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Ich sage leise: "Schwarz"

 
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KeTam
Geschlecht:weiblichUngeduld

Alter: 43
Beiträge: 6750

Das goldene Gleis Ei 1
Ei 10 Ei 8


BeitragVerfasst am: 29.06.2014 20:00    Titel: Ich sage leise: "Schwarz" eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Seine Zunge schreibt LIEBE auf meine Lippen.
„Warte. Zähle bis hundert. Liese. Dann öffne die Augen!“
...

Schwarz.
Um mich herum ist es schwarz, samten.
Ein elektronisches Sirren, Knacken, Sirren liegt in der stickigen Luft.
Ich sage leise: „Schwarz“.
Das Schwarz hallt von den Wänden wieder, wirbelt die Dunkelheit um mich auf, verdichtet sie zu einer Wolke in der ich schwebe.
 
Sirren, Knacken, Sirren.
Neonlicht flackert auf, sendet Lichtblitze durch den weiten Raum, durchmisst ihn, verrät mir, wo ich bin.
Eine große Halle, niedrige Decke, Betonpfeiler.
Tiefgarage.
Ich lache leise auf, das Lachen versteckt sich hinter dem nächsten Pfeiler.
Dort werde ich ihn suchen.
Einen Schritt nur. Ich strecke meine Hand aus, berühre den öligen Film auf dem Pfeiler.
Leben, Wünsche, Erinnerungen haben sich hier niedergeschlagen.
Wie Tau der Zivilisation. Gedanken.
Ich lecke an meinem Finger, schmecke seinen Atem.
Er muss hier irgendwo sein.
„Wo bist du?“
Rußflocken fangen meine Worte, verschlucken sie, spucken sie aus:
„Bist du.“

Sirren, Knacken, Sirren.
Schwarz.
Schritte. Hinter mir.
„Zieh dich aus!“
Sein warmer Atem streift meine Haut, ich wirbele herum, versuche ihn zu packen.
Nichts.
Ich gehorche.

Sirren, Klacken, Sirren.
Licht.
Mein rotes Kleid fällt wie ein toter Schmetterling auf den nackten Boden.
„Komm zu mir!“
Worte prallen von Wänden, zerbrechen, liegen wie Splitter vor meinen Füßen.
Vorsichtig berühre ich sie mit dem großen Zeh. Ein Schnitt. Blut vermischt sich mit Motoröl.
Rubin auf Nachtschwärze. Mein Herz schlägt, galoppiert, stolpert.

Sirren, Knacken, Sirren.
Dunkel.
Hart packt er meine Handgelenke, reißt mich herum, drückt mich gegen den Stahlbeton.
Mein Schrei schreibt LIEBE auf seine Haut.

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KeTam
Geschlecht:weiblichUngeduld

Alter: 43
Beiträge: 6750

Das goldene Gleis Ei 1
Ei 10 Ei 8


BeitragVerfasst am: 30.06.2014 16:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

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_________________
FUCK NAZIS!

... ansich ist die Nudel ja auch eine Art Waffe.*

*Anne Mehlhorn
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shatgloom
Geschlecht:weiblichHobbyautor


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NaNoWriMo: 27985
Wohnort: ja, gelegentlich


BeitragVerfasst am: 30.06.2014 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hier hat es mir die Sprache angetan - sehr poetisch. Es ist schön, dass jemandem zu dem kühlen Thema "Stahlbetonzeit - Neonlicht" eine doch eher heiße Liebesgeschichte eingefallen ist.  Finde ich toll umgesetzt und kommt bei mir auch unter die ersten zehn.

