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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Leseprobe - Fantasy


 

 
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SomebodyHere
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 25
Beiträge: 13
Wohnort: Over the Rainbow


BeitragVerfasst am: 26.03.2014 19:32    Titel: Leseprobe - Fantasy eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo zusammen! lol2

Hier stelle ich mal eine Leseprobe zu meiner Geschichte rein, welche ich mal eventuell veröffentlichen lassen will. Die gesamte Geschichte soll einmal 3 Bücher umfassen, wobei ich den ersten Teil schon zu Ende geschrieben habe und zum ca. dritten Mal durchlese.
Die Geschichte ist im Bereich Märchen und Fantasy angesiedelt und kann schätzungsweise ab 14 Jahre gut gelesen werden.
Ich freue mich jetzt schon auf konstruktive Kritik. lol2

Das Märchen der Magd


Es war einmal

Es war einmal - fangen denn nicht alle alten Märchen so an? Märchen, die man kennt seit man noch jung und klein war, nicht mehr als ein Dreikäsehoch. Märchen, welche von den Eltern und Großeltern, vielleicht von Onkel, Tante oder Geschwistern vorgelesen wurden, bevor man einschlief? Märchen mit mutigen Helden, schönen Maiden, grausamen Monstren und vielleicht auch bösen Zauberern? Märchen, die von Gut und von Böse.

Nun.

Es war einmal - So ein schlichter Anfang, dachte sich der Autor, als er vor den leeren Seiten saß, diese nieder starrte, die Feder in seiner Hand. Sein Zauberstab. Sein Schwert. Gar sein Werkzeug der Macht, mit welchem er zu der Gottheit seiner eigenen kleinen Welt wurde. War er das nicht? Schließlich zwang er doch jedem in seiner Geschichte seinen Willen auf. Er gab den Figuren ihre Fähigkeiten, ihre Gedanken. Ihre Träume. Er war es schließlich, der beschloss, wer sie waren, wer sie sind und wer sie sein sollten, ob sie immer in ihrem strikten Muster gefangen waren, oder ob sie sich entwickelten, zu etwas, dass selbst er, der Autor, noch nicht fassen konnte. Es war schließlich sein Wille, jener geschehen solle. Vielleicht würden die Protagonisten verzweifeln, wenn er sie falsch entschieden lies, doch am Ende würde sich doch alles so wenden, wie er es wollte.

Die Frage war schlichtweg nur, was er wollte.

Mit trüben Blick gen Fenster gewandt sah er das Schauspiel aus Flocken, wilden Winden und der malerischen Heiligkeit eines jeden Winters. Immer war alles weiß zu jener Zeit, immer kalt, immer war alles wie tot. Jedenfalls in jener Welt, wie er sie kennengelernt hatte. Wäre er wohl an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit geboren, so wären seine Gedanken gewiss anders gewesen.

Doch so war es nun einmal und so war das Leben - ein Buch mit unendlichen Seiten, unendlichen Geschichten - nicht das er je vorhatte solch eine Masse tatsächlich zu schreiben.
Tief holte nun der Autor Luft; er war es leid sich Gedanken über das hier und jetzt zu machen, tunkte die Feder in die schwarze Tinte und führte sie mit zittriger Hand zu Papier.

Denn so war es nun einmal, dass eine jede Geschichte mit 'Es war einmal...' begann.  Diese war da gewiss kein Unterschied, dachte sich der Autor lächelnd und schrieb die ersten Worte nieder, genau so, wie er schon immer auch jene Geschichte beginnen wollte. Denn schließlich hatte diese genau so ihren Anfang genommen:

Es war einmal...


1. Hinter Allen Grenzen

„Hendrea! Hendrea, wo bist du denn schon wieder? Warte auf uns!", erklang es in der Stille des frühmorgendlichen Waldes. Nicht viel war an diesem wunderschönen Morgen zu hören, nur das Zwitschern der früh erwachten Vögel, das Surren der kleinen und großen Insekten, als sie durch das Unterholz jagten, um Honigtau zu erhaschen und das Knistern der brechenden Zweige und Äste, als die Wanderer durch die Tiefen des Waldes gingen.

