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Thask
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 33
Beiträge: 25
Wohnort: Bonn


BeitragVerfasst am: 17.10.2013 12:43    Titel: Projekttitel Green Revolution eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

Guten Tag Zusammen,

ich schreibe zur Zeit an einer Dystopie. Ich möchte nicht viel darüber verraten. Deshalb setze ich Euch einfach mal meinen Prolog zum zerfleischen vor.

Über konstruktive Kritik würde ich mich sehr freuen und danke Euch jetzt schon dafür!

Abscheu, dieses Gefühl herrschte in Jasmins Seele vor. Abscheu vor dem, was sie sah.
Man hatte ihn aufgehangen, abgeschlachtet und ausbluten lassen. Ihn, Dylan, ihren Bruder. Sie verzerrte ihr Gesicht vor Übelkeit und stürzte vor ihm auf die Knie. Alles, wofür sie kämpften, erschien unwichtig. Sie wollte nicht mehr, nicht mehr kämpfen und nicht mehr leben.
Conor legte seine Hand auf ihre Schulter.
»Lass mich!« unter Tränen brüllte sie ihn an und krümmte sich unter seiner Berührung zusammen, als wäre sie Gift.
»Willst du Rache für deinen Bruder?«, er packte sie an den Schultern und zog sie zu sich hoch. Sie drehte sich um, blickte ihm mit Tränen verschmiertem Gesicht in die Augen; drückte sich an seine Brust.
»Sie werden bald hier sein«, sagte er, doch gab er ihr einen Moment Zuneigung, ehe er ihren Arm an seiner Brust umfasste und sie mit sich zog.
Er führte sie auf direktem Wege Richtung Ausgang des Komplexes, vorbei an den Schlachtbänken, auf denen Fleischbrocken in handliche Schnitzel zerkleinert und schließlich von Fließbändern abtransportiert wurden.
Wie in einem Traum nahm sie die Umgebung schemenhaft wahr. Sie blickte nicht zu den Maschinen an ihrer Seite, doch hörte sie die Schreie sterbender Menschen, die fachgerecht und vollkommen automatisiert von Kreissägen, Hackebeilen und Fleischhämmern verarbeitet entlang der vergitterten Fließbänder, ihr Ende fanden.
Conor blieb stehen, hielt sie noch immer am Arm fest und drehte sich zu ihr um. Sein Gesicht war auf einmal eine entstellte Fratze und er kreischte mit einer unmenschlichen Stimme unverständliche Worte, die in den Ohren schmerzten.
Ihre Augen schreckgeweitet, schweißgebadet ihr Körper, wachte sie auf, sich am Bett festklammernd, als würde sie die Realität selbst zu umfassen versuchen.
Sie atmete schwer, brauchte einen Moment um sich zu fassen, stand schließlich jedoch von der Matratze auf und ging zum Kühlschrank. So als könne es sie diesen Traum vergessen lassen, nahm sie eine Flasche Bier heraus und schüttete sich das kühle Naß in den Hals.
Die Anspannung fiel von ihr ab und sie seufzte beruhigt.
Ihre elektronische Brille, im Standby auf dem Tisch liegend, begann ihr Lieblingslied zu spielen, einen irischen Song mit Bodhrán und Harfe.
Noch geistesabwesend schleppte sie sich zum Tisch, stellte die halbleere Bierflasche ab und setzte sich die Brille auf. Am linken Gestell war ein Kopfhörer angebracht, sie klappte ihn herunter und drückte einen Knopf.
»Ah ... Jasmin«, eine männliche Stimme begrüßte sie in ihrem linken Ohr.
»Was gibt es, Björn?«, erwiderte sie genervt.
Er lachte, machte eine Pause und sagte einfach nur:
 »Hast du schon auf die Uhr geguckt?«
Verdammt, dachte sie sich. Es war bereits 15 Uhr durch. Sie sollte längst im Büro sein, denn heute stand eine Veröffentlichung der Firmensoftware an, die sie die letzten Jahre geleitet hatte.
»Ich ... », sie suchte die passenden Worte, ihr fiel jedoch keine Entschuldigung ein, »... komme.«
»Das ist eine gute Idee!«, Björn war nicht wütend, er klang eher belustigt, legte aber direkt auf.

Sie quälte sich wahllos in irgendwelche Klamotten, die in greifbarer Nähe lagen, und stürmte sofort hinaus.


03.02.2022 16:53 - Personalnummer 3216 - eingestempelt
Eine mechanische Männerstimme meldete sich automatisch aus Jasmins Brillengehäuse, als sie das Büro betrat. Ernste Kollegen blickten nur kurz vorwurfsvoll auf, um sich so gleich ihren Monitoren zu widmen.
Jasmin setzte sich an ihren Schreibtisch, schaltete ihren Monitor durch eine wischende Berührung an und loggte sich mit Hilfe der oberhalb des Monitors angebrachten Kamera ein. Sofort öffnete sich ein Videostream auf ihrem Bildschirm.

»Miss Tumble! Da sind sie ja ...«, das vorwurfsvolle Gesicht ihres Chefs erschien in der Übertragung.
»Ich ähh ...«, stammelte sie.
»Ist mir egal, was sie für eine Ausrede haben! Der Kunde wartet bereits. Er ist sehr ungehalten«, es klang wie eine Drohung.
»Geben Sie mir zwei Stunden, Sir. Bis dahin steht die Anwendung.«
»Das ist ihre letzte Chance, Miss Tumble!«
Er legte auf.

Björn stand plötzlich hinter ihr und legte ihr die Hände auf die Schultern.
»Klingt so als wird es streßig?«, er grinste.
Jasmin wischte seine Hände von den Schultern und vollführte mit ihrem Bürostuhl eine 180° Drehung. Sie blickte ihm genervt ins Gesicht. »Was ist daran lustig?«, zischte sie.
»Genau genommen ... nichts«, er schwieg ernst, grinste kurze Zeit später aber wieder, »Außer, dass du versagen wirst und ich deine Stelle bekomme«.
Sie war sprachlos. Björn war ein Arschloch, aber Das war selbst für ihn zu viel!
»Verpiss dich!«, zischte sie. Er hob beschwichtigend die Hände und ging zurück an seinen Platz, lächelte dabei jedoch wie ein Sieger.

»Peter was machen die Tests?«, fragte Jasmin sofort.
»Sind schon vor 4 Stunden alle durchgelaufen«, entgegnete er ruhig.
»Gut. Server ist erreichbar? Was macht die Firewall?«, sie blickte in die andere Ecke des Raums und musterte Sören.
Dieser nickte, »Die Verbindung steht immer noch. Und die Firewall ist oben.«
»Ich starte jetzt die Veröffentlichung«, Jasmin japste als müsse sie einen Berg erklimmen. Sie tippte Befehle auf ihrer Tastatur, selektierte verschiedene Ausgaben auf ihrem Monitor und zog sie mit gespreizten Fingern zu großen Fenstern auf. Einzelne davon übergab sie mit einem Wischen über den Monitor an den Wandprojektor im Großraumbüro.

Die Datenübertragung lief, verschiedene Balkendiagramme und Statistiken wuchsen an der Wand permanent zu größeren Gebilden heran. Auf ihrem Monitor verfolgte sie die Fehlerausgabe des Programms. Leer. Sie lächelte.
Dann stürzte der Server ab.

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alice im wunderland
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 32
Beiträge: 17
Wohnort: Sachsen


BeitragVerfasst am: 17.10.2013 22:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin erst seit kurzem in diesem Forum und wahrscheinlich noch nicht so versiert wie viele andere. Aber ich kann nur sagen Toll! Ich habe mich am Anfang wirklich geekelt und gleichzeitig wollte ich wissen wie es weitergeht. Meine Neugier ist geweckt. Der einzige kleine Stolperer, den ich bemerkt habe, ist eine Wortwiederholung (sie) in dem Satz, als sie das Bier trinkt. Außerdem würde ich das Bier nicht als kühles Nass bezeichnen, was aber nur meinem persönlicher Geschmack entspricht.
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Thask
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 33
Beiträge: 25
Wohnort: Bonn


BeitragVerfasst am: 18.10.2013 08:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Shocked Kein zerfleischen des Prologs? Naja, Lob tut auch ganz gut. Danke Dir Alice. Very Happy
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Amaryllis
Geschlecht:weiblichForenschmetterling

Alter: 33
Beiträge: 2000

Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 18.10.2013 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Herzlich willkommen Thask!

Also mir gefällt es nicht so gut. Ich finde es sprachlich sehr unpräzise. Ich zerleg mal einen kurzen Teil:

Zitat:
Abscheu, dieses Gefühl herrschte in Jasmins Seele vor (vorherrschen ist sehr neutral als Wort und passt nicht zum Abscheu, besser wäre: breitmachen, festsetzen, sich fressen in, oder ähnliches. Abscheu vor dem, was sie sah.
Man hatte ihn aufgehangenaufgehängt, abgeschlachtet und ausbluten lassen. (ist es nicht eher umgekehrt, zuerst schlachten, dann aufhängen, dann bluten lassen?) Ihn, Dylan, ihren Bruder. (würde sie dann nicht automatisch gleich seinen Namen denken? Kommt mir hier künstlich vor, dieser Nachschub).Sie verzerrte ihr Gesicht vor Übelkeit (das klingt so, als wäre es aktiv, hier kippst du m.E.n aus der Perspektive.) und stürzte vor ihm auf die Knie. Alles, wofür sie kämpften, erschien unwichtig. Sie wollte nicht mehr, nicht mehr kämpfen und nicht mehr leben.
Conor legte seine Hand auf ihre Schulter.
»Lass mich!« unter Tränen brüllte sie ihn an und krümmte sich unter seiner Berührung zusammen, als wäre sie Gift. (auch hier passen die Bilder nicht zusammen)
»Willst du Rache für deinen Bruder?«, er packte sie an den Schultern (Wwh) und zog sie zu sich hoch. Sie drehte sich um, blickte ihm mit Tränen verschmiertem Gesicht in die Augen; drückte sich an seine Brust.


Außerdem finde ich es am Anfang etwas schwierig, weil man zunächst glaubt, Conor sei der Feind. Ist er aber anscheinend nicht, sondern ein Kampfkamerad.

