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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Leseprobe (Fantasie)


 

 
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U.Harwardt
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 31
Beiträge: 4
Wohnort: Ahaus


BeitragVerfasst am: 21.12.2013 01:51    Titel: Leseprobe (Fantasie) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Leseratten smile!
In den folgenden Zeilen möchte ich euch den Anfang meiner Geschichte vorstellen. Eine kleine Leseprobe. Es soll eine Fantasie Geschichte für Kinder und Jugendliche werden.
Ich hoffe sie gefällt euch und ich freue mich sehr auf eure Kritik! Ich entschuldige mich schon mal präventiv für falsch gesetzte Kommata oder Rechtschreibfehler Smile
Es grüßt euch der "Autorenpadawan" wink

Der Winter in diesem Dezember war ungewöhnlich kalt. Der Schnee lag schon seit Wochen und es gab auch keine Anzeichen dafür, dass es weniger werden würde. Die Meteorologen meldeten weitere Schneefälle für die kommende Tage voraus und die Menschen stöhnten bei diesen Aussagen. Jedenfalls die Erwachsenen.
 Für die Kinder und vor allem für Lisa, war es allerdings ein wahres Wintermärchen. Sie bauten Schneemänner, bestickten sie mit Karottenköpfen, mit Knöpfen alter Mäntel und setzten ihnen lustige Hüte auf. Einige umhüllten ihre  Schneemänner sogar mit bunten Lacken, die dann im Wind flatterten.
Es wurden wilde Schneeballschlachten ausgetragen und Schneeengel geformt. Die Kinder konnten es immer kaum abwarten, bis die Schulglocke endlich ertönte und sie ins weiße Wunderland abzischen konnten. Das ganze konnte nur noch dadurch gekrönt werden, dass Heiligabend vor der Tür stand und dann endlich die Bescherung war.  Bis in die Dunkelheit hinein tobten die Kinder draußen.
 Irgendwann aber kamen die Eltern und schickten sie ins Haus. „Es würde langsam reichen“ sagten sie immer. Mürrisch verließen sie die Straßen und wärmten sich bei Kakao und Keksen auf.
Lisa hatte heute wieder ihren Spaß. Auch wenn sie sich, wie immer, alleine mit ihrem Schneemann beschäftigte. Doch das fand sie okay. Musste sie ja. Nach der kleinen Stärkung lief sie zufrieden die Treppe in Ihr bunt eingerichtetes  Zimmer hoch, zog sich um und schaute dabei in den Spiegel.
Lisa hatte langes blondes Haar, das ihr bis zum Po ragte. Ihre Augen waren groß und hatten die Farbe blau. Ihre Nase war so klein wie eine Stecknadel und ihr Gesicht trug eine Narbe die sich quer an ihrer Wange entlang schlängelte und ihr Ende an ihrem spitzen Kinn fand. Sie war groß und schlank und für Alter von 11 Jahren typisch schlaksig.
Lisa würde am liebsten den ganzen Tag draußen verbringen, ihren Schneemann optisch verbessern oder auch freiwillig die Auffahrt frei schaufeln, nur um morgen nicht wieder zur Schule gehen zu müssen. Sie hasste die Schule.
Jeden Tag foppten die Mitschüler sie wegen ihrer  großen langen Narbe. „Monster“ oder „Hexenfresse“ waren hier noch sanfte Beleidigungen. Sie war meistens alleine in den Schulpausen unterwegs und war auch sonst ziemlich unbeliebt. Keiner wollte mit "Narbengesicht" befreundet sein.
Nachdem Lisa in ihre Kleidung geschlüpft war, setzte sie sich an ihren Schreibtisch, schlug das nächste Kapitel ihres Buches „Harry Potter und der Feuerkelch“ auf und sie wusste, sie würde für einen Moment ihre Sorgen vergessen. Binnen weniger Sekunden war sie in der Welt der Zauberer und  Magier abgetaucht.
Sie würde bis tief in die Nacht weiter lesen. So wie sie es fast jeden Abend tat.
Sie las und las und las, verschluckte ein Kapitel nach dem nächsten, bis sie auf einmal einen lauten Knall hörte, der durch das ganze Haus zu hallen schien. Vor Schreck klappte sie das Buch um fiel auf den Boden. „Mist“ murmelte sie.
Ob die Nachbarskinder ihr wieder einen Streich spielten? Lisa ging zum Fenster und blickte auf die Straßen. Sie versuchte etwas Ungewöhnliches zu entdecken. Doch da war nichts. Die Schneemänner thronten noch immer aus den Schneedecken hervor und einige  Pärchen spazierten eng umschlungen auf den Gehwegen.
Nur wenige Augenblicke später ein weiterer Knall. Nur diesmal noch viel lauter und so intensiv, dass Lisa das Gefühl hatte, sich irgendwo festhalten zu müssen. Gänsehaut breitete sich auf ihren ganzen Körper aus. Ihr Herz klopfte gegen ihre Rippen. Sie erschrak sich so sehr, dass sie heftig mit dem Knie gegen die Fensterbrüstung stieß. Gleichzeitig bemerkte sie, wie jemand die Tür ihres  Zimmers öffnete.
 „Was geht hier vor?“ wollte sie wissen. Sie beschlich das Gefühl, das es diesmal nicht die Nachbarskinder sein konnten. Sie humpelte langsam zur Tür und öffnete sie. Sie blieb im Holzrahmen stehen und schaute sich vorsichtig um. „Mama, Papa?“ sagte Lisa argwöhnisch.
Sie gaben keine Antwort.
„ Mama hast du das gehört?“ rief sie nun.
 Angst kribbelte ihr die Beine hoch und breitete sich  in der Magengegend aus. Noch immer keine Antwort. Am liebsten würde sie nach unten gehen und überprüfen, was ihre Eltern trieben. Sie mussten es doch auch gehört haben. Aber sie traute sich nicht. Dieser Knall war einfach zu furchteinflößend. Ja sogar markerschütternd. Also ging sie wieder in ihr Zimmer zurück, schloss die Tür ab und setzte sich auf ihren Schreibtischstuhl. Sie saß kerzengerade und horchte.
