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Die Bande

 
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archeios
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BeitragVerfasst am: 11.07.2014 04:42    Titel: Antworten mit Zitat

Vom Thema her aktuell, weil man ja so oft in den Nachrichten über Schlepper hört und wie die nur auf Geld aus sind. Hier die Angst der beiden Mädchen, die sich versteckt halten. Die Bedrohung ging von einem der Männer aus, der nach Hause geschickt werden soll. Das bringt die Wende, die Mädchen sind vermutlich nicht mehr in Gefahr, vorerst - wie es weiter geht, weiß man nicht.   Ein Blick hinter den täglichen Schicksalen der Flüchtlinge, wie es sein könnte. Insgesamt ist der Text recht gut gelungen.
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gold
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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 16:34    Titel: Re: Die Bande Antworten mit Zitat

saher hat Folgendes geschrieben:
Hallo erstmal! Die Bearbeitung des Themas hab ich jetzt irgendwie nicht gerafft... Liegt das an mir oder ist das ein Auszug aus dem unveröffentlichten Roman des Autors, der mit dem Festival eigentlich nicht viel gemein hat?

Guy Incognito hat Folgendes geschrieben:
Die Bande


"Es ist so finster- ich hab´Angst- und es ist so kalt!" Zitternd krallte Sirin ihre Hände um den Eisenpfeiler. Der Wind pfiff durch das marode Gemäuer. Eine Tür, die schief in den Angeln hing, schlug hin und her.  Sie hörten die Brandung brodeln.
Sie würde kommen, da waren sich Sirin und Lana sicher.  Die Bande, sie würde ihre Runden drehen mit ihren Hunden. Wie lange waren sie schon hier?  Die beiden Schwestern  wussten es nicht. Sie hatten die dunklen Wolken sich jagen sehen. Es war ein Tag ohne Sonne, ohne Brot  und ohne Wasser gewesen. Früher oder später würden die Schlepper alles 'Gelb' ist doch im Prinzip nur: 'Sie würden sie finden...' sie finden, das war nur eine Frage der Zeit.  Sie waren ihnen abgehauen. Ihnen, die sie nach Europa bringen wollten.  Die Schlepper, eine Bande, der die Geilheit aus den Augen troff, die vor Wollust sabberten schon verstanden: notgeile Schlepper, allzu viel Beschreibung spottet der Beschreibung. Lana dachte daran, was sie tun würden, wenn sie sie erst in die Hände bekamen. Vor zwei- oder waren es schon drei?-  Nächten   hatte Lana gehört,  wie Sarah plötzlich schrie und ein Mitglied der  dreckigen Bande höhnisch lachte und ihr auf Englisch befahl, sich auszuziehen. Dann hörte sie ein lautes Stöhnen, das sich wie ein Schweinegrunzen angehört hatte. Lana hatte es geschaudert, sie wusste, die nächste Nacht waren sie dran, Lana und Sirin, die beiden, die aus Syrien vor der Isis geflüchtet waren in der Hoffnung auf ein friedliches Land- vielleicht Deutschland- sie nannten es Goldland- da mussten die Leute reich sein. Sie würden eine bessere Zukunft vor sich haben. Einen netten jungen Mann kennenlernen, vielleicht wohlhabend sein und eine Familie gründen. Und vor allem in Frieden leben. Nach ein paar Monaten würden sie ihre Eltern nachkommen lassen.  Während Lana träumte, wimmerte Sirin:
„ Lana, ich habe so Angst, Lana ich weiß, es gibt Vertreter des 'man kann den Namen gar nicht oft genug benutzen', aber hier find ich es ein bissl viel, warum sind wir weggegangen?“
Das Eisen war kalt. Da sahen sie plötzlich durch eine Lücke im Beton hellgelbe Gischt. Es war die Brandung, die von Lichtstrahlen beleuchtet wurde. Das bedeutete, dass in dem Betongebäude von nebenan mit der Stahlfassade jemand Licht gemacht hatte. Das bedeutete Ohje, ich bin noch müde, vielleicht seh ich also nur doppelt?, dass sich die Lustbande kapiert: notgeile Schlepper näherte. Sirin klammerte sich an Lana. Sie wagte nicht zu atmen. Plötzlich hörten Lana und Sirin, wie einer der Schlepper auf englisch schrie:
„Du fährst unverzüglich nach Hause, wir können dich nicht gebrauchen, du ruinierst uns das Geschäft und unseren Ruf!“
Eine Fistelstimme antwortete: „Wieso denn ? Habt euch doch nicht so! Nur weil ihr keinen hochkriegt, spielt ihr hier den Moralischen. Das ist die Gelegenheit. Wenn sie sich wehren, ist der Spaß noch größer“ , ergänzte er.
„Wo sind sie? Die eine mit den roten Haaren und die kleine Schwarze mit den geilen Titten. Mensch, das sind Dinger, die kann man sich doch nicht entgehen lassen, Karim!“
„Du hältst deinen Mund, dein Maul wir wissen schon, um welches Körperteil es sich handelt...  und verschwindest! Haben wir uns verstanden? Morgen fährst du mit Abdullah nach Hause. Wenn du das nicht tust, melde ich dich deiner Familie, dann bist du so was von unten durch, da brauchst du dich nicht mehr blicken lassen. Du fasst mir die beiden Mädchen nicht an! Haben wir uns verstanden?“
Es folgte Schweigen.
„Ob wir uns verstanden haben?“
„Wenn´s sein muss. Dann eben nicht. Aber ich kann dich nicht verstehen. Sowas lässt man sich doch nicht entgehen, Mann!“
„Denk an deine Mutter, bei der Ehre deiner Mutter, wenn du noch ein Fünkchen Verstand hast! Und du verschwindest jetzt! Wir suchen allein nach den Mädchen. Wir brauchen etwas zu essen und zu trinken für sie, Djamal.
Ich hoffe, wir finden sie und können sie beruhigen. Sie können einem Leid tun.“