Den Rest hab ich ehrlich gesagt nur überflogen, aber auch hier sind mir Ungereimtheiten aufgefallen, zum Beispiel die Namen. Björn z.B. ist kein englischer Name, Jasmin auch nicht wirklich (würde Yasmin geschrieben werden, soweit ich weiß), aber sie wird dann Miss Tumble genannt und nennt ihren Chef Sir. Einheitlichkeit wäre empfehlenswert.

Ich hoffe, das hilft dir weiter.

Liebe Grüße,
Ama


_________________
Mein Leben ist ein Scherbenhaufen...
Aber ich bin der Fakir.
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Thask
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 33
Beiträge: 25
Wohnort: Bonn


BeitragVerfasst am: 18.10.2013 10:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Ama,
Hallo Zusammen,

ich habe den Text inhaltlich noch etwas überarbeitet. Das mit den uneinheitlichen Namen erklärt sich später, wenn Jasmins Vergangenheit erwähnung findet.
Ich hoffe diese Version gefällt besser:

1.  Kapitel
Abscheu herrschte in Jasmins Seele vor. Es widerte sie an, wie die Obrigkeit mit Leben umging, der Genuss von Fleisch ekelte sie nur noch und sie wollte mit aller Macht aus dieser Welt aussteigen. Dieses Gefühl fand seinen Höhepunkt bei dem, was sie sah.
Sie hatten ihn an Ketten aufgehangen, ihn wie ein Tier abgeschlachtet und über einem Abfluss ausbluten lassen. Ihren Bruder Dylan. Ihre Abscheu überwand ihren Verstand. Sie verzerrte ihr Gesicht vor Übelkeit und stürzte vor ihm auf die Knie. Nicht mehr fähig dieses Gefühl zu bändigen, schrie sie ihren Ekel hinaus. Sie wollte nicht mehr, nicht mehr kämpfen und nicht mehr leben.
Conor legte seine Hand auf ihre Schulter.
»Lass mich«, sagte sie leise und schwach unter Tränen. Sie krümmte sich unter seiner Berührung zusammen, als wäre sie Gift.
»Willst du Rache für deinen Bruder?«, er packte sie an den Schultern und zog sie zu sich hoch. Sie drehte sich um, blickte ihm mit Tränen verschmiertem Gesicht in die Augen; drückte sich an seine Brust.
»Sie werden bald hier sein«, sagte er, streichelte einen Moment über ihr braunes Haar, ehe er ihren Arm an seiner Brust umfasste und sie mit sich zog.
Er führte sie auf direktem Wege Richtung Ausgang des Komplexes, vorbei an den Schlachtbänken, auf denen Fleischbrocken in handliche Schnitzel zerkleinert und schließlich von Fließbändern abtransportiert wurden.
Wie in einem Traum nahm sie die Umgebung schemenhaft wahr. Sie blickte nicht zu den Maschinen an ihrer Seite, doch hörte sie die Schreie sterbender Menschen, die fachgerecht und vollkommen automatisiert von Kreissägen, Hackebeilen und Fleischhämmern verarbeitet entlang der vergitterten Fließbänder, ihr Ende fanden.
Conor blieb stehen, hielt sie noch immer am Arm fest und drehte sich zu ihr um. Er verzerrte sein Gesicht unter Schmerzen zu einer Fratze. Hörner wuchsen aus seinem Kopf heraus. Er richtete seine verdrehten Augen mit einem Mal auf Jasmin. Sie sah Wahnsinn und Verzweiflung in ihnen, er griff sie fester und er kreischte mit einer unmenschlichen Stimme unverständliche Worte.

Ihre Augen schreckgeweitet, schweißgebadet ihr Körper, wachte sie auf, sich am Bett festklammernd, als würde sie die Realität selbst zu umfassen versuchen.
Sie atmete schwer, brauchte einen Moment um sich zu fassen, stand schließlich jedoch von der Matratze auf und ging zum Kühlschrank. So als könne es sie diesen Traum vergessen lassen, nahm sie eine Flasche Bier heraus und schüttete sich den gesamten Inhalt in den Hals.
Noch immer angespannt blickte sie unruhig zum Fernseher. Über den Bildschirm flimmerte eine ähnliche Szene wie aus ihrem Traum. Menschen, die im Schlachthaus auf brutalste Art ihr Ende fanden. »Bildschirm herunterfahren«, sagte sie mit zittriger Stimme und der Fernseher schaltete sich ab.
Ihre elektronische Brille, im Standby auf dem Tisch liegend, begann ihr Lieblingslied zu spielen, einen irischen Song mit Bodhrán und Harfe.
Noch geistesabwesend schleppte sie sich zum Tisch, stellte die leere Bierflasche ab und setzte sich die Brille auf. Am linken Gestell war ein Kopfhörer angebracht, sie klappte ihn herunter und drückte einen Knopf.
»Ah ... Jasmin«, eine männliche Stimme begrüßte sie in ihrem linken Ohr.
»Was gibt es, Björn?«, erwiderte sie mit zittriger Stimme.
»Hat dir der Film gefallen? Soylent Green. So haben sich die Menschen 1973 unsere Welt vorgestellt.«
Er lachte, machte eine Pause und sagte einfach nur:
 »Ach übrigens ... hast du schon auf die Uhr geguckt?«
Verdammt, dachte sie sich. Es war bereits 15 Uhr durch. Sie sollte längst im Büro sein, denn heute stand eine Veröffentlichung der Firmensoftware an, die sie die letzten Jahre geleitet hatte.
»Ich ... », sie suchte die passenden Worte, ihr fiel jedoch keine Entschuldigung ein, »... komme.«
Björn war nicht wütend, eher belustigt. »Das ist eine gute Idee!«
Dann brach er die Verbindung ab.

Sie quälte sich wahllos in irgendwelche Klamotten, die in greifbarer Nähe lagen, und stürmte sofort hinaus.

2.  Kapitel
03.02.2022 16:53 - Personalnummer 3216 - eingestempelt
Eine mechanische Männerstimme meldete sich automatisch aus Jasmins Brillengehäuse, als sie das Büro betrat. Ernste Kollegen blickten nur kurz vorwurfsvoll auf, um sich so gleich ihren Monitoren zu widmen.
Jasmin setzte sich an ihren Schreibtisch, schaltete ihren Monitor durch eine wischende Berührung an und loggte sich mit Hilfe der oberhalb des Monitors angebrachten Kamera ein. Sofort öffnete sich ein Videostream auf ihrem Bildschirm.

»Miss Tumble! Da sind sie ja ...«, das vorwurfsvolle Gesicht ihres Chefs erschien in der Übertragung.
»Ich ähh ...«, stammelte sie.
»Ist mir egal, was sie für eine Ausrede haben! Der Kunde wartet bereits. Er ist sehr ungehalten«, drohte er ihr. »Und wie sehen sie überhaupt aus?«
Ihre Haare waren ungepflegt, ihre Augen unter tiefen Rändern verborgen und ihre Haut blass wie eine Leiche.
»Geben Sie mir zwei Stunden, Sir. Bis dahin steht die Anwendung.«
»Das ist ihre letzte Chance, Miss Tumble!«
Er legte auf.

Björn stand plötzlich hinter ihr und legte ihr die Hände auf die Schultern.
»Klingt so als wird es streßig?«, er grinste.
Jasmin wischte seine Hände von den Schultern und vollführte mit ihrem Bürostuhl eine 180° Drehung. Sie blickte ihm energielos ins Gesicht. »Was ist daran lustig?«, sie hatte keine Kraft mehr wütend zu sein.
»Genau genommen ... nichts«, er schwieg ernst, grinste kurze Zeit später aber wieder, »Außer, dass du versagen wirst und ich deine Stelle bekomme«.
Sie war sprachlos. Björn war ein Arschloch, aber Das war selbst für ihn zu viel!
Er zwinkerte, schnipste ihr zu und ging zurück an seinen Platz, lächelte dabei jedoch wie ein Sieger.

Doch sie würde nicht so leicht aufgeben, selbst wenn sie am Ende war.
»Peter was machen die Unit-Tests?«, fragte Jasmin sofort.
»Sind schon vor 4 Stunden alle durchgelaufen«, entgegnete er ruhig.
»Gut. Server ist erreichbar? Was macht die Firewall?«, sie blickte in die andere Ecke des Raums und musterte Sören.
Dieser nickte ihr mitfühlend zu, »Die Verbindung steht noch. Und die Firewall ist oben.«
»Ich starte jetzt die Veröffentlichung«, Jasmin japste, als müsse sie einen Berg erklimmen. Sie tippte Befehle auf ihrer Tastatur, selektierte verschiedene Ausgaben auf ihrem Monitor und zog sie mit gespreizten Fingern zu großen Fenstern auf. Einzelne davon übergab sie mit einem Wischen über den Monitor an den Wandprojektor im Großraumbüro.

Die Datenübertragung lief, verschiedene Balkendiagramme und Statistiken wuchsen an der Wand permanent zu größeren Gebilden heran. Auf ihrem Monitor verfolgte sie die Fehlerausgabe des Programms. Leer. Sie lächelte.
Dann stürzte der Server ab.
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Gast







BeitragVerfasst am: 18.10.2013 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thask,

willkommen im Forum!

Ich glaube, dein Text ist an vielen Stellen noch viel zu beliebig, als dass er einen Leser an sich binden könnte?! Das fängt schon mit dem ersten Satz an, "Abscheu herrschte in Jasmins Seele vor." Wenn ein Text, der mir "in der freien Wildbahn" begegnet, so anfängt, steige ich gleich hier wieder aus, weil "vorherrschen" ein so schwaches, nichtssagendes Wort ist, dass seine Verwendung in einem "ersten Satz" schlimmes ahnen lässt für den weiteren Text.

Insofern ist deine neue Fassung noch schwächer als die erste, denn Ausdrücke wie "Dieses Gefühl fand seinen Höhepunkt" solltest du meiden wie der Teufel das Weihwasser - das sind einfach Leerstellen, die Platz fressen und den Leser langweilen.

"Sie hatten ihren Bruder geschlachtet, aufgehängt und ausbluten lassen."

Ich glaube, mit so einem ersten Satz kannst du viel mehr Leser "einfangen"?!

