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die Kinder [Lyrik]

 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Lesezeichenpoesie 03/2014
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Jocelyn
Bernsteinzimmer

Alter: 55
Beiträge: 2653
Wohnort: Königstein im Taunus
Das Silberne Fahrrad Ei 1



BeitragVerfasst am: 30.03.2014 19:00    Titel: die Kinder [Lyrik] eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

die Kinder

gehen irgendwann -
sehen nicht nach vorn
und nicht zurück

nur wir den Wald aus Nebel
und zwischen fernen Seilen sie -
sie gehen schweigend

auf die Tannen fällt der Abend
die Dunkelheit in mein Gesicht -
wir stehen, rufen

warten auf die Zukunft

auf die Geschichte
nur aus Licht

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Lupo
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 365
Wohnort: Pegnesien


BeitragVerfasst am: 31.03.2014 00:01    Titel: Seelenvoll Antworten mit Zitat

empfinde ich dieses Stimmungsbild, das die Kontraste deutlich, aber auch weich zeichnet. Eine Botschaft, die ich gern beantworte.
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s.buetow
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 48
Beiträge: 25
Wohnort: Mecklenburg


BeitragVerfasst am: 31.03.2014 13:43    Titel: Antworten mit Zitat

Kinder werden selbständig und verlassen irgendwann einmal ihre Eltern. Prima Interpretation des Bildes! Allerdings hoffe ich, dass die meisten Kinder fröhlicher ihr Elternhaus verlassen als im Text dargestellt und optimistischer in die Zukunft blicken.
Daher ein aus meiner Sicht recht düsterer Text - der aber aus Elternsicht durchaus so ausfallen darf.
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Eredor
Geschlecht:männlichDichter und dichter

Moderator
Alter: 28
Beiträge: 4693
Wohnort: Heidelberg
Das silberne Stundenglas DSFx
Goldene Harfe Pokapro III & Lezepo I


Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 31.03.2014 23:22    Titel: Antworten mit Zitat

hallo du schlingel,

von mir gibt's in der regel nur lesezeichenrezensionen. gern detaillierter auf anfrage per pn!

***
das ist richtig gut.
ich habe das bild aus der themenvorgabe genau vor meinen augen, während ich deinen text lese. es ist als wäre das bild nur für dieses gedicht geschossen worden. respekt!
8 federn.

***

einen gängigen chiasmus kann ich deinem gedicht leider nicht entnehmen. aber das ist schon in ordnung, wir sind da großherzig gewesen. Wink


lg dennis


_________________
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- Lütfiye Güzel
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Stimmgabel
Geschlecht:männlichBestseller-Autor


Beiträge: 4398
Wohnort: vor allem da
Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 01.04.2014 08:35    Titel: Re: die Kinder [Lyrik] Antworten mit Zitat

-

die Kinder

gehen irgendwann -
sehen nicht nach vorn
und nicht zurück

nur wir den Wald aus Nebel
und zwischen fernen Seilen sie -
sie gehen schweigend

auf die Tannen fällt der Abend
die Dunkelheit in mein Gesicht -
wir stehen, rufen

warten auf die Zukunft

auf die Geschichte
nur aus Licht


------------------------------------------


Hallo Inko,


für mich ein bleibend hemetisches Gedicht bzgl der tatsächlichen Aussage-Absicht. Irgendwie werden hier Kinder quasi den Erwachsenen (Wir?) gegenübergestellt - und dann einfach die Konklusio:

wir stehen, rufen

warten auf die Zukunft

auf die Geschichte
nur aus Licht


... echt, doch etwas wenig, oder??? Wink

desweiteren: welche tatsächliche Kontextfunktion haben hier nun die Kinder??? [ ... oder sind hier gar nicht Kinder im Eigentlichen gemeint??? ]


Dann sehe ich ebensowenig das Thema Anrufung (in seiner tatsächlichen Funktion) umgesetzt - wer wird angerufen oder was und bzgl was? [ Gott?, Zukunft?, Geschichte? ... ]
... ebensowenig sehe ich auch nicht das Vorgabenbild irgendwie figuriert adaptiert ...

... und was bedeuten diese "fernen Seile" ???

und zwischen fernen Seilen sie -


... ehrlich hängt mir hier alles sehr zusammenhanglos einfach mal hingeplatscht da Wink



Gruß, Stimmgabel


-


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Gabel im Mund / nicht so hastig...
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6110
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 01.04.2014 23:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe das Gefühl, dies ist auch ein Text, der aus der Perspektive eines älteren LI auf die Jungen, die Kinder, geschrieben ist. LI hat das Gefühl, sie gehen ihren Weg einfach drauflos, unbekümmert wie Seiltänzer wirken.  hat aber selbst aus seiner/ihrer Erfahrung Fragen, wo sie wohl landen werden. Sieht Nebel, den sie nicht wahrnehmen.

