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Kristallnacht

 
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archeios
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 58
Beiträge: 22
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 29.06.2014 20:00    Titel: Kristallnacht eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kristallnacht

Es herrscht überall Dunkelheit in dieser Stadt, noch laufen die Burschen aus der Stahlhelmfraktion durch die Straßen und leuchten mit ihren Fackeln in die Auslagen der jüdischen Geschäfte. Hier in der Kärntnerstrasse spielten sich gerade unglaubliche Szenen ab. Wer in Verdacht war, jüdisch zu sein, musste sich verstecken oder fliehen, sonst wurde er gefasst. Pech für Joseph, er wurde aufgeschnappt von einem rohen Burschen, in dieser Dunkelheit war seine Gestalt einem wilden Tier, mit Prügel bewaffnet drohte er Joseph, seien Fenster zu zerschlagen, weil heute ist alles, was jüdisch ist feindlich. Die paar Kreuzer, die er ihm angeboten hat, um sein Geschäft zu verschonen, nahm er an, um ihm gleich zu beschimpfen, ob er den glauben würde, dass er bestechlich sei, Nein, also, dann beweis ich's dir, dass mir das egal is‘, fange bei deiner Tür an, komm Poldi lass uns etwas mit den Prügeln anklopfen, sagt er zu dem, der gerade um die Ecke, verschwitzt und in übelster Manier vor sich hinfluchte, lass uns heute doch einen Spaß haben, die wollen wir so schrecken, dass sie sich vor uns auf die Knie auf dem Boden werfen, Grüß Gott sagen, wie es Christen gebührt, diese Hunde, was haben sie mit dem Geld angestellt, dass sie mir abgeknöpft haben, gut gegessen haben sie, ich dagegen musste mich beim Wirten verdingen, um ein Brot zu bekommen, dort beim Schani, schau nur rüber, jetzt hat er zu, keiner ist heute mehr dort, gestern war ich mir sicher, dass ich heute dem Joseph alles rückzahlen lasse. Hat sich da ein ganz schöne Schneiderei machen lassen unser Schneiderlein, für die Reichen, geh zeig ma, was du für mich in deiner Auslage hast.
Schon klirrt die Auslage, der Jude wird gleich nachgestoßen, damit er schneller was bringt, jetzt schaff ma ihm an, was Poldi, ja Sepp, das taugt ma, wie die da gelebt haben, dass war ja Gotteslästerung sag ich, keiner  wäre je von denen auf die Idee gekommen, dass wir nichts haben. Scheiss Juden, was die nicht alles verbrochen haben. Mir reicht‘s, Mosche Joseph bring uns doch einen feinen Anzug hier rüber, aber schnell.   Ein paar Wiener gehen vorüber, grinsen ein bisschen, bleiben stehen und applaudieren.  Eigentlich is es wahr, ruft einer der Passanten, ich habe auch viel weniger seit i arbeitslos bin. Joseph ist still, er weiss , das sie ihn auch totschlagen könnten, wenn er sich wehrt,  
Was nützt ihm das, dass er vorgestern erst, einem kleinen Wiener Jungen ein paar Kreuzer gegeben hat, weil er nach Brot bettelte. Die Zeit seit der Wirtschaftskrise hat sich spürbar verschlechtert, auch meine Geschäfte gehen nicht mehr so gut, dachte er nur, sagen traute er sich es nicht, in seinem Gesicht stand Bitterkeit und Unzufriedenheit, nicht die Angst, die hatte er in dem Moment abgelegt, als er sich vor seinen Gott sah, seien Jahve. In dem Moment, fühlte er eine eigenartige Stärke in sich, die aus der eigenen Tiefe das Geschehen betrachtete, diese rohe Gewalt nicht mehr auf sich bezog, sondern erkannte, dass diese beiden Männer verblendet waren, in dieser Nacht. Nie würden sie Vergebung finden können, die Strafe, die sie bekommen, hat ein Engel des Herrn schon bemessen. Verdammt sind sie, was immer sie noch aus ihren Leben machen, am Ende wird ihnen die Gewalt widerfahren, die sie jetzt hier und da anrichten. Wie kann es mir ein Trost sein, in dieser Verzweiflung zu sehen, dass alles zerstört wird in  Minuten, für das ich Jahre gearbeitet wurde, während diese Brüder hier wild herum toben. Die Menschen  zu verstehen gelingt mir nicht, ich bin nur ein kleiner Schneider, mein Chassidischer Meister wird auch dafür eine Erklärung finden. Gott hilf mir und diesen Leuten, dass sie Ablassen von ihrem Tun. Ich gebe ihnen was sie gefordert haben Er tat es, doch jetzt handelte es sich um keine übliche Szene, die sich begreifen lässt. Was folgen wird, hatte nichts mit menschlicher Kultur zu tun, diese wird mit dem Hass gerade ausgelöscht, in dem Moment erstrahlte über den Eingang die Neonschriftzug, "feine Wäsche", es wäre wohl nicht aufgefallen, aber die üblen Burschen hielten inne, versuchten zu lesen.

