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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 12.11.2013 23:24    Titel: ohne Titel eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Manche Fäden reißen, wenn man
Knoten darin lösen will.

12Wie es weitergeht »


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Zinna
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BeitragVerfasst am: 13.11.2013 06:12    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen firstoffertio,

nur ganz kurz im Moment, sorry.

darin --> daraus??

LG
Zinna

Ah, fast vergessen: Die Aussage gefällt mir sehr.


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Wenn alle Stricke reißen, bleibt der Galgen eben leer...
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anuphti
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BeitragVerfasst am: 13.11.2013 06:19    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen!

ich mag Knotenmetaphern, ob jetzt darin (bezieht sich auf den Zustand vor dem Lösen), oder daraus (bezieht sich auf den Vorgang des Lösens?)

Wenn ein Faden reißt, kann ich ihn wieder zusammenknoten. Und die geknotetete Verbindung ist enger, als der unversehrte Faden. Vielleicht nur nicht mehr makellos ...

Sehr gerne gelesen!

LG
Nuff


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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 13.11.2013 21:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke Euch beiden.

Es gibt ja Knoten und Pseudoknoten. Letztere sind gar keine, sondern der Faden hat sich verheddert und sie gebildet. Man braucht etwas Geduld und Fingerspitzengefühl, um sie zu lösen. Solche hatte ich wohl im Sinn.
Richtige Knoten, in denen zwei Enden zusammengebunden werden, können beim Weben z.B. echt Probleme verursachen, während des Schlagens der Weblade den Faden immer wieder zum Reißen bringen, auch an anderen Stellen.. Auch der relativ flache Weberknoten hilft da nicht immer, und es wird ärgerlich, wenn man dauernd neue gerissene Enden zusammenknüpfen muss.
Beim Stricken ist das nicht so, aber der Knoten bleibt eine Schwachstelle. Er kann sich beim Gebrauch auflösen, oder der Faden sich da eher abnutzen und einreißen., weil der Knoten den Faden  beansprucht.
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Zinna
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BeitragVerfasst am: 13.11.2013 22:02    Titel: Antworten mit Zitat

Und beim Knüpfen? Wohow

firstoffertio hat Folgendes geschrieben:

Beim Stricken ist das nicht so, aber der Knoten bleibt eine Schwachstelle. Er kann sich beim Gebrauch auflösen, oder der Faden sich da eher abnutzen und einreißen., weil der Knoten den Faden  beansprucht.

Stricken... Da habe ich zwei linke Hände. Alles Daumen. Embarassed

Wenn ich an meinen ersten und einzigen Strickversuch denke... Zipped -> Aua -> Kopf an die Wand -> Sich kaputt lachen


Ich finde ja die übertragene Bedeutung hier so reißzvoll.
Fäden und Fäden
Knoten und Knoten
lösen und lösen

Immer wieder gern lesend
Zina


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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 13.11.2013 22:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Zinna,

ja, das Knüpfen.

Da gibt es eh nur so kurze Fäden, die sich selber nicht verknoten wollen. (Und sie werden auch noch extra so kurz geschnitten!) Das muss man dann mit ihnen tun, damit überhaupt etwas aus ihnen werden kann. (Sind aber auch keine echten Knoten, die, mit mit denen man sie in einem Gewebe fixiert.) Wink
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Mogmeier
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BeitragVerfasst am: 14.11.2013 00:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Firstoff,

das finde ich jetzt mal toll! Anders als beim ›Siebtel.Schläfer‹ (von Dürüm), der jetzt eine ›Siebtel.Schläferin‹ ist, habe ich hier das Knotenbild gleich erkannt. Es war mir klar, dass es sich dabei nur um die verhedderten Schlaufen handeln kann; liegt wahrscheinlich an dem von mir beobachteten Phänomen, -> feinsäuberlich zusammengerollte Kabel und/oder Schnüre in eine Tasche (Rucksack oder Ähnliches) gepackt, holt man immer als einen einzigen verfitzten Knäul heraus ...

Auf den allseits bekannten Roten Faden bezogen, finde ich die Aussage deiner Zeilen vortrefflich gelungen. Mit so 'nem Knoten habe ich es derzeit auch in meiner Freizeit zu tun, die ich dafür nutze, um der vermeintlichen kosmologischen Singularität auf die Schliche zu kommen. Der Rote Faden ist dabei der zeitliche Verlauf des Universums, dessen Anfang jedoch irgendwo weit vor der Singularität erklärt werden sollte; der Knoten darin ist die Stringtheorie, von der ich persönlich nicht viel halte, obwohl diese doch schon sensationelle Gedankengänge liefert. Und will man diesen Knoten entwirren, dann reißt der Faden einfach nur.

