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Tinlizzy
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 52
Beiträge: 147
Wohnort: irgendwo im nirgendwo


BeitragVerfasst am: 14.02.2014 12:54    Titel: Leseprobe von Tinlizzy eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Hallo,

Ich habe euch als erste Leseprobe den Anfang meines Buches Nummer 3
eingestellt. Es handelt sich um eine Liebesgeschichte, die heute so in Kalifornien geschehen könnte. Ich habe Buch 3 gewählt, weil ich
1. sowieso gerade daran arbeite und da bietet sich eine Überarbeitung immer an
2. es ist eine unkomplizierte Geschichte, die keine große Einführung bedarf
3. da es ist nicht mein wichtigstes Werk ist, trifft mich eure Kritik vielleicht nicht ganz so ... direkt ... Nein, ich hab's schon zum Meckern rein gestellt und habe auch eine Kleenexbox griffbereit Rolling Eyes Rolling Eyes Rolling Eyes




                                1.Kapitel 'Das Ende naht'

Was für ein Rausch der Sinne! Die harten, kurzen Trommelschläge des Galopps erklangen im rhythmischen Dreitakt. Der scharfe, knappe Atemzug, der Sauerstoffatome bis in die feinsten Lungenäste presste, glich dem Stakkato eines Heavymetal Klassikers. Die sich unter ihr spannende und dann wieder explodierende Muskulatur des Hengstes, der wie eine dampfgetriebene Lok nach vorn rollte, richtete vor Anspannung sogar die kleinen Härchen auf ihren Unterarmen auf. Sie spürte den Fahrtwind über ihre Haut kitzeln sowie ihre eigene Erregung und alles zusammen wollte in dem klaren, brennenden Wunsch des Sieges zusammen gepresst werden. Pferd und Reiter waren eins, denn sie bewegten sich im gleichen Takt nach vorn, dem Zielpfosten entgegen. Elizabeth lauerte und warf unter ihrem linken Unterarm durch einen kurzen Blick auf die Konkurrenz. Sie lag vorn, wenn sie jetzt nicht nachgab. Ein Jubelschrei trieb den Hengst noch einige Galoppsprünge vorwärts und sie riss die Hand siegreich in die Luft. Das war das Größte! Sie hatte gewonnen! Wieder mal hatte ihr Pferd den Sieg errungen. Ihr Stolz war unermesslich!

Genauso war es noch heute Nachmittag gewesen, als sie eines der Rennen in San Diego mit ‚Butterflys Touch’ gewonnen hatte. Nun war es finstere Nacht und sie rollte in ihrem alten Pick-up mit dem noch älteren Anhänger über die Landstraße. Inzwischen war ihr Stolz genauso verflogen wie ihr Siegesrausch und sie würde ihn auch nie wieder erleben. Das war das Schlimmste von allem! Die hohen Herren der Rennkommission hatten Elizabeth Palmer ihre Jockey-Lizenz unter reichlich fadenscheinigen Gründen entzogen. Sie hatte zwar Preisgeld und den Sieg behalten dürfen. Aber es würde für sie keine zukünftigen Rennen mehr geben. Natürlich wusste Elizabeth genau, warum man ihr die Lizenz letztendlich entzogen hatte. Sie war als Frau auf sich allein gestellt und ihre immer wieder erfolgreichen Vollblüter ärgerten die einflussreichen, männlichen Pferdezüchter im vornehmen Jockeyclub. Dort kannte man sich, rauchte ‚Fat Ladies’, trank teuren Single Malt Whiskey, und war wer, nämlich jemand, der ohne mit der Wimper zu zucken, Schecks ausstellen konnte. Und diese ‚Herren’ bestimmten über die Rennen. Es galten nur ‚ihre’ Regeln und sie wussten ganz genau, wie sie ‚ihre’ Wünsche durchsetzen konnten. Natürlich war Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch Elizabeth lebte hier lang genug, um zu wissen, dass Gerechtigkeit auch etwas mit dem Geldbeutel zu tun hatte und ihrer wog nun mal in der Waagschale der Justitia nicht genug. Doch ihr blieb die Gewissheit‚ dass 'Butterflys Touch’ an diesem Tag hatte gewonnen! Zudem war sein Preisgeld ein warmer Regen, der natürlich in der brennenden Mittagssonne der alltäglichen Geldforderungen verdampfen würde. Aber für ein paar Tage sollte monetäre Sicherheit auf der 'Palmer Farm' herrschen. Doch das täuschte nicht über die Frage hinweg, wer um alles in der Welt zukünftig die Rennen für sie reiten sollte. Ihr fehlte schon jetzt das Geld, um ausreichend Pferdepfleger bezahlen zu können. Woher sollte sie dann das Salär für einen guten Jockeys nehmen? ‚Geld, Geld, Geld, immer nur Geld’, fluchte sie und war innerlich mal wieder so weit,  alles hinzuwerfen. Sie wusste ja, dass ihre Farm im Grunde am Ende war. Aber aufgeben konnte sie trotzdem nicht, denn es hätte den Verkauf ihrer Pferde bedeutet und das war nun einmal undenkbar. Lizzy holte sie auf die Welt, zog sie groß, ritt sie ein und sie war oft genug bei ihnen, wenn sie starben. Ein Leben ohne Pferde war für sie völlig undenkbar. Sie war mit dem Geruch von Ammoniak in der Nase geboren worden, hatte zwischen Pferdeohren durchblickt, bevor sie laufen konnte und etwas anderes hatte sie nie gewollt. Wären da nur nicht diese verdammten Schulden gewesen und diese verflixten Bakers, die ihr das Leben so schwer machten.



_________________
'Das Chaos besiegt die Ordnung, weil es besser organisiert ist' Terry Pratchett

'Leider hat man als Gott niemand, zu dem man beten kann' Terry Pratchett
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livingjukebox
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 36
Beiträge: 80
Wohnort: Kreis Soest


BeitragVerfasst am: 14.02.2014 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ehrliche Meinung: Ich finde den Text gut. Viele Vergleiche, sehr anschaulich geschrieben. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen.
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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

Alter: 36
Beiträge: 1975
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 14.02.2014 14:19    Titel: Re: Leseprobe von Tinlizzy Antworten mit Zitat

Hallo Tinlizzy,

gut, dann will ich eben mal ein paar Erbsen zählen und dir ein paar Hinweise für eine etwaige Überarbeitung geben. Vorweg: Ich bin weder firm in Unterhaltungs- noch Liebesromanprosa, sondern konzentriere mich mal nur auf die sprachliche Umsetzung. 'Stolperstellen' in orange (mittlerweile kommt mir rot zu erzieherisch vor), eigene Anmerkungen in blau. Auf geht's:

Tinlizzy hat Folgendes geschrieben:

                                1.Kapitel 'Das Ende naht'

Was für ein Rausch der Sinne! Die harten, kurzen Trommelschläge des Galopps erklangen im rhythmischen Dreitakt. Gut, Sinne ansprechen. Mit diesem ersten Bild bin ich gleich im Text, habe die Trommelschläge in den Ohren... Der scharfe, knappe Atemzug, der Sauerstoffatome bis in die feinsten Lungenäste presste, ...und bin jetzt plötzlich in einem anatomischen Bild mit einem unpassenden 'Atome'... glich dem Stakkato eines Heavymetal Klassikers. ... und wieder zurück zur Musik, wobei ich mich jetzt frage, welches Stakkato gemeint ist, welches Instrument, ob es (für ein Stakkato) nicht mehrere Atemzüge sein müssten... Kurz: Das eindringliche Bild der Trommelschläge ist mittlerweile etwas untergegangen. Die sich unter ihr Klingt sehr gekünstelt. Warum nicht: Unter ihr spannte und explodierte..., o. ä. spannende und dann wieder explodierende Muskulatur des Hengstes, der wie eine dampfgetriebene Lok Das Bild vom Körper als Maschine finde ich eigentlich schön, kommt mir hier aber zu unvermittelt. nach vorn rollte, richtete vor Anspannung sogar die kleinen Härchen auf ihren Unterarmen auf. Bezieht sich dieser Satz noch auf die Muskulatur des Hengstes oder verstehe ich ihn nicht richtig? Sie spürte den Fahrtwind Fahrtwind beim Reiten? Sagt man das so? über ihre Haut kitzeln sowie ihre eigene Erregung und alles zusammen wollte in dem klaren, brennenden Wunsch des Sieges zusammen gepresst werden. Pferd und Reiter waren eins, denn sie bewegten sich im gleichen Takt nach vorn, dem Zielpfosten entgegen. Elizabeth lauerte Lauerte oder kauerte? Lauern würde doch jemand, der noch jemanden vor sich hat, oder? und warf unter ihrem linken Unterarm hindurch einen kurzen Blick auf die Konkurrenz. Sie lag vorn, wenn sie jetzt nicht nachgab. In dem Moment liegt sie auch vorn, wenn sie nachgibt. Ob sie dann noch gewinnt, ist die andere Frage. Ein Jubelschrei trieb den Hengst noch einige Galoppsprünge vorwärts und sie riss die Hand siegreich in die Luft. Hier würde ich das Subjekt nicht mitten im Satz ändern. Also: Mit einem Jubelschrei trieb sie ... und riss ihre Hand Das war das Größte! Sie hatte gewonnen! Wieder mal hatte ihr Pferd den Sieg errungen. Ihr Stolz war unermesslich!