Gruß,

Soleatus
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Thask
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 33
Beiträge: 25
Wohnort: Bonn


BeitragVerfasst am: 18.10.2013 13:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Habe es jetzt mal etwas aktiver begonnen und an einzelnen Stellen detailierter geschildert:

1.  Kapitel
»Ihr verdammten Drecksschweine, ihr Wichser, ihr Mörder! Oh Gott! Ihr habt meinen kleinen Bruder ermordet!«, Jasmin schrie ihre Abscheu heraus.
Seine Mörder hatten ihn an Ketten aufgehangen, ihn wie ein Tier abgeschlachtet und über einem Abfluss ausbluten lassen. Ihren Bruder Dylan. Sie sah ihn dort hängen, seine Arme ausgestreckt wie eine Jesusfigur, blickte er tot zu ihr herab. Sein Hals war geschächtet, sein Körper nackt und voller Blut. Sie verzerrte ihr Gesicht vor Übelkeit und stürzte vor ihm auf die Knie, nicht mehr fähig ihren Ekel zu bändigen. Sie schrie sich ihre Seele heiser. »Ich hasse Euch!« immerzu »Ich hasse Euch!« Wippte dabei auf den Knien hin und her und fasste sich an den Kopf, bis sie ausgelaugt war und nicht mehr schreien konnte.
»Warum tun sie das? Warum nur?« Begann sie zu wimmern, wollte nicht mehr, nicht mehr kämpfen und nicht mehr leben.
Conor legte seine Hand auf ihre Schulter.
»Lass mich«, sagte sie leise und schwach unter Tränen. Sie krümmte sich unter seiner Berührung zusammen, als wäre sie Gift.
»Willst du Rache für deinen Bruder?«, er packte sie an den Schultern und zog sie zu sich hoch. Sie drehte sich um, blickte ihm mit Tränen verschmiertem Gesicht in die Augen; drückte sich an seine Brust.
»Sie werden bald hier sein«, sagte er, streichelte einen Moment über ihr braunes Haar, ehe er ihren Arm an seiner Brust umfasste und sie mit sich zog.
Er führte sie auf direktem Wege Richtung Ausgang des Komplexes, vorbei an den Schlachtbänken, auf denen Fleischbrocken in handliche Schnitzel zerkleinert und schließlich von Fließbändern abtransportiert wurden. Dies alles geschah automatisch durch die Maschinen der Fabrik.
Wie in einem Traum nahm sie die Umgebung schemenhaft wahr. Sie blickte nicht zu den Maschinen an ihrer Seite. Doch hörte sie die Schreie sterbender Menschen, die fachgerecht und vollkommen automatisiert von Kreissägen, Hackebeilen und Fleischhämmern verarbeitet entlang der vergitterten Fließbänder, ihr Ende fanden.
Conor blieb stehen, hielt sie noch immer am Arm fest und drehte sich zu ihr um. Mit einem Mal verzerrte er sein Gesicht unter Schmerzen zu einer Fratze. Hörner wuchsen aus seinem Kopf heraus und er verdrehte vor Schmerz die Augen. Conor wurde still und blickte sie an. Sie sah einen veränderten Mann vor sich stehen, bekannt doch auch befremdlich. Noch immer hielt er ihren Arm umklammert, als er seinen Mund öffnete um etwas zu sagen, doch in diesem Moment wurden die Schreie der sterbenden Menschen lauter. Jasmin hielt es nicht mehr aus, ihr Verstand war kurz davor zu bersten.

Ihre Augen schreckgeweitet, schweißgebadet, wachte sie auf. Sie umklammerte ihr Bett, als würde sie sich an der Realität selbst festzuhalten versuchen.
Sie atmete schwer, brauchte einen Moment um sich zu fassen, stand schließlich jedoch von der Matratze auf und ging zum Kühlschrank. So als könne es sie diesen Traum vergessen lassen, nahm sie eine Flasche Wein heraus und trank einen großen Schluck.
Noch immer angespannt blickte sie zum Fernseher. Über den Bildschirm flimmerte eine ähnliche Szene wie aus ihrem Traum. Menschen, die im Schlachthaus auf brutalste Art ihr Ende fanden. »Bildschirm herunterfahren«, sagte sie mit zittriger Stimme und der Fernseher schaltete sich ab.
Ihre elektronische Brille lag im Standby auf dem Tisch. Jetzt begann die Brille ihr Lieblingslied zu spielen, einen irischen Song mit Bodhrán und Harfe.
Sie brauchte einen Moment, um zu realisieren, dass sie jemand anrufte. Jasmin ging Richtung Tisch und lies halb geistesabwesend die Weinflasche auf den Boden fallen, die sich auf den Teppich ergoss. Sie ignorierte den Wein und setzte sich die Brille auf. Am linken Gestell war ein Kopfhörer angebracht, sie klappte ihn herunter und sagte: »Brille aktivieren.«
»Ah ... Jasmin«, eine männliche Stimme begrüßte sie in ihrem linken Ohr.
»Was gibt es, Björn?«, erwiderte sie mit unruhiger Stimme.
»Hat dir der Film gefallen? Soylent Green. So haben sich die Menschen 1973 unsere Welt vorgestellt.«
Er lachte, als er ihre zittrige Stimme vernahm. Er hatte ihr den Film ausgeliehen, wusste das sie ein dünnes Fell hatte. Doch er lies einige Details bei seiner Beschreibung des Films aus, die offensichtlich essenziel waren.
 »Ach übrigens ... hast du schon auf die Uhr geguckt?«
Verdammt, dachte sie sich. Es war bereits 15 Uhr durch. Sie sollte längst im Büro sein, denn heute stand die Veröffentlichung der Firmensoftware an. Sie leitete die letzten Jahre ein Projekt über das Wachstum autogener Systeme. Mit diesem Forschungsprojekt wollte ihr Team virtuell die genetische Entwicklung beliebiger Organismen simulieren, sprich: Die Evolution nachstellen.
»Ich ... », sie suchte die passenden Worte, ihr fiel jedoch keine Entschuldigung ein, »... komme.«
Björn war nicht wütend, eher belustigt. »Das ist eine gute Idee!«
Dann brach er die Verbindung ab.

Sie schlüpfte wahllos in irgendwelche Klamotten, die in greifbarer Nähe lagen, und stürmte sofort hinaus.

2.  Kapitel
»03.02.2022 16:53 - Personalnummer 3216 - eingestempelt«
Eine mechanische Männerstimme meldete sich automatisch aus Jasmins Brillengehäuse, als sie das Büro betrat. Ernste Kollegen blickten nur kurz vorwurfsvoll auf, um sich so gleich ihren Monitoren zu widmen.
Jasmin setzte sich an ihren Schreibtisch, schaltete den Hauptbildschirm durch eine wischende Berührung an und loggte sich mit Hilfe der oberhalb des Monitors angebrachten Kamera ein, die ihr Profil mit der Datenbank des Servers verglich. Sofort öffnete sich ein Videostream auf ihrem Bildschirm.

»Miss Tumble! Da sind sie ja ...«, das vorwurfsvolle Gesicht ihres Chefs erschien in der Übertragung.
»Ich ähh ...«, stammelte sie.
»Ist mir egal, was sie für eine Ausrede haben! Der Kunde wartet bereits. Er ist sehr ungehalten«, drohte er ihr. »Und wie sehen sie überhaupt aus?«
Ihre braunen Haare waren zu einem teilweise verfilzten Zopf zusammengebunden. Ein paar einzelne Strähnen hingen ihr jedoch im Gesicht, ihre braunen Augen unter tiefen Rändern verborgen und ihre Haut blass wie eine Leiche.
»Geben Sie mir zwei Stunden, Sir. Bis dahin steht die Anwendung.«
»Das ist ihre letzte Chance, Miss Tumble!«
Er legte auf.

Björn stand plötzlich hinter ihr und legte ihr die Hände auf die Schultern.
»Klingt so als wird es streßig?«, er grinste.
Jasmin wischte seine Hände von den Schultern und vollführte mit ihrem Bürostuhl eine 180° Drehung. Sie blickte ihm energielos ins Gesicht. »Was ist daran lustig?«, sie hatte keine Kraft mehr wütend zu sein.
»Genau genommen ... nichts«, er schwieg ernst, grinste kurze Zeit später aber wieder, »Außer, dass du versagen wirst und ich deine Stelle bekomme«.
Sie war sprachlos. Björn war ein Arschloch, aber Das war selbst für ihn zu viel!
»Verpiss dich!«, zischte sie. Er hob beschwichtigend die Hände und ging zurück an seinen Platz, lächelte dabei jedoch wie ein Sieger.

Doch sie würde nicht so leicht aufgeben, selbst wenn sie am Ende war.
»Peter was machen die Unit-Tests?«, fragte Jasmin sofort.
»Sind schon vor 4 Stunden alle durchgelaufen«, entgegnete er ruhig.
»Gut. Server ist erreichbar? Was macht die Firewall?«, sie blickte in die andere Ecke des Raums und musterte Sören.
Dieser nickte ihr mitfühlend zu, »Die Verbindung steht noch. Und die Firewall ist oben.«
»Ich starte jetzt die Veröffentlichung«, Jasmin japste, als müsse sie einen Berg erklimmen. Sie tippte Befehle auf ihrer Tastatur, selektierte verschiedene Ausgaben auf ihrem Monitor und zog sie mit gespreizten Fingern zu großen Fenstern auf. Einzelne davon übergab sie mit einem Wischen zum oberen Monitorrand an den Wandprojektor im Großraumbüro.

Die Datenübertragung lief. Balkendiagramme und Statistiken wuchsen an der Wand zu größeren Gebilden heran. Auf ihrem Monitor verfolgte sie die Fehlerausgabe des Programms. Keine Einträge. Sie lächelte.
Dann stürzte der Server ab.
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Amaryllis
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Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 18.10.2013 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Thask,

sei mir nicht böse, aber wenn dir zwei Leute sagen, dass es aufgehängt und nicht aufgehangen heißt, könntest du das ruhig übernehmen.

