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nilswundertsich
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 28
Beiträge: 102

Ei 7


BeitragVerfasst am: 13.01.2014 17:56    Titel: ich sehe dich gerne eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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ich sehe dich gerne

ich sehe dich gerne
unvermittelt lächeln
wenn dein blick
aus dem busfenster flüchtet

steinern sind die tage
geworden wie wir sie
durch das glas betrachten
und vergessen müssen

schutt und wut
verdreckte gänge
holzlatten altes
mobiliar das flehend
aus dem morast hervorragt
die sonne scheint heute
so milchig
kind hängt verzweifelt
an deiner brust

wieder beruhigt
nach flüchtenden tagen
sehe ich dich gerne
unvermittelt lächeln
wenn irgendwo in der ferne
noch libellen fliegen



_________________
Du, Hase?, sagte der Bär. Bist du auch so müde?
Ja, sagte der Hase. Lass uns schlafen gehen.
Und Hase und Bär schliefen bis an ihr Lebensende.
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Mr. Curiosity
Bestseller-Autor

Alter: 31
Beiträge: 4485
Wohnort: Köln
Der goldene Käfig


BeitragVerfasst am: 14.01.2014 15:58    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr gut.

_________________


"Wenn du Schriftsteller sein willst, dann sag, dass du der Beste bist ...
Aber nicht, solange es mich gibt, kapiert?! Es sei denn, du willst das draußen austragen."

(Ernest Hemingway in "Midnight in Paris")
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nilswundertsich
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 28
Beiträge: 102

Ei 7


BeitragVerfasst am: 14.01.2014 17:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Mr. Curiosity:

Dankesehr! Nichtsdestotrotz hätte ich grade von dir glaube ich etwas kritischeres erwartet.^^


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Paranoia
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 19
Beiträge: 18
Wohnort: Niedersachsen


BeitragVerfasst am: 14.01.2014 17:26    Titel: Re: ich sehe dich gerne Antworten mit Zitat

nilswundertsich hat Folgendes geschrieben:
ich sehe dich gerne

ich sehe dich gerne
unvermittelt lächeln
wenn dein blick
aus dem busfenster flüchtet

steinern sind die tage
geworden wie wir sie
durch das glas betrachten
und vergessen müssen

schutt und wut
verdreckte gänge
holzlatten altes
mobiliar das flehend
aus dem morast hervorragt
die sonne scheint heute
so milchig
kind hängt verzweifelt
an deiner brust

wieder beruhigt
nach flüchtenden tagen
sehe ich dich gerne
unvermittelt lächeln
wenn irgendwo in der ferne
noch libellen fliegen


Hey, erstmal ist das hier das erste Gedicht das ich in einem Forum lese.
Ist ja auch mal etwas oder?
Nunja es gibt da eine Sache die mich regelrecht stört...
Ich weiss, ich weiss es lässst sich drum streiten, aber eigentlich sollte man es ja beachten: Gross-und Kleinschreibung! Mich persönlich hat es eher desinteressiert, weil der Titel klein geschrieben ist...für mich geht der dadurch irgendwie unter. Aber ist meine Interpretation.
Auch im Gedicht ist es der Fall, wobei ich es doch ganz anschaulich finde, wenn Titel und Gedicht klein geschrieben sind, aber nunja fällt dann aber auch nicht so schnell ins Auge, wie ich finde.
Ich finde das Gedicht ziemlich gut, kurz aber für mich kein strukturiertes Thema, jedenfalls ist es für mich nicht erkennbar. Am Anfang gut angefangen mit dem Titel, aber gegen Ende hätte ich nie gedacht das es zusammengehört. Aber nunja ich kann mich irren.
Hoffe meine Kritik hilft dir etwas.
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Piezke
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 32
Beiträge: 135



BeitragVerfasst am: 14.01.2014 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Die mantelnden Strophen finde ich toll, die mittleren hingegen ... hm, beliebiger?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Zeitraum der Handlung erfasse. Mir kommt es so vor, als hätte sich von Strophe 1 bis 2 eine Beziehung zwischen Erzähler und ihm/ihr entwickelt. Alles andere beschreibt die Kompliziertheit der Beziehung. Der Morast könnte die Ödnis des Lebens sein oder konkretere Probleme. Zuerst habe ich die dritte Strophe so interpretiert, dass der Partner manische Züge hat, aber daran glaube ich durch die leichte vierte Strophe nicht mehr. Vielleicht spricht aber gerade das doch dafür.

