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Herbstliche Liebesnacht


 

 
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curd belesos
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 74
Beiträge: 43
Wohnort: Im Land zwischen den Meeren


BeitragVerfasst am: 14.02.2014 19:03    Titel: Herbstliche Liebesnacht eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Der Asternmond schien silberhell ins Zimmer,
Uns wurde warm, nicht nur vom roten Wein,
Durch dünne Wolken schimmerte der Flimmer,
Von tausend Sternen nur für uns allein.

Mir lief ein Schauer leis über den Rücken,
Vor Glück und Wonne und vor süßer Lust;
Es schlug mein Herz voll seligem Entzücken,
So wild verlangend mir in meiner Brust.

Bei diesem Anblick und in dieser Stunde
Hab ich mich nicht des heißen Bluts erwehrt;
Trunken vor Glück kamen aus meinem Munde
Die Worte: Ich habe dich so sehr begehrt.

Nachdem erregt wir ineinander sanken,
Erfüllt von Lust und ohne jede Scham
Gemeinsam aus dem Kelch der Sehnsucht tranken,
Bis dass der Liebesrausch die Sinne nahm.

Wir sind dann Brust an Brust tief eingeschlafen,
Bis uns erneut Verlangen überkam
Und unsre Lippen lechzend heiß sich trafen
Da das Verschwenden noch kein Ende nahm.

Gern haben wir einander uns gegeben,
Und nicht gewährtes dabei auch geraubt,
Es war das erste Mal in unserm Leben,
Dass wir einander diese Lust erlaubt.

© Curd Belesos



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Nur wenn du frei bist " IF " ....dann bist du ein Mensch
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Soraja
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 218

DSFx


BeitragVerfasst am: 14.02.2014 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Curd Belesos,

durch dich werde ich noch zur Liebhaberin von Gedichten!!! Deine treffen trotz der mir eher ungewohnten Worte, auf großes Vergnügen beim Lesen.

In der letzten Strophe habe ich aber beim Lesen immer einen Stolperer. Ich lese ganz automatisch immer:

"Und dabei nicht gewährtes auch geraubt."

Ein Gedicht das passender für den heutigen Tag nicht sein könnte. Danke

Liebe Grüße Soraja


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Soraja wünscht Dir einen wundervollen Tag!
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curd belesos
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 74
Beiträge: 43
Wohnort: Im Land zwischen den Meeren


BeitragVerfasst am: 14.02.2014 21:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Asternmond schien silbern uns ins Zimmer,
Uns wurde warm, nicht nur vom roten Wein,
Durch dünne Wolken schimmerte der Flimmer,
Von tausend Sternen nur für uns allein.

Mir lief ein Schauer leis über den Rücken,
Vor Glück und Wonne und vor süßer Lust;
Es schlug mein Herz voll seligem Entzücken,
So wild verlangend mir in meiner Brust.

Bei diesem Anblick und in dieser Stunde
Hab ich mich nicht des heißen Bluts erwehrt;
Trunken vor Glück kamen aus meinem Munde
Die Worte: Ich habe dich so sehr begehrt.

Nachdem erregt wir ineinander sanken,
Erfüllt von Lust und ohne jede Scham
Gemeinsam aus dem Kelch der Sehnsucht tranken,
Bis dass der Liebesrausch die Sinne nahm.

Wir sind dann Brust an Brust tief eingeschlafen,
Bis uns erneut Verlangen überkam
Und unsre Lippen lechzend heiß sich trafen
Da das Verschwenden noch kein Ende nahm.

Gern haben wir einander uns gegeben,
Und dabei nicht Gewährtes auch geraubt,
Es war das erste Mal in unserm Leben,
Dass wir einander diese Lust erlaubt.


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curd belesos
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 74
Beiträge: 43
Wohnort: Im Land zwischen den Meeren


BeitragVerfasst am: 14.02.2014 21:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

moin moin liebe Soraja,

danke für deinen Stolperer, ich habe ihn deiner Lesart entsprechend beseitigt.