Als sie das Wort „feine“ lasen , sprachen sie es aus als Feind, ja, da sieht man es, sagt Josef, der Feind ist immer da, man muss ihn bekämpfen, wo man ihn antrifft, gell Poldi.
1938 bringen wir Ordnung in unser Land, wir entfernen alles, was der Feind errichtet hat. Wir wollen, dass es in der Kärntnerstrasse nur deutsche Geschäfte gibt. Was wir zerstören, bauen wir mit Stahlbeton neu auf, unsere Arbeiter machen das, dann gibt es wieder Arbeit und wir können uns beim Wirten wieder mehrere Krügel  leisten. Was der Deutsche mit Stahlbeton hinstellt, kann kein Jud mehr anrühren. Das hält, hart wie Stahl muss ma sein, Poldi, uns bringt nichts um, sage ich dir, wir sind am Vormarsch, endlich haben wir das, die anderen sind im Arsch, dort wo wir lange Zeit waren. Das ist vorbei, ich glaubs nicht. Gott hat doch noch ein Einsehen mit uns Armen. In der Zwischenzeit war auch das Aufflackern des Neonschriftzugs zu Ende gegangen, sie stießen Joseph noch einmal weg von seinem Lokal, sodass er stolperte und hinfiel, er erhob sich gleich wieder und lief davon  und sie schrien ihm nach, lass dich ja nicht mehr hier blicken.

12Wie es weitergeht »


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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

Alter: 25
Beiträge: 2042
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 01.07.2014 11:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ich muss ja sagen, dass ich mich beim Lesen der Themenvorgabe schon gefragt habe, ob NS-Texte kommen. Einerseits liegt diese Assoziation natürlich nahe, andererseits hat gerade der Ausschluss des Todes allzu viele Geschichten in diesem Milieu verhindert. Auch hier finde ich das problematisch. Klar, Kristallnacht 38 liegt noch ein paar Jahre vor den KZs, aber den späteren Massentod hier nicht mitzudenken ist mir beim Lesen einfach unmöglich.

Aber daran will ich mich nicht aufhängen. Was den Text zu lesen sehr anstrengend macht, ist die oftmals fehlende Verwendung von Satzzeichen - da fließt alles ineinander über und ich bin mir nicht immer sicher, ob das Intention oder Schlampigkeit ist.
Die Mundart lässt mich vermuten, dass der Autor dieses Textes tatsächlich aus Österreich kommt. Sie macht es lebendig, das ist gut. Dennoch werde ich mit dem Text nicht so richtig warm - und das liegt nicht am Thema, sondern daran, welcher Ausschnitt dieses Themas hier auf diese Weise erzählt wird. Ich glaube, das liegt daran, dass mir die Figur des Joseph nach dem Lesen noch immer so fremd ist.
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Michel
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1589
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 01.07.2014 12:03    Titel: Starkes Thema, verwirrende Perspektive Antworten mit Zitat

Das goldene Wiener Herz ist eben doch nur billiges Messing.

Kompliment für die szenische Umsetzung eines schwierigen Themas. Ich wäre wohl vor der Ausformulierung rechter Phantasien schon zurückgezuckt. Man sieht die Szene, den Mob, die dunkelsten Seiten menschlicher Selbstbeweihräucherung. Dabei muss der Text nicht werten, die Protags kann man gleichermaßen nachvollziehen und verdammen. Kompliment, noch einmal.

Was mich verwirrt hat, waren zwei Dinge in der Umsetzung: Zeit und Perspektive. Mir war nicht immer klar, wer jetzt denkt, wer erzählt, durch wessen Augen ich blicke. Totale, von oben? Durch die Augen des Opfers? Was ist jetzt, und was ist Rückblick? Durch die sich einstellende Irritation geht der Inhalt teilweise an mir vorbei.

