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Mephisto Paredros
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 23
Beiträge: 15
Wohnort: Minden


BeitragVerfasst am: 18.05.2014 01:25    Titel: Ich beginne nun also, titellos... eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zunächst wäre ich sehr froh über einen Tipp zum Format, denn mir ist bereits bewusst, dass dieser Text mit den von mir gewählten Absätzen sehr verworren aussehen wird (Dabei hatte er sogar ein perfektes Seitenende). Trotzdem viel Spass mit dieser kleinen Kostprobe:

Eigentlich sollte es, zumindest hier, um niemanden anders als mich gehen, aber das tut es nicht. Das tat es nie. Es ist immer nur Ilja, der Sanfte, der Träumer, der Idiot. Und nun schildere ich, Ich!, auch noch alles Bewahrenswerte über ihn; Von seiner Geburt bis zu diesem entsetzlichem Tag, jener verheerenden Katastrophe, seinem Untergang, unserem Verderben.
Und ebendies begann, als in einer Sternen-umwobenden Nacht ein kleines Kind in einer kleinen Klinik, nebst einem ruhig dahinfließendem Fluss, zum ersten mal das Licht der Welt, einer grell strahlenden Deckenlampe, genoss. Hiervor schob sich zuerst das Augenpaar seiner Mutter, dann folgte das zufriedene Lächeln des Vaters.
Sie nannten ihn Ilja, oder auch nicht, lehrten ihn das Laufen, das Sprechen, das Lernen, Ordnung, Disziplin.
Sie verarmten, lehrten ihm Liebe,lehrten ihm Furcht, zeigten ihm Hass, Verlust, Hilflosigkeit.
Sie formten und töpferten mit Augenbinden an ihm.
Und irgendwann verließ er sie.

Verurteile mich nicht, Leser, mehr weiß ich wirklich nicht, mehr hat er nicht erzählt und selbst hier traue ich ihm mittlerweile schon nicht mehr.

Dennoch, wahrlich interessant wird es erst ab diesem einem ganz besonderen Tag.
Er war also gegangen, hatte seinen Rucksack gepackt und sein Elternhaus gegen die Welt gehandelt. Hirn und Herz kannten nicht mehr als den nächsten und den übernächsten kurzen Schritt.
Wieso er das tat? Ich wagte es dereinst ihn zu fragen; Er blickte mir nur tief in die Augen und fragte zurück:
„Warum? Hat doch alles funktioniert.“
„Nun...“
„Halts Maul!“ Das war er wirklich, Ilja der Sanfte, der Träumer, der Idiot.
Aber ich sprach nicht weiter davon, hörten wir doch die scharrenden Schritte vor der Tür und das laute Atmen von der anderen Seite.
Ich greife ja komplett vor! Noch etwas was deine Geduld hoffentlich nicht allzu sehr strapaziert. Wenn doch, so gebe ich dir noch einen letzten Ausweg:

← Ausgang, eine Seite nach da ←
Nein? Noch hier? Ihr könnt einfach nicht anders, euer Interesse an diesem Leuchten in tiefster Nacht ist doch zu groß, als das ihr nicht auf der Lampe verenden müsstet. Und dann zappelt und schreit ihr, kleine Fliegen!
Du bist nicht besser als die Anderen, du bist auch Anderer, es ist mir egal wann und wo lebst, auch du bis mir erlegen! Warum müsst ihr das bloß? Warum?

Aber nein! Nein! Nein! Nein!! Oh nein...
Ilja.
Dieser Tag!

Er saß am See, ein schöner kleiner See, das Wasser war vollkommen klar; Man konnte seinen steinigen Grund sehen, ja selbst diese Kiesel leuchteten und strahlten, rein gewaschen, im Sonnenlicht.

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Rainer Zufall
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 64
Beiträge: 801

Pokapro und Lezepo 2014


BeitragVerfasst am: 18.05.2014 08:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Mephisto,
was für ein Nick. Smile Wie kommt man auf solch einen Namen?