Außerdem ist das Gutmenscheln der 'netten' Schlepper am Ende derart unglaubwürdig, dass ich da kein wirkliches Ende sehe, sondern vielmehr den Auftakt zu einer eigentlichen Erzählung: Genre "Der Wolf im 'Schlepper'-Schafsperlz"?



hallo Saher,


Zitat:
Ich mag dir hier nichts unterstellen, aber ich habe wirklich nicht den Eindruck, dass das hier für das FFF geschrieben wurde



der Text wurde tatsächlich für den FFF geschrieben, ich weiß, das kann jeder behaupten und ich habe mir im Nachhinein auch gedacht, dass das Neon und der Stahlbeton hier eine Nebenrolle spielen und man diese Kg tatsächlich auch zu einem anderen Thema hätte schreiben können.

Zitat:
dein Maul ...wir wissen schon, um welches Körperteil es sich handelt


die Bezeichnung Maul soll verdeutlichen, dass das Bandenmitglied sauer auf den Nestbeschmutzer ist.

Hier zu deinem Ton an o.a. Stelle: er ist etwas ironisch, ich merke, dass er mich etwas  sauer macht Evil or Very Mad

 Das Ende mit dem "Gutmenschen"  ist der mangelnden Zeit geschuldet. Ich bin überhaupt froh, dass mir in der Kürze der Zeit eine KG gelungen ist.

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 16:36    Titel: Antworten mit Zitat

Nihil hat Folgendes geschrieben:
(Kommentar als Erinnerung)
Laughing

lieber Nihil, verstehe ich nicht...


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

Eredor hat Folgendes geschrieben:
Hallo! Aus Zeitgründen werde ich nur in wenigen Sätzen meinen Eindruck wiedergeben. Möglicherweise kann ich nach dem Wettbewerb näher zu meiner Stellung Bezug nehmen.

***

Zitat:
Das Ganze irritiert mich. Ja, es ist nicht schlecht geschrieben. Ja, es gibt eine Geschichte. Aber das Ende irritiert mich. Es scheint keines zu geben, weshalb der ganze Text an Sinn einbüßt. Deshalb eine eher unterdurchschnittliche Wertung von mir.

***

Lg Dennis


hallo Dennis,

es gibt also noch Gutmenschen, die meinen Text nicht in die Tonne treten.
*Schweiß von der Stirne wisch*

Danke für dein Feedback.

