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Einstand mit Schlammmaske im Gesicht und der Mütze


 

 
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Gemuesemetzger
Abc-Schütze


Beiträge: 2
Wohnort: HH


BeitragVerfasst am: 23.01.2014 16:25    Titel: Einstand mit Schlammmaske im Gesicht und der Mütze eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

meines Sohnes auf dem Kopf - mir viel zu klein - möchte ich mich hier exponieren.


Unser kleines Haus ...


Die Sonne war am Horizont verschwunden, ein paar Mücken torkelten träge durch die Luft, Bierdosen häuften sich am Rande der Terrasse, die mit leichtem Gefälle in den kleinen Garten überging.
Es war die Ruhe nach einem langen gewaltigen Tag. Es war der Geruch von getrockneten Schweiß, schwieligen Händen und Müdigkeit, die nur Männer produzieren konnten, die richtige Männer waren.
Eigentlich fehlte nur Feinripp und ein Haufen mariniertes Grillfleisch.

„Alder! Ich glaube mein Schwein häkelt! Ben Stiller ist doch viel zu weich. Ich will jemand härteres. Humorvoll aber hart. So was wie Bruce Willis in ... ach, wie hieß der noch?... irgend´ so ein schrecklicher Schinken aus den Achtzigern?“, Joseph war voll in Fahrt und betastete seine verschrammten Füße und Arme.

„Last Boyscout?! Da ist er doch nicht wirklich humorvoll...“, sein Gegenüber schnaubte in die Dose.

„Nein, nein, ehmmm, wie hieß der Mist noch... irgendwas mit dem Vatikan...“, Joseph wirkte erhitzt.

„Vatikan? Bruce Willis gegen die Schweizer Garde? Ha Ha...“ Matt nahm Joseph mal wieder nicht Ernst, was der Situation auch nicht angepasst war.

„Nein Sack! Der spielt in Rom und da spielt noch... ach Mist wie heißt die noch... Irgendwas mit Da Vinci oder Michelangelo.“
Wenn Joseph eines ärgerte, dann war es die mit dem Alter offenbar reduzierte Fähigkeit sich an unnutzes Wissen der letzten 30 Jahre zu erinnern.

 „Oder Michelangelo? Kommt der Teufel auch vor?!“, frotzelte Matt weiter und nippte an seiner Dose.
 
„Nein, hmm. "Joseph Lampe schien in sich zusammen zu sinken.

"Ha... jetzt weiß ich es“, das fundierte Halbwissen der letzten Jahre hatte einen Namen gefunden: „Hudson Hawk! Kennst Du den? - Der war Schrott – totaler Schrott, aber Bruce Willis in der Rolle war genau das, was ich mir vorstelle!“

Matt kratzte sich am Kinn und nahm einen tiefen Schluck deutscher Braukunst zu sich:  „Hudson Hawk? Hmmh... kenne ich nicht. Keine Ahnung. Ich finde Ben Stiller ok.“

„Hmmm, nein, der ist zu soft, der kann nicht wirklich zuschlagen. Ich dachte auch schon an so was wie den Ewan Mc Gregor, aber der ist zu bekannt.“, Joseph grübelte und kratzte sich dabei Staub aus den Haaren.

 „Ha, Jedilightsabers against Handymen, could be fun.“, Matt sprang wie so oft zwischen deutsch und hartem australisch hin und her, ein Geburtsfehler, der durch seine Herkunft zu erklären war.

„Ha, oder der junge Clint Eastwood... hmm.. könnte man mit CGI reanimieren, wäre nur Scheiss aufwendig.“, jetzt gingen die Pferde mit Lampe durch, der für diesen Abend extra auf Bierdosen bestanden hatte, deren Renaissance er einleuten wollte.

„Bahh, wie wärs mit Christopher Walken?“, Matt grunzte gemütlich zwischen zwei großen Schlucken und sah aus, als wolle er gleich umkippen.

