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Butenlänner
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 116



BeitragVerfasst am: 29.12.2013 00:48    Titel: ich will bei dir sein eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der folgende Text ist ein Distichion! Bitte nicht persönlich nehmen!




----Moloch wie Pissegerüche - sich mischend in Ecken verstecken.
----Moloch! Die stinkende Stadt, Schluchten voll klebrigem Schweiß.
----Moloch wo, Freier die Ärsche, von Nutten belecken und Ficken.
----Moloch Geschäfte wie Sex! Geld, nur das macht euch heiß!
----Moloch, wo Mariuhana euch fehlt; wie Dreck nur ertragen?
----Moloch dies dreckige Dope, wirkt wie ein Bremsklotzverschleiß!
----Moloch wie Auto- Schlangen, zum rasenden Monster mutieren!
----Moloch im brüchigem Haus, Trinker liegt tot in der Scheiß!
----Moloch, wenn Klopapier fehlt um die Kack..., der Lokus muss glänzen!
----Moloch! Wo REiM-SOuNd-DrÖhnT-wie-TeKkNO-BuM ScHEiß!!!!
----Moloch treibt Vögel zum Aufbruch, sie wollten lieblich euch singen?
----Moloch im teutschen Land, Armut durch Schröders Geheiß!!!!
----Moloch die Roten und Schwarzen, Reformen beglücken die Reichen.
----Moloch dies rötliche Rot; innen erbärmliches weiß!
----Moloch, wie diese fette Diät, ich glaub ich muss kotzen!
----Moloch, wo Hoffnung einfriert; Fuck u! Stillstand im Eis!
----Moloch Kinder weinen nun still, die Eltern verzweifeln,
----Moloch wirkt laut und leis, herrscht und braucht kein Beweis!
----Moloch, könnt ewig es rappen! Euch nerven mit grausigen, dunklen:


--------Moloch, du Arschficker
--------Moloch Politiker
--------Moloch, du Dotcomler
--------Moloch Poetiker!

------------Moloch nur Moloch
-------------Moloch Moloch
---------MOLOCH!


--------Ich will bei dir sein, wenn du weinst und weißt nicht wieso,
---------ich will bei dir sein, wenn du frierst und weißt nicht wohin,
----------ich will bei dir sein, wenn du bist wie du bist, eben so.
-
-
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Silvian
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 57
Beiträge: 715
Wohnort: kurz vor Köln


BeitragVerfasst am: 29.12.2013 03:25    Titel: Antworten mit Zitat

Wer wollte nicht bei ihr/ihm sein?
Wer bräuchte nicht dieses LI, das bei einem sein will?
In diesem Moloch.

Toll geschrieben, finde ich. Nur die Hervorhebungen erschließen sich mir nicht. Sei's drum.

LG
Silvian
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Butenlänner
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 116



BeitragVerfasst am: 29.12.2013 14:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi,
die Hervorhebungen haben mehrere Bedeutungen, welche ich natürlich nicht per Rezept verordnen kann und will.

Erläuterung (Rezept):

1.Ein Distichion besteht aus einem Hexameter und einem Pentameter und hat ein Betonungsschema':

Moloch wie Pissegerüche - sich mischend in Ecken verstecken.
XxxXxxXx/xXxxXxxXx
Moloch! Die stinkende Stadt, Schluchten voll klebrigem Schweiß.
Xx/xXxxX/XxxXxxX

Die intensiven Betonungen liegen insbesondere an den fetten Stellen:
XxxXxxXxxXxxXxxXx
XxxXxxXXxxXxxX

Die Lesart soll demnach unterstützt werden, denn der Text soll aggro sein, Spucketreibend, er geht in sprechender Weise bis zur Erschöpfung!

2. Dieser Text soll aufgeführt werden und zwar mit 2 Sprechern, die fetten Stellen sind dabei zum Teil im Chorus und dienen als Stütze!
Ein Sprecher liest vor der Hauptzäsur, eine Sprecherin nach der Zäsur, zum Teil wird gewechselt!

3. Ich spiele mit den Betonungen:
ZB:
Moloch wirkt laut und leis, herrscht und braucht kein Beweis!

So habe ich versucht, Betonungen mit "Sinneindrücken" zu untermalen, ein Versuch, einen Steigbügel für subtile "Sinneindrücke" und Interpretationen zu liefern! (leis-herrscht)

4. Ein Distichion- Hexameter wird eher der alten Schule zugeordnet, kaum einer verbindet diese Technik mit der Moderne und kaum ein wagt sich, diese Form mit Rap in Verbindung zu setzten, die fetten Stellen sollen die Gewalt der Hebungsprälle und den Schnitt im Metrum betonen und die Möglichkeiten eines Disti- Hexas hervorheben.

5. Ich freue mich über deinen Eintrag.

Lg

Fietje

PS: Siehe auch Distichion, ein Schul- Faden von ferdi
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5830
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Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 29.12.2013 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

Das scheint mir ein interessantes Experiment zu sein, vor allem, wie du es dir vorgetragen vorstellst.

Aber es ist kein Distichon, oder? Es setzt sich aus solchen zusammen?

Ich hätte gedacht, Moloch betont man auf der zweiten Silbe, bin aber ja schon eine Weile weg aus Germany, und bei einem solchen Wort unsicher.

Inhaltlich ist es sehr explizit, bis auf den Schluss, der mir etwas abrupt sanft kitschig kommt, aber ich kenne mich wiederum mit Rap und dergleichen gar nicht aus.
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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

Alter: 28
Beiträge: 1673



BeitragVerfasst am: 30.12.2013 00:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Butenlänner

Ich finde nicht in das Gedicht hinein, da es mich zu sehr an Allen Ginsbergs Das Geheul erinnert. Das liegt einerseits an der ständigen Wiederholung des Wortes "Moloch", andererseits an der obszönen Wortwahl und am bitter wütenden Ton. Jedenfalls verbaut mir diese frappante Ähnlichkeit fast alles an deinem Text. Weil sie sofort ans "Original" gemahnt, mit dem dieser Text hier nicht mithalten kann. (Das meine ich nicht notwendigerweise kritisch, denn was kann schon mit Howl mithalten?) Ich befürchte, das ist jetzt keine sonderlich hilfreiche Rückmeldung. Trotzdem: Zumindest erwähnen wollte ich es.


_________________
»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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Butenlänner
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 116



BeitragVerfasst am: 30.12.2013 00:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi,
du hast Recht, es setzt sich aus solchen zusammen, ich habe deswegen auch die Kategorie >Zeitgeist (Gesellschaftliches, Politisches, Philosophie), Avantgardistisches, Experimentelles< gesetzt.
Der Hauptblock ist ein Distichion, jedenfalls die ersten 9 Verse, dann ein Break in Vers 10, also exakt in der Mitte, dann wieder 9 Verse im Disti- Style.
Moloch wird laut Duden auf der ersten Silbe betont, durch die Intensität der Wut, bekommt dieses Wort zusätzliche Betonung in der ersten Silbe!
Ich habe gerade eine "Experimentierphase" was Hexameter anbelangt und versuche diesen Sprechgesang in die Moderne zu ziehen, denn ich bin der Meinung, dass der Hexa sehr vielseitig ist und diverse Melodien repräsentieren kann. Er kann hart sein, schlagerhaft und natürlich balsamisch, hymnisch oder einen gewissen Bibelsound haben. Was ebenfalls neu sein dürfte, dass sind die Kadenzen! Ich habe bis jetzt leider noch kein Hexa oder Disti mit so etwas entdecken können und freue mich über jeden Hinweiß!
Das Moloch nach dem 1 Block wird extrem laut, quasi so laut wie man nur kann, dann das Happy- End, gesprochen als hätte man gerade einen 400m Lauf hinter sich, nach Luft schnappend! Auch dieses soll den schwierigen Kampf symbolisieren, den das Leben so mit sich bringt!
Von HipHop habe ich auch nicht viel Ahnung, aber ich sehe viel Gemeinsamkeiten zwischen den Freestyle- Rap der Moderne und den Hexa- Sprechgesang der alten Griechen. Ich frage mich oft, was zuerst da war, der Hexa oder der Rap, ich behaupte der Rap!

