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Träume sind Schokoschäume


 

 
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Gast







BeitragVerfasst am: 01.06.2014 10:34    Titel: Träume sind Schokoschäume eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Guten Morgen an alle, von Emmy. Ich schicke Euch meinen Text und schicke ebenfalls voraus, das es vorwiegend eine Geschichte für Frauen ab der Lebensmitte ist. Ich hoffe auf Eure konstruktive Kritik. Danke für eure  Zeit!
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Bananenfischin
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor

Moderatorin

Beiträge: 4602
Wohnort: NRW
Goldene Feder Prosa Pokapro IV & Lezepo II
Silberne Harfe



BeitragVerfasst am: 01.06.2014 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Emmy,

bitte stell den Text doch direkt hier ein. Auf diese Weise funktioniert auch konstruktive Textarbeit besser, denn dann kann direkt am und im Text gearbeitet werden und ein nachfolgender Kritiker kann Bisheriges besser nachvollziehen.

Liebe Grüße
Bananenfischin


_________________
»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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Gast







BeitragVerfasst am: 01.06.2014 12:39    Titel: sorry pdf-Datei Antworten mit Zitat

wie stelle ich den Text hier direkt ein? Stehe leider auf "dem Schlauch"
Emmy
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Ithanea
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 28
Beiträge: 1271

Ei 3


BeitragVerfasst am: 01.06.2014 12:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Emmy,
Kopiere einfach die Textstelle, die du hier zeigen möchtest und füge sie direkt als Antwort im Editor ein.
Überprüfe nochmal, ob alle Anführungszeichen oder Kursivformatierungen mitübernommen wurden.
Als Umfang, damit auch einige hängen bleiben und kommentieren haben sich zwischen 500 und 2000 Wörter bewährt. Genaueres auch hier: http://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=44515