Vielleicht würde es nochmal so laut knallen? Oder sollte sie vielleicht doch nach unten gehen und nach ihren Eltern schauen?  Lisa wusste es nicht genau. Doch es passierte nichts mehr. Alles schien normal zu sein.  Sie atmete ein paar Mal tief ein und aus. „Vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet.“ redete sie sich ein.
Also blieb sie sitzen. Das unbehagliche Gefühl verschwand aber nicht. Es klebte an ihr wie Hartz. Lisa versuchte sich zu beschäftigten. Sie hob das Buch auf und versuchte dabei auf Anhieb die Stelle zu finden, wo sie aufgehört hatte zu lesen.
Zu ihrer Verwunderung gelang dies…....“Harry hatte das Gefühl, als wäre ihm ein Backstein durch die Brust in den Magen gerutscht. Nun fiel es ihm ein: Er wollte das“  . Diesmal war es kein Knall.
Es war etwas anderes. Bevor Lisa sich richtig erschrecken oder überhaupt reagieren konnte, schleuderte  sie es rücklings vom Stuhl und flog mit Wucht gegen ihren Kleiderschrank. Staub wirbelte auf und das Holz des Schrankes knirschte. Lisa lag auf dem Rücken und vor lauter Panik, hielt sie sich die Hand vor den Augen.
 „Schuldigung“  nuschelte jemand. Lisa hörte es nicht. Sie fühlte sich benommen, verwirrt und ihr wurde auf einmal eisig kalt. Ihre Lippen bebten.
 Sie hatte das Gefühl, als würde jemand versuchen, ihr Blut einzufrieren. Am ganzen Leib zitterte sie wie Espenlaub. Dann hörte sie  Geraschel und irgendjemand murmelte: „Harte Landung oh man. Geht’s dir jut?“ fragte die Stimme. Sie klang mechanisch.
Die Neugier triumphierte. Lisa nahm ihre Hände von den Augen und  schaute zittrig umher. Doch hier war keiner.
Niemand stand in dem Zimmer. Die Stimme kam auch nicht von draußen oder gar aus dem Kleiderschrank. Irgendwann blickte sie aber zu Boden und konnte mit Erstaunen etwas erkennen, dass aussah wie eine Puppe. Es schien Lisa anzuschauen.
„Geht’s dir jut?“ fragte  „die Puppe“ noch einmal. Du siehst so aus, als würdest du frieren.“
„We-e-r sind sie?“ stotterte Lisa schüchtern und packte sich nun am Kopf. Er dröhnte wie verrückt.
„Hast du dir wehgetan? Ähm schuldigung, das war nicht meine Absicht, ich bin noch am lernen. Noch nicht lange dabei, weißt du. Erzählst dem Boss bitte nicht.“
Seine Stimme klang jetzt so gar nicht mehr mechanisch, eher sanft und weich. „Ich heiße Bart, junges Mädel.Ich bin angehender Weihnachtself. "Nochmal sorry“ sagte er und verbeugte sich vor Lisa, wie jemand, der gerade ein wunderbares Theaterstück vorgeführt hatte.
Lisa rieb sich die Augen, streckte ihren Kopf leicht hervor  und musterte ihn von oben bis unten. Was auf den ersten Blick wie eine Puppe aussah, erwies sich als ein kleines Männlein mit braunen kurzen Haaren und langen spitze Ohren, die seine Schläfen fast komplett einnahmen.
 Der Körper war in einem smaragdgrünen Anzug gezwängt, der viel zu groß schien.
 Der Elf trug dazu eine scheußliche pinke Krawatte, die falsch zusammen gebunden wurde. Seine Füße waren von schwarzen Riemen Schuhen umhüllt, die vorne aufgeschnitten waren, sodass die Zehen heraus ragten. Zu Lisas Verwunderung  konnte man erkennen, dass kleine Weihnachtsmänner mit roter Pudelmütze auf den dreckigen Zehen lackiert waren.
Lisa stand auf. Den Blick wandte sie dabei nicht ab. „Passiert das hier wirklich? Oder träume ich nur? Ein Elf steht in meinem Zimmer und  er spricht mit mir“ dachte sie. Lisa kniff sich in dem Arm. "Das muss eine Traum sein." Bart schien auf eine Reaktion seitens Lisa zu warten und wackelte nervös hin und her.
„Nein alles okay.“ antwortete Lisa dann nervös und ging einen Schritt zur Seite.
„Gott sei Dank, ich dachte schon. Wie gesagt verpetze mich nicht. Das gibt nur Ärger. So ähm, warte mal kurz ich muss hier eben was machen.“ sagte der Elf. Lisa war gespannt.
Der Elf gähnte plötzlich laut und zog etwas aus seinem großen Anzug heraus. Lisa zuckte zusammen.
 „Du brauchst keine Angst haben.“ sprach der Elf und wirbelte mit etwas umher, dass aussah, wie ein Zauberstab.  Auf einmal flog eine kleine helle Lichtkugel durch ihr Kinderzimmer.
Es streifte die gelb angemalten Wände, knallte unkontrolliert auf den braunen Laminatboden, machte kleine Zischgeräusche, wie eine Mücke und erreichte irgendwann mit einem „Plop“ wieder den Elfen. Lisa kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Auf einmal war der Elf nicht mehr so klein und auf einmal sah der Anzug nicht mehr zu groß für den Elfen aus. Eher zu klein. Bart stand in Menschen Größe vor ihr und richtete seine hässliche Krawatte, die ihm jetzt nur noch bis zum Brustbein reichte. „ So ist’s besser.“ sagte er zufrieden und grinste.
 Jetzt konnte Lisa sein Gesicht richtig sehen. Bart hatte eine große Nase, die mit kleinen Pickeln und Mitessern übersät war. Seine Wangenknochen stachen wie ein Messer spitz hervor und seine Lippen waren rund und hatten die Farbe Gelb.
„Irgendwie sieht er wie ein Regenbogen aus“, dachte Lisa amüsiert. Mit seinen langen dürren Fingern, fuhr er durch sein fettige Haar, räusperte sich und verstaute den Stab dann wieder behutsam in den Tiefen seines Anzugs. „ Was wollen sie hier und überhaupt, wie sind sie in das Haus gekommen? Was soll das?“ platze es Lisa auf einmal heraus.
 Ihre Stirn lag in tiefen Falten. Sie war zornig.  Es brodelte in ihr vor Wut. Von Angst keine Spur mehr. Lisa erschrak  für einen kurzen Moment sogar vor sich selber. Sie kannte sich gar nicht so.
Sie war eher zurückhaltend und schüchtern und hätte sonst niemals so gesprochen. Doch wenn es um ihr zu Hause ging, um ihr Zimmer, dass nur ihr gehörte, konnte sie sich nicht mehr halten. Es war schließlich ihr Rückzugsort. Ihre Festung.