Fazit: Inhaltlich richtig gut, Perspektive und Zeit noch verwirrend.

Herzliche Grüße,
Michel
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Andrea Conrad
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 86
Wohnort: Bingen am Rhein


BeitragVerfasst am: 01.07.2014 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

Die Erzählart finde ich gut. Die Idee, die wörtliche Rede in den Text einfließen zu lassen hat mir gut gefallen.
Allerdings machen die Rechtschreibfehler, die fehlenden Worte und die falsche Interpunktion den Text kaputt. Auch bin ich mir nicht sicher, ob es zur Zeit des 3. Reiches noch Kreuzer gab.
Schade. Richtig überarbeitet hätte ich dem Text gerne mehr Punkte gegeben.
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Piratin
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 53
Beiträge: 2380
Wohnort: Mallorca
Ei 2


BeitragVerfasst am: 01.07.2014 15:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

ich habe lange überlegt, was ich zu Deinem Text schreiben soll. Die Grundidee, die Dunkelheit der Aufgabenstellung in der Kristallnacht beginnen zu lassen, ist gut. Allerdings finde ich weder den Stahlbeton schlüssig in die Geschichte eingebunden, noch kann ich mit den doch sehr gehäuften Rechtschreib- und Grammatikfehlern anfreunden. Klar, es ist FFF, aber den meisten anderen ist es auch gelungen trotz langer Texte diese bis auf Kleinigkeiten fehlerfrei abzusenden.
Viele Grüße
Piratin


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Das größte Hobby des Autors ist, neben dem Schreiben, das Lesen.
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Einar Inperson
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1742
Wohnort: Auf dem Narrenschiff


BeitragVerfasst am: 01.07.2014 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo und herzlichen Glückwunsch,

du gehörst zu den 10 Auserwählten.

Und das, obwohl dies wahrscheinlich der fehlerbehaftetste Text im Wettbewerb ist. Bei manchen Sätzen möchte man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Unbegreiflich scheint einem das, wie es geschrieben ist, auch angesichts des Themas.

Aber es gibt, denke ich, gute Gründe, den Text in die Top Ten aufzunehmen. Zuerst ist es die Aufnahme und Umsetzung von Zeit aus der Aufgabe Stahlbetonzeit. Warum dem Autor die Pogromnacht einfiel, wird im Text schlüssig. Dass Thema ist nicht willkürlich gewählt. Und dennoch mag man nicht glauben, wie das geschrieben ist. Und nach dem 5, 6 Lesen passt es auf einmal. Ganz stark beispielsweise, dass der Dunkelheit das Licht der Fackeln nicht positiv besetzt gegenübersteht. Dieses Licht erhellt das Verbrechen.

Vielleicht muss man diese kulturlose, sprachlose Grausamkeit auch so erzählen.

Je öfter ich deine Geschichte gelesen habe, um so mehr hat es mich hineingezogen.


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Traurige Grüße und ein Schmunzeln im Knopfloch

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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2617

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 01.07.2014 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für deinen Beitrag. Dein Text liest sich schwierig: Endlossätze, Rechtschreibfehler und nicht markierte direkte Rede.
Dazu für mich ein Verstoß gegen die Wettbewerbsvorgabe (1):

sleepless_lives hat Folgendes geschrieben:
(1) In dem Text darf niemand sterben. Weder direkt beschrieben, noch indirekt angedeutet, in Dialogen mitgeteilt oder in Gedanken aufleuchtend, nicht in Rückblenden nachgeholt oder in Vorausahnungen angespielt. Kein Mensch, kein Tier und keine Pflanze, von über- und außerirdischen Wesen ganz zu schweigen. Diesmal bleiben alle am Leben. Es hadert auch niemand mit dem Tod, einer schweren Krankheit oder springt dem Knochenmann gerade so von der Schippe.



Zitat:
ich habe auch viel weniger seit i arbeitslos bin. Joseph ist still, er weiss weiß, das sie ihn auch totschlagen könnten, wenn er sich wehrt,

Die Reichskristallnacht ist ein denkbar schlechtes Setting bei den Wettbewerbsvorgaben, da wäre mMn ein Disqualifizieren bereits vorprogrammiert gewesen.

