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Annette-Winker
Erklärbär
A Alter: 57 Beiträge: 3 Wohnort: Oschatz
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Einar Inperson
Reißwolf

Beiträge: 1742 Wohnort: Auf dem Narrenschiff
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 23.08.2014 15:25 Re: Erneuerung von Einar Inperson
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Annette-Winker hat Folgendes geschrieben: | mir ist als schriebe ich mich leer
wie Fäden die dem Knäul sich entwinden
sie fitzen knoten fallen schwer
auf Papier wo sich die Wörter finden
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Hallo Annette,
du bist mit deinem Gedicht hier in der Prosa gelandet. Melde dich bei einem Moderator (Ausrufezeichen anklicken), damit er dein Werk zur Lyrik verschiebt.
Da bekommst du dann auch kompetente Kommentare der Lyriker.
Für mich als Leser ist dein Gedicht etwas sperrig beim laut lesen.
Ich hab einmal versucht mir die erste Strophe mundgerechter zu machen (mit den inhaltlichen Verwerfungen).
mir ist als schriebe ich mich leer
gedankenfäden die entschwinden
sie fitzen knoten fallen schwer
ein mich in worten wiederfinden
Aber wie gesagt: Wirklich hilfreiche Antworten wirst du im Lyrik Forum erhalten.
_________________ Traurige Grüße und ein Schmunzeln im Knopfloch
Zitat: "Ich habe nichts zu sagen, deshalb schreibe ich, weil ich nicht malen kann"
Einar Inperson in Anlehnung an Aris Kalaizis
si tu n'es pas là, je ne suis plus le même
"Ehrfurcht vor dem Leben" Albert Schweitzer |
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Aranka
Bücherwurm
A
Beiträge: 3366 Wohnort: Umkreis Mönchengladbach

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A 23.08.2014 18:10
von Aranka
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Hallo Annette,
erst einmal herzlich willkommen in der Lyrik. Auch wenn du deinen Text in der Prosa eingestellt hast, habe ich dich hier gefunden. Du schreibst "lyrische Prosa" unter den Titel. Ich verstehe ein wenig etwas anderes unter lyrischer Prosa, aber das spielt erst mal keine Rolle. ich denke, es wäre in der Lyrik richtiger eingeordnet.
Du denkst in deinem Text über das Schreiben nach, entscheidest dich formal, dies in Reimform zu tun.
Ich hätte durchaus inhaltlich und auch formal Fragen zu deinem Text, und würde mich auch noch mal bei dir melden. Würde jedoch gerne vorher zwei Dinge abklären:
1. Möchtest du an diesem Text arbeiten und ihn verbessern, oder möchtest du dich damit einfach nur vorstellen.
2. Wie wichtig ist die der Reim? Willst du daran arbeiten, ihn verbessern. Wie viel Ahnung hast du von der Metrik? Denn da geht es ein wenig drunter und drüber im Text. Solltest du daran arbeiten wollen, empfehle ich dir die Lyrikwerkstatt des Forums.
Ih würde mich freuen, von dir zu hören. Liebe Grüße Aranka
_________________ "Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)
„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke) |
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Nihil { }
 Moderator Alter: 33 Beiträge: 7629
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 23.08.2014 18:43
von Nihil
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Moin Anette!
Du hast da ein klassisches Gedicht abgeliefert und keine lyrische Prosa. Deshalb werd ich deinen Text einmal in die Lyrik rüberschieben. :)
Viel Spaß noch bei uns!
Nihil
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firstoffertio
Show-don't-Tellefant

Beiträge: 6083 Wohnort: Irland
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 23.08.2014 22:24
von firstoffertio
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Ich finde, dass dies ein gutes Gedicht für den Einstand ist. Meine die Zweifel von jemand, der sich fragt, was soll ich?, wo es schon so viel Geschriebenes, gibt, zu erkennen.
Mit dem Plural der Fäden hab ich etwas Probleme. Ein Knäuel ist normalerweise aus einem Faden gewickelt? Und metrisch holpert es noch etwas. Habe mal einen Versuch zur ersten Strophe gemacht, nur, um eine von vielen möglichen Alternativen auszuprobieren.
mir ist als schriebe ich mich leer
wie Fäden die dem Knäul sich entwinden
sie fitzen knoten fallen schwer
auf Papier wo sich die Wörter finden
mir ist als schriebe ich mich leer,
ein Faden, der dem Knäuel sich entwindet
verfitzt verknotet fällt er schwer
auf mein Papier, das sich mit Wörtern schindet
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Aranka
Bücherwurm
A
Beiträge: 3366 Wohnort: Umkreis Mönchengladbach

