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Ein sehr langweiliger Mensch


 

 
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LeoModest
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

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Beiträge: 143
Wohnort: Travemünde


BeitragVerfasst am: 25.03.2014 14:46    Titel: Ein sehr langweiliger Mensch eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dank der tatkräftigen Mithilfe von Ithanea möchte ich diesen Text von der Schreibübung nun in die Werkstatt bringen - ich hoffe, dies bricht keine Forumsregeln.

Ich unterteile ihn mal in mehrere Teile damit es nicht gar so lang ist. Ich freue mich über jegliche Hinweise, habe aber vor allem zwei Anliegen:

1) Was kann als nächstes passieren? Bisher passiert recht wenig - und keine Handlung kommt in Gang. Es muss eine Entwicklung her - wie könnte die aussehen?

2) Mein guter Freund Ferdinand Bahner hat viele Beschäftigungen. Fallen euch noch andere ein, die zu ihm passen würden?

Also:

Ferdinand Bahner war ein alter Junggeselle jener Sorte, wie man sie heutzutage nur noch selten trifft. Er war ein pensionierter Gymnasiallehrer, der völlig zurückgezogen in einer kleinen Wohnung in der Altstadt wohnte. Er führte zu keiner Person auf dieser Welt eine nennenswerte Beziehung, was wir auf die Tatsache zurückführen wollen, dass er sehr langweilig war. Ja, er war so langweilig, dass niemand auf die Idee käme, sich mit ihm auszutauschen – und der Grund hierfür war leicht zu bestimmen: er hatte zu nichts eine Meinung, hatte keine Interessen, keine Hobbys und keine Vorlieben. Er entbehrte alles, was man an Menschen interessant finden kann. Er brillierte in nichts und war von einer vollkommenen Gleichgültigkeit gegenüber allem und jedem. Er hatte keine Präferenz für nichts: nicht beim Wetter, nicht beim Essen, nicht bei Musik und nicht beim Sport. In einem Worte, er war ein Mann, über den Robert Musil sein Buch sehr trefflich hätte schreiben können.
Da es nichts gab, was er gerne – oder ungerne – tat, kannte er weder Freude noch Leid, aber aus unerfindlichen Gründen tat er niemals nichts. Da er aber eben nicht las und keine Musik hörte, nicht bastelte oder spazieren ging, war es eigentlich nicht leicht, das Nichtstun zu vermeiden, aber Ferdinand Bahner hatte im Laufe der Jahre gewisse Beschäftigungen ersonnen, wo er die feine Balance zwischen Tun und Nichtstun sicher traf. So zerriss er beispielsweise die ungelesenen, aber sonderbarerweise stets vorhandenen Zeitungen in kleinste Schnipsel, die er dann in eine Papiertüte steckte. Oder er nahm einen Füller und füllte ein ganzes Blatt mit blauer Tinte; wenn kein Weiß mehr zu sehen war, zerriss er auch dieses in kleinste Teile und steckte es in die Papiertüte. Beizeiten nahm er auch ein Buch aus dem Regal und zählte die enthaltenen ’y’s und hatte somit über die Jahre einen guten Überblick über die Verteilung dieses raren Buchstabens in seinen Büchern erhalten. Andere Tage verbrachte er damit, das Telefonbuch neu zu ordnen: nicht alphabetisch, sondern der Nummer nach: bei 1000 (der Stadtbücherei) beginnend war er bei 1327 (eine Frau Karin Stöhr) angekommen. Dem Leser wird sich der Zweck dieser Beschäftigungen nicht erschließen – und auch der Erzähler bleibt ratlos – aber wir können doch mit einiger Sicherheit festhalten, dass Ferdinand Bahner tatsächlich ein sehr langweiliger Mensch war.
Dieser Umstand alleine rechtfertigt jedoch nicht, dass wir von ihm berichten, aber an einem Winterabend vor nicht allzu langer Zeit geschah etwas, was nun durchaus unsere erzählerische Beachtung verdient.

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LeoModest
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 32
Beiträge: 143
Wohnort: Travemünde


