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Papa Schlumpf
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 59
Beiträge: 372
Wohnort: Friedersdorf


BeitragVerfasst am: 31.07.2014 21:09    Titel: Mal was anderes eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Autoren und Leser,
ich habe mal Kabarett gespielt. Wir verzichteten damals auf eigene Texte, einerseits, weil das, was der Buchmarkt hergab, praktisch nie an Aktualität einbüßte, andererseits: Besser als Ensikat und Schaller konnten wir’s eh nicht. Und: Wir konnten das Prozedere vermeiden, uns lizenzieren zu lassen. Auf Kurt Hager hatten wir keinen Bock.
Doch dann kam ein dicker Mann und sagte: Das ist jetzt alles meins. Von Stund an konnten wir zwar alles sagen, aber keiner wollte uns noch sehen. Die Leute in Neufünfland hatten andere Sorgen. Später kehrte auch im Gebiet der heim geholten Bundesländer wieder so etwas wie Normalität ein und der Getränkehändler meines Vertrauens bat mich, doch zu seinem Firmenjubiläum mal wieder was zu machen. Das ist drei Jahre her, und ich fabrizierte damals nachfolgenden Text. Für die inzwischen etwas nachgelassene Aktualität bitte ich um Entschuldigung.

Erinnern Sie sich noch an das Jahr 1886?
Meine Kinder meinen, ich müsse das unbedingt tun, bei meinem biblischen Alter. Immerhin halten sie mich für einen Zeitgenossen Ramses des Zweiten. Ja, ich gebe es zu, ich habe mit Ramses im Sandkasten gespielt. Und wir hatten einen Sandkasten! Zweitausend Kilometer lang und Tausend Kilometer breit! Großvater behauptete immer, er hätte dort die Holzfällerei erlernt. Aber in der Sahara gibt es doch gar keine Bäume! meinten wir. Jetzt nicht mehr, war seine Antwort.
Ramses der Zweite. Das war der mit den Hethiterkriegen. Nachdem 60.000 auf den Schlachtfeldern geblieben waren, wurde der Frieden besiegelt. Der Hethiterkönig, Hattusili III., gab sich geschlagen, und damit Ramses sich sicher sein konnte, wollte er eine der Königstöchter zur Frau. Er war zwar schon um die vierzig und hatte bereits einige Gemahlinnen daheim, aber es war halt so Sitte. Welche willst’n haben? fragt Hattusili. Und Ramses: Die Dritte von links.
Gelte diese Sitte noch heute, die Herrscher des Abendlandes müssten zum Islam übertreten. Der Polygamie wegen. Der NATO-Generalsekretär heiratet Gaddafis Tochter, George W. Saddams Nichte, Obama Osamas Nebenfrau.
Und Angela Merkel schickt Professor Sauer in die Wüste und heiratet David Cameron. Für die Euro-Rettung. Nach altägyptischer Sitte.
Andererseits wäre die Welt wahrscheinlich friedlicher, blieben sie beim Christentum. Präsidentengattinnen und Kanzlergatten hätten entschieden etwas dagegen, sich scheiden lassen zu müssen oder gar ihre Töchter an fremd-barbarische Diktatoren zu verlieren. Und da auch die kriegerischsten unter den Herrschern am heimischen Herd nicht viel zu sagen haben – woher sonst käme diese Aggressivität? – setzten sie gezwungener maßen eher auf Diplomatie denn Artillerie. Das im Stillen wirkende Ehegespons hat mehr Einfluss als der Herr im Hause öffentlich eingesteht. Nehmen wir George Senior. Wir, also George und ich, haben eine einzige Sache gemeinsam: wir hassen Brokkoli. Meine Frau akzeptiert das inzwischen. Seine Barbara setzte ihm im Weißen Haus aber mit permanenter Standhaftigkeit immer wieder welchen vor. Und er hat ihn gegessen.
Ja, es war einfach, damals bei Ramses, der mit 90 osteoporosegebeugt auf seinen Streitwagen stieg und an der Spitze seines Heeres gen Nubien zog. Das hätte er nicht tun sollen, denn er fand dort, was er gar nicht gesucht hatte: den Tod. Nach Ramses stiegen noch andere auf ihre Streitwagen und zogen gen Nubien, und sie alle ereilte das gleiche Schicksal. Auch Rommel weilt nicht mehr unter den Lebenden.
Ich aber verzichtete auf dieses Vergnügen mit dem Streitwagen und Nubien, und Sie sehen, ich stehe bei bester Gesundheit vor Ihnen.
Von Ramses‘ Nubischen Eskapaden müssen irgendwann die deutschen Rentenversicherer Wind bekommen haben, und so entschieden sie nach dem Motto: Was einem ägyptischen Pharao recht war, sollte einem deutschen Dachdecker billig sein.