Ja, inspiriert hat mich ua the howl, dort ist aber ein ganz anderes Betonungsmuster! Meine Thematik ist auch eine andere, es ist ein Thema aus unserer Gesellschaft, aus unserem Alltag, es betrifft meine Wut, vielleicht teilt diese Wut auch jemand! Es ist gut, wenn man eine gute Inspiration bekommt!








Ginsberg was inspired by the manuscript of a long jazz poem titled "Mexico City Blues" from Kerouac! Moloch, also rendered as Molech, Molekh, Molok, Molek, Molock, Moloc, Melech, Milcom, or Molcom (representing Semitic מלך m-l-k, a Semitic root meaning "king") is the name of an ancient Ammonite god.Moloch worship was practiced by the Canaanites, Phoenicians, and related cultures in North Africa and the Levant.
Moloch has been used figuratively in John Milton's Paradise Lost.  A reference to several films by Fritz Lang, most notably Metropolis in which the name “Moloch” is directly related to a monstrous factory. Ginsberg also claimed he was inspired by Lang’s M and The Testament of Dr. Mabuse. So I think, its no problem to have a good inspiration sources!


Butenlänner
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Stimmgabel
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Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 30.12.2013 13:37    Titel: Antworten mit Zitat

-



Alles Scheiße ! fratzt mich mein Ant _Litz an, bekümmert
mich den All tag hindurch, nachtigelnd heiterleicht weit.

Hunger will’s sein; ist’s. / Ich / der verschissene Schrei nach
/ Alles Scheiße / mein Rum _Tropf, Elixier für ein „Bleib

hier“ auf dem Grat, auf dem Stier, kugelgerundetes Etwas.
Erde benennen sie ES: DAS, welch ein trügender Gag,

folgt mir Schritt um Schritt behänd sicher – ins Leben,
nennen sie dieses Gebild. ./ Trug / will es einzig sein, ist’s.

Ach, ich armer Tölpelan; strick _fesseln mich fest im
Zahnradgetriebe Gesell _schaft, jene Henker im Schloss

Fata Morgana mit ihrem Gold _Schwanz, ihren Titten.

Bin : Vagabund und erfreut. Hier : im Moor _Rast allen Leids,

menschlichen Leers und Erniedrigung. Ach: Alles ist Scheiße
/ ist / die Devise, mein Glück; hätt ich sonst Grund für ein Bleib?

© fryes/ch 2013


Hallo Butenlänner,

mal so meine kleine Dialektik auf Deinen klagenden Distichon-Exkurs in die Welt des ach so armen, unbeholfenen Da-Lemmings unseres Daseins. / ... zu Deinem Stück: mir persönlich ein echtes, leierndes Zuviel dieser eintönigen Moloch-Laufschleife; zudem erschließen sich mir einige beziehenden Aussagen auf Moloch nicht,

wie z.B.:

 
Moloch im teutschen Land, Armut durch Schröders Geheiß!!!! <-- persönliche Lauten-Meinung – wen interessierts in der Lyrik???

Moloch! Wo REiM-SOuNd-DrÖhnT-wie-TeKkNO-BuM ScHEiß!!!! <-- Teckno ist Bum Scheiß ??? (persönliche Lauten-Meinung?)

Moloch Kinder weinen nun still, die Eltern verzweifeln, <-- mmhhh, dieser apriore Zusammenhang scheint mir tatsächlich mein Leben lang entglitten zu sein Wink / Moloch – [ stille Kinder – Eltern verzweifeln ] ??? ... zumindest in Deiner Satzfolge Wink

usw, usw ...

Du sagst:
Butenlänner hat Folgendes geschrieben:

Ich habe gerade eine "Experimentierphase" was Hexameter anbelangt und versuche diesen Sprechgesang in die Moderne zu ziehen,
.


Ja, sehe ich ähnlich – das Distichon, der innere Hexameter/Pentameter Rhythmus beschlängelt, verfolgt doch mehr die altbackene Sprache. Wie schwer ist es real, heut-zeitgeistige Gedanken und Sprache hierin unterzubringen – es wird doch sehr schnell zu einem wiederleiernden Singsang, der sehr leicht den Inhalt aufweicht, aufseicht, usw ..,. (mMn) ... eben der metrische Zwang, manche Daktylen setzen zu müssen.

Zwar hast Du gut, teilweise heutgeistige Inhalte untergebracht – doch meine ich, dass mit der zeilenweisen Stakkato-Struktur nun dadurch wieder eine Wiederleiern passiert. Ich fragte mich, warum Du nicht ab und an mal eine zeilenumbrechende Konjunktion von Hexameter und Pentameter umgesetzt hast (siehe in meinem Dingens Wink ) – würde doch dadurch mehr Lese/Sprech/Sprachfluss bedeuten, oder?


Butenlänner, mal soviel zu Deinem Stück.

ein Tschüss, Frank ...


-


_________________
Gabel im Mund / nicht so hastig...
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Butenlänner
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 116



BeitragVerfasst am: 30.12.2013 19:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Stimmgabel,
vorweg danke für deine ausführliche Antwort und dem Versuch im Disti- Style, inhaltlich konnte ich folgen!


(Zitat Stimmgabel:

Moloch im teutschen Land, Armut durch Schröders Geheiß!!!! <-- persönliche Lauten-Meinung – 1wen interessierts in der Lyrik???

Moloch! Wo REiM-SOuNd-DrÖhnT-wie-TeKkNO-BuM ScHEiß!!!! <-- Teckno ist Bum Scheiß ??? (2persönliche Lauten-Meinung?)

Moloch Kinder weinen nun still, die Eltern verzweifeln, <3-- mmhhh, dieser Apriori Zusammenhang scheint mir tatsächlich mein Leben lang entglitten zu sein Wink / Moloch – [ stille Kinder – Eltern verzweifeln ] ??? ... zumindest in Deiner Satzfolge


Zitatende)

1
Du fragst: Wen interessierts in der Lyrik???

Gegenfrage: Wer interessiert sich zB für die Feldfrüchte von Tucholsky?
Oh, mir fallen noch ganz andere Namen ein!

2
auch ich gehe auf Tekkno- Partys, aber manchmal ist es wahrer Moloch! Aber! im Text spreche nicht ich, sondern ein LI, meine Empfindungen fließen da durchaus mit rein!

3
A priori - ich kann diesen Begriff nicht folgen, du bist Erwachsen! Oder ?
Du warst in einer anderen Zeit ein Kind? Oder?
Wie auch immer, ich kann es nur ahnen! Wenn ich aber dein A priori folgen wollte, dann werte Stimmgabel, haben wir beide eben Glück gehabt, sei es uns gegönnt! Qui bono?