Stellen, die mir ausgesprochen gut gefallen:
Zitat:
wenn dein blick
aus dem busfenster flüchtet

Mit dem Verb kann ich mich super identifizieren.
Zitat:
die sonne scheint heute
so milchig
kind hängt verzweifelt
an deiner brust
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nilswundertsich
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 28
Beiträge: 102

Ei 7


BeitragVerfasst am: 14.01.2014 21:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erstmal danke für die ehrlichen Meinungen.
Ich hatte beim Schreiben das Bild im Kopf, wie ich und die angesprochene Person als zwei der letzten Überlebenden nach einem langen Krieg oder sogar dem Untergang der Welt in einem rostigen Bus sitzen und an Schutthalden entlang fahren. Irgendwie wollte ich aber kein Apokalypsengedicht schreiben, sondern was weniger eindeutiges

@Paranoia: Das mit der Groß- und Kleinschreibung ist ja wirklich so ne Sache, aber ich habe mir die Kleinschreibung bei Gedichten irgendwie angewöhnt. Gerade bei solchen, die eher mit kleinen großen Dingen zu tun haben, finde ich das ganz passend. Ist aber meiner Meinung nach Geschmackssache, der eine mags, der andere nicht.

@Piezke: Gute Interpretationsansätze hast du da. Der Zeitraum war auch bewusst von mir nicht klar definiert. Meinst du (bzw. meint ihr), ich sollte das Ganze etwas eindeutiger gestalten? Wenn ich dran arbeiten würde, würde ich entweder Strophe 3 streichen oder sie noch etwas verlängern und die Symbolik etwas mehr zur Geltung kommen lassen. Was meinst du so?


_________________
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MrPink
Geschlecht:männlichLyromane

Alter: 48
Beiträge: 2804
Wohnort: Oberbayern
Der Bronzene Wegweiser


BeitragVerfasst am: 14.01.2014 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

nilswundertsich hat Folgendes geschrieben:
@Mr. Curiosity:

Dankesehr! Nichtsdestotrotz hätte ich grade von dir glaube ich etwas kritischeres erwartet.^^


Manchmal hat man halt nix zu kritisieren. Ich schließe mich Mr. C. an. Sehr gerne.


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„Das Schreiben wird nicht von Schmerzen besorgt, sondern von einem Autor.“
(Buk)
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Piezke
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 32
Beiträge: 135



BeitragVerfasst am: 15.01.2014 00:32    Titel: Antworten mit Zitat

nilswunderlich hat Folgendes geschrieben:
Meinst du (bzw. meint ihr), ich sollte das Ganze etwas eindeutiger gestalten?

Das Thema? Auf Postapokalypse bin ich zwar nicht gekommen, aber die Hinweise sind schon da. Wahrscheinlich konnte ich deshalb die dritte Strophe nicht ganz einordnen. Mir gefällts wie es ist, weil sich keine Lesart aufdrängt.

Zitat:
verdreckte gänge
holzlatten altes
mobiliar das flehend

Das ist für mich die einzige kritische Stelle. Gänge, Holzlatten und Mobiliar - warum ausgerechnet diese drei Begriffe? Das flehende Mobiliar ist ein schönes Bild (hui, jetzt habe ich vor Augen wie Artax in der Unendlichen Geschichte im Morast versackt), aber warum Holzlatten? Weil den Menschen die Decke auf den Kopf gefallen ist?
Ich glaube, die dritte Strophe gefällt mir jetzt doch sehr gut.
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nilswundertsich
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 28
Beiträge: 102

Ei 7


BeitragVerfasst am: 15.01.2014 01:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So:
@MrPink: Vielen vielen Dank smile Ich mag das ja meist kaum glauben.