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Lotta
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 53
Beiträge: 263
Wohnort: Wunderland


BeitragVerfasst am: 31.07.2014 21:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hee Papa Schlumpf,

gern gelesen.
Dass du den Wüstenfuchs an deiner Geschichte teilhaben lässt, finde ich prächtig (u.a.).

Ich mag Sarkasmus und Ironie in Texten sehr. Gut umgesetzt in der Geschichte.  Ich hab nix zu meckern.

Weiter so. Daumen hoch

LG., Lotta
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Soraja
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 232

DSFx


BeitragVerfasst am: 01.08.2014 09:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo PapaSchlumpf,

böse aber gut.
Du solltest es einsprechen, ich glaube das Stück braucht eine Stimme. Irgendwie musste ich mich beim Lesen anstrengen. Leider kann ich nicht präzise sagen woran das lag.

Lieben Gruß Soraja


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Soraja wünscht Dir einen wundervollen Tag!
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Rainer Prem
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 62
Beiträge: 1088
Wohnort: Wiesbaden


BeitragVerfasst am: 01.08.2014 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

er hat ja geschrieben, dass es Kabarett ist.

Als Text ist es eigentlich nur eine Aneinanderreihung von Kalauern. Smile Nicht dass das schlimm wäre, die meisten sind sogar recht gut, aber vielleicht sollte das besser unter "Sonstiges" stehen, statt "Prosa".

@Papa: Wie wäre es mit einer Audio-Version?

Soraja hat Folgendes geschrieben:
Hallo PapaSchlumpf,

böse aber gut.
Du solltest es einsprechen, ich glaube das Stück braucht eine Stimme. Irgendwie musste ich mich beim Lesen anstrengen. Leider kann ich nicht präzise sagen woran das lag.

Lieben Gruß Soraja


Grüße
Rainer
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Papa Schlumpf
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 59
Beiträge: 372
Wohnort: Friedersdorf


BeitragVerfasst am: 01.08.2014 12:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Gemeinde,
erstmal Danke dafür, dass ihr Euch den Text nicht nur eingeholfen, sondern auch kommentiert habt.
Von meinen Kollegen wurde der Text derb eingestrichen, weil zu intellektuell. Der eine Kalauer, den ich mir nicht verkneifen konnte (er bot sich aber auch sowas von an!), blieb drin. Den Rest, der es zum großen Teil nicht bis vors Publikum schaffte, finde ich freilich nicht so derb, schlecht und abgedroschen, dass man Kalauer dazu sagen müsste.
@ Rainer Prem, ich hatte gehofft, so etwas wie einen roten Faden in dem Stück zu haben, an dem ich mich von Pointe zu Pointe hangele. Das scheint aber nicht gelungen zu sein. Wenn das Ganze unter "Sonstiges" besser aufgehoben ist, dann sollte es dorthin expediert werden.
@ Soraja, ich spreche es ein, wenn mein Equipment wieder funktioniert, versprochen. Tolle Idee!
@ LottA Vielen Dank für die Blumen. Tut richtig gut. Gibt Kraft, die anderen Sachen auch noch so hinzukriegen, dass sie lesbar werden.
@ Allen einen herzlichen Dank für die Rückmeldungen!
Papa Schlumpf


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Rainer Prem
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 62
Beiträge: 1088
Wohnort: Wiesbaden


BeitragVerfasst am: 01.08.2014 12:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Ja, Kalauer war nicht korrekt. Und das sollte auch wirklich nicht abwertend sein.

Kalauer müssen übrigens weder derb noch schlecht noch abgedroschen sein. Sie haben halt einfach eher einen Stöhn- statt eines Lacheffekts am Schluss. Heinz Erhardt hat Millionen davon erfunden.

Standup-Comedy wäre wohl der neudeutsche Ausdruck. Und die funktioniert ja auch nur gut bei einem Publikum.