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 16:47    Titel: Antworten mit Zitat

Piratin hat Folgendes geschrieben:
Hallo Inko,

eine gute Idee, die ich bei der Themenstellung nicht erwartet hätte. Vielleicht ein bißchen zu ausschweifend geschrieben, aber es ja FFF und für Kürzungen keine Zeit. Leider überzeugt mich das Ende nicht so ganz weil es kein wirkliches Ende für mich ist. Da wir uns im neuen Bewertungssystem befinden und ich mich für 10 Texte, die Punkte bekommen, entscheiden muss, bist Du leider nicht dabei. Im Federsystem hätte ich im Mittelfeld bewertet.
Viele Grüße
Piratin


danke, liebe Piratin,

u.a. für die Federn im Mittelfeld.

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 16:58    Titel: Antworten mit Zitat

shatgloom hat Folgendes geschrieben:
Für mich bleiben da viele Fragen offen.
Warum haben die Mädchen am Ende keine Angst mehr? Das schreit doch geradezu: Achtung , Falle! (zumindest sollten die Mädchen diese Möglichkeit in Betracht ziehen, wenn sie schon so mutig und schlau gewesen waren, zu fliehen.)
Erst beschreiben sie die Bande als "sabbernd vor Wollust" dann als "ganz nett" aussehend.

.


Hallo shatgloom,

 
Zitat:
z.B. Warum spricht der eine Mann englisch, obwohl es dann ja wohl arabisch sprechende Menschen sind-auch die Mädchen?


Diese Unlogik fiel mir nach Schluss auch auf. Es gibt tatsächlich keinen Grund,  die Männer englisch sprechen zu lassen. Rolling Eyes

Auch wirkt es nicht sehr glaubwürdig, dass die Mädchen zum Schluss keine Angst mehr haben. Da hätte sich in der Zwischenzeit schon etwas besonders Überzeugendes abspielen müssen, das die Mädchen überzeugt, dass es da nur ein notgeiles Bandenmitglied gibt.

Zitat:
Trotzdem ist es eine reife Leistung, dieses Thema hier innerhalb von zwei Stunden so aufs Papier zu bringen, ist ja kein einfacher Stoff.
Schade, dass es bei mir nicht funkt, ich hätte es mir gewünscht


Danke!

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 17:11    Titel: Antworten mit Zitat

Constantine hat Folgendes geschrieben:
Danke für deinen Beitrag.(1):
sleepless_lives hat Folgendes geschrieben:
(1) In dem Text darf niemand sterben. Weder direkt beschrieben, noch indirekt angedeutet, in Dialogen mitgeteilt oder in Gedanken aufleuchtend, nicht in Rückblenden nachgeholt oder in Vorausahnungen angespielt. Kein Mensch, kein Tier und keine Pflanze, von über- und außerirdischen Wesen ganz zu schweigen. Diesmal bleiben alle am Leben. Es hadert auch niemand mit dem Tod, einer schweren Krankheit oder springt dem Knochenmann gerade so von der Schippe.



Merci beaucoup.

LG,
Constantine



hallo Constantine,
 
Zitat:
Bei dem Thema Menschenhandel, Schlepper, Misshandlung und Prostitution/Vergewaltigung, überleben auch nicht alle Mädchen und mMn hält sich deine Geschichte nicht an die Themenvorgabe gehalten



da hab´ich ja Glück gehabt, dass du nicht im Orgateam sitzt. Laughing

Zitat:
Etwas unlogisch empfinde ich, warum die beiden Mädchen Sirin und Lana in der Nähe der Schlepperbande bleiben und nicht weiter fliehen?


Ja, das ist nicht logisch, Rolling Eyes da gebe ich dir recht...
Zitat:
Leider hat es deine Geschichte nicht in meine Top 10 geschafft. Es tut mir leid.
Das braucht dir nicht leid zu tun. Ich bin mir bewusst, dass diese Geschichte nicht optimal ist. Aber dabei sein, war für mich alles und dass  in der begrenzten Zeit eine Geschichte entstanden ist, die einen Anfang, Mittelteil und Schluss hat, der vielleicht augenrollende Reaktionen hervorruft, aber trotzdem sage ich zu mir "immerhin", da ich eher eine  Schnecke als ein Steinbock als Sternbild bin...

