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Grasland-Saga


 
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inmutanka
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 16.02.2014 22:26    Titel: Grasland-Saga Ein dummer Streich eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

ich bin erstaunt, dass ich bei Einstand einstellen muss - ich war der Meinung, ich hätte bereits einiges eingestellt. Aber was solls, hier ist der Anfang meines Fantasys, auch wenn er ohne Drachen, Orks, Elfen/Elben und Magier auskommen muss wink

Bin auf eure Tipps gespannt.

LG
Inmutanka

Ein Streich mit Folgen
Das Unglück ist eine lauernde Viper im Gras. Niemand weiß, ob und wann er auf sie tritt, sagt eine bogostanische Volksweisheit.
Bernho sah auf das glitzernde Seilende in seiner Hand. Zehn Ellen davon waren leicht wie eine Fliege. Dünn wie ein Grashalm hielt es Gewichte aus, wie sonst mehrere fingerdicke Seile aus Hanf oder Rosshaar.
Ein Gespinst aus dem Süden, rar wie Eis im Sommer; geflochten aus Hexenhaar, hatte der Händler Vater zu geraunt und ihm für die Schnur einen Beutel Gold- und Silbertaler abgeschwatzt.
Im Gegensatz zu Vater und Tolf glaubte Bernho nicht die Mär vom Hexenhaar. Das Geflecht erinnerte ihn eher an Spinnenfäden. Er stellte sich eine riesige behaarte Spinne vor, die in den dunklen Wäldern des Südens, jenseits der Mutter aller Ströme, hauste und Netze von der Größe einer Scheune webte. In seinen Träumen kämpften Waldmenschen mit Speer und Bogen unter Einsatz ihres Lebens mit dem achtbeinigen Ungeheuer, um in den Besitz einiger Ellen dieses Fadens zu kommen.
„Ich glaube, wir sollten das nicht tun, Tolf."
Tolf lachte. „Das hat nichts mit Glauben zu tun, Bernho Mäuseherzchen."
Behände sprang er in den Hohlweg hinunter und erkletterte auf allen Vieren den gegenüberliegenden Abhang. Dort schlang er das andere Ende der Schnur um den Stamm einer Birke.
„Jetzt mach schon", drängelte Tolf.
Zögernd folgte Bernho der Aufforderung und verknotete sein Ende an einem alten Weidenpfosten. Tolf spannte die Schnur. Mit den Fingerkuppen zupfte er daran wie ein Lautenspieler an den Saiten seines Instruments.
Grinsend kam er zurück und zog Bernho zu Boden. „Jetzt heißt es abwarten."
Bernho kaute auf der Unterlippe. Er teilte Tolfs Vorfreude auf einen gelungenen Streich nicht. Das Gefühl drohenden Unheils kroch lautlos wie eine Viper auf ihn zu.
„Ich weiß nicht, Tolf ..."
„Du weißt nie was!" Tolfs Klaps auf Bernhos Hinterkopf war so hart, dass dessen Gesicht auf dem ausgetrockneten Boden landete.
Er spuckte Staub und Grashalme. Mit dem Handrücken wischte er sich Tränen der Wut aus den Augen, bevor Tolf sie sah. Tolf sollte nicht noch mehr auf ihm herumhacken.
„Vaters Knüppel gerbt uns den Rücken, wenn er merkt, dass wir seine Zauberschnur haben", versuchte Bernho, Tolf von dem Plan abzubringen.
„Vater klatscht sich vor Vergnügen die Schenkel, wenn wir ihm erzählen, dass es das Spitzohr von seinem Eselskarren herunter geholt hat und er wie ein Käfer auf dem Rücken strampelnd im Dreck lag."
Tolf drehte sich auf den Rücken und zappelte kichernd mit Armen und Beinen in der Luft. Dann verschränkte er die Arme unter dem Kopf und gähnte. „Und wenn nicht ... was soll's? Der Spaß ist mir ein paar Beulen wert."
Dir vielleicht, dachte Bernho. Bei deinem breiten Kreuz ...
Er starrte auf die Stelle, an der das Seil den Hohlweg überspannte. Wenn eine Brise darüber hinweg spielte, glitzerte es verräterisch in den Sonnenstrahlen.
Was soll passieren?, beruhigte sich Bernho. Der hochrädrige Eselskarren war langsam. Der Lenker würde herunterkullern, wie es Tolf vorhersagte. Um einige blaue Flecken reicher und ansonsten unversehrt.
Im Heumond heizte die Sonne bereits am Morgen ein. Schweiß strömte aus Bernhos Poren, tropfte von der Stirn, sammelte sich im Nacken und floss die Wirbelsäule entlang. Trotz der Hitze fröstelte Bernho. Er sah Schattenschleier über das Land ziehen, die dem Morgen den Glanz raubten. Eine namenlose Gefahr. Ein Grauen, das hier seinen Anfang nahm.
Die Viper kroch näher.
Bernho sprang auf. Entschlossen, das Seil zu kappen und das drohende Unheil aufzulösen. Doch Tolf umklammerte mit hartem Griff Bernhos Knöchel und brachte ihn zu Fall. Bevor Bernho wusste, wie ihm geschah, wälzte sich Tolf auf seinen Rücken. Rittlings setzte er sich auf und nagelte mit den Knien Bernhos Arme auf den Boden.
„Wohin so schnell, Brüderchen?"
„Wir müssen das Seil lösen, Tolf. Bitte! Es passiert etwas Schreckliches ..."
„Klar wird was passieren." Tolf legte den Arm um Bernhos Hals. Er drückte zu und zischte: „Du bekommst Prügel. Von mir." Bernho zappelte. Versuchte, sich aus dem Griff zu winden. Tolf lachte. „Was ist mit dir los? Hast du Angst, dass dich dein Buhlchen nicht mehr dran lässt, wenn du ihren Vater in den Dreck legst?"
„Nid ist ... nicht ... meine Buhle. Sie ist ... mein ... Freund", keuchte Bernho. Er wand sich. Versuchte, Tolf abzuwerfen wie ein bockendes Pferd.
„Nicht, dass ich was dagegen hätte. Zum Üben mag sie taugen, bevor dich ein richtiges Weib dran lässt." Tolf löste den Griff, fasste in Bernhos Haare und zog dessen Kopf zurück. „Mir wäre das kleine Spitzohr zu mager, aber für einen Hänfling wie dich ..."
Er schüttelte Bernhos Kopf wie ein Rattler die Beute. Endlich gelang es Bernho, einen Arm frei zu bekommen und in Tolfs Seite zu stoßen. Ächzend verlor Tolf das Gleichgewicht. Bernho warf ihn ab. Auf Händen und Knien krabbelte er zu dem Pfosten.
Bernhos Fingerkuppen berührten das raue Holz des Pfahls.
„Zärtling!"  Tolf trat ihn in die Rippen. Bernho blieb die Luft weg und krümmte sich vor Schmerzen. „Du bist ein Mädchen."
Erneut stürzte sich Tolf auf ihn und verpasste ihm beidhändig schallende Ohrfeigen, die Bernho beinahe die Besinnung raubten. „Ich kann nicht glauben, dass wir gleichen Blutes sind."
Schwer atmend hielt Tolf inne. „Du bist eine Schande für unsere Familie."
Jedes einzelne Wort triefte vor Verachtung.
Bernhos Wangen brannten und in seinen Ohren dröhnte es. Schleichend klärte sich sein Blick. Die Ahnung drohenden Unheils hing wie eine Gewitterwolke über seinem Geist. Noch ... noch hatte er die Gelegenheit, das Schicksal zu ändern.
„Schneid 'as Sei' 'urch", lallte er.
Bevor Tolf antworten konnte, erklang rasch näherkommendes Hundegeläut. Sie krochen zum Rand der Böschung. Ein Hirsch mit weit ausladendem Geweih, an dem noch Bastfetzen baumelten, hetzte durch den Hohlweg; verfolgt von einer Meute schlanker hochbeiniger Hunde. Ein Reiter auf einem Rappen mit rostroter Mähne und Schweif galoppierte hinterher.
Ein Ross solcher Anmut und Größe hatte Bernho nie gesehen. Die Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag. „Ein Sabin", flüsterte er erschrocken. Diese Tiere aus des Königs Zucht waren den engsten Mitgliedern der Herrscherfamilie vorbehalten.
Die Zeit tröpfelte dahin. Überdeutlich sah Bernho den Kopf des Reiters nach hinten rucken. Blutfontänen schossen aus dem Rumpf, besudelten das Lederwams und das weiße Hemd. Einer reife Nuss gleich kullerte und hüpfte der Kopf über den Boden. Schließlich kam er auf der Seite liegend zur Ruhe, das bärtige Gesicht den Jungen zugewandt. Die zuletzt über die Hatz empfundene Begeisterung in seiner Miene versickerte im Irgendwo. Zurück blieb eine anklagende, zunehmend bleicher werdende Maske und ein zwei Handbreit schwebender roter Strich über den Hohlweg, von dem Blutstropfen in den Staub fielen.
Unfähig, sich zu rühren, starrte Bernho auf den Kopf. In einer Mischung aus Entsetzen und Faszination konnte er sich nicht abwenden. Die grauen Augen starrten zurück; saugten sich an seinem Gesicht fest. Wie bei einem Hühnchen, dem die Köchin den Kopf abschlägt, dachte Bernho. Tolf zerrte an seinem Arm.
„Weg ... wir müssen weg", drang dessen Stimme in sein Bewusstsein.
Bernho sah ihn. „Ich glaube, er ist tot."
„Natürlich ist er tot, du Esel. Und wir sind es auch, wenn wir noch länger bleiben."
Neugierig beobachtete Bernho eine Träne, die über Tolfs Wange rann und sich in dem blonden Flaum seines sprießenden Bartes verfing. Wann hatte er Tolf weinen gesehen? Bernho konnte sich nicht erinnern. Selbst Vaters Prügel steckte sein Bruder mit verkniffener Miene und trockenen Auges weg.
Er rappelte sich auf. Beinahe wäre er gefallen, da Tolf weiter an ihm zog und zerrte. Stolpernd taumelte Bernho ihm über Wiesen und Stoppelfelder nach.
‚Er ist tot ... tot ... tot', hämmerte es bei jedem Schritt in seinem Kopf.