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Kristin B. Sword
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 36
Beiträge: 227
Wohnort: Bielefeld


BeitragVerfasst am: 21.12.2013 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

Den ersten Absatz würde ich weglassen und stattdessen direkt bei Lisa anfangen. Und dann auch bei einem konkreten Schneemann, den sie baut. Vielleicht, dass sie gerade die letzte Hand an ihren Schneemann legt und danach beschreibt, wie die anderen auf sie wirken. Vielleicht spricht sie auch mit dem Schneemann, könnte ich mir gut vorstellen, wo sie ja sonst sehr unbeliebt und eine Einzelgängerin ist.

Mit den "Lacken" meinst du vermutlich "Laken".

Viele Grüße,
Kristin
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UtherPendragon
Hobbyautor


Beiträge: 340



BeitragVerfasst am: 22.12.2013 02:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Harwardt!

Du kannst diese Geschichte niemals einem 4-8 Jährigen Kind andrehen, zuvorderst wegen der Komplexität deiner Sprache, zum anderen wegen der doch unheimlichen Elemente. Versetze dich doch einmal in eine Siebenjährige hinein, die diese Paranormal Activity nicht unähnliche Szene in Lisas Zimmer vorgelesen bekommt wink

Ich denke, damit du zu einer Kindergeschichte kommst, musst du deine Sprache noch etwas vereinfachen und die Welt vielleicht auch aus Kinderaugen malen.
Zitat:
Sie war groß und schlank und für Alter von 11 Jahren typisch schlaksig
Okay, mit dem Wort "schlaksig" können die wortgewandteren Kinder in der Welt sicher was anfangen, aber würde eine Elfjährige sich selbst so beschreiben? Eine Kindergeschichte mit einer gebundenen Protagonistin erfordert meines Erachtens viel Authenzität und Personennähe.