_________________
Verschrieben. Verzettelt.
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Gast







BeitragVerfasst am: 01.06.2014 13:23    Titel: Träume sind Schokoschäume pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Leser,
bitte erwarten Sie jetzt keinen Thriller,
keinen Fantasy Roman,
keine Erotik Lektüre.
- Träume sind Schokoschäume -
Sie alle kennen diese Träume,
die wir nur all zu gerne
in zuckersüße Schokoladenglasur eintunken.
Bildhaft und aussagekräftig
wird aus dem Leben
der modernen, Lebens erprobten Emmy erzählt.
Eine sensible Geschichte.
Sie ist authentisch, feinfühlig, lebensnah geschrieben.
Viele Frauen werden sich während des Lesens
in dem erzählten Lebensabschnitt
der Emmy, wiederfinden.
Die Männer bekommen einen Einblick
in die Gefühlswelt einer taffen Frau.
Lesen Sie einfach!
Herzlich Ihre Emmy Krafft
Träume ich noch oder lebe ich schon?, huscht Emmy beim wach werden durch den Kopf. Ihr Traum war traumhaft schön gewesen, ihr Körper fühlte sich entspannt an und es umgab sie eine wohlige Stimmung. Langsam sammelt sie ihre Gedanken. Sie lauscht. Es ist still, zu still. Was für ein Tag ist heute, Sonntag oder Montag?
Egal, inzwischen ist jeder Tag sonntäglich, seit Emmy mit dreiundsechzig Jahren frühzeitig in Altersrente ge­gangen ist. Finanziell war es über­schaubar und das geschmälerte Rentengeld konnte sie verantworten. Der Verzicht auf weisungsgebundene Pflichten und die ver­lockende Unabhängigkeit erleichterten ihr diese Ent­scheidung.
Die großen Leuchtziffern auf dem Display der Nacht­tischuhr zeigen ihr zuverlässig die Zeit an. Wie gewohnt stellt sie abends die frühe Weckzeit ein. Sie möchte auch heute die schöne Morgenzeit nicht ver­schlafen. Verlässlich weckt der Wecker im Zehn­minutentakt und den nächsten Intervallton mit seiner steigenden Lautstärke will sie nicht mehr hören. Sie lauscht auf die gewohnten eiligen Schritte der laut plappernden Schulkinder. Es fehlt das brummende Motoren­geräusch des wartenden Schulbusses und sie hört nicht die viel zu schnell vorbeifahrenden Autos.
Stille – es ist also Sonntag.
Da ist aber noch ein anderer Weckruf! Es ist das dynamische frühe Morgengezwitscher der aktiven Gartenvögel. Ob Sonntag oder Montag, ihr Open-Air-Konzert findet täglich statt.
   Bevor Emmy das Bett verlässt, werden noch pflicht­bewusst gymnastische Übungen für die Beine, Bauch und den Po gemacht. Einmal tief ein- und wieder ausatmen - oder war das ein Seufzer? - und zum Abschluss recken und strecken. Das alles geschieht fast automatisch ohne große Dynamik. Sie ist es ihrer Figur schuldig und eigentlich ist es nicht genug.
Wie gesagt „eigentlich" – diese kleine Gymnastik be­ruhigt ihre morgend­liche Eitelkeit. Etwas ist besser als gar nichts. Der Zahn der Zeit nagt auch an ihrem Körper. Der kritische Blick im Badezimmerspiegel trägt nicht zur freundlichen Morgenstimmung bei. Die viel zu teuere aber wirkungsvolle Augencreme wird sanft aufgetragen und anschließend leicht mit den Fingerspitzen eingeklopft. Sie soll die ver­räterischen Falten glätten. Schnell bringt Emmy mit beiden Händen die abstrakte Bettfrisur wieder in Form. Sie streift den griffbereiten Bade­mantel über im ver­lockenden Wissen auf eine gute Tasse Kaffee und ein Honigbrot. Seit Jahrzehnten nimmt sie Honig zu sich und ist von seiner Heilkraft überzeugt. Im Winter genießt sie ab und an, bevor sie zu Bett geht, eine Tasse heiße Milch mit Honig. Schluck für Schluck, leise schlurfend getrunken, hilft ihr das altbewährte Haus­mittel, rasch und wohlig einzuschlafen. Emmy bevorzugt den Raps-Honig von der Küste.
Anfang Mai leuchten die gelben Rapsfelder an der Ost­seeküste. Wie künstlerisch angeordnet fügen sie sich zwischen die grünen und braunen Felder ein und es erinnert Emmy an ein Patchwork-Muster. Rapsfelder finden sich auch auf einem Bild des Malers Klaus Fußmann wieder. Der blühende Raps breitet sich links und rechts um eine kleine Bauernkate aus, als wollte er vor zu heftigen Frühjahrsstürmen schützen. Dieses Motiv gefällt ihr besonders gut. Gemeinsam hatten ihr Mann Ruprecht und sie das Bild in Burg auf Feh­marn erstanden. Es hat seinen Platz im Wohnzimmer ober­halb der Kommode. Auf eine besondere Weise schließt sich ein schöner Kreis.
Die Heilwirkung des Honigs ist nachhaltig zu spüren, denn wenigstens ihr Immunsystem ist im Gleich­gewicht.
    Bedächtig geht Emmy die Treppe hinunter. Ihr Hund mit Namen Kaline begrüßt sie in freudiger Erwartung auf ein Hundefrühstück. Nach dem Tod von Ruprecht wurde Kaline ihr einziger häuslicher Mittel­punkt. Die morgendliche Kommunikation besteht aus liebe­vollen Begrüßungsworten ihrerseits und schwanz­wedelnd wird zumindest ebenso lieb ge­antwortet. Emmy holte den Welpen aus einer guten Zucht in der Nähe von Osna­brück. In den Zuchtpapieren war der Name Tapsy von der Burgmannstadt eingetragen.
In jeder erdenklichen Tonlage übte sie, wie ein leiser Zuruf oder ein Kommando klingen würde. Tapsy ging gar nicht. Die aktuellen Hundenamen irritierten Emmy. Inzwischen hörten Kind und Hund – mehr oder weniger gut – auf diese Modenamen.
Emmy lag nicht immer im Trend, eher bevorzugte sie das Individuelle. Sie wurde in Münster geboren und hatte ihr Leben hier verbracht. Sie zeigte sich heimat­verbunden und gab ihrem Hund den Namen Kaline. Der Name findet sich in der lokalen Kultsprache Masematte wieder und bedeutet übersetzt Frau, Freundin. Diese Art Geheimsprache entstand in den Kriegsjahren, überwiegend in den Armuts­vierteln von Münster. Aus dem Sprachgebrauch der Deutschen, Polnischen, Jüdischen und dem der Roma entwickelte sich diese eigenartige Verständigung.