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Drakenheim
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BeitragVerfasst am: 17.02.2014 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Also, mir gefällt es. Auch ohne Drachen.
 Daumen hoch²
Nur eine Frage: Sind deine Spitzohren keine Elfen?

du zeichnest ein schönes Bild von zwei Brüdern, der kleine unter der Knute des großen, und du gehst gleich zur Sache. Das wird fies ausgehen für die zwei. Wahrscheinlich für das ganze Dorf.

An zwei Stellen bin ich beim Lesen gestolpert.

Zitat:
Erneut stürzte sich Tolf auf ihn und verpasste ihm beidhändig schallende Ohrfeigen, die Bernho beinahe die Besinnung raubten. „Ich kann nicht glauben, dass wir gleichen Blutes sind."
Schwer atmend hielt Tolf inne. „Du bist eine Schande für unsere Familie."
Die Stelle kommt mir übertrieben vor. So etwas werfen sich Königssöhne vor, wenn der eine sein Land verraten hat, oder den Vater ermordet. Bei einer Rauferei unter Brüdern, die sich wegen eines Streiches streiten, sind mir das zu starke Worte.

Zitat:
Die Zeit tröpfelte dahin. Überdeutlich sah Bernho den Kopf des Reiters nach hinten rucken. Blutfontänen schossen aus dem Rumpf, besudelten das Lederwams und das weiße Hemd. Einer reife Nuss gleich kullerte und hüpfte der Kopf über den Boden. Schließlich kam er auf der Seite liegend zur Ruhe, das bärtige Gesicht den Jungen zugewandt.

An dieser Stelle kannst du noch ein wenig Tempo rausnehmen, denke ich. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das Bild des Reiters in meinem Kopf noch in weiter Ferne sah. Es hat mich überrumpelt, dass er schon so nah dran war, um seinen zu verlieren. Vielleicht kannst du auch noch mal deutlicher machen, dass das Seil auf Kopfhöhe hängt, ich hatte in meinem Kopfkino eines auf Kniehöhe gespannt. Aber Hirsch und Hunde müssen ja noch drunter weg gekommen sein, wenn ich mich nicht irre?
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inmutanka
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Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 17.02.2014 12:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Drakenheim,

danke für das Lesen und Kommentieren.
 
Zitat:
Nur eine Frage: Sind deine Spitzohren keine Elfen?


Nein, es sind dort lebende Mischlinge von Waldlandmenschen und Bogostaner.

Zitat:
Zitat:
Erneut stürzte sich Tolf auf ihn und verpasste ihm beidhändig schallende Ohrfeigen, die Bernho beinahe die Besinnung raubten. „Ich kann nicht glauben, dass wir gleichen Blutes sind."
Schwer atmend hielt Tolf inne. „Du bist eine Schande für unsere Familie."

Die Stelle kommt mir übertrieben vor. So etwas werfen sich Königssöhne vor, wenn der eine sein Land verraten hat, oder den Vater ermordet. Bei einer Rauferei unter Brüdern, die sich wegen eines Streiches streiten, sind mir das zu starke Worte.


ok, darüber werde ich noch etwas grübeln wink

Zitat:
Vielleicht kannst du auch noch mal deutlicher machen, dass das Seil auf Kopfhöhe hängt, ich hatte in meinem Kopfkino eines auf Kniehöhe gespannt. Aber Hirsch und Hunde müssen ja noch drunter weg gekommen sein, wenn ich mich nicht irre?


Yep, die kommen unbeschadet durch.

Liebe Grüße
Inmutanka


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Merlinor
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BeitragVerfasst am: 17.02.2014 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo immuntanka

Im Einstand musst Du deswegen einstellen, weil das Dein erstes eigenes Werk ist, das Du im Forum vorstellst.
Der Einstand hat ja nichts mit einer irgendwie gearteten qualitativen Einordnung der Texte zu tun, sondern mit der Hoffnung, dass die ersten Texte von neuen Mitgliedern so eine bessere Aufmerksamkeit erhalten.

Dass Du Dich erst einmal eine ganze Weile rege im Forum beteiligt hast und hier und dort Deine Meinung und einige Kommentare zu Texten Dritter hinterlassen hast, halte ich für exemplarisch und freue mich sehr darüber.
Da gibt es – leider – oft ganz andere, die ins Forum rauschen, einen Text einstellen, Kommentare abgreifen und wortlos wieder verschwinden.
Danke also für Deinen vorbildlichen Auftritt.

Zu Deinem Text.
Da kann ich Dir nur ein prinzipielles Feedback geben, denn zu großer Kritik sehe ich keinen Anlass.
Der Text ist sauber ausgearbeitet und gut formuliert.

Wie immer ist natürlich vieles dabei Ansichtssache.
Dramaturgisch ist der Text gut gemacht.
Die Spannungsbögen greifen glatt ineinander und durchlaufen die nötigen Steigerungen. Der Plot passt also, was die Dramaturgie anbelangt.
Auch die Sprache ist sauber und stilsicher.
Ob es nötig ist, in einem Fantasy-Text, der in einer fremden, parallelen Welt, aber nicht in einer vergangenen Zeit spielt, Elemente alter deutscher Begrifflichkeiten wie „Buhle“ statt „Geliebter“ einzuführen, ist sicher Geschmackssache.
Ich hätte darauf verzichtet, denn das schafft meiner Meinung nach nur ein unechtes Scheinambiente.

Gerne hätte ich das Alter der beiden Protagonisten erfahren.

Mit einigen Elementen des Plots habe ich leider Probleme.
Auch wenn die beiden Burschen noch sehr jung sein mögen, ist ihr Streich dermaßen dumm und gefährlich, dass ich die Idee bereits vom Grundsatz her nur schwer ernst nehmen kann.

Jemanden auf diese Art mit einem gespannten Seil von seinem Eselskarren holen zu wollen?
Immerhin muss der Kutschbock des Karrens hoch genug sein, dass ein Esel drunter durchkommt und älterer Mann fällt da nicht einfach runter, wie ein junger Bursche und tut sich nichts.
So ein Vorgehen riskiert Knochenbrüche und schwerste Verletzungen des Opfers und dies muss auch den dümmsten Burschen vorher klar sein.
Nein, so etwas ist kein Scherz!

Aber gut. Die Burschen sind also so wahnsinnig, so etwas zu versuchen.
Als Leser kann ich gerade noch damit leben.

Nicht mehr wirklich leben kann ich damit, dass dieses Seil nun dem Reiter aus königlicher Familie gar den Kopf abtrennt.
Das ist physikalisch einfach zu unwahrscheinlich.
Selbst wenn das Seil genau am Hals trifft, sollte es den Kopf nicht abtrennen können.

Sicher, das Seil ist deutlich dünner, als herkömmliche Seile aus Hanf oder Rosshaar, „dünn wie ein Grashalm“ schreibst Du, aber wenn man weiß, dass selbst Scharfrichter mit einer scharfen Schwertklinge den Kopf eines Delinquenten nur mit einiger Übung mit einem einzigen Hieb abtrennen konnten, ist anzunehmen, dass das Seil immer noch zu dick ist.