Ich freue mich über deine Zeilen.

Einen lieben Gruß. Curd


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Soraja
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 218

DSFx


BeitragVerfasst am: 14.02.2014 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Curd belesos,

Hach, wie schön merci

Lieben Gruß Soraja


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jim-knopf
Geschlecht:männlichDichter und Trinker

Alter: 30
Beiträge: 4496
Wohnort: München
Das Goldene Pfand DSFo-Sponsor
Goldene Feder Lyrik


BeitragVerfasst am: 15.02.2014 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

guten tag,

ein paar sachen zum metrum:

Zitat:
Mir lief ein Schauer leis über den Rücken,
Vor Glück und Wonne und vor süßer Lust;
Es schlug mein Herz voll seligem Entzücken,
So wild verlangend mir in meiner Brust.


in vers eins hast du bei über die hebung auf dem -er.
das würde ich so nicht stehen lassen, weil es der korrektheit
in den meisten deiner anderen verse widerspricht.

mir lief ein schauer leise übern rücken

vielleicht könnte man es so umstellen, auch wenn die abkürzung zu übern auch nicht unbedingt ideal ist.

Zitat:
Bei diesem Anblick und in dieser Stunde
Hab ich mich nicht des heißen Bluts erwehrt;
Trunken vor Glück kamen aus meinem Munde
Die Worte: Ich habe dich so sehr begehrt.


in vers 3 würde ich vor allem die hebung auf dem -en von kamen so nicht belassen. Die Hebung am Versanfang kann so durchgehen denke ich. allerdings komme ich spätestens ins stocken, wenn ich bei kamen angekommen bin. vielleicht:

vor glück betrunken flohen meinem munde

wenn du in deinem duktus bleiben möchtest.
was vers vier der selben strophe angeht, so scheinst du hier nach Die Worte den Rythmus zu wechseln. ich finde das auch nicht unbedingt elegant. man könnte das abändern, wenn man statt Die worte, lieber Den Satz schreiben würde. das wäre wieder alternierend.

Den Satz: Ich habe dich so sehr begehrt.

was das thema und vor allem seinen duktus betrifft, hat dieser text wohl nicht die legitimation, die gegenwart zu repräsentieren. die frage ist, ob der text das will und wenn nicht, ob es vielleicht nicht doch der anspruch jeder ernsthaften lyrik sein sollte, dies zu versuchen. ich glaube, dass der text auf keiner ebene funktioniert, wenn überhaupt auf einer scheinebene des rückzugs auf irgendetwas epochartig romantisches. das problem ist, dass dieser text in unserer zeit einfach unwahr ist. ich will gar nicht vom herzlosen idylliker sprechen, der aus den Nöten der Zeit in die innere Behaglichkeit seine Gefühle flüchtet. Ich tu es nicht, weil das auch schon wieder ein Klischee ist. ich denke, man kann sich heute sehr gut in diese behaglichkeit zurückziehn und so etwas wird auch gemacht. aber dieser rückzug muss ein wahrer sein. was wir hier haben, ist mehr ein klischeeüberladenes konstrukt, dass versucht, aus irgendwelchen kruden vorstellungen von lyrik heraus etwas haltbares zusammenschustern. es hält nicht.

gruß,
roman


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Aranka
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3382
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 15.02.2014 20:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Curd Belesos,

eine „herbstliche Liebesnacht“ verspricht mir der Titel. Ich gestehe, ich habe angeklickt, weil ich wissen wollte, welcher Text sich hinter diesem Titel verbergen würde. Ein Titel, der ja sowohl „romantisch/träumerisch“ als auch „nüchtern/ real“ gefüllt werden könnte, das „Herbstliche“ in den Fokus nehmend.

Denn auch heute lässt sich eine „herbstliche Liebesnacht“ durchaus in einem Gedicht einfangen.