@Piezke:
Zitat:
aber warum Holzlatten? Weil den Menschen die Decke auf den Kopf gefallen ist?


Da hast du natürlich auch wieder recht. Na, ich hab jetzt doch nur eine minimale Änderung vorgenommen, aber vielleicht reicht sie ja schon aus? Vielen Dank für dein Feedback! Und die schönen Assoziationen mit meinen kleinen Zeilen smile

ich sehe dich gerne

ich sehe dich gerne
unvermittelt lächeln
wenn dein blick
aus dem busfenster flüchtet

steinern sind die tage
geworden wie wir sie
durch das glas betrachten
und vergessen müssen

schutt und wut
verdreckte wege
in staub gehauen altes
mobiliar das flehend
aus dem morast hervorragt
die sonne scheint heute
so milchig
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an deiner brust

und wieder beruhigt
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Piezke
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 32
Beiträge: 135



BeitragVerfasst am: 16.01.2014 12:22    Titel: Antworten mit Zitat

Die erste Version gefällt mir besser.
Zitat:
in staub gehauen altes
mobiliar das flehend
aus dem morast hervorragt

Die Bilder beißen sich für mein Gefühl. Das Mobiliar ist gleichzeitig in Staub gehauen (für sich wieder ein schönes Bild) und steckt im Morast fest. Dadurch hat es seine Schnörkellosigkeit verloren.

Was das "und" im ersten Vers der letzten Strophe angeht, bin ich auch skeptisch. Die Strophe hat für mich gerade deshalb funktioniert, weil sie sich klar von der dritten abgrenzt, monolithisch als Hoffnungsschimmer steht.
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nilswundertsich
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 28
Beiträge: 102

Ei 7


BeitragVerfasst am: 16.01.2014 20:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Meine Intention wäre eigentlich diese Lesart:

verdreckte wege
in staub gehauen (altes usw.)

Der mittendrin platzierte Zeilenumbruch machts vielleicht undeutlich.
Und das "und" war so ne Idee, die ich auch gerne wieder verwerfen kann, finde sie nämlich doch nicht mehr so gut.

Was sagst du zu diesen Varianten?

schutt und wut
verdreckte wege
in staub gehauen
altes mobiliar das flehend
aus dem morast hervorragt

Sieht meiner Meinung nach irgendwie weniger interessant aus, kann aber nicht ganz beurteilen, warum. Es ginge natürlich auch so:

schutt und wut
verdreckte wege
in staub gehauen. altes
mobiliar das flehend
aus dem morast hervorragt

Der Punkt ist dann halt das einzige satzzeichen im Gedicht, und ob das zu "in staub gehauen" noch etwas endgültigeres dazu addiert oder doch eher den Fluss durchbricht, kann ich auch schwer beurteilen.


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nilswundertsich
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 28
Beiträge: 102

Ei 7


BeitragVerfasst am: 17.01.2014 17:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

schutt und wutverdreckte
wege in staub gehauen
altes mobiliar das flehend
aus dem morast hervorragt

Wäre auch eine Möglichkeit.


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Piezke
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 32
Beiträge: 135



BeitragVerfasst am: 19.01.2014 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

Achso, "altes" ist eigentlich ein Substantiv? Das ist wohl Fluch und Segen deiner Kleinschreibung (die ich grundsätzlich mag; verleiht den Zeilen Leichtigkeit).

Dein Gefühl zu den ersten beiden Alternativen teile ich. Die erste ist nicht mehr so mehrdeutig und die zweite ist ein Fremdkörper in der Form.