____________________________________________________________-


(Zitat Stimmgabel:

Ja, sehe ich ähnlich – das Distichon, der innere Hexameter/Pentameter Rhythmus beschlängelt, verfolgt doch mehr die altbackene Sprache. Wie schwer ist es real, heut-zeitgeistige Gedanken und Sprache hierin unterzubringen – es wird doch sehr schnell zu einem wiederleiernden Singsang, der sehr leicht den Inhalt aufweicht, aufseicht, usw ..,. (mMn) ... eben der metrische Zwang, manche Daktylen setzen zu müssen.

Zitatende)

Hier mag ich sehr gerne drauf eingehen:
Gegenfrage: Wie viel "Hexamäßige" Sprechzeilen findet man im Hip Hop?
Meine Antwort: Viele! Insbesondere den daktylen'- Fluss!
Sicherlich ist dieses den meisten Rappern' nicht bewusst!
Das Prinzip des antiken Hexameter- Sprechens, richtete sich nach Lautlängen', aus denen sich die heutigen Betonungsfolgen' entwickelten!
Der HipHop folgt einem ähnlichen Prinzip, er nutzt Lautlängen!
Also lange und kurze Silben, statt betonte und unbetonte Silben! Ein Unterschied, trotzdem ist es legitim einen Zusammenhang herzustellen!
Für die Räpper- Szene mag das nicht zutreffen, sie würde sich zurecht eingeschränkt fühlen, aber was ist mit der Lyrik- Szene? Oder könnten sich beide irgendwie die Hand geben?
Ich versuche es!

Damit löse ich mich auch vollends von meinen Inspirationsquellen, technisch, inhaltlich, Stimmungsmäßig', auch würde ich ich es als Totschlag- Argument deuten, wenn man hier von Original & schlechtem Duplikat sprechen möchte! Ob man sich einen Zugang verschaffen kann? Ich kann es nicht verordnen! Wer the Howl wirklich kennt und mag, der könnte auch das Gedicht - ich will bei dir sein - zumindest akzeptieren!
Inspiriert hat mich auch hoyoko (san).

Siehst du sie nicht, die Not mancher Menschen, die Not in unserem Land? Oder willst du sie nicht sehen!

Falls es dich beruhigt! Ich will bei dir sein!
Auch wenn wir unterschiedliche Meinungen haben! Da bin ich mit dem Li stimmig! Auch habe ICH dieses Jahr die SPD gewählt, mir fiel nichts besseres ein! Mein Gefühl dabei, bleib ein ungutes; ich werde nächstes wo anders mein Kreuz setzen, weil ich mich verliebt habe, aber weiteres verrate ich nicht!! Wink

Trotzdem wäre ich bereit auch inhaltliches zu diskutieren, auch wenn es heiß werden sollte, ich fürchte mich nicht, und ich klammere Politik/Sozialkritik nicht aus meiner Lyrik aus, denn spätestens seit dem 19 Jhd ist dieses möglich und hoffentlich legitim!

Lg und thanxx

Fietje

Nachtrag: Ich frage mich wie Moloch in Englisch betont wird?
Moloch
 x   X
    ?
bin unsicher, pleace help!
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Stimmgabel
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Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 31.12.2013 15:36    Titel: Antworten mit Zitat

-


Hallo Fietje,


es freut mich, dass Du meinen disti- Style (Kette) herauserkannt hast Smile / Ja, das war schon Arbeit, einerseits die klassische Distichon-Variantenfaltigkeit auszuschöpfen, zugleich diese formalen Vorgaben in heutiger Sprache (bestmöglich) mit einem unleierenden Inhalt zu füllen.


Zugleich bin ich mir irgendwie nicht so recht im Klaren, ob Deine jetztige Antwort wirklich etwas mit meinen textbezogenen Kommentargedanken zu tun hat - im Speziellen auch meine Meinungsbezugnahme auf Dein konkret umgesetztes Distichon-Stück (inhaltlich, wie auch formal) ??? zumal mein lyrischer Inhalt sich doch sehr auf Dein Stück, Deine, mMn eintönige Klage-Tirade bezieht
- also, von meiner Seite alles doch sehr Antwort-kongruent Wink

Oder / geht's Deiner Umsetzung bewusst um einen Techno-Rhythmus und Techno-Sprechgesang ???


Butenlänner hat Folgendes geschrieben:

vorweg danke für deine ausführliche Antwort und dem Versuch im Disti- Style, inhaltlich konnte ich folgen!


(Zitat Stimmgabel:

Moloch im teutschen Land, Armut durch Schröders Geheiß!!!! <-- persönliche Lauten-Meinung – 1]wen interessierts in der Lyrik???

Moloch! Wo REiM-SOuNd-DrÖhnT-wie-TeKkNO-BuM ScHEiß!!!! <-- Teckno ist Bum Scheiß ??? (2persönliche Lauten-Meinung?)

Moloch Kinder weinen nun still, die Eltern verzweifeln, <3-- mmhhh, dieser Apriori Zusammenhang scheint mir tatsächlich mein Leben lang entglitten zu sein Wink / Moloch – [ stille Kinder – Eltern verzweifeln ] ??? ... zumindest in Deiner Satzfolge


Zitatende)

1
Du fragst: Wen interessierts in der Lyrik???

Gegenfrage: Wer interessiert sich zB für die Feldfrüchte von Tucholsky?
Oh, mir fallen noch ganz andere Namen ein! <-- mmhh: mein Bezug sprach doch Deine lyrisch uninteressante Schröder-Meinung an, und nicht allgemein, ein bel. Thema, bel. umzusetzen, oder?

2
auch ich gehe auf Tekkno- Partys, aber manchmal ist es wahrer Moloch! <-- diesen Zusammenhang verstehe ich nicht ???
Aber! im Text spreche nicht ich, sondern ein LI, meine Empfindungen fließen da durchaus mit rein!

3
A priori - ich kann diesen Begriff nicht folgen, du bist Erwachsen! Oder ?
Du warst in einer anderen Zeit ein Kind? Oder?
Wie auch immer, ich kann es nur ahnen! Wenn ich aber dein A priori folgen wollte, dann werte Stimmgabel, haben wir beide eben Glück gehabt, sei es uns gegönnt! Qui bono? <-- ehrlich, hier weiß ich nun gar nicht, was Du meinst, oder worauf Du Dich beziehst Embarassed ich sprach doch eindeutig von Deiner (Hexameter) kausalen Satzfolge bzgl: Moloch Kinder weinen nun still, die Eltern verzweifeln,

und derart erscheinen mir die inneren Kausalitäten sehr wirr Wink

Klar könnte ich zu diesem Satz eine Spekulatius'eske Deutung in Richtung Dritte Armutswelt auslegen, klaro ... aber letztlich esse ich lieber echte Spekulatius mehr zur Weihnachtszeit direkt schnabulierend, hi, hi ...

.



Noch ganz nebenbei zu: Moloch Geschäfte wie Sex! Geld, nur das macht euch heiß!

Hier müsste doch zum zweiten Pentameterteil ein Fehler vorliegen, oder Wink



Fietje,

mal so meine kleinen Gedanken zu Deiner Antwort ... wieder ein Tschüss, Frank ...


-


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Butenlänner
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BeitragVerfasst am: 31.12.2013 18:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat Frank Stimmgabel:
und derart erscheinen mir die inneren Kausalitäten sehr wirr
Das Frank, begreife ich als eine miese Anmache!
Ich habe mir nicht mal erlaubt, so etwas unter deiner Sonettle zu schreiben!!
Wer schreibt hier WIRR??