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A 24.08.2014 10:23
von Aranka
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Hallo Anette,
du hast mich per PN wissen lassen, dass du gerne am Text arbeiten willst, der Reim für dich nicht unbedingt wichtig sei, du aber auch dort ein wenig einsteigen willst. Das freut hier sicher jeden.
Nun hat Firstoffertio die erste Strophe schon einmal so umgeschrieben, dass sie nicht mehr holpert.
Da du den Reim und auch den Rhythmus aus dem Bauch heraus gesetzt hast, setze ich mal die Betonungen in deinen Text (fett) rein, um die Holperstellen aufzuzeigen. Denn so kannst du besser und bewusster an die eigenen Umänderung herangehen.
Zitat: | mir ist als schriebe ich mich leer
wie Fäden die dem Knäul sich entwinden
sie fitzen knoten fallen schwer
auf Papier wo sich die Wörter finden |
Du hast intuitiv die ersten drei Zeilen „unbetont“ angefangen, die beiden Reimzeilen haben gleiche Silbenzahl, auch wenn die 1. und 3. vierhebig und die 3. und 4. fünfhebig ist. Überwiegend hältst du die Alternierung zwischen unbetonter und betonter Silbe ein. Diese „Regelmäßigkeiten“ sind schon mal ein guter Anfang, wenn du in gereimter Form schreiben willst.
Du siehst nun an meiner Kennzeichnung, dass es an der Stelle
„Knäul sich entwinden“ holpert. Hier treffen zwei unbetonte Silben aufeinander. Außerdem ist „Knäul“ eine wenig schöne Verkürzung des Wortes Knäuel.
Auch fällt die vierte Zeile mit der betonten Anfangssilbe heraus.
Das alles hat Firstoffertio in ihrer Version bereinigt.
Zitat: | mir ist als schriebe ich mich leer,
ein Faden, der dem Knäuel sich entwindet
verfitzt verknotet fällt er schwer
auf mein Papier, das sich mit Wörtern schindet |
Du kannst an ihrem Vorschlag gut sehen, wie oft ein kleines Wörtchen "mein" oder eine Vorsilbe "ver" die Alternierung wieder herstellt.
Ich habe nun noch die Frage was „verfitzt“ ist. Ich kenne nur verfilzt.
Nun zu deiner 2. Strophe. Ich zeige zuerst einmal die Unregelmäßigkeiten und Holperstellen auf.
Zitat: | immer ewig gleiche Sätze
Altmetaphern Floskeln Sendungen
suchen dringend neue Plätze
aus abgewohnten Wendungen |
Hier wechselst du von der unbetonten Anfangssilbe der ersten Strophe zur betonten Anfangssilbe, wenigstens in den ersten drei Zeilen.
[ Nur als Einschub: xX = Jambus // Xx = Trochäus ] (X=betont / x=unbetont)
So einen Wechsel kann man machen, er sollte aber einen erkennbaren Sinn machen, ansonsten wirkt er ungekonnt. Entweder beginnst du in der letzten Zeile auch betont, schreibst also die 2. Strophe in Trochäen, oder du beginnst auch diese Strophe immer unbetont.
Ich habe nun mal einen Versuch für die 2. Strophe gemacht: ich habe wie in der ersten Strophe 1./3. Zeile vierhebige Jamben und 2./4. Zeile in fünfhebigen Jamben geschrieben. (Das ist aber nur eine von tausend Möglichkeiten. Nur eine Spielerei, die dir Mut und Lust machen soll, selbst dran zu gehen.)
Auch habe die die Worte „Sendungen“ und „Wendungen“ weggelassen, da sie betonungsmäßig nun mal wie folgt aussehen: Xxx
Auch habe ich mal eine Zeile in eine nächste hineinlaufen lassen. Das macht den Reim unauffälliger. Das sind einfach nur mal so Möglichkeiten, die du beim eigenen Probieren bedenken kannst.
die immer ewig gleichen Sätze,
gekreuzte Reime, Altmetaphern - Ohr
vertraut – sie suchen neue Plätze.
doch abgewohnte Floskeln quellen vor
aus unbewussten Tiefen. ….. (so könnte die 3. Strophe anschließen)
Ich hoffe, ich bin nun nicht zu sehr von deinem Inhalt abgewichen.
Du solltest trotz unserer Vorschläge selbst Varianten ausprobieren und mit dem Text herumspielen. Nur so bekommst du Gefühl dafür.
Ich markiere hier noch mal die Betonung, dann siehst du schon die Stellen, die du überdenken solltest.
Zitat: | so sitze ich nun im Genuss
versuche hin und her den Sinn zu schieben
millionenfacher Überfluss
nichts[/b] dar[b]in was bisher ungeschrieben |
Hier ist in der ersten Zeile das "im" auf der betonten Silbe arg gewollt und in der letzten Zeile wechselt wieder die Betonung der Anfangssilbe.
Inhaltlich ist mir nicht so ganz klar, was du mir damit sagen willst: Ich sitze im Genuss?
Ich habe mal so gedeutet, bin aber unsicher: bei all dem Reichtum der Tradition, all den schon gedachten Gedanken, was bleibt mir da? Ich genieße es, aber es ist alles schon einmal gesagt.
Das wäre mir dann aber auch ein etwas zu jammernder Abschluss, für den doch bedenkenswerten Beginn.
Da ist der junge Autor, er ist sich all der großen Vorbilder bewusst, all der wunderbaren gekonnten Gesänge. Dennoch wagt es sich heran, ans Schreiben. Er spürt die Übermacht der „Altmetaphern“ und will es dennoch tun, heraus aus den ausgewohnen Floskeln, hinein in neue Formen. Und auch die Themen sind immer die gleichen: Liebe, Schmerz und Tod und natürlich das „Schreiben“ selbst.
Aber es kommt auf den Blick an, den immer neuen. Den gilt es zu finden.
Überlege noch einmal genau, wo du nun nach den zwei Strophen inhaltlich mit der letzten hin willst. Ich spüre diese „Übermacht“ dessen, was schon da ist in deinen Gedanken. Und das finde ich auch gut, aber der Text sollte nicht drin stecken bleiben.
Vielleicht konnten dir meine Gedanken ein wenig helfen.
Einfach mutig probieren. Bei jedem Text etwas hinzu lernen. Für ein erstes Gedicht ist schon eine Menge erkennbar.
Es hat einen inhaltlichen Aufbau. Reim und Rhythmus sind für eine „Bauchkreation“ gar nicht mal so schlecht. Jetzt musst du einfach dran feilen.
Einen guten Sonntag. Aranka
Nachtrag: Mir fällt ein, dass du geschrieben hast, der Reim sei keine unbedingte Option. Dann versuche doch auch mal, deine Gedanken in freien Versen zu formulieren. Das ist nicht einfacher, aber du hast vielleicht die Freiheit, deinen Fokus auf gute Formulierungen, oder andere Stilmittel zu lenken.
Die Beschäftigung mit Reim und Metrik entfallen jedoch nicht, auch wenn man in freien Versen arbeitet, fließen Erkenntnisse über metrische Gesetzmäßigkeiten immer mit ein.
Lote einfach das große Feld der Lyrik ein wenig für dich und dein Tun aus. Und viel Spaß dabei.
_________________ "Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)
„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke) |
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Eredor
Dichter und dichter
 Moderator Alter: 31 Beiträge: 4692 Wohnort: Heidelberg