Die dritte Alternative gefällt mir besser ("wutverdreckt" ist schon wieder so ein anregendes Wort). Sie ist zwar auch nicht so geradlinig wie das Original, aber die attributiven Bestimmungen fügen sich harmonischer aneinander, als in den anderen Vorschlägen.
Trotzdem bevorzuge ich die ursprüngliche Version. In dieser Alternative kann "in staub gehauen" sowohl Rückgriff als auch Vorgriff sein. Es kann sich auf das Substantiv davor beziehen und auf das danach. Solche Uneindeutigkeit gibt es in den anderen Strophen nicht.
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Gast







BeitragVerfasst am: 20.01.2014 10:05    Titel: Re: ich sehe dich gerne Antworten mit Zitat

nilswundertsich hat Folgendes geschrieben:
ich sehe dich gerne

ich sehe dich gerne
unvermittelt lächeln
wenn dein blick
aus dem busfenster flüchtet

steinern sind die tage
geworden wie wir sie
durch das glas betrachten
und vergessen müssen

schutt und wut
verdreckte gänge
holzlatten altes
mobiliar das flehend
aus dem morast hervorragt
die sonne scheint heute
so milchig
kind hängt verzweifelt
an deiner brust

 
wieder beruhigt
nach flüchtenden tagen
sehe ich dich gerne
unvermittelt lächeln
wenn irgendwo in der ferne
noch libellen fliegen



Hallo nilswundertsich,

Noch unter dem (frischen) Eindruck der "Strasse" (C. McCarthy) hat sich dieser Text bei mir augenblicklich in ein (Nach-)Kriegs/Katastrophen-Szenario eingeordnet.
Mir gefällt diese erste Version sehr, die einzige Stelle, mit der ich nicht klarkomme:

Zitat:
kind hängt verzweifelt
an deiner brust


Wenn das (einengende, sehr richtungsweisende) "verzweifelt" sein muss, dann funktioniert für mich im Kontext das Präsens nicht wirklich.

Die nachfolgenden Verse
Zitat:
wieder beruhigt
nach flüchtenden tagen


würden sich (für mich) stimmiger einfügen, stünde das Ganze so da:

kind hing verzweifelt
an deiner brust

wieder beruhigt
nach flüchtenden tagen

Das würde dem "beruhigt" nichts nehmen, das sich auf LI und LD ja überträgt, würde mir aber das Lächeln verstehbarer machen. Das Lächeln nämlich, scheint mir, wäre kein echtes, keines, das man gern sieht.

Eine andere Möglichkeit sehe ich darin, das "verzweifelt" zu streichen, denn das würde dem Gedicht nichts nehmen, vielleicht im Gegenteil, und das Präsens stellte kein Problem mehr dar, aber: es ist ja nur mein "Problem". Allerdings dachte ich, ich lasse es dich wissen, denn das Ganze hat mich berührt, das Zaghafte, das Gefühl des vielleicht ja doch, das kommt bei mir sehr eindrücklich an.

Ich glaube auch, dass der Text nicht zeit- oder ortsgebunden ist, das macht eine seiner Stärken aus.
Noch immer angetan davon, dich als Neuzugang im Forum zu haben
grüsst
Lorraine
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Strichpunkt
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 166

Bronzene Neonzeit


BeitragVerfasst am: 20.01.2014 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hi nils,

Habe deine Texte und Kommentare bis jetzt sehr gerne hier im Forum verfolgt. Mir gefallen deine Texte, auch dieser hier!

Die einzige Stelle, wo ich der Lesefluss meiner Meinung nach ein bisschen ins Stocken gerät:

Zitat:
kind hängt verzweifelt
an deiner brust


Ist für mich die einzige Stelle, die sich nicht so ganz einfügen will in den restlichen Text. Vielleicht hängt es zusammen, dass hier das Bild plötzlich ein anderes ist. Plötzlich ein Mensch im Bild.

Sonst finde wirklich sehr gut! Schön, dass du hier bist!

Viele Grüsse
Strichpunkt
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Mardii
Stiefmütterle

Alter: 60
Beiträge: 1841



BeitragVerfasst am: 20.01.2014 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo nils,

auch mir gefällt dein Text ausgesprochen gut. Die Blickführung vom Gesicht durch das Fenster kann man als konkret und als Beleuchtung der Seelenlandschaft verstehen. Du lässt offen woher das LI das LDu betrachtet, es kann ein Aussenstehender Fremder/Freund/Erwachsener sein, aber auch das Kind, das gestillt wird. Es sieht seine Mutter gerne, es beruhigt, tröstet das Kind, sie anzusehen. Ist mir die Deutung, die mir sehr zusagt.