Gruß,
Mog


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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 14.11.2013 00:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo mogmeier,

ich hatte mich nur mal kurz, weil mir der Name so vielversprechend und interessant erschien, mit der stringtheoery beschäftigt. Verstanden habe ich nicht viel. Was mir in Erinnerung blieb, ist, dass es in ihr so viele Dimensionen gibt? Was mir in Anbetracht solcher verhedderten Fäden, nur intuitiv,  einleuchtete.
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Mogmeier
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BeitragVerfasst am: 14.11.2013 02:21    Titel: Antworten mit Zitat

firstoffertio hat Folgendes geschrieben:
Was mir in Erinnerung blieb, ist, dass es in ihr so viele Dimensionen gibt? Was mir in Anbetracht solcher verhedderten Fäden, nur intuitiv,  einleuchtete.


Das ist im Groben und Ganzen richtig! Wobei man hier den Begriff ›Dimension‹ nicht etwa gleichsetzen sollte mit Höhe, Breite, Tiefe, sondern eher mit Paralleluniversen.
Der aus dieser Theorie resultierende Gedankengang (wenn auch weit hergeholt), dass alle erlebten Augenblicke (Dimensionen) in einer Gesamtheit als ewiges Ganzes existieren müssen, fasziniert mich (die Zeit als Interferenzmuster). Doch hat diese Theorie eine Schwachstelle und die lautet: Praxis!
In der Mathematik passiert jenseits der Null so einiges, was oftmals allerdings nicht auf die Praxis angewandt funktioniert ... wie z.B. bei der kosmologischen Singularität. Die Stringtheorie macht es sich in dem Punkt zu einfach: Geht die Gleichung, die schon kompliziert genug ist, in der hiesigen Dimension nicht auf, wird spontan eine weitere Dimension hinzugezogen, oder bessergesagt hinzugerechnet ... solange bis es passt (aus mathematischer Sicht). Damit ist zwar eine Vielfältigkeit erklärt, der man ein gewisses Interferenzmuster wie etwa dem eines Photons im Doppelspaltexperiment zusprechen könnte, aber noch lange nicht das Erfassen der „Einzigartigkeit“ unserer „erlebten“ Dimension.
Die allgemeine Ansicht lautet, dass das Universum sich ausdehnt und irgendwann mal wieder zusammenschrumpft, und nach dem Schrumpfen – der Moment der kosmologischen Singularität – fängt es wieder von neuem an, sich auszudehnen. Das sagt aber nur aus, dass es sich dabei um ein Intervall handelt. Aber auch ein Intervall muss irgendwann einen Anfang gehabt haben, und diesen suche ich gerade auf Teufel komm raus.


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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 15.11.2013 23:22    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mogmeier, das übersteigt schon wieder mein Verständnis.
Ich habe mir aber nun 'Flachland' rausgesucht, und will es lesen. Damit bin ich früher nie weit gekommen.

Was ein Paralleluniversum vs einer Dimension ist, kannst du mir das erklären?

Mir geht noch durch den Kopf: Unsere Welt hat X Dimensionen, vs etwas hat X Dimensionen.

Wenn ich heute ein Quadrat, morgen Sahne, übermorgen eine Kugel, danach eine Schnur, und am nächsten Tag ein Flugzeug wäre, wie viele Dimensionen hätte ich dann? Oder würde das gar nichts ändern an meinen Dimensionen?

Wieviele Dimensionen hat eine Flüssigkeit?
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Mogmeier
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BeitragVerfasst am: 16.11.2013 16:09    Titel: Antworten mit Zitat

Um keinen Knoten in deinen Faden zu bringen, werde ich dir dazu eine PN schreiben. Vielleicht komme ich ja noch heute dazu sie abzuschicken. Das hängt davon ab, wie weit ich dabei gedanklich ausholen muss, denn sollte ich dann in den Ausführungen auf ein Paradoxon stoßen, bin ich erst mal für die nächsten Tage beschäftigt.

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Existerman
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BeitragVerfasst am: 16.11.2013 19:08    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Leute in diesem Thread,
Das ist absurd. Ich will einfach nicht verstehen, wieso das jetzt Lyrik sein soll. Hier steht ein einziger, kurzer Satz, tiefgründig vielleicht, dennoch könnte er als Volksweisheit durchgehen. Klar, der Satz hat eine Botschaft, aber ihn nur deswegen, oder auch nur wegen des Zeilenumbruchs ein Gedicht zu nennen, finde ich, wie oben schon erwähnt, absurd. Und genauso absurd ist es, hier mit der Stringtheory anzukommen und zu versuchen, alles mögliche reinzuinterpretieren. Ich meine ja nur:
Manche Fäden reißen, wenn man Knoten darin lösen will.