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 24.08.2014 18:16
von Eredor
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hallo anette und willkommen!
das metrum wurde ja bereits von aranka angesprochen und holpert tatsächlich. hat aber irgendwie charme. ich würde sogar behaupten, dass man das formal so lassen kann.
man merkt, dass du deine worte sehr sorgfältig wählst und sie treffsicher einzusetzen weißt. man merkt das vor allem in der ersten strophe. und weil ich die so toll finde, wird die direkt noch mal zitiert:
Zitat: | mir ist als schriebe ich mich leer
wie Fäden die dem Knäul sich entwinden
sie fitzen knoten fallen schwer
auf Papier wo sich die Wörter finden |
das gefällt mir sehr. weil ich dadurch - lyrisches ich hin oder her - eine menge über deine art zu schreiben lerne.
die folgenden strophen sind dann meiner meinung nach nicht mehr auf diesem anfänglichen niveau. daran würde ich versuchen, zu feilen.
die diskrepanz liegt hier, so wie ich das sehe, zwischen dem bildhaften aus der ersten strophe und dem direkten, unverblümten aus den anderen beiden.
dennoch finde ich, der text hat ein gutes potential. gefällt!
lg und einen schönen sonntagabend,
dennis
_________________ "vielleicht ist der mensch das was man in den/ ersten sekunden in ihm sieht/ die umwege könnte man sich sparen/ auch bei sich selbst"
- Lütfiye Güzel |
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firstoffertio
Show-don't-Tellefant

Beiträge: 6083 Wohnort: Irland
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 24.08.2014 22:37
von firstoffertio
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Ich kenne 'verfitzt' als verwurstelt, verheddert, verkuddelt, durcheinander geraten, so was.
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Annette-Winker
Erklärbär
A Alter: 57 Beiträge: 3 Wohnort: Oschatz
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firstoffertio
Show-don't-Tellefant