In der regionalen Sondersprache aus Münster einen Hundenamen für eine britische Rasse aus Wales zu finden, war nicht alltäg­lich.
Die Namensgebung gefiel Emmy und zusätzlich war sie individuell.
Der erste Schluck Kaffee – sehr heiß und schwarz – tut ihr gut, weckt müde Geister und die Gedanken nehmen ihren Lauf. Wenn sie alleine frühstückt – Emmy früh­stückt fast immer alleine –, sitzt sie im blauen Leder­sessel mit Ausblick in den gepflegten Garten. Sie ver­fällt oft in Tagträumereien und würde Kaline sie nicht anstupsen, um an die Morgenrunde zu erinnern, säße sie dort noch länger. Auf die nüchternen Morgennachrichten im Radio kann Emmy in der Früh verzichten. Nur das unterschiedliche Pendelticken der beiden alten Kamin Uhren ist ein vertrautes Geräusch, das sie über Jahrzehnte begleitet.  
   Beim morgendlichen Hundespaziergang sieht Emmy hin und wieder den Postzusteller – viel schöner findet sie den Namen Briefträger oder Postbote - der hier am Stadtrand das gelbe Postauto fährt. Es kommt Emmy entgegen oder sie wird von dem Mobil überholt. Der kurze Wink mit der Hand ist ein freundlicher Morgengruß vom Fahrer. Wenn es seine Zeit erlaubt wird kurz angehalten, und durch die heruntergelassene Fensterscheibe klingt ein sympathisches „Guten Morgen“. Ihre Frage: Ist heute etwas für mich dabei?, wird mal so oder so von dem gut gestimmten, bärtigen Mann im gelben Auto, beantwortet. Der Wagen rollt weiter und Emmy beendet ihre erste Tagesrunde mit Kaline.
   Es sind die kleinen positiven Dinge des Tages, die für Emmy, mit der neuen ungebundenen Zeit einer frisch "gebackenen" Rentnerin, eine ganz neue Bedeutung bekommen. Sie hat einen sensiblen Blick für die Menschen bekommen. Er ist anders als zu ihrer aktiven Zeit im Job. Im Berufsleben war es eher der wache und verbindliche, stets prüfende Geschäftsblick, immer konzentriert ausgerichtet auf ihre Gesprächspartner. Heute ist es ein unverbindlicher fast milder aber dennoch aufmerksamer Augenblick. Vieles fällt dabei ins Gewicht und die kleinen Begebenheiten bekommen hin und wieder eine große Bedeutung.                
Es hat sich viel in ihrem Leben verändert.                                                          
  Noch gar nicht solange her, es hätte auch gestern sein können, stand Emmy aktiv im beruf­lichen Alltag. Ihr gesamter Lebensinhalt mit all seinen sozialen Kontakten, spontanen Aktionen, schönen Reisen, Aus­tausch von Ideen, das Genießen zu zweit oder den dazugehörigen Pflichten, sei es im Beruf oder Zuhause, hatte sich geändert. Mit diesen so wichtigen Bausteinen war sie mit Rupprecht im Einklang gewesen.                                              
Alles war gut. Die Liebe war gut, das Leben war gut, der Beruf war gut. Es passte, aber nicht ausschließlich. Da waren die verschiedenen Wesensarten mit ihren kleinen nervigen Eigenheiten und die so oft unter­schätzten, unterschiedlichen Freizeitinteressen. Ein Altersunterschied von sechzehn Jahren trennte sie beide.
  Wie hatten sie sich kennengelernt? Im Mai 1996 machten Emmy und Ruprecht unabhängig voreinander in Bad Sachsa eine Kur. - "Erhaltung der Arbeitskraft" – lautete die Überschrift -. Emmy war erschöpft und wollte viel Gutes für sich tun und sich ganz und gar    auf sich selbst konzentrieren. Sie wählte keine gemischte Tischrunde, sondern bewusst einen Vierer Frauentisch. Nach dem die ärztlichen Verordnungen terminlich feststanden, ging Emmy am zweiten Tag in ihrer Freistunde zur Toristinformation, um sich über die laufenden Programme zu informieren. Dort traf sie Ruprecht. Sie hatten sich in den zwei Tagen gar nicht wahrgenommen. Dass sie Kurgäste waren, stand ihnen wohl auf der Stirn geschrieben, denn wie selbstverständlich kamen sie ins Gespräch. Nachdem die höflichen Floskeln ausgetauscht waren, wies Ruprecht sie auf die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte, auf das Jubiläumskonzert zum 100. hin. Das Gewandhaus-Bläserquintett zu Leipzig gab sich - und wollte auch ihnen - die Ehre geben. Emmy bedankte sich für den Tipp und war nicht abgeneigt, zumal sie für klassische Musik aufgeschlossen war. Aber wie kam sie zu dem Ort des Geschehens, der immerhin einige Kilometer vom Kurzentrum entfernt war? Sie hatte sich für einen autofreien Kuraufenthalt entschieden! Ruprecht lud sie in aller Form ein, mit ihm dort hinzufahren. Er war mit dem Wagen angereist und konnte auf seinen sehr gepflegten, dunkelgrünen Volvo nur schlecht verzichten.  Jeder von ihnen buchte für fünfunddreißig D-Mark (DM) die Eintrittskarte für einen traumhaft schönen Konzertabend. Derweil hatte es zu regnen angefangen und Ruprecht bot ihr für den Rückweg, seinen Schutz unter dem Regenschirm an. So fing alles an. Die Zeit der ungewohnten Träume nahm ihren freien Lauf, solange, bis sie Wirklichkeit wurden.
   Was hatte Emmy so mitgerissen, als sie Rupprecht traf? Seine sonore Stimme, dynamische Männlichkeit, interessante gepflegte Er­scheinung, seine absolute Zu­verlässigkeit, die intelligente und charmante Art, mit Menschen zu kommunizieren? Seine Willensstärke konnte mitunter auch anstrengend sein.
Nach achtundzwanzig Ehejahren erlebte Emmy ihre zweite Liebe.                                                                 
  Sie hatte gut geratene Kinder, die inzwischen ihren Weg ins selbständige Leben gefunden hatten. Mit zwanzig Jahren musste Emmy zu früh heiraten. Sie war eigensinnig und selbstbewusst, aber stets im guten Einklang mit der ganzen Familie, eingeschlossen die Eltern beiderseits. Die Jahre verliefen mit mehrgleisigen Aufgaben und Pflichten. Emmy ist Mutter, Ehefrau, Hausfrau, Kind der Senioreneltern und über­wiegend
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Gast