Genauso war es noch heute Nachmittag gewesen, als sie eines der Rennen in San Diego mit ‚Butterflys Touch’ gewonnen hatte. Nun war es finstere Nacht und sie rollte in ihrem alten Pick-up mit dem noch älteren Anhänger über die Landstraße. Inzwischen war ihr Stolz genauso verflogen wie ihr Siegesrausch und sie würde ihn auch nie wieder erleben. Das war das Schlimmste von allem! Die hohen Herren der Rennkommission hatten Elizabeth Palmer ihre Jockey-Lizenz unter reichlich fadenscheinigen Gründen entzogen. Sie hatte zwar Preisgeld und den Sieg behalten dürfen. Aber es würde für sie keine zukünftigen Rennen mehr geben. Könnte man einen Satz draus machen, dann liest es sich flüssiger. Und anfangen würde ich mit: Zwar hatte sie ... Natürlich wusste Elizabeth genau, warum man ihr die Lizenz letztendlich entzogen hatte. Sie war als Frau auf sich allein gestellt und ihre immer wieder erfolgreichen Vollblüter ärgerten die einflussreichen, männlichen Pferdezüchter im vornehmen Jockeyclub. Dort kannte man sich, rauchte ‚Fat Ladies’, trank teuren Single Malt Whiskey, und war wer, Mein Vorschlag: 'kurz: man war jemand, genauer gesagt jemand, der... nämlich jemand, der ohne mit der Wimper zu zucken, Schecks ausstellen konnte. Und diese ‚Herren’ bestimmten über die Rennen. Es galten nur ‚ihre’ Regeln und sie wussten ganz genau, wie sie ‚ihre’ Wünsche durchsetzen konnten. Die Anführungszeichen verstehe ich nicht; es sind doch de faco ihre Regeln und Wünsche, oder? Natürlich war Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch Elizabeth lebte hier lang genug, um zu wissen, dass Gerechtigkeit auch etwas mit dem Geldbeutel zu tun hatte und ihrer wog nun mal in der Waagschale der Justitia nicht genug. Doch ihr blieb die Gewissheit‚ dass 'Butterflys Touch’ an diesem Tag hatte gewonnen hatte! Zudem war sein Preisgeld ein warmer Regen, der natürlich in der brennenden Mittagssonne der alltäglichen Geldforderungen verdampfen würde. Aber für ein paar Tage sollte monetäre Sicherheit auf der 'Palmer Farm' herrschen. Doch das täuschte nicht über die Frage hinweg, wer um alles in der Welt zukünftig die Rennen für sie reiten sollte. Ich habe das jetzt mal alles angestrichen, weil sich der Text hier m. E. zu sehr windet, so "einerseits ... andererseits..." - stattdessen fände ich als Leser eine klare Richtung besser. Ist ja kein Debatierclub hier. Ihr fehlte schon jetzt das Geld, um ausreichend Pferdepfleger bezahlen zu können. Woher sollte sie dann das Salär für einen guten Jockeys nehmen? ‚Geld, Geld, Geld, immer nur Geld’, fluchte sie und war innerlich mal wieder so weit,  alles hinzuwerfen. Sie wusste ja, dass ihre Farm im Grunde am Ende war. Aber aufgeben konnte sie trotzdem nicht, denn es hätte den Verkauf ihrer Pferde bedeutet und das war nun einmal undenkbar. Lizzy holte sie auf die Welt, zog sie groß, ritt sie ein und sie war oft genug bei ihnen, wenn sie starben. Ein Leben ohne Pferde war für sie völlig undenkbar. Sie war mit dem Geruch von Ammoniak in der Nase geboren worden, hatte zwischen Pferdeohren durchblickt hindurchgeblickt? hindurchgeschaut?, bevor sie laufen konnte und nie etwas anderes hatte sie nie gewollt. Wären da nur nicht diese verdammten Schulden gewesen und diese verflixten Bakers, die ihr das Leben so schwer machten. Was mich hier am Schluss etwas stört: Da wird mir als Leser zuviel Exposition geboten; mit einem etwas dramatischeren Einstieg, bspw. dem Dialog, in dem Elizabeth vom Verlust ihrer Lizenz erfährt, hättest du zumindest mich als Leser eher an der Angel.


So, das war's erstmal von mir. Nimm dir einfach raus, was du verwenden kannst. Mir gefällt, wie meinem Vorredner, die Bildhaftigkeit deiner Sprache, und ich finde, gerade den zweiten Abschnitt könnte man dahingehend noch verstärken.

Gruß,
Klemens
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UtherPendragon
Hobbyautor


Beiträge: 337



BeitragVerfasst am: 14.02.2014 14:31    Titel: Antworten mit Zitat

Grüße!

Meine Kritik mag dir ein bisschen hart vorkommen. Das ist aber nur so, weil ich sehr ins Detail gehe und mir vor allem am Lesefluss noch einiges fehlt wink Andere sind sicher (natürlich) anderer Meinung als ich.

Ich finde den Text grundsätzlich spannend, dein SchreibSTIL ist in Ordnung, aber er hat auch noch Defizite. Zahlreiche Bilder funktionieren SO einfach nicht. Ich zeig dir mal was ich meine:

Zitat:
Was für ein Rausch der Sinne!
Ok, guter Einstieg.

Zitat:
Die harten, kurzen Trommelschläge des Galopps erklangen im rhythmischen Dreitakt.
Hier wird es meines Erachtens schon zu viel, zu unklar. Trommelschläge=Hufschläge? Oder Galopp=Besondere Art zu trommeln?
Zitat:
Der scharfe, knappe Atemzug, der Sauerstoffatome bis in die feinsten Lungenäste presste, glich dem Stakkato eines Heavymetal Klassikers
Auch hier, schöner Ansatz, aber zusehr auf die Spitze getrieben. Ich kenne das Problem und kann dir sagen, dass die Sauerstoffatome einfach die Vorstellung des Lesers (in dem Fall mir) zu weit vom wirklichen Geschehen wegrücken. Ich bin nicht mehr beim Rennen, wenn so viele unterschiedliche Themen und Bilder auf mich einhämmern.

Also was geschieht wirklich? Das kannst du natürlich sehr gern poetisch verpacken oder ausschweifend erzählen, aber die Bilder müssen mit dem Geschehen harmonieren!

Zitat:
Die sich unter ihr spannende und dann wieder explodierende Muskulatur des Hengstes, der wie eine dampfgetriebene Lok nach vorn rollte
Der Teil mit der Muskulatur ist klasse und bringt so richtig Farbe ins Gemälde, dann plötzlich beginnt das Pferd, über den Boden zu rollen. Das bringt unbeabsichtigte Komik wink
Zitat:
Sie spürte den Fahrtwind über ihre Haut kitzeln sowie ihre eigene Erregung und alles zusammen
Bis dahin gut!
Zitat:
wollte in dem klaren, brennenden Wunsch des Sieges zusammen gepresst werden
Das verstehe ich als Außensteher wiederum gar nicht, zumindest nicht beim ersten oder zweiten Mal.
Zitat:
Pferd und Reiter waren eins, denn sie bewegten sich im gleichen Takt nach vorn, dem Zielpfosten entgegen.
Vielleicht ist es hier schon Zeit, die Gegner zu erwähnen, vllt als weitere "schwitzende Pferdeleiber" an ihren Flanken?

Zitat:
Ein Jubelschrei trieb den Hengst noch einige Galoppsprünge vorwärts und sie riss die Hand siegreich in die Luft
Ich weiß natürlich, was du meinst, aber ein Jubelschrei kann ein Pferd mechanisch gesehen einfach nicht nach vorne treiben. Es wäre sowieso viel schöner, würde der Jockey mit einem professionellen Riss an den Zügeln für den Sieg sorgen, anstatt dass das Pferd eig. alleinig für den Sieg zuständig ist.

Dann hätte ich die fadenscheinigen Umstände ihres endgültigen Ausscheidens aus diesem besagten Sport gern näher kennen gelernt, was die Szene an sich glaubhafter machen würde. Das ist für dich sicher kein Problem und nur eine inhaltliche Kritik.