Moloch Geschäfte wie Sex! Geld, nur das macht euch heiß!
XxxXxxX/XxXxxX


Nerv mich nicht!

Anmerkung zu den Kommata: Ich nutze Kommata in Hexas außerhalb grammatikalischer Regeln!

Mittlerweile bin ich überzeugt davon, dass du wirklich Schwierigkeiten damit hast, Gedanken in Disti oder Hexa- Style zu vermitteln, du beherrscht schlichtweg die Technik nicht! Dein Versuch_en!_ist lyrische Piss_aus dem DiCHTER_-KLo

Jetzt kann ich Arkana verstehen!

ICH GEDENKE ALL DEN HATZ'4-OPFERN UND SETZE EINE SCHWEIGEMINUTE!




































































































































































































































































































































































































Vers 10:

Natürlich Frank, Vers 10 spielt mit Betonungen, es ist gleichzeitig ein Break!
Vögel? Die lieben Vögel Amsel, Fink und Star und welche könnte ich noch meinen?
"Subtile Sinneindrücke"! Welche es sein könnten, überlasse ich dir!

Butenlänners
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Stimmgabel
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Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 31.12.2013 18:41    Titel: Antworten mit Zitat

-



Hi Fietja,


aber bitte Deine Entrüstung nicht ins Neue Jahr mitnehmen ... lohnt sich echt nicht smile


Zu Deiner Zeile:

Moloch Geschäfte wie Sex! Geld, nur das macht euch heiß!
XxxXxxX/XxXxxX


Meinst Du nicht, dass da eine unbetonte Silbe für einen vollständigen Daktylus fehlt - u.z. direkt nach dem zäsierenden Hebungsprall? ... 's geht doch hier um einen Pentameter, oder nicht? [ ... oder handelt es sich hier um einen Fietje _meter? Wink ]

ergo so: XxxXxxX/XxxXxxX


... lass es Dir gut gehen, Frank ...


-


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Butenlänner
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BeitragVerfasst am: 31.12.2013 23:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hi Frank,
verzeih mir meine Wut!
Nehme die Vers- Friktion bitte mit ins nächste Jahr, dann nehme ich auch den Begriff Sonettle als eine akzeptable Definition mit.
-Fuck u, Stillstand im Eis- agiert auch so!
Friktionen unterstützen die Aussage, jedenfalls möchte der Schreiber dieses versuchen!
moloch geschäfte wie sex! geld, nur DAS macht euch heiß!

Lauter lässt sich DAS nicht betonen!

Money, nur das

Geld, nur doch das

Wäre mir alles zu seicht!

    Komme nur wieder, du Blume! Geheimnisvoller, mein Traum,
      du seliger Sänger der -- S t i l l e --sei-  Anfang - und schlafendes Ende

Es sind längst keine Übungen mehr werter Frank, ich meine es ernst!

Auch ich bin aus dem Dichterklo entsprungen, bin zu Kreuze gekrochen und habe gelitten, Blut geschwitzt, doch immer habe ich Rilke geliebt!
Auch ich habe mich immer gefragt, welchen Sinn es macht sich in ein metrisches Korsett zwingen zu müssen, ich fragte mich: Wie soll und kann ich mit diesen Zwängen umgehen? Noch heute quält mich diese Frage! Im Nebel geht man, vom Irgend ins Nirgend, vom Nirgend ins Irgend, um solches zu beschreiben bedarf es keiner Metrik, Hesse hat es bewiesen!
Ich habe sehr lange an diesen Versen gearbeitet, viele Zäsuren funken sehr gut und bieten einen Steigbügel für subtile "Sinneindrücke"!

Schröder machte horrende Geschäfte und hinterließ uns HATZ4, einen anderen haben wir wegen ein paar Euro Fuffzig aus dem Amt gejagt!

Wer ist hier wer?

Trotzdem, ich will bei ihnen sein, wir sind Menschen, voller Irrtümer, ungerechtfertigter Vorteilsnahmen' und wir alle neigen zur Behelfsschwätzerei, ein Begriff den einst Leporello kreierte! Das was da steht werter Frank, das sind WIR! Wir sind es, wir sollten uns nicht verlassen!

Ich packe noch mal die Noten dazu, versehe die Verse mit *, wo vom schulischen, formvollendeten, vollständigen Penta/bzw Hexa abgewichen wurde, ob man an diesen Stellen von schlechter Qualität, Fehlern in der Betonungsfolge oder künstlerischen Ausdruck sprechen mag, ist letztendlich Geschmacksache. Sicherlich können insbesondere im Hexa Abweichungen vom gewohnten Schema eine geeignete Provokation im Rahmen künstlerischen Ausdrucks darstellen, der Penta kennt so etwas mMn nicht, womit ich natürlich bei einigen Lesern gegen die Wand fahre werde und ein Urteil bekomme wie, dieses Gedicht ist eher eine an dem Distichion angelehnte Version, aber kein Distichion!

Moloch wie Pissegerüche - sich mischend in Ecken verstecken.(Hexa)
Xx,xXxxXx/xXxxXxxXx
Moloch! Die stinkende Stadt, Schluchten voll klebrigem Schweiß.(Penta)
Xx,xXxxX/XxxXxxX
Moloch wo, Freier die Ärsche, von Nutten belecken und Ficken.(Hexa)
Xxx,XxxXx/xXxxXxxXx (Komma-Effekt)
Moloch Geschäfte wie Sex! Geld, nur das macht euch heiß!(Penta*)
Xx,xXxxX/X,xXxxX*
Moloch, wo Mariuhana euch fehlt; wie Dreck nur ertragen? (Hexa)
Xx,xXxxXxxX/xXxxXx (Hephthemimeres)
Moloch dies dreckige Dope, wirkt wie ein Bremsklotzverschleiß!(Penta)
Xx,xXxxX/XxxXxxX
Moloch wie Auto- Schlangen, zum rasenden Monster mutieren!(Hexa)
Xxx,XxXx/xXxxXxxXx
Moloch im brüchigem Haus, Trinker liegt tot in der Scheiß! (Penta)
Xx,xXxxX/XxxXxxX
Moloch, wenn Klopapier fehlt um die Kack..., der Lokus muss glänzen!(Hexa*)
Xx,xXxxXxxX/Breakbeatpause-Stille-xXxxXx
Moloch! Wo REiM-SOuNd-DrÖhnT-wie-TeKkNO-BuM ScHEiß!!!!( * )
Xx,xXXXxXXXX (Komposition im Tekkno- Sound)
Moloch treibt Vögel zum Aufbruch, sie wollten lieblich euch singen?(Hexa)
Xx,xXxxXx/xXxXxxXx
Moloch im teutschen Land, Armut durch Schröders Geheiß!!!!(Penta*)
Xx,xXxX/XxxXxxX
Moloch die Roten und Schwarzen, Reformen beglücken die Reichen. (Hexa)
Xx,xXxxXx/xXxxXxxXx
Moloch dies rötliche Rot; innen erbärmliches weiß!(Penta)
XxxXxxX/XxxXxxX
Moloch, wie diese fette Diät, ich glaub ich muss kotzen! (Hexa)
Xx,xXxXxxX/xXxxXx
Moloch, wo Hoffnung einfriert; Fuck u! Stillstand im Eis! (Penta*)
Xx,xXxxX/Xx/XxxX
Moloch Kinder weinen nun still, die Eltern verzweifeln, (Hexa)
XxXxXxxX/xXxxXx
Moloch wirkt laut und leis, herrscht und braucht kein Beweis! (Penta*)
XxxXxX/XxXxxX
Moloch, könnt ewig es rappen! Euch nerven mit grausigen, dunklen: (Hexa)
Xx,xXxxXx/xXxxXxxXx