BeitragVerfasst am: 01.06.2014 13:25    Titel: Danke pdf-Datei Antworten mit Zitat

hat geklappt. Vielleicht klappt es ja auch mit den Kritiken. LG Emmy
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Lionne
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 44
Beiträge: 455

Ei 8


BeitragVerfasst am: 02.06.2014 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Emmy

Mit etwas Verspätung auch von mir ein Willkommen hier im Forum. Du bist mutig und hast gleich einen Text eingestellt Wink  Da will ich doch mal sehen, ob ich dir ein kleines Feedback geben kann.

Wenn ich den Anfang deiner Geschichte lese, habe ich das Gefühl, dass deine Protagonistin mich mitnimmt auf einen Gedankenspaziergang. Deine Emmy scheint an diesem Morgen leicht gelangweilt zu sein (vielleicht unterstelle ich ihr da was Falsches Wink ), deshalb lässt sie sich von allem möglichen ablenken und zu jeder Handlung oder jedem Gegenstand, den ihr Auge trifft, kommt ihr wieder was in den Sinn.
Zitat:
Der erste Schluck Kaffee – sehr heiß und schwarz – tut ihr gut, weckt müde Geister und die Gedanken nehmen ihren Lauf. Wenn sie alleine frühstückt – Emmy früh­stückt fast immer alleine –, sitzt sie im blauen Leder­sessel mit Ausblick in den gepflegten Garten. Sie ver­fällt oft in Tagträumereien und würde Kaline sie nicht anstupsen, um an die Morgenrunde zu erinnern, säße sie dort noch länger.