Ein LI, das sich sorgt um die Zukunft der Kinder? Ihm selbst fällt Dunkelheit ins Gesicht. Es hofft auf besseres für sie.

So weit mein Interpretationsversuch. Bezug zum Bild kann ich erkennen.
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Aranka
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


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Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 02.04.2014 13:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko!

Du hast dich vom Bild zu diesen Zeilen inspirieren lassen und die „Zukunft/ Kinder“ auf eine ferne Seilbrücke schweigend ziehen lassen.
Die Alten sind die beiden verhüllten Gestalten im Bild, so lese ich mal. Sie sind  im Gedicht ein WIR, woraus in der dritten Strophe mal kurz ein LI heraustritt (mein Gesicht). Dieses WIR wartet und ruft (wahrscheinlich) hinauf zu denen, zwischen den Seilen.
Warten auf Zukunft, auf „die Geschichte aus Licht“ (was auch immer diese sein soll), das ist hier die Endaussage des Textes.

Ich sehe hier den Versuch das Bild direkt als den Ort (Wald) einzubauen, auch der Hinweis „zwischen den Seilen“ ist sicher dem Bild geschuldet, als Thema verarbeitest du hier mMn „Abschied und Warten“.

Das Thema der Anrufung sehe ich weniger umgesetzt. Nur das Wort „rufen“ ist für mich noch keine Anrufung. Wenn dieses Rufen mehr sein soll, dann müsste es vielleicht anders gestaltet werden.

Wie wirkt der Text auf mich? Wie ist die Aussage gestaltet?

Zitat:
die Kinder

gehen irgendwann -
sehen nicht nach vorn
und nicht zurück


Erst einmal eine Aussage, eine Behauptung: der Ton fast ein wenig resignativ. Dieses sehen nicht nach vorne nicht zurück, klingt erst einmal ein wenig floskelhaft. Erst im zweiten Anlauf verführt er mich zu fragen: sehen sie auf ihre Füße, nur auf das jetzt????

Zitat:
nur wir den Wald aus Nebel
und zwischen fernen Seilen sie -
sie gehen schweigend


Auch hier eine resignative Stimmung, ein Stillestehen. Ein großes Schweigen.

Zitat:
auf die Tannen fällt der Abend
die Dunkelheit in mein Gesicht -
wir stehen, rufen


Die Düsternis wird noch gesteigert. Das Heraustrete aus dem WIR ist etwas überraschend. Ich frage mich, warum plötzlich ein LI und warum nur auf sein Gesicht die Dunkelheit fällt?

Zitat:
warten auf die Zukunft


Diese Zeile ist allein gestellt, ist für mich das eigentliche Thema des Gedichtes.

Zitat:
auf die Geschichte
nur aus Licht


Auch diese Wende ist arg unvermittelt und hat hier etwas von einer „lyrisch gewandeten Pointe“, die sich nicht wirklich aus dem Text heraus ergibt.

Der Text lässt mich ein mit leeren Händen zurück.

Liebe Grüße Aranka


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Rübenach
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Beiträge: 2491



BeitragVerfasst am: 02.04.2014 21:46    Titel: Re: die Kinder [Lyrik] Antworten mit Zitat

formal o.k.

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crim
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Die lange Johanne in Gold Lezepo 2015
Pokapro und Lezepo 2014 Pokapro VII & Lezepo V



BeitragVerfasst am: 03.04.2014 10:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hi.
Die hier getroffenen Aussagen erscheinen mir ein wenig belanglos. Perspektivisch sind wir innerhalb der beiden großen Figuren, die Kinder beobachten und dann die Tannen. Aber dem Text fehlt meiner Meinung nach die innere Spannung und Aussagekraft. Weckt leider auch sprachlich nicht mein Interesse. 3 Federn
LG Crim
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Rosanna
Richter und Henker

Alter: 26
Beiträge: 1201

Pokapro V & Lezepo III Silberne Harfe


BeitragVerfasst am: 04.04.2014 17:32    Titel: Re: die Kinder [Lyrik] Antworten mit Zitat

Moin,

Das zweite Gedicht mit Kindern, das zweite Gedicht, dessen Sinn sich mir nur begrenzt erschließt. Wahnsinn, du hast Methode Twisted Evil .
Erstmal zu den Vorgaben: Die Bildmotivik hast du mMn gut eingearbeitet, die Anrufung fehlt dagegen eindeutig ( rufen ist nicht anrufen ist nicht telefonieren. Haben irgendwie die Wenigsten begriffen wink).