Eine Art Spinnenseide ist sein Material.
Das heißt, es handelt sich um ein festes aber auch elastisches Material.
Das wiederum bedeutet, dass Körper des Mannes und Seil versuchen werden, sich nach der Berührung auf irgendeine Weise elastisch voneinander zu befreien.
Nicht einmal ein Abreißen des Kopfes ist hier auch nur annähernd wahrscheinlich.

Der Aufprall des Seils am Hals wird zwar schwerste Verletzungen des Mannes an Hals und Kopf nach sich ziehen, wird ihn brutal vom Pferd reißen und ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit töten – aber ich glaube, dass er dennoch seinen Kopf behält.
Selbst mit einem sehr dünnen, harten und unelastischen Stahldraht trennt man einen Kopf nur sehr schwer vom Rumpf.

Davon, wie wenig wahrscheinlich eigentlich ein Auftreffen des Seils genau am Hals ist, will ich hier gar nicht weiter reden.

Ich muss gestehen, dass ich das Buch – dies scheint ja der Beginn der Geschichte zu sein – im Buchladen wohl wieder ins Regal gestellt hätte, sobald mir diese physikalischen Ungereimtheiten klar geworden wären.
Für mich sind solche Schwächen gleich zu Beginn einer Geschichte schon ein deutlicher Grund, mich von einem eventuellen Kauf des Buchs abzuhalten.

Hier würde ich an Deiner Stelle das Szenario also in eine wahrscheinlichere Variation verändern.
Lass das Seil - das ja dünn genug ist, um leicht übersehen zu werden - den Mann einfach vom galoppierenden Pferd reißen und sich das Genick brechen und gut ist.
Manchmal ist weniger Effekt einfach mehr.

Mich hättest Du als Leser hier nämlich vermutlich verloren, denn das wäre mir persönlich einfach zu starker Tobak.
Mit Bedauern allerdings, denn Du schreibst gut und erzählst spannend.

Ich hoffe, dass Du mir jetzt nicht böse bist, weil ich mich so schonungslos auf diese für mich gravierende Schwachstelle berufe.
Aber vielleicht hast Du ja Lust, den Plot in diesem Punkt etwas realitätsnaher zu gestalten, Fantasy hin oder her.

LG Merlinor


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„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
Es gibt keine Materie an sich, Geist ist der Urgrund der Materie.“

MAX PLANCK (1858-1947), Mailand, 1942
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inmutanka
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 17.02.2014 16:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Merlinor,

danke für das Lesen und Kommentieren.

Zitat:
Im Einstand musst Du deswegen einstellen, weil das Dein erstes eigenes Werk ist, das Du im Forum vorstellst.
Der Einstand hat ja nichts mit einer irgendwie gearteten qualitativen Einordnung der Texte zu tun, sondern mit der Hoffnung, dass die ersten Texte von neuen Mitgliedern so eine bessere Aufmerksamkeit erhalten


Ich habe es auch nicht als Wertung gesehen, ich dachte nur, ich hätte bereits Stories hier eingestell.

Zitat:
Auch wenn die beiden Burschen noch sehr jung sein mögen, ist ihr Streich dermaßen dumm und gefährlich, dass ich die Idee bereits vom Grundsatz her nur schwer ernst nehmen kann.

Jemanden auf diese Art mit einem gespannten Seil von seinem Eselskarren holen zu wollen?
Immerhin muss der Kutschbock des Karrens hoch genug sein, dass ein Esel drunter durchkommt und älterer Mann fällt da nicht einfach runter, wie ein junger Bursche und tut sich nichts.
So ein Vorgehen riskiert Knochenbrüche und schwerste Verletzungen des Opfers und dies muss auch den dümmsten Burschen vorher klar sein.


Ich hatte ja geschrieben: Hochrädigen Eselskarren. Tolf ist nicht die hellste Leuchte (Bernho ist der Denker in der Familie, dafür aber schwächlicher) und was ihm in der Birne fehlt macht er mit Kraft und Selbstbewusstsein wett. Ihm ist es egal, ob sich das Spitzohr die Knochen bricht oder sonstwie verletzt. Außerdem trotten Esel mit max. 4 kmh durch die Gegend (wenn sie nicht getrietzt werden). Da halte ich es schon für wahrscheinlich, dass er sich nicht schwer verletzt.

Zitat:
Das ist physikalisch einfach zu unwahrscheinlich.
Selbst wenn das Seil genau am Hals trifft, sollte es den Kopf nicht abtrennen können.


Ok, das werde ich noch genau recherchieren.

Zitat:
aber wenn man weiß, dass selbst Scharfrichter mit einer scharfen Schwertklinge den Kopf eines Delinquenten nur mit einiger Übung mit einem einzigen Hieb abtrennen konnten,


Weiß ich, was aber daran lag, dass mit einem Schwert genau zwischen die Halswirbel getroffen werden muss. Dieses Problem schafften sie dann aus dem Weg, in dem sie von dem Richtschwert auf die *humanere* Axt wechselten.
Da ich selbst öfters Wild zerlege, weiß ich, dass mit einem guten Schlachterbeil es keine Rolle mehr spielt, ob du genau zwischen die Wirbel kommst oder nicht.

Aber wie gesagt, deinen Einwand werde ich noch bei der Forensik recherchieren. Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass in den 60/70er Jahren so etwas ähnliches passiert ist. Damals traf es eine Reiterin, die im vollen Galopp an einem gespannten Draht mit dem Hals hängenblieb. Aber ob sie nun ganz geköpft wurde oder noch mit den Halswirbeln darin hängenblieb, weiß ich nicht mehr genau ... naja, Recherche!!!

Was ich für die Story brauche ist ein Bernho, der durch dieses Ereignis schwer traumatisiert wird, und ob nun der Kopf herumkullert (obwohl mir das Bild mit der reifen Nuss sehr gut gefällt!!!) oder ob der Mann wie ein nasses Hemd erst am Seil baumelt und/oder herunterfällt - ist gleich. Was das Unglück danach auslöst ist das eigentliche Drama ...

Auf jeden Fall vielen Dank für deine Mühe.

LG
Inmutanka


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Merlinor
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BeitragVerfasst am: 17.02.2014 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo inmutanka

inmutanka hat Folgendes geschrieben:
... deinen Einwand werde ich noch bei der Forensik recherchieren ...


Es ist durchaus denkbar, dass ich das falsch sehe. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das so funktioniert.
Mit einem Metalldraht schon eher, aber nicht mit einem vermutlich einigermaßen elastischen Material, wie Deinem fiktiven Seil aus Spinnfaden.
(Das sind so Materialfragen, die mich auch und gerade in der Fantasy faszinieren, und mit denen ich mich deshalb bei meinem eigenen Projekten gerne auseinandersetze)

Persönlich würde ich mich als Schreiber da einfach auf die sichere Seite stellen und den Kopf dranlassen.
Den Unfall kann man ja trotzdem recht spektakulär gestalten, wenn man das will, auch ohne den Effekt des rollenden Kopfes.
Wenn der Mann durch das Seil stirbt, ist das Ziel erreicht, mit oder ohne Kopf.
Dein Protagonist ist danach genauso traumatisiert; wahrscheinlich ist die gesamte königliche Familie nun hinter seinem Kopf her, und die Party kann beginnen ... smile extra

Bitte verstehe mich also nicht falsch:
Das ist handwerklich sehr gut geschrieben und ich mag auch Deine Schreibe an sich.
Nur bin ich eben ein alter Nörgler, der immer das Haar in der Suppe sucht, wenn es ans Rezensieren geht.

Also bitte nicht krummnehmen ... smile

LG Merlinor


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Tinlizzy
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BeitragVerfasst am: 17.02.2014 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inmutanka!!!

Ich habe mir deinen Text durchgelesen und finde den Teil mit dem Seil sehr bedenklich. Mit einem flexiblen Material den Kopf abtrennen? Fällt mir schwer zu glauben. Ich habe schon Probleme, wenn ich das ständig im TV sehe, wie sich Reiter dabei den Kopf abschneiden und letztens habe ich die Nummer gesehen, da waren es mehrere Drähte und der Reiter kam scheibchenweise raus. Finde ich für Fantasy zu fantastisch.

Ich muss gleich noch arbeiten und darum gehe ich jetzt nicht ganz genau ins Detail, weil ich das alles nachschlagen müsste. So richtig haften geblieben ist es nicht. Aber Wortformulierungen hin oder her, ich kann dir nur ganz ehrlich für mich sagen, und das ist mein Geschmack, das sehen ganz viele Leute vermutlich anders, und ich will dich auch nicht entmutigen. Aber mit dem Anfang hätte ich das Buch wie Merlinor wieder ins Regal gestellt, jedoch aus einem anderen Grund.