Ansonsten gilt in deinem ersten Abschnitt genauso wie im zweiten: SHOW do not TELL! (dazu gibt es übrigens auch viele Interessante Beiträge und Artikel direkt hier im DSFo!)
Lass deine Protagonistin weniger Erzählen und mehr selbst tun! Lass sie Emotionen zeigen, das Lenkrad verprügeln, irgendwas!! Ansonsten kann ich mich als Leser einfach nicht so gut mit ihr identifizieren, wenn du weißt was ich meine. Erst, wenn man am eigenen Leib zu spüren glaubt, was jemand durchmacht, ist das Leseerlebnis perfekt.
Du könntest auch die Geschehnisse in der Siegerbox dem Leser nahebringen und den Moment, in dem Liz Palmer den Ausscheidungsbescheid in die Hände gespielt bekommt. Das ist natürlich kein Zwang und es gibt hunderte, wenn nicht mehr unterschiedlicher Möglichkeiten, deinem Text diesen soo wichtigen Hauch von Leben einzuheizen. Ich gebe dir mal noch ein Beispiel, indem ich schreibe, was ich bei folgenden Konstruktionen empfinde:

Zitat:
Genauso war es noch heute Nachmittag gewesen, als sie eines der Rennen in San Diego mit ‚Butterflys Touch’ gewonnen hatte.
Ok, das Rennen scheint doch nicht so wichtig zu sein, wenn es nur "eines der Rennen" ist - dieser unbestimmte Artikel ganz allein (eines) sorgt schon dafür, dass die Perspektive des Lesers zu der eines Journalisten wird, der nur beobachtet, aber nicht mitfühlt.
"Der Sieg mit Butterfly's Touch in San Diego hatte sie beflügelt." ->wäre eine Alternative, etwas näher am Prota zu bleiben. Ist natürlich nur ein unqualifizierter Vorschlag, der nur verdeutlichen soll, was ich meine. lol2
Zitat:
Nun war es finstere Nacht und sie rollte in ihrem alten Pick-up mit dem noch älteren Anhänger über die Landstraße.
Ihr alter Pick Up rollte, nicht sie.
Zitat:
Inzwischen war ihr Stolz genauso verflogen wie ihr Siegesrausch und sie würde ihn auch nie wieder erleben.
Das ist so drastisch, wieder, als würde der Journalist ihr ohne Mitgefühl die eigene Situation darlegen. So fühlt man sich nicht nach dem faktischen Ende der eigenen Traumkarriere. Dann will man etwas kaputtmachen, kocht vor Wut, schimpft die ganze Fahrt über, weint, was weiß ich smile
Zitat:
Das war das Schlimmste von allem!
Das ist ja klar.
Zitat:
ie hohen Herren der Rennkommission hatten Elizabeth Palmer ihre Jockey-Lizenz unter reichlich fadenscheinigen Gründen entzogen.

Wie gesagt, das hätte ich gern konkreter.
Zitat:
Sie hatte zwar Preisgeld und den Sieg behalten dürfen. Aber es würde für sie keine zukünftigen Rennen mehr geben. Natürlich wusste Elizabeth genau, warum man ihr die Lizenz letztendlich entzogen hatte. Sie war als Frau auf sich allein gestellt und ihre immer wieder erfolgreichen Vollblüter ärgerten die einflussreichen, männlichen Pferdezüchter im vornehmen Jockeyclub.
Wieder Journalistenstil.
Aber jetzt:
Dort kannte man sich, rauchte ‚Fat Ladies’, trank teuren Single Malt Whiskey, und war wer, nämlich jemand, der ohne mit der Wimper zu zucken, Schecks ausstellen konnte. Und diese ‚Herren’ bestimmten über die Rennen. Es galten nur ‚ihre’ Regeln und sie wussten ganz genau, wie sie ‚ihre’ Wünsche durchsetzen konnten. Natürlich war Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch Elizabeth lebte hier lang genug, um zu wissen, dass Gerechtigkeit auch etwas mit dem Geldbeutel zu tun hatte und ihrer wog nun mal in der Waagschale der Justitia nicht genug.
DER PART IST SPITZE! Ein klasse Beispiel für die anschauliche Darlegung eines Sachverhalts, ohne die Emotionen des Protas ans Steißbein zu treten. Für diese Teile muss nur das Gesamtgefüge noch geschliffen werden.
Zitat:
Zudem war sein Preisgeld ein warmer Regen, der natürlich in der brennenden Mittagssonne der alltäglichen Geldforderungen verdampfen würde. Aber für ein paar Tage sollte monetäre Sicherheit auf der 'Palmer Farm' herrschen.
Der Vergleich ist schön und absolut einleuchtend.
Zitat:
Geld, Geld, Geld, immer nur Geld’, fluchte sie und war innerlich mal wieder so weit, alles hinzuwerfen. Sie wusste ja, dass ihre Farm im Grunde am Ende war. Aber aufgeben konnte sie trotzdem nicht, denn es hätte den Verkauf ihrer Pferde bedeutet und das war nun einmal undenkbar.
Alles klar, auch hier bist du etwas näher am Prota als noch zuvor! Auch wenn die Geschehnisse der Farm alle etwas plötzlich wie Patronen abgeschossen werden.
Recherchiere doch mal ein bisschen und beschreibe das Aussehen der Farm, wenn der Prota dort einfährt wink
Zitat:
Lizzy holte sie auf die Welt, zog sie groß, ritt sie ein und sie war oft genug bei ihnen, wenn sie starben. Ein Leben ohne Pferde war für sie völlig undenkbar. Sie war mit dem Geruch von Ammoniak in der Nase geboren worden, hatte zwischen Pferdeohren durchblickt durchgeblickt, bevor sie laufen konnte und etwas anderes hatte sie nie gewollt.
Alles klar, zum Ende hin wirst du immer besser.
Zitat:
Wären da nur nicht diese verdammten Schulden gewesen und diese verflixten Bakers, die ihr das Leben so schwer machten.
Wowowow! wer sind jetzt die Bakers? Warte doch noch ein bisschen, bevor noch mehr neue Infos kommen.

Zusammengefasst:
Part eins: Bilder trotz starker Ansätze sehr ungenau und der Leser hat noch keinen guten Gesamtüberblick
Mittelteil: Mehr Aktion vom Prota, Action allgemein (natürlich nicht im Sinne von detonierenden Blechkarren) lol2
Ende: Gut geschriebene Abschnitte mit einleuchtenden Vergleichen.

Ich hoffe, dass du mit meinem Beitrag etwas anfangen kannst.

LG
Uther Pendragon
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UtherPendragon
Hobbyautor


Beiträge: 337



BeitragVerfasst am: 14.02.2014 14:34    Titel: Antworten mit Zitat

Oje, da sind Klemens und ich wohl etwas ins zeitliche Kreuzfeuer geraten. wink Daher wiederholen sich manche Punkte womöglich...
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inmutanka
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 14.02.2014 15:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

interessantes Thema.

Allerdings sind einige Bilder dabei, die mich stören:

Zitat:
Die harten, kurzen Trommelschläge des Galopps erklangen im rhythmischen Dreitakt.


Galoppierende Trommelschläge???

Der scharfe, knappe Atemzug, der Sauerstoffatome bis in die feinsten Lungenäste presste, glich dem Stakkato eines Heavymetal Klassikers

Das Bild passt nicht. Außerdem: Mit einem *knappen* Atemzug presst du nicht die Luft *bis in die feinsten Lungenäste*. Dazu sind tiefe, lange Atemzüge nötig.

Zitat:
Die sich unter ihr spannende und dann wieder explodierende Muskulatur des Hengstes, der wie eine dampfgetriebene Lok nach vorn rollte


Das Bild von *explodierenden Muskeln* ist kein schönes Bild. Da sehe ich z. B. einen Gewichtsheber vor mir, bei dem Oberarm- und Oberschenkelmuskulatur bei der Anstrengung explodiert. Auch der Vergleich, einen Vollblüter mit einer Dampflock finde ich unpassend. Hier habe ich also das Bild von einem schwer schnaufenden/keuchenden (Kaltblüter)Pferd, dessen gesamte Muskulatur explodiert ist. Armes Tier!

Zitat:
Sie spürte den Fahrtwind über ihre Haut kitzeln



Wieso Fahrtwind? Ich dachte, sie reitet.

Zitat:
denn sie bewegten sich im gleichen Takt nach vorn, dem Zielpfosten entgegen.


Ähm, wäre es auch möglich, dass sich das Pferd vorwärts und der Reiter rückwärts bewegt? *Zielpfosten* ist für mich ein hoher Pfosten, der das Ziel markiert, so etwas stelle ich mir auf der Rennbahn unpassend vor. Ist es nicht eher das *Ziel* oder die *Ziellinie*?

Zitat:
Elizabeth lauerte


Wie kann sie auf einem galoppierenden Pferd sitzen und *lauern*? Jemand oder ein Tier, das lauert, ist ruhig, geduckt, angespannt (z. B. Katzen/Pumas auf der Jagd, wenn sie warten, dass ihre Beute in Reichweite kommt)

Zitat:
Die hohen Herren der Rennkommission hatten Elizabeth Palmer ihre Jockey-Lizenz unter reichlich fadenscheinigen Gründen entzogen.


Ich kenne mich zwar nicht 100% damit aus, aber ein Bekannter von mir (Amerikaner) war im Renngeschäft und züchtete Vollblüter, und der sagte, dass es Möglichkeiten zur Prüfung gibt, ob eine Entscheidung der Rennkommission Rechtens ist und man Widerspruch einlegen kann. Und *fadenscheinige Gründe* (ist außerdem ein Allgemeinplatz) können auch nicht so einfach dazu führen. Da müsste schon Schwerwiegendes anliegen, wie Doping, Bestechung, Gefährdung anderer während des Rennens usw.

Zitat:
Doch ihr blieb die Gewissheit‚ dass 'Butterflys Touch’ an diesem Tag hatte gewonnen


+

Zitat:
ihre immer wieder erfolgreichen Vollblüter


sorry, verstehe ich nicht. Wenn sie sooo erfolgreiche Vollblüter züchtet - damit verbinde ich, dass sie laufend mit verschiedenen Pferden unter den Erstplazierten ist/war - dann müssten ihr die Nachzuchten doch aus der Hand gerissen werden bzw. sich schon alleine die Einnahmen durch die Decktaxen gut finanzieren. Immerhin ist ja Butterflys Touch - wie oben geschrieben - ein Hengst.

