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Zeilen der Besinnlichkeit


 

 
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igros45
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 42
Wohnort: z. Zt. Hamburg


BeitragVerfasst am: 26.12.2013 16:13    Titel: Zeilen der Besinnlichkeit eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Zeilen der Besinnlichkeit

Markt und Strassen sind verlassen
und die  Haeuser stehen leer
Fast alle Leute  sind erschossen
oder flohen vor der Feinde Heer      
Dunkle Fensterhoehlen blicken klagend
auf das grosse Truemmerfeld

Alle Hoffnung ist nun dort begraben
in zerbombter Menschenwelt
Doch klingt da von Fern nicht Singen
und ein Lichtlein brennt, dann zwei drei vier
Suesser die Lieder nie klingen
denn das Christkind steht vor der Tuer.

igros45  m.einer Zeile in Anlehung an das bek. Gedicht von J.v.Eichendorff
u. a. Advent, Advent ein Lichtlein brennt-Volksmund
Zitat:

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FirePhönix
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 18



BeitragVerfasst am: 02.01.2014 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo igros45 smile

Erstmal muss ich sagen, dass mir dein Gedicht sehr gut gefällt. Ich habe es zunächst nur überflogen, bin aber bei 'denn das Christkind steht vor der Tür' hängen geblieben.
Mein erster Eindruck war nämlich, dass das Gedicht von Krieg und jener Trauer und Angst, die Krieg nunmal mit sich bringt, handelt. Dieser plötzliche Wendepunkt in der zweiten Strophe hat mich dann kurz irritiert.

Zitat:
Alle Hoffnung ist nun dort begraben
in zerbombter Menschenwelt
Doch klingt da von Fern nicht Singen


Aus diesem Grund habe ich es dann noch einmal gelesen, gründlicher diesmal und mit der Aufmerksamkeit, die eigentlich jedes Gedicht von Anfang an verdient Embarassed

Und ich muss sagen, dass mir das wirklich sehr gut gefällt. Ich weiß nicht, ob meine Interpretation des Textes deinen eigenen Vorstellungen entspricht, aber ich sehe darin als zentrales Thema nicht den Krieg, wie ich zuerst dachte, sondern die Hoffnung.

In meinen Gedanken entstand ein Bild von verlassenen Häusern, brennenden Ruinen und zertrümmerten Gebäuden - wie du es in der ersten Strophe treffend beschrieben hast. Als ich dann weiterlas hat mich vorallem die folgende Zeile ziemlich traurig gestimmt:

Zitat:
in zerbombter Menschenwelt


Da muss ich wieder daran denken, dass nicht überall auf der Welt Friede herrscht. Dass eigentlich an kaum einem Ort wirklich Frieden herrscht, sondern dass das eher ein Trugbild der Menschen ist. Überall auf der Welt leiden und bekämpfen sich Menschen, auch in Deutschland. Wäre das nicht so wäre die Anzahl der (Selbst-)Mörder wohl deutlich geringer (Was nicht bedeutet, dass ich mir jetzt der Zahlen bewusst bin, aber ein Blick auf Zeitungen und Nachrichten spricht ja oft Bände Wink )

Ich finde du hast diesen Umstand aber sehr schön mit Weihnachten verknüpft, was ja bekanntlich das Fest der Liebe ist.

Zitat:
und ein Lichtlein brennt, dann zwei drei vier


Kennst du Harry Potter? Ich musste an den vorletzten Teil denken, als Dumbledore (eine zentrale Hoffnungsfigur der Reihe, meiner Meinung nach) umgebracht wurde und alle Schüler gemeinsam ein Licht in die Luft gehalten haben, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Dabei entstand bei mir genau so ein Gänsehautgefühl wie bei deinem Gedicht: Zerschlagene Hoffnung, aber dann raffen sich alle Übriggebliebenen zusammen und bilden eine Gemeinschaft, die vielleicht sogar noch gestärkter ist als zuvor.

Um es kurz zusammenzufassen: Meiner Ansicht nach ist dir da ein wirklich gutes Gedicht gelungen. Zu Beginn traurig, dann der plötzliche Wendepunkt am Ende, der mir eine richtige Gänsehaut verursacht hat - eine schöne Wink

Jetzt kommt mir beim Schreiben aber noch eine andere Idee in den Sinn:

Zitat:
Alle Hoffnung ist nun dort begraben
in zerbombter Menschenwelt
Doch klingt da von Fern nicht Singen
und ein Lichtlein brennt, dann zwei drei vier
Suesser die Lieder nie klingen
denn das Christkind steht vor der Tuer.


Vielleicht ist das gar nicht als Hoffnungsschimmer gemeint. Denn wenn man es mal von einer anderen Seite betrachtet, dann ist es fast ein bisschen höhnisch, dass das Christkind in dem Moment auftaucht, da der Kampf verloren ist und 'alle Hoffnung begraben', wie du es so schön ausgedrückt hast.
Aber mir erscheint das mit der Hoffnung doch plausibler...obwohl ich das nicht begründen kann Embarassed

Wie auch immer es gemeint ist, in mir hat sich das Gefühl von zerschlagender Hoffnung, die durch das Auftauchen des Christkindes wiederbelebt wird, festgebissen.

Zitat:
und ein Lichtlein brennt, dann zwei drei vier


Klingt wie Musik in meinen Ohren, weil ich da wieder das Bild von Zusammenhalt im Kopf habe. Dass niemand allein gelassen wird und dass sich die Menschen aufraffen, um einen Neustart zu wagen, um das Alte zu vergessen und Neues zu erschaffen. Gefällt mir sehr gut! Very Happy

Als einzigen Kritikpunkt würde ich vielleicht sagen, dass du über die Rechtschreibung und Grammatik nochmal rüberschaust. Du hast statt Umlauten immer 'ae', 'ue', etc. verwendet. Ich weiß nicht, ob das beabsichtigt war? Vielleicht würde es sich so etwas besser runterlesen:

Markt und Straßen sind verlassen
und die Häuser stehen leer
Fast alle Leute sind erschossen
oder flohen vor der Feinde Heer
Dunkle Fensterhöhlen blicken klagend
auf das große Trümmerfeld

Alle Hoffnung ist nun dort begraben
in zerbombter Menschenwelt
Doch klingt da von Fern nicht Singen
und ein Lichtlein brennt, dann zwei, drei, vier
Süßer die Lieder nie klingen
denn das Christkind steht vor der Tür.


Wenn deine Form des Geschriebenen einen Hintergrund hat, dann nehme ich alles zurück Very Happy

Ganz liebe Grüße,
Fire

Ps: Joseph von Eichendorff hat sich auch in mein Herz geschrieben ♥
Das...ähm...wollte ich mal loswerden Very Happy


_________________
went outside and saw the moon and it made me think of you
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