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 17:12    Titel: Antworten mit Zitat

Vogel hat Folgendes geschrieben:
Ich finde es gut, dass Du ein sehr reales Problem und aktuelles Thema gewählt hast. Die Themenvorgabe findet sich eher als Kulisse, etwas austauschbar, aber okay. Relativ viele Fehler, da waren andere Texte trotz Zeitdruck sauberer gemacht. Die Dramatik ergibt sich ehrlich gesagt eher aus der Drastik des Themas als aus der Erzählkunst. Wirklich plastisch werden die Mädchen nicht. Sehr viel Handlung gibt es auch nicht und am Ende ein Deus ex Machina. Hätte sicherlich mehr Potential gehabt, deine Idee, aber das ist doch okay, bei dem Zeitdruck.

Gruß
Vogel


hallo Vogel,

danke!

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 17:14    Titel: Antworten mit Zitat

Lapidar hat Folgendes geschrieben:
Aktuelles Thema interessant umgesetzt. Aber: mich überzeugt der Schluß nicht wirklich. Ich bin sehr misstrauisch und glaube nicht an ein Happy End.


danke lapidar!

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:

Dieser Text wirkt auf mich nicht wie eine abgeschlossene Geschichte, sondern eher wie ein Auszug aus einer Geschichte, wobei die bisherigen Ereignisse sowie die erhoffte Weiterreise in einer Rückblende bzw. Lanas Träumen zusammengefasst sind. Die Situation der beiden ist schlimm, sie sind auf der Flucht vor den Isis vom Regen in die Traufe gekommen. Dann keimt wieder Hoffnung - trotzdem ist das Ende sehr offen, denn die Mädchen sind weiterhin den Umständen ausgeliefert. Das kann man machen.
Doch finde ich den Schluss sehr schwach und frage mich, ob es nicht einen geeigneteren Schnappschuss aus der Geschichte der beiden gegeben hätte. In dieser Szene sind sie die meiste Zeit passiv, haben erst Angst und dann Angst und am Schluss eigentlich auch noch. Solche Texte haben es immer etwas schwer, den Leser mitzureißen, der lieber von Helden/Heldinnen lesen möchte.

Stahlbeton ist offenbar nur der Schauplatz im Nebengebäude (die beiden selbst befinden sich in einem maroden Gemäuer) - na ja, so richtig integriert finde ich das Thema da nicht.

Bei mir wird es die Geschichte leider nicht über die Punkte-Hürde schaffen. Aber vielleicht bei anderen.

LG


hallo Nebenfluss,

ich gebe dir in den von dir genannten Punkten recht.

danke für dein Feedback.

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Merope hat Folgendes geschrieben:
Gute Idee.
Manchen Dialogen will ich aber nicht recht glauben, sie kommen mir etwas künstlich vor.


Hallo Merope,

magst du schreiben, welche Dialoge dir künstlich vorkommen?

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 17:38    Titel: Re: Tolles Setting, zu glatte Auflösung Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:
Zwei Mädchen auf der Flucht nach Europa verstecken sich vor den Schleppern, die andere Mädchen vergewaltigt haben. Dann stellt sich heraus: Es war nur einer, die anderen lehnen das ab und schicken ihn nach Hause.

Hm. Nach all den Meldungen aus Lampedusa und anderen Tragödien tue ich mich schwer damit, dass sich Schlepper, die für Gewinn arbeiten, stark mit moralischen Fragen auseinandersetzen. Ich meine nicht, dass jeder Schlepper gleich ein Vergewaltiger sein muss - aber die Auflösung der Geschichte geht mir zu glatt. Der Bösewicht wird nach Hause geschickt, und alles ist mehr oder weniger gut. Ob das realistisch ist, kann ich nicht beurteilen, aber es liest sich nicht glaubwürdig.