BeitragVerfasst am: 25.03.2014 14:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ferdinand Bahner saß um 20 Uhr auf einem Sessel und zerriss mit gleichgültiger Miene den Wirtschaftsteil der Zeitung. In diesem Moment klingelte es an der Tür. Der Leser mag sich ob des unangekündigten Besuches wundern, aber Ferdinand Bahner war es selbstverständlich vollkommen egal. Als er die Tür geöffnet hatte, sah er eine mittelalte Frau mit einem überraschten Gesichtsausdruck: „Entschuldigen Sie, wohnt hier nicht Tobias Mindernickel?“ – „Nein, der wohnt eine Etage weiter oben.“ – „Ach so, verzeihen Sie bitte...“
Darauf setzte sich Ferdinand Bahner wieder an seinen Tisch und fuhr mit einem Ausdruck unaussprechlicher Indifferenz mit dem Zerreißen des Wirtschaftsteils fort. Nach wenigen Seiten hielt er jedoch inne: ihm fiel auf, dass Tobias Mindernickel vor einer Woche verstorben war. Er erinnerte sich, wie er die Träger der Leiche im Treppenhaus gesehen hatte: jawohl, Tobias Mindernickel war tot.
Mit einem kaum bemerkbaren Nicken stand er auf und ging zur Tür um die umsonst Klingelnde über den Tod des Nachbarn zu informieren: „Herr Mindernickel ist letzte Woche verstorben“, so Ferdinand Bahner, als die Frau die Stufen herab kam. „Tatsächlich?“, erwiderte diese bestürzt. „Warum sagen Sie das denn nicht gleich?“ – „Ich vergaß“, sagte er mit seiner ausdruckslosen Stimme. „Aber, aber...“, stammelte die Dame, fasste sich jedoch sogleich. „Ich verstehe schon...“ – „Gut“, so Ferdinand Bahner und er wollte sich bereits wieder zurückziehen, als die Dame nachsetzte: „Könnte ich bei Ihnen vielleicht ein Glas Wasser trinken, weil mir ist ein wenig unwohl.“ – „Ja“, so Ferdinand Bahner und führte die Dame in seine Küche, reichte ihr ein Glas Wasser und wartete.
„Standen Sie Herrn Mindernickel nahe?“, begann sie mit aufmerksamem Blick. Als Ferdinand Bahner dies verneinte, begann die Dame zu reden: „Ach, wissen Sie, ich stehe ihm ja auch nicht nahe. Was heißt stehe?, stand wäre richtig. Schließlich lebt er ja nicht mehr. Also stand. Ist es aber nicht sonderbar, wissen Sie, wie schnell es gehen kann? So was! Ich habe ihn ja jahrelang nicht gesehen, aber zufällig sah ich seinen Namen auf der Haustür. Er war mein Lehrer, wissen Sie, mein Geschichtslehrer. Und ich kam sehr gut mit ihm aus.“
Ferdinand Bahner verfolgte diese Bemerkungen mit einer Miene vollkommenen Desinteresses, was der Dame nicht entging. Ohne sich einen Zwang anzutun fuhr sie aber fort: „Es war nicht so, dass er so einen prägenden Einfluss auf mein Leben gehabt hätte, wissen Sie, aber wir kamen doch gut klar und ich hatte ihn gern. Also dachte ich mir, ich schaue kurz bei ihm vorbei und frage ihn, wie es ihm so geht...“ So plauderte die Dame ohne sich vorgestellt oder hingesetzt zu haben. „Ich denke mir nämlich immer, dass sich ein ehemaliger Lehrer bestimmt freut, eine alte Schülerin wiederzusehen und zu erfahren, dass er nicht vergessen wurde. Glauben Sie nicht, Herr...?“ – „Bahner“, so Ferdinand Bahner. Und er setzte ein „Das weiß ich nicht“ hinzu. „Nun, mein Name ist Karin Stöhr, sehr angenehm. Und ich glaube doch, dass es schön für einen alten Lehrer ist. Schließlich weiß man so, dass man wertgeschätzt wurde, meinen Sie nicht auch? Aber gut, dafür ist es nun leider zu spät. Er hatte gewiss ein sehr erfülltes Leben.“, sagte Frau Stöhr, trank aus und füllte mit einem entschuldigenden Lächeln ein weiteres Glas.
„Was machen Sie denn beruflich, Herr Bahner? Oder sind sie bereits in Rente?“ – „Ich bin pensionierter Lehrer“, so Ferdinand Bahner. – „Ach, tatsächlich? Das ist ja famos! Ich glaube, ich wäre eine gute Lehrerin gewesen, denn ich liebe Kinder und das ist ja auch die Hauptsache, nicht wahr?“ – „Das mag sein“, so Ferdinand Bahner ein wenig verwirrt. – „Aber nun können Sie Ihren wohlverdienten Ruhestand genießen. Das ist ein schönes Wort, finden Sie nicht? Ruhestand. Man steht in Ruhe – die Ruhe steht, die Aufgaben ruhen, man kann sein Leben genießen. Ich freue mich bereits auf meinen Ruhestand“, sagte sie lebhaft, während sie das Wort Ruhestand gedehnt und betont aussprach. „Dann hat man endlich Ruhe von all den Kunden und kann das machen, wofür man sonst nie Zeit hat. Womit verbringen Sie denn Ihre Zeit, Herr Bahner? Ich würde nämlich reisen, sehr viel reisen. Ich möchte nämlich einmal nach Italien. Das wäre famos! Waren Sie bereits in Italien? Es muss ein schönes Land sein, mit Pasta und netten Menschen, ganz anders als hier, da bin ich mir sicher.“ Sie blickte Ferdinand Bahner mit einem leicht dummen Lächeln an, aber der erwiderte nur kurz, „Ich war nie in Italien.“ – „Aber das ist ja auch ganz einerlei, es gibt viele schöne Länder. Und viele schöne Dinge, die man tun kann. Ich würde zum Beispiel auch unheimlich gerne musizieren, da Musik das Schönste auf der Welt ist, meinen Sie nicht auch? Also ich schon! Ich würde gerne Gitarre spielen, die ist nämlich sehr vielseitig und gar nicht so schwer zu erlernen, anders als das Klavier. Ich habe gelesen, dass berühmte Pianisten auch im hohen Alter stundenlang üben müssen, das würde ich nicht wollen, dafür habe ich keine Zeit. Überhaupt kommt man ja zu nichts, weil ständig irgendetwas los ist. Die Kinder wollen etwas und wenn die nichts wollen, so stört der Mann. Und gibt der Ruhe, dann nervt die Arbeit, ich glaube, das wird sich nie ändern. Auch im Ruhestand nicht, denn irgendetwas ist ja immer.“, sagte Frau Stöhr, woraufhin Ferdinand Bahner ein schlichtes „Ja“ einwarf. Daraufhin regte sich jedoch ein sonderbares Verlangen von ihm, weiter zu reden. Er empfand es als unpassend, hier in seiner Küche solche Vorträge gehalten zu bekommen, die auch noch inhaltlich sehr widerspruchsvoll waren. Da wolle sie Ruhe, freue sich auf den Ruhestand, aber glaube nicht daran, dass es je Ruhe gäbe; da möchte sie ein Instrument im Ruhestand erlernen, weil sie dann Zeit hätte, aber dann hätte sie niemals die Zeit, das Spielen zu üben. Er empfand diese Widersprüche als belästigend und so setzte er an. – „Ich arbeite ja selber in einer kleinen Lotterie“, fuhr Frau Stöhr jedoch ohne auf seinen Redeversuch achtzugeben fort. „Da ist immer so viel los, das ist sehr anstrengend. Dabei verkaufe ich nicht nur Lose. Heute gibt’s in einer Lotterie ja alles, Zigaretten und Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten. Irgendwann, sage ich immer, verkaufen wir bestimmt auch Wurst und Käse“, sagte Frau Stöhr und prustete lachend los, was Ferdinand Bahner nochmals verstörte. Er selbst – gewiss kein Fachmann in humoristischen Angelegenheiten – fand diesen Scherz selbstredend kein bisschen lustig und wollte nun wirklich auf die Ungereimtheiten zuvor eingehen: als Frau Stöhr erneut plaudernd fortfuhr: „Wissen Sie, es gibt drei Sorten von Kunden in Lotterien: die einen sind meine Stammkunden, übrigens auch ein schönes Wort, finden Sie nicht auch? Stammkunden. Ohne den Stamm gibt’s keine Krone auf dem Baum und der Kunde ist ja König, nicht wahr? Hihihi“, verfiel Frau Stöhr noch einmal in heiteres Lachen, welches Ferdinand Bahner nun mit einem düsteren Blick quittierte. Frau Stöhr – unbeeindruckt – setzte die Kundencharakterisierung fort: „Hihi, ja. Aber zweitens sind da die Hin-und-wieder-Kunden, die mal wegen Zigaretten oder Kaugummis reinschauen. Da gibt es auch viele! Und dann die, die ich nur einmal sehe, wahrscheinlich Touristen oder Ausländer. Ja, so ist das.“. Ferdinand Bahner, verwirrt und überfordert, da er nicht wusste, ob er nun wirklich darauf hinweisen solle, dass sie doch gesagt habe, sie hätte im Ruhestand Zeit, um kurz darauf zu sagen, sie hätte für das Klavierüben keine Zeit. Das sei ein Widerspruch, dachte Ferdinand Bahner, aber eben da fiel ihm auch auf, welch wertlose Charakterisierung ihrer Kundschaft sie ihm geboten hatte: und das auch noch in seiner Küche! Ferdinand Bahner war überfordert. Er zögerte, dachte nach und vernahm urplötzlich folgende Worte aus Frau Stöhrs Mund: „Aber nun muss ich wirklich nach Hause, sonst kommt man hier ja zu gar nichts. Ach, wenn ich nur in Rente wäre, dann hätte ich endlich Zeit...“ Und mit diesen Worten verabschiedete sich Frau Stöhr, wünschte Ferdinand Bahner noch einen schönen Abend und schloss die Türe laut knallend hinter sich.