Zitat:
Sie war mit dem Geruch von Ammoniak


Sorry, kein gepflegter Stall! Keiner, besonders niemand, der hochrangige Leistungen von seinen Pferden fordert, lässt sie im Ammoniakgestank stehen, der die Lungen der Pferde schädigt (von den Hufen ganz zu schweigen)

Zitat:
Woher sollte sie dann das Salär für einen guten Jockeys nehmen?


Gute Jockeys sind daran interessiert, auf Gewinnerpferden zu reiten. Ein guter Jockey auf einem lahmen Gaul, verliert seinen Ruf. Wenn ihre Pferde so gut sind, dass ihre Gegner sogar sie zu bremsen versuchen, indem sie ihr die Lizenz entziehen, dann müssten die *guten* Jockeys bei ihr ebenfalls Schlange stehen und z. B. bereit sein, für ein anteiliges Preisgeld zu reiten.
Außerdem könnte sie Anteile auf ihr(e) Siegerpferd(e) verkaufen bzw. auch die Pferde *beleihen* (hört sich blöd an, aber es ist tatsächlich möglich). Dann hätte sie auch wieder Geld, um einen guten Jockey zu bezahlen.

Thema könnte interessant werden (da bin ich mir noch nicht so sicher, weil es so, wie es sich abzeichnet, schon xmal geschrieben/verfilmt wurde: Armer Pferdezüchter züchtet Gewinnerpferde/hat ein Gewinnerpferd und die reichen Konkurrenten/Bank versuchen ihn zu ruinieren/zu zwingen, das Pferd zu verkaufen und in einer letzten, dramatischen Wendung dreht er allen eine Nase.)
Ehrlich, wenn ich einer der Reichen wäre und einen unliebsamen Dauergewinner-Konkurrent ausschalten wollte, wäre ich wesentlich skrupelloser und würde mich garantiert nicht mit so einer Lappalie wie dem Entzug der Rennlizenz abgeben. Da würde meine Fantasie von einer heimlichen/illegalen Kastration des Hengstes (um die Einnahmen der Decktaxen auszuschließen), über die Zulieferer von Futtermitteln, denen ich Feuer unterm Hintern machen würde, bis hin zum heimlichen Spritzen verbotener Substanzen bei den Pferden, die starten sollen und die ich dann als gedopt melden würde uvm. reichen. Du könntest also wesentlich mehr Drama reinbringen wie *keine Jockeylizenz und Geldnot*.

LG

Inmutanka


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Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben; Sie haben meine Phantasie beflügelt. ... Vor allem aber danke ich all jenen, die mich lieben, so wie ich bin; Sie geben mir die Kraft zum Leben! Danke. (Paul Coelho)
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Tinlizzy
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BeitragVerfasst am: 14.02.2014 15:38    Titel: No Panic!! pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey, Jungs, ist schon in Ordnung!!!
Da ich noch nirgendwo das Wort 'Schrott' gelesen habe, geht es mir noch ganz gut! Ich habe schon gerade gedacht, die ausführlichen Korrekturen( klar, dass sie sich überschneiden, aber da wird wohl ein Häschen im Pfeffer liegen) miteinander abzugleichen, damit ich verstehe, was ich besser machen kann und woran ich noch arbeiten muss.

Außerdem es sollte auch eines völlig klar sein!! Wenn ich jetzt zehn von euch bitte, mit den gleichen Fakten und Vorgaben diesen Text umzusetzen, bekommen mindestens 12 völlig verschiedene Ergebnisse. Ist nun einmal so!!! Der eine macht es so und der andere so!!!

Aber den Gedankenaustausch und andere Meinungen sind mir eben sehr wichtig. Halbwegs lesbar scheint der Text ja zu sein... Andererseits, wenn er völlig einschläfernd wäre, müsste ich nur die Branche wechseln... mit Schlaftabletten lässt sich sicher viel Geld verdienen Laughing Laughing Laughing Laughing


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UtherPendragon
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Beiträge: 337



BeitragVerfasst am: 14.02.2014 16:40    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Andererseits, wenn er völlig einschläfernd wäre, müsste ich nur die Branche wechseln...

Ach Quatsch! Allerhöchstens die Perspektive lol2 Get it on!
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Merlinor
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BeitragVerfasst am: 14.02.2014 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tinlizzy

Ich weiß, es ist jetzt schon ein kleiner Schock, sich unversehens mit sehr ernsthafter und detaillierter Kritik konfrontiert zu sehen.
Aber das ist – zumindest in meinen Augen – der Vorteil und die Chance, die ein Forum gegenüber der Kritik von Verwandtschaft und Bekanntenkreis bietet.
Manches davon magst Du vielleicht als Erbsenzählerei empfinden, aber wenn ich mir die Kritiken so durchlese, finde ich in ihnen schon eine Menge Bedenkenswertes.

Ich für meinen Teil möchte mich jetzt nicht so in die Details stürzen, sondern Dir ein paar eher generelle Anregungen geben, die Du in Deine Überlegungen einbeziehen kannst, wenn Du magst.
Du schreibst ja in einem Unterhaltungsgenre, das sich an ein breites Publikum richtet, und dafür gibt es einige ganz grundsätzliche „Vorgaben“ die zumindest für die Rezeption eines Textes in den Agenturen und Lektoraten der Verlage von Bedeutung sind.

Zuerst einmal die positive Nachricht: Du kannst schreiben, deine Sprache ist sauber und stilsicher.
Man merkt die Erfahrung im Umgang mit Formulierungen.
Aber es wird auch schnell sichtbar, dass Du noch nicht gewohnt bist, eine Geschichte zu erzählen.
Ich will versuchen, Dir im Folgenden ein paar Hinweise zu geben, warum ich so denke:

Dies ist – wie Du in Deiner Einführung schreibst – der Beginn eines Romans.
Der hat eine primäre Aufgabe, nämlich den Leser zu fesseln und so weit in die Geschichte hineinzuziehen, dass er das Buch nicht mehr weglegen will.
Warum? Weil das der Teil ist, den die meisten Leser im Buchladen überfliegen, bevor sie sich entscheiden, das Buch entweder ins Regal zurückzustellen, oder aber mit ihm zur Kasse zu gehen.

Erreicht das Dein Text? Ich glaube nicht.
Ihm fehlt diesbezüglich eine saubere, zusammenhängende Dramaturgie, es entwickelt sich kein durchgehender Spannungsaufbau, der Leser wird im Gegenteil im zweiten Teil mit Sachinformationen und Beschreibungen endgültig aus der Spannung gerissen, die bereits in der Rennszene zu Beginn nicht wirklich ausgearbeitet ist.

Ich persönlich denke mir als virtuellen Maßstab für die Kraft der Dramaturgie einer Geschichte gerne das Bild des Geschichtenerzählers, der in ein mittelalterliches Dorf kommt und die Bewohner am Abend um ein großes Lagerfeuer versammelt und zu erzählen beginnt.
Was glaubst Du selbst: Würden die Bewohner des Dorfes nach Abschluss dieses Abschnittes mit großen runden Augen gebannt an den Lippen des Erzählers hängen und mehr hören wollen?
Ich fürchte nein ...

Warum nicht?
Im ersten Abschnitt, dem Ende des Rennens gibt es kaum Spannung, denn es steht nicht wirklich infrage, ob sie das Rennen gewinnt. Das wird eigentlich gar nicht thematisiert.
Du versuchst zwar, mithilfe diverser Gleichnisse und Bildern eine gewisse Geschwindigkeit zu erzeugen, aber selbst das gelingt nicht wirklich, weil die Beispiele teilweise bemüht und konstruiert wirken und den Leser zum Nachhaken veranlassen und so aus dem Lesefluss reißen.

Im zweiten, längeren, Abschnitt gibt es so gut wie keine aktive Handlung mehr, sondern der Leser – oder in unserem Fall Zuhörer – wird trocken beschreibend mit der Lebensgeschichte der Protagonistin konfrontiert, in wohlgesetzten, aber bestimmt nicht spannungsgeladenen Worten.
Ab manchen Stellen wird er zweifend die Augenbrauen hochziehen, zum Beispiel, wenn er nicht recht glauben mag, das Geld allein einer Reiterin die Lizenz entziehen kann, an anderen Stellen wird er zustimmend nicken, aber vom Hocker reißen wird es ihn nicht.

Langer rede kurzer Sinn: Ich glaube, Dein Leser wird das Buch jetzt wieder in das Regal zurücklegen. Mission nicht erfüllt.
Ich denke, du solltest Dich noch ausführlicher mit dem Thema Dramaturgie des Erzählens befassen und mit Konzepten der Spannungserzeugung.

Ich hoffe, Du kannst mit dieser Kritik etwas anfangen und bist mir jetzt nicht böse.
Du kannst gut schreiben und formulieren, aber das Geschichtenerzählen ist ein ganz eigenes Handwerk und da gibt es meiner Meinung nach noch Defizite aufzuarbeiten.