„Zu alt...aber hey, den könnten wir als einen der Handwerker nehmen!“

„Oder Robert de Niro! Was macht der eigentlich gerade: Komödie oder wieder richtige Filme?“

„Keine Ahnung. Ich hab ihn das letzte Mal in diesem Meet the fokkers gesehen. Da war er aber so mau..“

„Ja, stimmt, der ist raus. Vielleicht kann der noch einmal irgendwo hinten durchs Bild laufen – oder ha – den Typen in Baumarkt! Nur so ne 2 Minuten Szene. Aber wenn wir den dafür bekommen – das wäre geil!“

„Ha, de Niro mit sächsischen Akzent und Kittel...“


Ein ganz normales Gespräch unter ganz normalen Freunden. Eine ganz normale Diskussion über Sinn und Unsinn einer Welt, die so real sie auch scheinen wollte, von Unglaublichkeiten nur so zerschnitten war und mir in letzter Zeit den Nerv kostete.
Es wäre noch Stunden so weiter gegangen, hätte Matt nicht irgendwann aufbrechen müssen, um die letzte S-Bahn zu erreichen.
Schon seit Monaten hatte ich ein Thema und es lieferte immer neuen Gesprächsstoff, ohne jemals langweilig zu werden.
Zu viel für nur ein paar Anektdoten beim abendlichen Bier mit Freunden. Zuviel um noch mit dem normalen Standardmenschenverstand  geregelt zu werden. Dafür brauchte ich mittlerweile einen Anwalt und Ablenkung.
Die Saat war gesät. Ich würde ein Buch schreiben, nein noch viel gewichtiger: ich mußte dieses Buch schreiben! Und wozu hatte ich dieses heikel teure Notebook, wenn ich jetzt nicht mitten in der Nacht sofort mit dem Schreiben beginnen würde!
 
„Eine Erzählung über 2 Typen, die gemeinsam überlegen, mit welchen Schauspielern sie die Geschichte verfilmen, über die der eine ein Buch geschrieben hatte.“
 
Ganz schön kompliziert aber so oder so ähnlich waren die Fakten und – es musste raus! Raus aus meinem Kopf, raus aus meinem Leben, rein in die schier unendliche Sammlung von Katastrophen, die immer nach Nachschub gierte.  
Ja, ich wollte ein Buch schreiben und daraus sollte ein Film werden und ich sah mich schon jetzt mit Kameramann und Filmtechnikern neben dem Regisseur am Drehort stehen und die Details einer Actionszene durchsprechen.

Erfolg war machbar, sagte ich mir und wenn auch jetzt nicht sofort dann bitte aber in 3 Jahren, wenn sich ein deutscher Nachwuchsfilmer meines Buches bemächtigt hatte und daraus eine unglaubliche Kinoversion zu produzieren begann. Wie fängt man aber so etwas an und brauchte das ganze Projekt nicht erst mal einen kurzen prägnanten Titel, der später dann in der weltweiten Verwertung und Adaption auch flüssig von der Zunge ging?

„Bauschutt!“

„Handymen – the awakening“

„SOLAR – ein  Familienvater sieht Glut“, erste Ideen schossen durch meinen Kopf.
Das war schwieriger als ich es mir jemals vorgestellt hatte und nun vor den weißen Seiten meiner Textverarbeitung saß.
Ich machte mir die Gedanken, wie vielleicht viele Generationen von Schreibenden schon zuvor: Wo anfangen und wo hinwollen?
Ich wusste wo ich hinwollte: in mein Bett.

Doch dazu mehr.




geht weiter...
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MIT DER STARKEN BITTE UM KRITIK UND ANREGUNGEN -DANKE!

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Maph
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 24.01.2014 11:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gemuesemetzger,

der Hintergrund der Geschichte leuchtet mir sofort ein. Ich denke hier kann man sich selbst schnell wiederfinden. Grundsätzlich gefällt mir auch Dein Schreibstil, in diesem Fall allerdings hauptsächlich im Abschnitt nach dem Dialog. Da hätte ich direkt weiter lesen können.

