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Ich spring mal ins kalte Wasser


 
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Wortwind
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 31.08.2014 23:25    Titel: Ich spring mal ins kalte Wasser eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Hi,

mein zweiter Beitrag und gleich ein Text. Also vorab, ich bin absoluter Anfänger. Eigentlich wollte ich in Ruhe meinen Roman plotten, aber das funzt bis jetzt überhaupt nicht. Um trotzdem irgendwie vom Fleck zu kommen, hab ich schon mal angefangen zu schreiben. Da ich plotttechnisch so verwirrt bin, dass mir nicht mal eine konkrete Frage zu dem Thema einfällt, stell ich jetzt einfach mal die ersten Zeilen ein, die ich geschrieben hab. Und bedanke mich schon vorab für Kritik!


Marie hievte sich ihren Wanderrucksack auf die Schultern und schloss den Beckengurt. Der Bus hielt, angestrengt zischend öffneten sich die Türen, sie stieg aus. Hinter ihr ein erneutes Zischen, schwerfällig setzte sich der Bus wieder in Bewegung. Sie war allein.

Die Nachmittagssonne wärmte die Häuser mit ihren Vorgärten, die sich kaum verändert hatten. Mit langen Atemzügen versuchte sie, das wilde Hämmern in ihrer Brust zu beruhigen. Der Duft der Dahlien stieg ihr in die Nase. Kindheitserinnerungen blitzen auf. Aufgeschlagene Knie. Der Geschmack von Mirabellen, die sie und Eva jeden Sommer bei Weilers eingesammelt hatten, eimerweise, so schwer, dass sie sie kaum tragen konnten. Ein paarmal noch atmete sie tief ein, dann wandte sie sich nach links. Es war kein weiter Weg.

Vorsichtig bog sie in den Kastanienweg ein, der einsam und menschenleer zum Feldrand wies. Vereinzelt färbten sich die Blätter der Rosskastanien bereits herbstgelb und einige wenige lagen schon auf dem Boden. Dann sah sie das Haus. Das Gras lugte wild über den Jägerzaun herüber, der Efeu begann bereits, sich die Fensterrahmen einzuverleiben. War sie zu spät gekommen? Sie blickte auf das Schild über dem Briefkasten, das noch das gleiche war, wie damals. Auch das Gartentor quietschte beim Öffnen noch genauso verächtlich wie an dem Tag, als sie es vor 15 Jahren das letzte Mal hinter sich geschlossen hatte. Unkraut wucherte zwischen den Steinplatten hervor, über die sie einige wenige Schritte bis zur Haustür machte. Über der Klingel drohnte das gleiche Schild wie über dem Briefkasten: „Falkner“. Sie drückte den Klingelknopf, der gedämpft hinter der Haustür schepperte, während er im Innern grell die Anwesenden zur Bewegung aufrief.

Schweiß rann ihr langsam den Rücken hinunter. Vielleicht war keiner da? Vielleicht konnte sie einfach umkehren, weg, zurück, diese dumme Idee ungeschehen machen? Doch da erkannte sie schon eine Silhouette hinter den Glasbausteinen. Eine Hand griff zur Türklinke, ihre Wangen brannten und sie meinte, ihr Herz wolle ihren Körper von innen sprengen. Die Tür sprang auf und ein halbwüchsiges Mädchen mit strähnigen Haaren blitzte sie aus weißen und grünen Augen heraus an. Marie stockte der Atem. „Hast du keinen Schlüssel?“ brach es aus dem Mädchen heraus. Und mit einem Blick zuerst auf Maries Kleidung und dann auf den Rucksack: „Was ist DAS denn??“ „Ich...“, setzte Marie an, doch bevor sie antworten konnte, war das Mädchen schon wieder ins Haus hinein gestampft und in dessen Dunkelheit verschwunden.

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Harald
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BeitragVerfasst am: 01.09.2014 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

Na, an der Schreibe musst du noch ein wenig arbeiten, aber das ist schon gut in Szene gesetzt.

Zwillingsschwester kommt zurück in das Elternhaus, das wohl von dem daheimgebliebenen Ebenbild nicht mehr gehalten werden kann?

Ich vermute mal, dass die Verantwortung übernehmen muss, Krankheit und/oder Tod  bzw. Flucht der Schwester als Auslöser?



Titel läge dann in der Richtung "Ich und doch nicht Ich …" oder so …



Auf den Text können andere eingehen - oder ich später …


Bis später …

 Wink


_________________
Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

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inmutanka
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 01.09.2014 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

anbei mein Senf zu deiner Story. Pick dir heraus, was dir richtig erscheint.

LG
Inmutanka

Zitat:
Marie hievte sich ihren Wanderrucksack auf die Schultern und schloss den Beckengurt. Der Bus hielt, angestrengt zischend öffneten sich die Türen, sie stieg aus. Hinter ihr ein erneutes Zischen, schwerfällig setzte sich der Bus wieder in Bewegung. Sie war allein.

Hier kommt für mich kein *lebendiges* Bild auf. Ich habe das Bild von Marie an einer Bushaltestelle vor Augen, die auf den Bus wartet. Grund: Das Wort *hievt* vermittelt mir, dass es sich nicht um einen kleinen/normalen Rucksack handelt, sondern von einem Rucksack, wie ich ihn mir für Mehr-Tages-Touren aufbürden würde. Falls es ein falsches Bild ist, solltest du überprüfen, ob *hievt* der richtige Ausdruck ist.
Wenn du dir dann jemals so ein Monstrum in einem fahrenden Bus aufgehalst hast, dann weißt du, dass du da ganz schön mit dem Gleichgewicht zu kämpfen hast. Und das ist es, was mir fehlt. Das Ruckeln des Buses, das Kämpfen mit der Standfestigkeit, das Durchgeschüttelt werden, wenn der Bus hält.
Eventl. wäre ich sogar noch einen Tick früher in die Geschichte eingestiegen und zwar dann, wenn im Display oder der Durchsage die Haltestelle angezeigt/genannt wird.
*angestrengt zischend* - liest sich sehr angestrengt wink Im Ernst, unter Zischen kann ich mir etwas vorstellen, aber ein *angestrengtes zischen* dazu noch von einer Tür (von einer halbtotgeschlagenen Schlange wäre es für mich noch vorstellbar), da entsteht absolut kein Kopfkino.

Zitat:
Die Nachmittagssonne wärmte die Häuser mit ihren Vorgärten, die sich kaum verändert hatten. Mit langen Atemzügen versuchte sie, das wilde Hämmern in ihrer Brust zu beruhigen. Der Duft der Dahlien stieg ihr in die Nase. Kindheitserinnerungen blitzen auf. Aufgeschlagene Knie. Der Geschmack von Mirabellen, die sie und Eva jeden Sommer bei Weilers eingesammelt hatten, eimerweise, so schwer, dass sie sie kaum tragen konnten. Ein paarmal noch atmete sie tief ein, dann wandte sie sich nach links. Es war kein weiter Weg.