Grüße
Rainer
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Einar Inperson
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1742
Wohnort: Auf dem Narrenschiff


BeitragVerfasst am: 01.08.2014 22:26    Titel: Re: Mal was anderes Antworten mit Zitat

Hallo Papa Schlumpf,

leider kann ich deinen Text nicht uneingeschränkt loben.

Ich beginne einmal mir deinem kleinen Vorspiel, das mir an sich gut gefällt. Besonderen Gefallen finde ich an dieser Stelle:

Zitat:
Von Stund an konnten wir zwar alles sagen, aber keiner wollte uns noch sehen.


ich würde nur andere Verbpaare gegenüberstellen.

Von Stund an konnten wir zwar alles sagen, aber keiner wollte uns noch hören.

Von Stund an konnten wir zwar alles aufführen, aber keiner wollte uns noch sehen.


Vielleicht könnte man auch statt des 'noch' über ein 'mehr' nachdenken. Andererseits würde die Aussage dann eine Nuance anders klingen.

Nun zu deinem eigentlichen Text.

Der Scherz, der mich am heftigsten Schmunzeln ließ, war die Vorstellung, wie du gemeinsam  mit George Brokkoli hasst.

Der Spagat von Ramses auf dem Streitwagen zu dem Dachdecker auf dem Dach war mir dann allerdings zu groß. Und auch die Verbindung zum Rentenversicherer, der doch eher ausführende Institution ist, entschieden wird wo anders, hat mich nicht überzeugt.

Vielleicht könntest du deine Pointen auch etwas mehr herausstellen, damit sie in dem fließenden Text nicht verloren gehen.

Humor und dann noch mit Hintersinn ist ein hartes Stück Arbeit. Da muss man schon, wie du, mit Worten sehr gut umgehen können.

Vielleicht liegt meine Schwierigkeit  einfach ein Stück weit darin begründet, dass du in einem relativ kurzen Stück einen sehr weiten Bogen geschlagen hast.


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Traurige Grüße und ein Schmunzeln im Knopfloch

Zitat: "Ich habe nichts zu sagen, deshalb schreibe ich, weil ich nicht malen kann"
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Papa Schlumpf
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Alter: 59
Beiträge: 372
Wohnort: Friedersdorf


BeitragVerfasst am: 02.08.2014 07:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Einar,
das kleine Vorspiel ist ohne umfassendes Ausloten jeder Formulierung einfach so in diese Kiste geflossen, mit der ich hier kommuniziere.
Wollte man es druckreif bringen, so wäre an dem Satz sicher noch zu arbeiten. Deine Vorschläge sind zwar wunderschön lyrisch, treffen aber den Fakt nicht (der bundesweit eher nicht geläufig ist), dass 1990 kräftig am Rad gedreht wurde ohne die Konsequenzen im Mindesten zu überschauen. In Neufünfland verschwand quasi über Nacht das künstlerische Amateurschaffen (nicht, dass das wesentlich wäre, es ist ein Symptom), überleben konnte nur, wer über eine eigene Bühne (Plattform, technische Basis) verfügte.
Anderes Thema: Auf Druck der Rentenversicherungsträger segnete man uns mit der Rente ab 67. Nur will uns keiner so lange beschäftigen, abgesehen davon ist es in manchen Berufen auch nicht ratsam. Es gibt Ausnahmen, aber der durchschnittliche Bundesbürger jongliert schon ab 60 nicht mehr mit Zentnersäcken. Und jetzt muss ich wirklich schwer in mich gehen, weshalb das bei Dir nicht angekommen ist.
In diesem Sinne bedanke ich mich für die Kritik, sie war durchaus hilfreich. Ein schönes Wochenende und viele Grüße
Papa Schlumpf


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Hero
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Alter: 54
Beiträge: 18
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BeitragVerfasst am: 02.08.2014 14:25    Titel: Antworten mit Zitat

Kalauer... ja, die machen sich am Besten in einer hörbaren Rede. Beim Lesen fehlt die Pointierung. Geschrieben wirkt das zu zweidimensional.