LG Merlinor


_________________
„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
Es gibt keine Materie an sich, Geist ist der Urgrund der Materie.“

MAX PLANCK (1858-1947), Mailand, 1942
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Tinlizzy
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BeitragVerfasst am: 14.02.2014 23:57    Titel: Danke an alle!! pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich habe gerade Merlinors Kritik gelesen, selbstverständlich auch eure anderen. Aber heute hatte ich leider keine Zeit, alles genau zu analysieren...
Aber laut Merlinor ist das sowieso, dass der Anfang gescheitert ist....
Er fesselt die Leser nicht genügend... dann muss er eben weg und ein besserer her...

Ich kann damit leben, dass Merlinor mir das sagt, weil ich jetzt die Gelegenheit habe, es besser zu machen.

Ich glaube an die Geschichte und hänge nicht an jedem Satz oder an jeder Formulierung.

Theoretisch gesehen, vor Merlinors Kritik, hätte ich eure Anregungen soweit wie möglich umzusetzen versucht. Aber .. da ich ihn jetzt sowieso komplett umschreibe, fällt es weg.

Ich informiere mich jetzt mal genauer über eure Tipps und Anregungen für einen guten Anfang. Der Anfang muss sitzen, sonst kriege ich keinen Fuß in die Tür.

Ich möchte mich noch einmal bei euch allen bedanken, dass ihr euch die Zeit genommen und die Mühe gemacht habt, mir diese Infos zu geben.


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Merlinor
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BeitragVerfasst am: 15.02.2014 11:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tinlizzy

Ich glaube auch, dass Du den Einstieg in Deinen Roman wohl neu gestalten musst.
So zieht er den Leser nicht ausreichend in Deinen Plot.
Du solltest jetzt aber dennoch die detaillierten Kritiken, die meine Vorredner Dir hinterlassen haben, nicht ignorieren, nur weil Du den Textabschnitt ohnehin umschreiben wirst.

Hier im Forum versuchen wir, ein starkes Gewicht auf Textarbeit zu legen, versuchen, im Austausch mit Gleichgesinnten anhand konkreter Texte etwas für unser Schreiben zu lernen.
Auch wenn Du den Abschnitt in Deinem Projekt in der vorliegenden Form nicht mehr brauchen wirst, kannst Du aus den Detailkritiken dennoch eine Menge für Dich herausziehen.

Manches betrifft den Plot an sich, wie zum Beispiel die Frage danach, mit welchen Argumenten die hohen Herren der Rennkommission Deiner Protagonistin die Lizenz entziehen dürfen, oder warum sie mit Siegpferden kein Geld verdienen kann,

Anderes betrifft die Art und Weise, eine Szene zu beschreiben und schnell zu machen.
Da zum Beispiel bist Du meiner Meinung nach im Bemühen, es besonders gut zu machen, so weit übers Ziel hinausgeschossen, dass genau dieses „gut machen“ die Geschwindigkeit wieder zu Nichte gemacht hat.
Das haben Dir meine Mitrezensenten - wie ich finde - recht gut dargelegt und es lohnt sich zumindest, das genau anzuschauen und darüber nachzudenken, denn wenn es auch nicht mehr dieselbe Szene sein wird, die Du in der neuen Form schreiben wirst, liegt darin ja auch etwas Exemplarisches für Dein ganzes Schreiben.

Das Erzählen von Geschichten hat viele Facetten und ist ein eigenes Handwerk.
Wenn man, wie Du, aus dem Bereich der Sachtexte kommt, muss man deshalb auf besonders viele Feinheiten achten.
Glaube mir, ich kann ein Lied davon singen, denn mir ist es genauso ergangen und ich habe erst einmal ziemlich gestaunt, wie viele ganz grundsätzlichen Fehler ich hingelegt habe, sowohl was den Stil betrifft, als auch, was den Aufbau eines Plots anbelangt, obwohl ich doch eigentlich glaubte, recht gut schreiben konnte.
Konnte ich auch, aber eben nur Sachtexte …

Sachtexte gehen mir auch heute noch leichter von der Hand, aber hier im Forum durfte ich im Laufe der Jahre doch auch eine ganze Menge über das Schreiben von Geschichten lernen.
Deshalb solltest Du Dir meiner Meinung nach die Zeit nehmen, Dich gerade auch mit den detaillierten Ausführungen meiner Vorredner auseinanderzusetzen.
Du kannst daraus für Dich selbst nur Vorteile ziehen.
Wann hat man es denn, dass sich andere Autoren intensiv mit einem der eigenen Texte beschäftigen und den Finger auf die - aus ihrer jeweiligen Sicht - wunden Punkte legen?

LG Merlinor


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Tinlizzy
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BeitragVerfasst am: 15.02.2014 13:16    Titel: Ich versteh dich schon!!! pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Merlinor,

ich weiß, du willst, dass ich hier etwas Grundsätzliches beim Schreiben lerne und genau das will ich auch. Ich hätte sonst was dafür gegeben, wenn es in Deutschland wie in den USA die Möglichkeit geben würde, Schreiben wie ein Handwerk zu erlernen. Aber ... diesen Schreiberschulen in Deutschland ... ich habe der Sache nie ganz getraut. Was ihr hier macht, gefällt mir sehr gut. Ich lerne gerne von gestandenen Profis, die sich selber schon die Finger wund geschrieben haben.

Ich habe natürlich auch schon eine Menge gelernt und ich bin ehrlich gesagt, auch irgendwie ganz dankbar, dass meine früheren Texte nicht veröffentlicht wurden. Wenn ich einen Text von vor zehn Jahren sehe, frage ich mich nur, wie konnte ich so schreiben?

Selbstverständlich beachte ich auch die Kritiken der anderen. Aber ich kann ihnen wohl keine Änderungen nach ihren Ratschlägen zeigen, weil da wohl nur wegwerfen und neu anfangen hilft.

Nachdem ich eure Kritik gekriegt habe, ist mir auch klar geworden, dass
vermutlich der Anfang meines Hauptwerkes ... bescheiden sein dürfte...
 
Und das ist ein Punkt, der gar nicht geht!!!! Hey, ich liebe mein Buch drei.
Aber die Figuren von Buch 1 sind mir so nahe wie meine eigenen Kinder.

Vielleicht, wenn ich mal einen Anfall von Mut habe, stelle ich den Anfang ein und Ihr seid dann alle so nett, und pflückt mir den Anfang auseinander und sagt, wie ... bescheiden er ist... Dann arbeite ich ihn hoffentlich so um, dass es ein Knaller wird. Für mich ist das enorm wichtig, weil da ernsthaft mein ganzes Herzblut dran hängt, und ich kann da keine Minderwertigkeit bei dulden. Ich nehme an, dass er an einem mangelhaften Aufbau leidet, was ich ja jetzt eben erlerne, und dann so umsetzen kann, dass der Leser sagt, die Geschichte will ich lesen...

Was mir noch gerade so einfällt... Ich wäre auch hochgradig entzückt, wenn mir mal einer von euch sagen könnte, was zur Hölle Buch 1 für ein Genre sein soll, sobald ihr etwas davon kennt. Ich habe eine Ewigkeit an dem Ding geschrieben und kann es selber nicht einordnen. Es im meinen Augen kein richtiger Fantasieroman, denn ich habe weder Orks, Trolle, Elfen, Zwerge oder Riesen. Ich habe allerdings einen Schwarzmagier als Gegenspieler. Trotzdem sind alle Personen reale Menschen und keiner fliegt wie Superman durch die Gegend oder solche Schoten. Ich würde eigentlich mehr zu einem Abenteuerroman tendieren, aber wie gesagt, ich habe dieses okkulte Element drin. Zeitlich sollte es vor dem frühen Mittelalter eingeordnet werden, jedoch sind Personen und alle Orte bewusst fiktiv gehalten. Ich weiß immer nie, ob ich das einen Verlag als Fantasy anbieten soll oder ob es doch mehr unter die Schiene Abenteuer fällt.

Das Blöde ist einfach, dass ich für meine eigenen Werke völlig betriebsblind bin. Als ihr das eine Wort in dem eingestellten Text bemängelt habt, da habe ich erst beim dritten Draufschauen gemerkt, dass das Wort falsch geschrieben ist ... im Text steht durchblickt .... es hätte natürlich durchgeblickt heißen sollen. Ich habe die Stelle bestimmt ein Dutzend mal nach Fehlern durchsucht und das nicht gesehen!!!!


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Merlinor
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BeitragVerfasst am: 15.02.2014 14:51    Titel: Antworten mit Zitat

Tinlizzy hat Folgendes geschrieben:
... Was ihr hier macht, gefällt mir sehr gut ...


Mach ein "wir" daraus und die Sache wird rund ... smile
Es ist genauso Deine Meinung zu den Texten anderer gefragt, wie die Meinung der anderen zu Deinen Beispielen.
Dieses Forum lebt vom konstruktiven Meinungsaustausch der Mitglieder, und zwar auf Augenhöhe.
Gerade die unterschiedlichen Hintergründe der Autoren und die Tatsache, dass nicht alle den gleichen Erfahrungsschatz teilen, macht diesen Austausch meiner Meinung nach so fruchtbar.
Hier sollen - und können - alle von allen lernen.