- Die Nachmittagssonne wärmte die Häuser mit ihren Vorgärten, die sich kaum verändert hatten. – das Wichtigste einer Aussage sollte immer am Satzanfang stehen.  Für mich wären das die Häuser, die sich nicht verändert haben. Was ich dir nicht abnehme ist, dass sich die Vorgärten in 15 Jahren nicht verändert haben.
- Mit langen Atemzügen versuchte sie, das wilde Hämmern in ihrer Brust zu beruhigen. -  Statt *langen Atemzüge* fände ich *tiefe Atemzüge* passender. Und beim *wilden Hämmern in der Brust* frage ich mich, was hämmert? Herz? Lunge? Brustimplantate?
- Der Duft der Dahlien stieg ihr in die Nase. Kindheitserinnerungen blitzen auf. …  Der Geschmack von Mirabellen …  Dass ein Duft Erinnerungen aufleben lässt/lassen kann, ist klar. Aber dass ein Dahlienduft den Geschmack von Aprikosen auslöst, passt für mich nicht, weil ich Dahlien nicht esse und ich davon ausgehe, dass Aprikosen nicht nach Dahlien schmecken. Anders ist es z. B. mit dem Duft von Zimt, da schmecke ich z. B. gebratene Äpfel mit Zucker und Zimt bestreut, oder bei dem Duft von Erdbeeren, da habe ich auch den Geschmack von Erdbeeren auf der Zunge.
- die sie und Eva jeden Sommer bei Weilers eingesammelt hatten, eimerweise, so schwer, dass sie sie kaum tragen konnten. - wink auch beim Schreiben gilt: jeder Esel nennt sich zuerst, daher: Eva und sie.
Insgesamt kommt für mich der Satz etwas ungelenkt daher:  Der Geschmack von Mirabellen, die sie und Eva jeden Sommer bei Weilers eingesammelt hatten, eimerweise, so schwer, dass sie sie kaum tragen konnten. – nicht unlogisch, aber hölzern. Grund: Du lenkst mein Hauptaugenmerk (Satzanfang) auf den *Geschmack von Mirabellen* - und da bin ich jetzt als Leser, bei dem süß-fruchtigen Geschmack von Mirabellen. Im nächsten Schritt lenkst du die Aufmerksamkeit auf Eva und das Einsammeln und dann wieder vom Einsammeln auf die schweren Eimer. Es sind verschiedene Empfindungen (Geschmack/Freundin und bücken/einsammeln und Gewicht tragen), daher würde ich auch mehrere Sätze machen: Der Geschmack von Mirabellen breitete sich in ihrem Mund aus. Jeden Sommer sammelten Eva und sie die Früchte bei Weilers. Oft waren die Eimer so schwer, dass sie diese kaum tragen konnten.

Zitat:
Vorsichtig bog sie in den Kastanienweg ein, der einsam und menschenleer zum Feldrand wies. Vereinzelt färbten sich die Blätter der Rosskastanien bereits herbstgelb und einige wenige lagen schon auf dem Boden. Dann sah sie das Haus. Das Gras lugte wild über den Jägerzaun herüber, der Efeu begann bereits, sich die Fensterrahmen einzuverleiben. War sie zu spät gekommen? Sie blickte auf das Schild über dem Briefkasten, das noch das gleiche war, wie damals.

Davon abgesehen, dass der Übergang von Kindheitserinnerungen-Mirabellen-Weilers (für mich!) abrupt ist, habe ich mit dem Absatz kein rechtes Bild vor Augen. Aber der Reihe nach:
- Vorsichtig bog sie in den Kastanienweg ein – wenn du *vor-sichtig* schreibst, dann gehe ich davon aus, dass sie etwas befürchtet/befürchten muss. Ich sehe eine Frau vor mir, die erst um die Ecke lugt, und dann quasi in die Straße reinschleicht. Ich bin gespannt, steht sie gleich einem angriffslustigen Rottweiler, ihrem prügelnden Freund etc. gegenüber. Doch dann kommt … NICHTS! * der einsam und menschenleer zum Feldrand wies. * Der Kastanienweg ist leer und er endet nicht einmal direkt (sichtbar) am Feldrand, sondern er *weist* nur hin. Und ich frage mich als Leser: Warum biegt sie *vorsichtig* in einen einsamen/leeren Weg ein?
- Vereinzelt färbten sich die Blätter der Rosskastanien bereits herbstgelb und einige wenige lagen schon auf dem Boden. – Zwar weist *Kastanienweg* schon auf Kastanien hin, aber für mich (andere sehen das vllt. anders) kam jetzt das Bild mit den verfärbten Bäumen ziemlich abrupt. *Vereinzelt* und *einige wenige* in einem Satz liest sich nicht gut.
- Dann sah sie das Haus. – Zuerst hatte ich das Bild einer einsamen, menschenleeren Straße, die ins Nirgendwo führt. Dann tauchten Bäume auf (nehme mal an, dass es eine Art Allee ist) und jetzt tauchen plötzlich Häuser auf – das wäre die Bildfolge, die du mir vermittelst. Kein Gesamteindruck – sondern alles gestückelt.
- Dann sah sie das Haus. Das Gras lugte wild über den Jägerzaun herüber, der Efeu begann bereits, sich die Fensterrahmen einzuverleiben. – Auch hier wieder: du richtest meine Fokus auf das Haus (Dann sah sie das Haus), aber dann reißt du mich abrupt auf den Vorgarten (Das Gras lugte Wild über den Jägerzaun) um sofort wieder meinen Blick auf das Haus zu drehen (Efeu verleibt sich Fensterrahmen ein). Lass meinen Blick doch erst einmal auf dem Haus (sah das Haus) über das Haus (Efeu wuchert) und dann zum Vorgarten (Gras/Jägerzaun) wandern.
Das Gras lugte wild über den Jägerzaun herüber – Hier musste ich lachen. Ich hatte das Bild vor Augen, wo die Halme mit wild-mörderischem Blick über den Zaun schauen wink  Wobei ich auch Probleme habe, dass alle Grashalme wie die Soldaten ÜBER den Zaun schauen und ich auch Probleme mit der Höhe habe. Durchschnittlicher Jägerzaun hat eine Höhe von 60 – 80 cm Höhe und bei Gras im Vorgarten denke ich eher an *Rasen*Gras und nicht an Gras von einer Wildwiese. Bisher habe ich auch in ungepflegten Gärten keinen Rasen gesehen, wo die Grashalme höher als max. Wade gewachsen sind.
der Efeu begann bereits, sich die Fensterrahmen einzuverleiben. – Fensterrahmenfressender Efeu? Von Fensterhersteller gezüchteter genmanipulierter Efeu, der das Geschäft wieder in Aufschwung bringen soll? wink
- ? Sie blickte auf das Schild über dem Briefkasten, das noch das gleiche war, wie damals. -  Tja, das Schild ist das Gleiche, aber drauf stehen tut wohl nüscht, oder? Ich meine, wenn du mir zeigst, was sie bisher alles gesehen hat (sich verfärbende Kastanien, Blätter auf der Straße, Vorgärten/Häuser, wild über den Zaun lugende Grashalme, sich Fensterrahmen einverleibender Efeu) und hier nicht zeigst, was sie sieht (außer dem Schild) dann kann doch nichts draufstehen.