Die Sonne war erst vor wenigen Augenblicken aufgegangen und tauchte den Wald in weiches, helles Licht. Das Gehölz schien durch tausend winziger Diamanten zu glitzern, als das Licht sich in den kleinen Tropfen Tau brach. Nur wenige Tiere hatten sich aus der Sicherheit ihrer Sträucher und Gebüsche gewagt, um einen scheuen Blick auf die Fremden zu werfen oder um ihren Weg voller Vorsicht zu kreuzen. Alles hier schien etwas magisches zu umgeben - so unberührt wie es von Menschenhand war.

"Kommt doch ihr lahmen Schnecken! Fangt mich doch, wenn ihr könnt!" rief eine ihnen bekannte Stimme aus weiter Entfernung und war gedämpft durch das dichte Blätterwerk.

"Hendrea! Jetzt hör auf so zu hetzen! Das bringt doch nichts weiter. Was soll Mutter nur von dir denken?" "Die Beeren laufen uns nicht weg. Sie sind auch noch da, wenn wir wenige Augenblicke später die Lichtung erreichen. Jetzt bleib stehen. Oder komm wieder zurück zu uns!" ertönten die Stimmen, der beiden, die zurück geblieben waren.

Der kleine Edowin lief mit seinen kurzen Beinen rasch über die vielen gefallenen Blätter und Äste, während er ein Körbchen mit sich trug. Noch war der Korb leer. Aber Edowin freute sich schon wenn er einen Korb, gefüllt mit vielen gold-glänzenden Beeren, mit nach Hause brachte. Wie viele Kinder in seinem Alter aß er nicht gerne Obst oder Gemüse. Man konnte ihn damit über die Ländereien von Luxos jagen.

Aber die Sol-Beeren waren schon etwas Besonderes - das musste er zu geben. Man wusste nie, ob man eine zuckersüße oder eine ausgesprochen saure Beere abbekam. Es war nicht einmal davon auszugehen, dass man an ein und demselben Strauch nur süße oder saure Beeren fand. Sie waren alle immer besonders, wie ein kleines Wunder. Und das war wahrscheinlich auch der Grund, warum Edowin sie so sehr liebte, auch wenn sie unglaublich gesund waren. Seine grünen Augen, fast so grün wie das sie umgebende Blätterwerk, beobachteten genau die Umgebung, als suche er nach jemand. Zu seinem Ärger, waren sie so früh aufgestanden, dass er es nicht einmal geschafft hatte, sein dunkel braunes Haar zu bürsten, und so standen seine Strähnen wie wild in alle Himmelsrichtungen. Auf seinem Gesicht, welches so hübsch war, dass man wusste, wenn er älter wird, würde es noch hübscher als jeder andere junge Mann im Dorf werden, war eine Mischung aus Müdigkeit und so etwas wie Groll zu erkennen.

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Zwilling9
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

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Beiträge: 17
Wohnort: Mannheim / Heidelberg


BeitragVerfasst am: 26.03.2014 21:05    Titel: Re: Leseprobe - Fantasy Antworten mit Zitat

Hallo erstmal,

gefällt mir sehr gut, mit Atmosphäre und Gefühl.

An diesen Stellen wurde mein Lesesfluss unterbrochen, habe mal die Worte die mich störten, gestrichen:

"Hendrea! Jetzt hör auf so zu hetzen! Das bringt doch nichts weiter. Was soll Mutter nur von dir denken?" "Die Beeren laufen uns nicht weg. Sie sind auch noch da, wenn wir wenige Augenblicke später die Lichtung erreichen.


Der nächste Satz gefällt mir so besser:

Sie waren alle immer besonders, wie ein kleines Wunder.

Sie waren alle immer besonders, wie kleine Wunder.

Um die Augen sind Blätter?

Seine grünen Augen, fast so grün wie das sie umgebende Blätterwerk,


Würde mich über eine weitere Leseprobe freuen und bin gespannt auf den Konflikt.

Viel Spass und Gruß
zwilling9
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scopie
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 154



BeitragVerfasst am: 27.03.2014 01:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo SomebodyHere,

ich bin jetzt fertig mit dem Verfassen meiner Kritik, möchte aber hier am Anfang etwas betonen: Die vielen Anmerkungen bedeuten nicht, dass ich deine Geschichte nicht mag. Das Gerüst gefällt mir (abgesehen von dem Prolog, den ich nicht so ganz verstehe), ebenso einige deiner Beschreibungen. Besonders toll finde ich die gesprochenen Sätze der Kinder, die wirken richtig lebendig und echt.
Ich hoffe, das Folgende weicht nicht zu sehr von deiner Vorstellung von "konstruktiver Kritik" ab. *lach* Es sieht schlimmer aus als es letztendlich ist. Sind nur ein paar Vorschläge - und du entscheidest, über welche du nachdenkst und welche du verwirfst.

