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Leraya
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze

Alter: 21
Beiträge: 7



BeitragVerfasst am: 08.05.2014 14:51    Titel: Der Menschen höchstes Gut eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Gewöhnlich, menschlich Aug' vermag es nicht zu sehen,
was, wenn die Jahre fliehn vom Tod nicht aufgezehret,
was, wenn die Jahr vergangen, bleibt fortan bestehen,
gen' Fäulnis und Verfall sich ewig aufbegehret.

Ein jeder denkt ich spreche von den holden Taten;
Jedoch ist dieser Wert der Ewigkeit nicht hold,
als auch der alten sterblich Körper sterblich Saaten.
Die Werte deiner Seele wieg' ich auf mit Gold!

So stehn und falln die Festen und die Städte.
So werden fallen ihrer guten Herren Werke.
So denk daran es zählt nicht deine Leibesstärke,

wie sie ein junger Mensch auf Erden gerne hätte.
So bilde deinen Geist und sorge deine Seele,
auf, dass Gevatter Tod dir deinen Schatz nicht stehle!

Ich habe bei diesem Gedicht ein bisschen mit barockem Versmaß (Alexandriner, Sonett) experimentiert. Vielleicht könnt ihr mir helfen - ich finde an manchen Stellen klingt es noch etwas holprig formuliert, ich finde aber den Fehler nicht direkt (Ich habe eben noch nicht so viele Erfahrungen in der Lyrik gesammelt Wink ).

LG Leraya

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Mephisto Paredros
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 23
Beiträge: 15
Wohnort: Minden


BeitragVerfasst am: 11.05.2014 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Das wichtigste beim Gedicht ist mir immer der schöne Klang, oder zum Thema passende, wenn man es sich durchliest; das klappt auch hier sehr gut, wenn auch erst nach der ersten Strophe: Ich weiß nicht einmal warum, aber irgendwie stolpere ich in dieser immer wieder. Liegt vermutlich aber wohl daran, dass ich mit Alexandrinern anscheinend nicht klarkomme smile
Was mir aber wirklich gefiel war die Dopplung des Wortes hold, klingt bereits gedacht cool.
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G.T.
Autor

Alter: 33
Beiträge: 701



BeitragVerfasst am: 11.05.2014 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Find ich cool, dass du dich an nem barocken Sonett versuchst. Wink Inhaltlich kommst du auch dem Memento-mori-Motiv nahe, ich muss an (ist es von Gryphius?) dieses "dein Herze kann allein zu aller Zeit bestehen, dieweil es die Natur aus Diamant gemacht"-Sonett denken.
Mit dem Alexandriner ist es nicht immer gelungen. Das Wichtige ist ja die Zäsur in der Mitte; die muss nicht unbedingt auf ein Komma oder so fallen, aber mitten in einem Wort sollte sie nicht liegen. Das ist bei Strophe 1, Vers 3 der Fall:
Zitat:
was, wenn die Jahr vergan-gen, bleibt fortan bestehen.

Wenn man's im Alexandriner liest, ist die Zäsur mitten im "vergangen", das geht nicht.
Dasselbe in Strophe 2, Vers 1 (spre-che), Vers 3 (sterb-lich), Vers 4 (See-le).
Im ersten Terzett dann hast du plötzlich nen fünfhebigen Jambus statt des Alexandriners!
In Vers 2 wieder der Zäsurfehler (ihr-er).

Versuch erstmal, diese Formfehler zu beseitigen. Wink

Gruß!        G.T.
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5743
Wohnort: Irland
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BeitragVerfasst am: 11.05.2014 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde dein Gedicht reizvoll, es zieht mich an, auch wenn es schon sehr altertümelnd formuliert ist. Zur Metrik müsste dir jemand anders helfen. Ein paar grammatikalische Formulierungen wirken fremd, aber eben auch reizvoll.

Zu dieser Zeile:

Zitat:
Die Werte deiner Seele wieg' ich auf mit Gold!


möchte ich fragen: Wieso mit Gold? Und wer ist hier 'ich'?
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Mephisto Paredros
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 23
Beiträge: 15
Wohnort: Minden


BeitragVerfasst am: 13.05.2014 02:56    Titel: @firstoffertio Antworten mit Zitat

Ich denke die Frage nach dem Adressor sollte man sich beim Lesen selbst stellen, dass wird einem kein Autor beantworten, wäre ja auch zu leicht. Warum Gold? Weil Gold wertvoll ist, warum aber ist das lyrische du mir wertvoll. Die Frage nach der Verbindung zwischen Ich und du geben diesem Gedicht einen ganz eigenen Reiz.
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niko
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 61
Beiträge: 200
Wohnort: Göttingen


BeitragVerfasst am: 13.05.2014 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

hallo leraya,

sehr schwieriges gelände hast du dir da ausgesucht. ich mag's, wenn jemand versucht, sich an ungewohntes zu wagen, sich in fremd anmutende sprache stürzt und damit experimentiert.
ich kommentiere jetzt ziemlich zerpflückend. das aber ist zum einen immer nur meine subjektive sicht und soll auch mehr ein gedankenanstoßen sein
Zitat:
.