Zitat:
Auch das Gartentor quietschte beim Öffnen noch genauso verächtlich wie an dem Tag, als sie es vor 15 Jahren das letzte Mal hinter sich geschlossen hatte. Unkraut wucherte zwischen den Steinplatten hervor, über die sie einige wenige Schritte bis zur Haustür machte. Über der Klingel drohnte das gleiche Schild wie über dem Briefkasten: „Falkner“. Sie drückte den Klingelknopf, der gedämpft hinter der Haustür schepperte, während er im Innern grell die Anwesenden zur Bewegung aufrief.

- Auch das Gartentor quietschte beim Öffnen noch genauso verächtlich – hier ist das Gleiche wie mit dem *angestrengt zischen*.  Ich habe mein Problem mit einem *verächtlich quietschenden Gartentor*, aber vllt. geht es auch nur mir so, dann vergiss es einfach.
- Unkraut wucherte zwischen den Steinplatten hervor, über die sie einige wenige Schritte bis zur Haustür machte – sehr umständlich geschrieben.
- Über der Klingel drohnte das gleiche Schild wie über dem Briefkasten: „Falkner“. – ein Schild *thront* (nehme mal an, dass du das Wort meinst) über dem Klingelknopf? Das Wort passt m. M. n. nicht (Duden, thronen: auf erhöhtem oder exponiertem Platz sitzen und dadurch herausragen, die Szene beherrschen)
- : „Falkner“ – das hättest du schon beim ersten Schild zeigen müssen.
- Sie drückte den Klingelknopf, der gedämpft hinter der Haustür schepperte, während er im Innern grell die Anwesenden zur Bewegung aufrief. – der Satz verwirrt (mich). Weil du sowohl von ihrer Sicht/Hörmöglichkeit vor der Tür als auch dem, was hinter der Tür vorgeht beschreibst.  Sorry, wenn es sich wirr anhört. Aber vllt. kann es jemand anders besser erklären. Davon abgesehen: Meine Klingel *ruft* mich nicht *zur Bewegung* auf, wenn ich nicht will. Ein Drill-Sergeant als Klingel *kopfschüttel* so weit käme es noch …


Zitat:
Schweiß rann ihr langsam den Rücken hinunter. Vielleicht war keiner da? Vielleicht konnte sie einfach umkehren, weg, zurück, diese dumme Idee ungeschehen machen? Doch da erkannte sie schon eine Silhouette hinter den Glasbausteinen. Eine Hand griff zur Türklinke, ihre Wangen brannten und sie meinte, ihr Herz wolle ihren Körper von innen sprengen. Die Tür sprang auf und ein halbwüchsiges Mädchen mit strähnigen Haaren blitzte sie aus weißen und grünen Augen heraus an. Marie stockte der Atem. „Hast du keinen Schlüssel?“ brach es aus dem Mädchen heraus. Und mit einem Blick zuerst auf Maries Kleidung und dann auf den Rucksack: „Was ist DAS denn??“ „Ich...“, setzte Marie an, doch bevor sie antworten konnte, war das Mädchen schon wieder ins Haus hinein gestampft und in dessen Dunkelheit verschwunden.

- Schweiß rann ihr langsam den Rücken hinunter. - *langsam* würde ich streichen. Mir rinnt der Schweiß runter, ob es langsamer oder schneller als sonst bzw. im Verhältnis zu anderen Leuten ist, kann ich nicht sagen.
- diese dumme Idee ungeschehen machen – da du mir bisher noch nichts von *ihrer dummen Idee* verraten hast, würde ich es hier ebenfalls streichen.
- Doch da erkannte sie schon eine Silhouette hinter den Glasbausteinen. – eine Tür aus Glasbausteinen?
- Eine Hand griff zur Türklinke, ihre Wangen brannten und sie meinte, ihr Herz wolle ihren Körper von innen sprengen. – da die zur Türklinke greifende Hand nichts direkt mit den brennenden Wangen zu tun hat, bzw. die Hand wohl keine Wangen und kein Herz hat, würde ich es in 2 Sätze schreiben.
- Die Tür sprang auf – wenn die Tür per Hand (Griff zur Türklinke) geöffnet wird, passt m. M. n. eine *aufspringende* Tür nicht dazu. Mit *Tür aufspringen* verbinde ich eine Tür, die per Fernsignal geöffnet wird.
- ein halbwüchsiges Mädchen mit strähnigen Haaren – unter halbwüchsig kann ich mir alles und daher nichts vorstellen. Lt. Duden besagt halbwüchsig: noch nicht erwachsen und als Synonyme dazu: jugendlich, jung, klein, minderjährig, unmündig – das umschließt für mich quasi von 2 bis 17 Jahre alles. Genauso ergeht es mir mit den *strähnigen Haaren*. Haare können strähnig sein, weil sie ungesund, ungepflegt sind, der Schnitt herausgewachsen ist, einfach nicht *der Tag ist* (welche Frau kennt nicht solche Tage, wo die Haare einfach nicht so liegen/aussehen, wie sie sollen/sonst aussehen wink )
- blitzte sie aus weißen und grünen Augen heraus an. - *seufz* warum müssen die Augen immer/so oft *blitzen*, erinnert mich immer an die Fotofallen der Verkehrsüberwachen, dort *blitzt* das Kamera-*Auge* auch immer.  Davon abgesehen, dass ich die Augenfarbe *weiß und grün* schon abgefahren (im Sinne von interessant) finde, wie viele Augen hat die junge Dame denn (weißen und grünen Augen)? Als Mensch könnte sie nur ein weißes + ein grünes Auge haben = 2 verschiedenfarbige Augen = 1 Augenpaar
- doch bevor sie antworten konnte, - würde ich streichen. Wird schon aus der abgebrochenen wörtlichen Rede klar.
- war das Mädchen schon wieder ins Haus hinein gestampft und in dessen Dunkelheit verschwunden. - *gestampft* - da stelle ich mir eine Gangart mit hoher Knieaktion und Auftreten mit ganzer Sohle und Kraft vor. Ist es das Bild, das du mir als Leser vermitteln willst?
Zum anderen komme ich mit der Beschreibung nicht klar. Wie kann eine Silhouette (Umriss/Schatten - eine Silhouette hinter den Glasbausteinen) vor Dunkelheit (in dessen Dunkelheit verschwunden) sich abheben?

Habe ich es richtig verstanden, dass sie die Tür auflässt und einfach ins Zimmer geht?


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Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben; Sie haben meine Phantasie beflügelt. ... Vor allem aber danke ich all jenen, die mich lieben, so wie ich bin; Sie geben mir die Kraft zum Leben! Danke. (Paul Coelho)
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Wortwind
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 01.09.2014 16:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erstmal vielen Dank für die Arbeit, die ihr euch gemacht habt, v.a. an inmutanka.

Ich bin schon ein bisschen erstaunt, wie in so wenig Text so viele Fehler enthalten sein können. Wow. Ich hatte vorher ein bisschen gelesen, worauf man achten soll, aber offensichtlich ist bei mir nicht viel angekommen smile Richtig Spaß hat mir das Schreiben auch nicht gemacht, Ich frage mich, ob der Text besser geworden wäre, wenn ich einfach drauflos geschrieben hätte? Tja, vielleicht auch nicht. Werde mich jetzt mal mit deinen Anmerkungen auseinandersetzen inmutanka.

Freu mich natürlich auch über weitere Kommentare.