Ich bin schon groß und wenn ich Zeit zum Lesen habe, möchte ich nichts über Kinder und deren Probleme lesen. Bei Harry Potter hat das gut funktioniert, klar, aber es fällt mir als Erwachsener schwer, mich für Kinder Protagonisten zu begeistern. Wie sollen Kinder mich faszinieren oder begeistern?
 
Ein Roman sollte ja normalerweise auf der Wandlung einer Person beruhen. Doch bei Kindern bleibt da eigentlich nur das Erwachsen werden.
Darum ziehe ich Erwachsene vor, sie arbeiten und hassen ihren Job, müssen gegen Nachbarn oder Konkurrenten kämpfen, ihre Familien versorgen, sich im Alltag nicht verlieren, einen Lebengefährten finden, sich im gesellschaftlichen Rang nach oben kämpfen oder zum Looser werden usw.

Kinder als Nebenfiguren und so etwas geht ja noch. Aber ein Buch darauf aufzubauen, lohnt sich eigentlich nur, wenn du eine halbwegs gleichaltrige Leserschaft ansprechen willst. Allerdings, die stehen doch eher auf Zauberer, Drachen und Orks, die es bei dir offenbar nicht gibt. Wie gesagt, das ist nur mein persönlicher Geschmack. Von Tolstoi und auch von Jk.Rowling haben alle gesagt, dass es so nicht funktioniert, sie hatte glaube ich auch von Anfang ein mehr jugendliches Publikum im Auge.

Ich hoffe für dich, dass das nächste Kommentar jemand verfasst, der die Sache ganz anders sieht und Kinder als Protagonisten ideal und aufregend findet.
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inmutanka
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 17.02.2014 20:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Tinlizzy,

danke für das Lesen und deine Gedanken. Es wird definitiv ein Buch für Erwachsene, deswegen nehme ich auch bei Sex-/Gewaltszene kein Blatt vor den Mund.

Bernho ist ein Hauptcharakter, aber im nächsten Kapitel kommt noch ein Hauptcharakter. Diese Szene und das, was im nächsten Kapitel passiert, brauche ich, um die Charaktere zu prägen/traumatisieren, damit ihr Handeln als Erwachsene und ihre Entwicklung logisch wird.

Ich habe den direkten Einstieg bei Bernho aus dem Grund gewählt, weil ich den *Nachrichtenstil* bzw. eine Rückblende vermeiden wollte. *Nachrichtenstil* ist für mich, wenn Figuren erklären, sie handeln so, weil sie als Kind das und das Trauma erlebt haben.
Das wirkt für mich so, wie wenn ich Nachrichten höre: Ja, ist schlimm, dass sich wieder ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hat und 20 Menschen tot und schwer verletzt wurden - aber es berührt mich nicht weiter. Ich nehme es zur Kenntnis, empfinde es als schlimm und dann interessiert mich schon wieder die nächste Meldung.
Anders ist es, wenn jemand, den ich kenne in etwas Schlimmes verstrickt ist und ich es einigermaßen unmittelbar miterlebe.

Die zweite Möglichkeit - die Rückblende - will ich in meinen Stories weitgehend vermeiden. Rückblenden machen immer einen Bruch in dem aktuellen Geschehen, reißen heraus. Erwähne ich etwas nur mit einigen Sätzen, habe ich einen kurzen Bruch und bin wieder bei dem Nachrichtenstil. Der Leser denkt, ok - schlimm und hakt es ab. Aber er fühlt das nicht mit, ich spreche keine Emotionen an.

Führe ich bei der Rückblende die Szene aus (lass den Leser es miterleben), habe ich einen großen Bruch und der Leser muss sich danach erst wieder (wenn auch unbewusst) im aktuellen Geschehen hineinfinden. Und wenn du oft genug Rückblenden in einer Story hast, verlierst du mit jeder Rückblende Leser.

Das meinte ich auch mit der Rückblende in deiner Story, wo du ausführst, woher Lizzys Vater kommt, dass er die Farm aufgebaut hat usw. Wenn es wichtig ist für Lizzys Entwicklung, würde ich mir ein prägnantes Geschehen ausdenken (Vater und Klein-Lizzy z. B. bei der Geburt des Fohlens, das später der Stammvater ihrer erfolgreichen Siegespferde ist, dazu noch einige markige Worte vom Vater, die Lizzy nie vergisst) und dann im nächsten Kapitel 15-20 Jahre später fortfahren.

Wenn Geschehnisse in der Vergangenheit so wichtig sind, dass sie in der Gegenwart erwähnt werden müssen, kann ich auch gleich linear schreiben. Auch auf die Gefahr hin, dass einige Leser glauben, es wird ein Kinderbuch wink

Liebe Grüße
Inmutanka


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inmutanka
Geschlecht:weiblichHobbyautor


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BeitragVerfasst am: 17.02.2014 20:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Merlinor,

Zitat:
Bitte verstehe mich also nicht falsch:
Das ist handwerklich sehr gut geschrieben und ich mag auch Deine Schreibe an sich.
Nur bin ich eben ein alter Nörgler, der immer das Haar in der Suppe sucht, wenn es ans Rezensieren geht.

Also bitte nicht krummnehmen ... smile


um Gottes Willen, warum sollte ich das krumm nehmen? Du hast einen Finger auf etwas gelegt, dass du als Bruch/unlogisch ansiehst und es begründet. Damit komme ich sehr gut zurecht und mache mir Gedanken darüber.

Glaube mir, vor 20-30 Jahren musste ich mir wesentlich unqualifizierte Meinungen und mit Kommentaren wie: Geh stricken, da bist du erfolgreicher - zurechtkommen. *lach* aber ich bin da wie ein Terrier: Euch zeig ich's - jetzt erst recht.

Also - dein Kommentar passt schon wink

Liebe Grüße
Inmutanka


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Gast







BeitragVerfasst am: 24.02.2014 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hi smile

Mir sind deine Texte zu Kommentaren aufgefallen (äh, positiv, sollte ich vielleicht dazu sagen) - und ich war jetzt echt neugierig, was und wie du schreibst.

Gefällt mir. Ist nicht mein Genre, aber ich habe es gern gelesen.

Meckern auf hohem Niveau (Komms der VoPos nur überfolgen, wenn doppelt, sry)

Der Spannungsbogen der wachsenden Bedrohung könnte noch gezielter ansteigen, dichter sein. Das hängt bisschen durch - und konzentriert sich sehr auf das Körperliche zwischen den Brüdern, und das eigentlich (für mich) spannende, nämlich die prophetische Wahrnehmung bleibt undeutlich.

Der Reiter selbst steht mir auch noch nicht perfekt vor Augen, ein Müh mehr ...

wie gesagt, wenn: da könnte man noch optimieren.

Die Geschichte mit dem Seil selbst: das Seil muss nur dünn genug (unzerreißbar ist es ja) und der Reiter schnell genug sein.

Ich kenne das ganz real vom Kiten (Sailing, nicht Kite-Surfen). Da sind die Leute mal ne zeitlang mit nicht-umantelten Kevlar-Schnüren geflogen und mancher hat was eingebüßt - wobei dir Kraft des Drachen beim Sailing nicht mit der beim Kite-Surfen zu vergleichen ist. Das ist beeindruckend, wie gut dünne Schnüre schneiden.

Willkommen im Forum, ich freu mich smile

edit PS: was ist das für eine Katze in deinem Ava? Also, welche Rasse? Oder sieht die nur so wuschelig aus? (Ich habe ein Katzenproblem, nicht wundern)
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inmutanka
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BeitragVerfasst am: 25.02.2014 04:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo debruma,

Zitat:
Mir sind deine Texte zu Kommentaren aufgefallen (äh, positiv, sollte ich vielleicht dazu sagen) - und ich war jetzt echt neugierig, was und wie du schreibst.


Danke!!!

Zitat:
Gefällt mir. Ist nicht mein Genre, aber ich habe es gern gelesen.


Wow, das ist ein Lob - danke! Ich habe mir auf alle Fälle deine Anmerkungen vermerkt und werde sie bei der Überarbeitung beachten.

Zitat:
edit PS: was ist das für eine Katze in deinem Ava? Also, welche Rasse? Oder sieht die nur so wuschelig aus? (Ich habe ein Katzenproblem, nicht wundern)


Ein Maincoon-Kater.

LG
Inmutanka


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inmutanka
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BeitragVerfasst am: 26.02.2014 17:10    Titel: Grasland-Saga Das Geständnis pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

anbei die nächste Szene. Über Kritik/Anmerkungen/Vorschläge würde ich mich freuen.