Was mir nicht so gut gefällt ist die Einleitung. Hier wird mir die darauf folgende Szene überhaupt nicht klar. Da fehlt mir noch was, um ein ganzes Bild zu bekommen. Ich finde Du könntest ruhig die beiden Protagonisten erwähnen, bevor es mit dem Dialog losgeht. Das hat mich jedenfalls verwirrt und den Einstieg unnötig erschwert.

Den Dialog selber finde ich dann zwar recht authentisch, aber auch irgendwie belanglos. Klar haben wir alle schon solche Gespräche geführt, aber das macht es nicht automatisch lesenswert.


keep up the good work,

maph
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Gemuesemetzger
Abc-Schütze


Beiträge: 2
Wohnort: HH


BeitragVerfasst am: 28.01.2014 11:34    Titel: Danke fürs Feedback pdf-Datei Antworten mit Zitat

es geht heiter weiter... das belanglose des Dialoges soll den Spannungsbogen aufziehen und szenisch erst einmal aus der Geschichte heraus führen.
hier geht es weiter:


Kapitel

Es begann ganz harmlos.
Gerade zu idyllisch.
Knutschen, Sex, Party , Sex , Zusammenziehen, Sex, Kind, weniger Sex.
Eine Geschichte, die man nicht mehr neu erzählen kann und die in Nuancen millionenfach so überall stattfindet.
So auch bei Joseph Lampe.
Der Sohn konnte kaum Laufen , da hatte Papa Lampe schon nichts anderes mehr im Kopf als : ,, ist Miete zahlen etwa fortschrittlich ..!", den grandios penetranten Werbespruch eines Bank Werbespots aus dem Ende der Neunziger.

Nestbautrieb. Bei Tieren eindeutig genetisch angelegt, bei uns Humanoiden geschickt verankert und kommerzialisiert.

Ganz plötzlich und ohne Vorwarnung machte es Klick und Papa Lampe dachte nur noch an Zukunft. Geld kam auf´s Konto, ging irgendwo hin, doch was konnte man sinnvolles damit anstellen? Aktien, Hobbys, Klamotten, schnelle Autos?
Nein, mit Bestätigung der Schwangerschaft durch einen fachkundigen Gynäkologen, verändern sich bei Mann und Frau viele hormonelle Faktoren, die beim weiblichen Teil der Familie auch zur Gewichtszunahme beitragen, beim männlichen Teil jedoch stärker auf die Wahrnehmung der sozialen Infrastruktur und einer Analyse der Lebensgewohnheiten beiträgt.
Auf einmal ist alles existientieller, auf einmal werden einem Werte bewusst, die man entweder nicht kannte oder gar nicht mehr lebte, oder die man komplett vergessen hatte.
Eltern zu werden kann man Nichteltern eigentlich nur kurz und knackig und sehr arrogant so beschreiben: das Leben bekommt Sinn!

Das mag für Singleohren sehr konservativ und wenig zeitgeistig wirken, ist aber eine persönliche und sehr subjektive Wahrnehmung des Geschehens.
Nicht umsonst entwickelt sich genau zu dieser Zeit eben der vom Volksmund so trefflich umschriebene Nestbautrieb und man fängt an in anderen zeitlichen Dimensionen zu denken. Ständig umziehen und für jeden geilen Job den Standort wechseln war vorbei, Stuckdeckenaltbau in Eppendorf unbezahlbar und Miete zahlen irgendwie schon immer blöd. Man fing also ganz unbewusst an Geld und Habseeligkeiten zu zählen und nach bezahlbaren Lebensraum für den Rest seines Lebens Ausschau zu halten.

Kassensturz!

