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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Django der Rächer (Eine Geschichte aus dem wilden Westen)


 

 
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Tiramisator
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BeitragVerfasst am: 21.03.2014 16:24    Titel: Django der Rächer (Eine Geschichte aus dem wilden Westen) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Django der Rächer

„Nein, tut mir leid Django, keine Arbeit für dich, kein ausgesetztes Kopfgeld zur Zeit“, antwortet JimStrouney, der Marshal von Smalltown. Er sitzt gegenüber von Django in  seinem  geliebten Schaukelstuhl. Er nimmt den Krug und schenkt beiden einen Kaffee ein. Der Marshal von Smalltown ist ein Mann im gesetzten Alter. Sein Gesicht verrät Erfahrung und erzählt Geschichten voll von Bitterkeit und Brutalität. Er musste Menschen erschiessen, Huren vor besoffenen Revolverhelden schützen, Leute hängen und Banküberfälle vereiteln. Dies alles manchmal an einem Tag!
Jim ist ein harter Kerl und einer der besten Freunde Djangos.
Django schaut zu den Zellen wo sich ein alter Mexikaner den Rausch ausschläft. So verschlafen wie das Nest hier, denkt  sich Django. Seine Stiefel hat er auf dem hölzernen Tisch ausgestreckt und seinen Stetson tief über seine Stirn gezogen. Tiefblaue Augen leuchten aus einem von der Sonne gegerbten Gesicht. Django ist ein grosser schlanker, sehniger Typ. Und er ist schnell mit dem Colt. Verdammt schnell sogar. Er liebt es gesuchte Verbrecher zu jagen und sie am Ende des Tages an einem verotteten Balken baumeln zusehen.
Mit seinem Messer puhlt er sich den Dreck unter seinen Fingernägeln raus. Er braucht einen Job. Viehdiebe jagen, Falschspieler auf frischer Tat erwischen, alles wäre ihm recht. Das Geld geht ihm langsam aus und er fragt sich ob auf der ganzen verdammten Welt Friede herrscht.
Jim Strouney zündet sich eine helle Virginia an.
„Drüben in Hendersson sollte mal jemand für Ordnung sorgen. Max Bannons Cowboys führen sich auf wie die Hunde und Sheriff Jack Slaughter schaut einfach zu!
Bannon besitzt inzwischen das halbe County. Er schmiert Sheriff Slaughter tüchtig mit Kohle und wer einen seiner Viehtreiber, Viehdiebe sind das, anschwärzt, bekommt seine Peitsche zu spüren! Max Bannon führt sich auf wie Gott in Jerusalem. Draussen in der Prärie versehen sie die gestohlenen Rinder mit ihrem Brandzeichen. Ein Kreis mit vier Speichen. Ideal um alte Zeichen verschwinden zu
lassen. Wir haben verdammt noch mal keine Beweise, aber jeder weiss es. Alle haben die Hosen voll. Er erpresst die kleinen Rancher und Farmer und schnappt sich ihr Land. Dafür geht er über Leichen. Bin ja nur der Marshal hier in Smalltown und meine Befugnisse reichen leider nicht über dieses Nest hinaus!“ Django nimmt einen Schluck Kaffee,
der grauenhaft schmeckt und antwortet: „Ich sollte mich in Hendersson mal ein bisschen umschauen.“ Django steht langsam auf. „Vielen Dank für den Kaffee . Einer der besten den ich je hatte!“
**************
Es ist früher Abend als Django das Marshal Office von Smalltown verlässt. Er muss sich noch ein frisches Pferd beschaffen, drüben bei Sam`s Mietstall. War ein verdammt weiter Ritt von Taco. Seinen müden Wallach hinter sich herziehend überquert er die Mainstreet. Eine Postkutsche donnert an ihm vorbei, ein paar Frauen quasseln vor dem General Store. Auf dem Plankengehsteig schläft ein alter Indianer seinen Rausch aus. Drei Mexikaner, mit ihren zersausten Sombreros, gehen lachend an ihm vorbei.
Django trägt einen langen Mantel und seine Boston Stiefel wirbeln auf der trockenen Strasse Staub auf. Es ist ein verdammt heisser Sommer dieses Jahr. Er will Lucy nachher im Red Horse Saloon einen Besuch abstatten. Dieser elende Staub macht durstig. Sam der alte Mietstallbesitzer ist bei seinen Pferden im Corral als Django bei ihm eintrifft. Seine Pfeife hängt rauchend aus seinem Mund. Sam ist einer der nur zum Schlafen mit dem Rauchen aufhört. Er ist ein feiner Kerl, nur die Preise seiner Pferde sind oft völlig überteuert. Django kennt Sam schon lange und weiss  damit umzugehen.  Als Sam Django kommen sieht schiesst er erstmal ein Kanonenfeuer des Hustens ab. Danach krächzt er: „Howdie Django! Alter Krieger. Du brauchst ja mehr Pferde als andere Unterhosen! Hehehe, hab ein excellentes Pferd für dich!“
„Hallo Sam! Immer schön am Qualmen? Ja, brauche unbedingt ein neues. Zeig mal her was du hast?“
Im Corral stehen sechs Pferde und Sam zeigt auf einen herrlichen schwarzen Hengst.
„Dieses Pferd, mein Junge, ist exakt das Pferd welches Sitting Bull an der Schlacht am Little Big Horn geritten hat. Eigentlich ein Pferd fürs Museum, nicht gerade preiswert, aber Schlacht erprobt.“ Da kann sich Django ein Lachen nicht verkneifen und auch Sam lacht laut hinaus. Django fragt: „Bin etwas schwach mit Kohle. Hast du noch ein anderes,  eines was man bezahlen kann?“
„Ja hier Django, dieser alte Gaul. Das Original-Pferd von General Custer.“
„Hahahaha, Sam du bist ein verdammter Witzbold. Neunzig Dollar gebe ich dir dafür. Ist das Okay?“
„Ist gebongt!“
Sam sattelt das Pferd für Django auf und öffnet den Corral. Django übergibt ihm die Kohle.
„Hier mein Freund. Pass auf dich auf!“
„Danke Django. Wir sehen uns!“ Django macht sich auf den Weg zu Lucy in den Red Horse Saloon. Django ist kein Mann der vielen Liebschaften aber Lucy mag er sehr. Sie arbeitet als „Animierdame“ und er hasst es wenn sie ihre Dienste andern anbieten muss. Aber er muss es akzeptieren. Er ist eigentlich sehr Eifersüchtig, würde es aber nie zugeben.
Wann immer es geht schiebt er Lucy ein paar Dollars zu, damit sie für ein, zwei Tage nicht arbeiten muss. Vor dem Saloon stehen einige Pferde und Django bindet seinen neuen Gaul mit der Zügelleine am Querbalken fest. Er betritt den Saloon durch die Schwingtür.

************************

Im Red Horse Saloon ist schon einiges los um diese Zeit und Django steuert direkt an die Bar. Man sieht sie kaum, denn es hängt soviel abgestandener Rauch in der Luft, dass Djangos Augen zu tränen beginnen. Django watet durch das Sägemehl am Boden. Hinter dem Tresen steht der ewig mieslaunige Barkeeper Joe. Ein guter Freund von Django, denn Django ist auch nicht gerade eine Frohnatur. Er ist verschwiegen wie ein Grab und hat einen leichten Hang zum Grübeln. Joe ist  gleichzeitig auch Besitzer des Red Horse Saloons und somit immer auf der Jagd nach dem Umsatz seines Lebens. „Django, bringst du wieder das Unglück ins Haus? Du ziehst das Unglück an wie die Scheisse die Schmeissfliegen! Was zum Teufel möchtest du trinken?“
„Nen Whiskey“, brummelt Django grinsend und schaut sich um. Lucy ist nicht da, wahrscheinlich oben mit einem Kunden bei der - Arbeit  -
 „Fängt ja gut an, gib mir besser einen doppelten, verdammt!“
„Des Meisters Wunsch ist mein Befehl, aber nächstes mal überleg dir vorher was du Saufen willst. Einen einfachen. Einen doppelten, dreifachen. Es ist zum wahnsinnig werden!  
Bin ich verdammt noch mal der Pausenclown hier?“
„Lass die Flasche hier!“, lacht Django laut. „Jetzt aber!“, antwortet Joe erstaunt. Joe füllt das Glas bis zum Rand und lässt die Flasche daneben stehen. Django zündet sich genüsslich eine Zigarillo an. Der Saloon ist beinahe voll mit Menschen. Erstaunlich für einen Wochentag. Die Mädchen im Red Horse Saloon sind die schönsten im ganzen County.
Das wissen die Cowboys und Satteltramps. An einigen Tischen wird Poker gespielt und ein alter Mann mit Glatze spielt verwegen auf dem Pianola. Es ist Jeffrey der berühmte Pianolaspieler. Er kennt nur drei Stücke, aber die spielt er den ganzen Tag in immer wilderen Variationen. Gegen morgen, wenn er genug getrunken hat, weiss nicht mal mehr er selbst, welches Stück er gerade spielt. Dafür lieben ihn die Cowboys hier in Smalltown. Die Stimmung ist laut und friedlich. Rechts von Django in einer Ecke sitzen drei Gestallten die nicht so recht ins Bild passen wollen.
„Joe, was sind das für welche in der Ecke am runden Tisch?“, fragt Django. “Extra Auskünfte kosten Extra Dollars, hehehe! Das sind alles Viehtreiber, Bannons Leute aus Hendersson, der vorderste mit gezwirbeltem Schnauzer ist Jim Mulligan, sein Vormann, skrupellos und sehr gefährlich.
Ein Revolverschwinger erster Güte. Der hintere, der jüngste von ihnen, mit der komischen Oberlippe und langem Bart ist Hasenscharten Charlie. Eher harmlos, hier noch nie schlecht aufgefallen. Der dritte im Bunde ist Brisby Bill. Die rechte Hand von Mulligan. Er macht was Mulligan befiehlt ohne sein Spatzenhirn einzuschalten. Ein Verbrecher wie er im Buche steht. Der vierte ist Bannister. Ein ganz mieser Geselle. Er befindet sich oben mit Lucy in ihrem Zimmer.“
„Thanks Joe“, brummt Django und schenkt sich noch einen Whiskey ein.