LG
Inmutanka

„Ihr habt WAS?“ Vaters Gesicht verfärbte sich wie der Kamm eines Hahns, als Tolf gestand, das Zauberseil genommen zu haben. „Nichtsnutziges Pack! Womit habe ich solche Söhne verdient?“, tobte er, dass die Wände der Stube erzitterten. Unerbittlich tanzte der Knüppel abwechselnd auf Tolfs und Bernhos Rücken.
„Jetzt lass doch die Jungen“, versuchte Mutter ihn zu beschwichtigen.
„Faules Pack. Einer rolzt sich ständig im Stroh mit den Mägden herum und der andere ...“
„Wir wollten nur diesem Spitzohr einen Streich spielen“, heulte Tolf auf.
„Und? Hat es geklappt?“, schnaufend hielt der Vater im Schlag inne; die Hand mit dem Knüppel erhoben.
„Ein Reiter ritt hinein“, flüsterte Bernho. Vorsichtig lugte er zwischen den zum Schutz der Schläge über den Kopf gekreuzten Armen hervor.
„Ein Reiter?“
„Wir konnten das nicht ahnen.“ Mit dem Ärmel wischte sich Tolf Rotz und Tränen aus dem Gesicht. „Es war ein Unfall. Da kam der Hirsch und die Hunde und der Reiter ...“
Vaters Gesicht wurde fahl. „Nur der Adel jagt - was für ein Reiter?“ Erneut holte er mit dem Knüppel aus. Tolf duckte sich wimmernd. „Sprich, du unnützer Balg!“
„Was weiß ich? Ich kenn' ihn nicht!“
Bernho schluckte. „Er ritt einen Sabin.“
„Einen Sabin?“ Mutter plumpste auf die Bank, die unter dem Gewicht bedenklich ächzte.
„Die Götter seien uns gnädig: Ein Mitglied der Königsfamilie!“ Vaters erhobene Rechte mit dem Knüppel fiel herab. Mit der linken Hand griff er sich an die Brust, wankte zum Schemel am Tisch und sackte darauf zusammen.
„Ein Mitglied der Königsfamilie“, wiederholte er keuchend. „Wir sind tot. Sie werden uns auf dem Marktplatz auf das Rad flechten, vierteilen! Einkerkern, bis wir krepieren.“
Tolf kauerte neben der Feuerstelle. Winselnd wie ein getretener Welpe. Mutter hielt mit beiden Händen die Schürze vor das Gesicht, lamentierte in den Stoff und wiegte den Oberkörper vor und zurück. Bernho war kotzübel. Er kämpfte dagegen an, den Geschmack von Galle, den Getreidebrei und die Sauermilch vom Frühstück nicht auszuspucken.
„Wir verlieren alles.“ Voller Verachtung wechselte Vaters Blick zwischen Tolf und Bernho. „Was habe ich verbrochen, dass mich die Götter mit solchen nichtsnutzigen Söhnen strafen? Totschlagen sollte ich euch. Ertränken wie die überzähligen Bälger des Maushundes.“ Mutter jammerte lauter. Resigniert winkte Vater ab. „Warum soll ich dem Henker das Vergnügen abnehmen?“
Unvermittelt drehte er sich zu Mutter um. „Daran. Bist. Du. Schuld.“ Sein Zeigefinger stach mit jedem Wort in ihren fleischigen Oberarm. „Du und deine Gier nach dem Muschelstoff. Damit hat alles angefangen. Deswegen kamen diese Hohlköpfe doch erst auf den ...“
„Ich bin schuld?“ Mutter wuchtete ihre wogende Leibesfülle hoch und stemmte die Arme in die Stelle, wo sich bei anderen Frauen eine Taille befand. „Wer will den Auwald zurückhaben? Wer schimpft ständig auf das verfluchte Spitzohrenpack, das dich übers Ohr gehauen hat?“ Sie lachte schrill auf. „Dreißig Silberlinge kassiere ich von diesem tumben Spitzohr für den nichtsnutzigen Sumpf. In zwei, drei Jahren gibt er auf und verschwindet mit seiner Brut, wenn er nicht verhungern will“, äffte sie Vaters damalige Worte nach. „Aber das tumbe Spitzohr war klüger! Er bringt auf dem Sumpf mehr Erträge ein als du auf der gleichen Fläche deines besten Bodens.“
„Schweig! Weib!“
„Wag' es nicht, mir das Wort zu verbieten!“, keifte sie mit zornesrotem Gesicht weiter. „Hätte ich dich nicht zum Mann genommen, wärst du weiterhin ein mickriger Kleinbauer, dessen Hemd nicht mal den blanken Hintern wärmt!“
Vaters Gesichtsfarbe wechselte von fleckig rot zu weiß. „Keiner wollte dich fette Henne freien, ich habe mich deiner erbarmt. Das Gut wäre an deinen Ohm gegangen und du müsstest für ihn schuften wie eine niedrige Magd. Wenn er dich nicht gleich in ein Frauenhaus abgeschoben hätte.“
Er wedelte mit dem Finger vor ihrem Gesicht herum. „Dann wäre es vorbei gewesen mit dem kostspieligen Tand und dem Herrinnen-Getue.“
„Vie... vielleicht gibt es einen Ausweg“, mischte sich Tolf ein. Er stand auf, wechselte den Blick zwischen Vater und Mutter, ehe er mit fester werdender Stimme hastig fortfuhr: „ Keiner hat uns gesehen. Wenn einer fragt, sagen wir, dass es der Mischling und seine Brut war.“
Mit offenem Mund starrte Mutter ihn an. Vater runzelte die Stirn.
„Das ist eine Möglichkeit“, stimmte er gedehnt zu. „Das Spitzohr hat es auf MICH abgesehen. ICH soll das Opfer sein.“
„Das klappt.“ Tolf nickte mit dem Kopf so eifrig wie ein Huhn beim Körner picken.
Mutter strahlte, anerkennend klopfte sie auf Tolfs Schulter. „Haben wir nicht einen schlauen Sohn?“
Vater nickte. „Wichtig ist, dass wir Ruhe bewahren und uns nicht verplappern. Es geht um unser aller Leib und Leben. Verstanden?“ Eindringlich sah er zuerst Mutter dann Tolf an, die nickten.
Bernhos Gedanken rasten. Nid, ihre Geschwister und Eltern - sie würden bestraft werden und hatten nichts getan. „Das dürft ihr nicht. Bitte, sie haben nichts ...“
Mit einer Schnelligkeit, die Bernho seinem behäbigen Vater weder vom Wesen, Körperumfang noch vom Alter zugetraut hätte, packte er Bernho vor der Brust am Hemd, riss ihn hoch und versetzte ihm mit dem Handrücken eine Ohrfeige.
„Willst du, dass sie deine Mutter und mich köpfen, du hirnlose Ausgeburt eines Schalkeies?“ Durch das Dröhnen in Kopf hörte Bernho das Gebrüll nur gedämpft. „Du wirst schweigen, hörst du?“
Bernhos nickte mit zusammengepressten Kiefern. Er sah die Hand des Vaters erneut zum Schlag ausholen. Mutter hängte sich an dessen Arm. „Schlag den Buben nicht tot!“
„Reiter kommen!“ Tolfs Ruf ließ ihn innehalten. Vater ließ Bernho los, der einem halbvollen Sack Mehl gleich zu Boden fiel. Vater, Mutter und Tolf stürzten zum Fenster.
„Bei allen Göttern ... des Königs Leibwache!!!“
Bernho nutzte die Ablenkung. Auf Händen und Füßen kroch er an der Wand entlang von der Stube zum Hinterausgang. Er rannte durch den Gemüsegarten, scheuchte die Hühner an den brachliegenden Beeten und Komposthaufen auf. Stieg über die Koben, in welchen die Muttersauen mit den Frischlingen verweilten. Wich einer angreifenden Sau aus, welche Zähne wetzend ihren frischen Wurf im Strohlager verteidigte und fühlte warmen Schweinemist zwischen den Zehen hervorquellen. Bernho erreichte die Rückseite der Scheune. Er kletterte die mannshohe Feldsteinmauer hoch, schob ein loses Brett zur Seite und quetschte sich durch den entstandenen Spalt.
Dämmerlicht, der Geruch von Staub, gestapelten Getreidegarben und brütender Hitze umfing ihn. Auf Zehenspitzen schlich Bernho an dem alten Banser Amso vorbei, der mit einem Krug Most im Arm neben den aufgestellten Garben schnarchte. Über die Tenne kletterte Bernho auf den Zwischenboden. In einer Ecke hatte Tolf Stroh aufgeschichtet und eine Decke darüber gebreitet, um sich dort zum Stelldichein mit den Mägden zu treffen.
Bernho spähte durch ein Astloch. Von hier aus konnte er das Geschehen im Hof beobachten. Vier Reiter im weißen Rock von des Königs Leibgarde auf tänzelnden Schimmeln befanden sich im Innenhof. Die Eltern und Tolf eilten auf sie zu. Bernho verstand die Worte nicht, doch eifrig und nickend nahmen sie die Anweisungen entgegen.
Die Reiter galoppierten von dannen. Tolf rannte ebenfalls vom Hof in Richtung der Wiesen und Felder, auf denen das Gesinde die Kornernte und das Heu einbrachten. Mutter eilte mit ausholenden Schritten zum Waschhaus. Kurze Zeit später kehrte sie mit den auf dem Hof verbliebenen Mägden und der Köchin zurück, mit denen sie in das Haus ging.
Vater rief mehrmals nach Bernho. Er sah zur Scheune hoch. Bernho schreckte zurück und kauerte sich in das hinterste Eck. Der Rücken schmerzte von den Knüppelhieben, die geschwollenen Wangen brannten von den Ohrfeigen und sein Kopf war schwer. Tränen rannen ihm über das Gesicht, vermischten sich mit Angst und Schweiß.
Er umklammerte die angezogenen Beine mit den Armen. So, als fände er dadurch den Halt, den seine Welt ihm nicht mehr bot. Eine Welt, die zerplatzte wie ein auf den Boden fallender Regentropfen. Trotz der stickigen Hitze auf dem Boden fühlte sich sein Hirn eingefroren an. Seine Gedanken schwammen träge dahin wie das berstende Flusseis im Frühjahr. Der Anblick von dem bärtigen Mann im Staub verfolgte ihn.
Im Takt zu dem leisen Maunzen der hungrigen Maushund-Welpen, die in einer dunklen Ecke auf die Mutter warteten, wiegte er sich vor und zurück.