Tinlizzy hat Folgendes geschrieben:
... Das Blöde ist einfach, dass ich für meine eigenen Werke völlig betriebsblind bin …
... Ich habe die Stelle bestimmt ein Dutzend mal nach Fehlern durchsucht und das nicht gesehen!!!!


Das ist völlig normal.
Deswegen kommt kaum ein Autor um die Kontrolle seines Werkes durch Betaleser und anschließend um ein sorgfältiges Korrektorat und Lektorat durch den Verlag herum.

LG Merlinor


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KeTam
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BeitragVerfasst am: 15.02.2014 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

Tinlizzy hat Folgendes geschrieben:
... Das Blöde ist einfach, dass ich für meine eigenen Werke völlig betriebsblind bin …



Hallo Tinlizzy,

nimm dir mal fremde Texte vor, das hilft enorm dabei, auch in eigenen Texten, (bis zu einem gewissen Grad!) die Betriebsblindheit zu überwinden!

Lg, KeTam.


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... ansich ist die Nudel ja auch eine Art Waffe.*

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Tinlizzy
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BeitragVerfasst am: 15.02.2014 19:48    Titel: Toller Tipp Ketam!!! pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guter Plan, ich werde mich natürlich auch früher oder später zu einem
anderen Beitrag äußern, ganz klar.... Aber ich habe dank euch gerade ein Problem erkannt, dass dringender Behandlung bedarf ... Da muss ich erst einmal einige Seiten schreiben, damit ich sehe, ob ich das auch entsprechend hinkriege....

Ich sage euch aber auch gleich, dass ich mich nur da einmische, wo ich mich dazu in der Lage fühle, Kritik zu üben. Das ist so ein Prinzip, ich erzähle keinem Mechaniker wie er einen Kühler einbauen soll und beim Schreiben ist das auch so. Also, wenn ich nichts zu einem Thema sage, dann ist das nicht, weil ich euch ignoriere, sondern es vermutlich selber nicht besser kann oder wüsste.

Wenn ich mal was weiß, helfe ich euch gerne weiter... Very Happy Very Happy Very Happy Very Happy


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Merlinor
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BeitragVerfasst am: 15.02.2014 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tinlizzy

Es geht bei Kommentaren und Rezensionen hier im Forum nicht einfach darum, etwas "besser" zu wissen.

Oft sind es zwar schon handwerkliche und technische Fragen, die bei der Textarbeit im Mittelpunkt stehen, aber ebenso oft handelt es sich dabei auch um Fragen des persönlichen Standpunktes, um Geschmacksfragen.
Hier unterschiedliche Auffassungen kennenzulernen, ist für einen Autor ebenfalls sehr wichtig.
Am Markt hat er es sogar mit Lesern zu tun, von denen ein Großteil keinerlei theoretisches Wissen um die Schriftstellerei besitzt, und doch sind diese Leser es, die am Ende über Erfolg und Misserfolg seines Werkes entscheiden.

Eben deshalb glaube ich, dass gerade der breit gestaffelte Erfahrungshintergrund der Mitglieder unseres Forums ein ganz besonderer Garant für einen fruchtbaren Erfahrungsaustausch und eine erfolgreiche Textarbeit ist.
Du bist hierbei also nicht als "Professorin" für Schriftstellerei gefragt, sondern als genau die Person, die Du eben bist, mit genau Deinem Wissen, Deinen spezifischen Kenntnissen und persönlichem Hintergrund.

Und wie KeTam es andeutet: Daraus kann man unglaublich viel für sich selbst lernen, denn eine klare Aussage zu einem fremden Text zu machen zwingt einen dazu, für sich selbst erst einmal eine klare und eindeutige Meinung zu formulieren.
Es ist ein Prozess und einen solchen Prozess zu ermöglichen, ist der große Vorteil einer Plattform unterschiedlicher Menschen, die ein gemeinsames Interesse eint.

Habe also keine Scheu, Dich in diesem Prozess einzubringen - so wie du bist, mit Deinen ganz persönlichen Erkenntnissen und Ansichten.

LG Merlinor


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Tinlizzy
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BeitragVerfasst am: 15.02.2014 21:56    Titel: Hallo Merlinor!! pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Merlinor!!!

Ihr habt da ganz bestimmt Recht! Aber bei uns ist das in der Familie immer so gewesen Mund aufmachen, wenn du Ahnung hast, ansonsten Klappe halten.

Ich verspreche euch auch, ich gebe gerne meinen Senf dazu... Laughing Laughing Laughing


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Tinlizzy
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BeitragVerfasst am: 16.02.2014 17:54    Titel: Hab alles geändert!!! pdf-Datei Antworten mit Zitat

So, ich habe jetzt meinen Anfang neu geschrieben und stelle ihn für euch noch zum Rummeckern rein. Wenn ich eure Tipps richtig verstanden habe, müsste er jetzt besser sein. Ist aber nicht die endgültige Fassung, sondern mehr ein Probestück, ob ich auf dem richtigen Weg bin.



                           1.Kapitel 'Das Ende naht'

Es regnete leicht, während sie nachts in ihrem alten Pick-up mit dem Pferdeanhänger auf der Landstraße heimfuhr. Eine gewisse Müdigkeit krabbelte inzwischen von den Zehenspitzen Richtung Kopf. Lizzy warf einen Blick in den linken Seitenspiegel, als es darin hell aufblitzte. Jemand folgte ihr. Dabei fuhr sie langsam genug, um jeden normalen Autofahrer zum Überholen zu bewegen. Die unheilvolle Polizeisirene erklang und irgendwo flimmerte das blaue Licht eines modernen Displays. Lizzy blinkte und hielt auf dem Seitenstreifen an. Zwei Männer, die sie nur im Gegenlicht ihrer Scheinwerfer sah, kontrollierten ihren Transporter. Einer kam auf sie zu und klopfte an die Scheibe. Seine Taschenlampe leuchtete unangenehm ins Fahrzeuginnere.
„ Führerschein und Versicherungskarte“, forderte der Polizist mit befehlsgewohnter Stimme. Lizzy griff hinter die Sonnenblende und holte beides hervor. Er nahm sie und leuchtete mit der Taschenlampe auf die Plastikkarten.  „ Elizabeth Palmer, wohnhaft Mystle County, Kalifornien... 27 Jahre? Sieht man Ihnen gar nicht an. Was sind Sie von Beruf?“. Der Polizist blickte sie direkt an. Elizabeth war keine klassische Schönheit, aber irgendetwas an ihrem Wesen hatte etwas unschuldig engelhaftes an sich. Sie war knapp mittelgroß, schlank und biegsam wie ein Weidenzweig und hatte eine üppige Oberweite. Ihr war langes Haar war nicht rot und nicht blond. Vielleicht hatte sie deshalb auch nur undeutliche Sommersprossen. Ob jadegrüne Augen nun wirklich dazu passten, war auch noch eine Frage für sich, für die sie nie Zeit hatte. Lizzy war hübsch genug, dass Männer ihr auf der Straße einen platten Reifen wechselten. Aber sie war nicht so hübsch, dass die gleichen Männer wegen ihr schlaflose Nächte durchmachten.
„ Ich züchte Rennpferde und komme von der Rennbahn in Encinitas in San Diego, wo ich heute zwei Pferde geritten habe“. Der Polizist kritzelte etwas auf seinen Block.
„ Und? Haben Sie wenigsten gewonnen?“.
„ Ja, einer der beiden hat tatsächlich gewonnen. Danke der Nachfrage! Kann ich jetzt weiterfahren?“.
„Es scheint alles soweit in Ordnung zu sein, Miss Palmer. Aber Ihr Rücklicht am Pferdetransporter ist defekt. Sie müssen es erneuern lassen“.
„ Ja, Officer, werde ich“.
„ Und damit Sie es nicht vergessen, erinnert Sie dieser Strafzettel daran“.
„ Danke, Sir, wie nett von Ihnen!“.
„ Erwische ich Sie noch einmal mit Ihrem defekten Rücklicht, wird es nicht mehr so billig wie jetzt“. Der Polizist ging wieder zurück und Lizzy startete den Motor des Pick-ups, der Gott sei Dank sofort ansprang. Langsam rollte sie an, damit die Pferde sich nicht erschreckten.

Weit nach Mitternacht erreichte Elizabeth endlich ihre Farm. Die Palmer Farm lag im Sacramento Valley im Norden Kaliforniens, etwas abseits von allen Touristenströmen und der unersättlichen Begierde der Bauspekulanten. Ihr Vater, ein deutscher Auswanderer, hatte sie vor knapp zwanzig Jahren als Rinderfarm gekauft und dann allmählich umgebaut, während er sich einen Namen im Vollblut Rennsport aufbaute. Die  Vollblutzuchtfarm Palmer Farm war nie prächtig gewesen. Hier gab es keine endlosen, strahlend weiß lackierten Holzzäunen oder sogar Marmorböden für die edlen Vierbeiner. Auf der Palmer Farm war alles eher praktisch, mehrfach repariert und lebte vom guten Willen der Besitzer. Aber hier herrschte das Herz vor der Brieftasche und darum nannte Elizabeth ihren Stall ein Zuhause und nicht ihre Arbeit. Und es war gutes Land, auf dem sie saß. Trotzdem saß sie seit zwei Jahren, seit dem Tod ihres Vaters, auf einem absteigenden Ast, wenn sie sich gegen das drohende Aus auch mit allen Kräften stemmte. Aber inzwischen hätte sie zwanzig Paar Arme gebraucht, um die Arbeit in den Stallungen noch ernsthaft bewältigen zu können.