Diese Beschreibung lässt mich schmunzeln. Deine Emmy ist mir sympathisch (du schaffst es, den Leser in ihre Welt zu nehmen) und ich kann mir gut vorstellen, dass sie es schaffen würde, den ganzen Tag lang im Sessel zu sitzen und aus vergangenen Zeiten zu erzählen.

Ich müsste mich vielleicht besser schlau machen, um was für eine Art Geschichte es sich hier handelt. Sind es eher ganz viele einzelne Gedankensplitter, die du weitergibst? Oder ist es eine zusammenhängende Geschichte, die auf einen Höhepunkt zusteuert? Was auch immer: Für mich persönlich würde ich mir in dieser Geschichte etwas mehr Struktur wünschen. Deine Protagonistin beginnt etwas, hält dann einen inneren Monolog darüber und lenkt mich damit ziemlich vom eigentlichen Geschehen ab. Ich muss beim Lesen immer wieder überlegen "ähh, was hat sie jetzt eigentlich grad getan / gewollt".
Würde deine Geschichte einfach aus interessanten kleinen Gedankensplittern bestehen, dann könntest du die vielleicht übersichtlicher gliedern, vielleicht als einzelne kleine humorvolle oder nachdenkliche Kurzgeschichten ("Schokotraumsequenzen" oder sowas smile ), à la "wie mein Hund zu seinem Namen kam" oder "Morgengymnastik".
Ist deine Geschichte aber eher romanartig, dann musst du dir überlegen, ob du wirklich alle diese ausschweifenden Gedankengänge für benötigst. Möglicherweise ist es hilfreich, wenn du dir für jedes Kapitel einen eigenen kleinen Höhepunkt (=was ist das Wichtigste) überlegst und versuchst, dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Soweit mal meine ersten Gedanken zu deiner Geschichte.

LG, Lionne
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Einar Inperson
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1742
Wohnort: Auf dem Narrenschiff


BeitragVerfasst am: 02.06.2014 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Emmy,

als erstes eine Erbse.
Du solltest darauf achten, entweder Ruprecht oder Rupprecht zu schreiben.

Aber was ist mit deinem Text.
Ich lese eine berichtende, betuliche Sprache, die ich eher eine Generation vor Emmy eingeordnet hätte. In meinem Lesen ist Emmy schon einige Jahre Rentnerin, allerdings noch mit einer gewissen gedanklichen Nähe zum Berufsleben. Geburtsjahrgang Mitte bis Ende der 40iger Jahre stelle ich mir vor. Nachkriegskind.

Der Text enthält Passagen, die mir gut gefallen. Die Sonntagsstille, die eine ganz besondere ist, schimmert heraus. Der Hundename Kaline, entlehnt aus der welschen Sprache Masematte, oder das kurze Eintauchen in das Gemälde von Klaus Fußmann in der Verbindung Honig, Rapsfelder, Gemälde.

Leider sind diese Stellen Ausnahmen, denn da, wo es lebendig werden könnte, verbleibst du in diesem Aufzählungsmodus. Exemplarisch dafür die Szene, in der Emmy Ruprecht kennenlernt. Warum nicht Ruprecht das Konzert erwähnen, die Einladung aussprechen lassen. Warum nicht Emmy antworten, die Einladung annehmen lassen. Das sind natürlich nur meine Gedanken zu dieser Stelle. Es steht mir nicht zu, dir Vorschriften zu machen, wie du deine Geschichte erzählen möchtest.

Wie ist das geschrieben, so wie du den Text angelegt hast?
Dazu auch zwei Beispiele.
In grün ein Satz, der mir sehr gut gefallen hat.  Da ist es dir gelungen, Gefühle, Wünsche und eine ganze Geschichte in einem Satz  auszudrücken. Großartig.