Versteh mich nicht falsch, dein Text ist mitnichten schlecht, hadert aber mit seiner Zielgruppe wink

Dann sind da natürlich noch so ein paar Kleinigkeiten
Zitat:
Vor Schreck klappte sie das Buch um fiel auf den Boden
,
die eben beseitigt werden müssen^^ Ich würde mir den Text einmal selbst laut vorlesen, dann bemerkt mann schon eine ganze Menge!
Zitat:
Lisa ging zum Fenster und blickte auf die Straßen.
Warum, wenn der Knall im Haus war?
Zitat:
„Mama, Papa?“ sagte Lisa argwöhnisch
argwöhnisch ist wohl nicht das rechte Wort wink

und noch so paar sächelchen.

Ist die Ähnlichkeit zu DOBBY zufällig oder gewollt?
Liebe Grüße
Uther Pendragon
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kskreativ
Geschlecht:weiblichMärchenerzähler

Alter: 55
Beiträge: 3421
Wohnort: Ezy sur Eure, France


BeitragVerfasst am: 22.12.2013 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich entschuldige mich schon mal präventiv für falsch gesetzte Kommata oder Rechtschreibfehler Smile

Angesichts der Fehler, die ich nur bei flüchtigem drüber lesen schon gefunden habe, komme ich mir doch ein wenig verarscht vor. Dein Text macht bei mir den Eindruck, dass du ihn ohne weitere Prüfung einfach eingestellt hast. Lustig, sollen sich doch die Leser damit herumschlagen, gell?
Zitat:
Der Winter in diesem Dezember war ungewöhnlich kalt. Der Schnee lag schon seit Wochen und es gab auch keine Anzeichen dafür, dass es weniger werden würde. Die Meteorologen meldeten weitere Schneefälle für die kommende Tage voraus und die Menschen stöhnten bei diesen Aussagen. Jedenfalls die Erwachsenen.
 Für die Kinder und vor allem für Lisa, war es allerdings ein wahres Wintermärchen. Sie bauten Schneemänner, bestickten sie mit Karottenköpfen, mit Knöpfen alter Mäntel und setzten ihnen lustige Hüte auf. Einige umhüllten ihre  Schneemänner sogar mit bunten Lacken, die dann im Wind flatterten.
Es wurden wilde Schneeballschlachten ausgetragen und Schneeengel geformt. Die Kinder konnten es immer kaum abwarten, bis die Schulglocke endlich ertönte und sie ins weiße Wunderland abzischen konnten. Das ganze konnte nur noch dadurch gekrönt werden, dass Heiligabend vor der Tür stand und dann endlich die Bescherung war.  Bis in die Dunkelheit hinein tobten die Kinder draußen.
 Irgendwann aber kamen die Eltern und schickten sie ins Haus. „Es würde langsam reichen“ sagten sie immer. Mürrisch verließen sie die Straßen und wärmten sich bei Kakao und Keksen auf.
Lisa hatte heute wieder ihren Spaß. Auch wenn sie sich, wie immer, alleine mit ihrem Schneemann beschäftigte. Doch das fand sie okay. Musste sie ja. Nach der kleinen Stärkung lief sie zufrieden die Treppe in Ihr bunt eingerichtetes  Zimmer hoch, zog sich um und schaute dabei in den Spiegel.
Lisa hatte langes blondes Haar, das ihr bis zum Po ragte. Ihre Augen waren groß und hatten die Farbe blau. Ihre Nase war so klein wie eine Stecknadel und ihr Gesicht trug eine Narbe die sich quer an ihrer Wange entlang schlängelte und ihr Ende an ihrem spitzen Kinn fand. Sie war groß und schlank und für Alter von 11 Jahren typisch schlaksig.

Mit diesem Einstieg hättest du mich als Leser bereits verloren. Nur Tell, kein Show. Dein Erzählstil ist auktorial, außerhalb der Protagonistin Lisa. Näher dran, also personale Perspektive, heißt die Devise, wenn sich der Leser mit deinen Protas identifizieren und mitfühlen soll.
Mehr zu Erzählperspektiven findest du hier: http://www.dsfo.de/dsfopedia/index.php/Perspektive

Ansonsten schließe ich mich den Kommentaren meiner Vorredner an, vom Stil her passt es nicht für deine anvisierte Zielgruppe.


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C'est la vie. oder: Du würdest dich wundern, was man so alles überleben kann.
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U.Harwardt
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BeitragVerfasst am: 22.12.2013 17:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also ich habe den Text mehrmals gelesen und wie schon über dir geschrieben wurde, habe ich mal Wörter vergessen, die ich beim Lesen irgendwie gar nicht wahr genommen habe, dass sie fehlen. Voll blöd. Also verarschen will ich hier niemanden...warum auch.
Ja das mit der Zielgruppe stimmt wohl... Ich hatte aber das Gefühl, dass zum Beispiel.“ Harry Potter“ auch schlimme Situationen durchleben musste und da war das Zielpublikum ja auch sehr jung.