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LeoModest
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BeitragVerfasst am: 25.03.2014 14:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

In diesem Moment machte Ferdinand Bahner etwas sehr Untypisches für ihn: er wurde leicht rot, er ballte seine an den Hüften liegenden Hände zu Fäusten, er atmete tief ein um dann mit geschlossenen Augen genervt hervorzustoßen – „So eine dumme Nuss!“ Entgeistert blickte er auf die Wohnungstüre und dachte über den sinnfreien Redeschwall dieser Lotterieverkäuferin nach. Auch dies – möchte der Erzähler bemerken – war untypisch, da er für gewöhnlich wenige Interaktionen hatte und ihm demnach selten solch ein Ereignis zustieß. In diesem Zustand innerer Wallung weiter verharrend, setzte Ferdinand Bahner seine selbstgesprächigen Bemerkungen fort: „Die Kundeneinteilung! Der Wurst-und-Käse-Witz! Ihre Zeit! Nein, also so eine dumme Nuss“, sagte Ferdinand Bahner und schüttelte sehr bemerkbar, fast lebhaft den Kopf. Er war unfähig, diesen Besuch sogleich zu verarbeiten – oder besser: abzuhaken, wie er es eben gewohnt war, Dinge im Leben zu nehmen: abhaken und vergessen. Etwas schwirrte in seinem Kopf herum. Gewiss, wären andere Personen zugegen gewesen, sie hätten keinen verzweifelt schimpfenden, gar einen laut wütenden Mann gesehen. Äußerlich machte Ferdinand Bahner keinen besonderen Eindruck und auch innerlich offenbarte er nichts Ungewöhnliches: aber da seine grenzenlose Teilnahmslosigkeit eben in sich selber ungewöhnlich ist, so empfand er diese Regung des Genervtseins nun seineseits als ungewöhnlich, ja empörend!
So wandte er sich nach links, so wandte er sich nach rechts – und als er feststellte, dass das fortgesetzte Verharren vor der Wohnungstüre das Geschehene nicht ungeschehen machen würde, begab er sich ins Wohnzimmer, setzte sich an seinen Schreibtisch und nahm seinen Kugelschreiber zur Hand und ließ ihn seiner Gewohnheit nach hüpfen: das verschließende Klicken aktiviert nämlich beim senkrechten Aufsetzen einen Sprungmechanismus, den Ferdinand Bahner nutzte um den Kugelschreiber am höchsten Punkt mit dem Zeigefinger und dem Daumen zu fassen. Dies tat er etwa fünfzehn Minuten lang, was ihn augenscheinlich beruhigte. Die angespannten Gesichtszüge waren einem Ausdruck ruhiger Gleichgültigkeit gewichen.
Nach einer Weile blickte er auf die Wanduhr und stellte fest, dass noch eine Stunde bis zur Schlafenszeit war, was ihn dazu veranlasste, mechanisch die Schublade zu öffnen und das Telefonbuch herauszuholen. Ferdinand Bahner tat dies ohne Anzeichen einer Regung, in etwa so, wie man Papier zerreißt und nichts deutete darauf hin, dass etwas Neues in Angriff genommen wurde. Dennoch nahm er also das Telefonbuch zur Hand, lag es auf die rechte Seite des Schreibtisches, lag sein Telefonbuch zur Linken und schaute nach, wo er stehen geblieben war: 1327 stand da direkt unter 1326: Karin Stöhr.
Ferdinand Bahner hielt inne. 1327, Karin Stöhr. „So eine dumme Nuss“, murmelte er. „Irgendwann verkaufen wir auch Wurst und Käse, hihi“, äffte er sie in einer hohen Stimme nach, was dem Ganzen wahrlich einen skurillen Klang gab. Hierbei will der Erzähler einschalten, dass Ferdinand Bahner eine sehr tonlose Stimme hatte. Beim Sprechen entbehrte sie jeglicher Hebungen und Senkungen, das Betonen einzelner Silben – oder gar Wörter – war ihr unnatürlich und überhaupt sprach er wie der Vorleser eines Wörterbuchs. Grammatikalisch korrekt ließ er ein Wort auf das andere folgen, was stets den Eindruck etwas Unvollständigen hinterließ. Demnach hatte sein Nachäffen auch kaum eine Ähnlichkeit mit Karin Stöhr, es entbehrte vollkommen der blubbernden Einfältigkeit, aber das fiel ihm gar nicht auf. „Karin Stöhr“, sagte er sich also noch einmal – diesmal so, wie wenn man aus einem Telefonbuch vorliest. Leichte Verärgerung stieg in ihm auf: die Störung unterbrach nun auch seine abendliche Telefonbuchneuordnung, was ihn dazu veranlasste mit gerunzelten Augenbrauen seinen Mund ein wenig zu spitzen. Nicht wie beim Kusse – Gott bewahre! – aber als Ausdruck einer gewissen nachdenklichen Unzufriedenheit.
So verharrte Ferdinand Bahner für mehrere Augenblicke. Wiederholt schüttelte er dabei den Kopf, er schien noch immer überfordert zu sein, sich voll und ganz seinen Beschäftigungen zu widmen. So blickte er zur Linken, so blickte er zur Rechten und musste erneut feststellen, dass dies nichts brachte. Schließlich fiel ihm nichts anderes ein, als zu Bett zu gehen und so dem für ihn stürmischen Tag zu fliehen.

