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Akrasia


 

 
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ReimArzt
Schreiberassi

Alter: 53
Beiträge: 31



BeitragVerfasst am: 17.09.2014 12:49    Titel: Akrasia eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich brauch den Stoff, er lullt mich ein,
lässt mich den Frust vergessen.
Ich will kein Held, kein Sieger sein,
ich bin vom Stoff besessen.

Der Fusel hat mich fest im Griff
und bringt mich bald noch um.
Ich gondle mit dem letzten Schiff
bis ins Delirium.

Ich brauch den Stoff, er macht mich high.
Will keiner sich erbarmen?
Ich fühle mich unendlich frei
in Bacchus weiten Armen.

Ich komm vom Alkohol nicht los,
egal, was ich versuch.
Er hängt an mir – charakterlos -
und ist mir wie ein Fluch.

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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1653
Wohnort: zwischen Hügeln und Aue...
Das Silberne Pfand Lezepo 2015
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 18.09.2014 18:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ReimArzt,

wir sind uns noch nicht direkt begegnet hier im Forum. Hi smile
Ich bin schon ein paarmal um dein Gedicht gekreist und möchte ein paar Gedanken da lassen.

Akrasia heißt der Titel: ein schwacher Wille, ein Handeln wider besseres Wissen. Wem ist dies zugeordnet? Die Frage nehme ich mit zum Text.

Der hat durch die Reime einen leichten Ausdruck, sogar teilweise etwas flapsig.
Sich einem schweren Thema auf leichter Art zu nähern, ist ok, aber mir kommt das sich so deutlich reflektierende LI nicht wirklich glaubhaft rüber, mir scheint das Gedicht nicht durchweg stimmig.
Ich sehe nicht wirklich dass das LI das alles aus sich heraus sagt. Es klingt für mich vielmehr wie von wem anders von außen auf das ein LI projiziert.

Aus meiner Sicht wären mehrere verschiedene Perspektiven möglich, aber eben immer nur eine stimmig.
Entweder als sagte das LI (die Aussage des Gedichts):

    - Hey, so bin ich, süchtig, ich bin eben so.
    - „Die“ behaupten ich hinge am Fusel. Spinner allesamt!
    - Der Alk hält mich im Griff, der ist schuld.
     - ...

Die Stimmung im Gedicht klingt munter, daher finde ich des Satz Will keiner sich erbarmen? allgemein nicht glaubhaft. Ebenso greift der Zusammenhang bei:
Zitat:
Ich brauch den Stoff, er macht mich high.
Will keiner sich erbarmen?

nicht. Erbarmen, wozu? (in welcher Hinsicht, Richtung?) Klingt zu sehr Floskel, möglicherweise dem Reim geschuldet. Bacchus finde ich nicht glücklich gewählt als Element, er engt zu sehr ein auf den Wein als „Stoff“.

Insgesamt ist das Gedicht zu lang für meinen Geschmack, es wiederholt das Gleiche mit unterschiedlichen Bildern, gleichfalls das mehrmalige Stoff ist mir zu viel. Das gondelnde Schiff als Bild finde ich als künstlich.
Auf zwei, maximal drei Strophen verdichtet wäre die Aussagekraft und Wirkung des Gedichtes stärker.
Was will das Gedicht aussagen, was will das LI aussagen, bzw. erreichen?


Reimarzt, sorry dass mein Kommentar  so kritisch ist, aber ein Kuschelkommentar wäre weder der Werkstattarbeit, der Lyrik noch dem Thema gerecht gewesen. Bei dem Thema bleibe ich immer einmal länger stehen. Ich belasse es erstmal bei meinen Anmerkungen, ohne irgendwelche Vorschläge zu machen, da ich nicht weiß, wie und ob du an das Gedicht heran gehst.
Ich behalte meinen Blick hier auf dem Faden.

Lieber Gruß
Zinna


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Wenn alle Stricke reißen, bleibt der Galgen eben leer...
(c) Zinna
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5940
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 19.09.2014 00:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde auch, dass da Längen, unnötige Wiederholungen drin sind. Die letzte Strophe würde ich ganz weglassen. Die anderen vielleicht etwas spannender machen?

Habe mal rumprobiert:

 Ich brauche ihn, er lullt mich ein,
 lässt mich den Frust vergessen.
 Ich will kein Held, kein Sieger sein,
 ich bin davon besessen.

 Der Fusel hat mich fest im Griff
 und bringt mich bald noch um.
 Ich gondle mit dem letzten Schiff
 bis ins Delirium.

 Ich brauche ihn, er macht mich high.
 Will keiner sich erbarmen?
 Ich fühle mich unendlich frei
 in Bacchus weiten Armen.
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ReimArzt
Schreiberassi

Alter: 53
Beiträge: 31



BeitragVerfasst am: 01.01.2015 00:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank euch beiden für die Repliken.

Ich habe den Text inzwischen nach euren Überlegungen und Vorschlägen überarbeitet; hier ist das Ergebnis:

Ich brauche ihn, er lullt mich ein,
läßt mich den Frust vergessen.
Ich will kein Held, kein Sieger sein,
ich bin vom Alk besessen.

Ich brauch den Stoff, er macht mich high.
Ich kenne kein erbarmen -
und fühle mich unendlich frei
in Bacchus weiten Armen.

Der Fusel hat mich fest im Griff
und bringt mich bald noch um.
Ich gondle mit dem letzten Schiff
bis ins Delirium.

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BeitragVerfasst am: 01.01.2015 12:38    Titel: Re: Akrasia Antworten mit Zitat

ReimArzt hat Folgendes geschrieben:
Ich brauche ihn (altbekannte Phrase), er lullt mich ein (altbekannte Phrase),
läßt mich den Frust vergessen. (altbekannte Phrase)
Ich will kein Held, kein Sieger sein, (ok. Nicht unbedingt eine Phrase. Das macht einfach so keinen Sinn. Wo geht es denn hier um Helden und Sieger??)
ich bin vom Alk besessen. (altbekannte Phrase)

Ich brauch den Stoff (s.o.), er macht mich high (altbekannte Phrase).
Ich kenne kein erbarmen - (altbekannte Phrase; Erbarmen groß schreiben)
und fühle mich unendlich frei (altbekannte Phrase)
in Bacchus weiten Armen. (altbekannte Phrase, nebenbei - diese antike Bacchus-Symbolik passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zum restlichen, neumodernen Duktus)

Der Fusel hat mich fest im Griff (altbekannte Phrase)
und bringt mich bald noch um. (altbekannte Phrase)
Ich gondle mit dem letzten Schiff (altbekannte Phrase)
bis ins Delirium. (altbekannte Phrase)



Hallo Reimarzt,

Ich habe ein ganz entscheidendes Problem mit deinen Zeilen: Ich kaufe dir nicht das kleinste Komma davon ab.
Das ist ein großes, uraltes und trotzdem immer wieder neues Thema, das du hier quasi mit Phrasen abzuhandeln gedenkst. Und nicht mal humoristisch oder sonstwie verfremdet.
Ich schreibe das äußerst ungern, aber es ist mein voller Ernst: Jede und wirklich jede einzelne Zeile ist in meinen Augen Schund. Da hilft kein Feilen mehr. Einfach abheften und etwas neues beginnen.
Sorry für diesen Veriss. Ich hoffe, wir können das bei Gelegenheit und einem Bierchen beilegen.

Grüße
Gerhard


Edit: Um auch etwas positives loszuwerden - es ist technisch gut gemacht. Metrum stimmt soweit, Reime wirken den Umständen entsprechend auch nicht sonderlich gezwungen.
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