Außerdem habe ich Schwierigkeiten, mich in die Mädchen hineinzuversetzen. Das hat v.a. mit der gewählten Perspektive zu tun, die zwar prinzipiell personal ist (aus der Sicht Siris und Lanas), aber viel Distanz herstellt. Zum einen dadurch, dass Du Dich nicht klar entscheidest, durch wessen Augen Du den Leser blicken lässt. Zum anderen durch Inquit-Zusätze wie "sagte sie", "dachte sie" usw.. Wenn die "Kamera" der Perspektive sehr nah an einer Person ist oder sogar durch ihre Augen blickt, dann sind diese Zusätze in der Regel unnötig. Ein Beispiel:
Zitat:
Sie würde kommen, da waren sich Sirin und Lana sicher. Die Bande, sie würde ihre Runden drehen mit ihren Hunden. Wie lange waren sie schon hier? Die beiden Schwestern wussten es nicht.
Das wird wesentlich dichter, wenn man die Inquits streicht:
Zitat:
Die Schlepper würden kommen, das war sicher. Und die Hunde dabei haben.
Keine Ahnung, wie lange sie sich hier schon versteckten.
Auch nicht ideal, aber näher an den Figuren.
Der Rückblick auf die Familie ist mir zu lang und funktioniert als verstecker Infodump. Das ist ja nichts, was eine der Figuren denken würde, sondern wird dem Leser erzählt, wie eine Stimme aus dem Off: "In Syrien war das nämlich so ..." So ein Rückblick führt automatisch dazu, dass in der tatsächlichen Handlung die Pausentaste gedrückt wird. Dauert das zu lange, wird der Leser ungeduldig. Also: Kürzen.
Gut gefallen haben mir übrigens die Bilder. Das gelbe Licht kann ich mir z.B. gut vorstellen, den Rohbau (?) am Strand, die Geräusche im Hintergrund. Ganz logisch erschien mir nicht alles (warum sollten die Schlepper ein Licht einschalten?), aber egal.

Fazit: Spannendes Setting, wichtiges Thema, aber noch zu unpersönlich und zu wenig packend.

Herzliche Grüße, Michel


hallo Michel,

vielen Dank für dein lehrreiches Feedback, mit dem ich viel anfangen kann! Wink
Auch gefällt mir, wie ernsthaft du das Thema aufgreifst, bei dem sich mir die Frage stellt, was wäre, wenn es keine Schlepper gäbe?
Muss man nicht froh sein, dass es Menschen gibt, die zwar aus der Notlage der flüchtenden Menschen Kapital schlagen, aber ihnen letztendlich helfen, aus ihrer Misere herauszukommen?

Würde mich über eine Antwort freuen.

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 17:40    Titel: Antworten mit Zitat

halcyonzocalo hat Folgendes geschrieben:
Hm... Naja. Prinzipiell finde ich die Idee, eine Geschichte aus Sicht zweier Flüchtlinge zu schreiben, interessant und es gibt ja auch einen aktuellen Bezug. Die Ausgestaltung dieser finde ich allerdings nur mäßig gelungen. Der Text zieht sich teilweise doch arg in die Länge und die Passagen mit der derben Sprache wirken doch eher aufgesetzt denn authentisch in Szene gesetzt. Auch sprachlich kann mich die Geschichte nicht vollends überzeugen. Insgesamt meiner Meinung nach eher unterdurchschnittlich, tut mir Leid.



hallo halcyonzocalo,

es braucht dir nicht leid zu tun. Ich weiß um die Schwachstellen des Textes.

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

ErieBee hat Folgendes geschrieben:
Du hast dich an ein sehr schwieriges Thema gewagt. Todesbedrohung liegt in der Luft, aber es stirbt wohl doch niemand. Dein Schreibstil ist für mich flüssig lesbar. Ich vermisse ein bisschen den abgerundeten und deutlichen Schluss. Vielleicht hat dir dafür einfach die Zeit gefehlt…..



hallo Eriebee,

... das hat sie...

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Einar Inperson hat Folgendes geschrieben:
Hallo und herzlichen Glückwunsch,

du gehörst zu den 10 Auserwählten.

Ein schwieriges Thema hast du aus der Vorgabe herausgelesen. Die Geschichte einer Flucht vor dem Grauen, die selbst das Grauen birgt.