Leider hast du es nicht in meine Top 10 geschafft. Es tut mir leid.

Merci beaucoup.

LG,
Constantine
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Lapidar
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 56
Beiträge: 2922
Wohnort: Wangen im Allgäu


BeitragVerfasst am: 02.07.2014 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Interessanter Ansatz. Nur kommt die Thematik Stahlbeton und Neonlicht erst ganz zum Schluss ins Spiel.
Was mich fast verleiten könnte, zu glauben, dass die Geschichte in der Schublade schlummerte und angepasst wurde. Allerdings spricht dagegen: die wirklich sehr sehr eigenwillige Zeichensetzung (und das von mir, ich weiß... , ich schäm mich ja auch, es anzubringen... Embarassed) . Auch wenn wenig Zeit ist, sollte doch zumindest zwischen Punkt und Komma und " " unterschieden werden. Das Lesen fiel mir extrem schwer, weil mir doch die Gänsefüßchen fehlten.

LG Lapidar


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KeTam
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Alter: 43
Beiträge: 6750

Das goldene Gleis Ei 1
Ei 10 Ei 8


BeitragVerfasst am: 03.07.2014 09:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo du,

einerseits ist dein Text ordentlich geschrieben, die langen Sätze spiegeln gut den Gedanken - und Handlungsfluss wieder. Andererseits hast du dir ein schweres Thema ausgesucht, in der kurzen Zeit, dem dein Text m.M.n.(!) nicht gerecht wird. Das mag an meiner Erwartungshaltung dem Thema gegenüber liegen ... Bin mir da unsicher.

Lg, KeTam.


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FUCK NAZIS!

... ansich ist die Nudel ja auch eine Art Waffe.*

*Anne Mehlhorn
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Rainer Zufall
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 64
Beiträge: 803

Pokapro und Lezepo 2014


BeitragVerfasst am: 03.07.2014 18:43    Titel: Antworten mit Zitat

Gar nicht schlecht, ich fand deine Idee, das Thema mit der Kristallnacht zu verknüpfen prinzipiell gut.
Aber von der Ausführung her ist es mir noch zu fehlerträchtig. Das stört dann beim Lesen noch sehr.
Teilweise auch sehr berichtend.
Viele Grüße
Zufall
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Vogel
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 450

Goldene Neonzeit


BeitragVerfasst am: 03.07.2014 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Aua, da ist ein Knoten in meinem Gehirn. Tut mir leid, der Text ist unleserlich. Soll vielleicht stream of conciousness sein, ist aber eher stream of chaos. Neben Flüchtigkeits- und Formulierungsfehlern vor allem die unklare Perspektive und noch vor allemer der Verzicht auf Anführungszeichen. Warum? Das könnte bestimmt ein ganz guter Text sein, wenn man ihn lesen könnte.

Gruß
Vogel


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nebenfluss
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 3597
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
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BeitragVerfasst am: 04.07.2014 09:05    Titel: Antworten mit Zitat

<allgemeine_Vorbemerkung>

Viele FFF-Beiträge, zu wenig Zeit. Textarbeit kann ich da kaum leisten, aber doch jedem einen kurzen Eindruck hinterlassen.
Da es vorkommen kann, dass ein wohlwollender Kommentar mit einer effektiven 0-Punkte-Wertung kollidiert ...
... ein paar Worte zu meiner Punktvergabe im neuen Bewertungssystem. Als Grundlage habe ich jeweils nach Antworten zu zwei Fragenkomplexen gesucht, die ich für die letztendlich relevanten in diesem Wettbewerb halte:

1.Wie fertig wirkt der Text? Hat die Zeit gerade ausgereicht, um eine Idee zu entwerfen, oder konnte diese noch ausgearbeitet und in ansprechende Prosa gegossen werden? Kommt die Geschichte zu einem runden Abschluss oder liest sie sich, als sei mittendrin abgebrochen und abgeschickt worden? Würde ich mich ärgern, sie in dieser Form in der Prosa-Werkstatt zu finden? Oder würde ich sie sogar im Feedback akzeptieren?