Gruß
WW
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3322

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 01.09.2014 21:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Wortwind,

Wortwind hat Folgendes geschrieben:
Ich bin schon ein bisschen erstaunt, wie in so wenig Text so viele Fehler enthalten sein können.

jetzt nur keine Panik. Und streiche doch mal Fehler, ersetz das durch Verbesserungsmöglichkeiten, dann klingt es schon gar nicht mehr so schlimm smile
Ist es nämlich auch nicht, finde ich.

Noch weitere Worte zur Beruhigung: Wenn du deinen Text zehn Leuten gibst, wirst du üblicherweise zehn unterschiedliche Meinungen hören. Der eine findet Wanderrucksäcke großartig, der andere total bescheuert. Von daher gilt es vor allem auch ein Gespür dafür zu entwickeln, mit welchen Vorschlägen von außen du etwas anfangen kannst, wo du etwas ändern willst und wo nicht. Keine Sorge, das kommt mit der Zeit.

Apropos Zeit - dafür, dass du schreibst, du seist totale Anfängerin finde ich das durchaus gelungen. Da würde ich mir eher Sorgen darüber machen, dass dir das Schreiben an sich keinen Spaß gemacht hat. Denn: warum tust du es dann? Oder liegt es an der Methode? In dem Fall würde ich eine andere ausprobieren.

So, jetzt aber mal zum Text. Mich kriegst du damit nicht wirklich, auch wenn ich am Ende durchaus wissen will, was es mit diesem Mädchen und dem Haus auf sich hat.
Das nicht kriegen liegt einerseits daran, dass der Inhalt so verdächtig nach "düsteres Geheimnis in der Vergangenheit der Familie" aussieht und ich momentan der düsteren Geheimnisse höchst überdrüssig bin.

Dann denke ich aber, es liegt auch daran, dass du zu viele offene Fragen aufwirfst. Eigentlich bin ich ein großer Fan offener Fragen (auch so ein Punkt, über den man tagelang streiten könnte). Ich vermute allerdings, die Tatsache, dass sie mir hier nicht so gefallen, liegt daran, dass der Text hauptsächlich aus offenen Fragen besteht. Und sehr wenig von Marie preis gibt. Ich weiß nicht, wer sie ist, ich erfahre kaum etwas von ihr, zu wenig jedenfalls, um wirklich mit ihr mitfiebern zu können. Ich weiß ja gar nicht, um was ich fiebern sollte. Ich weiß nur: früher war sie hier mal zu Hause. Dann war sie lange nicht mehr da, jetzt kehrt sie zurück. Offensichtlich aus irgendeinem Grund, sonst würde sie nicht befürchten, zu spät zu kommen. Was für ein Grund das ist, erfahre ich nicht. Viel schlimmer ist aber, dass ich keine Ahnung habe, wie es ihr damit geht. Offensichtlich freut sie sich nicht sonderlich darauf, aber was dann? Furcht? Unsicherheit? Schuldgefühle? Trauer? Ich habe keine Ahnung und das ist es, was mir fehlt.
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inmutanka
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 01.09.2014 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Wortwind,

mach dir keine Sorgen.

Wie ich schon schrieb: Pick dir heraus, was dir richtig erscheint/einleuchtet. Den Rest vergiss einfach.

Dir muss eines klar sein: du kannst es nicht allen Lesern recht machen, höchstens darauf abzielen, die meisten zu erreichen. Und dann musst du noch überlegen, mit welchen Vorschlägen du dich identifizieren/leben kannst oder wo du das Gefühl hast, dich zu verbiegen.

Wenn du an einer/manchen Stellen unsicher bist, lass es einfach liegen und behalte es im Hinterkopf. Irgendwann hast du dann das Gefühl: genauso und nicht anders muss es sein/passt es.

LG
Inmutanka


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Klemens_Fitte
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Beiträge: 2103
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 01.09.2014 22:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Wortwind,

bevor ich zu deinem Text komme, möchte ich hobbes hier mal vollumfänglich zustimmen.

hobbes hat Folgendes geschrieben:
Hi Wortwind,

Wortwind hat Folgendes geschrieben:
Ich bin schon ein bisschen erstaunt, wie in so wenig Text so viele Fehler enthalten sein können.

jetzt nur keine Panik. Und streiche doch mal Fehler, ersetz das durch Verbesserungsmöglichkeiten, dann klingt es schon gar nicht mehr so schlimm smile
Ist es nämlich auch nicht, finde ich.

Noch weitere Worte zur Beruhigung: Wenn du deinen Text zehn Leuten gibst, wirst du üblicherweise zehn unterschiedliche Meinungen hören. Der eine findet Wanderrucksäcke großartig, der andere total bescheuert. Von daher gilt es vor allem auch ein Gespür dafür zu entwickeln, mit welchen Vorschlägen von außen du etwas anfangen kannst, wo du etwas ändern willst und wo nicht. Keine Sorge, das kommt mit der Zeit.


Du hast dich hier im Forum angemeldet, um dir, wie du sagst, das Handwerkszeug anzueignen. Und obwohl ich dir zustimme, dass es gewisse Dinge gibt, auf die man achten soll – du siehst es ja selbst: Nicht nur die Umsetzung dieser "Regeln" ist schwierig, sondern auch das Feedback hängt teilweise stark vom Geschmack und der Sichtweise des jeweiligen Lesers ab. Du wirst nicht umhin kommen, selbst zu filtern, welche Rückmeldung dich und deinen Text weiterbringt, welche Änderung du übernimmst und welche nicht; und das funktioniert leider nur, indem du ein Gefühl für deine eigene Stimme entwickelst, dafür, was dein Text mit sich machen lässt und was nicht. Allen wirst du es nie recht machen können.

Es ist ein großer Vorteil dieses Forums, dass dein Text hier wesentlich genauer (und somit auch strenger) gelesen und zerpflückt wird, als es dir oder deinem Umfeld möglich ist; der "Nachteil": du wirst im schlimmsten Fall zu einem Satz völlig gegensätzliche Meinungen bekommen. Sieh es einfach als Chance, dir unterschiedliche Blickwinkel auf deinen Text aneignen, ihn mit vielen fremden Augenpaaren lesen zu können, und nicht als Hinweis auf "Fehler" oder Stellen, die es unbedingt "exakt so" umzuschreiben gilt.

Du hast hier einen recht kurzen Ausschnitt eingestellt, das verführt natürlich dazu, jedes einzelne Wort unter die Lupe zu nehmen. Manche Stellen fand ich auch problematisch, die sich angestrengt zischend öffnenden Türen, die Sonne, die die Häuser wärmt, der eimerweise Geschmack, der Klingelknopf, der die "Anwesenden" (sind das nicht eher "Bewohner"?) grell aufruft … diese Stellen fallen etwas raus aus deinem sprachlich eigentlich recht fein gesetzten Text. Natürlich kann man so etwas machen, wenn man es bewusst als Stilmittel einsetzt – und wenn du nach etlichen Überarbeitungen immer noch das Gefühl hast, das müsse genau so sein, dann lass es so stehen; aber wetten, dass nicht? Wink

Ich tue mich, wie hobbes, noch etwas schwer, den Text inhaltlich zu bewerten; würde aber definitiv mal schauen, was da noch kommt.

Bleib einfach dran – wenn du mit der richtigen Mischung aus Selbstkritik und -sicherheit weitermachst, kommt das mit dem Besserwerden (scheinbar) ganz von selbst.