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LeoModest
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BeitragVerfasst am: 25.03.2014 14:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Am nächsten Morgen erwachte Ferdinand Bahner indes vollends erholt und wie gewohnt ohne jeglichen Tatendrang. Er setzte sich an den Küchentisch und aß wie immer sein Muesli, das heißt er begann mit dem Verzehr der getrockneten Bananen, machte sich dann an die Haferflocken, ging dann gewissenhaft zu den Mandelstücken über und aß (Synonym?) schließlich die Rosinen. Es war weniger eine Ordnung nach Geschmacksvorlieben, als eine bewusst gewählte alphabetische Reihenfolge.
Der Erzähler sorgt sich an dieser Stelle, den Leser mit den Alltagsbeschreibungen Ferdinand Bahners zu ermüden, sodass er nur noch bemerkt, dass Ferdinand Bahner seinen Tag geruhsamst gleichgültig verbrachte – bis 16 Uhr, als es wider Erwarten an der Tür schellte. Ferdinand Bahner schloss für einen Augenblick entnervt die Augen und legte den Füller beiseite.
Sodenn öffnete er die Türe und erblickte: mit strahlendem Lächeln Karin Stöhr. „Hallo Herr Bahner“, begann sie aufgeregt, „ich hoffe, ich störe nicht! Aber nach unserer netten Unterhaltung gestern wollte ich sie noch mal besuchen. Ich habe Ihnen auch einen Kuchen gebacken. Ich dachte, Sie als Junggeselle, ja, wahrer Hagestolz, backen bestimmt nicht. Hagestolz, hihi, sind Sie stolz, hager zu sein? Hihi, ein lustiges Wort.“
Und so trat sie ein: unangemeldet, unwillkommen, störend. „Darf ich?“, fragte sie mit entschuldigendem Lächeln, während sie in der Küche schon Teller und Gabeln suchte. Ferdinand Bahner blickte sie indessen finster an, was ihr jedoch entging, denn sie deckte bereits mit einer erstaunlichen Flinkheit den Tisch.
Er ergab sich also mit langsamer, hilfloser Gebärde seinem Schicksal. Er würde also mit Karin Stöhr ein Stück Kuchen essen, ein Kuchen, den – wie sie heiter plaudernd erläuterte – ihre Großmutter immer gebacken hatte. „Ganz wie in Omas Küche, hihi, so heißt es doch immer in der Werbung! Und deshalb...“ – „Frau Stöhr!“, unterbrach er sie auf seine Weise fast forsch, woraufhin Frau Stöhr lächelnd erwiderte: „Ja, so heiße ich, seit ich meinen Mann geheiratet habe...“, denn sie missverstand seine ungeübte Emphase ohne mimische Veränderung als Frage und fuhr dann belustigt fort: „Und früher hieß ich Fischer. Also habe ich mir einen Stö(h)r geangelt. Das war ganz famos, huhu!“ – „Frau Stöhr!“, so Ferdinand Bahner nach einem Bissen Marmorkuchen noch einmal, diesmal mit einer ungelenken Betonung des ersten Wortes. – „Ja“, sagte sie mit nahezu schmachtender Stimme: „Schmeckt er Ihnen? Das freut mich, meine Kinder essen den auch so gerne, vor allem der Kleine, das heißt, er ist gar nicht mehr der Kleine, er ist ja viel größer als die Große, hihi...“
Ferdinand Bahner blickte sie entgeistert an. Unvermindert plauderte sie in einem fort und mit seinem wie auch immer betonten „Frau Stöhr!“ kam er ihr nicht bei. Gleichgültig seinen Marmorkuchen verzehrend – erst die dunklen, dann die hellen Teile: auch in Stresssituationen will die korrekte Reihenfolge befolgt sein! – ließ er Frau Stöhrs Schwadronieren über sich ergehen.
Allmählich hörte er auf, zuzuhören. Das Geschwätz wurde ein blubberndes Hintergrundgeräusch, einzig unterbrochen von oft eingestreutem, albernem Kichern. Eine gewisse Zeit verging, Ferdinand Bahner hatte sein Stück gegessen und als er wieder ihren Worten folgte, hörte er, wie sie stolz verkündete: „...und deshalb nannten mich meine Eltern Karin!“ und schaute ihn fast herausfordernd an. „Meine Mutter hieß auch Karin“, entgegnete Ferdinand Bahner sehr beiläufig. „Wirklich, das ist ja ganz famos!“ – und ein weiterer Redeschwall begann, was Ferdinand Bahner zur Erkenntnis brachte, dass jegliche Kommentare das Ende nur hinaus verzögerten. So beschloss er, resigniert zu schweigen.
Als er aus einem weiteren Aufmerksamkeitsschlummer erwachte, zählte Karin Stöhr die Zigarettenmarken auf, die sie in ihrer Lotterie verkaufte: „L&M, HB, Marlboro, Camel...“

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Ithanea
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 28
Beiträge: 1271

Ei 3


BeitragVerfasst am: 25.03.2014 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Abend Leo,

du ziehst folgerichtig in die Werkstatt (ist ja nun auch keine Übung mehr) und ich ziehe mit.
Nur ganz kurz, weil es mir ins Auge fiel:
Zitat:
Dennoch nahm er also das Telefonbuch zur Hand, lag legte es auf die rechte Seite des Schreibtisches, lag legte sein Telefonbuch zur Linken und schaute nach, wo er stehen geblieben war:

Und: Das zweite ist wohl ein Notizbuch oder so, in das er die neusortierten Namen schreibt? Dann sollte es zur Unterscheidung vielleicht einen anderen Namen, oder den Zusatz 'neusortiertes' bekommen.
Ansonsten lass ich jetzt erstmal andere kommentieren.

Gruß
Lara

PS: Meine heutige Karin-Perle: Also habe ich mir einen Stö(h)r geangelt. Das war ganz famos, huhu! Daumen hoch


_________________
Verschrieben. Verzettelt.
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Nicnak
Schreiberling

Alter: 34
Beiträge: 207
Wohnort: Pendler zwischen Berlin und Bayern


BeitragVerfasst am: 27.03.2014 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leo,
ich habe den Text bei den Schreibübungen gesehen, habe kurz reingelesen, und wäre fast eingeschlafen. Schlafen

Nimm mir dass nicht übel, aber:

Zitat:
Aufgabe: Denkt euch eine Figur aus, egal ob skurril, widersprüchlich oder anstrengend, und beschreibt sie bei einer ihrer typischen Tätigkeiten! Wichtig ist jedoch, dass Ihr nicht irgendeine Person wählt, sondern eben den oder die Eine/n. Erfindet eine Figur, von der man seitenlang lesen möchte!


Als Lehrer würde ich dir für die Wahl eine 6 geben. Shocked
Du hast die gesamte Bandbreite der Phantasie vor dir, und nimmst dann eine sehr, sehr langweilige Person; die langweiligste Person der Welt.