2.Wie  stark wurde das Thema „Stahlbetonzeit – Neonlicht“ integriert? In den Vorgaben stand ja nicht „Schreibe eine Geschichte, in der irgendwann Stahlbeton und Neonlicht erwähnt werden“. Wird deutlich, warum der Stahlbeton namensgebend sein könnte für eine bestimmte Zeit (z. B. einen Lebensabschnitt), ein Zeitalter oder auch Zeit generell, aus der Sicht des Protas? Sind Stahlbeton und Neonlicht beliebige Zutaten oder tragende Elemente, die eine eigentümliche Atmosphäre schaffen? Ergibt sich die Wirkung durch eine zwingende Verbindung zwischen diesem Raum, diesem Licht und dieser Zeit?

Mein 'Urteil' dazu wird sich natürlich auch in den Kommentaren niederschlagen. Es würde mich aber zu sehr einengen, nun statisch die Fragen abzuarbeiten. Deshalb die Kommis in gewohnter Form.


</allgemeine_Vorbemerkung>

So richtig meins ist sowas nicht, aber in diesen FFF passt es schon. Ein I-Tüpfelchen wäre gewesen, wenn über den Text noch mal drübergegangen worden wäre. Da fänden sich einige Kommafehler, falsche Leerzeichen und ähnliches. Dass die wörtliche Rede nicht abgesetzt ist, erschwert natürlich etwas das Lesen, aber das finde ich hier in Ordnung, weil sie die Meinung spiegelt, wie sie wohl bei vielen war in der Zeit und von daher nicht so sehr konkreten Figuren zugewiesen werden müssen -> es ist im Grunde egal, wer da spricht. Der etwas antiquerte Umgangston passt gut in die Zeit des Geschehens.
Geschichte wirkt rund, Thema ist getroffen, das Dritte Reich lag natürlich recht nahe. Aber muss man eben auch können bzw. sich trauen, schnell mal etwas Authentisches dazu in die Tasten zu hauen.

Bei mir hat es für Platz 7 gereicht.

LG


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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halcyonzocalo
Geschlecht:männlichEinsamer Trancer

Alter: 28
Beiträge: 1252
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo


BeitragVerfasst am: 05.07.2014 08:26    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, aber diesen Beitrag finde ich sehr schwach. Aus dem Thema hätte man vielleicht einiges machen können, aber die Umsetzung ist - insbesondere sprachlich - nicht gelungen. Zahlreiche Rechtschreib- und Interpunktionsfehler machen es, gepaart mit den (meiner Meinung nach größtenteils unpassenden Endloshalbsätzen) schwer, der Geschichte überhaupt zu folgen. Leider nicht sonderlich berauschend für meinen Geschmack, tut mir Leid.

_________________
Die minimaldeterministische Metaphernstruktur mit ihrer mytophoben Phrasierung spiegelt den ideeimmanent abwesenden Bedeutungsraum.
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gold
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger

Alter: 66
Beiträge: 5487
Wohnort: ebenda
DSFo-Sponsor Ei 10


BeitragVerfasst am: 06.07.2014 15:22    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Inko,

Zitat:
In dem Moment, fühlte er eine eigenartige Stärke in sich, die aus der eigenen Tiefe das Geschehen betrachtete, diese rohe Gewalt nicht mehr auf sich bezog, sondern erkannte, dass diese beiden Männer verblendet waren, in dieser Nacht. Nie würden sie Vergebung finden können, die Strafe, die sie bekommen, hat ein Engel des Herrn schon bemessen. Verdammt sind sie, was immer sie noch aus ihren Leben machen, am Ende wird ihnen die Gewalt widerfahren, die sie jetzt hier und da anrichten. Wie kann es mir ein Trost sein, in dieser Verzweiflung zu sehen, dass alles zerstört wird in  Minuten, für das ich Jahre gearbeitet wurde, während diese Brüder hier wild herum toben. Die Menschen  zu verstehen gelingt mir nicht, ich bin nur ein kleiner Schneider, mein Chassidischer Meister wird auch dafür eine Erklärung finden. Gott hilf mir und diesen Leuten, dass sie Ablassen von ihrem Tun. Ich gebe ihnen was sie gefordert haben Er tat es, doch jetzt handelte es sich um keine übliche Szene, die sich begreifen lässt
durch den Wechsel von der sechsten Person zur ersten, werde ich aus dem Text geschmissen, leider.


Dadurch, dass du auf Kennzeichnung der direkten Rede verzichtest, ist es für mich manchmal schwierig, dem Text zu folgen.
Andererseits wirkt er so als ein Ganzes, wie aus einem Guss, was ein Vorteil ist.