Gruß,
Klemens

Edit: jetzt hat sich mein Kommentar mit dem von Inmutanka überschnitten, und nach kurzem Querlesen sagen wir das Gleiche lol tja, so kann’s auch gehen…


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100% Fitte

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Wortwind
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Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 01.09.2014 23:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Haha, eimerweise Geschmack! Laughing Oh Mann.

Ich möchte euch allen sehr sehr danken, Gott ist das nett hier!

Übrigens, mir ist grad ein Licht aufgegangen, und zwar als ich hobbes Beitrag gelesen habe:
Zitat:
Viel schlimmer ist aber, dass ich keine Ahnung habe, wie es ihr damit geht. Offensichtlich freut sie sich nicht sonderlich darauf, aber was dann? Furcht? Unsicherheit? Schuldgefühle? Trauer? Ich habe keine Ahnung und das ist es, was mir fehlt.

Das ist glaub ich auch der Grund, warum mir das Schreiben keinen Spaß gemacht hat. Eigentlich hatte ich gar keine Lust auf die ganzen äußeren Beschreibungen, ich wollte nur von innen schreiben aber dachte irgendwie, ich muss was erklären oder so. Oder vielleicht wusste ich auch einfach nicht wie.

Ich geh dann mal in mich.

Was ich übringens nicht kapiert habe ist das mit den zu vielen offenen Fragen. Ich dachte, das wär spannend? Und würde sich dann im Laufe des Textes aufklären? Weil: show, don't tell? Oder wäre es besser, die Geschichte früher beginnen zu lassen, damit man die Protagonistin erstmal ein bisschen kennenlernen kann, bevor gleich "was passiert"? Hm.
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Harald
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Alter: 72
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Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 01.09.2014 23:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde jetzt gerne wissen,ob ich - Reaktion des "halbwüchsigen Mädchens" - mit der im Aussehen völlig identischen Zwilingsschwester richtig liege …

 Wink


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Harald

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hobbes
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Beiträge: 3322

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 02.09.2014 00:25    Titel: Antworten mit Zitat

Wortwind hat Folgendes geschrieben:
Ich möchte euch allen sehr sehr danken, Gott ist das nett hier!

Och, es gibt Leute, die sehen das anders Cool lol

Wortwind hat Folgendes geschrieben:
Das ist glaub ich auch der Grund, warum mir das Schreiben keinen Spaß gemacht hat. Eigentlich hatte ich gar keine Lust auf die ganzen äußeren Beschreibungen, ich wollte nur von innen schreiben aber dachte irgendwie, ich muss was erklären oder so. Oder vielleicht wusste ich auch einfach nicht wie.

Tja. Ich dachte anfangs, "man" müsse zwingend zuerst einen Plot haben, bevor man mit dem Schreiben (längerer Geschichten) anfängt. Dann habe ich auf der Buchmesse Zoran Drvenkar zugehört, wie er übers Schreiben geredet hat. Halleluja, ich bin ihm heute noch dankbar.
Und ja klar, es gibt Regeln, es gibt Handwerkszeug. Aber es geht eben auch darum, die eigene Stimme und die eigene Herangehensweise zu finden.
Kritisch wird es, wenn du für sämtliche Vorschläge folgende Antwort hast: "Ich mach das so, weil ich so toll bin das eben meine eigene Stimme ist und wenn du das nicht verstehst, bist du der Depp."

Wortwind hat Folgendes geschrieben:
Was ich übringens nicht kapiert habe ist das mit den zu vielen offenen Fragen. Ich dachte, das wär spannend? Und würde sich dann im Laufe des Textes aufklären? Weil: show, don't tell?

Nun, da hast du recht. Und da sieht man dann gleich mal, dass es eben immer darauf ankommt Rolling Eyes
Denn ja, genauso soll das sein. Aber dein Ausschnitt besteht (übertrieben gesagt) eben hauptsächlich aus offenen Fragen und das funktioniert dann schon wieder nicht mehr, jedenfalls nicht bei mir.
Wenn du diesen Ausschnitt mitsamt seinen offenen Fragen noch mit Marie auffütterst, sie mir als Person näher bringst - dann könnte ich mir gut vorstellen, dass die offenen Fragen kein Problem mehr für mich wären.
Wortwind hat Folgendes geschrieben:
Oder wäre es besser, die Geschichte früher beginnen zu lassen, damit man die Protagonistin erstmal ein bisschen kennenlernen kann, bevor gleich "was passiert"? Hm.

Auch hier: kann sein, kann nicht sein, kommt eben immer drauf an, wie du es umsetzt. Schlimmstenfalls ist das sterbenslangweilig, bestenfalls genau das, was fehlt.

Harald hat Folgendes geschrieben:
Ich würde jetzt gerne wissen,ob ich - Reaktion des "halbwüchsigen Mädchens" - mit der im Aussehen völlig identischen Zwilingsschwester richtig liege …

Na, das würde mich auch interessieren - ich habe nämlich keine Ahnung, wie du auf die Idee kommst.
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inmutanka
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 02.09.2014 04:35    Titel: Antworten mit Zitat

Wortwind hat Folgendes geschrieben:

Was ich übringens nicht kapiert habe ist das mit den zu vielen offenen Fragen. Ich dachte, das wär spannend? Und würde sich dann im Laufe des Textes aufklären? Weil: show, don't tell? Oder wäre es besser, die Geschichte früher beginnen zu lassen, damit man die Protagonistin erstmal ein bisschen kennenlernen kann, bevor gleich "was passiert"? Hm.


Stell dir eine große Frage, die am Anfang gestellt und am Ende des Buches beantwortet wird. Ansonsten stellst du immer wieder Fragen, die in unterschiedlichen Längen immer wieder beantwortet werden. Du wirfst eine, zwei Fragen auf, beantwortest eine, wirfst die nächste Frage/die nächsten zwei Fragen auf.

Wenn du nur Fragen, aber keine Antworten lieferst, wird es schnell langweilig. Sieh es wie im Leben: Die Antworten sind die kleinen Belohnungen, die den Leser bei der Stange halten bis zur großen Antwort der Endfrage oder auf das Leben gesehen: die Belohnungen, die das Leben lebenswert und den Menschen stark machen, die nächste Hürde in Angriff zu nehmen. wink

Du musst eine Mischung zwischen Innenansicht und Beschreibung der Äußerlichkeiten finden. Und vor allem: das für dich richtige Gleichgewicht über die Art der Beschreibung. Ich mag es z. B. *puritanisch*, nur wenige Hinweise, die mir einen Hinweis über das Setting liefern, andere lieben es üppig ausschweifend in jedem Detail, schwimmen gerne darin.

Aber so oder so, es muss sitzen und vorbereitet sein, da darf nichts aus dem Nichts auftauchen. Und selbst wenn etwas aus dem Nichts auftauchen soll, muss es vorbereitet werden, indem du Spannung aufbaust. Entweder hat die Figur eine Ahnung (z. B. das sie verfolgt wird - der Leser fragt sich dann, stimmt es oder bildet sie es sich ein und wenn sie verfolgt wird, von wem).