Gerade als Django sich eine weitere schwarze Zigarillo anzünden will hört er einen Schrei. Er erkennt die Stimme sofort. Es ist Lucy die von oben um Hilfe ruft. Django stürmt schnell wie der Teufel die Treppe hoch zur Galerie, bei den halboffenen Türen im Flur vorbei bis zur Tür aus der die Schreie kommen. Er tritt die Tür mit einem lauten Knall ein. Der Duft von Parfum und Schweiss liegt in der Luft. Bannister liegt mit einer Zigarette in der Hand besoffen im Bett. Auf dem Beistelltisch direkt neben dem Bett liegt sein 36er Navy Revolver. Eine schwere tödliche Waffe. Lucy steht daneben und weint. Bannister hat nur seine langen schmutzigen Unterhosen an und ist offensichtlich sehr betrunken. „Was zum Teufel ist hier los?“, schreit Django.
„Ach, was geht dich das an? Mach besser die Fliege Gringo!“, lallt Bannister und schaut beiläufig auf seinen Revolver. „Lucy was hat er dir angetan?“, will Django wissen.
„Er ist zu besoffen, du verstehst schon Django, da gab er mir die Schuld und wollte seine Zigarette auf meiner Backe ausdrücken.“ Lucy beginnt zu schluchzen. Django ruft scharf: „Steh auf Bannister du versoffener Hurensohn! Verlass diesen Saloon! Wenn du noch einmal hier auftauchst werde ich dich ohne Warnung erschiessen. Hast du das verstanden?“ In Bannisters Augen funkelt es plötzlich auf und mit einem gewaltigen Satz versucht er seinen Revolver auf dem Beistelltisch zu erreichen. Aber Django ist schneller.
Viel schneller. Er zieht seine Smith and Wesson mit unglaublicher Geschwindigkeit und drückt sofort ab. Mit einem kurzen Schrei fällt Bannister nach hinten und stirbt mit ausgestrecktem Arm. Django hat ihn voll erwischt. Das Blut färbt den Bettlaken rot. Django betrachtet Lucy. Sie ist so wunderschön wie immer. Ihr gepflegtes blondes Haar fällt offen über ihr seidenes Nachthemd. Ihre bernsteinfarbenen Augen leuchten. Diese Nase, ihre vollen Lippen. Ihr ganzes Gesicht ist einfach makellos. Lucy fällt Django um den Hals. Was für ein betörender Duft von ihr ausgeht! „Danke Djangolein“, haucht sie, „er war ein mieser, stinkender Hund.
Er hat es nicht anders verdient.“
„Wie?...Djangolein? Sag das nie wieder! Wenn das jemand hört ist mein Ruf ruiniert!“, erbost sich Django etwas gespielt.
„Ich bin Django, der gefürchtete Kopfgeldjäger. Der Schrecken der Prärie. Eine lebende Legende!“
„Ja ja, mein Lieber. Du solltest dich wieder mal rasieren!“,
flüstert Lucy ihm ins Ohr. Da ist Django machtlos. Er wendet die Leiche auf den Rücken und sagt zu Lucy: „Du solltest nicht mit jedem ins Bett steigen! Lass uns runtergehen. Hier wird gleich die Hölle los sein.“

*****************************************

Kurz darauf  schlendern Lucy und Django die Treppe hinunter. Ein paar Gäste stürmen an ihnen vorbei hoch zur Galerie. „Holt den Leichenbestatter!“, verkündet Django trocken. Er will sich an der Bar noch einen genehmigen, bevor er sich nach Hendersson aufmacht. „Joe, ich brauch jetzt ein dunkles Bier!“ Aber die Antwort darauf kommt nicht von Joe sondern von Mulligan, der inzwischen kapiert hat, dass sein Freund erschossen wurde. Mulligan steht sehr langsam auf, wie es die Art von Revolverhelden ist. Ein brauner Ledermantel reicht ihm bis zu den Stiefeln mit silbernen Sporen. Sein Peacemaker Colt hat einen goldenen Lauf, der Griff aus Elfenbein. Der Colt steckt lose im Holster, bereit um zu töten. Sein Blick ist eiskalt als er ruft:
„Du Langer! Es wäre besser wenn du dein Bierchen alleine in der Prärie trinkst. Sonst knall ich dir ein Loch, dass dir das Bier aus einer neuen Öffnung rausläuft! Verstanden?“
Django wendet sich von der Theke ab. Sein Revolver beginnt zu vibrieren. Er schaut Mulligan ins Gesicht. Eine tiefe Narbe verläuft vom rechten Auge bis zum Ohr. Mulligans Augen sind wässrig, eisig und fixiert zugleich. Fettige Haare hängen über seine Stirn. Über seinen schmalen Oberlippen trägt er einen gezwirbelten Schnurrbart. Ein hässlicher Mensch.
Django spricht laut und deutlich: „Hör mir gut zu Mulligan, ich habe heute schon genug getötet, wenn du jetzt abhaust, und nie mehr wiederkommst, lasse ich dich laufen. Und nimm deine zwei verdammten Viehtreiber mit. Du und dein Pack haben hier nichts mehr verloren. Hast du das kapiert?“ In diesem Moment zieht Mulligan seinen Colt. Darauf hat Django bereits gewartet. Er zieht mit unglaublicher Geschwindigkeit und schiesst sofort. Er trifft den Colt von Mulligan. Der Colt fliegt nach hinten und kracht an die Wand. Mulligan konnte nicht einmal mehr abdrücken. Aber er hat noch immer nicht genug. Wie ein Stier wirft er sich vorwärts gegen Django. Dieser holt mit seiner rechten aus und knallt sie Mulligan voll ins Gesicht. Wie ein gefällter Baum geht Mulligan zu Boden und bleibt bewusstlos liegen. Django nimmt einen Schluck vom kühlen Bier und dreht sich eine Zigarette. Jeffrey am Pianola beginnt wieder zu spielen und Django wendet sich Lucy zu. „Dieser Mulligan wird erst Ruhe geben wenn ich tot bin. Da bin ich mir sicher. Lucy, ich werde noch heute Nacht nach Hendersson reiten.“
Währendessen tragen Hasenscharten Charlie und Brisby Bill murrend Mulligan nach draussen. Lucy flüstert: „Ja, gut, Django, aber ich sollte vorher gründlich nachschauen ob du nicht verletzt wurdest! Lass mich dich untersuchen. Kommst du mit nach oben? Nur ein Stündchen?“
„Ja, in Ordnung“, grinst Django. Wer kann dieser Frau schon widerstehen!


Draussen ist es  bereits Nacht geworden. Nur wenige Menschen sind noch auf der Strasse. Der Mond ist verhangen und nur wenige Sterne scheinen. Es ist ruhig.
Brisby Bill und Hasenscharten Charlie schleppen Mulligan zum Pferdetrog. Kopf voran stecken sie ihn ins kalte Wasser. Langsam, prustend und fluchend kommt er wieder zu sich. “Ahh, mein Schädel“, jammert er. „Das wird er mir büssen, das miese Schwein!“ Brisby Bill meint: „Er will noch heute Nacht nach Hendersson reiten, das hörte ich ihn Lucy zuflüstern!“ Mulligan anwtortet hustend: „Dann werden wir ihm eine nette Überraschung bieten, in den Hügeln kurz vor Hendersson. Wir werden uns verstecken und wenn er kommt, werden wir ihn abknallen wie einen räudigen Hund!“
Bei den letzten Worten fliest ihm der Speichel aus den Mundwinkeln.
Hasenscharten Charlie ist gar nicht begeistert, lässt sich aber nichts anmerken. Er mag eigentlich beide nicht.
Billy nicht und auch Mulligan behandelt ihn seit Monaten wie Dreck. Ja ich habe eine geteilte Oberlippe, aber muss man mich immer daran erinnern? Und jetzt noch einen Menschen ermorden? Jim Mulligan, du hast in einem fairen Kampf verloren!
„Los, lasst uns abhauen, unseren Vorsprung ausnützen!“,  
schreit Mulligan. Sie füllen ihre Wasserflaschen mit Wasser am Pferdetrog und reiten los.

**********************

Django liegt neben der bezaubernden Lucy. Sie duftet herrlich. Ihr langes blondes Haar verdeckt ihre kleine rechte Brust und ihre Zehen schauen unter der Decke hervor. Sie rauchen. „Django, willst du mich eines Tages heiraten?
Mit meinem ersparten Geld eine kleine Ranch und Familie gründen?“, fragt sie direkt hinaus. Mit einem Satz steht Django neben dem Bett. Nicht seine Lieblingsfrage. Er überlegt kurz: “Tja weißt du Lucy, jedes Ding hat seine Zeit. Und so ist es auch mit dem Heiraten.“
„Komm Django!“,haucht sie. „Lieb mich noch einmal!“
Sie packt seinen Arm und zerrt ihn zu sich ins Bett. Django beginnt sie überall zu küssen und bald versinken sie in einem wilden Tsunami der Wohllust.


Später stehen Lucy und Django an der Bar. Sie schauen sich verliebt in die Augen. Django lässt seine Feldflasche von Joe dem mieslaunigen Barkeeper füllen. „Zum  Wasserflaschen auffüllen bin ich gut genug. Ich hasse diesen Job!“, jammert er. Django lacht und sieht sich um. Nicht mehr viel los. Ein paar Cowboys haben sich völlig dem Feuerwasser hingegeben und hängen an den Tischen. Auf einer Eckbank schnarcht ein Mexikaner. Jeffrey der Pianolaspieler hat sich verzogen. An einem Tisch wird noch gepokert, ein paar Gringos schauen gebannt zu. Django küsst Lucy ein letztes Mal. „Pass auf dich auf!“ Ihre Augen leuchten. Django macht sich auf den Weg.