Noch mal der erste Absatz:

Zitat:
»Ihr verdammten Drecksschweine, ihr Wichser, ihr Mörder! Oh Gott! Ihr habt meinen kleinen Bruder ermordet!«Kein Komma! Jasmin schrie ihre Abscheu heraus.
Seine Mörder (so viele Wortwiederholungen brauchts auch nicht, das haben wir schon verstanden ...) hatten ihn an Ketten aufgehangen, ihn wie ein Tier abgeschlachtet und über einem Abfluss ausbluten lassen. Ihren Bruder Dylan. Sie sah ihn dort hängen, seine Arme ausgestreckt wie eine Jesusfigur (Also entweder sie hängen ihn auf - und wenn du es nicht näher präzisierst, wird der Leser vermutlich von einem Galgen oder etwas ähnlichem ausgehen, also funktioniert das mit den Armen nicht) , blickte er tot zu ihr herabhinab Er ist tot, also kann er nicht mehr blicken. Sein Hals war geschächtet (bitte was ist er?), sein Körper nackt und voller Blut. Sie verzerrte ihr Gesicht vor Übelkeit  (das hab ich vorher schon beanstandet)und stürzte vor ihm auf die Knie, nicht mehr fähig ihren Ekel zu bändigen. Sie schrie sich ihre Seele heiser (Wie kann eine Seele heiser sein? Bild funktioniert nicht). »Ich hasse Euch!« immerzu »Ich hasse Euch!« Wippte dabei auf den Knien hin und her und fasste sich an den Kopf (seltsames Bild, meinst du, dass sie die Hände vors Gesicht schlägt oder dass sie sich tatsächlich an den Kopf fasst?), bis sie ausgelaugt war und nicht mehr schreien konnte.


Für mich ist das alles noch sehr unausgereift und ich würde keinesfalls weiterlesen. Da kann die Idee dahinter noch so gut sein, aber mit so schiefen und unpräzisen Bildern funktioniert das für mich nicht.

LG,
Ama


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Thask
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BeitragVerfasst am: 18.10.2013 14:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Tut mir Leid. Ich hatte den Fokus zu sehr auf den Verbesserungsvorschlägen des anderen Forums fixiert. Ich werde den Texte also ein weiteres mal überarbeiten... wink
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Gamone
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 41
Beiträge: 1135
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 18.10.2013 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thask

Eine Veränderung sehe ich eigentlich nur in der dritten Version.
Beschwer dich nicht, dass keine Zerfleischer kommen, wenn du dich der Vorschläge nicht annimmst. Nur mal so am Rande ...

Zitat:
»Ihr verdammten Drecksschweine, ihr Wichser, ihr Mörder! Oh Gott! Ihr habt meinen kleinen Bruder ermordet!«, Jasmin schrie ihre Abscheu heraus.
Das klingt total gestelzt.
Ja klar, sie würde schreien, schimpfen, fluchen. ABER wo ist der Schmerz? Sie hat grad ihren Bruder gefunden. Empfindet sie keinen Schmerz? Nur Abscheu vor dem ekeligen Bild?
Zitat:
Sie verzerrte ihr Gesicht vor Übelkeit und stürzte vor ihm auf die Knie, nicht mehr fähig ihren Ekel zu bändigen. Sie schrie sich ihre Seele heiser.
1.  Sie verzerrte ihr Gesicht - ich denk immer erst an das Verzehren. Ja, wird anders geschrieben, ist aber so. Reißt mich aus dem Lesefluss, weil ich denke "Wie? Sie isst ihr Gesicht?"
2. stürzte vor ihm auf die Knie, nicht mehr fähig ihren Ekel zu bändigen. - willst du damit ausdrücken, dass sie sich übergibt? Dann mach das plastischer.
3. Sie schrie sich ihre Seele heiser - Nee, geht gar nicht. Allerhöchstens die Stimme, oder sie schreit sich die Seele aus dem Leib.
Da wirft wohl auch jemand gerne Redensarten in einen Topf zum Vermischen?! Wink
Zitat:
ihr Verstand war kurz davor zu bersten
Nee, tut er nicht. Gefäße bersten.
Zitat:
dass sie jemand anrufte
anrief.
Nicht falsch verstehen, aber bist du Muttersprachler? Manche deiner Ausdrucksweisen erinnern mich an Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache haben.
Zitat:
Was gibt es, Björn?«, erwiderte sie mit unruhiger Stimme.
»Hat dir der Film gefallen? Soylent Green. So haben sich die Menschen 1973 unsere Welt vorgestellt.«
Er lachte, als er ihre zittrige Stimme vernahm. Unruhig oder zittrig? Unruhig vermittelt einen anderen Eindruck, als zittrig.

Er hatte ihr den Film ausgeliehen


Soleatus' Anfang ist doch gut. Versuch's doch mal damit. Das ist ein Satz, da MUSS man einfach weiter lesen!


Soweit meine Eindrücke

LG
Gamone


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Gut ist besser als schlecht!
*H.S.*

***

... du solltest öfters vom Dach springen ...
*Lapidar*
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Thask
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BeitragVerfasst am: 18.10.2013 15:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Gamone,

auch Dir meinen Dank. Ich werde in der nächsten Version mit Soleatus Anfang beginnen und auch die von Dir und Amaryllis empfohlenen Änderungen anwenden.
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jck5000
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BeitragVerfasst am: 18.10.2013 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, wenn das jetzt etwas destruktiv ist:

Ich kann nicht konkretisieren, was mir missfällt... ich bin irgendwie nicht "da". Immerzu irritiert mich was - Fleischbrocken sind für mich kleiner als Schnitzel, der neue, rein tourettige Ausruf passt nicht zu einer weinerlichen Frau, viel zu viel Beschreibung des immer gleichen (1) verzerrte ihr Gesicht vor Übelkeit ... (2) Ekel zu bändigen, dann die wiederkehrenden Tränen (dass ihr Gesicht tränenverschmiert ist, ist klar, wenn sie weint) etc.

Wozu brauche ich Bildschirme, wenn ich eine elektronische Brille habe?

Filmreferenzen (wurde mir gesagt) sind nur gut, wenn sie jeder kennt. Und die Szene, die Du beschreibst, ist so nicht in dem Film (im Director's Cut, das ist viel subtiler dargestellt).

15 Uhr - Büro?

Warum tatschen ständig alle Männer die Frau an? Ist das die weibliche Protagonistin / Heldin oder eine Damsel in Distress (nimm aber von mir keine Ratschläge zu weiblichen Charakteren).

Und so weiter. Ich habe auch keine Ahnung, was die Geschichte werden soll.
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Thask
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BeitragVerfasst am: 19.10.2013 10:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Etwas destruktiv ist gut... Shocked
Den Anfang werde ich heute nochmal überarbeiten.

Bildschirme braucht man, weil das die Firmenrechner sind, die am Firmen-PC angeschlossen sind und man sie über Berührung steuern kann. Es macht wahrscheinlich nicht so viel Spaß durch Bewegung der Augen, die ganzen Fenster zu verschieben und Schielen beim Größerziehen stelle ich mir irgendwie ulkig vor. Der Projektor ist natürlich dafür da, dass die Kollegen auch was sehen.
Nebenbei glaube ich nicht das Du heute im Büro mit deinem Smartphone schreibst, statt mit dem Firmen-PC. wink

Die Filmreferenz ist leider nötig. Ich hatte den Einfall mit den Schlachthäusern, die Menschen verarbeiten, bevor ich den Film kannte. Sogar das Datum des Zeitalters wählte ich vorher. Dummerweise stellte sich heraus, dass jemand schon diese Idee hatte, als mir ein Freund zwei Worte an den Kopf warf »Soylent Green«. Shocked Die Szene die ich beschreibe ist ein Traum. Sie stammt nicht aus dem Film. Das ist der Trick um hier keine Eins zu Eins Kopie zu machen und eigene Elemente einzubringen.

15 Uhr Büro... tja sie hat verschlafen. Sie kommt zu spät. Ich denke das sollte eigentlich deutlich dargestellt sein?

Das Antatschen der Protagonistin soll den Status der Charaktere zueinander verstärken. Im Traum ist es der (von der Protagonistin) Geliebte.
In der Wirklichkeit berührt sie ein... mieser Kerl, der ganz genau weiß das es ihr unangenehm ist, und vielleicht sogar etwas von ihr will? Wer weiß?

Wo das Ganze hinführt ... stimmt das verrate ich natürlich hier noch nicht.

Den Namen der Hauptcharakterin ändere ich auch noch. Ich stehe wie gesagt noch relativ am Anfang des Romans.

Hier mal eine kurze Einleitung:

In dieser Geschichte trägt eine junge Frau die Hauptrolle, welche sich gegen das System ihres Zeitalters stellt (2022). Die Überbevölkerungsrate explodiert, grünes Land ist unbezahlbar und die Schere zwischen Reich und Arm klafft erheblich auseinander. Die junge Frau kann die dumpfen, stillen Gesichter ihrer Mitmenschen und das ewige Grau der Städte nicht mehr ertragen. Sie entschließt sich dazu etwas dagegen zu unternehmen und findet bald Mitstreiter. Anfangs demonstrieren sie nur, verteilen Informationen im Netz und starten Aktionen um die Städte grüner zu bekommen. Bis diese Organisation (Green Wake) immer größer und politisch wird. Der globale Weltstaat dieser Zeit hat ein dunkles Gehemnis, welches aufgedeckt, zum Bürgerkrieg führt.
Die junge Heldin ist von ihrer Abstammung her halb Deutsche, halb Franzosin. Ihre Mutter erzählte ihr in ihrer Kindheit längst vergangene Märchen. In ihren Träumen verarbeitet sie die Märchen als »Visionen« und fühlt sich vom Gott Cernunnos darin bestärkt, den Machenschaften der Obrigkeit einhalt zu gebieten.


Hoffe ich konnte helfen. wink

Liebe Grüße
Thask
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BeitragVerfasst am: 19.10.2013 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

um hier mal etwas positives dazulassen:

Wenn man sich nur die Beiträge anschaut von Romananfängen, dann kann man sehr einfach unterscheiden, ob einer es ernst meint oder nicht. Du tust es, gehst du doch beinahe auf jedes Argument ein und versuchst es zu verbessern! Weiter so! Das finde ich wirklich toll von dir.

lg Stimmen


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Thask
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BeitragVerfasst am: 19.10.2013 19:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke... ich werde auch noch auf die anderen Kritikpunkte eingehen, die ich bisher noch nicht berücksichtigt hatte. Ich brauche allerdings noch ein bisschen Zeit dafür (Die habe ich gerade nicht). Ich werde mir sie aber wahrscheinlich Morgen nehmen. smile
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Thask
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BeitragVerfasst am: 20.10.2013 10:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

(Arbeitstitel geändert zu "Die Cernunnos Revolution" und hier eine neue Version des Textes. Namen der Charaktere sind noch nicht final! Ich hoffe ich habe alle Änderungsvorschläge aufgenommen. Zusätzlich habe ich noch einige andere Fehler behoben und die Beziehung der Protagonistin zu Björn etwas vertieft.)