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Education kills faith dead. It's like bug spray for Christianity. (Dusty Smith, Atheist)
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Einar Inperson
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1742
Wohnort: Auf dem Narrenschiff


BeitragVerfasst am: 02.08.2014 19:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Papa Schlumpf,

wo liest du denn, dass bei mir das Thema nicht angekommen ist. Das ist es durchaus und ich dachte, das würde auch in meinem Kommentar deutlich. Da muss also eher ich in mich gehen.

Nein, was mich nicht erreicht hat, ist lediglich dein Ansatz mit dem ollen Ramses. Und die zweite Kritik bezog sich darauf, dass dein Fokus auf die Institution Rentenversicherer, die tatsächlichen Entscheider aus dem Blickfeld nimmt.

Und noch ein kurzer Schlenker zu deinem Vorspiel. Klar, das ist kein ausgefeilter Text, wie du auch schreibst, aber ich finde, ein Text mit sehr fein herausgearbeitetem Zeitgefühl.

Und die Auswirkungen auf die Kulturszene haben auch die Großen zu spüren bekommen. Natürlich konnten die sich lauter bemerkbar machen. Aber da gibt es sehr interessante Aussagen z.B. von einer Tamara Danz zu diesem Thema.


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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 403

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 06.08.2014 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Nachdem beim ersten Normal-Lesen nur wenig Stimmung aufgekommen war, habe ich mir den Text als aufgeführtes Kabarett vorgestellt, und siehe da: wirkt gleich viel besser. Ich glaube auch, eine Vertonung wird dem Text angemessener als eine Lesefassung.

Zugegebenermaßen habe ich auch Schwierigkeiten mit der Schlusspointe. Wenn ich Dich in Deinen Kommentaren richtig verstanden habe, geht es um die Anhebung des Rentenalters, am besten auf 90 Jahre, dafür bräuchte ich im Text vorher einen Hinweis. Vielleicht am Anfang beim biblischen Alter so was wie "und ich bin immer noch nicht berentet. Sehr zur Freude der Rentenversicherung, die wäre ja sonst schon pleite bei der Anzahl an Arbeitsjahren."

Oder geht es darum, möglichst kurz vor Eintritt des Rentenalters einen vorzeitigen Tod zu sterben, um die RV zu entlasten?

"Gelte diese Regelung..." => "Gälte" Konjunktiv II, Irrealis, da die Regelung ja nicht gilt. Zufälligerweise gestern bei Wikipedia den Artikel über den Konjunktiv gelesen, sonst wäre mir das nicht aufgefallen.

Grüße
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Papa Schlumpf
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 59
Beiträge: 372
Wohnort: Friedersdorf


BeitragVerfasst am: 09.08.2014 15:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ja, Tronde, so schnell geht's!
"Gälte" ist mir durch die Lappen gegangen. Asche auf mein Haupt.
Was die letzte Pointe angeht (im Original ist der Text noch ein Stück länger), so geht es eigentlich darum, dass unabhängig von der Lebenserwartung von einem bestimmten Alter an bestimmte körperliche Leistungen nicht mehr erbracht werden können. Ich jongliere nicht mehr mit Zentnersäcken! Der Verschleiß des Bewegungsapparates eines 60-jährigen ist nicht kleiner, nur weil er zehn Jahre später stirbt als sein Großvater. Die "fitten Alten" haben kaum ihr Leben lang auf dem Bau gehuckt. Das ist also nicht angekommen. Zu sehr verklausuliert. Vielleicht lässt sich noch was machen, danke für den Hinweis.
Viele Grüße
Papa Schlumpf


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Gaukelwort
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BeitragVerfasst am: 07.09.2014 17:53    Titel: Antworten mit Zitat




Hi Papa Schlumpf,

ich zähle eine kleine Sammlung Kabarettschallplatten zu meinen gehüteten Schätzen. Die Stachelschweine, Münchner Lach- und Schießgesellschaft, Humoris Causa usw... Kabarret lebt vom Vortrag. Auch mich würde es sehr freuen, wenn du deinen Beitrag vertonen würdest.

Ja, es ist schade um die Kleinkunst, die Aufmerksamkeitsspanne des Publkums ist auf Zappniveau geschrumpft. Im Fernssehen bleibt nicht mal mehr die Zeit einen Witz vor die Poiente zu setzten. Wer sich Zeit für ein Vorspiel nimmt wird weggeschaltet. Die Welt kommt zunehmend direkt zur Sache. Überall ist Meinung - schon bevor ein Thema gewählt ist.