[quote="kskreativ"][quote]
Mit diesem Einstieg hättest du mich als Leser bereits verloren. Nur Tell, kein Show. Dein Erzählstil ist auktorial, außerhalb der Protagonistin Lisa. Näher dran, also personale Perspektive, heißt die Devise, wenn sich der Leser mit deinen Protas identifizieren und mitfühlen soll.
Mehr zu Erzählperspektiven findest du hier: http://www.dsfo.de/dsfopedia/index.php/Perspektive

Also ich erzähle ja aus der dritten Person. Ich bin der Allwissende sozusagen. Wenn ich Lisas Gefühle beschreibe, ist dies dann auktorial? Wieso ist das dann "außerhalb?" Wenn ich z.b. schreibe: Lisa bemerkte wie ihr auf einmal ganz kalt wurde etc." ist das auktorial oder dann eher doch die personale Perspektive? Mir scheint der Grad zwischen diesen Beiden sehr schmal zu sein. Ich danke euch aber sehr für die Kritik und arbeite an meiner Rechtschreibung und an meinem Schreibstil. Bin wohl noch sehr schlecht! Viele liebe Grüße und schöne Festtage Wink
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kskreativ
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BeitragVerfasst am: 22.12.2013 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich hatte aber das Gefühl, dass zum Beispiel.“ Harry Potter“ auch schlimme Situationen durchleben musste und da war das Zielpublikum ja auch sehr jung.

Die Harry Potter Reihe ist quasi mit ihrer Zielgruppe erwachsen geworden, wenn man Band 1 mit Band 7 vergleicht, auch bei den Verfilmungen ist der Unterschied deutlich erkennbar.
Zitat:
Also ich habe den Text mehrmals gelesen und wie schon über dir geschrieben wurde, habe ich mal Wörter vergessen, die ich beim Lesen irgendwie gar nicht wahr genommen habe, dass sie fehlen. Voll blöd. Also verarschen will ich hier niemanden...warum auch.

Empfehlung: Text ein bis zwei Tage liegen lassen und dann noch mal lesen. Du würdest dich wundern, was du da an Fehlern, stilistische wie handlungstechnische, entdeckst!
Zitat:
Wenn ich Lisas Gefühle beschreibe, ist dies dann auktorial?

Nicht beschreiben, zeigen. Miterleben sozusagen.
Zitat:
Bin wohl noch sehr schlecht!

Nö. Unerfahren und vielleicht etwas ungeduldig, aber daran kannst du ja hier im Forum arbeiten.


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Nicki
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BeitragVerfasst am: 22.12.2013 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

U.Harwardt hat Folgendes geschrieben:


Also ich erzähle ja aus der dritten Person. Ich bin der Allwissende sozusagen. Wenn ich Lisas Gefühle beschreibe, ist dies dann auktorial? Wieso ist das dann "außerhalb?" Wenn ich z.b. schreibe: Lisa bemerkte wie ihr auf einmal ganz kalt wurde etc." ist das auktorial oder dann eher doch die personale Perspektive? Mir scheint der Grad zwischen diesen Beiden sehr schmal zu sein. Ich danke euch aber sehr für die Kritik und arbeite an meiner Rechtschreibung und an meinem Schreibstil. Bin wohl noch sehr schlecht! Viele liebe Grüße und schöne Festtage Wink

Das mit der Perspektive, das hat auch einige Zeit gedauert, bis ich verinnerlicht hatte, wie es funktioniert.
Wenn du ganz nah an der Person sein willst, kannst du nie der Allwissende sein. Die intime Dritte, ist ja deswegen intim, weil sie nur die Gedanken und Gefühle dieser einen Person wieder gibt.
Wenn es dir zum Beispiel heiß wird, sagst du dann: Ich fühle, wie mir heiß wird? Nein, du sagst: Mir wird heiß. Die intime dritte Person ist eigentlich so nah dran wie die Ich-Perspektive. Näher geht nimmer.

Beispiele, wo du nicht nah genug bist oder etwas schreibst, wo deine Figur nichts von wissen kann:

Zitat:
Für die Kinder und vor allem für Lisa, war es allerdings ein wahres Wintermärchen.

Woher will Lisa jetzt wissen, was die anderen Kinder denken?


Zitat:
lief sie zufrieden die Treppe in Ihr bunt eingerichtetes Zimmer hoch, zog sich um und schaute dabei in den Spiegel.
Lisa hatte langes blondes Haar, das ihr bis zum Po ragte. Ihre Augen waren groß und hatten die Farbe blau. Ihre Nase war so klein wie eine Stecknadel und ihr Gesicht trug eine Narbe die sich quer an ihrer Wange entlang schlängelte und ihr Ende an ihrem spitzen Kinn fand. Sie war groß und schlank und für Alter von 11 Jahren typisch schlaksig.

Das ist alles von außen berachtet, zu distanziert. Würdest du so denken, wenn du in den Spiegel schaust?

Zitat:
Jeden Tag foppten die Mitschüler sie wegen ihrer großen langen Narbe. „Monster“ oder „Hexenfresse“ waren hier noch sanfte Beleidigungen.