Los gehts:

1. Kapitel

Sie hatten ihren Bruder geschlachtet, aufgehängt und ausbluten lassen.
»Ihr verdammten Drecksschweine, ihr Wichser, ihr Mörder! Ihr habt meinen kleinen Bruder ermordet! Oh Gott, Dylan! Komm zu mir zurück! Nein... bitte... Gott, lass das nicht wahr sein! Warum er? Warum nur ... er hatte doch nichts damit zu tun. Ich hasse Euch! Ich werde Euch vernichten! Euch alle! « Jasmin schrie ihre Abscheu heraus.
Sie sah ihn dort hängen, Ihren Bruder Dylan, wie eine Jesusfigur hing er, von Ketten an seinen Armen und an seiner Brust strammgezogen, da. Sein Hals klaffte offen, wie bei der Schächtung eines Tieres, sein Körper war nackt und voller Blut. Ihr Gesicht verzerrte sich vor Schmerz und sie stürzte vor ihm auf die Knie, nicht mehr fähig ihren Ekel zu bändigen, übergab sie sich vor ihm auf den Boden. Als sich ihr Magen beruhigte, schrie sie sich ihre Seele aus dem Leib. »Ich hasse Euch!«, immerzu »Ich hasse Euch!« Dabei wippte sie auf den Knien hin und her und schlug ihre Hände vors Gesicht, bis sie ausgelaugt war und nicht mehr schreien konnte.
»Warum tun sie das? Warum nur?«, begann sie zu wimmern, wollte nicht mehr, nicht mehr kämpfen und nicht mehr leben.
Conor legte seine Hand auf ihre Schulter.
»Lass mich«, sagte sie leise und schwach unter Tränen. Sie krümmte sich unter seiner Berührung zusammen, als wäre sie Gift.
»Willst du Rache für deinen Bruder?« Er packte sie an den Schultern und zog sie zu sich hoch. Sie drehte sich um, blickte ihm mit tränenverschmiertem Gesicht in die Augen, drückte sich an seine Brust.
»Sie werden bald hier sein«, sagte er, streichelte einen Moment über ihr braunes Haar, ehe er ihren Arm an seiner Brust umfasste und sie mit sich zog.
Er führte sie auf direktem Wege Richtung Ausgang des Komplexes, vorbei an den Schlachtbänken, auf denen Fleischbrocken in handliche Schnitzel zerkleinert und schließlich von Fließbändern abtransportiert wurden. Dies alles geschah automatisch durch die Maschinen der Fabrik.
Wie in einem Traum nahm sie die Umgebung schemenhaft wahr. Sie blickte nicht zu den Maschinen an ihrer Seite. Doch hörte sie die Schreie sterbender Menschen, die fachgerecht und vollkommen automatisiert von Kreissägen, Hackebeilen und Fleischhämmern verarbeitet entlang der vergitterten Fließbänder, ihr Ende fanden.
Conor blieb stehen, hielt sie noch immer am Arm fest und drehte sich zu ihr um. Mit einem Mal verzerrte er sein Gesicht unter Schmerzen zu einer Fratze. Hörner wuchsen aus seinem Kopf heraus und er verdrehte vor Schmerz die Augen. Conor wurde still und blickte sie an. Sie sah einen veränderten Mann vor sich stehen, bekannt doch auch befremdlich. Noch immer hielt er ihren Arm umklammert, als er seinen Mund öffnete, um etwas zu sagen, doch in diesem Moment wurden die Schreie der sterbenden Menschen lauter. Jasmin hielt es nicht mehr aus, ihr Verstand war kurz davor zu bersten.

Ihre Augen schreckgeweitet, schweißgebadet ihr Körper, wachte sie auf. Sie umklammerte ihr Bett, als versuchte sie, sich an der Realität selbst festzuhalten.
Sie atmete schwer, brauchte einen Moment um sich zu fassen, stand schließlich jedoch von der Matratze auf und ging zum Kühlschrank. So als könne es sie diesen Traum vergessen lassen, nahm sie eine Flasche Wein heraus und trank einen großen Schluck.
Noch immer angespannt blickte sie zum Fernseher. Über den Bildschirm flimmerte das neuaufgelegte Hauptmenü eines schwarzweiß Film. Sie erinnerte sich nur grob an die Handlung, jedoch hatte sie das Gefühl, sie hätte irgendetwas mit ihrem Traum zu tun. »Bildschirm herunterfahren«, sagte sie mit zittriger Stimme und der Fernseher schaltete sich ab.
Plötzlich hörte sie ihr Lieblingslied, einen irischen Song mit Bodhrán und Harfe. Ihre elektronische Brille, die bisher im Standby auf dem Tisch lag, spielte dieses Lied.
Sie brauchte einen Moment, um zu realisieren, dass sie jemand anrief. Jasmin ging Richtung Tisch und lies geistesabwesend die Weinflasche auf den Boden fallen, die sich auf den Teppich ergoss. Sie ignorierte den Wein und setzte sich die Brille auf. Am linken Gestell war ein Kopfhörer angebracht, sie klappte ihn herunter und sagte: »Brille aktivieren.«
»Ah ... Jasmin« Eine männliche Stimme begrüßte sie in ihrem linken Ohr.
»Was gibt es, Björn?«, erwiderte sie mit zittriger Stimme.
»Hat dir der Film gefallen? Soylent Green. So haben sich die Menschen 1973 unsere Welt vorgestellt.«
Er lachte, als er ihre zittrige Stimme vernahm. Er hatte ihr den Film geliehen, wusste, dass sie ein dünnes Fell hatte. Doch er ließ einige Details bei seiner Beschreibung des Films aus, die offensichtlich essenziel waren, denn Soylent Green, das Nahrungsmittel im gleichnamigen Film, war Menschenfleisch.
»Ach übrigens ... hast du schon auf die Uhr geguckt?«
Verdammt, dachte sie. Es war bereits nach 15 Uhr. Sie sollte längst im Büro sein, denn heute stand die Veröffentlichung der Firmensoftware an. Sie hatte die letzten Jahre ein Projekt über das Wachstum autogener Systeme geleitet. Mit diesem Forschungsprojekt wollte ihr Team virtuell die genetische Entwicklung beliebiger Organismen simulieren, sprich: Die Evolution nachstellen.
»Ich ... », sie suchte die passenden Worte, ihr fiel jedoch keine Entschuldigung ein, »... komme.«
Björn war nicht wütend, eher belustigt. »Das ist eine gute Idee!«
Dann brach er die Verbindung ab.

Sie schlüpfte wahllos in irgendwelche Klamotten, die in greifbarer Nähe lagen, und stürmte sofort hinaus.

2. Kapitel
»03.02.2022 16:53 - Personalnummer 3216 - registriert«
Eine mechanische Männerstimme meldete sich automatisch aus Jasmins Brillengehäuse, als sie das Büro betrat. Ernste Kollegen blickten nur kurz vorwurfsvoll auf, um sich so gleich wieder ihren Monitoren zu widmen.
Jasmin setzte sich an ihren Schreibtisch, schaltete den Hauptbildschirm durch eine wischende Berührung an und loggte sich mit Hilfe der oberhalb des Monitors angebrachten Kamera ein, die ihr Profil mit der Datenbank des Servers verglich. Sofort öffnete sich ein Videostream auf ihrem Bildschirm.

»Miss Tumble! Da sind sie ja ...«, das vorwurfsvolle Gesicht ihres Chefs erschien in der Übertragung.
»Ich, ähh ...«, stammelte sie.
»Ist mir egal, was Sie für eine Ausrede haben! Der Kunde wartet bereits. Er ist sehr ungehalten«, er war wütend. »Und wie sehen Sie überhaupt aus?«
Ihre ungekämmten Haare waren zu einem unordentlichen, teilweise verfilzten Zopf zusammengebunden. Ein paar Strähnen hingen ihr ins Gesicht, ihre braunen Augen waren von tiefen Ringen umschattet und ihre Haut blass wie die einer Leiche
»Geben Sie mir zwei Stunden, Sir. Bis dahin steht die Anwendung.«
»Das ist ihre letzte Chance, Miss Tumble!«
Er legte auf.

Björn stand plötzlich hinter ihr und legte ihr die Hände auf die Schultern.
»Klingt nach Stress.« Er grinste.
Jasmin wischte seine Hände von den Schultern und vollführte mit ihrem Bürostuhl eine Hundertachtzig-Grad-Drehung. Sie blickte ihm energielos ins Gesicht. »Was ist daran lustig?« Sie hatte keine Kraft mehr wütend zu sein.
»Genau genommen ... nichts.« Er schwieg ernst. Kurze Zeit später grinste er wieder. »Außer, dass du versagen wirst und ich deine Stelle bekomme.«
Sie war sprachlos. Björn war ein Arschloch, aber das war selbst für ihn zu viel! Sie arbeitete schon fünf Jahre mit ihm zusammen, zu anfangs war er freundlich und hilfsbereit. Später machte er Annäherungsversuche, die sie aus Rücksicht auf seine Gefühle direkt abwies. Sie wollte ihm keine Hoffnungen machen. Als sie dann vor drei Jahren zur Projektleiterin ernannt wurde, legte er gefühlskalte Professionalität an den Tag, verweigerte jedoch jede direkte Zusammenarbeit mit ihr und freute sich über jeden Fehler der ihr unterlief.
»Verpiss dich!«, zischte sie. Er hob beschwichtigend die Hände und ging zurück an seinen Platz, lächelte dabei jedoch wie ein Sieger.