Was mir gefällt sind sprachliche Feinheiten, wie:

nilswundertsich hat Folgendes geschrieben:
wenn dein blick
aus dem busfenster flüchtet


der blick flüchtet als Steigerung des fliehenden Blickes.

Zitat:
="nilswundertsich"steinern sind die tage
geworden wie wir sie
durch das glas betrachten
und vergessen müssen


Das wir dieser Strophe bestätigt mich in meiner Meinung, das LI ist das Kind. Ist aber Ansichts- oder besser Gefühlssache. Smile

nilswundertsich hat Folgendes geschrieben:
schutt und wut
verdreckte wege
in staub gehauen altes
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aus dem morast hervorragt
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so milchig
kind hängt verzweifelt
an deiner brust


Bei dieser Strophe könntest du das hervor- weglassen. Dadurch entsteht an dieser Stelle eine Pause, die für mein Gefühl passt.

nilswundertsich hat Folgendes geschrieben:
und wieder beruhigt
nach flüchtenden tagen
sehe ich dich gerne
unvermittelt lächeln
wenn irgendwo in der ferne
noch libellen fliegen


Und das ist eine Schlussstrophe par excellence. smile extra

Liebe Grüße
Mardii


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`bin ein herzen´s gutes stück blech was halt gerne ein edelmetall wäre´
Ridickully
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nilswundertsich
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Ei 7


BeitragVerfasst am: 21.01.2014 22:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hach ja, vielen Dank für eure Impulse, Interpretationen und Meinungen. Ich bin so oft sehr glücklich, wenn ich ins Forum kucke smile

@Mardii: An die Deutungsweise mit dem Kind habe ich noch gar nicht gedacht. Finde die aber auch sehr schön! Das hervor ist tatsächlich nicht unbedingt nötig, das mache ich dann noch weg.

@Strichpunkt: Ich werde das Kind trotzdem drin lassen. Das soll sich bewusst vom Rest des Bildes abgrenzen und noch etwas erzählerisches einstreuen. Auch wenn ich verstehe, warum es dich irritiert. smile

@Lorraine: Vielen lieben Dank, ich bin sehr gerne hier smile Auch über deine Idee werde ich mir noch Gedanken machen und die endgültige Version dann hier posten.


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nilswundertsich
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Alter: 28
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Ei 7


BeitragVerfasst am: 01.02.2014 21:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

ich sehe dich gerne

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Gast







BeitragVerfasst am: 09.02.2014 15:59    Titel: Antworten mit Zitat

Beinahe wäre mir die neueste Version entgangen. Ich habe das Gedicht nominiert,
vlG
Lorraine
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Aranka
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Beiträge: 3382
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 09.02.2014 19:56    Titel: Antworten mit Zitat

Klasse! Gefällt mir sehr! Das Gedicht erzählt mir eine Geschichte, lässt Bilder aufleuchten in schlichter Sprache, glaubwürdig im Ton und gekonnt gebaut. An der neuen Version gibt es für mich nichts mehr zu rütteln. Daher ganz knapp und kurz: Klasse! Glückwunsch Aranka

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"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke)
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nilswundertsich
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 28
Beiträge: 102

Ei 7


BeitragVerfasst am: 09.02.2014 23:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Lorraine: Wow, schon das zweite Mal, das mir das hier passiert. Ich danke dir herzlichst! Ja, ich mache mich auch konträr zu meinem Vorsatz, mich hier am Forumsleben mehr beteiligen zu wollen, eher durch Abwesenheit auffällig. Smile Da kann man das schon mal übersehen. Umso schöner, dass du es dann nominiert hast.

@Aranka: Embarassed Das hab ich doch garnicht verdient... Dankesehr!


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