In einem Prolog den Einfluss eines Autors zu beschreiben, ist in meinen Augen ungünstig. Als Leserin möchte ich nicht darauf hingewiesen werden, dass das alles nur ein Gedankengeflecht ist, enstanden aus den Launen eines Autors.
Allein die abstrakte Bezeichnung, "der Autor", sorgt schon für Distanz. Darüber hinaus ist "der Autor" so mager beschrieben, dass er für mich als Person kaum greifbar ist. Er denkt nach, guckt aus dem Fenster und hat - warum? - eine zittrige Hand. Er ist der, der sich alles Nachfolgende ausgedacht hat. Und irgendjemand hat sich wiederum diesen Autor ausgedacht, denke ich da. Ich rücke weiter weg anstatt einzutauchen.

Zitat:
Die Frage war schlichtweg nur, was er wollte. (...) [Er] schrieb die ersten Worte nieder, genau so, wie er schon immer auch jene Geschichte beginnen wollte.

Erst wird ausführlich darauf eingegangen, wie mächtig der Wille eines Autors ist. Das wird auf "den Autor" dieser Geschichte bezogen und dabei angedeutet, dass er sich selbst fragt, was er will. Gegen Ende des Prologs erfährt man, dass der Autor es "schon immer" so wollte, wie er es im Folgenden machen würde. Das verstehe ich nicht.

Zitat:
Denn so war es nun einmal, dass eine jede Geschichte mit 'Es war einmal...' begann. (Eine Erzählung kann so beginnen.) Diese war würde da gewiss kein Unterschied keine Ausnahme sein, dachte sich der Autor lächelnd und schrieb die ersten Worte nieder, genau so, wie er schon immer auch jene Geschichte beginnen wollte. Denn schließlich hatte diese genau so ihren Anfang genommen

Im Titel steht das Wort "Märchen", aber der letzte Satz sagt für mich aus, dass die nachfolgende Geschichte tatsächlich passiert ist.

Aus welchem Grund hast du diesen Prolog verfasst? Ist er relevant für die Geschichte?
Ich kann damit nicht so viel anfangen - aber bedenke, das ist nur ein subjektiver Eindruck.

Mir gefällt der Übergang von "Es war einmal ..." zum Titel des ersten Kapitels, "Hinter allen Grenzen".

Zitat:
1. Hinter allen Grenzen

„Hendrea! Hendrea, wo bist du denn schon wieder? Warte auf uns!", erklang es in der Stille des frühmorgendlichen Waldes. Nicht viel war an diesem wunderschönen Morgen zu hören, nur das Zwitschern der früh erwachten Vögel, das Surren der kleinen und großen Insekten, als sie durch das Unterholz jagten, um Honigtau zu erhaschen, und das Knistern der brechenden Zweige und Äste, als die Wanderer durch die Tiefen des Waldes gingen.


● "Stille" / "Nicht viel war [...] zu hören" ist für mich ein Widerspruch, zumal die Länge der nachfolgenden Aufzählung suggeriert, dass es doch so einige akustische Eindrücke sind ("nur" das, und das, und das).
● Ich muss sagen, "die Wanderer" deutet für mich eine Gruppe Erwachsener an. Später erfährt man, dass es drei Wanderer sind: ein kleiner Junge (Edowin), vermutlich ein junges Mädchen (Hendrea) und ein völlig Unbekannter. Damit der Leser nicht so lange im Dunkeln tappt, sollte hier wenigstens "die beiden Wanderer" stehen (das Mädchen rennt ja vor). Noch besser würde mir eine Formulierung gefallen, durch die klar wird, dass es sich um Kinder handelt.
● Den letzten Satz würde ich entweder kürzen oder in zwei Sätze teilen, da er sehr verschachtelt ist. In dem zweiten, für sich stehenden Satz könnten dann die Zweige unter den Kinderfüßen knistern. Äste sind eventuell zu stabil, um durch das geringe Körpergewicht eines Kindes zu zerbrechen.