Gewöhnlich, menschlich Aug' vermag es nicht zu sehen,


für mich ist dieser einstieg schon der größte stolperstein. ich glaube du möchtest "übersetzt" sagen:" für gewöhnlich vermag das menschliche auge es nicht zu sehen"
dies vorausgesetzt, ist deine formulierung irritierend. zum einen durch die satzstellung und zum anderen durch das komma hinter dem ersten wort. vielleicht kann man die zeile umstellen, damit sie verdaulicher wird. zb:" das menschlich aug' vermags gewöhnlich nicht zu sehen:"

Zitat:
was, wenn die Jahre fliehn vom Tod nicht aufgezehret,
was, wenn die Jahr vergangen, bleibt fortan bestehen,
gen' Fäulnis und Verfall sich ewig aufbegehret.


hier schreibst du erst: die jahre fliehn, darunter dann: die jahr vergangen.
erst einmal ist die frage, ob du "das jahr vergangen" oder "die jahre vergangen" meinst. es wird nicht deutlich, das verunsichert mich als leser.
also die erste strophe würde ich unbedingt nochmal überarbeiten.

Zitat:

Ein jeder denkt ich spreche von den holden Taten;
Jedoch ist dieser Wert der Ewigkeit nicht hold,
als auch der alten sterblich Körper sterblich Saaten.
Die Werte deiner Seele wieg' ich auf mit Gold!

hier fände ich in der ersten zeile "ich spräche" besser, da bliebest du mehr in der alten sprache. nach dem semicolon geht es klein weiter...hinter "ein jeder denkt" muss ein komma, glaube ich, hin. wenn "sterblich körper, sterblich saaten" eine aufzählung is, dann mit einem komma dazwischen... die zilen 2 und 3 könnte man zu einem satz zusammenfassen...



Zitat:
So stehn und falln die Festen und die Städte.
So werden fallen ihrer guten Herren Werke.
So denk daran es zählt nicht deine Leibesstärke,

dreimal "so" am zeilenanfang kingt nicht sonderlich gut, finde ich. als bewusstes stilmittel wirkt es bei mir nicht. hinter denk daran vielleicht ein doppelpunkt? oder mindestens ein komma.

Zitat:
wie sie ein junger Mensch auf Erden gerne hätte.
So bilde deinen Geist und sorge deine Seele,
auf, dass Gevatter Tod dir deinen Schatz nicht stehle!


"sorge deine seele" - vielleicht könntest du auch schreiben:"sorg' um deine seele." hinter "auf" dafür dann kein komma in der letzten zeile Very Happy

hört sich nach einigem an. ist es ja auch. aber im grunde nur kleinigkeiten. ich finde, dein text ist so gut, dass eine bearbeitung echt lohnenswert ist! Idea

liebe grüße: niko


_________________
Ein Gedicht auf dem Hintergrund der Biographie des Autors zu interpretieren ist so, als würde man einem schwimmenden Schiff das Wasser nehmen. (NJK)
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Wasch-Dein-Hirn
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 40
Beiträge: 7



BeitragVerfasst am: 11.07.2014 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leraya!

Bin grad eben auf dein Gedicht gestossen, weil mich der Titel direkt angesprochen hat. Und der Klick auf den Thread hat sich nicht als Enttäuschung erwiesen.

Du behandelst darin ein sehr wichtiges Thema, welches zu allen Zeiten in den Menschen wühlte, dessen Betrachtung aber in unserer modernen Zeit zunehmend in den Hintergrund gerät. Aufgrund deiner lyrischen Mahnung scheint dir diese Tatsache ebenfalls sehr bewusst zu sein. Du tust den richtigen Schritt, wenn du dieses Thema mit gestalteten Wortläufen für andere Menschen greifbar, bzw. sichtbar machst.

Zum Gedicht selbst:

Vom Flow der Worte her ist dir recht gut gelungen. Kleinere Möglichkeiten des Austausches von Worten, die den rythmischen Wortfluss punktuell etwas hemmen, sind das Einzige, was ich vielleicht noch ausprobieren würde.

Dauert zwar manchmal etwas, aber letztlich findet man in den meisten Fällen adäquate Wörter, die vielleicht eine Silbe mehr oder weniger haben, und so den Rythmus begradigen.

Inhaltlich stimme ich dem Geschriebenen vollends zu - denn alles was du dort in den Text verpackt hast, findet man in diesem dicken Buch...welches sichere und erquickende Informationsquelle ist...für alle die sich mal drauf eingelassen haben...

Leider lassen sich nur wenige drauf ein.

Ich finde auch den Abschluss gut:

Zitat:
...auf, dass Gevatter Tod dir deinen Schatz nicht stehle!


Den Schatz, den weder Rost noch Mottenfraß zerfressen... Smile

Dann beende ich hier und wünsche erholsames WE!

Grüße und Segen im Wirken

Olli

PS: Lass dich nicht unterkriegen von Menschen, die diesen innerlichen Kampf längst durch mannigfaltige Ablenkungen der Moderne überlagert haben. Die dir weißmachen wollen, dass du ganz allein auf weiter Flur stehst und einer - in deren Augen, voller lästerlicher, humanitaristischer Theoreme - längst überholten Weltsicht angehörst. Eine übersteigerte Abwehrreaktion von philosophischen Inhalten wird dir da sher, sehr oft noch begegnen....


_________________
Ich habe solchen Hunger, dass ich vor lauter Durst gar nicht weiß, was ich rauchen soll, so müde bin ich!
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