Und High Art ist es, wenn man dabei kifft.

Stellt euch vor, ihr hättet den Satz in einem Liebesroman gelesen.
Er wäre einfach nur pseudolyrisch rübergekommen.

Bitte lyncht mich nicht,
Exi
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Nina
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BeitragVerfasst am: 16.11.2013 19:13    Titel: Antworten mit Zitat

ich muss existerman in sämtlichen punkten zustimmen. ich kapier es auch nicht und hab mich schon gefragt, ob ich irgendwas nicht mitbekommen habe, dass das jetzt als lyrik durchgeht. verzeihung, das ist keine kritik an dem satz, aber das ist mir insgesamt auch als lyrik zu wenig. nicht mehr als ein anfang ist das für mich. aber vielleicht gibt es ja einen neuen trend zur kürzestlyrik und ich hab den verpasst. auch möglich.
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Cheetah Baby
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BeitragVerfasst am: 16.11.2013 19:14    Titel: Antworten mit Zitat

Existerman hat Folgendes geschrieben:
... und versuchen, alles mögliche reinzuinterpretieren...


Hallo Existerman,

Sorry, aber an dieser Stelle muss ich mich einmischen. Ich finde, ein Gedicht, oder auch nur einen Satz zu lesen, und sich dann ein Bild vorzustellen- das ist Lyrik. Was soll daran absurd sein?

Kann deinen Kommentar überhaupt nicht nachvollziehen.

Hat mir sehr gut gefallen, firstoffertio! smile

Liebe Grüße
Chee


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Zinna
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BeitragVerfasst am: 16.11.2013 19:36    Titel: Antworten mit Zitat

Für den einen ist ein/der Satz ein Satz und: Pfff- Njaa...

Für einen anderen blättert sich ein ganzer Bilderwald auf.


(Für Lyrik-Theorie bin ich nicht die Richtige.)

Und zur Stringtheory: - ich mag die Dinger nicht sonderlich, zu unbequem...

LG
Zinna


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Erman
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BeitragVerfasst am: 16.11.2013 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Das Ganze erinnert mich an Zen-Budhismus, Konzentration auf eine alltägliche Verrichtung. Heutzutage ist alles Gedicht; Sprüche, Gedankenblitze, Weisheiten, etc auch mit zwei, drei Sätzen.
Hauptsache es steckt ein erleuchtender Sinn drin. Was folgt sind Wurzelziehen (Kommentare) ; die Wurzel von neun ist drei, die Wurzel von drei ist natürlich eine irrationale Zahl etc.
Hineininterpretieren will man dann alles. Sogar das Universum. Was dabei dann wirklich absurd ist ob Gedicht oder manche Kommentare, geht aus den Augen … na ja, solange es gefällt.


Liebe firstoffertio, dein Zweizeiler gefällt mir. Ich hatte beim lesen keinen Filmriss.

LG Erman


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Ein Lächeln zeigt die einzig ungerade Linie,
die viele Dinge gerade biegen kann. - Erman
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 16.11.2013 21:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Existermann, die Unterhaltung mit Mogmeier hat nicht direkt mit dem Zweizeiler zu tun. Da haben sich einfach für mich interessante Fragen ergeben.

Ansonsten würde ich den Zweizeiler auch nicht  'Gedicht' nennen.

Ist er ein Aphorismus? So weit ich mich erinnere, war Soleatus auch der Ansicht, dass ein solcher nicht in die Lyrik gehört.

Aber dieser Zweizeiler, was immer es ist,  musste hier hin.
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Ralf Langer
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BeitragVerfasst am: 17.11.2013 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo firstoffertio,

ohne Titel

Manche Fäden reißen, wenn man
Knoten darin lösen will


Ich habe die Kommentare zu diesem „Stück
an einer Stelle nennst du es „Zweizeiler“, an einer anderen „Aphorismus“
aufmerksam verfolgt.

In mir sperrt sich alles dies Stück „Gedicht“zu nennen. Ich bleibe also bei dem Wort „Stück“während meiner Auseinandersetzung.

Ich sehe hier einen Aussagesatz in konsekutivem Gewand einer „wenn-dann“ Konstruktion.

Ich sehe hier einen für mich willkürlich gestzten Zeilenumbruch, der, so wie ich es sehe, der Form nach, ein Gedicht imitieren will.

Was änderte sich wenn du zum Beispiel:

„Manche Fäden reißen, wenn man Knoten darin lösen will.“ ( prosaesk)

oder

Manche Fäden reißen,
wenn man Knoten
darin lösen will. (verstärkte lyrische Form)

schriebst?
Ich erkenne da keinen Unterschied.