Das ist ein gutes Beispiel für ein gutes Show: Schon kann der Leser sich bildhaft vorstellen, wie Lisa aussieht, ohne dass du, wie im Abschnitt zuvor, es beschreiben musst. Daumen hoch


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U.Harwardt
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BeitragVerfasst am: 22.12.2013 18:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Wenn ich Lisas Gefühle beschreibe, ist dies dann auktorial?

Nicht beschreiben, zeigen. Miterleben sozusagen.
Zitat:
Bin wohl noch sehr schlecht!

Nö. Unerfahren und vielleicht etwas ungeduldig, aber daran kannst du ja hier im Forum arbeiten.[/quote]

Eine Frage noch: Ist es denn prinzipell blöd auktorial Textpassagen zu verfassen? Sollte man immer so nah wie möglich am Charakter sein? Z.b wie hier, wenn ich jetzt überhaupt richtig liege:  ...Gänsehaut breitete sich auf ihren ganzen Körper aus. Ihr Herz klopfte gegen ihre Rippen. Sie erschrak sich so sehr, dass sie heftig mit dem Knie gegen die Fensterbrüstung stieß. Gleichzeitig bemerkte sie, wie jemand die Tür ihres  Zimmers öffnete.....

ja ich glaube, dass ich wirklich noch sehr ungeduldig bin lol2...habe mir gestern bei Amazon noch 2 Bücher bestellt: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt, 1 und 2. Zudem lese ich zur Zeit die Tintenherz Trilogie von Cornelia Funke um zu lernen, wie ein Profi die Anfänge gestaltet, wie ein Buch allgemein aufgebaut ist und wie sich das Genre verhält. Tipps sind ja zudem auch hier auf der Seite reichlich vorhanden.
Danke Euch für die Tipps! Sehr hilfreich
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U.Harwardt
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BeitragVerfasst am: 22.12.2013 18:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

[/quote]
Das ist alles von außen berachtet, zu distanziert. Würdest du so denken, wenn du in den Spiegel schaust?

Kurz noch, was ich als auktorial Erzählstil einordnen würde, was in meinen Augen ja auch distanziert geschildert ist: Mrs.Dursley war und blond besaß doppelt so viel Hals, wie notwenidg gewesen wäre, was allerdings sehr nützlich war, denn so konnte sie den Hals über den Gartenzaun recken und rüber schauen.
So würde ich mich ja jetzt auch nicht denken, wenn ich in den Spiegel schaue.
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Haunar
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BeitragVerfasst am: 22.12.2013 20:51    Titel: Antworten mit Zitat

Bei der Ich-Perspektive sind Erzähler und Figur vereint in einer Person.
Bei der personalen Erzählform sind Erzähler und Figur nicht vereint in einer Person, aber der Erzähler berichtet so, als hätte er es selbst erlebt. (das heißt, er blickt faktisch durch die Augen der Figur und fühlt, was sie fühlt ect. - weiß aber nicht, was andere denken oder fühlen. Er kann nur interpretieren)
Beim auktorialen Erzähler ist der Erzähler eine eigenständige Figur. Sie handelt zwar nicht zwangsläufig im Plot, kommentiert aber, weiß alles, bewertet auch. Das kann unterschiedlich intensiv ausgeprägt sein (auch dezent nur als Beobachter), aber Allwissenheit ist DAS Merkmal schlechthin.

Heutzutage gibt es kaum noch "saubere" Perspektiven. Es gibt z.B. auch das so genannte "auktoriale Ich" (wenn also der Ich-Erzähler allwissend ist).
Ein bisschen auktorial ist meistens auch in personal erzählten Romanen enthalten. Allerdings zeigt sich das nicht durch Allwissenheit (wie in dem Beispiel mit den Kindern, das hier irgendwo angeführt wurde, denn das ist eindeutig ZU auktorial). Es zeigt sich eher in Beschreibungen, wie in deinem Dursley-Beispiel aus Harry Potter. Das ist so geschrieben, als könnten es Harrys Gedanken über Mrs Dursley sein, aber genauso gut könnte es auch der Erzähler sein, der ihr Äußeres kommentiert.
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Nicki
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Ei 10


BeitragVerfasst am: 22.12.2013 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Haunar hat Folgendes geschrieben:
Bei der Ich-Perspektive sind Erzähler und Figur vereint in einer Person.
Bei der personalen Erzählform sind Erzähler und Figur nicht vereint in einer Person, aber der Erzähler berichtet so, als hätte er es selbst erlebt. (das heißt, er blickt faktisch durch die Augen der Figur und fühlt, was sie fühlt ect. - weiß aber nicht, was andere denken oder fühlen. Er kann nur interpretieren)
Beim auktorialen Erzähler ist der Erzähler eine eigenständige Figur. Sie handelt zwar nicht zwangsläufig im Plot, kommentiert aber, weiß alles, bewertet auch. Das kann unterschiedlich intensiv ausgeprägt sein (auch dezent nur als Beobachter), aber Allwissenheit ist DAs Merkmal schlechthin.
Das kann ich im Prinzip so unterschreiben
Heutzutage gibt es kaum noch "saubere" Perspektiven. Es gibt sie, wenn man sie schreibt. Aber nicht alle Autoren halten sich daran.  Es gibt z.B. auch das so genannte "auktoriale Ich" (wenn also der Ich-Erzähler allwissend ist).
Wo hast du das denn her? Das ist mir neu.
Ein bisschen auktorial ist meistens auch in personal erzählten Romanen enthalten. Aber nur, wenn der Autor schlampg arbeitet. Mr. Green
Allerdings zeigt sich das nicht durch Allwissenheit (wie in dem Beispiel mit den Kindern, das hier irgendwo angeführt wurde, denn das ist eindeutig ZU auktorial). Es zeigt sich eher in Beschreibungen, wie in deinem Dursley-Beispiel aus Harry Potter. Das ist so geschrieben, als könnten es Harrys Gedanken über Mrs Dursley sein, aber genauso gut könnte es auch der Erzähler sein, der ihr Äußeres kommentiert.