Er war sich seiner Sache zu sicher für Jasmins Geschmack. Sie würde nicht so leicht aufgeben, selbst wenn sie am Ende war.
»Peter, was machen die Unit-Tests?«, fragte Jasmin sofort.
»Sind schon vor 4 Stunden alle durchgelaufen«, entgegnete er ruhig.
»Gut. Server ist erreichbar? Was macht die Firewall?« Sie blickte in die andere Ecke des Raums und musterte Sören.
Dieser nickte ihr mitfühlend zu. »Die Verbindung steht noch. Und die Firewall ist oben.«
»Ich starte jetzt die Veröffentlichung.« Jasmin japste, als müsse sie einen Berg erklimmen. Sie tippte Befehle auf ihrer Tastatur, selektierte verschiedene Ausgaben auf ihrem Monitor und zog sie mit gespreizten Fingern zu großen Fenstern auf. Einzelne davon übergab sie mit einem Wischen zum oberen Monitorrand an den Wandprojektor im Großraumbüro.

Die Datenübertragung lief. Balkendiagramme und Statistiken wuchsen an der Wand zu größeren Gebilden heran. Auf ihrem Monitor verfolgte sie die Fehlerausgabe des Programms. Keine Einträge. Sie lächelte.
Dann stürzte der Server ab.
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BeitragVerfasst am: 20.10.2013 11:50    Titel: Antworten mit Zitat

Thask hat Folgendes geschrieben:
(Arbeitstitel geändert zu "Die Cernunnos Revolution" und hier eine neue Version des Textes. Namen der Charaktere sind noch nicht final! Ich hoffe ich habe alle Änderungsvorschläge aufgenommen. Zusätzlich habe ich noch einige andere Fehler behoben und die Beziehung der Protagonistin zu Björn etwas vertieft.)

Los gehts:

1. Kapitel

Sie hatten ihren Bruder geschlachtet, aufgehängt und ausbluten lassen.
»Ihr verdammten Drecksschweine, ihr Wichser, ihr Mörder! Ihr habt meinen kleinen Bruder ermordet! (Das ist auch eine Doppelung, erfährt der Leser doch schon im ersten Satz, dass der Bruder gestorben ist. Oh Gott, Dylan! Komm zu mir zurück! Nein... bitte... Gott, lass das nicht wahr sein! Warum er? Warum nur ... er hatte doch nichts damit zu tun. Ich hasse Euch! Ich werde Euch vernichten! Euch alle! « Jasmin schrie ihre Abscheu heraus.
Sie sah ihn dort hängen, Ihren Bruder Dylan, wie eine Jesusfigur hing er, von Ketten an seinen Armen und an seiner Brust strammgezogen, da. Sein Hals klaffte offen, wie bei der Schächtung eines Tieres, sein Körper war nackt und voller Blut. Ihr Gesicht verzerrte sich vor Schmerz und sie stürzte vor ihm auf die Knie, nicht mehr fähig ihren Ekel zu bändigen, übergab sie sich vor ihm auf den Boden. Als sich ihr Magen beruhigte, schrie sie sich ihre Seele aus dem Leib. »Ich hasse Euch!«, immerzu »Ich hasse Euch!« Dabei wippte sie auf den Knien hin und her und schlug ihre Hände vors Gesicht, bis sie ausgelaugt war und nicht mehr schreien konnte.
»Warum tun sie das? Warum nur?«, begann sie zu wimmern, wollte nicht mehr, nicht mehr kämpfen und nicht mehr leben.
Conor legte seine Hand auf ihre Schulter.
»Lass mich«, sagte sie leise und schwach unter Tränen. Sie krümmte sich unter seiner Berührung zusammen, als wäre sie Gift.
»Willst du Rache für deinen Bruder?« Er packte sie an den Schultern und zog sie zu sich hoch. Sie drehte sich um, blickte ihm mit tränenverschmiertem Gesicht in die Augen, drückte sich an seine Brust.
»Sie werden bald hier sein«, sagte er, streichelte einen Moment über ihr braunes Haar, ehe er ihren Arm an seiner Brust umfasste und sie mit sich zog.
Er führte sie auf direktem Wege Richtung Ausgang des Komplexes, vorbei an den Schlachtbänken, auf denen Fleischbrocken in handliche Schnitzel zerkleinert und schließlich von Fließbändern abtransportiert wurden. Dies alles geschah automatisch durch die Maschinen der Fabrik.
Wie in einem Traum nahm sie die Umgebung schemenhaft wahr. Sie blickte nicht zu den Maschinen an ihrer Seite. Doch hörte sie die Schreie sterbender Menschen, die fachgerecht und vollkommen automatisiert von Kreissägen, Hackebeilen und Fleischhämmern verarbeitet entlang der vergitterten Fließbänder, ihr Ende fanden.
Conor blieb stehen, hielt sie noch immer am Arm fest und drehte sich zu ihr um. Mit einem Mal verzerrte er sein Gesicht unter Schmerzen zu einer Fratze. Hörner wuchsen aus seinem Kopf heraus und er verdrehte vor Schmerz die Augen. Conor wurde still und blickte sie an. Sie sah einen veränderten Mann vor sich stehen, bekannt doch auch befremdlich. Noch immer hielt er ihren Arm umklammert, als er seinen Mund öffnete, um etwas zu sagen, doch in diesem Moment wurden die Schreie der sterbenden Menschen lauter. Jasmin hielt es nicht mehr aus, ihr Verstand war kurz davor zu bersten.

Ihre Augen schreckgeweitet, schweißgebadet ihr Körper, wachte sie auf. Sie umklammerte ihr Bett, als versuchte sie, sich an der Realität selbst festzuhalten.
Sie atmete schwer, brauchte einen Moment um sich zu fassen, stand schließlich jedoch von der Matratze auf und ging zum Kühlschrank. So als könne es sie diesen Traum vergessen lassen, nahm sie eine Flasche Wein heraus und trank einen großen Schluck.
Noch immer angespannt blickte sie zum Fernseher. Über den Bildschirm flimmerte das neuaufgelegte Hauptmenü eines schwarzweiß Film. Sie erinnerte sich nur grob an die Handlung, jedoch hatte sie das Gefühl, sie hätte irgendetwas mit ihrem Traum zu tun. »Bildschirm herunterfahren«, sagte sie mit zittriger Stimme und der Fernseher schaltete sich ab.
Plötzlich hörte sie ihr Lieblingslied, einen irischen Song mit Bodhrán und Harfe. Ihre elektronische Brille, die bisher im Standby auf dem Tisch lag, spielte dieses Lied.
Sie brauchte einen Moment, um zu realisieren, dass sie jemand anrief. Jasmin ging Richtung Tisch und lies geistesabwesend die Weinflasche auf den Boden fallen, die sich auf den Teppich ergoss. Sie ignorierte den Wein und setzte sich die Brille auf. Am linken Gestell war ein Kopfhörer angebracht, sie klappte ihn herunter und sagte: »Brille aktivieren.«
»Ah ... Jasmin« Eine männliche Stimme begrüßte sie in ihrem linken Ohr.
»Was gibt es, Björn?«, erwiderte sie mit zittriger Stimme.
»Hat dir der Film gefallen? Soylent Green. So haben sich die Menschen 1973 unsere Welt vorgestellt.«
Er lachte, als er ihre zittrige Stimme vernahm. Er hatte ihr den Film geliehen, wusste, dass sie ein dünnes Fell hatte. Doch er ließ einige Details bei seiner Beschreibung des Films aus, die offensichtlich essenziel waren, denn Soylent Green, das Nahrungsmittel im gleichnamigen Film, war Menschenfleisch.
»Ach übrigens ... hast du schon auf die Uhr geguckt?«
Verdammt, dachte sie. Es war bereits nach 15 Uhr. Sie sollte längst im Büro sein, denn heute stand die Veröffentlichung der Firmensoftware an. Sie hatte die letzten Jahre ein Projekt über das Wachstum autogener Systeme geleitet. Mit diesem Forschungsprojekt wollte ihr Team virtuell die genetische Entwicklung beliebiger Organismen simulieren, sprich: Die Evolution nachstellen. (Hier muss ich doch mal hereinschreiben. Die Evolution nachstellen steht im Gegensatz zur synthetischen Evolutionstheorie bei der alles auf Zufall basiert. Also entweder musst du das hier weiter ausführen oder du beschreibst es mit anderen Worten, wie "Gott spielen" etc., darüberhinaus ist der Satz inhaltlich falsch (was soll man sich unter genetischer Entwicklung beliebiger Organismen vorstellen? das hier: http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Individualentwicklung_%28Philosophie%29.html ? Bestimmt nicht, denn selbst das hättest du falsch beschrieben. Wenn du Evolution auf Grundlage der synthethischen Evolutionstheorie meinst, selbst dann sind hier Fehler drinne, an denen man bemerkt, dass du keinen PLan von dem hast, über was du hier schreibst! Du schreibst zwar fiction, aber ...) , mal abgesehen davon, dass du zusätzlich noch einen Logikfehler drinne hast: Wenn sie virtuell "simulieren" (merkst du die dopplung?), dann stellen sie nicht die Evolution nach!)
»Ich ... », sie suchte die passenden Worte, ihr fiel jedoch keine Entschuldigung ein, »... komme.«
Björn war nicht wütend, eher belustigt. »Das ist eine gute Idee!«
Dann brach er die Verbindung ab.

Sie schlüpfte wahllos in irgendwelche Klamotten, die in greifbarer Nähe lagen, und stürmte sofort hinaus.

2. Kapitel
»03.02.2022 16:53 - Personalnummer 3216 - registriert«
Eine mechanische Männerstimme meldete sich automatisch aus Jasmins Brillengehäuse, als sie das Büro betrat. Ernste Kollegen blickten nur kurz vorwurfsvoll auf, um sich so gleich wieder ihren Monitoren zu widmen.
Jasmin setzte sich an ihren Schreibtisch, schaltete den Hauptbildschirm durch eine wischende Berührung an und loggte sich mit Hilfe der oberhalb des Monitors angebrachten Kamera ein, die ihr Profil mit der Datenbank des Servers verglich. Sofort öffnete sich ein Videostream auf ihrem Bildschirm.