Da ist es doch vorherbestimmt dass es sich auch langweilig liest.

Was sehr schade ist, da deine Schreibe echt gut ist. Sie ist flüssig zu Lesen, deutlich zu Verstehen und schön ausformuliert. Pfiffig Blinzeln

Zu 1.
Keine Ahnung, du könntest weiter den gesamten Ladeninhalt aufzählen Schlafen  ihn weiterhin irgendwelche (zwar sonderbaren, aber dennoch) langweiligen Dinge tun lassen, oder die komplette Geschichte umschmeißen und interessant gestalten.

Lass ihn doch vor Langeweile einschlafen, und ihn die wildesten/abstraktesten Sachen träumen. Achterbahn fahren mit einer U-Bahn, Bungee-Jumping aus einem Flugzeug, zum Mond reisen in einem U-Boot etc.

Oder mach daraus eine Einschlafhilfe in Buchform. wink

Schade eigentlich, da es sich echt gut liest, nur halt sehr, sehr, sehr, sehr,  laaaaannnnnngggggwwww... Schlafen
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EWJoe
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 60
Beiträge: 275
Wohnort: A-2384 Österreich Breitenfurt bei Wien


BeitragVerfasst am: 28.03.2014 12:11    Titel: Antworten mit Zitat

Servus LeoModest,

wie Du in Deinen beiden einleitenden Bemerkungen festgestellt hast, fehlt die Handlung und auch die geschilderte Person ist für mich nicht stimmig. Bevor Du nicht eine Idee zur Pointe dieser Geschichte hast, ist es zu früh damit beginnen zu wollen.
Du schreibst zunächst über einen pensionierten Gymnasiallehrer, einem alten Zausel, der mit seinem Dasein nichts Sinnvolles anzufangen weiß. Das ist prinzipiell ok, aber die Ausprägungen dieser sinnlosen Existenz ist für mich nicht nachvollziehbar. Dieser Charakter verfügt (ich denke mal er war nicht nur Turnlehrer) sicher über ein gewisses Maß an Bildung, die es wohl nicht zulässt, dass er derart verblödet den ganzen lieben Tag Papierschnipsel produziert, um sie schließlich in Papiertüten zu stopfen oder weißes Papier in Blau einfärbt, so Strich für Strich.  Vielleicht putzt er dann seinen Fußboden noch mit der Zahnbürste oder hat sonst noch ähnlich höchst eigen(t/d)üm(m)liche Gepflogenheiten. Der Typ würde wohl sicher in der Klapse sitzen!

 Glaubhafter würde ich es sehen, wenn er irgendwelche Sammlungen pflegt, von vielleicht wenig Nützlichem, die er penibel ordnet und katalogisiert. Hier wäre auch ein weiteres Konfliktpotential gegeben, wenn die Nervensäge in sein Leben tritt und alles durcheinander bringt.

Auch über die Motivation der Nervensäge, der Frau Stöhr, könntest Du zunächst ein paar Gedanken verlieren. Wieso kehrt sie wieder zurück. Ist sie wirklich von so argloser Dummheit, einer sensorischen Ignoranz, dass sie nicht erkennt, wie sehr sie diesen Hagestolz nervt, oder hegt sie vielleicht Absichten, die die Pointe der Geschichte ausmachen könnten.
(Beispielsweise, war sie in Wirklichkeit Schülerin des Herrn Bahner und sie hatte unter seiner peniblen Art sehr gelitten. Nun hatte sie sich eine sehr pointierte Rache ersonnen, um es dem verhassten Exlehrer heimzuzahlen.) Aber hier gibt es unendlich viele Lösungen.

Zum Schreibstil: Worte verstehst Du zu guten Sätzen zu formulieren. Du hast zweifelsfrei Potential. Die Geschicht kommt aber viel zu langsam in Fahrt, bis irgend etwas passiert, hast Du bereits 95% aller Leser verloren. Gerade der Einstieg muss straffer formuliert werden, der alte Zausel muss schneller, dichter und weit weniger redundant beschrieben werden.
Zitat:"Der Erzähler sorgt sich an dieser Stelle, den Leser mit den Alltagsbeschreibungen ..." Bei solchen Phrasen verlierst Du, vorsichtig geschätzt, 50% aller Leser sofort. Dieser Perspektivwechsel stört den Lesefluss, was noch verzeihbar wäre, aber diese Phrase bevormundet den Leser, was er ziemlich wahrscheinlich nicht vergibt.

Ich glaube dennoch, dass Deine Geschichte Potential hat, lass Dich nicht entmutigen. Finde zunächst ein gutes Konzept, der Rest ist Arbeit. Du findest im Forum hier auch gute Ratschläge wie man hier vorgehen kann.


LG
EWJoe


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Kulissen schiebt man gerne vor die Wahrheit, verdeckt sie auch durch viel Theater. Nur Backstage offenbart sie sich.
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LeoModest
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Alter: 32
Beiträge: 143
Wohnort: Travemünde


BeitragVerfasst am: 28.03.2014 13:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zunächst mal, ich habe in einem anderen Teil des Forums eine Diskussion hinsichtlich Langeweile und Leserschaftsabschreckung angefangen. Da habe ich einige Gedanken notiert, die auch von den Reaktionen auf diesen Beitrag angeregt wurden:

http://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=47410&highlight=

Aber zum Thema hier:

Danke, Joe, für deine Anmerkungen.

Darf ich mich inhaltlich ein wenig, nun, rechtfertigen? Ich möchte nicht alles abtun, was du sagst, aber ich finde, Kritik funktioniert am besten als Dialog. Daher also ein paar Reaktionen:

- ich würde mal behaupten: wenn Ferdinand Bahner 35 Jahre an einer Realschule Biologie und Chemie unterrichtet hat, so ist er noch lange kein Bildungsmensch. Jahrezehntelang erklärte er gelangweilten Schülern Meiose und Wasserstoffbrückenbindungen. Das kann auch abstumpfen. Außerdem gibt es wohl auch Menschen, die den ganzen Tag nur fernsehen und dabei auch nichts machen; Leute, die sinnfreie Computerspiele spielen und irgendwie die Zeit töten; Alters- oder Arbeitslosigkeitsdepressionen; Menschen, die einfach die Motivation und Lust verloren haben, sich wirklich zu betätigen, weil sie ihr Leben langweilig finden.
Dass seine Hobbys natürlich extremst absurd sind, ist natürlich richtig. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er das Ganze stundenlang macht, aber zwischen Abwasch, Einkaufen, Essen, Wäschemachen usw. finden sich wohl auch ein paar Stunden, die man sinnlos verbraten kann.
Und es ist natürlich eine fiktive Person, die zwar nicht in die Fantasywelt passt, aber eben doch übertrieben karikiert wird. Diesen Widerspruch von dir finde ich also nicht unumstößlich.