Nach zwei Stunden erreichen Mulligan und seine Handlanger eine Verzweigung. Links gegen Osten erreicht man zuerst ein Wasserloch, dann Silverton eine Geisterstadt. Reitet man weiter erreicht man schliesslich die Stadt Taco. Nachdem die Silberadern in Silverton nichts mehr hergaben sind die Bewohner fortgezogen. So schnell sie gekommen sind, so schnell waren sie auch wieder weg. Südlich von Taco wurde erneut Silber und Gold gefunden und die Stadt wächst seither täglich.
Hier an der Verzweigung erheben sich auch die ersten Hügel und Felsen mit dutzenden von verlassenen Silberminen.
Jim Mulligan reitet voran, geradeaus Richtung Hendersson.
„Los Jungs, weiter! Hinter den Felsen, da wo die grossen Steine liegen kurz vor Hendersson, werden wir ihn erwischen!“ Er gibt seinem Pferd ohne jede Rücksicht die Sporen. Er will nun Rache für die Demütigung die Django ihm angetan hat. Es ist eine sehr dunkle Nacht. Irgendwo heult ein einsamer Coyote. Ab und zu hört man den schauderhaften Ruf eines Nachtfalken. Salbeisträucher und Wacholderbüsche säumen den Weg. Ein leichter frischer, nach Salbei riechender Wind weht. Links und rechts  der Strasse erheben sich kleine Hügel und Berge. Es ist eine wilde karge Landschaft. Sie galoppieren etwa eine halbe Stunde als Jim Mulligan plötzlich die Zügel an sich reisst und so das Pferd zum Anhalten zwingt. Ein schmaler alter Pfad zweigt nach rechts ab. Wahrschein zu einem verlassenen Silber-Claim. „Los Charlie, nimm die Pferde. Geh den Pfad hoch. Wenn du hinter dem Felsen bist, binde die Pferde fest. Kriegst dann ne Extraportion Karotten von uns!“, spottet Jim Mulligan. „Hahahaha“, lacht Brisby Bill. Bill nimmt seine Rifle aus dem Sattelschuh und auch Mulligan packt seine Winchester. „Hasenscharten Charlie! Wir sind da oben, gegenüber bei den Felsen, hinter den grosen Steinen versteckt. Los nimm die Pfoten untern Arm!“ Schallendes Gelächter von Bill.
„Schnauze!“, brüllt Jim Mulligan. „Wir müssen ab jetzt sehr leise sein!“ Sie klettern etwas den Hügel hinauf und richten es sich gut versteckt ein. Django wird nichts spüren, zu schnell werden ihn unsere Schüsse vom Sattel hauen, denkt Jim Mulligan. Sie laden ihre Gewehre und legen sich lauernd auf den Boden. Charlie bindet unterdessen die Pferde an einer verotteten Douglas - Kiefer fest. Irgendwann wird ihnen das Lachen vergehen, denkt er. Zwei Wurfmesser stecken versteckt unter seiner Weste in einer Nackenscheide. Niemand weiss wie gut er mit ihnen umgehen kann, und das ist gut so. Er nimmt seine Spencer Rifle und trottet lustlos zu den andern zurück. Jim Mulligans Gesicht ist eine Fratze. Djangos Rechte hat ihm arg zugesetzt. Seine Oberlippe blutet immer noch. „Seht ihr diesen Busch da, etwa 100 Yards entfernt?  Wenn Django diese Stelle erreicht knallen wir ihn ab. Habt ihr das verstanden? Keiner schiesst früher ist das klar?“
„Ja Chef“, grummeln seine Freunde. Flach auf dem Boden legen sie die Gewehre an und warten. Hasenscharten Charlie aber hat sich heimlich einen andern Plan
ausgedacht  ...


Django kommt gut voran. Er wird gegen Morgengrauen in Hendersson eintreffen. Django überlegt sich:
- Werde mir diesen Sheriff Jack Slaughter vorknöpfen. Und dieser Max Bannon? Seine Viehtreiber sind miese Hunde. Was für ein Mensch ist Max Bannon? Ein  zweifelhafter Rinderbaron. Man sagt, er besitze über achttausend Rinder, lebt auf einer ummauerten Hazienda, bewacht von Revolvermännern. Lucy hat mich gewarnt, Bannon sei das grösste Scheusal von allen -
So denkt Django, während sein frisches Pferd mühelos Meile um Meile hinter sich bringt. Die Nacht ist kalt und ungemütlich. Er zügelt sein Pferd als er an einer Verzweigung ankommt. Er will seinem Pferd und sich eine Pause gönnen und reitet gemächlich zum Wasserloch, dass sich in  etwa  einer Meile Entfernung Richtung Taco befindet.
Der Ruf einer Eule durchbricht die Ruhe der Nacht. Man hört nur den hypnotischen Schlag der Hufe und das gelegentliche Schnauben seines Pferdes. Er hat schon lange aufgehört seinen Pferden einen Namen zu geben. Zu schnell werden sie unter einem weggeschossen oder brechen sich das Bein in einer verlassenen Präriehundhöhle. Bald sieht er Ocotillosträucher, Büffelgras und Mesquitebüsche.
Das muss die Quelle sein, denkt er. Das Wasser ist klar und frisch. Er lässt seinen Gaul saufen, legt seine Decke auf den Boden und haut sich für 10 Minuten hin. Bereits nach einer Minute beginnt er zu träumen: Er verfolgt zwei Halunken welche eine Bank ausgeraubt haben. Über Stock und Stein geht die Jagd. Zu Fuss springt er über Präriebüsche und Steine hinweg. Er holt langsam auf. Sie flüchten in eine grosse hölzerne Kirche. Als Django die Kirche erreicht reisst er das riesige Tor auf. Ein dunkel verhüllter Mann spielt eine teuflisch schwierige Passage auf einer riesigen Orgel. Hunderte Kerzen leuchten und Weihrauch macht Django das Atmen schwer. Die zwei Gauner sind nicht mehr zu sehen, dafür aber ein Pfarrer der direkt aus der Hölle zu kommen scheint. Sein teuflisches Gesicht tief unter einer roten Kapuze verborgen steht er vor dem Altar. Er hat Lippenstift aufgetragen und im Gesicht ein mörderisches Grinsen.
Mit zitternden knöchernen Händen trinkt er Rotwein aus einem Zinnkelch. Er sagt etwas aber Django kann es nicht verstehen. Es klingt mehr wie das Rasseln einer Klapperschlange. Vor dem Pfarrer steht eine schlanke Braut die ein zerrissenes weisses Kleid trägt. Es hängt an ihr wie Fetzen herunter. Da dreht sich die Braut langsam zu Django um und macht einen Kussmund in seine Richtung.
Es ist Lucy! Da erwacht Django blitzartig und fährt wie vom Affen gebissen hoch. Sein Puls rast! Mann O Mann, denkt er sich, ich sollte mir das Träumen abgewöhnen. Kopfschüttelnd sitzt er auf und reitet weiter Richtung Hendersson.


Jim Mulligan und seine Männer liegen auf der Lauer. Sie sind gut getarnt und nicht zu sehen. „Zielt gut, Leute. Wenn ihr trefft gebe ich nachher in Hendersson einen aus!“, flüstert Jim Mulligan. Kurze Zeit später hören sie das Traben eines Pferdes. Es ist Django der ihnen direkt vor die Flinten reitet.
„So“, schnauft Mulligan und holt tief Luft. „Jetzt!“
Drei Schüsse fallen fast gleichzeitig und Django fällt getroffen rücklings aus dem Sattel. Sein Pferd jagt erschrocken davon und Django bleibt unnatürlich verkrümmt und regungslos am Boden liegen. „Los! Jungs!“, schreit Jim Mulligan, “schauen wir uns die Leiche an.“ Sie kriechen hinter den Felsen hervor, laufen den kleinen Hügel runter  zur Stelle an der Django am  Boden liegt. Er liegt auf dem Bauch und eine grosse dunkle Blutlache breitet sich auf dem sandigen Boden aus. „Los, Charlie fühl den Puls!“, krächzt Mulligan in Ekstase. Charlie bückt sich und fühlt den Puls. Zwei, drei Sekunden vergehen.
„Tod!“, verkündet Hasenscharten Charlie. „Gut, kleiner Hoppelmann!“, sagt Mulligan euphorisch. „Vergrab ihn und  buddel ihm einen schönen tiefen Kaninchenbau! Wir warten im Full House Saloon in Hendersson auf dich!“ Da lacht Bill Brisby sein dreckigstes Lachen: „Kriegst ne extra Möhre von mir, hahahaha!“ Sie laufen zu ihren Pferden und reiten davon. Charlie dreht Django auf den Rücken. Noch einmal spürt er seinen Puls. Er ist noch schwach vorhanden. Charlie überlegt: - Überleb! Wir brauchen dich noch! Django, der Rächer! - Er schaut sich die Wunden an. Er weiss, sein Schuss ging weit daneben, aber die andern zwei haben Django bös erwischt. Die linke Schulter ist glatt durchschossen und im rechten Oberschenkel steckt ein Schuss. Er nimmt sein Halstuch und reisst es in zwei Stücke. Diese steckt er Django in die Wunden um die Blutung ein wenig zu stoppen. Er holt seinen Pinto und legt Django mit sehr viel Mühe über den Rücken des Pferdes. Charlie macht sich Gedanken: - Ich kann unmöglich mit Django selbst in Smalltown einreiten. Ich werde Django am Wasserloch ablegen. Die Postkutsche hält dort jeden Tag um die Pferde zu tränken. Jemand wird ihn schon finden -
Charlie setzt sich hinter Django auf sein Pferd und reitet so schnell es geht davon. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreicht er das Wasserloch und legt Django vorsichtig hin. Die Wunden bluten nicht mehr so stark und Charlie sagt laut:
 „Viel Glück  mein Freund . Ich zieh Leine. Die Luft ist mir hier zu dünn geworden. Ich setz mich ab nach Taco!“