Zur Umsetzung. Wenn die erste Strophe ( in dieser Form) nicht wäre, muss ich ehrlich sagen, gefiele mir dein Gedicht gleich dreimal so gut. Warum? Sie ist banal. Ich komme mir vor wie in einem Wolfsheim-Song. Immer vorwärts, Schritt um Schritt...Liest sich wie eine müde Umschreibung für den Abnabelungsprozess des Nachwuchses und passt auch sprachlich nicht wirklich zum Rest des Gedichtes.

Dafür gefällt mir der Strophensprung zur zweiten Strophe. Ab hier wirds sowieso  interessanter.
Das LI als Bestandteil einer nicht weiter beschreibenen Gruppe ( man erahnt, dass das LI eine der beiden Schleiergestalten ist, was mir gefällt, weil mir das bisher noch in keinem anderen Beitrag in der Lyrik begegnet ist) beobachtet also die Kinder auf ihrem schmalen Pfad durch die Ungewissheit, derer diese sich allerdings nicht bewusst zu sein scheinen. Die "fernen" Seile deuten für mich darauf hin, dass das LI zwar wachen im Sinne von überwachen, aber nicht schützend eingreifen kann.
Warum gehen die Kinder schweigend? Schweigen sie einander oder das LI an?


Zitat:
auf die Tannen fällt der Abend
die Dunkelheit in mein Gesicht -


Eine schöne, weil interpretierende Bildbeschreibung. Wir erkennen die Verschleierten nicht, weil sie sich selbst in Dunkelheit hüllen, sondern weil die  Umstände es tun.
Den darauffolgenden Vers halte ich für einen den Vorgaben geschuldeten Füllvers, während sich die letzten beiden Verse erneut auf die in Dunkelheit gehüllt Gesichter beziehen dürften.

Großer Interpretationsversuch: Die Verschleierten sind Schutzgeister/-götter, die ihren Menschenkindern aufgrund der heutigen, entmythisierten Welt zu fern sind, um ihnen helfen zu können und die eine Zeit herbeisehnen, in denen sie endlich wieder ins Licht treten und ihre Aufgabe erfüllen dürfen? Damit wäre indirekt sogar doch die "Anrufung" als Thema enthalten, wenn auch ins Gegenteil verzerrt, dadurch, dass niemand mehr diese Schutzgeister anruft  ( " sie gehen schweigend" und sind sich über ihre Orientierungslosigkeit nicht im Klaren) und sie dementsprechend auch nicht darauf antworten können.

Irgendwie gefällts mir jetzt doch, dein Gedicht. Ich finde es noch etwas zu vage bzw zu ambi...dings ( wie lautet das Adjektiv zu Ambiguität Embarassed ?), die erste Strophe kann ich gar nicht ab, aber trotzdem gebe ich gute

6 Federn ( mögliche Erhöhung auf 7)

LG
Rose


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Oliver.Twist
Schreiber-Lehrling

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BeitragVerfasst am: 04.04.2014 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Oh, das ist dunkel, aber schön!

Du hast ein bisschen gemogelt, und die Überschrift in den Inhalt eingebaut, sie als dreizehnten Vers verwendet! Aber das darf man, gerade weil es der dreizehnte Vers ist. Der muss inkognito bleiben, darf nicht numeriert werden, nach alter Tradition, und auch noch im Zeitalter der Billig-Airlines. Ein bisschen auch wie der dreizehnte Pirat bei der Wilden 13, den gibts eigentlich gar nicht. Die Titelzeile also hat den Stern, sie ist der Hauptmann!