Die Sonne war erst vor wenigen Augenblicken aufgegangen und tauchte den Wald in weiches, helles Licht. Das Gehölz schien durch tausende winzige Diamanten zu glitzern, als das Licht sich in den kleinen Tautropfen brach (oder die Tautropfen das Licht brachen). Nur wenige Tiere hatten sich aus der Sicherheit ihrer der Sträucher und Gebüsche gewagt, um einen scheuen Blick auf die Fremden zu werfen oder um ihren Weg voller Vorsicht zu kreuzen. Alles hier schien etwas Magisches zu umgeben - so unberührt wie es von Menschenhand war.

● Beim letzten Teilsatz ("so unberührt [...]") schlägt mein Grammatik-Warnsystem aus. *lach* Ich weiß aber gerade nicht, wie man den Satz korrekt und schön umformulieren könnte.
● Grün markiert sind die Textelemente, die darauf hinweisen, dass die Geschichte an einem frühen Morgen stattfindet. Nicht nur wiederholt sich dieser Hinweis, sondern auch die dafür verwendeten Wörter ("früh", "Morgen"). Im zweiten Absatz würde es z.B. reichen, nur von der "aufgehenden Sonne" zu sprechen.
● Zum Satz "Nur wenige Tiere [...]": Damit an die Phantasie des Lesers zu appelieren, ist m.E. etwas zu gewagt. Ich stelle mir vage ein paar der uns bekannten Waldbewohner vor, aber allein dadurch, dass es eine Fantasy-Geschichte ist, könnte es ja auch ganz andere Tiere geben. Vielleicht wäre es hier anschaulicher (und gleichzeitig indirekt erklärend), nur ein Tier zu erwähnen. Z.B. könnten die beiden Kinder in der Ferne (durch die Bäume hindurch) eine Rotfuchsfähe samt Welpen ausmachen, die schnell das Weite sucht (weil sie die beiden gesehen hat). Oder das typische scheue Reh begutachtet die beiden aus sicherer Entfernung. Das wäre mehr Futter fürs Kopfkino.

Zitat:
"Kommt, doch ihr lahmen Schnecken! Fangt mich doch, wenn ihr könnt!", rief eine ihnen bekannte Stimme aus weiter Entfernung und war gedämpft durch das dichte Blätterwerk.

- Das erste "doch" habe ich gestrichen, sonst würde sie das Wort zweimal benutzen.
- "eine ihnen bekannte Stimme" muss nicht sein, da bereits am Anfang durch die Rufe deutlich wurde, dass Hendrea weiter weg ist. Somit weiß man schon, dass Hendrea spricht.
- Der Satz nach der wörtlichen Rede ist grammatikalisch falsch. Hier, zur Verdeutlichung, der Satz in stark gekürzter Form: "Kommt!", rief eine Stimme und war gedämpft.


"Hendrea! Jetzt hör auf so zu hetzen! Das bringt doch nichts weiter. Was soll Mutter nur von dir denken?", "Die Beeren laufen uns nicht weg. Sie sind auch noch da, wenn wir wenige Augenblicke später die Lichtung erreichen. Jetzt bleib stehen. Oder komm wieder zurück zu uns!", ertönten die Stimmen (kein Komma) der beiden, die zurückgeblieben waren.

● Ist Hendrea in Sichtweite? Wenn ja, ist die Länge der Sätze in Ordnung. Wenn nicht, würde ich sie kürzen, denn zum Dauer-Brüllen sind sie etwas zu lang.
● "zurückgeblieben" erweckt den Eindruck, dass die beiden an einer Stelle verweilen. "hinterherhinken" oder ein Synonym wären hier vielleicht geeigneter, um das richtige Bild zu erzeugen.

Zitat:
Der kleine Edowin lief mit seinen kurzen Beinen rasch über die vielen gefallenen Blätter und Äste, während er ein Körbchen mit sich trug. Noch war der Korb leer. Aber Edowin freute sich schon wenn er darauf, einen mit vielen gold-glänzenden Beeren gefüllten Korb mit nach Hause zu bringen. Wie viele Kinder in seinem Alter aß er nicht gerne Obst oder Gemüse. Man konnte ihn damit über die Ländereien von Luxos jagen.

● Kleiner Vorschlag: Er könnte das leere Körbchen - eben wie ein Kind - schwingen lassen, anstatt es nur zu tragen.
● Den "Er mag kein Obst und kein Gemüse"-Teil würde ich straffen. Spontaner Vorschlag (nicht ganz ausgereift): "Eigentlich konnte man ihn mit Obst und Gemüse über die Ländereien von Luxos jagen, aber die Sol-Beeren waren schon etwas Besonderes, das musste er zugeben". Der Nebensatz "auch wenn sie unglaublich gesund waren" im nächsten Absatz ließe sich dann auch streichen.