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inmutanka
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BeitragVerfasst am: 16.02.2014 20:19    Titel: Re: Hab alles geändert!!! Antworten mit Zitat

Hallo Tinlizzy,

das Gemecker war nicht böse gemeint. Werde bald selbst etwas einstellen, dann kannst du dich revanchieren.


                           1.Kapitel 'Das Ende naht'

Es regnete leicht, während sie nachts in ihrem alten Pick-up mit dem Pferdeanhänger auf der Landstraße heimfuhr.
Zeigen, nicht behaupten. Zeige, wie sich die Scheinwerfer durch die Nacht fressen, die Scheibenwischer quietschen, eventl. sogar, wie der Anhänger schlingert.

Eine gewisse Müdigkeit krabbelte inzwischen von den Zehenspitzen Richtung Kopf.

Was soll ich mir unter einer *gewissen Müdigkeit* vorstellen? Streiche das *gewisse*. Und Müdigkeit, die von den Zehenspitzen hochkrabbelt liest sich nach eingeschlafenen Beinen.

Lizzy warf einen Blick in den linken Seitenspiegel, als es darin hell aufblitzte. Jemand folgte ihr. Dabei fuhr sie langsam genug, um jeden normalen Autofahrer zum Überholen zu bewegen.

Umdrehen, sie wird erst ein Aufblitzen wahrnehmen und dann genauer hinsehen. Ist es wichtig, dass es der *linke* Spiegel ist? Obwohl ich ein Verfechter von Konkretisieren bin, könnte es hier m. M. n. raus.

Die unheilvolle Polizeisirene erklang und irgendwo flimmerte das blaue Licht eines modernen Displays.

Wenn ich ein sauberes Gewissen habe, empfinde ich eine Polizeisirene nicht als unheilvoll. Eher wäre ich an ihrer Stelle genervt.
*irgendwo flimmerte das blaue Licht eines modernen Displays. * - *irgendwo* und *modernen* würde ich streichen. Ersteres sagt nichts aus und letzteres ist logisch. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, was du damit meinst. Ist damit das *Spruchband* gemeint, dass bei den Polizeiwagen aufleuchtet? Z. Bsp. Bitte rechts heranfahren!


Lizzy blinkte und hielt auf dem Seitenstreifen an.

... hielt auf dem Seitenstreifen.

Zwei Männer, die sie nur im Gegenlicht ihrer Scheinwerfer sah, kontrollierten ihren Transporter. Einer kam auf sie zu und klopfte an die Scheibe. Seine Taschenlampe leuchtete unangenehm ins Fahrzeuginnere.

Wie, was kontrollieren sie? Ob er verschlossen ist? Ob die Reifen genügend Luft haben? Persönlich würde ich *ihren* durch *den* ersetzen. Grund: ihr, sein - sind Worte, die sehr oft in einem Text vorkommen, wo ich es nicht vermeiden kann. An Stellen, wo es nicht notwendig ist, streiche ich sie, damit es nicht ein *zu viel* wird.
*kam auf sie zu* - dazu müsste er meinem Verständnis nach von vorne kommen. Aber er kommt von hinten.
Aus Sicherheitsgründen wird der Polizist wohl zuerst in die Fahrerkabine hineinleuchten, wenn er überhaupt an die Scheibe klopft. Ich fahre automatisch schon die Scheibe herunter, wenn sie mich kontrollieren.
*unangenehm in(s) das Fahrzeuginnere* - ich grüble gerade. Unangenehm kann es nur sein (m. M.), wenn er sie anleuchtet/blendet, ansonsten wäre ja auch die Wageninnenbleuchtung unangenehm.


„ Führerschein und Versicherungskarte“, forderte der Polizist mit befehlsgewohnter Stimme.

Versicherungspflicht von Autos ist Staatssache. Daher kann ich nur von Illinois und SD sprechen, dort wird zwar bei Autoanmeldung nach einer Versicherung gefragt, aber wenn du nach einem Monat austrittst und weiterhin Auto fährst, kräht kein Hahn/Polizist danach, solange nichts passiert. Und wenn etwas mit einem unversicherten Autofahrer passiert, hast du gelitten. Bist du wirklich sicher, dass in CA die Polizei einen Versicherungsschein verlangen?
*befehlsgewohnt* würde ich (persönlich) herausnehmen, der *Befehl* sollte aus dem Gesprochenen rüberkommen (m. M. n., alles andere wäre wieder eine Behauptung)


Lizzy griff hinter die Sonnenblende und holte beides hervor. Er nahm sie und leuchtete mit der Taschenlampe auf die Plastikkarten.  

Müsste m. M. n. nicht so ausführlich beschrieben werden: Lizzy reichte ihm beides und er prüfte sie (gründlich).

„ Elizabeth Palmer, wohnhaft Mystle County, Kalifornien... 27 Jahre? Sieht man Ihnen gar nicht an. Was sind Sie von Beruf?“. Der Polizist blickte sie direkt an. Elizabeth war keine klassische Schönheit, aber irgendetwas an ihrem Wesen hatte etwas unschuldig engelhaftes an sich. Sie war knapp mittelgroß, schlank und biegsam wie ein Weidenzweig und hatte eine üppige Oberweite. Ihr war langes Haar war nicht rot und nicht blond. Vielleicht hatte sie deshalb auch nur undeutliche Sommersprossen. Ob jadegrüne Augen nun wirklich dazu passten, war auch noch eine Frage für sich, für die sie nie Zeit hatte. Lizzy war hübsch genug, dass Männer ihr auf der Straße einen platten Reifen wechselten. Aber sie war nicht so hübsch, dass die gleichen Männer wegen ihr schlaflose Nächte durchmachten.

1. hast du jetzt einen Perspektivwechsel drin (von Lizzy zum Polizisten),
2. ist die Aufzählung der körperlichen Attributen (sorry, wenn es hart klingt, ist nicht so gemeint) - plump. Bring es lieber hier und da tröpfelweise. wink


„ Ich züchte Rennpferde und komme von der Rennbahn in Encinitas in San Diego, wo ich heute zwei Pferde geritten habe“. Der Polizist kritzelte etwas auf seinen Block.

Hm, er hat doch nur nach dem Beruf gefragt, warum erzählt sie ihm quasi gleich die ganze Lebensgeschichte? Ist sie geschwätzig?

„ Und? Haben Sie wenigsten gewonnen?“.
„ Ja, einer der beiden hat tatsächlich gewonnen. Danke der Nachfrage! Kann ich jetzt weiterfahren?“.
„Es scheint alles soweit in Ordnung zu sein, Miss Palmer. Aber Ihr Rücklicht am Pferdetransporter ist defekt. Sie müssen es erneuern lassen“.
„ Ja, Officer, werde ich“.
„ Und damit Sie es nicht vergessen, erinnert Sie dieser Strafzettel daran“.
„ Danke, Sir, wie nett von Ihnen!“.
„ Erwische ich Sie noch einmal mit Ihrem defekten Rücklicht, wird es nicht mehr so billig wie jetzt“.

Ok, ich habe jetzt nicht den Eindruck, dass dieser Dialog die Story vorantreibt oder etwas über den Charakter aussagt. Mir drängt sich dagegen der Verdacht auf, der Autor bedenkt mich mit Info-Dumping.


Der Polizist ging wieder zurück und Lizzy startete den Motor des Pick-ups, der Gott sei Dank sofort ansprang. Langsam rollte sie an, damit die Pferde sich nicht erschreckten.

Beobachtet Lizzy, wie er zurückgeht? Wenn nicht, würde ich sie einfach starten lassen (Motor kann raus, was sollte sie sonst starten?). Dass sie einen Pick-up fährt, hast du schon zuvor erwähnt, ist hier überflüssig. Du hast mir zuvor nicht gezeigt, dass der Motor mucken könnte. Daher kommt ihre Befürchtung hier etwas aus der Luft gegriffen. Das Problem beim Anfahren mit Pferden ist weniger ein Erschrecken, sondern das sie jede Bewegung ausbalancieren müssen und in der Enge eines Pferdeanhängers sich schnell dabei die Beine verletzen (daher sind die auch bei Transporten oft dick bandagiert).
Was mich noch wundert: Lizzy fährt mit mehreren Pferden ALLEINE zu einem Rennen und startet noch als Jockey? Das heißt für sie, sie muss sich um die Pferde kümmern/sie versorgen, für das Rennen startklar machen, sich selbst umziehen, zum Wiegen, den Papierkram erledigen,  undundund. und alles unter mörderischen Zeitdruck.