Der Stern, der Hauptmann: denn um sie geht es, um die Kinder. Sie "gehen irgendwann", ohne vor- oder zurückzublicken. Sie gehen ohne Reflexion, ohne Nachdenken, immer voran, fast automatisch. Blinder Aktionismus. Und sie schweigen dabei. Aktionismus ohne Kommunikation, das ist immer Einzelkämpferhandeln, Autismus, Einsamkeit, Isolation. Und das lyrische Wir kann sie nur beobachten (das Rufen hören die Kinder wohl kaum), kann (wenn wir mal an die Bildvorlage denken) den Weg der "Kinder" besser überschauen als diese Kinder selbst. Aber auch das "Wir" sieht vor allem einen "Wald aus Nebel" die Kinder umgeben. Und es wird Nacht. Und wie sinnlos und tautologisch ist dieses Warten auf die Zukunft! Die Kinder sprechen nicht miteinander - und die Beobachter, genauso hilflos wie die Kinder, haben zwar das Rufen gelernt, aber sie sind abgeschlagen, im Off, irrelevant für den Fortgang der Dinge. Und so warten sie auf die Zukunft, das heißt, sie verharren tatenlos. Und das, worauf sie noch warten, ist "die Geschichte / nur aus Licht": alles Hoffnung ist ins Transzendente verbannt, findet ihren Ort nur noch in einem Anderen, einem Jenseitigen, abgekapselt von der Realität, die gezeichnet ist von Stumpfsinn auf der Brücke und Verzweiflung im Tale. (Diese Idee einer Geschichte nur aus Licht verknüpft sich ja auch treffend mit den religiös konnotierten Gewändern der "anrufenden" Personen im Vordergrund der Bildvorlage.)

Die einen rufen, die anderen laufen, das bedeutet: die einen sprechen, die anderen handeln. Keiner der Beteiligten ist ein ganzer Mensch, alle sind auf eine Art Idioten, sind allzu sehr beschränkt. - Ohnmacht, den Zeitläuften ausgeliefert sein - das spricht für mich aus diesem Werk.
Ich habe jetzt das Wichtigste geschrieben, das soll erst einmal genügen - nicht dass Dein Gedicht nicht mehr Worte verdient hätte. Es gefällt mir außerordentlich.
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Jocelyn
Bernsteinzimmer

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BeitragVerfasst am: 05.04.2014 14:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Schwierig, dieser Beitrag Laughing .
Aber ich würde mich im oberen Drittel einquartieren, andere Gedichte empfinde ich als stärker, nicht inhaltlich, das nicht, aber in der Umsetzung schon. Ich darf also gespannt sein. Hoffe, dass ich 5 Federn im Durchschnitt erhalte. Dabeisein ist trotzdem alles! Es waren gute Beiträge dabei und es war schön, so zu erfahren, was die anderen aus der Aufgabenstellung alles gemacht haben, zum Teil richtig tolle Gedichte.


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Die beständigen Dinge vergeuden sich nicht, sie brauchen nichts als eine einzige, ewig gleiche Beziehung zur Welt.
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Einar Inperson
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BeitragVerfasst am: 06.04.2014 10:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lyrik,

nur ein ganz kurzer Besuch der Prosa.

Eine Geschichte über das Leben. Das Vorausgehen, das Zurückbleiben. Der Ruf verhallt. Der Nebel soll sich lichten, die Dunkelheit weichen. Ein (fast) optimistischer Schluss. Das Postkartenmotiv scheint durch den Text, das Thema der Anrufung ist aufgenommen (offen bleibt, wem der Ruf gilt) , die 12 Verse sind umgesetzt.

6 Federn


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Traurige Grüße und ein Schmunzeln im Knopfloch

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BeitragVerfasst am: 06.04.2014 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

Befederungskommentar.
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hypnobader
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BeitragVerfasst am: 07.04.2014 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

Warum sehen die Kinder nicht nach vorn? Und gehen schweigend? Und wir warten auf die Zukunft aus Licht? Also, es hat was trauriges. Sind es Kinder, die gestorben sind?

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Zinna
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BeitragVerfasst am: 07.04.2014 22:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

beim Blick auf jeden einzelnen Wettbewerbsbeitrag finde ich es spannend zu sehen, wie sich so jeder Autor eingerichtet hat in den Vorgaben, wie er das Bild, die Anrufung auslegt und umsetzt, wie die 50 Wörter und 12 Verse anordnet, ob diszipliniert, effektiv gestapelt oder eher freier auseinander gestreutlegt.
Ich taste nun deinen Text nach den Vorgaben ab, ob die Anrufung zu erkennen ist, ob ich das Bild umgesetzt finde. Edit: Und ich zähle nun auch die Verslein, checke die Wortanzahl…
 Außerdem schaue ich, ob und wie das Gedicht mich erreicht, wie ich seine Gestalt, Gestaltung, Wortwahl und Inhalt empfinde, ob es schlüssig ist. Einen weiteren Blick werfe ich auf den Titel.