Aber die Sol-Beeren waren schon etwas Besonderes - das musste er zu geben. Man wusste nie, ob man eine zuckersüße oder eine ausgesprochen saure Beere abbekam. Es war nicht einmal davon auszugehen, dass man an ein und demselben Strauch nur süße oder saure Beeren fand. Sie waren alle immer besonders, wie ein kleines Wunder. Und das war wahrscheinlich auch der Grund, warum Edowin sie so sehr liebte, auch wenn sie unglaublich gesund waren. Seine grünen Augen, (die) fast so grün wie das sie umgebende Blätterwerk (waren), beobachteten genau die Umgebung, als suchte er nach jemandem. Zu seinem Ärger, waren sie so früh aufgestanden, dass er es nicht einmal geschafft hatte, sein dunkel braunes Haar zu bürsten, und so standen seine Strähnen wie wild in alle Himmelsrichtungen. Auf seinem Gesicht, welches so hübsch war, dass man wusste, wenn er älter wird, würde es noch hübscher als die [Gesichter] aller anderen jungen Männer im Dorf werden, war eine Mischung aus Müdigkeit und so etwas wie Groll zu erkennen.

● "abbekam" ließe sich vielleicht durch ein schöneres Wort ersetzen. Der Satz könnte auch anders formuliert werden, z.B.: "Man wusste nie, ob man in eine zuckersüße oder in eine ausgesprochen saure Beere beißen würde." (Das Verb "beißen" ist stärker als "abbekommen", es lädt den Leser mehr zum Mitempfinden ein.)
● Statt "wie ein kleines Wunder" vielleicht lieber "wie lauter kleine Wunder"
● Die Beschreibung von Edowins Augen fließt gut in das Geschehen ein; man kann sich vorstellen, wie er mit seinen Blicken die Umgebung erforscht. Aber: Daraufhin eine Rückblende in einen langen Schachtelsatz zu packen, nur um seine Haare zu beschreiben, reißt mich unnötigerweise kurz raus. Das zottelige Haar durch das frühe Aufstehen ließe sich auch irgendwo am Anfang einbauen, vor allem weil gerade im ersten Teil die Tageszeit so stark zur Geltung kommt.
● Auch die grummelige Müdigkeit wäre am Anfang vielleicht besser aufgehoben. Wir waren doch gerade noch bei den Blicken, die - vielleicht staunend? - den Wald abtasten. Und dann soll er plötzlich müde sein, dass passt nicht. "so etwas wie Groll" klingt einerseits zu hart ("Groll"), andererseits zu schwammig und nicht greifbar ("so etwas wie"). Diese Stimmung sollte treffender beschrieben werden.
● Der Schachtelsatz über das hübsche Gesicht Edowins sollte gekürzt werden. Der lässt sich einfach nicht gut lesen.


Generell fehlt mir ein kleiner Hinweis auf die Kleidung. Tragen die drei Gummistiefel, mittelalterliche Kleidung oder etwas anderes? Es ist ja eine Fantasy-Geschichte.

Besonders aufgefallen ist mir der Wechsel zwischen süßer Kindersprache und langen Schachtelsätzen. Ich würde manche der langen Sätze kürzen bzw. aufspalten, für besseren Lesefluss und einheitlichen Stil.

Über die dritte Person sollte man ein wenig erfahren, wenigstens den Namen und das Verhältnis zu Edowin und Hedrea. Sind alle drei Geschwister oder ist die dritte Person nur ein Freund? Oder etwas anderes?

Bin gespannt. smile

Herzliche Grüße
scopie
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Jack Burns
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 49
Beiträge: 1555



BeitragVerfasst am: 27.03.2014 03:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

Du hast also das erste Buch schon fertig gestellt?
Nun ... wenn Du meinst. Ich glaube, da hast Du noch eine Menge Arbeit vor dir.

Zuerst mal zum Layout des Ausschnittes:
Bitte nicht alles fett gedruckt! Das nervt mich beim Lesen. Wäre der Text etwas länger gewesen, hätte ich gar nicht erst angefangen.
Und:

Warum

diese

Leerzeilen? Es stört den Lesefluss empfindlich.