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nothingisreal
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BeitragVerfasst am: 22.12.2013 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

U.Harwardt hat Folgendes geschrieben:

ja ich glaube, dass ich wirklich noch sehr ungeduldig bin lol2...habe mir gestern bei Amazon noch 2 Bücher bestellt: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt, 1 und 2. Zudem lese ich zur Zeit die Tintenherz Trilogie von Cornelia Funke um zu lernen, wie ein Profi die Anfänge gestaltet, wie ein Buch allgemein aufgebaut ist und wie sich das Genre verhält. Tipps sind ja zudem auch hier auf der Seite reichlich vorhanden.
Danke Euch für die Tipps! Sehr hilfreich


Das finde ich super. Man sollte auch das Lesen, was man selbst schreibt.

Wenn jemand Fantasy schreibst und noch nie Fantasy gelesen hatte, hat er was falsch gemacht.

Tintenherz ist sehr gut geschrieben und hat deine Zielgruppe. Außerdem geschehen dort ebenfalls nicht nur gute Sachen. Also perfekt, um was draus zu lernen!
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nothingisreal
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BeitragVerfasst am: 22.12.2013 22:36    Titel: Re: Leseprobe (Fantasie) Antworten mit Zitat

U.Harwardt hat Folgendes geschrieben:


Der Winter in diesem Dezember war ungewöhnlich kalt. Der Schnee lag schon seit Wochen und es gab auch keine Anzeichen dafür, dass es weniger werden würde. Die Meteorologen meldeten weitere Schneefälle für die kommende Tage voraus und die Menschen stöhnten bei diesen Aussagen. Jedenfalls die Erwachsenen.
Für die Kinder und vor allem für Lisa, war es allerdings ein wahres Wintermärchen.


Fangen wir doch mal hier an, unabhängig davon, ob man diesen Absatz lässt oder nicht.
Der Winter in diesem Dezember war ungewöhnlich kalt.
Wenn du versuchst die Kinder zu belehren, dass im Dezember Winter ist, ist es zwar ein guter Gedanke, doch so ist es nicht gut umgesetzt. Ich würde "in diesem Dezember" ganz weglassen. Dass es Winter ist, wird schon im nächsten Satz klar. Also ebenfalls weg damit.
-> Es war ungewöhnlich kalt.
Nun, wo?
-> Draußen war es ungewöhnlich kalt.
Der Schnee lag schon seit Wochen und es gab auch keine Anzeichen dafür, dass es weniger werden würde.
Dieser Satz ist viel zu lang und zu schwer aufgebaut. Verkürz ihn auf Wichtigste:
-> Seit Wochen lag Schnee.
Nun verbinde die Sätze:
-> Draußen war es ungewöhnlich kalt und der Schnee lag schon seit Wochen.
 Die Meteorologen meldeten weitere Schneefälle für die kommende Tage voraus und die Menschen stöhnten bei diesen Aussagen.
Die Meteorologen ist zwar ein schönes Wort, aber nicht jedes Kind hat eine Vorstellung davon. Wenn du mehr darüber schreibst, könntest du das Wort einbauen und den Kinder gleich was beibringen - ist jedoch nicht nötig.
Sag lieber, wo das gesagt wird. Damit kann eigentlich jedes Kind was anfangen. Auch wenn es fünf ist.
-> In den Nachrichten kündigte man weitere Schneefälle an.
Die Erwachsenen, die Menschen - es ist nicht persönlich. Beziehe dich lieber auf die Personen, die Lisa kennt.
-> Papa und Mama stöhnten jedes Mal auf.
Für die Kinder und vor allem für Lisa, war es allerdings ein wahres Wintermärchen.
Auch dieser Satz ist zu lang und zu aufwendig. Außerdem schafft er keine Nähe zu Lisa.
-> Doch Lisa freute sich.
Was kam raus?
Draußen war es ungewöhnlich kalt und der Schnee lag schon seit Wochen. In den Nachrichten kündigte man weitere Schneefälle an. Papa und Mama stöhnten jedes Mal auf. Doch Lisa freute sich.