ZEICHEN:
, = Zwischenzäsur
X= betont
x= unbetont
/= Hauptzäsur/starke Zäsur
* = abweichendes Schema

Die Hexas laufen alle nach schulmäßigen Vorstellungen, die Pentas weichen zum Teil stark ab, lediglich die Zwischenzäsuren im Prall sind stets enthalten! Insofern wäre es angemessen, ggf das Teil komplett anzupassen, oder ihm die Benennung Disti zu entziehen, zweiteres werde ich wohl noch machen, da es wohl nicht angemessen ist, sich solch eine Stil- Benennung zu verpassen.
Nenne ich es ab jetzt Dististyle!

F B
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Aranka
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BeitragVerfasst am: 04.01.2014 16:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Butenlänner,

ich schleiche schon eine Weile um diesen Text herum: ich bin nicht wirklich überzeugt, aber auch nicht ganz ablehnend. Ich habe also immer mal wieder reingeschaut und mich gefragt, warum diese Unschlüssigkeit? Ich kann also nur meine vagen Gefühle und Einschätzungen an dich weitergeben.

Von Anfang an schien sich der Text nicht eindeutig zu positionieren: zum einen die strenge Metrik (Distichen), zum andern die unübersehbare Nähe zu Ginsberg (Sprache/Thematik). Hinzu verwies das fett gedruckte Wort „Moloch“ auf einen konkreten Ginsberg-Text hin.

Kann das überhaupt gelingen, eine solche Nähe zu einem so bekannten Text? (Nur nebenbei: ich mag Howl sehr)
Kann das gelingen, eine deftig gewortete Gesellschaftskritik in Distichen?

Und es ist dieser mutige Versuch, der mich hier interessiert, das Experiment, das ich hier sehe. Was daran nun gelungen ist, was an Grenzen stößt muss man nun sehen und da kann ich auch nur meine Sicht weitergeben.

Trotz harter Sprache (oder wegen, weiß ich nicht), erreicht mich die „Anklage“ nicht wirklich. Die Zeilen Hämmern und ehe man etwas begreift oder gar spürt istder Text zwei „Molochs“ weiter.

Die Idee, den „Moloch“ in Distichen in die Zeilen zu hämmern, den Leser nicht mehr aus der „Beschallung“ zu lassen, ist scheinbar das Konzept des Textes. Nach der 10 zeile ist die aufreibende Wirkung jedoch ausgereizt.
Ich hätte wahrscheinlich den „Moloch“ nur jede zweite Zeile gesetzt, um so das Distichon für eine Aussage nutzen zu können, also dem einen Gedanken einen zweizeiligen Raum geben zu können.
Auch wäre dann einmal ein Übergreifen des Hexameters in den Pentameter möglich geworden, sprich: man hätte die Möglichkeiten des Distichon besser ausschöpfen können.
Hier wird sehr stark formal und inhaltlich die „Zeilenfügung“ betont. Bei einer Länge von 19 Zeilen ist für mich eine Grenze überschritten.

Einige deiner Aussagen lassen mich aufhorchen, andere weniger.  Einer harte Sprache allein bewirkt hier nichts. Das ist mir zu allgemeinplätzig:

Zitat:
Moloch im teutschen Land, Armut durch Schröders Geheiß!!!!
----Moloch die Roten und Schwarzen, Reformen beglücken die Reichen.
Moloch, wie diese fette Diät, ich glaub ich muss kotzen!


Ich denke, hier etwas weniger, gut ausgewählt und sprachlich noch etwas mehr außerhalb der Erwartung formuliert, würde das gut werden. Ich glaube schon zu erkennen, dass du mit deinen Kenntnissen der Metrik, das in Distichen hinbekommen könntest, so dass man aufhorchen müsste.


Zitat:
-Moloch, du Arschficker
--------Moloch Politiker
--------Moloch, du Dotcomler
--------Moloch Poetiker!

------------Moloch nur Moloch
-------------Moloch Moloch
---------MOLOCH!



Diese Passage kann ich nun gar nicht einordnen. Ein Gedicht will wirken. Was soll das bewirken, oder wie soll es auf den Leser wirken. Selbst wenn ich es mir auf der Bühne denke: Hier spätestens halte ich mir die Ohren zu.

19 Zeilen hat mich der Moloch hämmernd heimgesucht, ich habe es verstanden! Auch, dass der Moloch in allen Ecken und Personen der Gesellschaft ist. Wer es bis hierher nicht verstanden hat, dem helfen auch diese Zeilen nicht. Ich würde sie einfach streichen.

Denn nun kommen drei Zeilen, die ich sehr interessant finde und die für mich ein irre Spannung zum ersten Teil aufbauen und ihn in ein neues Licht setzen.
Ich bin gar nicht sicher, ob ich sie richtig lese, aber ich setzte es einmal etwas anders und nehme den Zwischenteil raus, um meine Leseweise zu zeigen:

Zitat:
Moloch Kinder weinen nun still, die Eltern verzweifeln,
----Moloch wirkt laut und leis, herrscht und braucht kein Beweis!
----Moloch, könnt ewig es rappen! Euch nerven mit grausigen …


Moloch! Moloch!
-----   -Ich will bei dir sein, wenn du weinst und weißt nicht wieso,
---------ich will bei dir sein, wenn du frierst und weißt nicht wohin,
----------ich will bei dir sein, wenn du bist wie du bist, eben so.



Hier zeigt sich das LI, das sich bisher als "Ankläger", als „Rapper“, als „Moloch-Dichter“ hinter den Worten verbarg. Es tritt dem LD gegenüber, mit sehr persönlichen, fast gefühlvollen Worten. Für mich ist dieses LD der Moloch selbst und damit ordnet das LI sich ein in diese Gesellschaft in seine Anklage. Es stiehlt sich nicht aus der Verantwortung, es nimmt seinen Platz ein. So könnten diese drei zarten Zeilen ein Fundament werden und das Ganze tragen. Aber dazu müsste deutlicher angezeigt werden, dass das LI mit dem Moloch spricht.

Sollte ich die letzten Zeilen fehl deuten und da jetzt das Heil in der Hinwendung an ein LD gesucht werden, würde der Text für mich ganz einbrechen.

Butenlänner, ich weiß, dass ich das Feedback hier verlassen habe und sehr (auch mit Vorschlägen) in Details gegangen bin. Ich habe das auch nur gemacht, weil mich der Text, so wie er da steht nicht wirklich erreicht, die Idee jedoch (inhaltlich wie formal) als sehr reizvoll erscheint.

Auch habe ich deine anderen Texte gelesen und auch einige deiner Kommentare und dem entnommen, dass du „als Metriker“ (wie du es nennst) mit diesem Text Neuland betreten hast. Das dann einzustellen weiß ich schon als mutigen Schritt zu würdigen.

Ich hofe nun, du kannst mit meinem Kommentar etwas anfangen. Sollte ich mich missverständlich ausgedrückt haben, melde dich.