Dagegen in blau eine verwaschene, nicht klare Aussage. Emmy ist für klassische Musik aufgeschlossen. Was bedeutet das. Eigentlich hört Emmy eine andere Musik. Schlager, Rock, Operette. Oder ist klassische Musik tatsächlich ihre favorisierte Musikrichtung.
Dies wäre auch beispielsweise eine Stelle,  die vielleicht in einem netten Dialog Emmy als Person dem Leser näher gebracht hätte.

In rot ein kleiner Tippfehler

Ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich mir erlaubt habe, dich dem Forenstil gemäß, mit du angeredet zu haben.

Zitat:
Alles war gut. Die Liebe war gut, das Leben war gut, der Beruf war gut. Es passte, aber nicht ausschließlich. Da waren die verschiedenen Wesensarten mit ihren kleinen nervigen Eigenheiten und die so oft unter­schätzten, unterschiedlichen Freizeitinteressen. Ein Altersunterschied von sechzehn Jahren trennte sie beide.
Wie hatten sie sich kennengelernt? Im Mai 1996 machten Emmy und Ruprecht unabhängig voreinander in Bad Sachsa eine Kur. - "Erhaltung der Arbeitskraft" – lautete die Überschrift -. Emmy war erschöpft und wollte viel Gutes für sich tun und sich ganz und gar auf sich selbst konzentrieren. Sie wählte keine gemischte Tischrunde, sondern bewusst einen Vierer Frauentisch. Nach dem die ärztlichen Verordnungen terminlich feststanden, ging Emmy am zweiten Tag in ihrer Freistunde zur Toristinformation, um sich über die laufenden Programme zu informieren. Dort traf sie Ruprecht. Sie hatten sich in den zwei Tagen gar nicht wahrgenommen. Dass sie Kurgäste waren, stand ihnen wohl auf der Stirn geschrieben, denn wie selbstverständlich kamen sie ins Gespräch. Nachdem die höflichen Floskeln ausgetauscht waren, wies Ruprecht sie auf die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte, auf das Jubiläumskonzert zum 100. hin. Das Gewandhaus-Bläserquintett zu Leipzig gab sich - und wollte auch ihnen - die Ehre geben. Emmy bedankte sich für den Tipp und war nicht abgeneigt, zumal sie für klassische Musik aufgeschlossen war. Aber wie kam sie zu dem Ort des Geschehens, der immerhin einige Kilometer vom Kurzentrum entfernt war? Sie hatte sich für einen autofreien Kuraufenthalt entschieden! Ruprecht lud sie in aller Form ein, mit ihm dort hinzufahren. Er war mit dem Wagen angereist und konnte auf seinen sehr gepflegten, dunkelgrünen Volvo nur schlecht verzichten. Jeder von ihnen buchte für fünfunddreißig D-Mark (DM) die Eintrittskarte für einen traumhaft schönen Konzertabend. Derweil hatte es zu regnen angefangen und Ruprecht bot ihr für den Rückweg, seinen Schutz unter dem Regenschirm an. So fing alles an. Die Zeit der ungewohnten Träume nahm ihren freien Lauf, solange, bis sie Wirklichkeit wurden.


_________________
Traurige Grüße und ein Schmunzeln im Knopfloch

Zitat: "Ich habe nichts zu sagen, deshalb schreibe ich, weil ich nicht malen kann"
Einar Inperson in Anlehnung an Aris Kalaizis

si tu n'es pas là, je ne suis plus le même

"Ehrfurcht vor dem Leben" Albert Schweitzer
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Gast







BeitragVerfasst am: 02.06.2014 15:53    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zunächst meinen lieben Dank an Lionne u. Einar Inperson für Eure ausführliche - mir einleuchtende Kritik -, die mir mit Sicherheit in meiner kleinen Unsicherheit weiterhelfen wird. Kleine Höhepunkte oder nicht zu ahnende Überraschungen kommen natürlich vor. Die Idee mit den Kurzgeschichten gefällt mir auch gut und stelle mir soeben den Inhalt meines Buches in einzelnen Kapiteln vor. Was mache ich nun? Weiter dran arbeiten!!
Ich darf Euch mitteilen?! Bis später LG Emmy
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Brita A.
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 40



BeitragVerfasst am: 02.06.2014 16:50    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Emmy, nur eine Kleinigkeit:

"Ihr Traum war traumhaft schön gewesen"

Vielleicht könnte man das besser nicht redundant formulieren...