Das kann man um einiges schöner machen, insbesondere die Nähe zu Lisa. Ich bin auch nicht sonderlich erfahren, was Kinderbücherschreiben angeht.
Es gilt jedoch so zu schreiben, wie sie die Welt sehen. Und kurz. Und leicht. Nicht jedoch zu leicht! Kinder sind schlauer als manche denken!

Versuche dich in eine Sieben-, Achtjährige zu versetzen. Es ist machbar.
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Haunar
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 18



BeitragVerfasst am: 23.12.2013 00:30    Titel: Antworten mit Zitat

Nicki hat Folgendes geschrieben:
Heutzutage gibt es kaum noch "saubere" Perspektiven. Es gibt sie, wenn man sie schreibt. Aber nicht alle Autoren halten sich daran.  Es gibt z.B. auch das so genannte "auktoriale Ich" (wenn also der Ich-Erzähler allwissend ist).
Wo hast du das denn her? Das ist mir neu.
Ein bisschen auktorial ist meistens auch in personal erzählten Romanen enthalten. Aber nur, wenn der Autor schlampig arbeitet. Mr. Green
Allerdings zeigt sich das nicht durch Allwissenheit (wie in dem Beispiel mit den Kindern, das hier irgendwo angeführt wurde, denn das ist eindeutig ZU auktorial). Es zeigt sich eher in Beschreibungen, wie in deinem Dursley-Beispiel aus Harry Potter. Das ist so geschrieben, als könnten es Harrys Gedanken über Mrs Dursley sein, aber genauso gut könnte es auch der Erzähler sein, der ihr Äußeres kommentiert.


* Du hast recht. Ich hätte schreiben müssen: Man findet heutzutage kaum noch "saubere" Perspektiven. Natürlich gibt es sie, wenn man sie schreibt.

* Zum auktorialen Ich: Meinst du jetzt wirklich eine Quelle? Die kannst du gern haben smile  (Link b ist der ausführlichste)
a) http://www.schreibstilratgeber.com/leseprobe_II/Schreibstilratgeber_II_Leseprobe.pdf
b) http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_gat/d_epik/strukt/erzpers/erzpers_7_2_1_1.htm

Beispiele für Bücher mit auktorialem Ich:
http://de.wikipedia.org/wiki/Leben_des_vergn%C3%BCgten_Schulmeisterlein_Maria_Wutz_in_Auenthal
in Link b) gibts weitere Bücher (z.B. Homo Faber)
zudem sind sehr viele der Karl-May-Bücher im auktorialen Ich geschrieben. Kein Wunder bei Reiseberichten, die nach dem Erlebnis erst verfasst wurden (zumindest behauptet der Autor das ja wink )

* schlampig? Hm... also Stanzel beschreibt ja einen Typenkreis
http://de.wikipedia.org/wiki/Typologisches_Modell_der_Erz%C3%A4hlsituationen
Danach sind die drei Erzählsituationen, über die hier diskutiert wird, so genannte Idealtypen (aber nicht ideal im Sinne von super toll, sondern im Sinne von Max Weber: Der Idealtypus ist ein theoretisches Konstrukt, das bestimmte, für relevant gehaltene Aspekte der sozialen Realität bewusst überzeichnet und in einen Zusammenhang bringt. Er ist stets auf logisch-gedankliche Perfektion hin angelegt und wird über Beobachtung sozialer Phänomene, Abstraktion und auf der Grundlage von allgemeinen Erfahrungsregeln gewonnen. Ziel der idealtypischen Konstruktion sind trennscharfe Begriffe, mit denen empirische Phänomene unter dem Gesichtspunkt ihrer Kulturbedeutung verstanden werden können. http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Weber

Diese Idealtypen dienen der Analyse und sind nicht normativ. Das heißt, dass sie Existenz einer "sauberen" Perspektive keine Vorschrift ist, sondern nur zu Analyse eines bestehenden Textes verwendet wird.

Ich  zitiere hier auch nochmal Wikipedia (Typologisches Modell der Erzählsituation): Individuelle Erzählungen können von den Idealtypen mehr oder weniger abweichen und durchaus auch Abwandlungen und Mischformen von Typen aufweisen. Die Abweichung ist also nicht negativ zu bewerten, sondern zeigt die Vielfalt von Erzählsituationen auf.

Das Wort "schlampig" setzt dabei voraus, dass der Autor nicht weiß, was er tut. Ich will nicht bestreiten, dass es das gibt (vermutlich sogar häufiger, als man hofft). Aber warum sollte es nicht eine bewusste Entscheidung sein? Gerade wenn Geschichten eingeleitet werden, geschieht das sogar sehr häufig, dass von einer auktorialen Erzählsituation in eine personale gewechselt wird. Der Leser merkt es manchmal gar nicht, weil dabei nicht vollkommen auf den Putz gehauen wird, sondern der Übergang sehr dezent vonstatten geht.

Ob das jetzt allen Lesern gefällt, steht natürlich auf einem anderen Blatt geschrieben. Wir sind auch vieles gewohnt bzw. nicht gewohnt.

LG
Haunar
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