Aber die schnellebige Zeit bringt auch viel Veränderungen mit sich. Und viel haben die Nase gestrichen voll von anonymer Fastfoodbespaßung. Die macht nämlich träge im Kopf, aber nicht satt. Daher, bleib am Ball.

Liebe Grüße

Gaukelwort

p.s. Für alle die die nötige Zeit aufbringen hier mein Eingabetip für Youtube (Das passende Lied zu meinem obigen Beitrag)
Reinhard Mey - Ein Stück Musik von Hand gemacht (live)
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Papa Schlumpf
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 59
Beiträge: 372
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BeitragVerfasst am: 09.09.2014 19:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich habs versucht, aber außer der vielen Zeit, die es gekostet hat und einigen kryptischen Hinweisen kam nichts raus. Ihr müsst auf die Audio-Version offenbar verzichten. Tut mir leid.
Papa Schlumpf


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Papa Schlumpf
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 59
Beiträge: 372
Wohnort: Friedersdorf


BeitragVerfasst am: 09.09.2014 20:14    Titel: Audioversion pdf-Datei Antworten mit Zitat

Noch'n Versuch.
...
Hat geklappt. Ich werd nicht wieder! Also hier die Audioversion des kompletten Textes, dauert ungefähr zehn Minuten, und dazu FF. Viel Vergnügen.
Papa Schlumpf


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Sun Wukong
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 39
Beiträge: 464

Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 09.09.2014 22:31    Titel: Antworten mit Zitat

"Hm, die dritte von links" Smile
An der Stelle fand ich es besonders schön, wie deine Stimme zusammen mit dem Textinhalt einen flinken Haken schlägt. Auch am wohltemperierten Tempowechsel hört man deine Bühnenerfahrung mehr als deutlich heraus. Ja, ich musste tatsächlich an den "Scheibenwischer" denken beim Zuhören. Und, wie du dir vielleicht denken kannst nachdem du bei mir reingeschaut hast, gefallen mir am besten eben diese schön eingestreuten Haken.

Aber der rote Faden wird mir auch erst beim zweiten Hören langsam deutlicher (auch, dass es da zwei, drei Sprünge in der mp3 Datei gibt, die einige Wörter verschlucken, oder wurde der "Vinyl-LP-Spezialeffekt" angewandt? Razz ). Du kommst erst spät wieder aufs Jahr 1886 zu sprechen und das, was ich dann als das eigentliche Thema ausmache - 1886 als Geburtsjahr für das bürgerliche Freiheitssymbol Auto - lässt mich dann wieder über den Zusammenhang zu den hübschen Ausschweifungen über Ramses und das frühe 21. Jht grübeln.

Die Kabarettisten, die du in der Vorrede nennst, kenne ich nun (noch) nicht, mein für mich ungeschlagener "Liebling" ist nach wie vor Matthias Beltz, der ebenfalls nicht vor Kryptik, kühnen historischen Sprüngen und herbem Flachwitz zurückschreckte. Das Kryptische, das Rätselhafte, letztlich das Orakeln ist ja auch eine schöne Eigenschaft des satirischen Deuters der Zeiten, das Erschließen "historischer Zusammenhänge, die man oft nicht so parat hat" (Beltz). So hast du mich immerhin dazu gebracht, das Jahr 1886 zu googlen. Einen Hauch mehr Orientierungsmöglichkeit würde meiner Meinung eine kurze aber deutliche Erwähnung des Automobils und seiner Vorläufer zu Beginn bringen, die den Hörer dann auch während den Ausschweifungen zur Tagespolitik letztlich besser der Gedankenrichtung des Großen und Ganzen folgen lässt.

So weit von mir. Grüße
Christian
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Gaukelwort
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 123
Wohnort: Hiernichtdort


BeitragVerfasst am: 12.09.2014 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Papa Schlumpf,

das ist echt großes Ohrenkino. Toll das die Ohrfassung noch weit über den Text hinaus geht.

Deine Stimme erinnert mich an einen Sprecher auf einer meiner Kinderlangspielplatten. Er trägt die Geschichten von Baron Münchhausen vor. Nur das er Lügen für sein Publikum erfindet, die dieses für die Wahrheit nehmen soll, wo du Wahrheiten aufzeigst, die das Publikum in der alltäglichen Lügenmärchengesellschaft allzu gerne aus den Augen verliert.