Es ist früher Morgen und Max Bannon sitzt in seiner Hazienda im  riesigen Salon der gleichzeitig auch Esszimmer ist. Im Kamin brennt ein schwaches Feuer. Er hat es sich in seinem französischen Sessel gemütlich gemacht. Zwei gewaltige Treppen führen hoch zu den Schlafzimmern. Max Bannon liebt es hier im Salon zu sein,  inmitten seiner Trophäen. Am Boden liegt ein Tigerfell und von den Wänden starren einem die Köpfe von ausgestopften Tieren an. Ein Zebra, ein Nashorn, verschiedene Elche. Ein ausgestopfter Löwe steht verloren und traurig in einer Ecke. Ein riesiger Kronleuchter mit zwölf Öllampen spendet Licht. Alles ist prunkvoll und teuer. Zwei grosse Öllbilder zeigen Bannon heroisch auf der Büffeljagd. Bannon streckt die Füsse auf seinen Salontisch und gähnt. Er zündet sich seine Morgenpfeife an und genehmigt sich einen dreissigjährigen Cognac. Er wartet bis das Frühstück aufgetragen wird und liest in seinem Lieblingsbuch: „Der Grosswildjäger.“
Ja Max wäre gern ein Grosswildjäger. Aber hier hat es ja nur noch ein paar Scheissbüffel, denkt er sich. Manchmal, an besonderen Tagen, meistens Sonntags, zieht es ihn hinaus auf sein riesiges Land. Da ballert er dann auf seine eigene Rinderherde. Bannon hat Freude am töten und jagen, auch dann noch wenn es wenig sinnvoll ist. Er liebt es wenn die Tiere zusammensacken und Panik und Stampede in der Herde ausbricht. Er betrachtet seinen Salontisch aus edelster englischer Eiche. Ja er hat es zu etwas gebracht.
 „Das Frühstück ist aufgetragen“, meldet James sein schwarzer Butler. Seine Stimme ist ohne jegliche Gefühle. James hasst Bannon. Er quält ihn jeden verfluchten Tag. Und nicht zuletzt hat er ihm diesen idiotischen Namen gegeben. Max Bannon steht langsam auf. Eine imposante Respekt heischende Person. Sein weisser Anzug, (er trägt nur weiss) , sitzt tadellos. Am Waffengurt im Holster steckt bereits am frühen morgen ein todbringender 45er Dragonercolt. Sein Lieblingsinstrument aber, die Peitsche, hängt an seiner rechten Seite. Es ist eine „neunschwänzige Katze.“ Neun schmale mit Glasscherben bestückte Lederriemen münden in einem  Peitschenstiel aus reinstem Elfenbein. Dieses mörderische Teil wurde speziell für ihn in New York angefertigt. Die Glasscherben in den Lederriemen hinterlassen Wunden die einem für den Rest des Lebens bleiben. Er liebt es damit seine Jungs auf Trab zu halten oder sie einfach als abschreckende Bestrafung zu benutzen. Bannon setzt sich frohgelaunt an den Tisch. Susanne, seine Frau, sitzt am anderen Ende des Tisches. Sie haben sich seit Jahren nichts mehr zu sagen. Susanne hat Angst vor ihm. Sie ist eine schöne Frau die aber ihren Kummer in sich hineinfrisst. Nun ist sie grau geworden. Bannon hat ihr die Energie ausgesaugt. Nun sitzt sie, an eine verwelkte Blume erinnernd, mit gesenktem Kopf am Tisch. Max setzt sich hin und die kleine chinesische Köchin Lingsun serviert die morgendliche Suppe. Den heissen Topf setzt sie vorsichtig  in der Mitte des Tisches ab. Bannon will immer die gleiche Suppe zur gleichen Zeit, mit exakt derselben Temperatur. Nicht zu heiss und nicht zu kalt, gerade zum wegschlürfen.
Da passiert der Köchin ein unverzeihliches Missgeschick. Beim Schöpfen der Suppe zittern ihre Hände und zwei, drei Tropfen beschmutzen die weisse Hose des Meisters. Währendessen steht oben auf der Galerie James der schwarze Butler und beobachtet alles. Er weiss was jetzt kommt. Max Bannon steht blitzartig auf und schreit:
 „Du gottverdammtes Miststück, dafür wirst du die Peitsche spüren!“ Bannons Gesicht ist knallrot geworden und jegliche Freundlichkeit darin verschwunden. Er packt Lingsun bei den Haaren, wirft sie gegen den Tisch und holt mit der anderen Hand die Peitsche hervor. Angewidert wendet James der Butler sich ab. Wie viele Male musste er diese Quälereien schon mit ansehen?
„Nein! Bitte tu das nicht!“, ruft plötzlich Susanne und fleht ihn an. „Du kommst nachher dran!“, schreit Bannon in seinem elenden Wahn. In solchen Momenten kann er seinen Hass nicht mehr zügeln. Er ist ein Tier und ausser Kontrolle. Doch seine Frau Susanne hat schon lange nichts mehr zu verlieren und stürzt sich wagemutig zwischen ihren Mann und Lingsun. Da haut Max mit der flachen Hand Susanne mitten ins Gesicht. Sie bricht zusammen und beginnt jämmerlich zu weinen.
Lingsun nutzt die Chance und kann sich losreissen als plötzlich jemand zur Tür hereinstürzt. Es ist Jim Mulligan randvoll mit billigem Fusel. Sturzbetrunken torkelt er herein.
Er hatte den Rest der Nacht im Full House Saloon verbracht.


„Bannister wurde erschossen!“, krächzt Mulligan.
„Was?“, brüllt Bannon. Mulligan lallt: „Bannister wurde erschossen als er bei einen Hure lag. Ein Mann Namens Django hat ihn eiskalt umgelegt. Die Hure hiess Lucy.
Die Lieblingshure von Django.“
„Und? Habt ihr diesen Django schon umgelegt?“
„Ja Boss, wir haben ihm aufgelauert  und ihn mit drei Schüssen niedergestreckt! Aber der verdammte Hasencharlie ist noch nicht zurück. Er sollte die Leiche entsorgen.“
„Naja “, sagt Bannon kühl, “Charlie war schon immer für nix zu gebrauchen. Wir werden sehen. Wenn er bis morgen noch nicht zurück ist: Such ihn und leg ihn um. Ich hoffe für dich das alles gut gelaufen ist und Django wirklich tot ist.
Geh zu Sheriff Jack Slaughter in Hendersson. Er soll zur Sicherheit ein Kopfgeld auf Django aussetzen. Tod oder lebendig. Sollte er noch einmal auftauchen, knallen wir ihn einfach über den Haufen! Komm am späteren Nachmittag zurück, wir reiten zu Steve Murphys Ranch. Und jetzt hau ab!“ Mulligan stolpert rückwärts zur Türe hinaus. Wie in Zeitlupe wendet sich Bannon um und schaut zu Susanne und Lingsun. Sie stehen zitternd vor der Küchentür.
Bannons Augen sind nun fiebrig und geweitet: „Nun meine Damen, wo waren wir stehen geblieben?“

Django öffnet gequält seine Augen. Die Schmerzen sind kaum auszuhalten. Die Sonne ist aufgegangen und er spürt die Hitze. Als er sich mühselig auf den Rücken dreht sieht er über sich einen Schatten. Es ist ein Indianer. Seine langen schwarzen Haare, seine Adlernase. Freundliche Augen schauen aus einem dunkelbraunen Gesicht.
„Beim Maheo! Langsam. Du bringst dich ja um. Verdammt bist du in einem elenden Zustand!“, gröhlt der Indianer.
(Maheo: Gott der Cheyenne-Indianer)
„Wer zum Teufel hat dich nur so zugerichtet? Ich dachte schon ich müsse dich an der Biegung des Flusses begraben?“ Doch Django kann nicht mehr Antworten, er hat sein Bewusstein verloren. Tomahawk der Cheyenne holt seinen prächtigen Mustang welchen er hinter den Salbeisträuchern versteckt hat. Er wirft Django behände über den Rücken des Pferdes. Seine stählernen Muskeln glänzen dabei im Sonnenschein. Er trägt eine Hose aus gegerbter Büffelhaut und Mokassins. Am Oberkörper trägt er nur einen Gurt in dem drei Tomahawks stecken. Reichlich Schmuck ziert seinen Hals. Er ist ein ungebrochener stolzer Indianer.
Er führt das Pferd dem Creek entlang zu seinem Versteck in einer leeren Silbermine. Vor dem Eingang hängt ein eiserner Kübel an einem Querbalken. Alte rostige Spaten, Kanister und Schaufeln liegen verstreut herum. Hier grabt niemand mehr nach Silber. Er bindet die Zügelleine seines Pferdes am Querbalken fest. Mit einem lauten Ächzen hebt er den 180 Pfund schweren Django vom Sattel. Tomahawk schleppt sich mit ihm ins innere des Stollens. Nach 50 Metern öffnet der Stollen sich zu einer grossen natürlichen Höhle. Weitere Stollen zweigen hinten von der Höhle ab. Links steht eine etwas schäbige Bretterhütte mit einem Kamin aus dem noch leicht Rauch aufsteigt. Hier wärmten sich die Minenarbeiter im Winter auf. Die Hütte ist spartanisch eingerichtet. In der Mitte ein gusseiserner Ofen, eine Pritsche zum Schlafen, ein Tisch, vier Stühle und eine kleine Kochstelle. An der Wand hängt ein Bild, darauf der Messias des weissen Mannes.
„Zum Teufel nochmal, das kostet extra!“, flucht Tomahawk als er Django auf der Pritsche ablegt und sein Rücken sich mit Schmerzen meldet. Django kommt langsam zu sich und stöhnt. „Verflucht!“, sagt Tomahawk, „der falsche Moment um aufzuwachen. Ich muss dir jetzt die verdammte Kugel rausholen!“ Er holt einen Trinkbecher aus Büffelhorn und füllt ihn mit klarem Feuerwasser. „Da, trink etwas! Es lindert die Schmerzen.“
„Warum tust du das?“, fragt Django. „Naja “, antwortet Tomahawk nach langem Überlegen. „Ich hab mir von dir fünf Dollars ausgeliehen. Kleiner Unkostenbeitrag sozusagen.“
Dabei muss der Indianer lachen und auch Django muss grinsen: „Gib das verdammte Feuerwasser her!“ Und Django stürzt den Becher in einem Zug hinunter. Tomahawk hält sein Messer in die Kohle des Kamins bis es vor Hitze glüht.
Das Fleisch in Djangos Oberschenkel färbt sich schwarz und beginnt zu rauchen während Tomahawk die Kugel rausholt.
„Scheisse!“, brüllt Django. „Ich hasse Schmerzen!“ Tomahawk säubert die Wunden mit Kräuterwasser und desinfiziert sie mit klarem Schnaps. Danach verbindet  er sie mit frischen Leinentüchern. Django fragt: „Wie ist dein Name und was tust du in diesem Loch?“
„Schlaf jetzt!“, antwortet der Cheyenne.