»Miss Tumble! Da sind sie ja ...«, das vorwurfsvolle Gesicht ihres Chefs erschien in der Übertragung.
»Ich, ähh ...«, stammelte sie.
»Ist mir egal, was Sie für eine Ausrede haben! Der Kunde wartet bereits. Er ist sehr ungehalten«, er war wütend. »Und wie sehen Sie überhaupt aus?«
Ihre ungekämmten Haare waren zu einem unordentlichen, teilweise verfilzten Zopf zusammengebunden. Ein paar Strähnen hingen ihr ins Gesicht, ihre braunen Augen waren von tiefen Ringen umschattet und ihre Haut blass wie die einer Leiche
»Geben Sie mir zwei Stunden, Sir. Bis dahin steht die Anwendung.«
»Das ist ihre letzte Chance, Miss Tumble!«
Er legte auf.

Björn stand plötzlich hinter ihr und legte ihr die Hände auf die Schultern.
»Klingt nach Stress.« Er grinste.
Jasmin wischte seine Hände von den Schultern und vollführte mit ihrem Bürostuhl eine Hundertachtzig-Grad-Drehung. Sie blickte ihm energielos ins Gesicht. »Was ist daran lustig?« Sie hatte keine Kraft mehr wütend zu sein.
»Genau genommen ... nichts.« Er schwieg ernst. Kurze Zeit später grinste er wieder. »Außer, dass du versagen wirst und ich deine Stelle bekomme.«
Sie war sprachlos. Björn war ein Arschloch, aber das war selbst für ihn zu viel! Sie arbeitete schon fünf Jahre mit ihm zusammen, zu anfangs war er freundlich und hilfsbereit. Später machte er Annäherungsversuche, die sie aus Rücksicht auf seine Gefühle direkt abwies. Sie wollte ihm keine Hoffnungen machen. Als sie dann vor drei Jahren zur Projektleiterin ernannt wurde, legte er gefühlskalte Professionalität an den Tag, verweigerte jedoch jede direkte Zusammenarbeit mit ihr und freute sich über jeden Fehler der ihr unterlief.
»Verpiss dich!«, zischte sie. Er hob beschwichtigend die Hände und ging zurück an seinen Platz, lächelte dabei jedoch wie ein Sieger.

Er war sich seiner Sache zu sicher für Jasmins Geschmack. Sie würde nicht so leicht aufgeben, selbst wenn sie am Ende war.
»Peter, was machen die Unit-Tests?«, fragte Jasmin sofort.
»Sind schon vor 4 Stunden alle durchgelaufen«, entgegnete er ruhig.
»Gut. Server ist erreichbar? Was macht die Firewall?« Sie blickte in die andere Ecke des Raums und musterte Sören.
Dieser nickte ihr mitfühlend zu. »Die Verbindung steht noch. Und die Firewall ist oben.«
»Ich starte jetzt die Veröffentlichung.« Jasmin japste, als müsse sie einen Berg erklimmen. Sie tippte Befehle auf ihrer Tastatur, selektierte verschiedene Ausgaben auf ihrem Monitor und zog sie mit gespreizten Fingern zu großen Fenstern auf. Einzelne davon übergab sie mit einem Wischen zum oberen Monitorrand an den Wandprojektor im Großraumbüro.

Die Datenübertragung lief. Balkendiagramme und Statistiken wuchsen an der Wand zu größeren Gebilden heran. Auf ihrem Monitor verfolgte sie die Fehlerausgabe des Programms. Keine Einträge. Sie lächelte.
Dann stürzte der Server ab.



Ich habe längst nicht alles herausgeschrieben, was man bekritteln könnte, sondern lediglich die Fehler, die mir beim ersten Lesen aufgefallen sind. Rot markiert sind Sätze/Wörter die du AUF JEDEN FALL ändern solltest, grün lediglich, welche ich persönlich blöd finde. Ich habe nicht hingeschrieben, was genau an den markierten Stellen falsch ist, mit der Absicht, dass du dir da noch einmal Gedanken machst.


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BeitragVerfasst am: 20.10.2013 12:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke Stimmen. Dann setze ich mich besser nochmal hin... Das mit der Evolution ist dadurch erklärt, dass die Simulation sich autogen weiterentwickelt. Durch diese Simulation wollen die Forscher herausfinden wohin sich ein Organismus entwickeln könnte und wie man eventuell in die Evolution eingreifen könnte um das zu beeinflussen.

Der Satz ist wirklich noch etwas unpräzise beschrieben. Ich bin natürlich kein Evolutionstheoretiker.

Die anderen Fehler überarbeite ich auch gerne nocheinmal.
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BeitragVerfasst am: 20.10.2013 13:00    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn du fragen zu den rot markierten Stellen hast, kannst du mir auch eine PN oder so schreiben.

Bevor ich Verleger wurde, hat es mich in die Biologie gedrängt. Ich konnte den Satz nicht so stehen lassen, da bin ich manchmal überempfindlich!

lg Stimmen


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Thask
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BeitragVerfasst am: 20.10.2013 13:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Verstehe ich...
Du hast Post. smile

LG Thask
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BeitragVerfasst am: 20.10.2013 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mal auch meinen Senf dazu gegeben. Ich hoffe, ich habe nicht die zu scharfe Tube erwischt und kann dir mit meinen Gedanken weiterhelfen.

Thask hat Folgendes geschrieben:
(Arbeitstitel geändert zu "Die Cernunnos Revolution" und hier eine neue Version des Textes. Namen der Charaktere sind noch nicht final! Ich hoffe ich habe alle Änderungsvorschläge aufgenommen. Zusätzlich habe ich noch einige andere Fehler behoben und die Beziehung der Protagonistin zu Björn etwas vertieft.)

Los gehts:

1. Kapitel

Sie hatten ihren Bruder geschlachtet, aufgehängt und ausbluten lassen.
»Ihr verdammten Drecksschweine, ihr Wichser, ihr Mörder! Ihr habt meinen kleinen Bruder ermordet! Oh Gott, Dylan! Komm zu mir zurück! Nein... bitte... Gott, lass das nicht wahr sein! Warum er? Warum nur ... er hatte doch nichts damit zu tun. Ich hasse Euch! Ich werde Euch vernichten! Euch alle! « Jasmin schrie ihre Abscheu heraus.
Sie sah ihn dort hängen, Ihren Bruder Dylan, wie eine Jesusfigur hing er, von Ketten an seinen Armen und an seiner Brust strammgezogen, da. (Hoppla, wo kommt das "da" denn her? Ach so gehört zu "Hing er" weiter vorne im Satz. Ist doof platziert, ich musste den Satz zweimal lesen.) Sein Hals klaffte offen, wie bei der Schächtung eines Tieres, sein Körper war nackt und voller Blut. Ihr Gesicht verzerrte sich vor Schmerz und sie stürzte vor ihm auf die Knie, nicht mehr fähig ihren Ekel zu bändigen, übergab sie sich vor ihm auf den Boden. Als sich ihr Magen beruhigte, schrie sie sich ihre Seele aus dem Leib. »Ich hasse Euch!«, immerzu »Ich hasse Euch!« Dabei wippte sie auf den Knien hin und her und schlug ihre Hände vors Gesicht, bis sie ausgelaugt war und nicht mehr schreien konnte. (Du benutzt hier zwei starke Bilder: Einmal Jesus am Kreuz, einmal eine religiöse Schlachtung. Das sind sehr starke Bilder, die gleich den ersten absatz überladen könnten. Ich weiß, das ist nur ein Ausschnitt. Und ich weiß nicht, ob da noch was vorhergeht, was diese Überladung begründet. Aber ich wollte es mal anmerken.)
»Warum tun sie das? Warum nur?«, begann sie zu wimmern, wollte nicht mehr, nicht mehr kämpfen und nicht mehr leben.
Conor legte seine Hand auf ihre Schulter.
»Lass mich«, sagte sie leise und schwach unter Tränen. Sie krümmte sich unter seiner Berührung zusammen, als wäre sie Gift.
»Willst du Rache für deinen Bruder?« Er packte sie an den Schultern und zog sie zu sich hoch. Sie drehte sich um, blickte ihm mit tränenverschmiertem Gesicht in die Augen, drückte sich an seine Brust.
»Sie werden bald hier sein«, sagte er, streichelte einen Moment über ihr braunes Haar, ehe er ihren Arm an seiner Brust umfasste und sie mit sich zog.
Er führte sie auf direktem Wege Richtung Ausgang des Komplexes, vorbei an den Schlachtbänken, auf denen Fleischbrocken in handliche Schnitzel zerkleinert und schließlich von Fließbändern abtransportiert wurden. Dies alles geschah automatisch durch die Maschinen der Fabrik.
Wie in einem Traum nahm sie die Umgebung schemenhaft wahr. Sie blickte nicht zu den Maschinen an ihrer Seite. Doch hörte sie die Schreie sterbender Menschen, die fachgerecht und vollkommen automatisiert von Kreissägen, Hackebeilen und Fleischhämmern verarbeitet entlang der vergitterten Fließbänder, (Stimmt das Komma da?) ihr Ende fanden.
Conor blieb stehen, hielt sie noch immer am Arm fest und drehte sich zu ihr um. Mit einem Mal verzerrte er sein Gesicht unter Schmerzen zu einer Fratze. Hörner wuchsen aus seinem Kopf heraus und er verdrehte vor Schmerz die Augen. Conor wurde still und blickte sie an. Sie sah einen veränderten Mann vor sich stehen, bekannt doch auch befremdlich. Noch immer hielt er ihren Arm umklammert, als er seinen Mund öffnete, um etwas zu sagen, doch in diesem Moment wurden die Schreie der sterbenden Menschen lauter. Jasmin hielt es nicht mehr aus, ihr Verstand war kurz davor zu bersten.