- Karin Stöhr: nun, auch hier würde ich behaupten, dass es Leute gibt, die anderen wahnsinnig auf die Nerven gehen und es nicht merken. Ihren weiteren Besuch lässt sich vielleicht auch mit einer gewissen Nächstenliebe begründen: sie denkt sich, dass der Kerl einsam zu sein scheint und backt ihm einen Kuchen. Und dann blubbt sie halt los, weil sie nicht verstehen kann, dass jemand lieber alleine ist als mit jemandem anderen. Vielleicht ist sie auch ein wenig einsam?

- dein Punkt, dass man nicht ziellos eine Geschichte schreiben soll. Ja, da stimme ich dir zu, Joe. Aber ich würde es nun auch nicht so ernst nehmen. Mir hat's Spaß gemacht, diese Geschichte zu schreiben; ein, zwei positive Rückmeldungen habe ich auch bekommen. Es begann mit einer kleinen Idee, die entwickelte sich dann in eine andere Richtung, ich hatte die Idee des Langweilers, diese belustigte mich, ich fuhr fort - erfuhr dann durch Ithanea wertvolle Ermunterung in einer Schreibübung, schrieb ein bisshen weiter. Dies ist ja nicht mein Hauptwerk, sondern beiläufiges Schreiben, wo ich gewisse Dinge einübe; ist übrigens auch der erste richtige Dialog, den ich in meinem Leben geschrieben habe - also für mich ist es eine wertvolle Erfahrung.
Wobei ich hier natürlich einsehe, dass wir hier auch literarische Wertmaßstäbe ansetzen und man sich mit 'Ist ja nicht so ernst gemeint...' nicht von allen Vorwürfen freisprechen kann. Daher nehme ich deine Kritik ja durchaus an - und weiß, dass hier noch eine Geschichte her muss, wenn sie denn ein Ende haben soll.

- die Idee der langweiligen Sammlung ist übrigens nett, entspricht aber nicht meinen Vorstellungen, dass er in sich selber langweilig sein soll. Meiner Meinung nach kann jeder interessant sein, der sich für irgendetwas begeistert oder interessiert - irgendjemand wird dieses Hobby wohl teilen und dann kann man sich austauschen. Das soll er eben nicht haben.
Ich habe übrigens elf 'Lohengrins' und höre mir manchmal "blind" einzelne Passagen aller Aufnahmen an und versuche, zu erkennen, um welche Version es sich handelt. 99,3% der Menschen finden das grässlich langweilig, aber ich habe Bekannte, mit denen kann ich stundenlang über den 'Lohengrin' reden und meine Meinung zum Kubelik mit ihrer abgleichen. Und so kann es eben auch mit einer Briefmarkensammlung sein.

- die Idee der Hintergedanken von Karin Stöhr gefällt mir aber. Ob's Rache sein muss, weiß ich nicht. Eher ein plumpes Verlangen, lieb zu allen zu sein und dabei ziemlich unfähig aufzutreten. Oder dass sie noch einen anderen Hintergrundgedanken hat - darüber werde ich noch nachdenken, danke!

- deine Anmerkungen zum Schreibstil haben den oben genannten Beitrag mit inspiriert. Ich persönlich liebe solche Einschübe, Appelle an den Leser etc.
Bevormundend finde ich das nicht. Es soll eher selbstironisch verstanden werden: wenn das aber nicht rüber kommt - mea culpa. Mir ist ja sehr bewusst, dass das Argument "Ich mag das so!" nicht heißt, dass ich es gut umsetze. Oftmals gefällt mir so ein Einschub an einer Stelle auch - aber stört den Gesamtfluss, weil es zu willkürlich gesetzt ist, nur weil ich das selber immer furchtbar erheiternd finde. Da muss ich noch die Balance finden: es konsequent durchziehen, dass es den Erzählstil prägt - oder es einfach traurigen Schweigens weglassen.

Bei der Redundanz gilt das Gleiche wie eben: könntest du mir aber vielleicht Beispiele geben? Es geht bei seiner Beschreibung ja vordergründig nicht darum, Spannung zu erzeugen. Die Intention ist, eine skurrile Person zu beschreiben, wo es die Leserin erheitert, das zu lesen. Meinen Humor trifft's: ich finde seine Telefonbuchidee prima und Ithaneas Vorschlag in der Selbsthilfe finde ich noch immer furchtbar komisch. Dass das redundant ist, ist mir klar, wenn es nur um den Inhalt geht. Weißt du, um mit meinem deutschen Liebling Mann zu kommen. Der hat irgendwo eine Passage, wo er über irgendeine Person redet und dann schließt: "Diese Anekdote von dem Mann mit dem Kinderarzt ist insofern eine Abschweifung, als weder der eine noch der andere je wieder vorkommen wird." Ich finde das zum Schreien komisch. Das ist auch komplett redundant - und ja, ich sage nicht, ich bin so toll wie Thomas Mann: er macht das gewiss subtiler, cleverer, klüger, lustiger. Aber dennoch lässt mich dies das Thema der Redundanz anders sehen als du scheinbar.

So, lieber Joe, verzeihe, wenn ich dir so ein Brett zurückschreibe. Du hast gewissermaßen einen Nerv getroffen. "Der Künstler, der sich immer missverstanden fühlt, gehört zum Lächerlichsten, was es gibt", heißt es bei Murger. Das sehe ich auch so und ich will mich nicht beleidigt und eingeschnappt zeigen und sagen "Du hast es halt nicht verstanden, bäh!". Aber ich hoffe, dass du meine Antwort doch verstehst und nicht als reine Bitterkeit aufnimmst.

Mit besten Grüßen

Leo
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 28.03.2014 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mag deinen Schreibstil. Und auch die Idee, so einen langweiligen Protagonisten zu beschreiben. Mir war beim Lesen nicht langweilig.

Gerade solche Einschübe von Erzaehlerseite wie:"Der Erzähler sorgt sich an dieser Stelle, den Leser mit den Alltagsbeschreibungen ..." fand ich superb.

Die letzten beiden Teile wirken ein wenig wiederholt. Vielleicht könntest du da noch etwas dran machen. Vielleicht ist es aber schon gerade richtig auf dem Weg zu s. u.