Am späten Morgen erreicht Hasenscharten Charlie, Taco die Silberstadt. Auf den Strassen herrscht bereits reger Betrieb.
Frauen schlendern in prächtigen Kleidern auf den Gehsteigen. Wilde Hunde rasen die Mainstreet entlang.
Vor der Handelsstation wird eine Kutsche beladen und Minenarbeiter steigen vor den Saloons ab um ihre Dollars zu versaufen. Siedler versorgen sich mit neuen Gütern für die Weiterfahrt. Der Barbier schneidet die Haare der glücklichen Silbersucher zu masslos überwucherten Preisen. Ein Betrunkener Gunman verlässt torkelnd und wahrscheinlich um einige hundert Dollar ärmer Moniques Etablissement.
Eine handvoll Schwarze feiern lautstark auf einer Veranda ihre neu gewonnene Unabhängigkeit. Charlie zieht es zu Changs Saloon. Im Umkreis von 200 Meilen der beste seiner Art. Hier tobt der Lurch, sagt man. Als Charlie durch die Schwingtüre eintritt schlägt ihm schwüle Luft entgegen. Es ist stickig und heiss. Der Pianospieler hat seine Schicht erst begonnen und er spielt den Yankee - Doodle so hinreissend,
dass der dicke Farmer Sven Island  hemmungslos mit einer nicht mehr ganz nüchternen Hure tanzt. Ein verliebtes Siedlerpaar tanzt verwegen in  schmutzigen Gummistiefeln.
Vor dem Schanktisch steht ein Gunman in seinem langen Mantel. Seine Sporen leuchten als ob sie jede Stunde poliert werden. Sein schwerer Colt glitzert. Es ist Slade der Gunslinger! Neben ihm stehen seine zwei Freunde, nicht ganz so schillernde Persönlichkeiten: Versoffene Satteltramps die ihr letztes Geld für einen Whiskey ausgeben. Auch alle anderen Tische sind gut besetzt.
In einer Ecke sitzt Sheriff Mike O`Hara mit ausgestreckten Beinen. Sein Stern gut sichtbar, sein Hut tief in die Stirn gezogen. Er schläft nie, es sieht nur so aus.
Seitdem soviel Silber gefunden wurde ist hier jeden Tag die Hölle los. Ein paar Huren die in der Nacht keinen abgekriegt haben flirten vergeblich mit den Pokerspielern. Diese sind wie immer völlig konzentriert und Zigarren rauchend in ihr Kartenspiel versunken. Keine Gefühlsregung in ihrem Gesicht verrät den Wert ihres Blattes. Zwei hübsche Bardamen bringen frische Getränke und Mister Chang steht selbst hinter dem Tresen. Er macht den Umsatz seines Lebens. Er kam ursprünglich aus Hongkong. Klein, bullig, sehr intelligent. Man sagt er sei ein Meister der Asiatischen Kampfkunst aber niemand hat in jemals Kämpfen gesehen.
„Was darf es sein Mister?“, fragt er Charlie höflich.
„Einen doppelten Brandy.“
„Wohl bekomms!“, antwortet Chang und füllt das Glas. Charlie schaut sich um und setzt sich an einen freien Tisch gleich neben dem Schanktisch. Er mag den Gunman nicht. Charlie studiert den Typen: - Ein eingebilderter Hund, dessen Stimme immer die lauteste sein muss. Wahrscheinlich nicht mal schnell mit den Colts. Oft ist nur das Maul schnell bei solchen Blendern -
Als ob er Gedanken lesen könnte dreht sich Slade der Gunman plötzlich zu Hasenscharten Charlie um und fragt laut: „Heh du, flotte Oberlippe. Lust auf ein Spielchen Poker?“ Da muss Charlie schwer schlucken. Sehr schwer sogar. Das wirst du büssen, denkt er sich. Aber zuerst knöpfe ich dir noch dein ganzes Geld ab.„Aber immer gerne, Pistolero!“, antwortet Charlie scheinheilig. Slade und seine zwei Satteltramps schlendern zu Charlies Tisch und setzen sich. Charlie mischt die Karten. Sie spielen schnell und es läuft gar nicht so wie Charlie es sich vorgestellt hat. Die Tramps sind leicht zu durchschauen, aber Slade ist ne harte Nuss. Sein verschwitztes Gesicht ist schwer zu lesen.
Menschen welche auch sonst wenig Gefühle haben sind beim Pokerspiel leicht im Vorteil! Charlie hat einen Drilling verworfen und Slade der Gunman bringt den Pot mit einem lausigen Paar nach Hause. „Scheisse!“, flucht Charlie.
Slade säuft ne Menge und je mehr er getrunken hat umso mehr Fehler macht er. Das Blatt wendet sich nur sehr langsam zu Charlies Gunsten. Plötzlich hat er das nötige Kartenglück. Der Pot wird immer höher. Als Slade langsam das Geld ausgeht nimmt sein Gesicht eine rote Farbe an. Hundert Bucks liegen im Pot und Charlie hält ein Full House in seinen Händen. Gunman Slade geht mit zwei Paaren voll mit und verliert alles. Mit einem Riesenknall schlägt er die Faust auf den Tisch. Getränke, Karten und Kohle fliegen durch die Luft. „Gottverdammte Scheisse!“, flucht er und gibt dem Tisch einen  beachtlichen Tritt so dass dieser umfällt.
„Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen!“, fährt er Charlie an und verzieht sich grollend wieder an die Bar. Seine zwei Freunde trotten ihm hinterher. Charlie grinst in sich hinein ohne die Augen von ihm zu nehmen. Ungesehen knöpft er seine Lederweste auf, seine Messer sind wurfbereit.
Sheriff Mike O`Hara schaut zu ihm rüber und nickt ihm verschwiegen zu. Er hat still alles beobachtet. Das Geld wurde rechtens gewonnen, das weiss auch der Sheriff.
Slade muss seine beiden Handlanger um Vorschuss bitten um sich voll laufen zu lassen. Murrend rücken sie ihm ihre letzte Kohle raus. Chang hat jetzt alle Hände voll zu tun. Heute wird die Kasse stimmen. Charlie hat ein ungutes Gefühl. Zeit Fersengeld zu geben und abzuhauen . Könnte ja  sein dass Slade ihm auflauert sollte er vor ihm gehen. Charlie steht gerade auf als Slade sich an ihn wendet:
„Heh du! Osterhase! Gib es zu, du hast betrogen!
Gib mir die verdammte Kohle zurück oder ich mach dich kalt!“ Seine stechenden Augen fixieren Charlie. Slade nimmt den Mantel etwas zurück um schneller ziehen zu können. Plötzlich ist es totenstill im Saloon. Nur der Mann am Piano klimmpert ein wenig zu lang. Er hat aber auch schon einiges geladen ... Charlie steht lässig auf. Seine Augen sind schmale Schlitze. Slade aber kann kaum noch stehen, er lehnt mit dem Rücken am Schanktisch. „Zieh und stirb!“,
ruft er.

****************

Eine leichte Bewegung Slades und Charlie wirft sofort sein Wurfmesser. Schneller als das Auge, schneller als sein Schatten. Wie ein gottloser Blitz der vom Himmel fährt trifft es Slade. Das Messer nagelt seine Hand direkt an den Schanktisch. Er schreit und lässt den Colt fallen. Blut spritzt aus der Wunde und läuft die Schanktischwand entlang zu Boden. Gunman Slade beisst sich auf die Zähne. Seine beiden Kumpel sind einen Moment unschlüssig: Sollen sie Slade helfen oder besser gleich auf Charlie losgehen.
Inzwischen steht auch Sheriff Mike O`Hara mit gezogener Waffe da. Er ruft: „Lasst das sein Jungs ! Lasst eure Waffen fallen und bleibt schön brav!“ Doch bei einem von ihnen hat der Alkohol  scheinbar bereits den Verstand benebelt. Er will sich mit blosen Fäusten auf Charlie stürzen. Doch Chang, der mit allen Wassern gewaschene Barkeeper, haut ihm von hinten eine volle Whiskeyflasche über den Schädel. Der besoffene Gauner geht mit lautem Àchzen zu Boden.
Changs trockener Kommentar: „Macht  zwei Dollar für den Whiskey! Bitte im voraus bezahlen. Hehehehe!“
Sheriff O`Hara stösst mit gezogenem Revolver hinzu:
„Ihr drei werdet den Rausch in einer meiner gemütlichen Zellen ausschlafen!“ Er schaut Charlie von oben bis unten an und sagt: „Und du Messerheld könntest mir etwas helfen.“
Charlie zieht schnell das Messer aus der Wunde. Das Gesicht von Slade wird schneeweiss. Er stöhnt. Charlie entwaffnet alle drei und hilft sie ins Sheriff-Office abzuführen.
Dort verbinden sie zuerst Slades Wunde. Dann stecken sie alle drei in dieselbe Zelle.


Mike O`Hara  und Charlie sitzen am selben Tisch im Sheriff -Office. Mike holt den besten Bourbon den er hat aus seinem  Aktenschrank und füllt für beide die milchigen Gläser. In der Ecke steht eine alte Standuhr die schon lange nicht mehr tickt. Der Teppich ist abgewetzt, so dass man den Plankenboden darunter erkennen kann. Ein kleiner Gussherd dient dazu Mike`s Bohnen zu wärmen, von denen er an guten Tagen auch etwas an die Zellenbewohner abgibt. Ein paar Steckbriefe hängen an der Wand. Aus den Zellen riecht es unangenehm nach Erbrochenem und Urin. Mike will von Charlie wissen warum es ihn nach Taco verschlagen hat.
Charlie erzählt,  dass er genug hatte für Max Bannon zu arbeiten. Er erzählt auch dass sie Rancher erpressen mussten und Rinder klauten. Über den Vorfall mit Django verliert er kein Wort. O`Hara füllt die Gläser erneut und antwortet: „Du kannst mich Mike nennen. Und sag mal, einen Typen wie dich könnte ich gut gebrauchen. Als Deputy. Ich zahle dir 15 Dollar die Woche, freies Essen und eine Kajüte im  Golden Nugget Hotel.“ Charlie fällt die Kinnlade runter. Damit hat er nicht gerechnet. Mit einem Silberstern an der Weste werden es Mulligan und Co, sollten sie hier auftauchen, nicht ganz so einfach mit ihm haben. Aus den Zellen hört man das Stöhnen von Gunman Slade, dessen Schmerzen ihn nicht schlafen lassen. Charlie muss nicht lange überlegen. „Okay Mike, der Deal ist gut. Ab sofort bin ich dein neuer Hilfssheriff!“ Mike steht auf und holt den Silberstern aus dem Panzerschrank. Er wirft ihn Charlie zu.
„Der Job wird wahrscheinlich dein Leben um ein paar Jahre verkürzen, aber auch ein Arbeiter bei den Gleisen kann jeden Tag von einem Zug überfahren werden!“
„Wie wahr!“, antwortet Charlie und nimmt einen grossen Schluck Bourbon. „Nur noch eine letzte Frage. Sollte mich noch mal jemand Hasenscharten Charlie nennen, darf ich ihn dann ohne Vorwarnung erschiessen?“ Da lachen beide laut und prosten sich zu. Sie verstehen sich gut und es wird eine lange Nacht.