Oder du zeigst ihre heile Welt, die durch einen Steinschlag erschüttert wird und dann im Laufe der Story eine immer größer werdende Steinlawine nach sich zieht (ganz nach dem Motto: Wenn der Mensch zu glücklich ist, werden die Götter neidisch - der Leser denkt: Ach, das Leben von XY ist zu schön/zu perfekt, da muss doch ein dickes Ende nachkommen).

D. h. Wenn deine Figur in die Kastanienstraße einbiegt, sollte sie schon die Einfamilienhäuser mit den von Kastanien gesäumten Gehweg *sehen*. Sie geht die wie ausgestorben daliegende Straße entlang, vorbei an gepflegten Vorgärten (z. B. um den verwilderten Garten des best. Hauses hervor zu heben), sieht am Ende der Straße, wie Straße und Gehweg an einer blühenden Wildwiese endet und auf dessen linke (oder rechte Seite) als Abschluss der Häuserreihe das besagte Haus steht. Und mit jedem Schritt (übertrieben gesagt) den deine Figur in diese Richtung macht, gehen ihr Gedanken durch den Kopf, sie bemerkt Veränderungen, hat Erinnerungen, zieht ihre Schlüsse, fragt sich, was werden wird.

Aber wichtig: du musst den Leser mit kleinen Belohnungen/Antworten (a la positiver Bestärkung bei der Tierausbildung wink ) immer bei der Stange halten, damit er sich bereitwillig der nächstgrößeren Frage/Hürde stellt.

Tja, und auch da gilt es, die für dich passende Mischung und den passenden Leserkreis zu finden. Die einen mögen, wenn Fragen/Antworten im Stakkato einprasseln (z. B. häufig bei Thriller/Krimis der Fall), andere mögen es lieber geruhsamer angehen (Familien-/Gesellschaftsromane, History, Fantasy). Wobei Ausnahmen in jedem Genre die Regel bestätigen Laughing

Also, nicht nur eine Geschichte ist spannend, sondern auch ihre Entstehung ist ein spannender Prozess Daumen hoch² Viel Spaß angel angel lol

LG
Inmutanka


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Wortwind
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BeitragVerfasst am: 02.09.2014 13:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi, nochmal vielen Dank für eure interessanten Antworten.

Ja, Marie ist die Zwillingsschwester der Mutter smile Das klärt sich auch endgültig ein zwei Abschnitte später, kann aber eigentlich auch nicht anders sein, deshalb dachte ich, SO offen wär die Frage gar nicht. Mehr ein kurzes Stutzen, Überlegen, selbst Beantworten und kurz darauf die Bestätigung. Aber das hab ich ja nicht mit eingestellt und vielleicht muss die Frage auch tatsächlich schneller beantwortet werden.

Noch mal was anderes - findet ihr anderen auch, dass "halbwüchsig" nicht auf einen Teenager hindeutet? Für mich ist das das selbe. Oder verwechsle ich das mit "halbstark"?

Gruß
WW
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Harald
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BeitragVerfasst am: 02.09.2014 16:48    Titel: Antworten mit Zitat

hobbes hat Folgendes geschrieben:

Harald hat Folgendes geschrieben:
Ich würde jetzt gerne wissen,ob ich - Reaktion des "halbwüchsigen Mädchens" - mit der im Aussehen völlig identischen Zwilingsschwester richtig liege …

Na, das würde mich auch interessieren - ich habe nämlich keine Ahnung, wie du auf die Idee kommst.


Na ja, nach 15 Jahren wieder am Elternhaus, wenn ich dann das lese ►

» Die Tür sprang auf und ein halbwüchsiges Mädchen mit strähnigen Haaren blitzte sie aus weißen und grünen Augen heraus an. Marie stockte der Atem. „Hast du keinen Schlüssel?“ brach es aus dem Mädchen heraus. Und mit einem Blick zuerst auf Maries Kleidung und dann auf den Rucksack: „Was ist DAS denn??“ „Ich...“, setzte Marie an, doch bevor sie antworten konnte, war das Mädchen schon wieder ins Haus hinein gestampft und in dessen Dunkelheit verschwunden.«

Nun, da ist doch offensichlich, dass das Mädchen meint, die eigene Mutter (Frage nach dem vergessenen Schlüssel) im ungewohnten Outfit …
„Was ist DAS denn??“
… zu sehen!

Eine derlei Ähnlichkeit gibt es in der Regel nur bei eineiigen Zwillingen!

 Wink


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hobbes
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BeitragVerfasst am: 02.09.2014 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

Harald hat Folgendes geschrieben:
Nun, da ist doch offensichlich, ...

Tja, für dich schon. Für mich nicht.
Die haben sich fünfzehn Jahre nicht gesehen und sehen sich trotz allem noch so ähnlich (Frisur? Figur? Generelles Auftreten?), dass die eigene Tochter die Mutter nicht erkennt? Bzw. nicht erkennt, dass das eben nicht die eigenen Mutter ist?
Ganz abgesehen davon, dass die Offensichtlichkeit bei mir nicht ankommt, habe ich auch mit der Wahrscheinlichkeit ein Problem.
Aber na ja, das Leben ist ja sowieso immer viel unwahrscheinlicher als jede Geschichte. Und vermutlich war sie (Teenagertochter) gerade in ihr Smartphone vertieft. Oder so.

Jedenfalls Danke für's Erklären!


Wortwind hat Folgendes geschrieben:
Noch mal was anderes - findet ihr anderen auch, dass "halbwüchsig" nicht auf einen Teenager hindeutet? Für mich ist das das selbe. Oder verwechsle ich das mit "halbstark"?

Halbstark ist für mich noch mal ganz was anderes. Führt meinerseits zu sofortiger Verknüpfung mit Rowdytum, Bänke umtreten, etc.
Halbwüchsig ist ein Wort, mit dem ich wenig anfangen kann. Es spricht quasi nicht mit mir, erzählt mir nichts. Warum nicht einfach "jung"? Oder ganz ohne, einfach nur Mädchen - denn dieses Wort spricht doch eigentlich schon für sich.
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inmutanka
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BeitragVerfasst am: 02.09.2014 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich halte es auch für ziemlich unwahrscheinlich, dass sich Zwillinge, die sich 15 Jahre nicht sehen, so gleichen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sie vllt. den gleichen/ähnlichen Modegeschmack haben. Aber frisurmäßig? Das bezweifle ich ...

Aber ich habe ja auch nicht gerafft, dass ein Zwilling heimgekommen ist. Für mich war das eine Enkelin oder so, die zurückkommt und überrascht ist, weil ein fremdes Kind die Tür öffnet - oder so etwas Embarassed

Wie gesagt, halbwüchsig sagt mir nichts, ich hätte sie auch mit ihrem Verhalten wesentlich jünger als 15 eingeschätzt (scheine heute total daneben zu liegen). Aber nun eine generelle Frage: wenn es ein Teenager ist, warum nicht Teenager/Teenie nennen? Da hätte ich eher auf 12 - 16 getippt.

LG
Inmutanka


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Harald
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Alter: 72
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BeitragVerfasst am: 02.09.2014 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

inmutanka hat Folgendes geschrieben:

Wie gesagt, halbwüchsig sagt mir nichts, ich hätte sie auch mit ihrem Verhalten wesentlich jünger als 15 eingeschätzt (scheine heute total daneben zu liegen). Aber nun eine generelle Frage: wenn es ein Teenager ist, warum nicht Teenager/Teenie nennen? Da hätte ich eher auf 12 - 16 getippt.