« Was vorher geschah12



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Merlinor
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BeitragVerfasst am: 28.02.2014 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inmutanka

Was soll ich sagen? Das ist gut geschrieben.
Handwerklich gibt es in meinen Augen nichts Gravierendes auszusetzen.
Der Text erzählt dicht und lebhaft in farbigen, treffenden Bildern, erzeugt dabei ausreichend Spannung und ermuntert so beständig zum Weiterlesen.

Das zu sehen macht Spaß, denn Du schreibst auf professionellem Niveau.
Sicher, man muss eine solche Geschichte und das Genre mögen, aber das ist ja kein auf die Qualität bezogenes Kriterium, sondern reine Geschmackssache.
Für mich persönlich sind die beschriebenen Verhältnisse ein wenig zu drastisch: der ständig prügelnde Vater, der derbe Ton, die rüde und sehr direkte Ansprache der familiären (Miss-) Verhältnisse.

Ich finde das schon sehr plakativ und psychologisch brachial gezeichnet. Aber die Szene lebt.
Diesmal habe ich auch keine Zweifel an physikalischen Details.
Das Setting ist in sich stimmig.
Es bleibt dieser Anhauch von Mittelalter, den das Buch versprüht, aber das ist ja wohl von Dir so gewollt.
Dieses Buch sollte auf Dauer also schon seine Leser finden, wobei ich mich natürlich auch ein wenig frage, auf welche Lesergruppe Du genau zielst: auf die Leser/innen von Mittelalterromanen in Verbindung mit Fantasy-Freunden?

Nach allem, was ich höre, hat Fantasy zwar derzeit einige Schwierigkeiten am Markt, aber das ist nur ein momentaner Trend und wird sich meiner Meinung nach in absehbarer Zeit wieder drehen.
Derzeit wird es aber noch nicht leicht sein, eine Agentur dafür zu interessieren.
Doch die wirst Du brauchen, denn am Ende ist das meiner Meinung nach schon Stoff für einen schlagkräftigen Publikumsverlag.
Und an einen solchen Verlag kommt man heute in aller Regel nur noch durch die Vermittlung einer guten Agentur.
Es mag also ein zähes Ding werden, das Buch zu verkaufen, aber am Ende sollte sich seine Qualität schon durchsetzen.

Was für mich als Fazit bleibt, ist der überwiegend positive Eindruck.
Das ist sauber geschrieben und verströmt einen ganz eigenständigen Charakter.
Man merkt deutlich die erfahrene und ambitionierte Autorin, die weiß, was sie will.
Gerne gelesen.

LG Merlinor


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„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
Es gibt keine Materie an sich, Geist ist der Urgrund der Materie.“

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inmutanka
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Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 28.02.2014 16:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Merlinor,

vielen Dank für das Lesen und Kommentieren bzw. das große Lob.

Da ich eine faule Socke bin, werde ich auf jeden Fall auf einen Agenten zurückgreifen. Und es eilt ja nicht, vllt. hat sich der Fantasy-Markt bis dahin wieder erholt.

Ich lese gerne (ausgewählte) Fantasy. Was ich nicht mag sind Fantasy mit Magie und den ganzen Einheitsbrei wie Zwerge, Elben, Drachen, Einhörnern etc.

Daher habe ich beschlossen, zwar einen Fantasy zu schreiben, aber alles im Hintergrund aktueller/politischer/geschichtlicher Geschehen und Entwicklungen (na ja, mit dem Vermerk: etwaige Ähnlichkeiten zu lebenden oder verstorbenen Personen und Geschehnissen ist rein zufällig  Rolling Eyes). Ich denke, Geschichte und Weltgeschehen bieten genügend Stoff für einen spannenden Roman.

Was mir etwas Sorge bereitet ist, dass ich 2 - 3 Hauptstränge habe. Ich hoffe, dass es mir gelingt, diese spannend fortzuführen.

LG
Inmutanka


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Berti_Baum
Dichter und Denker


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BeitragVerfasst am: 05.03.2014 09:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte zuvor das 2. Kapitel gelesen und bin so hier gelandet.

Insgesamt finde ich das Kapitel rund, handwerklich von der deutlichen besseren Art. Wirkliche Kritik gibt es meinereits nichts. Eventuell würde ich die Szene, wo der Reiter auf das Seil zureitet, etwas ausschmücken, damit das drohende Unheil unaufhaltsam auf den Leser zukommt.

"Ein Streich mit Folgen" klingt ziemlich jugendlich. Beim Lesen beider Texte war ich mir jetzt nicht so richtig sicher, welche Zielgruppe anvisiert wird. Spontan hätte ich auf ein Jugendbuch getippt, wobei die sex. Anspielungen dann unpassend wären.
Momentan bin ich unsicher, ob mich die Geschichte gänzlich packt. Dein Schreibstil hat etwas, was mich dranbleiben lässt, andererseits schwanke ich bei Szenario. Insbesondere Kapitel 2 rauschte vom Inhalt mehr an mir vorbei. Das lag aber definitiv nicht am Schreibstil, der passt.

Die Sache mit dem Seil: Auch wenn ich da beim Lesen kurz die Stirn runzle, weil der Zufall, genau mit dem Hals den "Faden" zu erwischen und dann auch noch Kopf komplett ab, ziemlich unwahrscheinlich ist, denke ich mir, dass da eben das Pech der ganzen Welt zusammengekommen ist. Von daher wäre es für mich kein Grund, nicht weiterzulesen.

Btw: Was gefällt dir eigentlich nicht an Drachen, Orks und Elfen?  Wink


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Der Junge, der Glück brachte (Jugendbuch/2013)
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inmutanka
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Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 05.03.2014 10:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Berti,

vielen Dank für das Lesen und Kommentieren. Das mit dem Kopf-ab habe ich bereits geändert. Wie gesagt, wichtig für die Story ist nur, dass der Reiter durch den Streich stirbt. Ob der Kopf nun im Staub kullert oder noch an der Wirbelsäule baumelt ist im Grunde unwichtig.

Zielgruppe ist für mich definitiv ältere Teenager aufwärts.

Zitat:
Btw: Was gefällt dir eigentlich nicht an Drachen, Orks und Elfen?


Ganz einfach: Ursprünglich hatte Tolkien diese Gestalten in seinen Werken verwurstelt (aus verschiedenen Sagen und Mythen zusammengestellt halt). Seitdem scheint kein Fantasy-Autor ohne sie auszukommen. Oder sich eben andere Wesen ausdenken zu können. In fast jedem Fantasy-Buch tauchen sie auf und ich finde es eben langweilig, immer wieder den gleichen Wesen zu begegnen.