Max Bannon steht auf seiner Veranda und schaut auf den Hof hinaus. Er ist ummauert und ein grosses Tor verschliesst den Eingang. Auf der Mauer steht wie zu jeder Tageszeit Sancho der Scharfschütze. Am Rand der Mauer stehen zwei kleine flache Blöckhütten und das schmale Bunkhaus. Am Brunnen stehen zwei Pferde. Der Pferdecorral ist leer. Die Reiter sind draussen bei den Rindern. Treiben sie von einer Wasserstelle zur andern, kastrieren junge Bullen oder helfen auch mal bei einer Geburt. Weidezäune müssen erneuert werden und frisch gefangene (geklaute) Tiere gebrändet.
Bannon zündet sich eine Pfeife an. Er überlegt:
- Heute ist Steve Murphys letzte Chance. Wenn er mir seine Ranch nicht überschreibt werde ich ihn und seine ganze verdammte Familie auslöschen. Sein Land stösst an den
Glovers-creek, und ich brauche das Wasser für meine Rinder. Bald wird mir das Land bis zum Horizont gehören und alle werden vor mir in die Knie gehen. Ich werde mein eigenes County haben. Ich nenne es Bannons Land -


„Mulligan kommt!“, ruft Sancho von der Mauer herab und Hanks der Tormann öffnet das Tor. Mulligan und Brisby Bill galoppieren durch das Tor in den Innenhof. Sie zügeln ihre Pferde vor Bannon. „Es wurde langsam Zeit dass ihr gekommen seid!“, zischt Bannon sie an und klopft nervös am Stiel seiner Peitsche. Mulligan zuckt instinktiv zusammen.
Bannon geht zum Brunnen und steigt auf sein Pferd:
„Los! Auf zu Murphys Ranch! Die Arbeit ruft!“, brüllt er sie an und gibt seinem Pferd die Sporen. Es ist immer noch sehr heiss am späten Nachmittag aber Bannon lässt die Pferde galoppieren als gäbe es kein Morgen. Das gleissende Licht des Tages beginnt sich rot zu verfärben als sie unter sich in einem kleinen Tal Steve Murphys Ranch erkennen. Das kleine Ranchhaus liegt eingebettet am Clovers - Creek der um diese Jahreszeit wenig Wasser mit sich führt. Aus dem Kamin schlängelt sich Rauch gen Himmel. Die Cowboys sind alle auf der Weide im Camp und werden da auch übernachten. Nur Hühner springen um das Haus und ein Hund sitzt vor seiner kleinen Hütte.
Als sie den Fuss des Hügels erreichen sagt Bannon:
„Ihr werdet hier warten. Knallt jeden ab der auftaucht. Ich werde die Angelegenheit auf meine Art regeln.“ Knurrend steigen Mulligan und Brisby Bill ab. Sie wollten auch ein biesschen Spass haben. Der Hund beginnt zu bellen als sich Max Bannon auf seinem Pferd nähert. Halte deine verdammte Schnauze, denkt Bannon. Er  steigt kurz vor der Veranda ab, bindet sein Pferd fest und mit einem
festen Fusstritt öffnet er die Tür.



Steve Murphy erschrickt als  Max Bannon mit gezogener Waffe plötzlich vor ihm steht. Er sitzt am Tisch auf dem eine Petroleumlampe schwaches Licht spendet. Neben ihm sein Sohn Jesse und seine Frau Mary. Sie sind am Essen und es riecht herrlich. Steaks, Potatoes, Bohnen und Salat. Mary liebt es zu kochen und sie ist eine hervorragende Köchin. Im Kamin knistert ein Feuer und es ist angenehm warm. Der Hund bellt immer noch. „So Murphy, kommen wir zur Sache.“
Bannon setzt sich unaufgefordert an den Tisch. Murphy ist ein nicht mehr ganz junger Rancher. Alles was er besitzt hat er sich hart erarbeitet. Beim Anblick von Bannon ist sein faltiges Gesicht hart geworden.„Was willst du?“,
fragt Murphy harsch. „Stell dich ja nicht blöd, du weißt genau was ich will!“, erwidert Bannon böse. Mary steht auf und verlässt den Tisch. Steve Murphy befiehlt seinem Sohn: „Setz dich vor den Kamin Junge!“ Jesse murrt und setzt sich in den Schaukelstuhl vor dem Kamin. Er ist grossgewachsen und etwa siebzehn Jahre alt. „Du wirst die Ranch nie freiwillig von mir bekommen, du Hurensohn. Mein Sohn wird sie weiterführen wenn meine Knochen eines Tages  zu alt geworden sind“, antwortet Murphy schroff.
Bannon zielt mit seinem Dragonercolt auf den Rücken von Jesse. Er spannt den Hammer. Und schiesst. Jesses Oberkörper fällt vornüber. Kein Geräusch ist zu hören.
„So was nun ?“, schreit Bannon. „Jetzt hast du keinen Sohn mehr!“ Mary stürmt aus der Küche und bricht vor ihrem Sohn zusammen. Sie weint bitterlich und ruft immerzu:
„Jesse, Jesse ... “
Aschfahl ist das Gesicht  von Murphy als Max Bannon aufsteht und ihn am Kinn packt. Er zwingt ihn den Mund zu öffnen. Mit roher Gewalt steckt Bannon seinen Colt in Murphys Mund. „Niemand, wirklich niemand sollte sich mit mir anlegen!  Verstehst du das, Murphy?“


Brisby Bill und Mulligan sitzen hinter einer alten Blautanne im Gras und beobachten das Haus. Sie hören einen ersten Schuss und kurz darauf einen zweiten.
„Sollen wir nachsehen?“, fragt Brisby Bill. „Nein wir warten“,
flüstert Jim Mulligan. Da hören sie einen dritten Schuss. Kurz darauf erscheint Max Bannon auf der Veranda. Der Hund beginnt zu heulen. Da erschiesst Bannon auch ihn. Brisby Bill muss sich übergeben. „Max Bannon ist ein wirklich böser Mensch!“, keucht er. „Ja das ist er“, antwortet Mulligan.


Mulligan und Brisby sitzen bereits auf ihren Pferden als  Max bei ihnen ankommt. Er befiehlt: „Los Mulligan,  brenn die ganze verdammte Ranch nieder! Nichts darf mehr stehen! Danach suchst du Hasenscharten Charlie. Such das verdammte ganze County nach ihm ab! Und du Bill kommst mit mir. Wir werden dieser Lucy-Hure einen Besuch abstatten!“ Danach reiten sie davon. Mulligan aber geht zum Schuppen, durchsucht ihn und findet einen Kanister mit Petrol. Er findet auch etwas Dynamit. Er sieht die Leichen als er das Petrol über den ganzen Holzboden  im Wohnhaus verteilt. Aber er hat keine Gefühle. Er hatte noch nie welche.
Er verlässt das Haus, zündet die Lunte an und wirft das Dynamit in die Wohnstube. Mit einem lauten Knall geht die Ranch von Steve Murphy in Flammen auf. Zwei Stunden später ist von ihr nur noch Asche übrig.


Bannon und Brisby reiten nach Smalltown. Sie schweigen. Brisby hat die Hosen voll. Ein falsches Wort und Bannons Zorn der direkt aus der Hölle zukommen scheint, kann ihn in die ewigen Jagdgründe befördern. Ein paar Nachtfalken kreisen am Himmel. Vom Mond ist nur eine kleine Sichel zu sehen und es weht ein rauer Wind. Irgendwo heult ein hungriger Wolf. Bannon ist am Denken: - Heute werde ich noch meinen Spass haben. Bin schon richtig geil auf dieses Luder. Mal eine Abwechslung zu den alten Huren in Hendersson –
Kurz vor Mitternacht reiten sie in Smalltown ein. Die Strassen sind fast leer. Nur ein paar besoffene Mexikaner tummeln sich auf dem Gehsteig. Sie torkeln und sind mächtig betrunken. Vor dem Red Horse Saloon sind gerade mal zwei Pferde festgebunden. Wochentags schlafen die meisten Cowboys auf der Prärie in ihren Weidecamps. Sie steigen von ihren Pferden und binden sie fest. Bannon betritt als erster von ihnen den Saloon. Der Pianolaspieler Jeffrey klimmpert heute etwas lustlos auf seinen Tasten. Drei betrunkene Cowboys sitzen  an einem Tisch vor der Bar. Ein Mexikaner schläft auf einer Sitzbank seinen Rausch aus.
Die meisten Huren sind oben in ihren Zimmern, froh mal nicht arbeiten zu müssen. Joe der ewig mieslaunige Barkeeper steht an der Bar und spricht mit Lucy. Max erkennt sofort ihre Schönheit und er weiss instinktiv dass nur sie die Geliebte von Django sein kann. Lucy mustert den weissen Anzug von Bannon und ahnt bereits böses. Man spricht von Bannon, aber sie hat ihn noch nie persönlich gesehen. Die Peitsche sticht ins Auge und es jagt Lucy einen eiskalten Schauer den Rücken hinunter. Max Bannon, der Viehbaron ist hier.
Barkeeper sind gute Menschenkenner und Joe fragt mit knirschenden Zähnen: „Was  wünschen die Gäste zu trinken?“
„Gar nichts !“, antwortet Bannon schroff. „Ich will diese Frau da!“, und zeigt dabei auf Lucy. Joe holt tief Luft und antwortet: „Tut mir leid Mister, Lucy hat heute ihren freien Tag.“ Brisby zieht schnell seinen Colt und richtet ihn auf Joe. Jegliche Farbe entweicht aus Joes Gesicht. Er sieht Lucy voller Mitleid an. Er sieht die entschlossene Fratze von Brisby Bill und er weiss instinktiv dass er ihr hier nicht helfen kann. Es sei denn er wäre bereit zu sterben.
„Los geh vor du Miststück!“, brüllt Bannon. „Brisby du hälst mir hier unten den Rücker sauber! Klar?“
„Klar Boss “, grinst Brisby. So gefällt er sich! Die paar Idioten in Schach halten und schauen dass es seinem Boss gut geht. Da kann er wieder viele Punkte schinden. Lucy aschfahl im Gesicht geworden steigt lustlos die Treppen hoch zu ihrem Zimmer. Bannon poltert hinterher. Seine Laune steigt mit jedem  Treppentritt. Sie gehen in Lucys Zimmer. „Los, zieh dich aus!“, befiehlt Bannon bösartig.
„Bitte schlag mich nicht!“, bittet Lucy und zieht sich aus.
Bannons Augen weiten sich lüstern.
- Ahhhhh -, denkt er, - was für ein schöner Körper. Wird Zeit dass ich zuhause meine Alte zum Teufel schicke -
Der Speichel läuft ihm aus dem Mundwinkel als er so richtig geil wird. Bannon reisst das Bettlaken runter und krächzt:
 „Lieg mit dem Bauch nach unten auf das Bett!“ Lucy schluchzt leise. Bannon zieht sich bis auf die Unterhosen aus. Er reisst das Bettlaken in vier lange Stränge und
fesselt Lucy an die vier Ecken des Bettes. Er nimmt seine Peitsche. Das Blut pumpt in seine Adern. Er ist erregt.
Er schlägt den Peitschenstiel auf seine Handfläche.
„Ich habe gehört, du hast mit Django dem Mörder geschlafen. Das ist aber  gar nicht nett von dir!“ Dabei knallt er die Peitsche mit aller Wucht auf den Rücken von Lucy.
Der Schmerz durchfährt ihren Körper, aber Lucy will nicht schreien. Sie möchte diesem kranken Menschen keinen Gefallen machen. „Willst du nicht schreien, mein armes Kind?“, brüllt Bannon in Fahrt gekommen und schlägt mehrmals mit seiner ganzen Kraft zu. Eine wohlige Wärme durchströmt Max Bannon. Wie er das liebt. Lucy hält den Schmerz nicht mehr aus. Sie muss nun schreien. Und Max Bannon geniesst es...