Zur Wortwahl:

Zwei Worte wollen mir auf der Ebene  lyrischer Begrifflichkeiten überhaupt nicht gefallen.

Man“ und „manche

Ich will das kurz erklären.
Man“ als Wort ist zumindest schwammig. Wer ist das, „man“?
Ist das ein lyrisches Ich, ein lyrisches du?

Was verbirgt das Wort?
Ich denke „man“ ist ein Massenwort. Der Empiriker benutzt es um Phänomene einer unkonkreten Mehrheitssituation auszudrücken, in der das Individuelle vernachlässigt werden kann.
Aber ist es nicht so, das der Lyriker „den“ Menschen kennt, und der Empiriker „die“ Menschen?

In diesem Sinne bin ich sehr davon überzeugt das dieses „Stück“ an lyrischer Empathie gewönne, wenn du einfach nur ersetzen würdest:

Manche Fäden reißen, wenn (ich,du,)
Knoten darin lösen will.

Ähnlich geht es mir mit „manche“. Auch hier bleibt es sehr in der Schwebe. Das Wort enthält kaum Substanz. „Manches“ liegt hier nah bei „man“. In diesem Sinne korrespondieren die beiden Worte sogar. Aber sie machen meiner Meinung nach nicht stärker, nein, ganz im Gegenteil, ich empfinde es so, als höben sie sich in ihrer Aussagekraft sogar auf.

Der Verzicht auf einen leitenden , bzw. über das Allgemeingut hinausreichende, Titel, empfinde ich als eine weitere Schwäche.

Warum nicht einen Hinweis geben.
In diesem Thread wurde viel über „Stringtheorie“ disputiert. Da wäre doch der Titel
„Stringtheorie(n)“ eine Landmarke an der sich der Leser entlanghangeln könnte.

Ich empfinde das, gerade deine Person betreffend, als sehr schade. Denn ich bin ein großer Bewunderer von „einfach“ gemachten Gedichten, wie du es in „Nie sagt die Sonne“ in so hervorragender Weise getan hast.

Mir bleibt hier nur ein freundlicher Gruß

Ralf
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Gast







BeitragVerfasst am: 17.11.2013 14:48    Titel: Antworten mit Zitat

firstoffertio hat Folgendes geschrieben:

Ansonsten würde ich den Zweizeiler auch nicht  'Gedicht' nennen.

Ist er ein Aphorismus? So weit ich mich erinnere, war Soleatus auch der Ansicht, dass ein solcher nicht in die Lyrik gehört.

Aber dieser Zweizeiler, was immer es ist,  musste hier hin.


Dieser Feststellung entnehme ich, dass es dir im Zusammenhang mit dem Inhalt deiner Zeilen (der Aussage) um den Ort ging, an dem du sie sagst, schreibst, hinstellst.

Womit Faden eine Referenz herstellen sollte?

fragt
Lorraine
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Gast







BeitragVerfasst am: 17.11.2013 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Firstoffertio!

Sicher ist das ein Gedicht: die Sprache ist metrisch geregelt!

Und das ist ja wohl ein Gedicht-Merkmal. Der kursive Satz über diesem hier ist auch ein Gedicht, weil er den metrischen Vorgaben eines Hexameters folgt. Deine zwei Zeilen sind, und das nicht zufällig (behaupte ich), trochäische Vierheber:

X x / X x / X x / X x
X x / X x / X x / X

Also.

Gruß,

Ferdi
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 17.11.2013 21:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ralf, danke für deine lange Auseinandersetzung mit dem 'Stück'.
Auf der sprachlichen Ebene ist das vielleicht nicht so sehr lyrisch, ja.

Lorraine: Ja.

Ferdi, ich freue mich, dass du den trochaeischen Vierheber erkannt hast.

Ich wünsche mir schon lange einen Faden, wo solche Anschauungen zu dem, was ein Gedicht ist, mal ohne Streit erörtert werden würden. Zum Beispiel in der 'Vertiefung'?

Ralf, dort würde dein Essay eigentlich auch hinpassen, nicht?
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Aranka
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BeitragVerfasst am: 17.11.2013 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ferdi hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Sicher ist das ein Gedicht: die Sprache ist metrisch geregelt!

Und das ist ja wohl ein Gedicht-Merkmal.


Ja, genau es ist ein Merkmal eines Gedichtes, aber nicht das einzige. Und ich kann kaum glauben, dass hier behautet werden soll, alles was metrisch geregelt ist, ist schon ein Gedicht. Für mich gehört da noch etwas mehr zu.

Womit ich mich nicht auf diesen Zweizeiler beziehen möchte, sondern auf Ferdis Aussage, die ich zu kurz gegriffen finde.


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"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

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