LG, Brita


_________________
Herzlichst, Brita
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BeitragVerfasst am: 06.06.2014 18:07    Titel: bitte noch einmal - danke pdf-Datei Antworten mit Zitat

hallo zusammen von Emmy. Ich schicke Euch noch ein weiteres Kapitel mit der ganz lieben Bitte es zu kritisieren. In den letzten Tage habe ich viel hier im Forum gelesen und erlaube mir zu erwähnen, dass ich zeitweilig, über den bunten, vielfältigen, sogar etwas hektischen Schreibstil irritiert wurde. Als wolle man dem Leser schnell alles mitteilen. Ich weiß, ich schreibe recht pragmatisch, zweifel schon daran, ob das, was ich mitzuteilen habe, einfach nicht mehr "In" ist. Zumindest ist es real. Danke für Eure Zeit.           Intermezzo
Emmy erinnert sich zurück an die Zeit ihrer beruflichen
Tätigkeit.
Unweit vom Büro befindet sich ein kleiner Grünpark
mit den dazugehörigen Parkbänken. Sie hatten durch
die ständige Belagerung Macken abbekommen und
waren über die Jahre mit grauer Patina überzogen. Die
aufgestellten Papierkörbe waren stets überfüllt und es
tröstete ein wenig, das die Abfälle wenigstens den
richtigen Weg gefunden hatten. Mit der Zeit wurde der
kleine Platz zu einem festen Treffpunkt für Menschen,
die in unserer Gesellschaft irgendwann ins Abseits gerutscht
sind. Sie wurden oft unfreiwillig aus der Bahn
geworfen, hatten den Anschluss an das Berufsleben
verpasst und waren auf Gutdünken anderer angewiesen.
Wie auch immer, - Pech gehabt -, wäre zu
einfach geantwortet. Der nicht Enden wollende Müßiggang
war nur mit regelmäßigem Alkoholgenuss zu ertragen.
Das Wissen kaum eine andere Chance zu bekommen,
machte sie in der Gruppe unter Gleichgesinnten
stark. Durch ihre zuverlässige Präsenz gehörten
sie bereits zum Stadtbild.
- Sie waren einfach da -

Es war montags am späten Nachmittag, als die
Bürotür temperamentvoll aufgestoßen wurde. Ein angetrunkener
Kumpel, vielleicht Mitte dreißig, stolperte
in den Geschäftsraum. Er forderte lallend "einmal
Pommes rotweiß", legte sich im selben Moment auf den
Teppich, verschränkte seine Arme vor dem Körper, und
träumte einfach seinen Traum. Emmy bemühte sich,
ihm zu erklären: Falsche Adresse, bitte aufstehen,
komm wir helfen! Der Azubi im Büro sah ganz hilflos
aus und trotz beherzten Zupackens konnten sie beide
den Irrläufer nicht von der Stelle bewegen. Der gerufene,
zuverlässige Samariter Dienst nahm den
Träumer unter seine Fittiche. Mit dem guten Wissen,
das sich gekümmert wurde und dieses kleine Intermezzo
eine Ausnahme war, ging es wieder zu Tagesordnung
über.
Emmy fotografierte schon immer gerne, hatte Ordner
angelegt mit unterschiedlichen Themenbereichen, und
sie auf ihrem PC abgespeichert. Ein Ordner trug die
Überschrift: Menschen. Immer wieder wurde sie durch
die fremden Mitmenschen – das Genre spielte keine
Rolle -, inspiriert. Die oft typischen Merkmale in ihren
Gesichtern waren ausschlaggebend.