LG
Inmutanka


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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 05.03.2014 10:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inmutanka,

zuallererst: Mich hast Du mit diesem Kapitel am Haken. Zwei Brüder, zwei fette Konflikte (äußerlich: die Brüder; innerlich: Streich oder nicht?), eine gut eingeführte Vorahnung und zum Abschluss die dramatische Entwicklung mit dem Toten. In Kapitel 2 würde ich dann so etwas wie die Einbettung in eine größere Rahmenhandlung erwarten, damit der versehentliche Mord eine übergeordnete Bedeutung erhält.
"Streich mit Folgen" habe ich als Arbeitstitel verstanden; die Überschrift hätte mich im Buchladen vom Lesen abgehalten.
Ein paar Dinge, die mich beim Lesen bremsen, sind hier schon zur Sprache gekommen: Der Konflikt zwischen den Brüdern läuft, obwohl inhaltlich sehr glaubhaft, noch etwas holperig, die Rollen sind mir noch ein wenig zu stereotyp - wenn Bernho tatsächlich das Hirn der Familie ist, wird ihm doch wenigstens einmal eine knackige Antwort einfallen? Ob der Tod durch Seil-Enthauptung realistisch ist, frage ich mich beim Lesen eher weniger - glaubhaft muss er sein. Hier klingt die Szene für mich etwas überzogen, etwas klischeehaft. Kennst Du den Satz "Kill your darlings"? Manchmal muss man sich von liebgewonnenen Sätzen oder Bildern verabschieden, wenn es der Geschichte hilft. Hier hätte mir ein tödlicher Unfall schon gereicht: Kehlkopf eingedrückt, Reiter stürzt und erstickt (auch da könntest Du einen gruseligen letzten Blick einbauen), Genickbruch usw. - Möglichkeiten gibt es ja genug. Die Seil-Szene habe ich zuletzt bei Juli Zeh gelesen ("Schilf"), ein Rennradler auf einer Gefällestrecke wird durch ein Stahlseil dekapitiert - und, ja, auch dieser Kopf kullert.

Jetzt im Einzelnen - das komplette Kapitel schaffe ich zeitlich leider nicht.
Zitat:
Das Unglück ist eine lauernde Viper im Gras.
Und zack! Mit dem ersten Satz hast Du mich am Haken. Ich ahne, dass da etwas sehr, sehr Ungutes auf mich zu kommt.
Der Eindruck geht leider mit Satz zwei wieder verloren:
Zitat:
Niemand weiß, ob und wann er auf sie tritt, sagt eine bogostanische Volksweisheit.
Wie klingt es für Dich, wenn Du den komplett streichst?
Zitat:
Bernho sah auf das glitzernde Seilende in seiner Hand. Zehn Ellen davon waren leicht wie eine Fliege. Dünn wie ein Grashalm hielt es Gewichte aus, wie sonst mehrere fingerdicke Seile aus Hanf oder Rosshaar.
 Ein Gespinst aus dem Süden, rar wie Eis im Sommer; geflochten aus Hexenhaar, hatte der Händler Vater zu_geraunt und ihm für die Schnur einen Beutel Gold- und Silbertaler abgeschwatzt.
"Sah" klingt etwas allgemein. Wenn er so angespannt ist, starrt er evtl. eher.
Steht das Währungssystem schon? Gold- und Silbertaler sind mir noch zu allgemein.
Zitat:
Im Gegensatz zu Vater und Tolf glaubte Bernho nicht die Mär vom Hexenhaar. Das Geflecht erinnerte ihn eher an Spinnenfäden. Er stellte sich eine riesige behaarte Spinne vor, die in den dunklen Wäldern des Südens, jenseits der Mutter aller Ströme, hauste und Netze von der Größe einer Scheune webte.
Schöne Rückführung auf Bernho; Einführung Tolf. Durch die Vorstellung der Spinne bekommt Bernho etwas von einem Träumer. Wenn das beabsichtigt ist: Gut gelungen. Mit dem Folgesatz ...
Zitat:
In seinen Träumen kämpften Waldmenschen mit Speer und Bogen unter Einsatz ihres Lebens mit dem achtbeinigen Ungeheuer, um in den Besitz einiger Ellen dieses Fadens zu kommen.
... verwässerst Du den Eindruck wieder etwas, u.a. weil die Formulierung "In seinen Träumen" die personale Perspektive wackeln lässt: Hier kommt ein auktorialer Erzähler ins Bild und informiert mich darüber, was Bernho träumt. (Okay, das war Korinthenkackerei, aber ich bin beim Lesen daran hängen geblieben.)
So, Kameraschwenk über die Szene fertig, die Handlung setzt ein:
Zitat:
„Ich glaube, wir sollten das nicht tun, Tolf."
 Tolf lachte. „Das hat nichts mit Glauben zu tun, Bernho Mäuseherzchen."  Behände sprang er in den Hohlweg hinunter und erkletterte auf allen Vieren den gegenüberliegenden Abhang. Dort schlang er das andere Ende der Schnur um den Stamm einer Birke.
 „Jetzt mach schon", drängelte Tolf.
"er"? Die Namen fallen sehr häufig. Dadurch vermeidest Du Verwechslung, es bremst den Text aber auch aus. Ich komme unten noch mal darauf zurück.
Zitat:
Zögernd folgte Bernho der Aufforderung und verknotete sein Ende an einem alten Weidenpfosten. Tolf spannte die Schnur. Mit den Fingerkuppen zupfte er daran wie ein Lautenspieler an den Saiten seines Instruments.
Moment, er hat sie doch schon verknotet? Mir ist unklar, wie er die Schnur spannt. Das wäre Bernhos Aufgabe.
Zitat:
Bernho kaute auf der Unterlippe. Er teilte Tolfs Vorfreude auf einen gelungenen Streich nicht. Das Gefühl drohenden Unheils kroch lautlos wie eine Viper auf ihn zu.
 „Ich weiß nicht, Tolf ..."
Wunderbar, die Vorahnung. Wiederholung Viper - Verknüpfung mit dem Beginn. Den eher auktorialen Satz würde ich streichen.
Zitat:
„Du weißt nie was!" Tolfs Klaps auf Bernhos Hinterkopf war so hart, dass dessen Gesicht auf dem ausgetrockneten Boden landete.
Finde ich unglaubwürdig. Ich habe das Bild vor Augen: Bernho sitzt (Schneidersitz o.ä.) - da müsste ihn Tolf schon niederschlagen. Eher schubst er ihn um. Vorschlag:
Zitat:
Tolfs Stoß war so hart, dass Bernho mit dem Gesicht usw.

Zitat:
Er spuckte Staub und Grashalme aus. Mit dem Handrücken wischte er sich Tränen der Wut aus den Augen, bevor Tolf sie sah. Tolf sollte nicht noch mehr auf ihm herumhacken.
Mindestens einen "Tolf" streichen.
Der folgende Dialog wird holperig, weil er an mehreren Stellen von einem Inquit unterbrochen wird (an die Sprachexperten: Das heißt doch so?), das den eigentlich rasanten Streit abbremst. Zusätze nur, wenn ansonsten unklar wird, wer spricht.
Zitat:
„Vaters Knüppel gerbt uns den Rücken, wenn er merkt, dass wir seine Zauberschnur haben", versuchte Bernho, Tolf von dem Plan abzubringen.
 „Vater klatscht sich vor Vergnügen die Schenkel, wenn wir ihm erzählen, dass es das Spitzohr von seinem Eselskarren herunter geholt hat und er wie ein Käfer auf dem Rücken strampelnd im Dreck lag."
 Tolf drehte sich auf den Rücken und zappelte kichernd mit Armen und Beinen in der Luft. Dann verschränkte er die Arme unter dem Kopf und gähnte. „Und wenn nicht ... was soll's? Der Spaß ist mir ein paar Beulen wert."

So klänge es, wenn man die Zusätze streicht:
Zitat:
Vaters Knüppel gerbt uns den Rücken, wenn er merkt, dass wir seine Zauberschnur haben."
 „Vater klatscht sich vor Vergnügen die Schenkel, wenn wir ihm erzählen, dass es das Spitzohr von seinem Eselskarren herunter geholt hat und er wie ein Käfer auf dem Rücken strampelnd im Dreck lag. Und wenn nicht ... was soll's? Der Spaß ist mir ein paar Beulen wert."

[...]
Zitat:
Im Heumond heizte die Sonne bereits am Morgen ein.
Auktoriales Einsprengsel - kann man das personalisieren?
Zitat:
Die Sonne des Heumondes heizte die Luft auf.