Es sollte was Kleines sein, nichts draußen auf dem Lande, nichts in einem Neubaughetto. Halt bezahlbar in einer schönen, netten Gegend. Was mit Charisma.
Nach einem Jahr, viel Gepoker und reichlich Glück kam es dann auch wie es kommen sollte: ein kleines, schnuckeliges zum Verkauf angebotenes Reihenhäuschen in einem der besseren Stadtteile Hamburgs, fiel Papa Lampe beim Joggen unter die Augen.  
Autoverkehrsungünstig gelegen, gut angebunden an den ÖPNV und innerhalb einer netten familienfreundlichen Nachbarschaft.
Viel war zu tun, doch war dies auch Wunsch und preismindernd. Ein kleines, kuscheliges Reihenhaus, erbaut zu Zeiten, als alle Energiekrisen noch weit weg waren und man nur an eines dachte: Dach über dem Kopf.

Ist man erstmal auf dem Trip kommt man davon nicht mehr runter. Innerhalb von 6 Monaten wurde Vater Lampe zu einem Experten, innerhalb von 12 Monaten zur Koryphäe.
Täglich blätterte er sich durch Finanzportale, rechnete in Kopf und in Excel immer wieder die gleichen Modelle und konnte doch nichts dagegen tun .
Einmal an der Nadel, blieb,man hängen und konnte sich mit nichts anderem mehr beschäftigen.

Kauf mich! Sonst bin ich weg!

So passierte es dann und nach 25 Minuten in den Ledersesseln eines Notars, wechselte mittels einer Urkunde und Zahlung einer erquicklichen Summe Geldes, von A nach B ein kleiner Besitz, der fortan das Leben der Lampes verändern sollte.Ist man erstmal auf dem Trip kommt man davon nicht mehr runter. Innerhalb von 6 Monaten wurde Vater Lampe zu einem Experten, innerhalb von 12 Monaten zur Koryphäe.
Täglich blätterte er sich durch Finanzportale, rechnete in Kopf und in Excel immer wieder die gleichen Modelle und konnte doch nichts dagegen tun .
Einmal an der Nadel blieb, man hängen und konnte sich mit nichts anderem mehr beschäftigen.

Kauf mich! Sonst bin ich weg!

So passierte es dann und nach 25 Minuten in den Ledersesseln eines Notars, wechselte mittels einer Urkunde und Zahlung einer erquicklichen Summe Geldes, von A nach B ein kleiner Besitz, der fortan das Leben der Lampes verändern sollte.


Nach dem Geld kommt das Geld.

Familie Lampe brauchte für ihr Haus, eine Warmwasserversorgung.
Sie erkundigten sich und hörten, dass es wohl sehr gut sei, die bestehende Ölheizung mit einer Solaranlage zu ergänzen und dabei einen Heißwasserpuffer, den es bis jetzt im Hause nicht gab, in das bestehende System zu integrieren.
Das alles musste recht schnell passieren, doch noch war genügend Zeit sich verschiedene Angebote einzuholen und unter den zum Teil gigantischen Preisunterschieden ein solides und kompetent wirkendes herauszupicken.
Firma Max Bauer, die das Wort Solarfachbetrieb schmuckvoll in der üblichen Gas & Wasser & Scheiße Packung führten, erschienen in Form von Herrn Kott bei vor Ort und überzeugten in Wort, Kompetenz und Preis. Auch zeitlich war alles im Rahmen...

Konnte man das so schreiben?

War ich wirklich in der Lage die Geschichte aufzubereiten und dabei amüsant zu sein und meine Zuhörer zu fesseln? Nach den ersten  Seiten lehnte ich mich zurück und betrachtete zweifelnd mein Werk.

Nein, nicht wirklich gut. Das war hölzern und haspelig. Stümperhaftes Gekritzel. Wo war der Esprit? Wo war der Pathos und die mir so eigene Ironie.
Lag es an der Geschichte oder meiner Unfähigkeit?
Ich trank einen Kaffee und machte weiter an der Geschichte, in der erst gerade die Probleme richtig begannen.

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