Sehr geschickt arbeitest du mit den Themenvorgaben. Die Dunkelheit der Angst, das erscheinende Licht der Hoffnung.

Sehr gut finde ich diese Stelle:
Zitat:
„Du hast die drei anderen doch gesehen, die sahen doch ganz nett aus.“
„Na, trauen tu ich ihnen nicht.“


Auf der einen Seite etwas, an das die Mädchen sich in der schwierigen und gefährlichen Situation halten müssen. Das nette Aussehen.
Auf der anderen Seite können sie denen aber nicht trauen.
Zu Recht, denn die Moral geht nur so weit, wie sie dem Geschäft dient. Gut gezeigt.



danke, lieber Einar...

tut gut. Wink

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

Jenni hat Folgendes geschrieben:
Das ist ein ernstes und (immer) aktuelles Thema - allerdings kommt es mir recht oberflächlich angefasst vor. Vielleicht Ganz sicher kann man sich mit so einem Thema in zwei Stunden sowieso nur zuviel vornehmen.
Stahlbetonzeit muss ich wohl eher versuchen metaphorisch zu sehen? Könnte mir vorstellen, dass die Stahlbetonzeit für die Flüchtlinge erst noch anfängt, unterwegs ... ach, was weiß ich schon.
Die Erzählweise ist ziemlich kindlich naiv. Ich wunderte mich, wie alt diese beiden Mädchen sein sollen. Noch sehr jung? Und trotzdem werden sie von ihren Familien vorgeschickt?
Oder der/die Autor/in des Textes ist noch sehr jung: Dann ist das alles absolut verzeihlich zugunsten dessen, sich an ein solches Thema überhaupt zu wagen. Nichts sagen lassen, weitermachen.


hallo Jenni,
das Gegenteil ist der Fall. Crying or Very sad
danke für dein Feedback.

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

holg hat Folgendes geschrieben:
Das ist ganz schön starker Tobak.
Flüchtlingsschiksal, Schlepperbanden, Isis und doch - das Gute im Menschen.

Stahlbetonzeit und Neonlicht kann ich vielleicht als Metaphern erahnen.

Sonst gut.




danke, holg.

LG gold


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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

KeTam hat Folgendes geschrieben:
Hallo du,

die Thematik ist eine ernste, aktuelle, doch die Umsetzung wirkt für mich doch sehr klischeehaft und auch sprachlich überzeugt mich das nicht.
Vielleicht wagst du dich ja noch mal mit mehr Zeit und Ruhe an das Thema heran?

Sorry ...


Hallo KeTam,

brauchst dich nicht zu entschuldigen.
Es ist halt interessant, wie sehr sich Themen einnisten, mit denen ich mich mehr oder weniger beschäftige.
Mal sehen, ob ich irgendwann noch etwas daraus mache, keine Ahnung.
Zum Making off: hatte in letzter Zeit etwas über Piraten gelesen, die man ja überhaupt nicht mit Schleppern vergleichen kann, aber sie treten auch in Gruppen auf. Die Brutalität dieser Piraten hatte sich bei mir festgesetzt, da aber Tod ein no go in den Geschichten war, hatte ich mich für o.a. Variante entschieden.

LG gold


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Merope
Geschlecht:weiblichAutor


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Der Goldene Käse


BeitragVerfasst am: 12.07.2014 18:00    Titel: Antworten mit Zitat

gold hat Folgendes geschrieben:
Hallo Merope,

magst du schreiben, welche Dialoge dir künstlich vorkommen?
Hallo Gold,
Zitat:
Lana, ich habe so Angst, Lana, warum sind wir weggegangen?“
die Angst kommt nicht raus. Vielleicht: "Ich habe solche Angst - warum sind wir nur von zuhause weggegangen!?"

Zitat:
„Du fährst unverzüglich nach Hause, wir können dich nicht gebrauchen, du ruinierst uns das Geschäft und unseren Ruf!“

"Unverzüglich" glaube ich nicht in der direkten Rede des Typen. Außerdem denke ich, dass in dem Absatz noch eine Beleidigung hinein muss.