Liebe Grüße und ein gutes 2014  Aranka


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Butenlänner
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BeitragVerfasst am: 04.01.2014 17:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi arkana,
ja, dass experimentelle an der Sache ist im wesentlichen den Bezug zum Rap herzustellen zu wollen, den Aggro- Sound klingen zu lassen, ob ein Dist- Style dafür geeignet ist, da bin ich auch noch nicht sicher! Deinen Vorschlag den Text in eine schulmäßige Form des Distichions umzuschreiben lag mir auch schon im Herzen, und ich werde es womöglich auch noch machen, auch um einfach mal zu sehen, wie er dann wirkt. Die Moloch- Anzahl könnte dann halbiert werden, eine gute Option. Die Kadenzen würde ich dabei unbedingt übernehmen wollen, denn ich meine so etwas ist im Disti oder Hexa wirklich neu und es funktioniert mMn ganz gut! Im Experiment enthalten ist ferner, diesen Text mit 2 Stimmen sprechen zu wollen, die fetten Stellen im CHorus, abwechselnd einer vor, der andere nach der Hauptzäsur, dieses auch zT im Wechsel!
Ich sehe natürlich auch eine Nähe zu "the Howl", aber warum nicht, es ist gut wenn man eine Quelle der Inspiration hat, allerdings mag ich nicht von Imitation sprechen wollen, das wäre nicht fair und würde mein Experimentieren nicht gerecht werden! Ich fürchte gar, dass dieses den Text ab nun ewiglich begleiten wird und ich den Wind aus den Segeln verlieren werde, diesen Text überhaupt noch mal aufzunehmen. Ohne mich rechtfertigen zu wollen, gestatte ich mir aber darauf hinzuweisen, dass der Rythmus, die Intention, die Thematik, dass Experimentelle schon abweicht von Ginsberg! Ginsberg schrieb meine ich 1955, ich habe eine Thematik von heute, ich prangere an, Ginsberg heult doch eher! Ich nutze einen Disti- Style mit Kadenzen mit Bezug zum Rap, Ginsberg hat einen Langvers geschrieben, ich habe ein recht kurzes Ding gemacht!

Ob eine Gesellschaftskritik im Distichion funktionieren kann, ich meine schon, vlt gerade im Distichion! Mir ist es sicherlich nicht recht gelungen, sonst hätte ich andere Kommentare erhalten, da muss und kann ich mit leben, auch wenn viel Arbeit darin steckte!
Auch bin ich am überlegen, dass Distichion weiter zu missbrauchen, vlt verschiebe ich mal den Hebungsprall um ein Metrum nach vorne, so war es auch in einer Ursprungs-Variante und wurde so auch mit großem Erfolg vorgetragen, dass Publikum geriet förmlich in Ekstase! Der Vortrag war laut, aggro und Spucketreibend, passend zum ganzem, verzerrte der Verstärker und ein Piepen begleitete den Sound! Also der Underground kam schon so richtig durch!

Ja werte Arkana, die letzten Zeilen sind das große Happy- End, aus einer Anklage wird eine Erkenntnis, dass wir nun mal so sind wie wir sind, vlt kann ein jeder sich irgendwo im Text wiederfinden, oder kennt zumindest Momente, wo der Moloch herrschte.

Ganz mag ich diesen Text noch nicht aufgeben, ich gebe auch zu, dass ich mehr positives Feedback erwartet habe, aber Shit happens!


Mein Fazit: ich muss weiter experimentieren, der Hexameter steht dabei an oberster Stelle und aufgeführt wird dieser Text trotzdem.

Ich danke für deine fachliches Feedback und hoffe alle deine Anmerkungen berücksichtigt zu haben.

Vielen dank

Lg

Fietje Butenlänner
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Oliver
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BeitragVerfasst am: 04.01.2014 18:26    Titel: Antworten mit Zitat

Spannend! Wir könnten Brüder der Feder sein.. Nur die Schimpfworte sind mir einen Kick too much. Habe oft genug ins Gangsterrap reingehört, das verliert an Wirkung. Ansonsten: geile Sache.

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Aranka
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BeitragVerfasst am: 04.01.2014 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, ich bin noch mal kurz da! Auf keinen Fall den Text aufgeben! Und an jeder intensiven Arbeit hat man etwas gelernt, da ist das entstandene Produkt erst mal zweitrangig. Und ein solcher Text muss wahrscheinlich auch gehört werden

Und noch mal zum Distichon und zur Metrik generell.ich finde eine bewusst gesetzte Metrik, die ich als textgebend und stützend beim Lesen spüre, ohne dass sie mich linealmäßig knebelt, etwas ganz Wunderbares. Kann aber besonders auch im "heutigen Schreiben" gut damit leben, das feste Metrik-Schema zu verlassen, wenn es dafür einen im Text befindlichen Grund gibt.

So hier ein Beispiel aus deinem Text:

Moloch Geschäfte wie Sex! Geld, nur das macht euch heiß!

Nun fehlt ja die eine Senkung im Pentameter. Hier könnte ich den Break ja inhaltlich begründen. Könnte mir sogar einen noch heftigeren vorstellen, so dass der Leser gleich erkennt: Es ist gewollt. Wichtig ist für mich nur, das Zurückkehren zur "geordneten" Metrik.

Hier mal ganz krass:

Moloch Geschäfte wie Sex! Geld, das macht euch heiß!

Drei Betonungen hintereinander. Das ist kein Versehen, das ist bewusst gestaltet. Nur ein Beispiel, was ich mit "Break" meine.

Außerdem lässt sich besonders der Hexameter ja unendlich gut in vielen Varianten füllen. Daher, bleib dran, an deiner Idee.

Gruß Aranka


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Butenlänner
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BeitragVerfasst am: 05.01.2014 10:53    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moloch Geschäfte wie Sex! Geld, das macht euch heiß!


Hi Arkana, das erinnert an einen Spondeus, welchen ich bis jetzt einmal dank fachlicher Hilfe habe umsetzen können, allerdings in einem Hexameter, dort werden ja durchaus unbetonte Silben durch betonte ersetzt, das Metrum bleibt dabei vollständig!

Überall türmt sich der Dreck, brauch dringend ne Tüte!
XxxXxxXXXxxXx

Im Penta wäre ich eher geneigt, den Prall durch eine metrische Drückung zu ersetzen, womit ich deinen inspirierenden Vorschlag nicht abwerten möchte.

Das Pentameter nicht immer vollständig sind, findet seine Bestätigung in alten Distichions!

Ich bin momentan auf der Verständnis- Stufe, dass so ein Spondeus nur dann gerechtfertigt ist, wenn ein radikaler Wechsel der Sinneindrücke' stattfindet, sprich er kann nur äußerst selten Verwendung finden! Sinneindrücke', welche sich trotz starken Widerspruchs miteinander verweben. Ob er an der Stelle gerechtfertigt ist, die du als Beispiel herangezogen hast, bezweifle ich etwas, könnte es aber akzeptieren! Aber wie gesagt, wäre mir eine metrische Drückung dann lieber! Im Hexa der Spondeus, im Penta mMn eher die metrische Drückung, was ich selbstverständlich auch zur Diskussion stelle!

Moloch wirkt laut und leis, herrscht und braucht kein Beweis! (Penta*)

Im genannten Beispiel von mir, lediglich mit Textgestaltung provoziert!