Zitat:
Schweiß strömte aus Bernhos Poren, tropfte von der Stirn, sammelte sich im Nacken und floss die Wirbelsäule entlang. Trotz der Hitze fröstelte Bernho. Er sah Schattenschleier über das Land ziehen, die dem Morgen den Glanz raubten. Eine namenlose Gefahr. Ein Grauen, das hier seinen Anfang nahm.
Sehr schön: Die Sinneseindrücke, das scheinbar endlose Warten, v.a. mit dem Folgesatz:
Zitat:
Die Viper kroch näher.

"Schweiß strömte aus Bernhos Poren" - hm. Wenn Du in der personalen Perspektive bleiben willst, beschreib eher, wie sich das anfühlt. Bernho sitzt ja nicht da und denkt an seine Poren. Stattdessen brennt der Schweiß in den Augen, auf den Lippen schmeckt es salzig, die Hände kleben usw.. Die Doppelnennung des Namens würde ich rausnehmen.
Ab hier wird der Konflikt zäh. Bernho versucht, das Unglück aufzuhalten, Tolf hält ihn davon ab  - inhaltlich wunderbar, aber jetzt will ich als Leser schön langsam auch wissen, was passiert. Die Stelle verträgt sicher noch Kürzungen. Müssen die beiden wirklich noch reden, oder tut es auch ein kurzes Handgemenge? Auch Tolfs Spott über die "Buhle" (auch ich bin über das Wort gestolpert) dient eher dazu, das Mädchen einzuführen, als die Geschichte voranzutreiben. Kürzen!
Die Beschreibung von Tolfs Verhalten wirkt noch gestelzt. Zum einen fällt zu oft der Name; es liest sich, als ob Sätze aus früheren Texten etwas grob vernäht wurden. Bis zu "Schneid das Seil durch" passiert eigentlich nichts Wesentliches mehr.
Die tröpfelnde Zeit ist eigentlich ein ganz schönes Bild, das aber besser für eine langweilige Szene passt. Hier versuchst Du ja, ein Bild großer Dramatik zu zeichnen. Vielleicht hält die Zeit den Atem an, vielleicht bleibt sie einen Moment stehen o.ä.. Ein Händchen für Bilder hast Du! Die blutige Schnur, der kullernde Kopf, die Viper - gefällt mir!
Dass Bernho "neugierig" ist, soll wohl ausdrücken, dass er in diesem Moment völlig gefühlstaub/dissoziiert ist. Kling aber in dem Zusammenhang schräg. Vielleicht reicht der Gedanke: "Wann hatte er Tolf das letzte Mal weinen sehen?".

Fazit: Ich möchte weiterlesen! Die Szene könnte durch Straffung, konsequentes Einhalten der personalen Perspektive und das Herauskürzen der Namensdoppelungen noch gewinnen.
Ach, eins noch: Über das "h" in "Bernho" stolpere ich noch. Vermutlich hast Du Dir etwas dabei gedacht - besondere Aussprache, fremder Eindruck oder so - aber mich hemmt es im Lesefluss.

Herzliche Grüße,
Michel
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Berti_Baum
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BeitragVerfasst am: 05.03.2014 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

inmutanka hat Folgendes geschrieben:

Ganz einfach: Ursprünglich hatte Tolkien diese Gestalten in seinen Werken verwurstelt (aus verschiedenen Sagen und Mythen zusammengestellt halt). Seitdem scheint kein Fantasy-Autor ohne sie auszukommen. Oder sich eben andere Wesen ausdenken zu können. In fast jedem Fantasy-Buch tauchen sie auf und ich finde es eben langweilig, immer wieder den gleichen Wesen zu begegnen.


Okay, bezogen auf die Gesamtheit der Fantasyliteratur gibt es jede Menge Bücher, die ohne das tolkiensche Kreaturen-Universum auskommen. Ich finde das immer etwas dürftig, wenn ausgerechnet Fantasy-Autoren propagieren, es gäbe nur noch Tolkien. Da frage ich mich manchmal, was diese Autoren lesen.

Ich verstehe dich schon, aber dass weiterhin Bücher mit Elfen & Co. geschrieben werden, liegt daran, weil es genügend Leser dafür gibt. Andererseits schrecken Romane ab, in denen allzu viele neue Kreaturen und Eigenheiten geschaffen werden, weil sich der Leser oft kein Bild machen kann und zu viel Kreativität des Autors überfordert. Eine gesunde Mischung zwischen Neuem und Alten halte ich für sinnvoll. Selbst Martin als Vorzeigeautor der realistischen Fantasy verzichtet nicht auf Drachen und Untote.


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inmutanka
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BeitragVerfasst am: 05.03.2014 10:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Michel,

da habe ich schon mit keinem weiteren Kommentar gerechnet und bekomme heute sogar zwei. *freu*

Vielen Dank für das Lesen und den wirklich sehr ausführlichen Kommentar. Vieles werde ich davon übernehmen. Im Nachhinein muss ich mir wirklich an die Stirn schlagen, wie ich da mit dem geknoten Seil spannen überlesen konnte. Auch hier noch ein besonderes Danke.

LG
Inmutanka

PS: die Titel sind für mich nur Szenen-Arbeitstitel, damit ich weiß, wo ich gerade stehe und was passieren soll.


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BeitragVerfasst am: 05.03.2014 12:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Berti_Baum hat Folgendes geschrieben:

 Eine gesunde Mischung zwischen Neuem und Alten halte ich für sinnvoll. Selbst Martin als Vorzeigeautor der realistischen Fantasy verzichtet nicht auf Drachen und Untote.


Hallo Berti,

das ist doch bei jedem Genre so: Mische Bekanntes mit Neuem, dann wird es glaubhaft.

Ich habe ja nichts dagegen, wenn mal Elfen oder Drachen oderoder auftauchen. Aber wenn ich in die Bücherei gehe und die Regale absuche, dann habe ich den Eindruck, jeder Fantasy-Autor meint, nur noch mit diesen Wesen arbeiten zu müssen. Eine Weile waren es immer wieder Einhörner, die auftauchten.

Gelungen fand ich z. B. Hohlbeins Elfen-Serie, die hat mir richtig Spaß gemacht. Martin habe ich angefangen zu lesen, aber ganz schnell beim 1. Band abgebrochen und die Serie schaue ich mir auch nicht an. Grund: Mein Roman geht ebenfalls in diese Richtung. Zwar mehr in Richtung Genozid usw. aber doch auch mit Politik und polit. Ränkespiel.

LG
Inmutanka


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BeitragVerfasst am: 05.03.2014 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

inmutanka hat Folgendes geschrieben:
Im Nachhinein muss ich mir wirklich an die Stirn schlagen, wie ich da mit dem geknoteten Seil spannen überlesen konnte.

Wer kennt das nicht? In eigenen Texten überlese ich auch die haarsträubendsten Fehler.

Ich hab's übrigens auch nicht so mit den Elfen. Die sind aber als Bild so verankert, dass "Spitzohr" schon fast als Synonym gelesen wird. (Ausnahme: Star-Trek-Fans. Laughing )
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BeitragVerfasst am: 06.03.2014 12:31    Titel: Antworten mit Zitat

Kurze Rückmeldung (der Zeitmangel!):

Der Konflikt weitet sich aus, erste Folgen des Streichs werden sichtbar. Bernho wird zunehmend zum Paria der Familie. Dazwischen Eindrücke, die alle Sinne bedienen: Schweinescheiße ... brrrr ... Laughing

Du hast zwei oder drei Handlungsstränge angesprochen. Finde ich gut, einer allein wäre auf Dauer evtl. zäh. (Ich hab das mal ausprobiert und bin grandios gescheitert.) Wenn Du die beiden anderen Stränge schon am Laufen hast, würde sich ein Zwischenkapitel daraus anbieten, erst dann wieder zurück zu Bernho, der ja schon gut eingeführt ist. Ob die Stränge dann reißverschlussartig ineinander greifen oder unregelmäßig, je nach Erfordernis der Geschichte, ist dann Geschmackssache.

Am Anfang des Textes sind mir Längen aufgefallen (wenn ich Zeit finde, beschreibe ich's genauer): Der Streit der Familie klingt noch nicht authentisch, und er bekommt zu viel Platz. Dagegen wird die Szene mit den Reitern, in der ich mehr über die Folgen erfahre, nur knapp und von fern geschildert.
Der Vater wirkt noch etwas stereotyp und für die Dramatik der Lage erstaunlich distanziert. Die Eltern finden noch Zeit, sich zu streiten, wenn gleich die königliche Reiterei im Hof steht? Da gehe ich noch nicht so richtig mit. Verdammt, ein Mitglied des Königshauses ist gerade geköpft worden!

Vorschlag: Streit kürzen, Figuren auf authentisches Verhalten untersuchen, die Ansage der königlichen Reiter hörbar machen.

Herzliche Grüße, Michel
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