Zitat:
"Wenn du das nicht tust, melde ich dich deiner Familie, “

"Melde" passt mMn gar nicht.

Zitat:
Denk an deine Mutter, bei der Ehre deiner Mutter, wenn du noch ein Fünkchen Verstand hast! Und du verschwindest jetzt!

Hmh - klingt recht aufgesetzt.

Zitat:
Wir suchen allein nach den Mädchen. Wir brauchen etwas zu essen und zu trinken für sie, Djamal.
Ich hoffe, wir finden sie und können sie beruhigen. Sie können einem Leid tun.“

"können sie beruhigen"? Passt nicht. Das "Ich hoffe" würde ich durch "hoffentlich" ersetzen.

Zitat:
„Hast du gehört, Sirin? Wir sind nicht mehr in Gefahr. Die anderen tun uns nichts und den mit seiner komischen Stimme halten sie in Schach. Wir können uns also `raustrauen und  nach nebenan gehen.“
Das klingt mir zu steif und aufgesetzt. Zeig doch mehr, dass die Anspannung nachlässt (Lana bekommt wieder mehr Farbe ins Gesicht. Die Lippe, auf die sich evtl. gebissen hat, wird abgeleckt ...), statt das so dialoglastig zu machen.

Zitat:
„Ich beschütze dich. Dir wird kein Haar gekrümmt werden, meine Kleine, mein Engel.
Das Passiv Futur ist nun wirklich nicht wahrscheinlich in einer wörtlichen Rede. "Die werden Dir kein Haar krümmen..." ist wahrscheinlicher.

Wobei ich das beschützen nicht recht glaube, denn so mutig hat sich Lana während des Absatzes nicht gezeigt.
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gold
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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 19:01    Titel: Antworten mit Zitat

gold hat geschrieben:
Zitat:
Lana, ich habe so Angst, Lana, warum sind wir weggegangen?“

merope hat geschrieben:
Zitat:
die Angst kommt nicht raus. Vielleicht: "Ich habe solche Angst - warum sind wir nur von zuhause weggegangen!?"


hm, okay, das "nur" ist gut.

gold hat geschrieben:

Zitat:
„Du fährst unverzüglich nach Hause, wir können dich nicht gebrauchen, du ruinierst uns das Geschäft und unseren Ruf!“

merope hat geschrieben:

Zitat:
"Unverzüglich" glaube ich nicht in der direkten Rede des Typen. Außerdem denke ich, dass in dem Absatz noch eine Beleidigung hinein muss.

"unverzüglich" finde ich nicht so unpassend.

gold hat geschrieben:

Zitat:
"Wenn du das nicht tust, melde ich dich deiner Familie, “

merope hat geschrieben:

Zitat:
"Melde" passt mMn gar nicht.

stimmt, ist nicht die beste Wahl.
gold hat geschrieben:

Zitat:
Denk an deine Mutter, bei der Ehre deiner Mutter, wenn du noch ein Fünkchen Verstand hast! Und du verschwindest jetzt!

merope hat geschrieben:

Zitat:
Hmh - klingt recht aufgesetzt.


In der arabischen Welt, könnte das schon so durchgehen.
gold hat geschrieben:

Zitat:
Wir suchen allein nach den Mädchen. Wir brauchen etwas zu essen und zu trinken für sie, Djamal.
Ich hoffe, wir finden sie und können sie beruhigen. Sie können einem Leid tun.“


merope hat geschrieben:

Zitat:
"können sie beruhigen"? Passt nicht. Das "Ich hoffe" würde ich durch "hoffentlich" ersetzen.



das "beruhigen" würde ich lassen.
gold hat geschrieben:

Zitat:
„Hast du gehört, Sirin? Wir sind nicht mehr in Gefahr. Die anderen tun uns nichts und den mit seiner komischen Stimme halten sie in Schach. Wir können uns also `raustrauen und  nach nebenan gehen.“

merope hat geschrieben:


Zitat:
Das klingt mir zu steif und aufgesetzt. Zeig doch mehr, dass die Anspannung nachlässt (Lana bekommt wieder mehr Farbe ins Gesicht. Die Lippe, auf die sich evtl. gebissen hat, wird abgeleckt ...), statt das so dialoglastig zu machen.


ja, das Dialoglastige ist mir auch aufgefallen. Danke für deinen Hinweis!
gold hat geschrieben:

Zitat:
„Ich beschütze dich. Dir wird kein Haar gekrümmt werden, meine Kleine, mein Engel.

merope hat geschrieben:

Zitat:
Das Passiv Futur ist nun wirklich nicht wahrscheinlich in einer wörtlichen Rede. "Die werden Dir kein Haar krümmen..." ist wahrscheinlicher.