Wortzahllimit: eingehalten
Verse: 12
Anrufung: nein
Bild umgesetzt/erahnbar: ja

Hier kann ich keine Anrufung entdecken. Der Text erzählt in prosaischem Stil von den Kindern,  die (das Haus, Zuhause?) verlassen, ihren eigenen Weg einschlagen. Und „wir“ kennen, erkennen die Gefahren, die lauernd und verführend bereit stehn. „Unsere“ Rufe bleiben ungehört/ignoriert und „uns“ bleibt nur, das Beste zu hoffen. So, in sich ist der Text schlüssig.
Der Titel weist auf die Kinder hin, ist aber insgesamt sehr sparsam gestaltet.

Der Beginn, Str. 1 sagt mir zu, eröffnet mir ein Bild oder die Möglichkeit zu eigenen Bildern. Str. 2 und 3 werden schwächer, dennoch tragen sie. Weiter unten, das warten auf die zukunft gefällt mir gar nicht, das hätte ich lieber in Bildform statt als Aussage.
Die ganze Zeit ist im „wir“- geschrieben, auf einmal steht jedoch „mein“ Gesicht“ da, dann wieder "wir." Inkonsequent und nicht schlüssig.
Richtig überzeugen kann mich das Gedicht leider nicht.

LG
Zinna


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MrPink
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Der Bronzene Wegweiser


BeitragVerfasst am: 10.04.2014 21:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
wen meinst du mit "wir". Ich fühle mich nicht angesprochen, vielleicht auch weil der Schluß auf mich arg esoterisch wirkt. Nicht meins. tut mir leid.


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Aranka
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Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 12.04.2014 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jocelyn,

das war einer der schwierigeren Texte für mich. Habe immer wieder reingelesen und hatte immer das Gefühl, mich irgendwie zu verirren.
 Ich war sehr gespannt auf die anderen Kommentare und sehe eine ganz unterschiedliche Einschätzung. Habe Rosannas und auch Olivers KOM mit Interesse gelesen.
Vielleicht sagst du ja auch noch etwas dazu. Ich versuche für mich herauszufinden, was mich da nicht erreichen konnte.

Ein gutes Wochenende Aranka


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Jocelyn
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Das Silberne Fahrrad Ei 1



BeitragVerfasst am: 12.04.2014 22:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

vielen herzlichen Dank für die Beschäftigung mit meinen Zeilen.

Die Interpretation von Oliver T. kommt meinen Gedanken sehr nah.

Die Anrufung ist hier eine tonlose Anrufung, im Sinne des hoffenden Wartens, dass die Zukunft hell bleiben möge, womit der geglückte Werdegang der Kinder gemeint ist. Es ist die Angst vor den dunklen und unglücklichen Geschichten, die die Kinder noch nicht sehen oder sehen können, weil sie unbefangen "gehen", ohne an irgendein Scheitern zu denken. Das Lyrische Wir wünscht sich Informationen, die sie beruhigen, aber die Kinder nabeln sich ab. Sie rufen nicht an, sie schreiben nicht. Sie müssen es so halten, weil sie sich "freischwimmen". Für das LW ist das unerträglich, aber das ist der Lauf der Geschichte. Die Geschichte wechselt zwischen hell und dunkel und es ist zwecklos, nur nach Licht zu rufen, auch wenn es in der Summe so sein sollte oder sein kann. Alles eine Frage des Glaubens oder der Interpretation von Entwicklungen. Entwicklung hört ja nie auf. Kinder der Lichts war auch ein Gedanke, der mir beim Schreiben kam.
Ich denke, es geht hier sehr viel um Hoffnung.

Liebe Grüße, Jocelyn.


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Oliver.Twist
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BeitragVerfasst am: 18.04.2014 01:00    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Jocelyn,

Dein Gedicht ist also aus viel konkreteren Ideen heraus entstanden, als man es aus dem Text selbst herauslesen kann. Ich finde, das ist Dir gut gelungen: aus Deinen Gedanken, Deiner Situation heraus etwas mit allgemeiner Aussagekraft zu schöpfen. Zum einen macht das Dein Gedicht künstlerisch vielseitiger und wertvoller, als wenn es nur eine im Einzelfall gültige Abhandlung wäre. Es hat mehr Anknüpfungspunkte als eine konkretere Beschreibung. Zum anderen finde ich es auch faszinierend, wie man so aus individuellen, "privaten" Phänomenen/Problemen auch allgemeine Aussagen über die Zeitläufte ziehen kann.

Die besten Grüße,
Oliver T
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