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Gruß von Karolin
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gold
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger

Alter: 65
Beiträge: 5415
Wohnort: ebenda
DSFo-Sponsor Ei 10


BeitragVerfasst am: 01.07.2014 05:13    Titel: Antworten mit Zitat

mit wenig Worten eine dichte Szene zeichnen, das ist Kunst!!!
mit Leichtigkeit Erotik präsentieren, das ist verwegen...

einer meiner Lieblingstexte. Es ist ein Kopf an Kopfrennen sozusagen.
mehr demnächst...

und wieder ist dir ein Coup gelungen. Laughing Respekt.. Exclamation

Doch erschließt sich mir nicht, was du mit "ich sage leise schwarz" meinst Question


_________________
es sind die Krähen
die zetern
in wogenden Zedern

Make Tofu Not War (Goshka Macuga)
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femme-fatale233
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Beiträge: 2042
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Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 01.07.2014 11:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe 50 Shades of Grey nicht gelesen, aber irgendwie so stelle ich mir diese Geschichte vor.
Die Idee, aus der Vorgabe was Erotisches zu machen, ist nicht schlecht, auch geschrieben ist der Text recht sicher. Mein Problem an der Sache ist, glaube ich, dass es solche Texte schon so oft gibt - sie devot, er dominant, ein erotisches Spiel an einem ungewöhnlichen Ort. Da ist nichts Neues, was einen beim Lesen hängen bleiben lässt. Vielleicht muss es das auch gar nicht bei einem Wettbewerb wie diesem - vielleicht habe ich einfach nur zu hohe Ansprüche, wenn ich mir Texte wünsche, die abseits von bereits Gekanntem erzählen. Ich weiß es nicht.

Genau deshalb bin ich mir noch nicht sicher, ob dieser Text am Schluss Punkte bekommt - neutral betrachtet ist er einer der besseren im Wettbewerb, aber persönlich reizt mich daran so wenig. Mal sehen. Auf jeden Fall keine schlechte Sache, die du eingereicht hast.
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Piratin
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 53
Beiträge: 2378
Wohnort: Mallorca
Ei 2


BeitragVerfasst am: 01.07.2014 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

ich muss zugeben, dass ich bei der Themenstellung nicht unbedingt mit einer sehr lyrischen Umsetzung in der Prosa gerechnet hätte. Es ist auch stimmig, aber durch das Bewertungssystem, dass nur 10 Texten erlaubt, Punkte zu bekommen, fällt Dein Text leider nicht mit hinein. Beim alten Federsystem hätte ich 5 Federn gegeben.
Viele Grüße
Piratin


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Das größte Hobby des Autors ist, neben dem Schreiben, das Lesen.
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Andrea Conrad
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 86
Wohnort: Bingen am Rhein


BeitragVerfasst am: 01.07.2014 15:51    Titel: Antworten mit Zitat

Tolle Art der Umsetzung. Der Stil gefällt mir sehr gut. Nur das Ende finde ich etwas zu hart. Weniger wäre hier mehr gewesen. Rolling Eyes
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 01.07.2014 20:31    Titel: Re: Ich sage leise: "Schwarz" Antworten mit Zitat

Danke für deinen Beitrag. Eindeutig ein Kandidat für "Stil über Substanz". Inhaltlich sehr banal und plump, mit aufgesetzt nervendem Redundanzstil im Lyrikgewand: Bei all dem Sirren, Knacken, Sirren und schwarz verliert sich leider die Geschichte. Da ließe sich rigoros kürzen.
Du bist zu weit weg von deiner Prota. Als ob sie auf Valium ist, aber nicht auf Endorphin. Für mich kommt keinerlei Emotion, Lust, Verlangen, keinerlei Gespür für erotisches Spiel auf. Für mich erdrückt dein Stil-Korsett die Libido deiner Protas. Ich denke, da wäre mehr drin gewesen, wenn die Zügel losgelassen worden wären.
Meine Finger schreiben LEIDER hast du es nicht in meine Top 10 geschafft. Es tut mir leid.

Merci beaucoup.

LG,
Constantine

zu deinem Text:
Guy Incognito hat Folgendes geschrieben:
Seine Zunge schreibt LIEBE auf meine Lippen.
„Warte. Zähle bis hundert. Liese. Dann öffne die Augen!“
...