Unterdessen bestellt sich unten Brisby mit der Waffe in der Hand einen Whiskey. Sie hören die Schreie und er ruft Jeffrey dem  Musiker zu: „Spiel lauter du verdammter Idiot!“
Auch Jeffrey hört die Schreie. Ein harter Gang für ihn, aber er spielt nun etwas lauter wenn auch ohne jede Lust und Freude. Joe schaut Brisby tief in die Augen: „Django wird euch alle umlegen!“
„Träum weiter!“, lächelt Brisby wissend.


Max Bannon zieht sich wieder an. Das war ein heisser Ritt. Er wischt das Blut von seiner Neunschwänzigen Katze.
Lucy liegt halb bewusstlos und wimmernd auf dem Bett.
Die Matratze ist voll von ihrem Blut. Diese Wunden werden den Rest ihres Lebens ihren Körper verunstalten.
Das Adrenalin fliesst noch durch Bannons Körper als er sagt:
„Es gibt auch eine gute Nachricht für dich. Dein Scheissfreund Django ist tot!“ Lachend verlässt er das Zimmer und geht zur Bar. „Eine Runde Brandy für den ganzen Saloon !“, ruft er Joe zu. Joe füllt die Gläser nicht ohne heimlich in Bannons Glas zu spucken.
„Ein herrlicher Brandy!“, verkündet Bannon. Etwas später verlassen sie zufrieden den Saloon. Joe wirft alle noch Anwesenden raus und verschliesst sofort die Türe. Er hastet hoch zu Lucy. Er kann es einfach nicht fassen als er sie liegen sieht, hilflos und mit all dem Blut. Er pflegt ihre Wunden so gut es geht mit warmem Wasser und tröstet sie.
Ihre Augen sind geweitet und starren in die Ferne. Sie hat einen schweren Schock. „Sollte Django wirklich tot sein Lucy werde ich Bannon persönlich töten. Das schwöre ich dir.“
Dabei fliessen Tränen aus seinenAugen und er weint hemmungslos.

Django erwacht. Er hat fast zwei Tage geschlafen. Er spürt immer noch starke Schmerzen. Vor allem in der Schulter. Zum Glück in der linken, denkt er. Den rechten Arm werde ich noch zum  ziehen brauchen. Es müssen Mulligan und seine Handlanger gewesen sein, die mich auf so feige Weise  töten wollten. Er krächzt als er sich aufsetzt. „Verdammte Scheisse !“, flucht er. Tomahawk sitzt am Tisch vor einer schwach leuchtenden Öllampe. Er hat was  zum Essen gekocht. Rindergulasch nach Art der Cheyenne.(sehr scharf!) ... Django hat Hunger wie ein Teufel. „Guten Morgen, Companero!“, begrüsst ihn Tomahawk. „Setz dich zu mir!“
Django humpelt zum Tisch und zieht sich  mühselig auf den Stuhl. Tomahawk füllt die Becher mit Brandy. „Mein Name ist Tomahawk, ich bin ein Cheyenne. Der Beste mit der Wurfaxt westlich von Santa Fe! Darum nennt man mich Tomahawk.
Und wie ist dein Name?“, fragt Tomahawk grinsend. „Mein Name ist Django, ich bin ein Kopfgeldjäger. Was zur Hölle tust du hier?“ Tomahawk überlegt kurz: „Ich kümmere mich um das Wasserloch und habe dich dort am Morgen vor zwei Tagen liegend aufgefunden. Jemand muss dich am Wasserloch abgelegt haben. Deine Wunden waren bereits notdürftig versorgt worden.
Ich halte die Quelle im Schuss. Siedler die mit ihren Planwagen hier vorbeiziehen machen eine Rast um den Pferden etwas Ruhe und Wasser zu gönnen. Ich verkaufe dann getrocknetes Büffelfleisch und teures gepanschtes Feuerwasser. Manchmal erleichtere ich auch ein paar unerfahrene Satteltramps oder Gringos um ein paar Dollar.
Hier hat es noch immer frei umherziehende Büffel und Longhorns. Ich geh auf die Jagd und ernähre mich selbst. Ich bin frei. Meine Brüder in der Reservation sind das längst nicht mehr. Sie liessen sich missionieren und leben nun eingepfercht wie Hasen in Holzhütten.“ Tomahawk füllt den Becher erneut mit Brandy und fragt: „Was glaubst du Django, wer zum Teufel hat dich auf dem Kerbholz?“
„Es waren  mit  Sicherheit Mulligan und seine Handlanger.
Max Bannons Leute aus Hendersson. Bannon besitzt die grösste Ranch im ganzen verdammten County. Ich habe in Notwehr einen seiner miesen Viehtreiber erschossen. Nehme an das war ihre Rache. Aber jetzt ist die Rache mein, jetzt bin ich am Zug! Und verdammt noch mal, das Rindergulasch ist das Beste welches ich je gegessen habe!
Danke, Tomahawk.“ Tomahawk nimmt einen Schluck vom leicht mit Wasser verdünnten Brandy und sagt: „Weißt du Django, ich habe mir das einsame Leben hier draussen nicht aussgesucht. Mein Stamm hat mich verstossen.“
„Warum das?“, fragt Django neugierig. „Wir wurden von den Missionaren schon als kleine Kinder gezwungen eure Sprache zulernen. Ich glaube der Missionar hiess Gatsby. Ein mieses, perverses Schwein. Er holte sich immer einen jungen Schüler nach vorne, dieser musste dann die ganze Stunde auf seinem Schoss sitzen. Ein verdammter alter Lüstling war das. Bei mir hat er sich aber den falschen ausgesucht. Er federte mit den Beinen auf und ab und ich spürte wie er immer geiler wurde. Da konnte ich mich nicht mehr zurück halten. Ich hab ihn dann an der Bauchseite ein wenig mit meinem Messer gekitzelt ...
Danach musste Häuptling Wilder Büffel mich vom Stamm verstossen. Er wurde von den Missionaren dazu gezwungen.
Das ist jetzt acht Jahre her. Seither schlag ich mich alleine in der Wildnis durch. Mein Volk hat diese Freiheit verloren.“
Tief seufzend antwortet Django: „Diese Missionare sind keine heiligen! Es tut mir leid um dein Volk!
Hör mir zu Tomahawk! Ich muss so schnell es geht Lucy meine Freundin zu uns holen. Sie ist in Gefahr. Sie ist die einzige Zeugin. Sie sah als einzige dass es Notwehr war. Sobald die Leute erfahren dass ich noch lebe, wird sie fällig sein. Aber nur mit ihr können wir die gesamte Horde festnageln. Auch den Sheriff von Hendersson. Morgen Nacht werde ich losreiten. Das wird schmerzhaft sein, aber ich darf keine Zeit verlieren. Werde mir dein Pferd ausleihen müssen und mir ein neues in Smalltown besorgen.“ Tomahawk füllt den Becher von Django erneut und sagt: „Hier trink noch etwas und ruh dich danach aus. Gut dass du kein Fieber hast. Du bist so zäh wie die Sohlen meiner Mokassins!“
Django lacht und nimmt einen verwegenen Schluck. Danach haut er sich auf die Pritsche und schläft durch bis zum nächsten Tag. Am nächsten Morgen geht es Django schon besser. Er beisst die Zähne zusammen und geht die ersten Schritte. Er flucht dabei das sich die Balken biegen. Tomahawk lacht laut.
Ich mag diesen verdammten Indianer, denkt sich Django.
Und er hat mein Leben gerettet! Tomahawk hat einen Kaffee aufgebrüht und Trockenfleisch aufgetischt. „Ich werde heute Abend aufbrechen und Lucy zu uns holen“, sagt Django.
„Beim Maheo!“, ruft Tomahawk und schmettert  seine kleine Wurfaxt gegen die Türe wo sie mit lautem Knall stecken bleibt. „Ich wünsch die viel Glück mein Freund.
Ich werde hier auf euch warten! Wir werden zusammen für Gerechtigkeit sorgen. Ich werde mein Kriegsbeil ausgraben, wenn ich es noch finde... Und bring ein schnelles Pferd mit. Ich werde zu meinen Brüdern reiten und sie um Unterstützung bitten.“
„Das ist gut“, antwortet Django und zieht seine Smith & Wesson. Er ballert auch zweimal auf die Türe. Da lachen beide wie zwei kleine Kinder.
Am frühen Abend sattelt Django den Mustang seines neuen indianischen Freundes. „Mögen dich die Schwingen des allmächtigen Adlers tragen!“, wünscht ihm Tomahawk zum Abschied. „Nun übertreibs mal nicht!“, antwortet Django schmunzelnd. Er wendet das Pferd und reitet davon Richtung Smalltown.


