechanisch aber natürlich anstatt künstlich bezeichnet wird. (Aber auch da könntest du schreiben, was die Bewegung mechanisch wirken lässt.)

Dass die Flammen bei der Explosion blau sind hat mich ausserdem neugierig gemacht. Bin gespannt, ob es dazu noch eine nähere Beschreibung warum sie so sind, geben wird.

Fürs Erste wünsche ich dir viel Erfolg (und vor allem Spaß) beim Schreiben der Fortsetzung

Gruß
Cephalopode
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eljero
Geschlecht:männlichAbc-Schütze


Beiträge: 3



BeitragVerfasst am: 09.10.2014 19:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Cepha,

danke auch dir, für die weiteren Fehler oder Probleme, die du gefunden hast. Ich habe mich gleich hingesetzt und die Stellen überarbeitet und werde auch selbst immer zufriedener mit der Szene. Ich denke das sind wichtige Punkte, die ich bei weiteren Szenen nun gut beachten kann.


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