Schwarz.
Um mich herum ist es schwarz, samten.
Ein elektronisches Sirren, Knacken, Sirren liegt in der stickigen Luft.
Ich sage leise: „Schwarz“.
Das Schwarz <-- sehr viel schwarz in diesen wenigen Sätzen. hallt von den Wänden wieder, wirbelt die Dunkelheit um mich auf, verdichtet sie zu einer Wolke in der ich schwebe.
 
Sirren, Knacken, Sirren.
Neonlicht flackert auf, sendet Lichtblitze durch den weiten Raum, durchmisst ihn, verrät mir, wo ich bin.
Eine große Halle, niedrige Decke, Betonpfeiler.
Tiefgarage. <-- es ließe sich deutlich kürzen: Eine Tiefgarage ist eine Tiefgarage, kein weiter Raum und keine große Halle. Ich lache leise auf, das Lachen <-- Wortwiederholung versteckt sich hinter dem nächsten Pfeiler.
Dort werde ich ihn suchen.
Einen Schritt nur. Ich strecke meine Hand aus, berühre den öligen Film auf dem Pfeiler.
Leben, Wünsche, Erinnerungen haben sich hier niedergeschlagen.
Wie Tau der Zivilisation. Gedanken.
Ich lecke an meinem Finger, schmecke seinen Atem.
Er muss hier irgendwo sein.
„Wo bist du?“
Rußflocken fangen meine Worte, verschlucken sie, spucken sie aus:
„Bist du.“

Sirren, Knacken, Sirren.
Schwarz.

Schritte. Hinter mir.
„Zieh dich aus!“
Sein warmer Atem streift meine Haut, ich wirbele herum, versuche ihn zu packen.
Nichts. <-- zuerst heiß gemacht und dann steht sie allein. Keine Enttäuschung oder Vorfreude auf das längere Liebesspiel oder Steigerung des Verlangens?
Ich gehorche.

Sirren, Klacken, Sirren.
Licht.

Mein rotes Kleid fällt
<-- sehr extern formuliert. wie ein toter Schmetterling auf den nackten Boden.
„Komm zu mir!“
Worte prallen von Wänden, zerbrechen, liegen wie Splitter vor meinen Füßen.
Vorsichtig berühre ich sie <-- bezieht sich auf die Worte, die von den Wänden prallen, zerbrechen und vor ihren Füßen liegen, oder? Sie berührt die Worte mit ihrem Zeh? Wie das? mit dem großen Zeh. Ein Schnitt. <-- ein Schnitt, womit? Blut vermischt sich mit Motoröl.
Rubin auf Nachtschwärze. Mein Herz schlägt, galoppiert, stolpert.

Sirren, Knacken, Sirren.
Dunkel. <-- nicht "schwarz"?Hart packt er meine Handgelenke, reißt mich herum, drückt mich gegen den Stahlbeton.
Mein Schrei schreibt LIEBE auf seine Haut.
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Michel
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1564
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 02.07.2014 07:45    Titel: Lyrisch. Erotisch. Antworten mit Zitat

Ein Text, der mir so fremd ist wie Chinesisch - und mich fasziniert.
Das muss man erst mal hinbekommen, aus einer Tiefgarage einen poetischen, erotisch aufgeladenen Ort zu machen. Der Zwiespalt zwischen technischen Ausdrücken und symbolbeladenen Bildern funktioniert.
Ganz klar einer meiner Favoriten. Und, ja, er bleibt mir fremd.
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Lapidar
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 56
Beiträge: 2916
Wohnort: Wangen im Allgäu


BeitragVerfasst am: 02.07.2014 14:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
fast schon poetisch beschrieben. Diese Szene hat etwas Poetisch /Erotisches, wenn auch ein kleines bisschen Angst und eventuell einen Hauch SM.
Jedenfalls finde ich die Vorgabe gut und vor allem auch sehr kreativ umgesetzt.
Gerne gelesen.
LG Lapidar


_________________
Every Woman needs a chainsaw for a Valentine.
original: Lapidar
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If you can't say something nice... don't say anything at all. Anonym.
"Plotpourri - kleiner Krimineller Ratgeber"
"Tod am Hexenwasser"
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Mardii
Stiefmütterle