Weit nach Mitternacht erreichte Elizabeth endlich ihre Farm. Die Palmer Farm lag im Sacramento Valley im Norden Kaliforniens, etwas abseits von allen Touristenströmen und der unersättlichen Begierde der Bauspekulanten. Ihr Vater, ein deutscher Auswanderer, hatte sie vor knapp zwanzig Jahren als Rinderfarm gekauft und dann allmählich umgebaut, während er sich einen Namen im Vollblut Rennsport aufbaute.
Die  Vollblutzuchtfarm Palmer Farm war nie prächtig gewesen. Hier gab es keine endlosen, strahlend weiß lackierten Holzzäunen oder sogar Marmorböden für die edlen Vierbeiner.

Das ist wieder diese Aufzähleritis. Lass sie auf die Farm einfahren, zeige, was sie im Scheinwerflicht sieht. Dass sie die Farm vom Vater übernommen hat, er Deutscher ist etc. kannst du alles nach und nach einbauen, z. B. in einem Dialog oder wenn sie eventl. vor dem Bild ihres Vaters steht und an ihn denkt oder so.
Pferde und Mamorboden geht nicht gut. Die rutschen, besonders wenn sie Eisen tragen und/oder der Boden nass ist. Ich weiß nicht, ob es Ställe mit Marmorsäulen oder gekachelten Mamorwände gibt (wobei mir nicht klar ist, ob Urin/Kot nicht dem Marmor schadet), aber mit Marmorboden im Stall garantiert nicht.


 Auf der Palmer Farm war alles eher praktisch, mehrfach repariert und lebte vom guten Willen der Besitzer.

ich fühle, was du damit sagen willst. Aber so, wie es dasteht, passt es nicht. Jedes Gebäude lebt/existiert vom *guten Willen der Besitzer*. Wenn einer Milliardär ist und kein Geld in die Reparatur seiner Behausung steckt, wird er auch irgendwann in einer Ruine hausen.


Aber hier herrschte das Herz vor der Brieftasche und darum nannte Elizabeth ihren Stall ein Zuhause und nicht ihre Arbeit.

Oben hast du sie als Lizzy eingeführt, bleibe dabei. Es liest sich, als ob sie im Stall lebt.

Und es war gutes Land, auf dem sie saß. Trotzdem saß sie seit zwei Jahren, seit dem Tod ihres Vaters, auf einem absteigenden Ast, wenn sie sich gegen das drohende Aus auch mit allen Kräften stemmte.

WW: saß; Sie *sitzt* auf dem Land? Und gleichzeitig auf einem *absteigenden Ast*?
*gegen das drohende Aus auch mit allen Kräften stemmte* das sind wieder Allgemeinplätze.


Aber inzwischen hätte sie zwanzig Paar Arme gebraucht, um die Arbeit in den Stallungen noch ernsthaft bewältigen zu können.

Ich würde es noch plastischer ausdrücken: Um die Arbeit auf der Farm weiterhin bewältigen zu können, hätte sie zwanzig Hände und einen Zweiundsiebzig-Stunden-Tag benötigt. - Mit Armen kann sie zwar wedeln aber kaum etwas arbeiten. *ernsthaft* würde ich rausnehmen, liest sich, als würde sie es nur noch aus Jux machen.

So, besser als die erste Version ist es. Die schrägen Vergleiche sind draußen wink Auf der anderen Seite könntest du noch mehr Drama/Action einbauen. Lass es nicht leicht regnen, sondern schütten. Lass sie nicht *eine gewisse Müdigkeit* verspüren, sondern in Sekundenschlaf fallen und im letzten Moment das Steuer herumreißen. Lass die State Troopers sie nicht wegen einem defekten Rücklichts anhalten, sondern weil sie (eventl. durch den Sekundenschlaf) Schlangenlinie fuhr und sie Alkoholkontrolle machen. Anschließend steht es auf der Kippe, ob sie Lizzy noch weiterfahren lassen. Lizzy ist verzweifelt. Die Pferde müssten die ganze Nacht im Anhänger stehen und wer kümmert sich um die anderen Pferde auf der Farm? Sie lügt die State Troopers an, dass sie Pause machen würde, innerlich flucht sie, weil sie jetzt statt auf dem Interstate Highway über Schleichwege fahren muss (weil sie befürchtet, dass sich die Polizisten irgendwo hinstellen und sie erwischen) und noch länger unterwegs ist.

LG Inmutanka


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inmutanka
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BeitragVerfasst am: 16.02.2014 20:28    Titel: Antworten mit Zitat

Habe gerade gegoogelt: Marmortränke in alten Ställe, Mamorsäulen oder Marmordeko habe ich auf die Schnelle gefunden, aber keine Marmorböden/Marmorwände.

LG
Inmutanka


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BeitragVerfasst am: 17.02.2014 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tinlizzy

Auch ich melde mich noch einmal zu Wort.

Einige bedenkenswerte Anmerkungen hat Dir inmutanka ja bereits gegeben.

Ich selbst möchte mich noch einmal mit dem nun veränderten dramaturgischen Aufbau der Geschichte befassen.
Gerade frage ich mich nämlich, um was für eine Geschichte es sich da eigentlich handelt, und ob ich nach dem vorherigen Ansatz oder dem jetzigen, neuen Beginn des Romans, eigentlich bereits etwas Wesentliches darüber weiß, worum es in dem Buch gehen soll.
Ich bezweifle das nämlich mittlerweile …

Beide Versuche haben meinem Gefühl nach einzig und alleine das Ziel, die Protagonistin und ihre grundsätzliche Situation einzuführen.
Beide Male gab es jeweils zu Beginn ein kleines Stückchen Handlung (zuerst das Pferderennen, jetzt die Begegnung mit der Polizeistreife), doch beide Handlungsstränge führen letztlich ins Leere, bedeuten für die eigentliche Handlung des Romans eigentlich nichts, sondern dienen lediglich als Hintergrund, um die Protagonistin vorzustellen.
Überdies sind beide auch in sich selbst nicht wirklich spannend, beinhalten keinen ernst zunehmenden Konflikt.
Dort sitzt sie auf dem Pferd, rennt und gewinnt, ohne dass dieser Sieg infrage gestellt würde, hier begegnet sie dem Polizisten, es gibt ein kurzes Hin und Her der Worte, einen Strafzettel und sie darf mit kaputtem Rücklicht weiterfahren.
Das Wichtigste scheint Dir dabei zu sein, den Leser über die Protagonistin aufzuklären.

Keine der Szenen führt uns in die eigentliche Geschichte und beide Male hängst Du einen weiteren Absatz an die kurze Handlung, der lediglich dazu dient, die Lebenssituation der Protagonistin zu beschreiben.
Man nennt das „Infodump“ und es ist ein Fehler, den viele angehende Autoren machen, die glauben, der Leser müsse gleich zu Beginn über das gesamte Setting eines Romans aufgeklärt werden.
Muss er nicht, sondern gerade in den Unterhaltungsgenres will er möglichst direkt und mit steigender Spannung in die Handlung geschossen werden.

Sie hat Schwierigkeiten als Rennreiterin und Züchterin zu überleben, ihre kleine Farm ist in Gefahr?
Bringe die Gute gleich zu Beginn im Rahmen einer spannungsgeladen, handlungsreichen Szene richtig in Bedrängnis!
Lass den Leser diese Schwierigkeiten hautnah miterleben und führe ihn gleichzeitig in miteinander verwobenen Spannungsbögen direkt in die Elemente der von dir anvisierten Liebesgeschichte ein.

Mein Senf.
Ich weiß, das ist hart.
Aber es ist wirklich nicht böse gemeint, sondern soll Dir einfach nur ein paar Hinweise darauf geben, was ich für den Einstieg in eine Geschichte für wesentlich halte.

Ich kenne Deine Geschichte nicht.
Aber das, was Du uns hier zeigst, hat mit dem eigentlichen Plot noch nichts zu tun, sondern ist lediglich Staffage und Beiwerk, um Deine Protagonistin einzuführen.
Ein guter Romananfang muss aber mehr können, muss den Leser in die Geschichte selbst ziehen und nicht einfach nur „guten Tag“ sagen.

LG Merlinor


_________________
„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
Es gibt keine Materie an sich, Geist ist der Urgrund der Materie.“

MAX PLANCK (1858-1947), Mailand, 1942
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Tinlizzy
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BeitragVerfasst am: 17.02.2014 18:35    Titel: hallo Merlinor!!! pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich hatte gehofft, dass du deinen Senf dazu gibst!!!
Bis jetzt bist du der, der mich am Besten nach vorne bringt.

Du hast recht, der Text ist ein Vorstellung der Protagonistin. Nachdem du gesagt hast, der erste Anfang ist überarbeitungswürdig, habe ich mir Ralphies Werkstatt vorgenommen und wollte seine Tipps umzusetzen.

War nie mehr als ein Leitfaden, nicht richtig ausformuliert, ich fand es auch etwas öde geschrieben und wollte einfach nur Person, Zeit und Ort einführen. Aber offenbar wieder daneben geschossen, ist egal, war ja nur eine Arbeitsversion.

Da du bestimmt recht hast, muss ich jetzt noch mal ein wenig darüber grübeln, ob ich nicht viel zu kompliziert anfange, was meiner Meinung nach mein größtes Manko ist, alles viel zu kompliziert zu gestalten.

Es wäre echt nett, wenn du vielleicht noch mal über die nächste Version schaust, sobald ich soweit bin.

lg
tinlizzy
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