Wie die Geschichte sich entwickeln könnte? Hhm. Ich hatte auch sofort, als Frau k.S. auftauchte, die Idee, dass sie auch seine Schülerin hätte sein können. Aber ich weiß nicht, gefällt mir nicht so.

Mir kam noch die Idee, dass Ferdinand Bahner nach einiger Zeit einfach ihr Geschwätz so wunderbar langweilig finden wird, dass ihr zuzuhören bzw. ihr gegenüber seine Ohren dicht zu machen zu einer der von ihm so geliebten langweiligen Tätigkeiten werden wird.
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EWJoe
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BeitragVerfasst am: 29.03.2014 14:45    Titel: Antworten mit Zitat

Servus Leo,

gleich vorweg, wie für jeden Autor gilt natürlich auch für Dich: Herr Deiner Geschichte bist und bleibst Du! Wie Du sie entwickeln willst, ob der Realität verbunden, oder eher nicht, bleibt daher auch Dir alleine überlassen. (Deinen Herrn Bahner kann ich noch immer nicht als real mögliche Person sehen, es sei denn Demenz hätte ihn schon fast ganz ausgelöscht. Dies stünde aber im Widerspruch zum Verlauf der Geschichte, also ist Herr Bahner eine fiktive Gestalt.)
Ich kann dir nur subjektive Kritik geben, wie jede Kritik nur subjektiv sein kann. Von Kuschelkritik halte ich wenig, da sie den betroffenen Autor im Istzustand einfrieren lässt.
So dachte ich halt, da Du die Geschichte dem Genre Erzählung und Humor zugeteilt hast, du wolltest auch dazu treffende Kritik, speziell indem Du aufforderst:

Zitat:"Ich unterteile ihn mal in mehrere Teile damit es nicht gar so lang ist. Ich freue mich über jegliche Hinweise, habe aber vor allem zwei Anliegen:
1) Was kann als nächstes passieren? Bisher passiert recht wenig - und keine Handlung kommt in Gang. Es muss eine Entwicklung her - wie könnte die aussehen?
2) Mein guter Freund Ferdinand Bahner hat viele Beschäftigungen. Fallen euch noch andere ein, die zu ihm passen würden?"

Hierzu wollte ich Dir Anregungen, aus meiner Sicht, geben.

 Falls, und so scheint es, ich Deinen Nerv getroffen hätte, dann ersuche ich Dich um Entschuldigung, es war bestimmt nicht meine Absicht zu verletzen.


Mit der Entschleunigung der Literatur, wie des gesamten Lebens, aber gebe ich Dir recht. Es muss nicht auf jeder Seite eine Atombombe gezündet werden und es macht durchaus Sinn eine Atmosphäre langsam aufzubauen, den Leser langsam in die Geschichte mit ihrem besonderen Umfeld hineingleiten zu lassen. Das war früher ein häufig gepflegter Stil - die oft strenge Sachlichkeit heutiger Texte steht dem meist entgegen.
Ich glaube, dass auch die Gepflogenheit der Literatur sich an die Umwelt anpasste, in der wir Menschen heute existieren müssen. Stress ist ein allgegenwärtiger Faktor Die moderne Datenverarbeitung ist bestrebt jede Sekunde mit Effizienz zu füllen, dem gejagten Menschen die letzten Sekunden Entspannung raubend. So kehrt fast Jeder, abgefüllt mit Adrenalin bis es aus den Augen tropft, zurück nach Hause. Hier muss es für Viele auch in dieser Art weitergehen, der Freizeitstress fügt sich nahtlos an den Arbeitsstress.

Kein Wunder also, dass Viele zu Adrenalinjunkies geworden sind, die ihre literarischen Auswahl nach Ereignisdichte selektieren, was wohl auf den modernen Schreibstil durchschlägt.

Ein schönes Wochenende und
LG EWJoe


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LeoModest
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BeitragVerfasst am: 29.03.2014 15:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank, firstoffertio, für deinen Vorschlag mit dem Ende. Der gefällt mir sehr gut und ich glaube, das könnte dieser Geschichte eine gewisse Abrundung geben. Mal sehen, wie ich es umsetze und ob das klappt...

Lieber Joe,

ja, einen Nerv hast du getroffen: wobei ich mich eigentlich nicht verletzt fühlte. Ich habe ja auch einen anderen Thread geöffnet, weil das eben eine Thematik ist, die mich sehr beschäftigt und zu der ich eben eine starke Meinung habe.
Persönlich habe ich es aber nicht genommen und ich hoffe, es kam auch nicht gar so weinerlich rüber. Aber ich denke dir in jedem Fall für deine Worte!

Zu deinen anderen Ausführungen hinsichtlich der Gier nach Adrenalin: ja, da wird was Wahres dran sein und es wurde ja auch im anderen Teil des Forums diskutiert. Es gibt natürlich einen Zeitgeist, der das Leseverhalten prägt. Manche Entwicklungen sind hierbei vielleicht zu begrüßen - andere stoßen einem eher auf; und mich mit manchen Dingen abfinden, fällt mir auch schwer. Wie heißt's bei Mann: 'Ich bin ein altmodischer Mensch, stehen geblieben bei mir lieben, romantischen Ansichten.' Na ja, wird schon werden. Nichts für ungut, Joe, und schön, dass du dich noch mal gemeldet hast!

Liebe Grüße

Leo






Ein schönes Wochenende und
LG EWJoe[/quote]
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LeoModest
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Wohnort: Travemünde


BeitragVerfasst am: 30.03.2014 16:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

In dankbarer Anlehnung an Firstoffertios Idee - hier eine Schlussversion. Über Kommentare und Eindrücke würde ich mich sehr freuen...



Ferdinand Bahner folgte ihren Ausführungen mit einem Ausdruck unaussprechlicher Indifferenz. Ja, sein Gesicht zeigte eine gleichgültige Miene vollkommenen Desinteresses. In einem Worte, – der Leser wird dem Erzähler zustimmen – er befand sich ganz in seinem Metier. Er blickte nach links, er blickte nach rechts und stellte fest, dass er genauso gut an seinem Telefonbuch arbeiten könnte – oder eben einfach hier am Tische mit Karin Stöhr sitzen bleiben könnte: es käme doch letztlich aufs Gleiche raus. Mit kaum wahrnehmbarem Nicken stimmte er innerlich dieser Erkenntnis zu und lehnte sich desinteressiert zurück.