Futur klingt m.E. tröstender.

Danke, Merope Wink
LG gold


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Mardii
Stiefmütterle

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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gold,

ich muss schon sagen, da wundere ich mich noch. Trotzdem: es passt zu dir.
Mir fällt jetzt im Nachhinein auf, dass deine Geschichte etwas Märchenhaftes, durchaus etwas zum Wundern hat. Deswegen hier:
Gold hat Folgendes geschrieben:

„Meinst du wirklich? Lana ich habe trotzdem Angst.“
„Du hast die drei anderen doch gesehen, die sahen doch ganz nett aus.“
„Na, trauen tu ich ihnen nicht.“
„Ich beschütze dich. Dir wird kein Haar gekrümmt werden, meine Kleine, mein Engel. Sie zog Sirin an sich und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
Sirin kuschelte sich kurz an Lana, ehe sie zu dem Gebäude nebenan gingen, wo sie den Duft einer deftigen Suppe rochen und sie vertraute Klänge, arabische Musik, hörten.
Leise klopften sie an.
 Lana dachte: „So kann es weiter gehen.“


Bis auf den letzten Satz, der dann anders lauten müsste und zur Disqualifikation geführt hätte, klingt für mich der Schluss sehr nach einem Märchen. Gerade wegen der Blau markierten Stellen. Die Musik und die Suppe sind etwas sehr Tröstendes und passen darum.

Wenn ich weiter über deinen Text nachgedacht hätte, wäre ich vor ein paar Tagen schon zu diesem Ergebnis gekommen. Aber Frau Hätte wohnt bekanntlich im Keller. Smile

LG Mardii


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gold
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BeitragVerfasst am: 12.07.2014 20:36    Titel: Antworten mit Zitat

Mardii hat Folgendes geschrieben:
Hallo Gold,

ich muss schon sagen, da wundere ich mich noch. Trotzdem: es passt zu dir.
Mir fällt jetzt im Nachhinein auf, dass deine Geschichte etwas Märchenhaftes, durchaus etwas zum Wundern hat. Deswegen hier:
Gold hat Folgendes geschrieben:

„Meinst du wirklich? Lana ich habe trotzdem Angst.“
„Du hast die drei anderen doch gesehen, die sahen doch ganz nett aus.“
„Na, trauen tu ich ihnen nicht.“
„Ich beschütze dich. Dir wird kein Haar gekrümmt werden, meine Kleine, mein Engel. Sie zog Sirin an sich und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
Sirin kuschelte sich kurz an Lana, ehe sie zu dem Gebäude nebenan gingen, wo sie den Duft einer deftigen Suppe rochen und sie vertraute Klänge, arabische Musik, hörten.
Leise klopften sie an.
 Lana dachte: „So kann es weiter gehen.“


Bis auf den letzten Satz, der dann anders lauten müsste und zur Disqualifikation geführt hätte, klingt für mich der Schluss sehr nach einem Märchen. Gerade wegen der Blau markierten Stellen. Die Musik und die Suppe sind etwas sehr Tröstendes und passen darum.

Wenn ich weiter über deinen Text nachgedacht hätte, wäre ich vor ein paar Tagen schon zu diesem Ergebnis gekommen. Aber Frau Hätte wohnt bekanntlich im Keller. Smile

LG Mardii



hallo Mardii,

du schreibst für mich in Rätseln. Wieso wunderst du dich und der letzte Satz hätte zur Disquali. führen müssen???

Hilf mir vom Schlauch ´runter.

LG Gold

Edit: und inwiefern passt der Text zu mir???


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