Also zuerst mal zum Format: Mir ist gar nichts Besonderes daran aufgefallen. Oder halt, ja, die Absätze und die Alleinstellung einiger Zeilen. Okay. Aber fand ich weder schwer lesbar noch so, dass ich mir darüber den Kopf zerbrechen würde. Gefiel mir eigentlich ganz gut.

Zum Text:
Er hinterlässt mich sehr zwiegespalten. Ich frage mich beispielsweise, warum du unbedingt in dieser altertümelnden Diktion schreiben willst, man merkt, dass du sprachlich nicht in ihr zuhause bist, dafür machst du doch so einige Fehler zuviel. Also warum auf Teufel komm raus so schreiben?
Und wenn du es dennoch beibehältst, dann nimm doch die Korrekturen anderer an. Ih bin kein Mensch, der großartig auf der Rechtschreibung rumhacken mag. Ich schreibe in meinen feedbacks auch lieber über andere Sachen. Aber. In einem deiner früheren Texte habe ich gelesen, die Fehler kämen daher, dass der Text noch unfertig sei. Ich finde das keine gute Haltung. Grammatikfehler, Kommafehler, das ganze Zeug  haut den Leser auch regelmäßig aus dem Leseprozess raus, das kann man als Autor doch nicht wollen. Fehler zu korrigieren halte ich für eine Selbstverständlichkeit. Und ebenso meinen Text so einzustellen, dass er zumindest für mein Können fehlerfrei ist.

Die nächste Sache ist die Leseransprache. Also ganz prinzipiell hat das Anquatschen des Lesers leicht etwas Anbiederndes.
Hier geht es, weil du es als Stilmittel der Spannungsverzögerung einsetzt. Aber es klappt auch längst nicht überall. Ganz besonders icht mehr gegen Schluss. Da erreichst du das Gegenteil von deiner gewünschten Wirkung. Zumindest bei mir.
Aber Stück für Stück.

Zitat:
Eigentlich sollte es, zumindest hier, um niemanden anders als mich gehen, aber das tut es nicht. Das tat es nie. Es ist immer nur Ilja, der Sanfte, der Träumer, der Idiot. Und nun schildere ich, Ich!, auch noch alles Bewahrenswerte über ihn; Von seiner Geburt bis zu diesem entsetzlichem Tag, jener verheerenden Katastrophe, seinem Untergang, unserem Verderben.

Den Anfang mochte ich, weil du hier sofort Spannung aufbaust. Jemand muss die Geschichte Iljas erzählen, ob er will oder nicht.
Aber schon hier sind Grammatikfehler:  bis zu diesem entsetzlichen Tag.

Zitat:
Und ebendies begann, als in einer Sternen-umwobenden Nacht ein kleines Kind in einer kleinen Klinik, nebst einem ruhig dahinfließendem Fluss, zum ersten mal das Licht der Welt, einer grell strahlenden Deckenlampe, genoss.

- Nebst bedeutet nicht neben, sondern mit. Jetzt sind in deinem Satz gleichzeitig ein Kind und ein Fluss geboren worden.
- sternenumwobenen Nacht
- zum ersten Mal
- die Deckenlampe ist doch eine Ausführung von das Licht der Welt, dann muss es auch im gleichen Fall stehen. Also: eine grell strahlende Deckenlampe
- Und du gehst hier sehr sehr verschwenderisch mit Kommas um.
Eigentlich müsste das so heißen:
Und ebendies begann, als in einer sternenumwobenen Nacht ein kleines Kind in einer kleinen Klinik neben einem ruhig dahinfließenden Fluss zum ersten Mal das Licht der Welt, eine grell strahlende Deckenlampe, genoss.
Und auch da ist sprachlich immer noch furchtbar viel zu machen.
- Kleines Kind, kleines kannst du völlig weglassen. Große Kinder werden nicht geboren. Warum also Selbstverständlichkeiten hinschreiben? Außerdem klingt kleines Kind - kleine Klinik nicht besonders gut.
- ein dahinfließender Fluss, also wenn du deinen Text selbst mal laut vorliest, dann, merkst du schon, dass das auch wieder eine Wiederholung ist, die keinerlei Zweck hat. Klingt unschön. Was soll ein Fluss denn auch sonst tun als rumzufließen. Also lass den ganzen Quatsch mit dem Fluss besser weg.
- Und ob das Kind das grelle Licht wirklich genießt, das wage ich zu bezweifeln. Aber nun gut. Wer weiß, was du damit noch vorhast und vielleicht ist das ja ein spezifisches Charakteristikum von Ilja, dass der unangenehme Dinge gut findet.