Und so kam es also, dass Ferdinand Bahner in seinen alten Tagen doch noch sozialen Umgang pflegte und eine – wir wollen es doch hoffen: – willkommene Abwechslung geboten bekam. Karin Stöhr setzte ihre Besuche in der Folgezeit nämlich fort und genoss es augenscheinlich, einen stillen, unkomplizierten Zuhörer zu haben. So blieb sie also immer bis sie schließlich zu sagen gewohnt war: „Aber nun muss ich wirklich nach Hause, sonst kommt man hier ja zu gar nichts. Ach, wenn ich nur in Rente wäre, dann hätte ich endlich Zeit...". Übrigens sagte sie dies in einer begrüßenswerten Zuverlässigkeit, die einem anderen Menschen als Ferdinand Bahner vielleicht sogar ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert hätte, wiewohl es ihm selbstverständlich vollkommen egal war...

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Einar Inperson
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BeitragVerfasst am: 30.03.2014 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo LeoModest,

ich habe deinen Text (und deine angestoßene Diskussion) mit Interesse gelesen.

Deine an die postmoderne Literatur erinnernden Kommentierungen und Leseransprachen empfinde ich als überzogen und dem Text nicht gerecht werdend.

Die in dem Titel bereits deutlich herausgestellte Charakterisierung des Prota wird hinreichend gezeigt. Unnötig dauernd auszurufen, begreife es endlich Leser, Ferdinand ist langweilig.

Nicht minder langweilig ist Karin mit ihrem fortgesetzten sinnlosen Geschwätz.

Dennoch gelingt es dir, beide Figuren lebendig (jedenfalls für mich als Leser) werden zu lassen. Plötzlich sind sie nicht langweilig, sondern allenfalls skurril. Tut mit leid, wenn das deiner Intention widerspricht.

Mit dem Auftreten von Karin Stöhr wird die Geschichte lebendig.

Insgesamt: Gerne gelesen.


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meerenblau
Dichter und Denker


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BeitragVerfasst am: 02.04.2014 15:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab den Text gern gelesen, zumindest den 1. - den Stil fand ich sehr ansprechend, den Inhalt ebenfalls, und ich wüßte nicht, was ich beim 1. Teil verbessern sollte.

Den zweiten habe ich angefangen, auch das hat mir gut gefallen, aber irgendwann mochte ich einfach nicht mehr - dieses hingekleisterte (Nicht-)Layout war zu ermüdend. Nirgendwo ein Absatz, selbst bei der wörtlichen Rede nicht, das war zu anstrengend, und da vermochten auch Stil und Inhalt mich nicht mehr bei Laune zu halten. Schade.
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LeoModest
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Alter: 32
Beiträge: 143
Wohnort: Travemünde


BeitragVerfasst am: 02.04.2014 17:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für die letzten beiden Kommentare.

In der Tat sollten die Charaktere schon skurril werden, sonst hätte es ja keiner Geschichte bedarft. Die Überspitzung und Übertreibung hatte ja einen humoristischen Hintergrund, der bei manchen wohl nicht ankommt. Okay...

Dass die Einschübe nicht passen, finde ich schade. Ich weiß gar nicht, ob ich das als ein postmodernes Mittel angesehen hätte, Einar. Ob's in den Klassikern steckt, weiß ich jedoch auch nicht so genau. Dickens spricht manchmal den Leser an und überlässt ihm das Urteil. Auch Mann richtet sich bisweilen an den Leser. Nun, dessen ungeachtet: könntest du sagen, in was für Geschichten du solche Einschübe passend fändest? Da wäre ich recht neugierig.

Meerenblau:

Danke auch dir. Schade, dass der erste positive Eindruck sich langsam verwässert hat bis du keine Lust mehr hattest, weiter zu lesen. Du schlägst also vor, es etwas zu kürzen, gewisse Zusatzbeschreibungen wegzulassen?
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meerenblau
Dichter und Denker


Beiträge: 1078



BeitragVerfasst am: 04.04.2014 18:02    Titel: Antworten mit Zitat

LeoModest hat Folgendes geschrieben:


Meerenblau:

Danke auch dir. Schade, dass der erste positive Eindruck sich langsam verwässert hat bis du keine Lust mehr hattest, weiter zu lesen. Du schlägst also vor, es etwas zu kürzen, gewisse Zusatzbeschreibungen wegzulassen?


Nein, ich rege an, den Text einfach optisch zu strukturieren, z.B. mit dem Einsatz von Absätzen, die einem das Lesen deutlich erleichtern.
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Faelwen
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BeitragVerfasst am: 04.04.2014 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo LeoModest,

ich habe den Text nur überflogen und würde auch vorschlagen, dass du den Text mit Absätzen strukturierst, damit es für den Leser übersichtlicher wird.

Bei Dialogen ist es üblich, dass man für jede Person eine neue Zeile beginnt, auch wenn die Person nur reagiert, ohne wörtlich etwas zu sagen. So fällt es dem Leser leichter, den Überblick zu behalten, wer gerade redet oder agiert, ohne dass die Person benannt werden muss. Und es liest sich auch viel angenehmer.

LG
Faelwen
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LeoModest
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Beiträge: 143
Wohnort: Travemünde


BeitragVerfasst am: 05.04.2014 09:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@ Meerenblau,

jetzt verstehe ich deinen Beitrag richtig. Smile Das mit dem (Nicht-)Layout habe ich irgendwie auf den Inhalt bezogen und es also so verstanden. Das mit den Absätzen war mir so gar nicht bewusst.
Es war gar nicht so sehr mein Plan, lange Absätze zu haben, aber ich wollte wohl ein wenig den Redeschwall veranschaulichen und dass Ferdinand Bahners Kommentare gar keinen Bruch, sondern nur ein kurzes Durchschnaufen bedeuten. Wenn du dies aber wie Faelwen abschreckend findest, werde ich mal schauen, wo ich Absätze einbauen kann. Das ist ja nun wirklich keine schwierige Sache. Ich weiß aber nicht, ob ich den Beitrag mit noch mal fünf (oder einem sehr langen) Text zukleistern will, wenn ich ansonsten kaum etwas ändere... Wie dem auch sei, danke euch beiden für den Hinweis, da ich da wohl nicht selber drauf gekommen wäre!

Grüße

Leo
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kann_nicht_mehr_schreiben
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BeitragVerfasst am: 19.05.2014 11:11    Titel: Antworten mit Zitat

Dein Schreibstil ist sehr schön und trotz des "langweiligen" Inhalts ist es flüssig zu lesen.

Ich finde Ferdinand als Protagonist sehr gut gewählt. Er erinnert mich sehr an Max Horowitz aus dem Film "Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?"

Natürlich würde ich mich freuen, wenn sich Ferdinand etwas wie Max entwickelt, aber es ist natürlich auch schon, wenn man mal was neues liest. Also bitte mehr von ihm.


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