Die Szenen finde ich gut beschrieben. Für deinen Text gilt für mich aber auch wie für den Text "früher": der Inhalt ist nicht außergewöhnlich.
Habe schon viele Texte, bzw. Filme zu diesem Thema gehört/gesehen.

Aber er rangiert trotzdem unter den Top ten.

Liebe Grüße
gold


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Eredor
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 06.07.2014 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo! Aus Zeitgründen werde ich nur in wenigen Sätzen meinen Eindruck wiedergeben. Möglicherweise kann ich nach dem Wettbewerb näher zu meiner Stellung Bezug nehmen.

***

Mit dem Text kann ich leider absolut gar nichts anfangen. Da tut sich bei mir wenig. Schade!

***

lg Dennis


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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 07.07.2014 10:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das ist schlimm. Das ist bedrückend. Wir dürfen niemals vergessen.

Hat nur nix mit dem Thema zu tun.


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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Merope
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Beiträge: 746
Wohnort: Am Ende des Tals
Der Goldene Käse


BeitragVerfasst am: 07.07.2014 12:07    Titel: Antworten mit Zitat

Recht gehetzt geschrieben, viele sprachliche Unsauberkeiten.
Von der Idee her gefällt's mir eigentlich.
Ein Drittel rausstreichen (das Überflüssige entfernen), sorgfältig überarbeiten: das würde sich lohnen!
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Jenni
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3745

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 07.07.2014 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Da hast du dir ja ein Thema vorgenommen.
Und dann wirkt das auf mich Ahnungslose (mir war bisher nicht mal klar, dass es 1938 schon Neonreklame gab) ziemlich stimmig und authentisch. Entweder weißt du gut zu blenden, oder du hast Ahnung von dem, was du da beschreibst - und mir kommt es vor wie zweiteres. Tolles Tempo, interessanter Erzählton. Einzig fällt es mir schwer, der eigentlichen Handlung zu folgen, aber selbst das kommt noch irgendwie der Atmosphäre zugute. Du springst in der Erzählzeit zwischen Präsens und Präteritum.

Zwei Punkte gibt das wohl.
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ErieBee
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 46



BeitragVerfasst am: 07.07.2014 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ein super Text. Aber keine Geschichte. Und schon gar nicht eine ohne Todesbedrohung. Deshalb hab ich dich - schweren Herzens - aus der Bewertung genommen.

Ein dickes Lob von mir für einen mutigen, eigenen, oft nicht ganz ausgefeilten, aber aus meiner Sicht besonders guten Schreibstil.
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Rodion
Schreiber-Lehrling

Alter: 34
Beiträge: 80
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 08.07.2014 09:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hier wird anhand der Sprache und der Protagonisten ein sehr nahes, persönliches Bild auf das traurige Ereignis gegeben. Der Text versteht es gut, die verschiedenen Ansichten lebendig darzustellen, auch die Sinnlosigkeit, die Verblendung und die Aussichtslosigkeit (Josephs).
Das Thema ist zwar schon häufig verwendet worden, daher im Grunde nichts Neues. Aber das stört nicht sehr, da es hier nicht um Zahlen und Fakten,sondern um menschliches Verhalten geht.
Manchmal überschlägt sich Poldis Sprache etwas, aber das sollte wohl so, nehm ich an.
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Pony
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 63
Beiträge: 282
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 10.07.2014 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

Ein ernstes Thema hast du gewählt, dass aber leider durch die vielen Fehler in den Hintergrund gedrängt wird. Große Teile lesen sich sehr schwer, weil sie ohne Satzzeichen einfach ineinander übergehen. Ich als Leser verliere den Überblick, wann wer spricht, und wann es sich um einen Erzählabschnitt handelt.
Wenn die Geschichte überarbeitet wird, kann sie aber sehr lesenswert werden.

Gruß
Pony


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Chelifera
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 52
Beiträge: 94
Wohnort: an der Mosel


BeitragVerfasst am: 11.07.2014 17:12    Titel: Antworten mit Zitat

Trotz vieler Tempus- und Satzzeichenfehler bringt der Text die gruselige Atmosphäre der Kristallnacht gut rüber. Die vorgaben wurden knapp erfüllt.
Man merkt, dass die Zeit zum Überarbeiten gefehlt hat.
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