Dieser Text zeigt mir schon in den ersten Zeilen, dass er sich in idyllischen Gedanken verfängt und diese in klischeehafte Sprache kleidet. Ich greife einmal die 2. Strophe heraus:

Zitat:
Mir lief ein Schauer leis über den Rücken,
  

Das ist eine abgenutzte Formulierung, da bewegt sich bei mir wenig.

Zitat:
Vor Glück und Wonne und vor süßer Lust;


Auch hier befinde ich mich in einer Sprache, die mich nicht erreicht. „Süße Lust“ und „Glück und Wonne“. Auch wenn die Sprache hier sehr „dick aufträgt“ und alle üblichen Geschütze der „Liebes-Romanzen-Vorstellung“ auffährt, bleiben es „Worte“.

Zitat:
Es schlug mein Herz voll seligem Entzücken,
So wild verlangend mir in meiner Brust.


Für mich sind Formulierungen wie „seligem Entzücken“ und „wild verlangend“ in einem solchen Textzusammenhang fragwürdig.
Nicht, dass es für mich Tabu-Worte gibt, aber es kommt immer auf den Kontext an. Hier nähren die Worte ein „süßes Klischee“.

Ich bin mir ganz sicher, dass du die Zeilen gut überlegt hast und die Worte genau so setzen wolltest. Auch wird es eine Reihe Leser geben, die genau diese Stimmung mögen, sich genau in diese Wortungen einfühlen können.

Ich für mich überlege nun: wo soll ich diesen Text in einer „heutigen“ Lyrik einordnen. Was kann er mir besagen, kann ich solchen „Liebesbildern und -worten“ heute noch folgen, sie glauben. In welche Zeit führt mich hier Sprache und Gedankengut?

Einen kritischen Gruß. Aranka


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curd belesos
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 74
Beiträge: 43
Wohnort: Im Land zwischen den Meeren


BeitragVerfasst am: 15.02.2014 21:54    Titel: Herbstliche Liebesnacht pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Asternmond schien silbern uns ins Zimmer,
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Leis lief ein Schauer über meinen Rücken,
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Trunken vor Glück kam so aus meinem Munde,
Der Satz: Ich habe dich so sehr begehrt.

Nachdem erregt wir ineinander sanken,
Erfüllt von Lust und ohne jede Scham
Gemeinsam aus dem Kelch der Sehnsucht tranken,
Bis dass der Liebesrausch die Sinne nahm.

Wir sind dann Brust an Brust tief eingeschlafen,
Bis uns erneut Verlangen überkam
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curd belesos
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Alter: 74
Beiträge: 43
Wohnort: Im Land zwischen den Meeren


BeitragVerfasst am: 15.02.2014 22:24    Titel: Herbstliche Liebesnacht pdf-Datei Antworten mit Zitat

moin moin für euch, jim-knopf und Aranka.

Für die Textarbeit danke ich und habe von euch angesprochene handwerkliche Abweichungen korrigiert.

Ja, es ist mir bewusst, dass meine Verse nicht den Geschmack der Gegenwart repräsentieren.

Und, ich bin nicht der Auffassung, dass ich dem Anspruch der gegenwärtigen Lyrik entsprechen muss.

Ich kann sie nicht nachvollziehen, entspricht sie doch in großen Teilen nicht meinem Gefühl  romantischer Liebe in der Lyrik.

Wobei, ich mich nicht mit meinem Alter aus der Verantwortung ziehen will, nein, doch liebe ich die romantische Dichtung der Vergangenheit seit meiner Jugend.

Meine Lesungen in Senioren Einrichtungen bestätigen mich in meiner Ansicht, meinen Stil beizubehalten.

Diese Verse sind Empfindungen einer persönlichen, neuen Liebe in meinem Lebensherbst, mit Worten die ich in meiner Jugend verinnerlicht habe.

Ich freue mich darüber, dass ihr euch die Zeit für die ausführlichen Kommentare genommen habt und würde mich freuen, bei einem anderen Thema erneut eure Einstellung dazu lesen zu dürfen. Danke.

Curd Belesos

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