Zitat:
Sie nannten ihn Ilja, oder auch nicht, lehrten ihn das Laufen, das Sprechen, das Lernen, Ordnung, Disziplin.
Sie verarmten, lehrten ihm Liebe,lehrten ihm Furcht, zeigten ihm Hass, Verlust, Hilflosigkeit.
Sie formten und töpferten mit Augenbinden an ihm.
Und irgendwann verließ er sie.

- oder auch nicht - ich weiß nicht, was das bewirken soll, mich stresst das als Leser und kommt mir wie ein sprachliches Schmuckstückchen vor. Gar nicht so, als würde das genau zu der Figur passen, die du einem zeigen willst, sondern als würde es für dich gut klingen ohne Bezug zum Inhalt. Ich weiß nicht, ob du verstehst, was ich meine.
- DerSatz, der mit verarmten beginnt, das ist eine Aufzählung, wenn du ihn mit verarmten beginnst, und dann mit der vorher schon begonnenen Belehrung des Ilja weitermachst, klingt das einfach unrund. Da würde ich einen Punkt setzen. Außerdem ist es nicht elegant, wenn du einmal lehrten ihn schreibst und im Satz danach lehrten ihm. Du kannst beides verwenden, aber dann sollte ein Kasus beibehalten werden.
Wenn du eine Änderung drinhaben möchtest, dann verwende in dem zweiten Belehrungssatz doch durchgängig zeigten, wie du es eh in der zweiten Hälfte gemacht hast.


Zitat:
Verurteile mich nicht, Leser, mehr weiß ich wirklich nicht, mehr hat er nicht erzählt und selbst hier traue ich ihm mittlerweile schon nicht mehr.

Hier finde ich die Leseransprache noch okay. Aber sie könnte auch schon knapper sein.

Zitat:
Dennoch, wahrlich interessant wird es erst ab diesem einem ganz besonderen Tag.

Also Dativ und Akkusativ solltest du dir noch mal reinziehen.
Es muss einen ganz besonderen Tag heißen.

Zitat:
Wieso er das tat? Ich wagte es dereinst ihn zu fragen; Er blickte mir nur tief in die Augen und fragte zurück:
„Warum? Hat doch alles funktioniert.“
„Nun...“
„Halts Maul!“ Das war er wirklich, Ilja der Sanfte, der Träumer, der Idiot.

Dereinst. Puhhhh, also solche Wörter ziehen mir echt die Schue aus. Den Kontrast zwischen Erzählersprache und Iljas Umgangssprache kriegst du doch auch hin, ohne solche gekünstleten Wörter benutzen zu müssen. Das klingt einfachfurchtbar übertrieben. Nimm einmal.
Den Rest fand ich gut, also gerade, dass der Ilja so völlig anders redet, das erzeugt Spannung.

Zitat:
Aber ich sprach nicht weiter davon, hörten wir doch die scharrenden Schritte vor der Tür und das laute Atmen von der anderen Seite.
Ich greife ja komplett vor! Noch etwas KOMMA was deine Geduld hoffentlich nicht allzu sehr strapaziert. Wenn doch, so gebe ich dir noch einen letzten Ausweg:

← Ausgang, eine Seite nach da ←

Die scharrenden Schritte vor der Tür mochte ich. Wegen der Spannung, man will echt wissen, was die beiden zusammenhält und wo die da sind.
Hier ging es mit der Leseransprache gerade noch. Ich fand die Idee mit dem Ausgang sogar recht witzig.