Gesichter, geprägt von Entbehrungen, dem offensichtlich
entgleisten Leben, der selbst schützende gleichgültige
Blick, oder auch das krasse Gegenteil, mal
lustig komische Gestalten, so komisch, dass sie sich
unbedingt ins Bild setzen wollten.
Emmy erinnert sich an den Frankreichurlaub mit
Ruprecht.
Sie spazierten durch enge Altstadtgassen. Faszinierend
waren die alten Stadthäuser mit ihren Französischen
Balkons. Fast jedes Haus besaß einen und man glaubt
es kaum, die Muster der Eisengitter waren alle unterschiedlich.
Emmy blieb plötzlich stehen und schaute
durch eine geöffnete alte Haustür aus Holz, direkt auf
eine steile Steintreppe. Auf den schattigen Stufen saß
ein sehr betagtes Ehepaar. Sie waren einfach gekleidet
und trugen wie selbstverständlich ihre Pantoffeln. Eine
blau-weiß gemusterte Kittelschürze schonte - auch in
ihrer Mußestunde - die schwarze Kleidung der Frau. Sie
trug ein ebenso schwarzes Sportkappy, mit einem auffallend
modernen, gelbfarbigen Werbeemblem. Etwas
kokett lukten ein paar dünne graue Haarsträhnen
heraus, die sich in ihrem Nacken sanft kräuselten. Die
kleinen rundgeformten, goldenen Ohrringe passten so

recht gar nicht zum Gesamtbild der Frau. Anders betrachtet
gehörten sie wie selbstverständlich zu ihr. Der
Blick des Betrachters wurde wohl durch die maskuline
Kappe irritiert. Ihr Mann hatte ein blau karriertes Hemd
angezogen, und trug einen grauen Hut mit übergroßer
Krempe. Ganz nah saßen sie nebeneinander und hielten
sich an der Hand. Sie ruhten in sich und sahen gelassen
dem Touristen Treiben auf der Straße zu.
Dieser zauberhafte Augenblick berührte Emmy so sehr,
dass sie von dem französichen Seniorenpaar eine
Momentaufnahme machte. Sie willigten ein.
Fotomotive gab es für Emmy genug und die täglichen
"Banknachbarn" aus dem Park, wollte sie schon immer
fotografieren. Etwas unsicher, auf eine rüde Antwort
gefasst, ging sie mit ihrer Kamera in der Hand zu der
kleinen Gruppe. Sie erzählte von ihrem Hobby und bat
darum, ihre geprägten Gesichter, im Bild festzuhalten.
Bedenkenlos, ja sogar etwas stolz, willigten sie ein und
setzten sich in Pose, wurden eitel und zupften hier und
da an sich herum. Sie setzten sich zu dritt auf ihre
Bank, legten die Arme um die Schultern des Nachbarn
und alberten etwas herum.

Es waren sympathische Momente mit lachenden
Menschen. Die Bilder wurden gut. Das Versprechen,
jedem ein Foto zukommen zu lassen, löste Emmy
selbstverständlich ein. Die Männer machten keinen
Hehl aus ihrer Überraschung. Tatsächlich hielt jemand
sein Versprechen! Was hatten sie nur für enttäuschte
Erfahrungen gemacht!
Um gute Kundenkontakte zu pflegen, waren auch
geschäftliche Hausbesuche üblich. Emmy hatte einen
Termin bei langjährigen Kunden, einem älteren Ehepaar.
Dieser Kontakt war erforderlich, da einige
Formulare geordnet und ergänzt werden mussten. Die
Haustür wurde freundlich von einer gepflegten Frau
geöffnet. Auffallend war ihr ebenmäßig schönes Gesicht,
das ihr Alter nur schwer erraten ließ. In der
guten Stube wurde Emmy von dem Ehemann erwartet.
Der Mann war um einige Jahre älter als seine Frau. Er
hatte einen Lieblingsplatz am Fenster und saß in
seinem Ohrensessel. Das Sitzmöbel mit seinem verschossenen
Paisleymuster war ebenfalls in die Jahre
gekommen. Das letzte Geburtstagsgeschenk seiner
Frau war ein kariertes irisches Plaid aus feiner Schurwolle,
welches er wärmend auf seine Knie gelegt hatte.
40

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