Alter: 59
Beiträge: 1819



BeitragVerfasst am: 03.07.2014 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Guy/Girl,

vielleicht ist es eine schwarze Messe, was die beiden da erotisiert auf dem Parkdeck abziehen. Oder ein durchgeknallter Modefotograf versucht sein Lieblingsmodel dazu zu bringen, lasziv in die Kamera zu schauen. Jedenfalls muss sie dauernd schwarz flüstern, was auf die Dauer etwas ermüdend sein muss. Wieso überhaupt "schwarz"? Weil es Dunkelheit impliziert und darauf kommt es ja an, um das rote Kleid und den Bluttropfen zu kontrastieren.
Ich denke, das viele Betonen des Dunkels und der Schwärze, nehmen am Anfang der Geschichte etwas überhand. Etwas weniger Wiederholen täte gut.
Trotzdem liest sich der Text insgesamt interessant, man wartet auf den Clou, der angedeutet im ewigen Aus und An der Neonlampen geschieht. (Gibt es denn in Parkdecks Lichtschalter?)
Es ist wohl eine kleine erotische Spielerei, nichts Gewaltiges jedenfalls, was in dieser stickigen Bude passiert. Schon etwas schwül, das Ganze, nicht?

LG Mardii


_________________
`bin ein herzen´s gutes stück blech was halt gerne ein edelmetall wäre´
Ridickully
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Vogel
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 450

Goldene Neonzeit


BeitragVerfasst am: 03.07.2014 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das ist sehr gut. Bis jetzt sicherlich mein Favorit. Nicht die Art von Geschichten, die mich persönlich interessieren, aber sehr gut geschrieben, die Balance zwischen geheimnisvoll und verständlich genau getroffen, lyrisch bis an die Grenze zum Parallelwettbewerb.
Sirren, Knacken, Sirren ging mir etwas auf die Nerven. Die allererste Wiederholung von Sirren wirkt wie ein Fehler, die Folgenden ein wenig wie dessen Rechtfertigung. Unabhängig davon hat das Sirren für mein Verständnis nicht so eine Bedeutung, dass man es dauernd wiederholen müsste. Es sei denn, wegen der Vorgabe und dem geforderten Neonlicht. Aber das wäre ein dem Text nicht innewohnender Grund.
Ansonsten ist das schon ziemlich perfekt, auch von Spannungsbogen her. Ich bin noch nicht durch, aber ich fürchte, das hier wird nicht zu schlagen sein.

Gruß
Vogel

PS: ich habe jetzt den Text doch als drittes eingereiht. Meine Spitzenreiter waren so dicht beieinander, dass ich nach Geschmack entschieden habe. Rein nach handwerklicher Perfektion hätte dieser die 12 verdient. Aber wenn ich auch die Aussage, die emotionale Nähe, die er herstellt, einbeziehe bzw. ich einfach schaue, welche Thematik es mir persönlich wert erscheint, in Worte gefasst zu werden, dann lagen andere noch davor. Oder noch anders und völlig subjektiv gesagt: so toll das auch geschrieben ist, ich will mit diesen Herrschaften und ihrem Liebesspiel eigentlich nichts zu tun haben.
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Rainer Zufall
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 64
Beiträge: 803

Pokapro und Lezepo 2014


BeitragVerfasst am: 04.07.2014 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, das ist doch mal ein angemessener Ort für ein eigenartiges Liebesspektakel. Very Happy
Ich hoffe, die beiden haben Spaß an der Inszenierung, denn so ganz erschließt sich mir nicht, ob das alles aus freien Stücken geschieht für die Protagonistin, sie wirkt schon sehr passiv und objekthaft. Aber vielleicht gefällt ihr das ja gerade.
Zur Sprache: Deine Sprache ist sehr schön, eher poetisch. Vielleicht schreibst du sonst Gedichte? Für mich ist die Stimmung aber sehr unentschieden durch deine Sprache, ja, ich habe manchmal sogar den Eindruck, du hast vom Inhalt getrennt so viel Spaß an deinen Wortschöpfungen, dass ein wenig die Gäule durchgehen. Ist mir stellenweise zuviel gewesen. Zum Beispiel das wie ein toter Schmeztterling fallende Kleid.
Aber nicht ärgern über diese Meinung, Ich finde deine Sprachideen zeugen von Gestaltungswillen und Mut, da kann dann auch schon mal was daneben gehen für manchen Geschmack. Umgedreht gibt es sicherlich viele andere, die deinen Text gerade deswegen sehr gut finden werden.
Viele Grüße von Zufall
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nebenfluss
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 3548
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 04.07.2014 11:57    Titel: Antworten mit Zitat