Zitat:
Nein? Noch hier? Ihr könnt einfach nicht anders, euer Interesse an diesem Leuchten in tiefster Nacht ist doch zu groß, als das ihr nicht auf der Lampe verenden müsstet. Und dann zappelt und schreit ihr, kleine Fliegen!
Du bist nicht besser als die Anderen, du bist auch Anderer, es ist mir egal wann und wo lebst, auch du bis mir erlegen! Warum müsst ihr das bloß? Warum?

Aber hier. Nee, da wäre ich beinahe ausgestiegen, nur weil es nicht mehr viel war, hab ich den Rest noch gelesen.
Diese Stelle fand ich extrem nervig. Nicht nur, dass man als Leser schon wieder von der Seite angelabert wird, (das macht dir übrigens auch die nette Idee mit dem Ausgang kaputt) sondern die mystischen Andeutungen danach, das ist schon sehr anstrengend und nervtötend.   
Man wird als Leser da zum Material irgendwelcher sinnleerer Andeutungen des Erzählers. Dem Leser fehlt da aber alles an Info und so kommt das nur als Geschwurbel an. Vielleicht ist es ein ganz wichtiger Ratschlag, dass du deinem Erzähler doch sehr auf die Finger schauen solltest, er ergeht sich doch sehr in Tiraden. Wenn du dich aber mal in die Lage eines Lesers versetzt, wirkt das nur hohl und inhaltsleer. Man kann den gar nicht verstehen. Und für die Fortsetzung der Geschehnisse um Ilja brauchst du das Getröte doch nicht.
Also sorry für die ehrlichen direkten Worte, aber ich finde, du machst dir selbst eine eventuell sehr gute Idee kaputt.

Viele Grüße von Zufall
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2682

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 18.05.2014 16:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mephisto Paredros,

ich schließe mich Zufalls Kommentar und ihrer konsequenten Einschätzung deines Textes vollkommen an und habe dem nichts hinzuzufügen.

Mephisto Paredros hat Folgendes geschrieben:
Du bist nicht besser als die Anderen, du bist auch Anderer, es ist mir egal wann und wo lebst, auch du bis mir erlegen! Warum müsst ihr das bloß? Warum?

Diese Zeilen verstehe ich leider überhaupt nicht. Der aufgebläht wirkende Inhalt ist für mich nur heiße Luft und verpufft. Mir fehlt es an Substanz. Eigentlich verpufft die gesamte Stimmung deiner vorherigen Zeilen und lässt mich eher teilnahmslos und desinteressiert zurück.

Gegen Ende hätte ich aufgehört weiterzulesen, aber da es nicht mehr viel war, hab ich mich durchgebissen.

LG,
Constantine
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Mephisto Paredros
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 23
Beiträge: 15
Wohnort: Minden


BeitragVerfasst am: 18.05.2014 22:11    Titel: @Rainer Zufall pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Rainer Zufall

Nun danke für die unglaubliche Länge des feedbacks.
Ich erlaube es mir die tatsächlichen Fehler mal zu überspringen (nur in meiner Antwort, natürlich berücksichtige ich sie Very Happy ).