Ihre Augen schreckgeweitet, schweißgebadet ihr Körper, wachte sie auf. Sie umklammerte ihr Bett, als versuchte sie, sich an der Realität selbst festzuhalten. (Ah ok, die abgedrehte Schlachterei war nur ein Traum. Ich persönlich bin eigentlich immer ganz glücklich, wenn mir Traumsequenzen mit kursiver Schrift markiert werden.)
Sie atmete schwer, brauchte einen Moment um sich zu fassen, stand schließlich jedoch von der Matratze auf und ging zum Kühlschrank. So als könne es sie diesen Traum vergessen lassen, nahm sie eine Flasche Wein heraus und trank einen großen Schluck.
Noch immer angespannt blickte sie zum Fernseher. Über den Bildschirm flimmerte das neuaufgelegte Hauptmenü eines schwarzweiß Film. Sie erinnerte sich nur grob an die Handlung, jedoch hatte sie das Gefühl, sie hätte irgendetwas mit ihrem Traum zu tun. »Bildschirm herunterfahren«, sagte sie mit zittriger Stimme und der Fernseher schaltete sich ab.
Plötzlich hörte sie ihr Lieblingslied, einen irischen Song mit Bodhrán und Harfe. Ihre elektronische Brille, die bisher im Standby auf dem Tisch lag, spielte dieses Lied.
Sie brauchte einen Moment, um zu realisieren, dass sie jemand anrief. Jasmin ging Richtung Tisch und liesß geistesabwesend die Weinflasche auf den Boden fallen, die sich auf den Teppich ergoss. Sie ignorierte den Wein und setzte sich die Brille auf. Am linken Gestell war ein Kopfhörer angebracht, sie klappte ihn herunter und sagte: »Brille aktivieren.«
»Ah ... Jasmin« Eine männliche Stimme begrüßte sie in ihrem linken Ohr.
»Was gibt es, Björn?«, erwiderte sie mit zittriger Stimme.
»Hat dir der Film gefallen? Soylent Green. (JA!!! Wie geil. Schade nur, dass da bloß Leichen verarbeitet wurden.) So haben sich die Menschen 1973 unsere Welt vorgestellt.«
Er lachte, als er ihre zittrige Stimme vernahm. Er hatte ihr den Film geliehen, obwohl/weil er wusste, dass sie ein dünnes Fell hatte. Doch er ließ einige Details bei seiner Beschreibung des Films aus, die offensichtlich essenziel essentiell waren, denn Soylent Green, das Nahrungsmittel im gleichnamigen Film, war Menschenfleisch.
»Ach übrigens ... hast du schon auf die Uhr geguckt?«
Verdammt, dachte sie. Es war bereits nach 15 Uhr. Sie sollte längst im Büro sein, denn heute stand die Veröffentlichung der Firmensoftware an. Sie hatte die letzten Jahre ein Projekt über das Wachstum autogener Systeme geleitet. Mit diesem Forschungsprojekt wollte ihr Team virtuell die genetische Entwicklung beliebiger Organismen simulieren, sprich: Die Evolution nachstellen.
»Ich ... », sie suchte die passenden Worte, ihr fiel jedoch keine Entschuldigung ein, »... komme.«
Björn war nicht wütend, eher belustigt. »Das ist eine gute Idee!«
Dann brach er die Verbindung ab.

Sie schlüpfte wahllos in irgendwelche Klamotten, die in greifbarer Nähe lagen, und stürmte sofort hinaus.

2. Kapitel
»03.02.2022 16:53 - Personalnummer 3216 - registriert«
Eine mechanische Männerstimme meldete sich automatisch aus Jasmins Brillengehäuse, als sie das Büro betrat. Ernste Kollegen blickten nur kurz vorwurfsvoll auf, um sich so gleich wieder ihren Monitoren zu widmen.
Jasmin setzte sich an ihren Schreibtisch, schaltete den Hauptbildschirm durch eine wischende Berührung an und loggte sich mit Hilfe der oberhalb des Monitors angebrachten Kamera ein, die ihr Profil mit der Datenbank des Servers verglich. Sofort öffnete sich ein Videostream auf ihrem Bildschirm.

»Miss Tumble! Da sind sie ja ...«, das vorwurfsvolle Gesicht ihres Chefs erschien in der Übertragung.
»Ich, ähh ...«, stammelte sie.
»Ist mir egal, was Sie für eine Ausrede haben! Der Kunde wartet bereits. Er ist sehr ungehalten«, er war wütend. »Und wie sehen Sie überhaupt aus?«
Ihre ungekämmten Haare waren zu einem unordentlichen, teilweise verfilzten Zopf zusammengebunden. Ein paar Strähnen hingen ihr ins Gesicht, ihre braunen Augen waren von tiefen Ringen umschattet und ihre Haut blass wie die einer Leiche (Hier fehlt ein Punkt. Und normalerweise in den meisten Firmen der Kunde König. Eher lässt man das Projekt von einem anderen Mitarbeiter vorstellen, als dass der Kunde warten muss. Meist darf der Kollege dann auch das Projekt und seinen Job behalten. Wenn du so übertreibst mit Jasmins Verpeiltheit, und nur ein Rüffel über den Bildschirm kommt, ist das unglaubwürdig.)
»Geben Sie mir zwei Stunden, Sir. Bis dahin steht die Anwendung.«
»Das ist ihre letzte Chance, Miss Tumble!«
Er legte auf.

Björn stand plötzlich hinter ihr und legte ihr die Hände auf die Schultern.
»Klingt nach Stress.« Er grinste.
Jasmin wischte seine Hände von den Schultern und vollführte mit ihrem Bürostuhl eine Hundertachtzig-Grad-Drehung. Sie blickte ihm energielos ins Gesicht. »Was ist daran lustig?« Sie hatte keine Kraft mehr wütend zu sein.
»Genau genommen ... nichts.« Er schwieg ernst. Kurze Zeit später grinste er wieder. »Außer, dass du versagen wirst und ich deine Stelle bekomme.«
Sie war sprachlos. Björn war ein Arschloch, aber das war selbst für ihn zu viel! Sie arbeitete schon fünf Jahre mit ihm zusammen, zu anfangs war er freundlich und hilfsbereit. Später machte er Annäherungsversuche, die sie aus Rücksicht auf seine Gefühle direkt abwies. Sie wollte ihm keine Hoffnungen machen. Als sie dann vor drei Jahren zur Projektleiterin ernannt wurde, legte er gefühlskalte Professionalität an den Tag, verweigerte jedoch jede direkte Zusammenarbeit mit ihr und freute sich über jeden Fehler der ihr unterlief.
»Verpiss dich!«, zischte sie. Er hob beschwichtigend die Hände und ging zurück an seinen Platz, lächelte dabei jedoch wie ein Sieger. (Nimm es mir ruhig übel, aber diese Szene löst in mir nur ein müdes Lächeln aus. Diese Intrige ist so durchschaubar, und trotzdem lässt sie sich von ihm einen Film geben?)

Er war sich seiner Sache zu sicher für Jasmins Geschmack. Sie würde nicht so leicht aufgeben, selbst wenn sie am Ende war.
»Peter, was machen die Unit-Tests?«, fragte Jasmin sofort.
»Sind schon vor 4 Stunden alle durchgelaufen«, entgegnete er ruhig.
»Gut. Server ist erreichbar? Was macht die Firewall?« Sie blickte in die andere Ecke des Raums und musterte Sören.
Dieser nickte ihr mitfühlend zu. »Die Verbindung steht noch. Und die Firewall ist oben.«
»Ich starte jetzt die Veröffentlichung.« Jasmin japste, als müsse sie einen Berg erklimmen. Sie tippte Befehle auf ihrer Tastatur, selektierte verschiedene Ausgaben auf ihrem Monitor und zog sie mit gespreizten Fingern zu großen Fenstern auf. Einzelne davon übergab sie mit einem Wischen zum oberen Monitorrand an den Wandprojektor im Großraumbüro. (Gleich das gesamte Großraumbüro bespaßen? Weia, ich als Kollegin dort wäre tierisch angepisst, wenn es solche Schnepfe erst zu spät kommt, aussieht wie die Nacht durchzecht, und mich dann mit ihrer Präsentation bei der Arbeit stört. Oder wir habeb andere Vorstellungen beim Wort Großraumbüro. Was ich bei dem Wort für ein Bild sehe, siehe hier )

Die Datenübertragung lief. Balkendiagramme und Statistiken wuchsen an der Wand zu größeren Gebilden heran. Auf ihrem Monitor verfolgte sie die Fehlerausgabe des Programms. Keine Einträge. Sie lächelte.
Dann stürzte der Server ab.
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nothingisreal
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BeitragVerfasst am: 20.10.2013 14:38    Titel: Antworten mit Zitat

Thask hat Folgendes geschrieben:


Sie hatten ihren Bruder geschlachtet, aufgehängt und ausbluten lassen.

Dieser Anfang ist zwar der beste, von allen Versionen, dennoch:
Ich bin ein Freund des Aktiven.
Beschreib doch gleich was sie sieht. Fang ruhig mit etwas "Eckligen" an, ich denke da an die Leiche selbst.
Dylans Körpers
dann, was macht sie? Sie hängt. Wo? Ich stelle mir zunächst eine Erhebung vor, ein Platz, der jeder sehen kann. Hing als Wort erscheint mir nicht schön genug. Baumeln, wiegen ...
er wurde aufgehängt.  
aufhängen
er wurde geschlachtet (was genau wurde ihn abgetrennt? wohl kaum der Kopf, wie soll er sonst hängen?) Vielleicht verstummelt?
verstummelt
Mit Sicherheit klebt und tropft Blut von ihm.
kleben, tropfen
Versuchen wir es:
Still baumelte Dylans Körper über der Blutlache auf den Podestboden, an den Händen aufgehängt. Der abgetrennte Kopf, erstaunlich gerade war der Schnitt, hervorragende Arbeit, saß aufgespitzt auf einem Speer aus Metall. Die Spitze ragte aus dem Schädel.
Jasmin blinzelte nicht, starrte Dylans Leichnam an. Ihr Blick wanderte über das Blut, das sich den Speer hinunterschlängelte, die aufgeschlitzten Arme und Beine ihres Bruder. Er war noch ein Kind gewesen. Kaum sechzehn.
Sie blinzelte einmal.
Jemand schrie hinter ihr, es drang nicht in sie hinein und blablabla.


Weißt du, was ich meine?
Wenn ich den nächsten Satz lese, der dermaßen gestellt klingt, das es einfach wahnsinnig ist und für mich der typische Fall von "Schau mal Leser, das und das habe ich dir zu erzählen" ist, würde ich einfach nicht weiterlesen wollen. Ich würde ihre Worte weglassen. Sie ersteinmal alles verdauen lassen. Nur so als Gedanke.

Vielleicht kannst du damit etwas anfangen. Ich kann leider nicht weitermachen.

Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich den Anfang sehr gut gewählt finde. Man will einfach wissen, was hier passiert. Dafür großes Lob.

Gruß
nothingsisreal.
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