Es ist eine kalte, dunkle Nacht. Der Mustang ist völlig ausgeruht und macht ordentlich Tempo. Sein Bein schmerzt, aber er muss jetzt sehr stark sein. Er reitet als würde die Hölle unter seinem Hintern brennen. Er überlegt:
- Kann sein, dass sie einen Steckbrief auf mich ausgesetzt haben, diese falschen Schweine. Ich muss vorsichtig sein.
Werde hinter dem Saloon zu Lucys Zimmer hochklettern und da auf sie warten. Hoffentlich liegt sie nicht mit jemandem im Bett...Verflucht! Mit Frauen hat man nur Scherereien. Wenn sie Besuch hat hol ich mir halt zuerst das Pferd -
So denkt Django während er über die Prärie reitet. Er hat in der Satteltasche einen Flachmann verstaut. Daraus nimmt er nun einen grossen Schluck unverdünnten Brandy. Hilft ein wenig gegen die Schmerzen. Später als er aus einer schmalen Schlucht reitet sieht er die Lichter von Smalltown.
„Hoffentlich bin ich nicht zu spät. Beim Maheo!“, ruft er laut.
„Jetzt rede ich schon wie ein Indianer.“ Da lacht er trotz seiner Schmerzen.
Eine halbe Stunde später reitet Django in Smalltown ein.
Es ist niemand auf der Strasse. Django reitet hinter den Saloon und bindet seinen Mustang fest. In Lucys Zimmer ist Licht. Zum Glück befindet sich ihr Zimmer nur im ersten Stock. Weiter nach oben hätte es Django kaum mit seinen Verletzungen geschafft. Schreckliche Schmerzen fliessen durch seinen Körper als er sich mühselig auf den Balkon zieht. Der Vorhang ist zugezogen und Django kann nicht sehen ob Lucy alleine ist. Romeo und Julia taten es und ich tu es auch, grinst er vor sich hin. Er klopft vorsichtig ans Glas. Es dauert lange bis er endlich von innen ein Geräusch hört. Es ist Lucy die den Vorhang beiseite schiebt und als Django in ihre Augen blickt weiss er sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist. Sie öffnet die Balkontüre. In Lucy selbst ist viel zerstört worden in jener Nacht, als Max Bannon sie auspeitschte. Stets bemüht die Menschen zu lieben wurden  ihr viele Illusionen genommen. Ihr Job den sie eigentlich immer liebte begann sie nun zu hassen. Sie konnte keinen Tag mehr arbeiten seither. Und Django sieht das sofort in ihren traurigen Augen. „Django !“, ruft sie und fällt ihm in den Arm. Sie schluchzt leise. „Ich bin so glücklich dass du noch am Leben bist. Bannon hat gesagt du seist Tod.“ Django antwortet nicht sondern küsst sie wie sich nur verliebte küssen können. Ohne Atem sagt Lucy: „Hier ist es gefährlich geworden für dich Django. Diese miesen Kerle haben einen Steckbrief auf dich ausgesetzt.“
„Das hab ich mir gedacht“, antwortet Django. Lucy erzählt hastig: „Unser Marshal Jim Strouney, Gott behüte ihn, weigert sich die Steckbriefe aufzuhängen. Er weiss genau, wie wir alle, dass du niemals ohne Notwehr jemanden erschiessen würdest!“
„Lucy du musst mit mir kommen. Du bist als einzige Zeugin in grosser Gefahr. Du sahst als einzige Bannister als erster zu seiner Waffe greifen! Bannon wird kommen und dir schlimmes antun!“ Für einen kurzen Moment überlegt Lucy und sagt dann zögernd: „Er war bereits hier Django!“
Sie beginnt leise zu weinen als sie Django die immer noch blutenden Wunden an ihrem Rücken zeigt.
Django ist sprachlos. Hass lässt Adrenalin in seinen Körper pumpen. Er spürt jetzt keinen Schmerz mehr. Er will nur eines: Rache. Django küsst die Tränen von Lucy.
„Es wird alles gut mein kleines. Wenn dies hier alles erledigt ist kaufen wir eine kleine Ranch und werden für immer zusammen sein! Ich liebe dich Lucy!“
„Ich liebe dich auch Django ... und, haben wir noch etwas Zeit?“, fragt Lucy schelmisch.
Was für eine Frau !
Er lässt sie sanft auf das Bett fallen und beginnt sie zu streicheln. Beide sind sie verwundet und beide lässt sie die Liebe den Schmerz vergessen.


Gegen morgen, kurz bevor die Sonne aufgeht machen sie sich auf den Weg. Der Saloon ist leer und geschlossen.
Sie gehen durch die kleine Küche und verlassen ihn durch den Hinterausgang. Django packt sein Pferd an den Zügelleinen und sie laufen abseits der Mainstreet zu Sams Mietstall. Sam der alte Haudegen ist früh auf und sorgt sich bereits um die Pferde. Er ist gerade am Aufsatteln eines besonders schönen Pintos. „Hallo Sam, alte Pflaume!“,
ruft Django ihm fröhlich zu. „Hallo Django! Gut dich zu sehen. Du hast ja einen Pferdeverschleiss, das geht auf keine Kuhhaut! Hast du heute eine reizende Begleitung! Sonst kommst du immer nur mit abgefrackten Gäulen zu mir!“,
lacht Sam. „Sehr verehrte Dame, ich bin Sam der Mietstallbesitzer. Freut mich sie kennenzulernen!“ Schmunzelnd reicht Lucy Sam ihre Hand und stellt sich kurz vor. „Ich bin Lucy. Die Freundin von Django.“
Sam drückt die Hände von Lucy etwas zu fest und antwortet:
„Versprich mir, Django endlich Manieren beizubringen!“
Django lächelt: „Zur Sache Sam! Ich brauch ein schnelles  ausdauerndes Pferd. Hast du was in der Art?“ Sam zieht an seiner qualmenden Pfeife und antwortet räuspernd:
„Hier dieser schwarze Hengst. Ein Prachtskerl. Es gehörte Sam Miller, welcher ein Vermögen mit Silber gemacht hat. Er reiste gestern gen Westen ab. Nicht ohne vorher sein Pferd zu verkaufen. Er schwörte: Dieses Pferd kann eine Silbermine auf zwei Meilen wittern ... Ich geb es dir zum Freundschaftspreis von einhundert Dollar!“
„Achtzig!“, antwortet Django laut lachend. „Neunzig Dollar, mein letztes Wort.“
„Du ausgekochtes Schlitzohr!  Aber gut ,ich nehm es. Ein sehr schönes Tier. Kannst du es mir einpacken? Es soll ein Geschenk sein!“
„Hahahaha, Django, deine Witze sind so alt wie die Hufe meiner Grossmutter!“ Sam beginnt das Pferd zu satteln und sagt ernst: „Django, wenn du meine Hilfe bra



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meerenblau
Dichter und Denker


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BeitragVerfasst am: 21.03.2014 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hei Tiramisator,

also ... das ist verdammt viel Text für eine Textprobe ...
Ich hab mir jetzt einfach mal nur den Anfang zu Gemüte geführt. Und ich habe gerade ein paar Probleme mit dem Zitieren, deshalb hab ich Deinen Text einfach kursiv gesetzt, damit man ihn unterscheiden kann. Vorweg -es findet sich doch noch so mancher Rechtschreibfehler drin, aber auf die gehe ich nicht ein, das kann ein Textverarbeitungsprogramm besser als ich. Also:

„Nein, tut mir leid Django, keine Arbeit für dich, kein ausgesetztes Kopfgeld zur Zeit“, antwortet JimStrouney, der Marshal von Smalltown.

Smalltown? Das Russ-Meyer-Smalltown? Laughing


Er sitzt gegenüber von Django in  seinem  geliebten Schaukelstuhl. Er nimmt den Krug und schenkt beiden einen Kaffee ein.

Verbinde die beiden Sätze besser mit einem "und", damit sie nicht beide mit denselben Wort anfangen.

Der Marshal von Smalltown ist ein Mann im gesetzten Alter. Sein Gesicht verrät Erfahrung und erzählt Geschichten voll von Bitterkeit und Brutalität. Er musste Menschen erschiessen, Huren vor besoffenen Revolverhelden schützen, Leute hängen und Banküberfälle vereiteln. Dies alles manchmal an einem Tag!

Die Aufzählung wirkt etwas seltsam: Er musste also Menschen erschießen und Huren retten ... aber Huren sind ja auch Menschen. Und die Menschen hat er erschossen, weil ... sie Menschen waren? Litten sie an Tollwut?
Ich vermute mal, der Marschall soll kein so übler Kerl sein - dann musst Du ihm aber auch was "Passendes" zum Erschießen geben. Also Verbrecher, Räuber, Banditen. "Menschen" ist ein viel zu neutrales Wort für so etwas. Nebenbei - haben die Marschalls wirklich selber Leute aufgehängt? (und dann noch Leute - wenn, dann werden doch wohl Galgenvögel, Mörder und Gesindel aufgehängt, aber doch keine einfachen Leute)

Jim ist ein harter Kerl und einer der besten Freunde Djangos.
 Django schaut zu den Zellen wo sich ein alter Mexikaner den Rausch ausschläft. So verschlafen wie das Nest hier, denkt  sich Django. Seine Stiefel hat er auf dem hölzernen Tisch ausgestreckt und seinen Stetson tief über seine Stirn gezogen. Tiefblaue Augen leuchten aus einem von der Sonne gegerbten Gesicht.


Naja, wie sollen die Augen denn leuchten, wenn er den Stetson so tief in die Stirn gezogen hat? Das ist ein etwas schiefes Bild - und ich bin mir auch sicher, dass er nicht die Stiefel, sondern seine Beine ausgestreckt hat.

Django ist ein grosser schlanker, sehniger Typ. Und er ist schnell mit dem Colt. Verdammt schnell sogar. Er liebt es gesuchte Verbrecher zu jagen und sie am Ende des Tages an einem verotteten Balken baumeln zusehen.

Hängt er sie also gleich selber auf? Ich dachte eigentlich, Kopfgeldjäger fangen ihre Beute und liefern sie beim Sheriff ab, der sich dann um alles weitere kümmert. Und wenn er es liebt, sie baumeln zu sehen, bedeutet das ja, dass er zumindest eine sadistische Ader haben muss. Wobei, an einem verrotteten Balken baumelt niemand lange. An einem verrottenden Balken vielleicht, aber ein verrotteter Balken ... da ist nix mehr mit anzufangen.

Generell - Du musst besser auf die Worte und Bilder achten, die Du verwendest. Ausgestreckte Stiefel, verrottete Balken, tiefblaue Terence-Hill-Augen ... das ist teilweise schlichtweg falsch, teilweise arg klischeebehaftet.

Eine Geschichte kann inhaltlich noch so gut sein, wenn der Stil nicht in sich stimmig ist, nutzt die beste Idee nichts.

Naja, vielleicht konntest Du was damit anfangen.

bis dann
m.
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Tiramisator
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BeitragVerfasst am: 21.03.2014 21:56    Titel: Zieh schnell oder stirb .. pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hab dir eine PN geschickt, hab erst jetzt diese Antwortmöglichkeit gesehen.
Nochmal vielen Dank für deine ehrliche und fundierte Kritik.
LG Ralph


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