Um ehrlich zu sein, zunächst war ich etwas erschrocken, ich habe mir meinen Text noch einmal durchgelesen, dann noch einmal: Und so schreibe ich nun einmal, einiges ist nicht falsch sondern Stil, einfach anders. Er ist übrigens nicht altertümlich, er ist spontan; Ich schreibe nicht so  um so zu klingen wie vor hundert Jahren, ich schreibe einfach wie ich schreibe, oder wie ich schreiben würde wenn ich der Erzähler wäre. Es stimmt, die anderen Texte waren unfertig, aber dieser hier war einige male überarbeitet...
Es stimmt überdies: Es fehlt tatsächlich der Sinn, er könnte einem nur klar werden, wenn man es komplett verstehen könnte, wenn man in der Lage wäre die Geschichte komplett zu erkennen, so wie ich es bisher nur tue.
In diesem Sine sind einige Fehler Zufall, andere gewollt: ja, klein wird wiederholt, unnütz, übertrieben - Und das soll es. Es ist von jemandem erzählt der Ilja hasst, zumindest meistens, der also nicht sachlich erzählen will, sondern gleich zu Beginn schon ironisiert.
"Einer grell strahlenden Deckenlampe" - Hierbei ist die Deckenlampe beides, sowohl offensichtlich das Licht der Welt, als auch die Welt selbst, ist es doch alles was Ilja sieht. Dann werden seine Eltern die Welt.
Der Fluss gehört auch zur Überspitzung: Was bringt es dem Leser sich einen Fluss daneben (verbessert lol2 ) vorzustellen? Nichts, gewollt nichts.
Das gehört alles, selbst das grelle Licht, mit zu der besonderen Sichtweise des Erzählers.
Auch das "oder auch nicht" ist mehr als gewollt. Soll der Erzähler Ilja doch in Frage stellen.
Das lehren der Liebe ist eine Folge der Verarmung. Sie steht im Gegensatz zur Ordnung und Disziplin davor. Es ist eine zeitliche Einordnung.
Die eine Stelle muss ich vor allem noch einmal überarbeiten, dass stimmt, aber auch eine solche menschenfeindliche Tirade muss da sein, sie ist der Endzustand Iljas. Nur wie kann ich das ausdrücken?

Einige Kleinigkeiten kann ich verändern, auch der Sprecher muss wohl erstmal schweigen, aber das soll insgesamt keine Geschichte von Luft, Freiheit und Liebe werden, sondern auch von Verlust, Schmerz, Stahl und Faschismus. Vom Verlieren zur Zerstörung... Die Vereinheitlichung der Personen und Gegensätze in eine einzige Geschichte - Es ist kein Geschwurbel, jedes einzelne Wort hat seine Bedeutung und keines werde ich verlieren, es muss alles sein und hinführen zum unausweichlichem Ende.
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Mephisto Paredros
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 23
Beiträge: 15
Wohnort: Minden


BeitragVerfasst am: 19.05.2014 01:03    Titel: Verbesserung I pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wie währe es, wenn ich diesen Teil einfach kürze auf:
"Nein? Ihr könnt einfach nicht anders..." Es hat nachher denselben Sinn, aber es wirkt nicht so bedeutend...
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Rainer Zufall
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 64
Beiträge: 801

Pokapro und Lezepo 2014


BeitragVerfasst am: 19.05.2014 15:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, ich noch mal,
du bist der Chef deines Textes und bestimmst, was in deinen Text reinkommt und was nicht. Das mal vorab.
Ein bisschen finde ich aber auch, dass du dich gegen Kritik immunisierst, was ich verstehen kann, eine harte Kritik schockt einen ja auch immer.
Aber ich finde dennoch, dass du stilistische Schwächen, tut mir Leid, so empfinde ich das eben, als gewollte Stiltricks überhöhst. Ich finde halt, da machst du dir ein bisserl was vor.
Zitat:
In diesem Sine sind einige Fehler Zufall, andere gewollt: ja, klein wird wiederholt, unnütz, übertrieben - Und das soll es. Es ist von jemandem erzählt der Ilja hasst, zumindest meistens, der also nicht sachlich erzählen will, sondern gleich zu Beginn schon ironisiert.

Wie (beispielsweise) soll die Wiederholung des Adjektivs klein, zeigen, dass der Erzähler Ilja hasst, ihn ironisiert? Du denkst dir da mehr rein, als da steht. Andersrum, es kommt ja schon raus, dass der Erzähler den Ilja sehr ambivalent findet. Dann ironisiere doch nicht ausgerechnet mit so einem Mausemittel der Wiederholung ausgerechnet eines derart häufigen Wortes wie klein.  
Und wenn du nebst verwendest, dann heißt das, was immer du dir dabei denken magst, einfach nur, dass nicht nur das gerade geb. Kind die grelle Deckenlamps genießt, sondern auch der Fluss. Das ist keine Frage deiner Schreibmotive, sondern ein falscher Satzbezug.