<allgemeine_Vorbemerkung>

Viele FFF-Beiträge, zu wenig Zeit. Textarbeit kann ich da kaum leisten, aber doch jedem einen kurzen Eindruck hinterlassen.
Da es vorkommen kann, dass ein wohlwollender Kommentar mit einer effektiven 0-Punkte-Wertung kollidiert ...
... ein paar Worte zu meiner Punktvergabe im neuen Bewertungssystem. Als Grundlage habe ich jeweils nach Antworten zu zwei Fragenkomplexen gesucht, die ich für die letztendlich relevanten in diesem Wettbewerb halte:

1.Wie fertig wirkt der Text? Hat die Zeit gerade ausgereicht, um eine Idee zu entwerfen, oder konnte diese noch ausgearbeitet und in ansprechende Prosa gegossen werden? Kommt die Geschichte zu einem runden Abschluss oder liest sie sich, als sei mittendrin abgebrochen und abgeschickt worden? Würde ich mich ärgern, sie in dieser Form in der Prosa-Werkstatt zu finden? Oder würde ich sie sogar im Feedback akzeptieren?

2.Wie  stark wurde das Thema „Stahlbetonzeit – Neonlicht“ integriert? In den Vorgaben stand ja nicht „Schreibe eine Geschichte, in der irgendwann Stahlbeton und Neonlicht erwähnt werden“. Wird deutlich, warum der Stahlbeton namensgebend sein könnte für eine bestimmte Zeit (z. B. einen Lebensabschnitt), ein Zeitalter oder auch Zeit generell, aus der Sicht des Protas? Sind Stahlbeton und Neonlicht beliebige Zutaten oder tragende Elemente, die eine eigentümliche Atmosphäre schaffen? Ergibt sich die Wirkung durch eine zwingende Verbindung zwischen diesem Raum, diesem Licht und dieser Zeit?

Mein 'Urteil' dazu wird sich natürlich auch in den Kommentaren niederschlagen. Es würde mich aber zu sehr einengen, nun statisch die Fragen abzuarbeiten. Deshalb die Kommis in gewohnter Form.


</allgemeine_Vorbemerkung>

Vielleicht ist das einfach ein Text, mit dem ich genre-technisch nichts anfangen kann.
Die Passage, wie das Echo sich seinen Platz in der Tiefgarage sucht, fand ich ganz gelungen.
Besonders erotisch sind ja  Tiefgaragen nicht - aber was soll's, Sex kann man überall haben, wenn man will.

Einen öligen Film von einem Pfeiler in der Tiefgarage schmecken wollen? Kann ich wohl nicht nachvollziehen. Und wie kann man sich an zu Scherben gefallenen Worten real den Fuß aufschneiden - so, dass es blutet?

Sorry, aus meiner Sicht eine eher schwache Umsetzung des Themas.

LG


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Rodion
Schreiber-Lehrling

Alter: 34
Beiträge: 80
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 04.07.2014 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Der Stil gefällt mir gut, die wenigen Worte, angebrochenen Sätze, Wortgruppen.
Es sind einige schöne Bilder dabei, z.B. das Kleid, das wie ein Schmetterling...
Tau der Zivilisationen...
Manche vergleiche oder Metaphern verstehe ich aber auch nicht ganz, z.B. das mit den Rußflocken. Wo kommen denn da Rußflocken her?

Manchmal weiß man nicht, ob etwas echt oder gedacht ist, aber ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das eher gut oder nicht gut finden soll. Denn es passt schon irgendwie zum Thema.