Dazu erst mal Folgendes aus wikipedia:

Der Begriff teenager [ˈtiːnˌeɪdʒɚ], verkürzt auch teen, stammt aus dem Englischen und bezeichnet eigentlich einen Menschen, der mindestens 13 (thirteen) und höchstens 19 (nineteen) Jahre alt ist, umfasst aber manchmal auch jüngere und ältere Menschen. Die Zahlen 13 bis 19 enden im Englischen auf „teen”, die Endung „ager” bezieht sich auf das englische Wort age für (Lebens-)Alter



Der Begriff „Halbwüchsiger“ ist nicht zu verwechseln mit „Halbstarker“, beide decken zwar auch die Altersklasse „Teenager“ ab, wobei die Halbstarken eher mit Rowdytum in Verbindung gebracht werden …

Das Mädchen dürfte auch kaum 15 Jahre alt sein, wenn sich die Schwestern 15 Jahre nicht gesehen haben und das Kind für die eine eine Überraschung ist, dann kann sie gerad mal gut 14 Jahre alt sein …


Zu den Zwillingen, die sich lange nicht sehen:

Es ist mehrmals festgestellt worden, dass eineiige Zwillinge, die - teilweise von Geburt an - über Jahre und Jahrzehnte getrennt waren den gleichen Stil und Geschmack bezüglich Mode, Frisuren und sogar Schuhen hatten!

Wenn dann noch fast identische Körperhaltungen dazukommen, dann ist es durchaus möglich, dass sie „nicht zu unterscheiden sind“

 Wink


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inmutanka
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Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 02.09.2014 21:43    Titel: Antworten mit Zitat

Harald hat Folgendes geschrieben:
inmutanka hat Folgendes geschrieben:

Wie gesagt, halbwüchsig sagt mir nichts, ich hätte sie auch mit ihrem Verhalten wesentlich jünger als 15 eingeschätzt (scheine heute total daneben zu liegen). Aber nun eine generelle Frage: wenn es ein Teenager ist, warum nicht Teenager/Teenie nennen? Da hätte ich eher auf 12 - 16 getippt.


Dazu erst mal Folgendes aus wikipedia:

Der Begriff teenager [ˈtiːnˌeɪdʒɚ], verkürzt auch teen, stammt aus dem Englischen und bezeichnet eigentlich einen Menschen, der mindestens 13 (thirteen) und höchstens 19 (nineteen) Jahre alt ist, umfasst aber manchmal auch jüngere und ältere Menschen. Die Zahlen 13 bis 19 enden im Englischen auf „teen”, die Endung „ager” bezieht sich auf das englische Wort age für (Lebens-)Alter


 Wink


Hallo Harald,

Wikipedia zählt nicht zu meiner 1. Wahl in bezug auf Recherche. Allerdings wusste ich diese Ausführung auch ohne  Wiki, da wir es im Englischunterricht durchgenommen hatten.

Harald hat Folgendes geschrieben:
Es ist mehrmals festgestellt worden, dass eineiige Zwillinge, die - teilweise von Geburt an - über Jahre und Jahrzehnte getrennt waren den gleichen Stil und Geschmack bezüglich Mode, Frisuren und sogar Schuhen hatten!


Sowohl als auch - letztens kam eine Studie über Zwillinge in Bezug auf Ernährung. Ob eineiige Zwillinge, die lange getrennt waren, auch weiterhin gleiche/ähnliche Ernährungsgewohnheiten hatten. Fazit: Je länger und räumlich weiter sie getrennt lebten, hatten sich auch die Ernährngsgewohnheiten geändert. Was sich sowohl figurmäßig als auch auf das Aussehen her wesentlich ausgewirkt hatte.

Daher würde ich das nicht grundsätzlich und vorbehaltlos annehmen.

LG
Inmutanka


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Wortwind
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BeitragVerfasst am: 02.09.2014 23:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi,

was Harald in Bezug auf eineiige Zwillinge schreibt, ist auch das, woran ich gedacht habe. Es gibt da die verrücktesten Forschungsergebnisse, ein superspannendes Thema (für mich).

Übrigens habe ich persönlich auch seit 20 Jahren oder länger mehr oder weniger die selbe Frisur wink (stellte mir bei dem Text einen Pferdeschwanz vor, da gibt es ja sowieso nicht so viele Variationen, klärt sich auch in der nächsten Szene)

Ich würde auch davon ausgehen, dass das Mädchen im direkten Vergleich oder bei genauem Hinsehen seine Mutter sehrwohl erkennen würde, aber in dieser Szene erwartet sie ihre Mutter und "sieht" ihre Mutter. Wundert sich vielleicht kurz über ihr Outfit, aber beschäftigt sich ja auch nicht weiter mit ihr, sondern verschwindet sofort wieder.

Spannend für mich, dass das scheinbar nur für Harald erkennbar war.
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cascail
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BeitragVerfasst am: 04.09.2014 13:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hm! Ich hatte den Text schon mal gelesen und auch einiges dazu gesagt, aber dann hat mein Computer mal wieder alles gelöscht und ich hatte keine Zeit mehr, das nochmal alles zu schreiben. Ich schließe mich Immutanka an, weil auch ich einige Schwierigkeiten mit den Adjektiven hatte, die du anscheinend als besonderes Stilmittel einsetzt, die  mich  aber nicht wirklich in die Geschichte reingezogen haben, sondern mich eher irritieren.  Adjektive sind in Ordnung, aber sei sparsam im Gebrauch, wenn du dir nicht sicher bist, ob sie bei anderen auch das von dir gewünschte Bild hervorrufen.
Ansonsten habe ich das mit dem Zwilling nicht kapiert, hätte mich nicht Harald mit der Nase draufgestoßen, aber sicher wäre das später klarer geworden. Nur noch eins, über grün weiße Augen komme ich einfach nicht weg. Ich sah da was Gestreiftes oder Kariertes. Grüne Augen hätten es durchaus auch getan .Das stelle ich mir eher unheimlich vor, grün weiße Augen. Ach ja stapfen, ist dieses Mädchen ein Elefant oder ein Bär?


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Wortwind
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BeitragVerfasst am: 04.09.2014 14:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Grünweiße Augen ist ja auch totaler Quatsch, hehe.

Find den Text inzwischen auch völlig idiotisch smile Hab mir echt einen abgebrochen, und so liest er sich auch. Die Frage ist, wie mach ichs besser? Da bin ich grad am Rumbasteln.

Ich hab mir inzwischen auch überlegt, dass das Thema für ein erstes Buch für mich evtl. zu kompliziert ist (Zwillinge, deren Persönlichkeit grundsätzlich gleich, in ihrer Ausprägung aber total gegensätzlich ist). Vielleicht stelle ich es zurück und fang erstmal mit etwas Einfacherem an.
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Wortwind
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BeitragVerfasst am: 04.09.2014 14:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey, ich seh grad, ich hab 15 (jetzt 16) Beiträge und kann endlich auch in die tieferen Gefilde dieses Forums eindringen, juchu!)
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Wortwind
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BeitragVerfasst am: 13.09.2014 22:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Da bin ich wieder. Vielen Dank noch mal für die Arbeit, die ihr euch mit meinem letzten Text gemacht habt. Einen Erfolg hab ich zwischenzeitlich zu vermelden – ich hab jetzt kapiert, wie wichtig ein gutes Konzept und die tiefgreifende Beschäftigung mit den Figuren ist – und welchen Einfluss das auf jedes Wort hat, das man schreibt. Das ist doch schon mal was.