Zitat:
Die Vereinheitlichung der Personen und Gegensätze in eine einzige Geschichte - Es ist kein Geschwurbel, jedes einzelne Wort hat seine Bedeutung und keines werde ich verlieren, es muss alles sein und hinführen zum unausweichlichem Ende.

Ach Mephisto, natürlich ist Geschwurbel für dich ein hartes Wort. Würde mir ja genauso gehen. Aber gerade dieserAusdruck soll dir zeigen, dass zwischen deinen Absichten und dem wie es beim Leser ankommt eine große Diskrepanz besteht. Und wenn ich einen Text in die Werkstatt stelle, dann will ich doch das feedback haben, damit ich an dem Text arbeiten kann. Da hätte ich den Text lieber ins feedback gestellt, wenn eh jedes Wort bleiben soll.
Aber vielleicht sehe ja nur ich das so. Also viel Erfolg noch.
Zufall
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Mephisto Paredros
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BeitragVerfasst am: 19.05.2014 23:13    Titel: @Rainer Zufal pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es soll ja nicht jedes Wort bleiben, gerade die grammatischen Fehler, vorallem der nebst-Patzer, sind mir durchaus bewusst geworden.

Mit keines werde ich verlieren stellte ich wieder einen falschen Bezug her: ich meinte nicht die Wörter, ich meinte die angedeuteten Erzählstränge und Handlungen dieser kurzen Einleitung. Ich habe ja schon den Faschismus angedeutet und genau dazu möchte ich den Erzähler (Ilja) bringen, durch den Verlust der Fähigkeit zu Lieben. Deshalb soll er auch alles andere für klein und unbedeutend halten. Deswegen sollen Iljas Weltbilder wirklich klein sein. Natürlich kommt das nur schwer zur Geltung, ich habe mir den  Textanfang auch laut vorgelesen bevor ich in ausstellte: Wenn man es richtig betont, dann funktioniert es eigentlich
"Und ebendies begann, als in einer Sternen-umwobenden Nacht ein KLEINES Kind in einer KLEINEN Klinik, neben einem RUHIG dahinfließendem Fluss, zum ersten mal das Licht der Welt, einer grell strahlenden Deckenlampe, genoss."
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nebenfluss
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 3657
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 20.05.2014 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mephisto,

den umfangreichen Anmerkungen von Rainer Zufall habe ich nichts Kritisches hinzuzufügen und möchte deshalb mal etwas Positives sagen:

Mir gefällt, dass du einen eigenen Erzählstil erlangen möchtest. Offensichtlich steht dir nicht der Sinn nach Mainstream oder sonstwie unterhaltungstechnisch auf Nummer Sicher zu gehen. Sowas darf und muss es auch geben.

Inwieweit diese, bis jetzt sperrigste, Leseprobe von dir sprachlich/stilistisch so bleiben kann, hängt stark davon ab, was du damit vorhast. Von Veröffentlichungsabsichten außerhalb des Forums hast du bis jetzt nicht gesprochen - von daher brauchst du dich auch nicht für eine breitere Leserschaft zu verbiegen.

Zu bedenken ist freilich, dass wir hier im Forum davon ausgehen, dass dir das Erreichen des Lesers wichtig ist - und wenn es nur wir Kollegen sind. Dass du dich verständlich machen möchtest - eine Schwierigkeit, die immer wieder unterschätzt wird.

LG


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Jack Burns
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 49
Beiträge: 1555



BeitragVerfasst am: 20.05.2014 22:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mephisto!

Als Einstieg in eine folgende Geschichte gefällt es mir sehr gut.
Der verworrene Absatz gegen Ende, sollte später aufgelöst werden. Bis hierhin kann ich damit leben-muss ich doch nicht die ganze Geschichte bereits in der Einleitung verstehen.
Ansonsten: angenehm individueller Stil.

Grüße
Martin


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