Lg

Fietje
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Aranka
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BeitragVerfasst am: 05.01.2014 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

Fietje, mein Beispiel war nicht als ein besserer Vorschlag gedacht. Ich wollte nur aufzeigen, dass ich immer für eine Abwägung bin, wie man mit den fest gefügten metrischen Formen umgeht.

Die beiden letzten Daktylen sind im Pentameter eigentlich eine festgeschriebene Größe, ebenso der letzte im Hexameter. Alle anderen sind ja durchaus veränderbar.

Zitat:
Moloch Geschäfte wie Sex! Geld, nur das macht euch heiß!


Das nun war deine Variante, die man leicht mit einem Wort in einen "korrekten" Pentameter hätte verwandeln können:

Zitat:
Moloch Geschäfte wie Sex! Geld, ach nur das macht euch heiß!


Aber darum geht es dir ja auch nicht um jeden Preis, wenn ich das richtig verstanden habe, sondern der Textinhalt soll möglichst gut / wirkungsvoll umgesetzt werden. Und das bedarf immer wieder der Abwägung und auch mit Blick auf die Metrik in festen Formen.

Ich hatte nun nur die hier wohl "radikalste" Veränderung einmal aufgezeigt:

Zitat:
Moloch Geschäfte wie Sex! Geld, das macht euch heiß!


Ich mag es, wenn die Brüche auch durchaus spürbar werden. Immer vorausgesetzt, es ist einer gewollt. Aber das ist ein weites Feld: die Qual der Freiheit!

Noch zu der anderen Zeile. Ich würde sie so betonen:

Zitat:
Moloch wirkt laut und leis, herrscht und braucht kein Beweis! (Penta*)


So ginge es auch:

Zitat:
Moloch wirkt laut und leis, herrscht und braucht kein Beweis! (Penta*)


Das wäre genau wie die eine Zeile ein "verkürzter" Pentameter. Ob es den gibt oder ob du ihn nun für dich kreierst, finde ich zweitrangig.

Ich für mich handhabe es zur Zeit so: wähle ich aus guter Überlegung eine feste metrische Form in der ich den Text umsetzen möchte, verlasse ich die feste Vorgabe nur, wenn sie an einer Stelle dem Text eine spürbare Fessel anlegt, die ihm nicht gut tut. Und dann überlege ich gut, ob ich diesen "Bruch" auch gestalterisch nutze und ihn gut hörbar werden lasse. Das sind immer Einzelentscheidungen.

Ich glaube, dieses Ringen kennt jeder, der schreibt. Dir viel Spaß dabei.

Gruß Aranka


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Butenlänner
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BeitragVerfasst am: 05.01.2014 12:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi arkana,
danke nochmals für deine inspirierenden Anmerkungen, ich füge deinen Gedanken noch etwas hinzu:
Der "schlimmste" Stilbruch in >ich will bei dir sein<, ist wohl der gebrochene Daktylus nach dem Prall, das ist vermutlich des guten zu viel, jedenfalls fasse ich es momentan so für mich auf!
Es ist auch äußerst schwierig vergleichbares zu finden, Rilke könnte dafür ggf herhalten! Aber das würde hier wohl zu weit führen.
Noch eine Bemerkung zum Adoneus, welcher eigentlich nur ein Adoneus ist, wenn ihm eine bukolische Dihärese vorausgeht, eben  komplementiert mit einem vorgesetzten Struktur-Zeichen, Sinngemäß natürlich aber auch als metrische Einheit zu verstehen ohne bD!
Ich habe vor kurzem lernen dürfen, dass sogar diese Einheit eine Friktion erlaubt, zugegeben, eine äußerst seltene Option und sehr schwer lyrisch umsetzbar! Ich lege dir den Begriff einfach mal hin, vlt kannst du es mal gebrauchen: "Versus spondiacus"

Noch eine Bemerkung:

Moloch wirkt laut und leis, herrscht und braucht kein Beweis! (Penta*)

Moloch wirkt eben leis und herrscht, es braucht doch keine Beweise, so meine Intention.

Der Moloch liegt und wirkt doch oft unter dem Mantel der Verschwiegenheit und fungiert herrschend und leis, wer den Mantel der Verschwiegenheit abdeckt, oder drunter schaut, wird gedisst'!

Thanxx

Lg
Fietje B
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BeitragVerfasst am: 06.01.2014 14:49    Titel: Antworten mit Zitat

-

Hallo Fietje,


mit Deinem Antwortkommentar-Anhängsel (per Edith) hast Du mir einige Fragen fein beantwortet.

Butenlänner hat Folgendes geschrieben:

Auch ich bin aus dem Dichterklo entsprungen, bin zu Kreuze gekrochen und habe gelitten, Blut geschwitzt, doch immer habe ich Rilke geliebt!
Auch ich habe mich immer gefragt, welchen Sinn es macht sich in ein metrisches Korsett zwingen zu müssen, ich fragte mich: Wie soll und kann ich mit diesen Zwängen umgehen? Noch heute quält mich diese Frage! Im Nebel geht man, vom Irgend ins Nirgend, vom Nirgend ins Irgend, um solches zu beschreiben bedarf es keiner Metrik, Hesse hat es bewiesen!
Ich habe sehr lange an diesen Versen gearbeitet, viele Zäsuren funken sehr gut und bieten einen Steigbügel für subtile "Sinneindrücke"!

Ich packe noch mal die Noten dazu, versehe die Verse mit *, wo vom schulischen, formvollendeten, vollständigen Penta/bzw Hexa abgewichen wurde,

ob man an diesen Stellen von schlechter Qualität, Fehlern in der Betonungsfolge oder künstlerischen Ausdruck sprechen mag, ist letztendlich Geschmacksache. <-- aber Hallo Fietje – ich gehöre sicher zu den Befürwortern, bei sinnigem Bedarf (inhalts-unterlegend) auch mal ein vorgegebenes Metrum zu brechen; denn (mMn):  ein vorgebenes Formengerüst ist der eine Schuh (der eine Struktur vorgibt) – aber der andere Schuh (plus heutige Sprache) ist nunmal das lyrisch sich Besagende (und dann u.U. genau eigen so), also auch mal (oder auch sicher) metrisch abweichend
– für mich eine Sinnigkeit;
um dann dennoch und weiterhin von einem bezeichneten Stilgedicht zu sprechen, solange der Grundaufbau erkennbar bleibt. / Ungeachtet dessen, es geht mMn in Lyrik ums Sagen-Erzählen – aus der Sicht des Autoren – that’s it doch !!!  ... Epigonisches brauchen wir nun wirklich nicht mehr (auf dem sich verschwimmenden Schwämme-Literatur Markt Wink )


Sicherlich können insbesondere im Hexa Abweichungen vom gewohnten Schema eine geeignete Provokation im Rahmen künstlerischen Ausdrucks darstellen, Daumen hoch

der Penta kennt so etwas mMn nicht, womit ich natürlich bei einigen Lesern gegen die Wand fahre werde und ein Urteil bekomme wie, dieses Gedicht ist eher eine an dem Distichion angelehnte Version, aber kein Distichion! <-- warum also nicht auch Abweichungen im Penta installieren – z,B, derart, wie Du es umgesetzt hast, aber klaro / zudem damit dennoch die Distichon-Struktur deutlich erkennbar bleibt – ergo (mMn) immer noch ein Distichon ist Smile
.