Da ich hiermit noch nicht fertig bin ist mir klar, dass dieser Text so wahrscheinlich nicht bleiben kann. Ich hab ihn aber trotzdem noch mal geschrieben, einfach um zu lernen. Ich würde mich SEHR freuen, wenn ihr noch mal Lust hättet, eure Meinung kund zu tun.

Ist das jetzt besser? Oder doch nicht? Ich freue mich über eure ehrlichen Meinungen. (Das Thema der Glaubwürdigkeit der gleichaussehenden Zwillingsschwestern hab ich jetzt einfach mal zurückgestellt, ich hoffe, das ist ok)

Ich hab die offenen Fragen im Großen und Ganzen offen gelassen und würde darauf in der nächsten Szene eingehen. Wäre das ok oder absolut zu viel des Offenen? Ich könnte natürlich bei der Kindheitserinnerung auch direkt „Zwillingsschwester“ statt „Schwester“ schreiben, aber mir gefällt es so besser... Dafür habe ich versucht, etwas mehr über Maries Gefühlswelt zu zeigen. Und karierte Augen kommen auch nicht mehr vor.

Dass es sich um "dunkle Familiengeheimnisse" handelt, kann ich leider nicht ändern, das ist nunmal das Thema der Story, sorry. Oder liest das heut kein Mensch mehr?

Maries Traum war es, nachts in einen Fluss zu springen, in die Seine vielleicht. Sie stellt sich vor, wie die Kälte zuerst kaum zu ertragen sein würde, wie sie in ihre Glieder kriechen würde, wie ihre Lungen brennen würden, wenn sie um Luft rang. Wie sie dann immer weiter und weiter getrieben werden würde und wie es irgendwann beginnen würde, sich warm und weich und wie zu Hause anzufühlen. Wie sie sich dann fallen lassen konnte, einfach fallen lassen und schlafen. Endlich schlafen. Doch da war dieser unbändige Überlebenswille in ihr, der sie jeden Morgen wieder weckte, ob sie wollte oder nicht, ob sie geschlafen hatte oder nicht, der sie dazu trieb, den Tag zu beginnen. Den Tag zu leben, den Tag zu überstehen, um an seinem Ende wieder kraftlos zusammenzubrechen, zu versuchen, in den Schlaf zu finden, nur um mitten in der Nacht wieder aus dem Schlaf gerissen zu werden, mit klopfendem Herzen, während der Schweiß ihr den Rücken hinunterrann. Um aufzustehen, sich zu übergeben. Sich wieder hinzulegen, auf den Morgen zu warten. Dieser verdammte Überlebenswille zwang sie, Tag für Tag weiter zu machen. 15 Jahre hatte sie damit zugebracht, von Ort zu Ort zu reisen, um ihre Erinnerungen, ihre wilden Ahnungen abzuschütteln, doch letztlich hatte sie sich eingestehen müssen, dass es ihr nicht gelungen war. Deshalb war sie zurückgekehrt. Sie musste herausfinden, was damals wirklich geschehen war. Sie musste schlafen.

Hinter ihr zischten die Türen des Busses. Er fuhr los, sie war allein. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, als sie auf die Häuser des Mirabellenweges blickte. Wie hatte sie diese Welt aus zugezogenen Spitzengardinen und akkuraten Vorgärten mit ihren in Form gepressten Hecken einmal als ihre Heimat ansehen können? Ihr Blick suchte das Haus der Weilers und ihr drehte sich der Magen um. Eine mehrere Meter hohe Buchsbaumhecke, die eher an einen Schutzwall als an ein Gewächs erinnerte, verdeckte die Sicht. Sie konnte sich gerade noch davon abhalten, auf die penibel von Unkraut befreiten Pflastersteine zu ihren Füßen zu erbrechen. Es musste den Weilers ähnlich ergangen sein wie ihr, nur dass sie sich keinen Meter fortbewegt hatten. Sie waren nicht gerannt, sie waren erstarrt. Hinter Buchsbaum erstarrt.

Marie atmete tief durch, um die Übelkeit zu vertreiben, die  feuchten Hände wischte sie an ihrer Jeans ab. Mit einem Ruck hob sie den Wanderrucksack auf ihren Rücken und schloss den Beckengurt. Sie nahm noch einen tiefen Atemzug, dann wandte sie sich nach links. Es war kein weiter Weg. Der Duft der Dahlien stieg ihr in die Nase. Für einen Moment sah sie sich mit Eva den Mirabellenweg hinunter rennen, hörte ihr eigenes Kinderlachen, spürte die Sommersonne auf ihrer Haut brennen. „Wer zuerst zu Hause ist!“, rief ihre Schwester. Nackte Kinderfüße flitzen über den Asphalt. Ein Regentropfen streifte Maries Wange und riss sie aus ihren Gedanken. Sie schauderte und schloss ihre Jacke. Der Kastanienweg lag nun vor ihr. Auch hier die gleichen Häuser mit ihren geschniegelten Vorgärten, davor wie Soldaten aufgereiht die riesigen Rosskastanien, deren Blätter sich vereinzelt schon herbstgelb färbten.

Dann sah sie das Haus. Es war das letzte der Straße. Auf dem Dach fehlten einige Ziegel, der Efeu überwucherte die Fensterrahmen. War sie zu spät gekommen? Sie näherte sich, blickte auf das altbekannte Messingschild über dem Briefkasten: „Falkner“. Nein, sie war richtig. Ein letztes Mal atmete sie tief durch und öffnete das Gartentor, das noch genauso quietschte, wie an dem Tag, als sie es vor 15 Jahren das letzte Mal hinter sich geschlossen hatte. Marie trat ein. Ihr Herz hämmerte in ihrer Brust. Sie hatte Mühe, Luft zu bekommen. Sie wollte umkehren, wegrennen, weit weg, bevor irgendjemand sie gesehen hatte. Doch sie war zurückgekehrt, um wieder schlafen zu können. Oder in die Seine springen. Sie musste wissen, was damals geschehen war. Also drückte sie den Klingelknopf, der wie früher gedämpft hinter der Haustür schepperte. Das Blut toste in ihren Ohren, als sie durch die Ornamentgläser der Haustür den Umriss einer Person erkannte. Eine Hand griff zur Türklinke. Die Tür wurde aufgerissen.

Vor ihr stand ein vielleicht 13 oder 14 Jahre altes Mädchen, die Haare zerzaust, die Augenbrauen tief ins Gesicht gezogen. Marie stockte der Atem, als die grünen Augen des Mädchens in die ihren blickten. „Hast du keinen Schlüssel?“ brach es aus dem Mädchen heraus. Und mit einem Blick zuerst auf Maries Kleidung und dann auf den Rucksack: „Was ist DAS denn??“ „Ich...“, setzte Marie an, doch da war das Mädchen schon wieder ins Haus hinein gestapft und in dessen Dunkelheit verschwunden.
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