Beiträge: 6083 Wohnort: Irland
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 27.08.2014 21:40
von firstoffertio
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Die Aussage hat sich nun ein wenig geändert.
Ich wollte noch darauf hinweisen, dass verschiedene Leser anders reagieren. Siehe Eredors Kommentar.
Aber nun zur neuen Variante. Ich glaube, hier gelernt zu haben, dass, wenn man reimt, es auch auf flüssige Metrik ankommt.
Versuche nun mal, nach meinem Gefühl, in dieser Hinsicht an die neue Version zu gehen Ich bin aber selbst kein Profi in Metrik.
Mir ist als schriebe ich mich leer
ein Faden der sich dem Knäuel sich entwindet
verfitzt verknotet fällt er schwer
in das Papier wo sich das Wort nun findet (mir widerstrebt das 'in', 'auf' wäre mir vertrauter.)
die immer ewig gleichen Sätze
sie quellen aus dem Unbwussten empor vor
und suchen dringend neue Plätze
von Metaphern Floskeln und Bildern fürs das Ohr
Da sitze ich in dem Verdruss
versuche hin und her den Sinn zu schieben
und aus millionenfachem Überfluss
den Jahr um Jahr die Dichter aufgeschrieben
verblichene Gedanken zu enthüllen
vertrauten Werken wieder neue Kraft zu geben
jedes Blatt mit Liebe aufzufüllen
und den alten Teppich nochmal neu zu weben
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crim
sex, crim & rock'n'roll

Beiträge: 1328 Wohnort: München

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 28.08.2014 09:06
von crim
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Hi Annette,
klanglich sehr feine Stellen in deinem Gedicht. Gefällt mir. Ich muss firstoffertios letztem Beitrag zu den metrischen Holperern beipflichten.
Zitat: | Mir ist als schriebe ich mich leer
ein Faden der sich dem Knäuel entwindet
verfitzt verknotet fällt er schwer
in das Papier wo sich das Wort nun findet |
Also Z2, da müsste das "sich" vors entwindet.
---> ein Faden der dem Knäuel sich entwindet
Besonders schön wird es hier klanglich, wenn man das "der" etwas überbetont liest und dahinter eine pause macht. Damit korrespondiert das klanglich mit leer, schwer, er ... und hier schließt auch meine kleine Anregung an, die sich auf Z4 bezieht:
---> auf das Papier wo ein Wort mehr sich findet
(Gelesen mit Pause hinter Papier)
Du kannst vielleicht erkennen wohin der Vorschlag zielt: das "mehr" als eine weitere versteckte Art Binnenreim. Obwohl an dieser Zeile vielleicht insgesamt noch geschliffen werden könnte. Sie wirkt in deiner Version und meiner Idee noch ein wenig zu zurechtgebogen. Am schönsten wäre vielleicht irgendein Reim auf "bindet", weil das mit dem Fadenbild übereinkommen würde.
Zitat: |
die immer ewig gleichen Sätze
sie quellen aus dem Unbwussten empor
und suchen dringend neue Plätze
von Metaphern Floskeln und Bildern fürs Ohr
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Flüchtigkeitsfehler bei "Unbewussten" ist klar, aber die Zeile holpert auch. Z6 und Z8 wirken sehr ungleichmäßig. Firstoffertios Vorschlag ist gut. Ich habe aber noch mehr Probleme: Immer ewig gleich. Hier schwanke ich bei meiner Einschätzung ständig zwischen der Überlegung, das seien zu viele ähnliche Wörtchen, und der Überlegung, das passe schon irgendwie, weil es quasi durch Redundanz auf Redundanz hinweist, Form auf Inhalt. Ich bleibe unentschieden, wollte das aber mit zu bedenken geben.
Nächster Kritikpunkt: Die Anbindung zwischen Z7 und Z8 "Plätze von" funktioniert für mich nicht. Mir fällt aber auch kein Rat ein.
In Zeile 8 würde eine Umstellung von den Worten "Floskeln" und "Metaphern" eine Unebenheit vermeiden.
---> von Floskeln Metaphern und Bildern fürs Ohr
Aber! das "von"-Problem besteht für mich weiterhin.
Insgesamt ist das für mich die schwächste Strophe. Noch ein Aber! Danach gefällt mir das sehr viel besser:
Zitat: | Da sitze ich in dem Verdruss
versuche hin und her den Sinn zu schieben
und aus millionenfachem Überfluss
den Jahr um Jahr die Dichter aufgeschrieben
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Metrisch um einiges eingängiger für mein Ohr und ein schöner Übergang aus der dritten Strophe in die Vierte:
Zitat: |
verblichene Gedanken zu enthüllen
vertrauten Werken wieder neue Kraft zu geben
jedes Blatt mit Liebe aufzufüllen
und den alten Teppich nochmal neu zu weben |
In dieser letzten Strophe könnte man überlegen das "wieder" und das "nochmal" zu streichen. Füllen für meinen Geschmack unnötig die Zeilen auf. Ich finde aber insgesamt bist du hintenraus auf einem guten Weg. Ich habe mich gerne mit deinem Gedicht befasst. Liebe Grüße und Herzlich willkommen.
Crim
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Annette-Winker
Erklärbär
A Alter: 57 Beiträge: 3 Wohnort: Oschatz
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