Oft möchte man sich vor Wut in der Mitte zerreißen weil so viel Teufelswerk um eine her geschieht.

Andererseits wäre damit niemanden gedient. Und es gehört auch nicht zum guten Ton sich aus religiösen Gründen in aller Öffentlichkeit aus dem Leben zu stehlen. Dann doch lieber eine Satieroffensive im Streit wagen - äh, in Streitwagen von Ramses, wider den menschlichen Ernst anzetteln.

Danke für Aufnehmen und auch fürs nicht Aufgeben als die Technik gezickt hat.

Du hast mir einen tollen Einstieg ins Wochenende bereitet.

Ein großes Lob und liebe Grüße

vom Gaukel
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 403

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 16.09.2014 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hach, schön! Grade erst gefunden und gehört. Freut mich, dass Du Dich an die Vertonung gemacht hast!
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Papa Schlumpf
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Alter: 59
Beiträge: 372
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BeitragVerfasst am: 20.09.2014 21:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Freunde,
es tröstet ungemein über Niederlagen an anderen Fronten hinweg, wenn ein solches mp3-File so freundlich aufgenommen wird. Danke, tronde!
Der Text wurde für die ihm zugedachte Aufführung kräftig zusammengestrichen, weil zu intellektuell. Ich befürchtete Unverständlichkeit, aber ihr belehrtet mich eines Besseren. Herzlichen Dank an Gaukel, wir können mit unseren Texten, so wir in die Öffentlichkeit gelassen werden, an dem Teufelszeug schrauben, bis es auseinander fällt. Na gut, zumindest bis es als solches erkannt wird. Und weil wir hier sind haben wir auch schon einen Schritt in die öffentliche Wahrnehmung gemacht.
Der rote Faden, ist schon ein komisches Ding. Das zumindest am Anfang nicht zu finden ist, da hat Sun recht. Da wäre noch etwas zu tun. Und an der Aufnahmetechnik. Der Vinyl-crash-Effekt war nicht beabsichtigt, den hat mein Rechner freiwillig spendiert, obwohl ich gar nicht drum gebeten hatte. Komplettes Kontrollhören wäre angesagt gewesen. Danke, Sun, für den Kommentar, der "Scheibenwischer" war für mich das Super-GML (größtmögliche Lob), da ich doch eigentlich mehr als Interpret denn Autor unterwegs bin.
Auch allen, die Gelesen und gehört haben und ihr Echo auf anderen Kanälen zukommen ließen, vielen Dank.
Und jetzt machen wir am Besten alle weiter. Bis bald und viele liebe Grüße!
Papa Schlumpf


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Lotta
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 53
Beiträge: 263
Wohnort: Wunderland


BeitragVerfasst am: 21.09.2014 06:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hee Papa Schlumpfi,

ich find´s auch klasse.

Der deutsche Dachdecker - Honecker - , hihi. Laughing

LG., Lotta
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 981



BeitragVerfasst am: 21.09.2014 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Papa Schlumpf.
Gerade habe ich Deine Audioversion gefunden.
Es hat mir gut gefallen.
Man findet heute kaum noch gutes Kabarett. Zu häufig wird Kabarett mit Klamauk verwechselt.  
An einigen Stellen hätte ich mir die Pausen ein klitzekleines Momentchen länger gewünscht, um den bitteren Witz etwas nach schwingen zu lassen.
Aber das ist marginal.
Gern gehört
rieka
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saher
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 34
Beiträge: 167
Wohnort: baiuvarische Großstadt


BeitragVerfasst am: 04.10.2014 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Leicht verspätet, aber eben doch noch die Zeit gefunden reinzuhören, denn gelesen hatte ich es schon längst.
Zitat:
Ja, ich musste tatsächlich an den "Scheibenwischer" denken beim Zuhören.

Echt selten so ein gut durchdachtes und hübsch gemachtes Textlein. Es hat mir schon beim Lesen gefallen.

Aber jetzt - nach dem HÖREN - da darf ich mir das Kommentieren nicht mehr verkneifen! (Ja, ich hab einen freien Abend in drei Jahren,  aber war keine Zeitverschwendung!) Wow, du gehörst (verdammt nochmal) auf die Bühne, mein lieber Papa Schlumpf!
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