Der Prolog:
Kann man machen - muss man nicht - ist Deine Entscheidung.
Aber wenn Du einen schreibst, wäre es sinnvoll, wenn der Prolog in die Welt und die Geschichte einführt. Hier steht er losgelöst und wirkt für mich entbehrlich.

Zitat:
Es war einmal

Es war einmal - fangen denn nicht alle alten nur die alten? Märchen so an? Märchen, die man kennt seit man noch jung und klein war Ausdruck ist grenzwertig , nicht mehr als ein Dreikäsehoch. Märchen, welche von den Eltern und Großeltern, vielleicht von Onkel, Tante oder Geschwistern (Du hast die Neffen und Nichten vergessen)vorgelesen wurden, bevor man einschlief? Märchen mit mutigen Helden, schönen Maiden, grausamen Monstren und vielleicht auch bösen Zauberern? Märchen, die von Gut und von Böse (fehlt da etwas?).
Zwei bis drei mal "Märchen" geht als Stilmittel durch. Aber fünf mal ist zu heftig.Nun.

Es war einmal - So ein schlichter Anfang, dachte sich der Autor, als er vor den leeren Seiten saß, diese nieder starrte auf diese starrte?, die Feder in seiner Hand. Sein Zauberstab. Sein Schwert. Gar sein Werkzeug der Macht, mit welchem er zu der Gottheit seiner eigenen kleinen Welt wurde. War er das nicht? Schließlich zwang er doch jedem in seiner Geschichte seinen Wdh. Willen auf. Er gab den Figuren ihre Fähigkeiten, ihre Gedanken. Ihre Träume. Er war es schließlich, der beschloss, wer sie waren, wer sie sind und wer sie sein sollten, ob sie immer in ihrem strikten Muster gefangen waren, oder ob sie sich entwickelten, zu etwas, dass selbst er, der Autor, noch nicht fassen konnte. Es war schließlich sein Wille, jener (der?)geschehen solle. Vielleicht würden die Protagonisten verzweifeln, wenn er sie falsch entschieden entscheiden lies ließ, doch am Ende würde sich doch Wdh alles so wenden, wie er es wollte.

Die Frage war schlichtweg nur, was er wollte. (frag ich mich auch)
Mit trüben Blick gen Fenster gewandt sah er das Schauspiel aus Flocken, wilden Winden und der malerischen Heiligkeit eines jeden Winters. Immer war alles weiß zu jener Zeit, immer kalt, immer war alles wie tot. Jedenfalls in jener Welt, wie er sie kennengelernt hatte. Wäre er wohl an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit geboren, so wären seine Gedanken gewiss anders gewesen.

Doch so war es nun einmal und so war das Leben - ein Buch mit unendlichen (unendlich vielen?)Seiten, unendlichen Geschichten - nicht das er je vorhatte solch eine Masse Menge? tatsächlich zu schreiben.
Tief holte nun der Autor Luft; er war es leid sich Gedanken über das hier und jetzt zu machen,(Der Leser auch!) tunkte die Feder in die schwarze Tinte und führte sie mit zittriger Hand zum Papier.

Denn so war es nun einmal, dass eine jede Geschichte mit 'Es war einmal...' begann. Diese war da gewiss kein Unterschied(nicht anders, keine Ausnahme,) dachte sich der Autor lächelnd und schrieb die ersten Worte nieder, genau so, wie er schon immer auch jene Geschichte beginnen wollte. Denn schließlich hatte diese genau so ihren Anfang genommen:

Es war einmal...


Ich sag es ganz offen: Nach dieser Einführung klappt der Leser das Buch zu und kauft den neuen Hohlbein.
Der Text sagt dem Leser absolut nichts. Er weckt keine Spannung, und auch kein Gefühl für die Welt des Romans.
Und obendrein verwendest Du geschraubte Formulierungen, die ich als 44-Jähriger schon antiquiert empfinde. Die meisten Teenager - Deine Zielgruppe - kennen diese Wörter nicht einmal.
schöne Maid, wilde Winde, ... gar (!!!) sein Werkzeug ...

Tut mir leid, dass ich nichts Positiveres sagen kann.
Ich habe den Verdacht, Du willst es mit aller Gewalt poetisch wirken lassen. Mein Rat wäre: Schreib doch einfach in der Sprache, die Du wirklich benutzt. Natürlich kann/sollte man den Ton auch dem Genre anpassen - aber übertreib es nicht.

Grüße
Martin


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Monster.
How should I feel?
Creatures lie here, looking through the windows.
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