------------------

Meine kleine Unsicherheit, bzgl Deiner Brüche zum Distichon (die ich ja befürworte – ein bedachter Lyrik-Frank immer), ergab sich daraus, da Du in Deiner Einstiegs-Antwort (im Faden) auf die korreckte Distichon-Metrik verwiesest. / Ist ja jetzt alles klar smile

Heißt also (für mich): Deine einige Pentameter-Löcher sagen mir in meiner Lyr-Seele (vor allem den Inhalt dezidierend) gut zu – ja sogar – warum nicht – sogar das Loch (gemäß Arankas Vorschlag) mutig auch zu erweitern, z.B. zu jener Zeile:

*** von Aranka (Hier mal ganz krass):

Moloch Geschäfte wie Sex! Geld, das macht euch heiß!

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Nochmal auf meinen vorigen Hinweis eingehend (greife damit auch Arankas Ansätze auf), vllt in Deine umgesetzte Distichon-Variante zum einen den Moloch etwas sparsamer zu gebrauchen, zum anderen auch mal zeilenumbrechend den Herxameter mit dem Pentameter zu binden – warum nicht. [ vllt damit das mMn zuviel und unnötige Stakkato-Element etwas herauszunehmen ]

Denn, wie es auch Aranka sagte: Dein Gedicht will etwas besagen – umso interessanter mit den angefügten letzten 3Zeilen, die ja nun, mMn sehr reflektierend (und vor allem realistisch fein) ein LI mit Bewusstsein in der Moloch-Wirklichkeit aufzeigt. Und gerade zu den letzten 3Zeilen könnte ich mir nun sehr passend (vor jede Zeile) den "Moloch“ vorstellen Wink



Habe nunmal etwas Moloch-thematisch, zugleich auch modern-distichonal rumprobiert (war echt gar nicht so einfach ...).
Jetzt mal mit einem anderen LI-Tenor, das sich nun gleich vorab, und sehr bewusst im Moloch selbst befindet, teilweise genauso darin rumlaviert – und doch sich auch dagegen wehren will;
quasi als ironische LI-Wirklichkeit;

im Grunde, Deine letzten 3 konklusischen Gedankenzeilen schon vorab ein bißchen einverarbeitet, hi, hi ...


Nun mal mein Probieren als Moloch-Einstieg [ mit * u. in Blau entsprechend meine Distichion Metrik-Brüche):


- (V)V -  (V)V  - (V)V  - (V)V  VV - V    / Hexameter

- (V)V  - (V)V  - (V)V  [ - .. - VV - V    Hexameter

- (V)V  - (V)V  [ - .. - ]  (V)V   VV - V    Hexameter

- (V)V  - (V)V     ||      VV   VV  - ........ Pentameter

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


ich will bei dir sein


Du, mein Molochgesicht, lass uns gemeinsam verweilen;
schenk mir die Zunge den Kuss, wundersam Kindergedicht.

Ach, du mein Moloch, bleib gierig nach Pissegerüchen / benetz mich,
stinkender Phul, Melodie, Hort meiner klebrigen Lust.

Bist / mein Gewöll, belebst all die Nischen, wo Freier rumficken, *
Schwänzeverstehen erwacht; schenk ihn mir jetzt / deinen Schrei.

Werbe um mich, Moloch, heute soll Leichtigkeit frieren. *
Tanzen nun zweisam den Nutt-Tanz / Orchideen im Chor /

harfen den Swing durch das Öhr, Loch unsrer Hoffnung will fliegen.
Heute ist’s kiffender Joint; morgen vergräbt man die Leich.

.....................................
.....................................

Moloch, ich will bei dir sein, wenn du weinst und weißt nicht wieso,
Moloch, ich will bei dir sein, wenn du frierst und weißt nicht wohin,
Moloch, ich will bei dir sein, wenn du bist wie du bist, eben so.

[ diese 3 Zeilen gefallen mir sehr – in ihrer brech-metrischen Unterlegung, für den Inhalt!!! / klar, kann man das auch anders betonen ]

-----------------------------------------------------------

kleine Randbemerkung zu diesem Part:

Moloch, du Arschficker
Moloch Politiker
Moloch, du Dotcomler
Moloch Poetiker!

Moloch nur Moloch
Moloch Moloch
MOLOCH!


... das ist mir in dieser komprimierten Polter-Struktur echt zuviel Wink ... zumal, mMn, einzig nur Wiederholungen, deren Inhalte vorab schon längst dezidiert kundgetan sind.


Fietje,

habe mich gerne mit Deinem beißenden Stück zusammengesetzt ... denke mal, das weißt Du nun auch (sicher Smile ). Wieder ein sehr Tschüss, Frank ...


-


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Butenlänner
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BeitragVerfasst am: 06.01.2014 19:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

wow, heute ist ein wow_Tag,
manno, du hast dir ja richtig Mühe gegeben, danke.
Deine Experimente sind sehr inspirierend und machen mir Mut auch den sonst so unantastbaren Penta umzugestalten! Zb den Prall verschieben, so wie du es auch getestet hast:

Werbe um mich, Moloch, heute soll Leichtigkeit frieren. *

Oder einfach die ewig gleiche Variante HexaPentaHexaPentaHexaPenta
.. verzerren, vlt einfach mal 4 Pentas und ein Hexa !?
Crazy! Herumumdenken!
Stimmgabel du inspirierst mich!
Es klingt jetzt etwas komisch, aber vlt findet eine solche "Vergewaltigung" des Distichions eher Akzeptanz, als eine Version wo auch nur eine Senkung nach der Hauptzäsur fehlt!

Immer im Hinterkopf habe ich den Rilke, ich frage mich oft, war er ein Stil- Brecher um mehr rauszuholen, oder hatte er einfach einen schlechten Stil? Oder verstehe ich es einfach nicht! Ich kann Rilke einfach nicht einordnen! Nun will ich diesen Faden nicht missbrauchen um über die Techniken Rilkes zu debattieren, aber einfach mal im Hinterkopf parken!

ZITAT Stimmgabel: ... das ist mir in dieser komprimierten Polter-Struktur echt zuviel Wink ... zumal, mMn, einzig nur Wiederholungen, deren Inhalte vorab schon längst dezidiert kundgetan sind.ZITATENDE

Soll es auch, denn der Moloch ist zuviel, zu stark, zu mächtig etc pp. Gelesen ist es noch harmlos! Vorgetragen wird es geschrien, maximal! Es gibt kaum einen Ort, wo man das maximale schreien ausprobieren kann, wenn du einen hast, probiere es mal! Wenn du den falschen Ort wählst, wird schlimmstenfalls die Polizei gerufen!

Als ich die alte Version mal auf einer Party vorgetragen habe, zuvor erzählte ich den üblichen Feld und Wiesen- Schmalz, da fingen alle an zu schreien, ey! Moloch! Arrr! etc und die HUNDE, ja die Hunde fingen alle an zu bellen!

Lg

Fietje
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Oliver
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BeitragVerfasst am: 07.01.2014 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Butenlänner hat Folgendes geschrieben:

Als ich die alte Version mal auf einer Party vorgetragen habe, zuvor erzählte ich den üblichen Feld und Wiesen- Schmalz, da fingen alle an zu schreien, ey! Moloch! Arrr! etc und die HUNDE, ja die Hunde fingen alle an zu bellen!



Das ist geil!! So gehört sich das. Fantastisch, wenn man sich traut, mal richtig aus sich raus zu gehen. Da wäre ich gern dabei gewesen smile Lesen und Vorlesen bis zum Exzess.

hau rein


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