Aber wie kann man einen Menschen herumreißen, wenn man ihn an beiden Handgelenken packt?

Und ebenso unglaubwürdig ist es meiner Meinung nach, dass jemand seine Finger ableckt, nachdem er den öligen Film auf irgendeinem Pfeiler berührt hat. Und die Frau macht nicht den Eindruck, als wäre sie nicht ganz bei Verstand oder so.

Und ein Rätsel bleibt mir auch das Sirren und Klacken. Ist da Strom? Zuerst dachte ich kurz an einen alten Plattenspieler.
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halcyonzocalo
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Beiträge: 1252
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BeitragVerfasst am: 05.07.2014 08:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hm... tut mir Leid, dieser Text ist nicht nach meinem Geschmack. Teilweise ist das hier subjektives Empfinden, denn ich mag "lyrische Prosa" einfach nicht. Es sind zwar einige schöne Bilder enthalten, aber ansonsten finde ich die Geschichte auch ziemlich unspektakulär; da ist kein richtiger Spannungsbogen enthalten. Für mich daher eher unterdurchschnittlich, sorry!

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Einar Inperson
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BeitragVerfasst am: 05.07.2014 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo und herzlichen Glückwunsch,

du gehörst zu den 10 Auserwählten.

Einer der wenigen Texte, die das Neonlicht erlebbar machen, in der gezeigten Stahlbetonwelt. Der das Neonlicht einen wichtigen Teil der Geschichte werden lässt. Die Themenvorgaben sind in diesem Text mit am besten verarbeitet worden.

Die Obsession der Protagonisten ist spürbar. Ein sehr dichter Text.

Lieblingsstelle:
Zitat:
Einen Schritt nur. Ich strecke meine Hand aus, berühre den öligen Film auf dem Pfeiler.
Leben, Wünsche, Erinnerungen haben sich hier niedergeschlagen.
Wie Tau der Zivilisation. Gedanken.


Zum Glück findet der Text seinen gelungenen Schluss, bevor direkt in den Redlight  geschoben worden wäre. Smile


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Eredor
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 06.07.2014 21:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo! Aus Zeitgründen werde ich nur in wenigen Sätzen meinen Eindruck wiedergeben. Möglicherweise kann ich nach dem Wettbewerb näher zu meiner Stellung Bezug nehmen.

***

Das ist mir für so einen kurzen Text dann leider doch zu banal.
Gerade "Seine Zunge schreibt LIEBE auf meine Lippen" ist ein ziemlich kitschiger Satz.
Für mich ist das Mittelmaß.

***

lg Dennis


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- Lütfiye Güzel
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KeTam
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Beiträge: 6750

Das goldene Gleis Ei 1
Ei 10 Ei 8


BeitragVerfasst am: 07.07.2014 08:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Rolling Eyes

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holg
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Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 07.07.2014 09:44    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist toll. Das ist gewagt, geheimnisvoll, knisternd, geil, virtuos.

Ein Favorit.


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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Jenni
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3727

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 07.07.2014 13:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ein heimliches Date in einer Garage und ein Spiel mit der Angst im Dunkeln.
Sehr bildliche Erzählweise - ich stelle sie mir vor wie Diapositive, diese einzeln aufleuchtenden Bilder. Dabei erzeugen sie eine seltsam traurig-bedrohliche Atmosphäre.
Sirren und klacken Neonröhren beim Angehen? Das beschriebene Geräusch erinnert mich eher an irgendwas anderes, aber ich komm gar nicht drauf an was.

Ich mag das und gebe dir sechs Punkte.
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Merope
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 746
Wohnort: Am Ende des Tals
Der Goldene Käse


BeitragVerfasst am: 07.07.2014 14:32    Titel: Antworten mit Zitat

Schon der Anfang lässt mich stolpern:
"Zähle bis hundert. Liese. "
Liese? Ist das als Name gedacht? "Zähle bis hundert, Liese."?
Leider kann ich mit dem Text wenig anfangen.
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